Abidjan Archive - Tobi in Abidjan https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/tag/abidjan/ Ein weiterer strassenkinder.de Blog Mon, 08 Sep 2014 16:44:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Rückkehr, Veränderungen im Projekt und Ebola https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2014/09/08/rueckkehr-veraenderungen-im-projekt-und-ebola/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2014/09/08/rueckkehr-veraenderungen-im-projekt-und-ebola/#respond Mon, 08 Sep 2014 16:35:34 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=178 Nach meiner Abreise am 25. August 2013 bin ich nun am 13. August 2014 wieder zurück in Abidjan. Mein Nachfolger Tilmann Augstein (www.strassenkinder.de/tilmanninabidjan), der ein wunderbares und wirklich sehr erfahrungsreiches Jahr hier verbracht hat, hat am 21. August die Heimreise nach Deutschland angetreten und ist wohlbehalten dort angekommen. Was das Projekt angeht, sind einige Veränderungen […]

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Nach meiner Abreise am 25. August 2013 bin ich nun am 13. August 2014 wieder zurück in Abidjan. Mein Nachfolger Tilmann Augstein (www.strassenkinder.de/tilmanninabidjan), der ein wunderbares und wirklich sehr erfahrungsreiches Jahr hier verbracht hat, hat am 21. August die Heimreise nach Deutschland angetreten und ist wohlbehalten dort angekommen.

Was das Projekt angeht, sind einige Veränderungen zu spüren: Die Gemeindemitglieder spenden dem Foyer nun vermehrt Reis, Öl und andere Nahrungsmittel, sodass bei den Einkäufen gespart werden kann. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die sich „Freunde des Foyers“ nennt. Eine sehr gute Sache!IMG_4260(1)

Die Mauer neben der Eingangstür des Foyer Maman Marguerite wurde mit einer Malerei versehen, damit jeder sehen kann um welche Art Foyer es sich handelt. Außerdem wurden einige Größen der Don Bosco Familie ebenfalls aufgemalt und natürlich Don Bosco selbst auch.

Fast alle Kinder, die während meines Jahres im Langzeitaufenthalt Foyer Magone waren, konnten erfolgreich in ihre jeweiligen Familien zurückintegriert werden. Einzige Ausnahmen bilden hier mein ehemaliger Schüler Elie, der im Schuljahr 2012/2013 mit 12 Jahren die zweite Klasse besuchte und sehr gute Noten einfuhr. Leider schafft er selbst es nicht, die Wichtigkeit von Bildung für sein eigenes Leben zu sehen und ist wieder auf die Straße abgehauen. Der zweite Fall, bei dem die Reintegration nicht funktioniert hat, ist Samuel, über den ich im Dezember 2012 bereits einen Blogartikel verfasst habe. Damals, kurz vor Weihnachten, bat er seinen Vater um Verzeihung und erklärte ihm, dass er sich nichts lieber wünsche als beim ihm zu wohnen. Im Juni 2013 wurde also die Reintegration vollzogen, doch im November desselben Jahres befand sich Samuel nach zwei Tagen auf der Straße wieder im Foyer. Das einzig Gute an der ganzen Sache ist, dass er zurück ins Foyer gekommen ist und nicht einfach auf der Straße weiterleben wollte. Sehr bedauernswert, dass die Zusammenführung seiner Eltern und ihm nicht zum Erfolg geführt hat.

Allgemein bestätigten mir die Erzieher meinen Eindruck, dass die Straßenkinder hier in Abidjan immer jünger werden. Einer der Erzieher, der bereits seit 20 Jahren im Foyer arbeitet, erklärte mir, dass zu Beginn seiner Arbeit die meisten auf der Straße lebenden Kinder volljährig waren. Mittlerweile sind jedoch sehr viele Kinder erst um die 10 Jahre alt. So auch die beiden hier:IMG_4277(1)

Ebola: Bis vor zwei Wochen sprach hier noch kaum jemand von der Epidemie. Doch seit kurzer Zeit kommt das alltägliche Gespräch immer öfter auf die Krankheit. Vor zweiner Weile hat der Bischof der Diözese Grand-Bassam, zu der auch die Gemeinde der Salesianer hier in Abidjan gehört, eine Empfehlung ausgegeben, auf den Friedengruß während der Messe in der Kirche zu verzichten. Dies ist eine der ersten Maßnahmen, die die Menschen hier nun wirklich direkt betrifft. Bei meiner Ankunft am Flughafen in Abidjan war die einzige „Vorsichtsmaßnahme“ bezüglich Ebola auf einem Zettel an einer Säule angebracht, auf dem zu lesen war, dass man verstärkt auf die üblichen Hygieneregeln achten solle und sich vor allem häufig die Hände waschen solle. Außerdem war zu lesen, dass, sobald man einem Ebola-Verdachtsfall begegnet, dies sofort den Behörden melden solle, damit dieser sofort in ein Krankenhaus geschafft werden könne.

Die Kinder im Foyer spielen mittlerweile nicht mehr „Fangen“ sondern „Wer hat Ebola?“. Und sobald irgendwer eine kleine Wunde zum Beispiel an der Hand hat, wird gewitzelt es sei Ebola.

Mikroben: Seit einiger Zeit macht eine Gang bestehend aus Kindern und Jugendlichen Abidjans Straßen unsicher. Ihr Ziel ist es Leute zu bestehlen. Ihr Vorgehen dabei ist höchst systematisch: Sie stechen ihren Opfern mit Messern in den Bauch oder in die Seite und klauen dann das Geld und andere Wertgegenstände des Opfers. Dabei nutzen sie aus, dass man sie zunächst nicht als gefährlich einschätzt, weil sie ja Kinder sind. Einige der Opfer starben bereits an den Messerstichen, die sie von den „Mikroben“ zugefügt bekamen.

Hier in der Gegend geht das Gerücht um, dass die Behörden der Bevölkerung die Erlaubnis erteilt haben, sich bei einem Angriff dieser Gang mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen. Man solle sie am besten umbringen. Vorgestern war in den Nachrichten zu hören, dass ein Teil der Mikroben im Norden Abidjans gefasst wurde. Was man ihnen gemacht wird ist allerdings nicht bekannt.

 

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Spenden eingesetzt! https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/12/31/spenden-eingesetzt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/12/31/spenden-eingesetzt/#respond Tue, 31 Dec 2013 14:29:06 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=173 Ende November konnten die im Vorfeld meines Freiwilligendienstes und im Rahmen des Benefizkonzertes am 05. Mai 2013 gesammelten Spendengelder an das Foyer Don Bosco Abidjan überwiesen werden. Die Spenden beliefen sich auf insgesamt 1490 €. Hierfür gilt zunächst ein großer Dank der Domgemeinde Fritzlar, die im August 2012 bei einer Kollekte fast 1000 € für […]

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Ende November konnten die im Vorfeld meines Freiwilligendienstes und im Rahmen des Benefizkonzertes am 05. Mai 2013 gesammelten Spendengelder an das Foyer Don Bosco Abidjan überwiesen werden. Die Spenden beliefen sich auf insgesamt 1490 €.

Hierfür gilt zunächst ein großer Dank der Domgemeinde Fritzlar, die im August 2012 bei einer Kollekte fast 1000 € für die Kinder in der Einrichtung in Abidjan versammeln konnte.

Außerdem möchte ich allen Zuhörern und Besuchern des Benefizkonzerts im Mai 2013 danken, besonders hierbei hervorgehoben sei mein Cousin Julian Sauer, durch den jenes Konzert überhaupt erst stattfinden konnte.

Weiterhin ein großes Dankeschön an alle stillen Spender, die das Projekt unterstützt haben und auch noch weiterhin unterstützen.

DENN: Die Spenden wurden sinnvoll eingesetzt. Da es aus meiner Sicht nicht sehr vernünftig ist, solche Spenden in laufende Kosten zu stecken, hat die Suche nach einem geeigneten Verwendungszweck auch so lange gedauert. Doch gut Ding will Weile haben wie es so schön heißt. Daher habe ich im August 2013, also dem Monat meiner Abreise, noch intensive Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort geführt, um eine ordentliche Verwendung zu finden. Wir einigten uns dann darauf, das Geld für die Schulgebühren und das Schulmaterial der Kinder einzusetzen. Die Kosten für die Schulgebühren variieren jedes Jahr, da sie pro Jahrgangsstufe unterschiedlich hoch sind und ja jedes Jahr unterschiedlich viele Kinder in die unterschiedlichsten Klassen kommen. Demzufolge sind die Ausgaben hierfür äußerst schwierig vorherzusehen und dementsprechend schlecht planbar, sodass meistens noch externe Hilfe in Form von Spendengeldern benötigt wird. Für das Schuljahr 2013/2014 dürfen nun oben genannte Spender stolz von sich behaupten, den Kindern im Foyer Don Bosco den Schulbesuch möglich gemacht zu haben und ihnen auch das dafür benötigte Material wie Hefte, Stifte und so weiter zur Verfügung gestellt zu haben.

Dafür möchte auch ich mich herzlich bei Ihnen und euch bedanken! Es war mir ein Herzensanliegen mit dem von Ihnen mir anvertrauten Spendengeld keinen Unfug zu treiben und eine wirklich sinnvolle Verwendung dafür zu finden. Auch für das von Ihnen geschenkte Vertrauen dafür bedanke ich mich herzlich.

Dank Ihrer Hilfe können die Jungs auch dieses Jahr wieder fleißig sein und sich ihren Weg in eine gesicherte Zukunft ebnen

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The End https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/28/the-end/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/28/the-end/#respond Wed, 28 Aug 2013 14:24:04 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=170 Und dann ist es einfach zu Ende. Dieses Jahr in einem anderen Land, ja sogar in Afrika. Dieses Jahr mit den Kindern, die ich tagtäglich vor meiner Zimmertür hören konnte. All das ist dann doch irgendwie zu schnell vorbeigegangen. Am 25. August machte ich mich auf den Weg zum Flughafen, da um 22:25 Uhr der […]

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Und dann ist es einfach zu Ende. Dieses Jahr in einem anderen Land, ja sogar in Afrika. Dieses Jahr mit den Kindern, die ich tagtäglich vor meiner Zimmertür hören konnte. All das ist dann doch irgendwie zu schnell vorbeigegangen.

Am 25. August machte ich mich auf den Weg zum Flughafen, da um 22:25 Uhr der Flieger gen Istanbul starten sollte, wo ich mich jetzt gerade befinde, wartend auf den Anschlussflug nach Frankfurt. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das alles stressfrei abgelaufen wär. Auf dem Weg zum Flughafen in Abidjan muss man den großen Boulevard nehmen, der quasi eine Autobahn einmal durch die Stadt ist und alle Stadtteile miteinander verbindet. Nachdem wir auf jenen Boulevard aufgefahren waren, mussten wir feststellen: STAU. Wieso das denn jetzt? Anscheinend eine politische Autorität, die passieren muss. Dann wird nämlich einfach mal alles gesperrt und kein Auto bewegt sich. Nun denn, normalerweise löst sich so ein Stau aber schnell auf. Nach über einer Stunde warten, ist der Glaube an ein schnelles Auflösen des Staus aber mehr als geschwunden und es wird dringend nach einer Lösung gesucht. Also: umdrehen und das ganze umfahren. Das bedeutet quasi von Deutschland nach Polen über Schweden und Finnland zu fahren. Natürlich im Verhältnis gesehen. Also gesagt, getan. Mit einem Affenzahn rasen wir also durch die halbe Stadt, um um 21:45 Uhr am Flughafen anzukommen. Dort angekommen, wird mir sogar mitgeteilt, dass man sich dort des Staus bewusst ist und alle Flüge ein bisschen warten. Glück gehabt.

Jetzt bin ich wohlbehalten Zuhause angekommen und es ist wohl Zeit für ein Dankeschön.

Dankeschön an Don Bosco Volunteers, die mir so ein unbeschreibliches Jährchen ermöglicht haben.

Danke an alle Salesianer auf der Welt, ihr macht meistens eine tolle Arbeit.

Danke an alle salesianischen Mitarbeiter, für euer Ehrenamtliches Engagement.

Danke an meine Eltern, meinen Bruder, alle Verwandten, Freunde, Bekannte und Wohltäter, alle die sich über das Projekt in Abidjan informiert und vielleicht sogar etwas gespendet haben. Wenn die Hilfe vielleicht auch nicht sofort ankommt, dann nur weil noch kein vernünftiger Verwendungszweck dafür gefunden wurde. Ich selbst habe schließlich den Anspruch, meine Spendengelder so sinnvoll wie möglich einzusetzen.

Danke an die deutsche Botschaft Abidjan für die finanzielle Unterstützung bei der Renovierung der Toiletten des Foyers Don Bosco.

Danke an alle Kinder, mit denen ich arbeiten und vor allem mit denen ich leben durfte. Nicht nur die Arbeit, sondern vor allem das tagtägliche Zusammenleben mit ihnen macht den Charme des Projekts in Abidjan aus. Ich hoffe ihr werdet nach eurer Reintegration glücklich in eurer Familie.

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(K)ein Lieblingskind https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/05/kein-lieblingskind/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/05/kein-lieblingskind/#respond Mon, 05 Aug 2013 21:44:34 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=164 Genau, jemand, der mit Kindern arbeitet, hat kein Lieblingskind. Zumindest darf er es gegenüber den anderen Kindern nicht zeigen, da diese sonst darunter leiden. Doch, und das ist eines der Dinge, die ich hier gelernt habe, kann man noch lange nicht alles in seinem Leben selbst bestimmen. Manche Dinge verlaufen eben so und so. Da […]

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Genau, jemand, der mit Kindern arbeitet, hat kein Lieblingskind. Zumindest darf er es gegenüber den anderen Kindern nicht zeigen, da diese sonst darunter leiden. Doch, und das ist eines der Dinge, die ich hier gelernt habe, kann man noch lange nicht alles in seinem Leben selbst bestimmen. Manche Dinge verlaufen eben so und so.

Da ist also Emmanuel, ein Junge, der kein einziges Wort Französisch redet. Er ist ungefähr 12 oder 13 Jahre alt, rausfinden kann man das nicht, weil er ja kein Französisch redet. Er spricht nur einzelne Wörter Dioula, einer Ethnie, die hier sehr verbreitet ist. Worte, die er beispielsweise sagt sind (übersetzt): Essen, Wasser, schlafen und ähnliches. Außerdem gibt er gerne Laute von sich wie sasasasa und nananana.

Emmanuel hat Epilepsie. Vor ca. 5 Jahren ist er von zwei älteren Damen ins Foyer gebracht worden, die sagten, sie würden den Jungen immer auf der Straße sehen, immer schmutzig und immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Er kommt mit einem sehr vernarbten Körper im Foyer an, was darauf hindeutet, dass er wohl von irgendwem gefesselt wurde, sobald er einen epileptischen Anfall hatte. Allem Anschein nach liegt neben der Epilepsie auch noch eine geistige Behinderung vor, da Emmanuel neue Dinge nur sehr langsam erlernen kann. Es scheint, als sei er auf dem Entwicklungsstand eines kleinen kindes stehengeblieben, da er zum Beispiel sich selbst die Zähne putzen kann, selbst essen kann, sich selbst waschen kann und im Allgemeinen so die grundlegenden Dinge selbst machen kann. Allerdings ist es immer besser, wenn jemand danebensteht und darauf aufpasst, dass er auch wirklich das macht, was er soll (gerade beim Waschen, denn Emmanuel wäscht furchtbar gerne seinen Bauch mit langsam kreisenden Bewegungen…). Er freut sich immer,wenn ich komme und manchmal fragt er «Bisous?», was Kuss bedeutet. Wenn man dann nicht schnell das Weite sucht, hat man blitzschnell einen Kuss irgendwo im Gesicht.

Mit seiner Krankheit geht immer es auf und ab. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das ganze sogar mit dem Mond zusammenhängt, da ich festgestellt habe, dass er bei Vollmond häufiger epileptische Anfälle erleidet, bei denen er sich leider hin und wieder verletzt. Und das alles trotz Medikamenten.

Emmanuel kann natürlich nicht auf eine normale Schule gehen so wie alle anderen. Ca. 150 Kilometer von Abidjan entfernt gibt es eine Schule für geistig und/oder körperlich behinderte Kinder, die von Schwestern (leider weiß ich nicht welcher Orden) geleitet wird. Diese Schule ist landesweit bekannt, da selbst Kinder aus Korhogo (einer etwas größeren Stadt im Norden der Côte d’Ivoire) dort zur Schule gehen. Die Schwestern führen dort nicht nur die Schule, sondern auch ein Foyer, wo die Kinder, die von weit her kommen, schlafen können. Dort verbringt Emmanuel die Zeit von Oktober bis Mai (Schuljahr) und kommt nur für die Weihnachts-, Oster- und Sommerferien nach Hause, also ins Foyer.

Emmanuels Familie ist nicht auffindbar. Die Erzieher haben wohl einige Hinweise auf seine Familie, aber selbst wenn man sie findet, werden sie leugnen, dass Emmanuel ihr Kind ist, da er «ja nur Geld kostet». Das sind die Worte, die einer der Erzieher von der Polizei zu hören bekam. Wieso man den denn überhaupt aufgenommen hätte, der ist doch behindert und macht nur Probleme, hieß es. Man hätte Emmanuel also auf der Straße sich selbst überlassen sollen??? Ganz toll.

Ich bin heilfroh, dass man nicht auf den Rat der Polizei gehört hat und Emmanuel trotzdem aufgenommen hat, selbst wenn die Arztkosten nicht unerheblich sind. Aber auch er hat ein recht auf ein menschenwürdiges Leben. Und das spielt sich sicherlich NICHT auf der Straßen ab!

Oft frage ich mich, ob Emmanuel Französisch versteht. Und ob er überhaupt seine Situation versteht. Wenn er nicht in einer Phase von vielen Anfällen steckt, ist er meist ziemlich gut gelaunt und hüpft gerne herum. Er ist sehr glücklich, wenn er merkt, dass man sich gerne mit ihm beschäftigt und zum Beispiel mit ihm seine im Foyer berühmten Tanzbewegungen macht.

Emmanuel ist eine Ausnahme im Foyer. Kein anderes Kind hat eine solche Krankheit wie er. Das führt dazu, dass er immer eine Außenseiterrolle einnehmen muss. Aber genau die Tatsache, dass es nahezu unmöglich ist, ihn vollkommen zu integrieren, führt dazu, dass er zu einem meinem «Lieblingskind» geworden ist. Er ist derjenige, mit dem ich mich am meisten beschäftigt habe während meines Jahres hier, weil ich gesehen habe, dass er es am nötigsten hat. Wie oft habe ich ihn abends ins Bett gebracht, bevor die anderen schlafen gingen. Wie oft habe ich ihn durchgekitzelt. Und wie oft hatte ich, ehe ich mich versah, einen Bisous auf der Wange.

Ich bin sicher, dass mir der Abschied von ihm am schwersten fallen wird. Er wird zwar nicht verstehen, dass ich dann nicht mehr jeden Tag kommen kann. Er wird nicht verstehen, dass ich gehen muss. Aber wahrscheinlich ist das auch besser so.

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Diebstahl! https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/07/07/diebstahl/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/07/07/diebstahl/#comments Sun, 07 Jul 2013 14:23:13 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=156 Es ist ja wirklich schon einen Monat her, dass ich mich hier habe blicken lassen… Die Zeit flitzt! Vor etwa anderthalb Monaten ereigneten sich ein paar eher unschöne Dinge im Foyer. Es war ein Montag: Ein Ehemaliger namens Serge, der in den Jahren 2008 bis 2010 auch zu den Kindern des Foyer Magone zählte, stattete […]

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Es ist ja wirklich schon einen Monat her, dass ich mich hier habe blicken lassen… Die Zeit flitzt!

Vor etwa anderthalb Monaten ereigneten sich ein paar eher unschöne Dinge im Foyer. Es war ein Montag: Ein Ehemaliger namens Serge, der in den Jahren 2008 bis 2010 auch zu den Kindern des Foyer Magone zählte, stattete uns einen Besuch ab. Mittlerweile dürfte er so um die 20 Jahre alt sein. Es war nicht sein erster Besuch, daher kannte ich ihn bereits und wir verstanden uns auch recht gut. Es war bereits nach 18:00 Uhr und wir waren dabei mit den Kindern Hausaufgaben zu machen und zu lernen. Olivier (17 Jahre alt und der einzige im Foyer, der bereits eine Ausbildung macht) und Serge unterhalten sich sehr angeregt und lachen viel miteinander. Schön zu sehen, wenn sich alte Freunde nach langer Zeit wieder treffen. Bei den letzten Besuchen von Serge war Olivier nämlich immer bei der Arbeit.

Wie gewohnt ging ich um 20:00 Uhr zu den Salesianern um mit ihnen zu Abend zu essen. Serge war bereits verschwunden, niemand hatte dies bemerkt. Komisch.

Zwei Tage später möchte Joel mit mir reden. Er gehört zu den ältesten im Foyer. Er sagt, dass ein Computerbildschirm, der in einem Schrank im Essensraum verwahrt war, fehlt. Wie ist der denn verloren gegangen? Joel teilt uns mit, dass Serge diesen Bildschirm am Montag gestohlen hat. Sein Komplize: Olivier.

WAAAAS??? Wie ist das denn möglich? Wir waren doch die ganze Zeit im Essensraum um mit den Kindern zu lernen. Mit mir waren noch zwei andere Erzieher dort. Die ganze Zeit! Joel sagt, dass Olivier den Bildschirm herausbefördert hat und Serge diesen dann draußen vor der Tür in Empfang genommen hat. Noch am selben Tag wird Olivier klargemacht, dass für ihn kein Platz mehr im Foyer ist und er nach Hause gehen soll. Es war nicht sein erster Diebstahl. Sein Chef beklagt sich regelmäßig, dass Dinge, die er Olivier anvertraut hat, verloren gehen. Mindestens einmal im Monat musste ein Erzieher an Oliviers Arbeitsstelle kommen und sich anhören, welchen Mist Olivier in der letzten Zeit gebaut hat. Jedes Mal musste jener Erzieher um Verzeihung bitten. Und glücklicherweise wurde Olivier jedes Mal verziehen. Doch mit dem Diebstahl im Foyer ist das Maß voll. Wer mit 17 Jahren noch nicht verstanden hat, dass das Foyer seine letzte Chance im Leben ist, dem ist allem Anschein nach nicht mehr zu helfen. Olivier hat fast die Hälfte seines Lebens im Foyer verbracht. Im Alter von ca. 9 Jahren kam er das erste Mal. Mit 12 wurde er in die Familie reintegriert. Mit 13 verließ er seine Familie erneut um auf der Straße zu leben. Kurze Zeit später kam er wieder ins Foyer. Die Erzieher hatten es gerade geschafft seinem kleinen Bruder Lust aufs Foyer zu machen, sodass er nicht mehr auf der Straßen bleiben wollte. Nur wegen seinem kleinen Bruder akzeptierte man Olivier nochmals. Nach all dieser Zeit hat er leider noch nicht begriffen, dass man im Foyer alles versucht hat, um ihm zu helfen sich ein ordentliches Leben aufzubauen. Diese Tatsache beschert mir zwei schlaflose Nächte, da ich es einfach nicht begreifen kann wie man es nach so langer Zeit immer noch nicht geschnallt haben kann…

Oliver beim Kickern (vorne rechts)

Am vorletzten Montag klingelt es abends gegen 19:00 Uhr im Foyer. Vor der Tür steht Oliviers Mutter. Sie sagt, sie möchte ihre Kinder sehen. Ich bitte sie höflich herein und beginne, ihr zu erklären was sich ereignet hat. Mittlerweile war der Diebstahl bereits einen Monat her. Olivier ist seitdem nicht Zuhause gewesen. Und dann ist er auch noch ein Dieb. Die Scham der bereits etwas älteren Frau ist nicht zu beschreiben. Sie sagt, sie sei sehr krank gewesen in den letzten Monaten und auch ich erinnere mich, dass die Erzieher von der ihrer schweren Krankheit erzählt hatte. Aufgrund dieser Krankheit war Olivier sogar jeden Sonntag nach der Messe kurz nach Hause gegangen (sie wohnt nicht weit vom Foyer), um sich über das Wohlbefinden seiner Mutter zu erkunden. So sagte er zumindest.

Dann hole ich Oliviers kleinen Bruder Léon dazu, er unterhält sich ein wenig mit seiner Mutter und erklärt ihr aufs Neue die Situation. Sie ist sichtlich getroffen und verliert fast vollkommen die Fassung. Als sie sich wieder gefangen hat, erläutere ich ihr die schulischen Erfolge Léons, der Klassenbester ist und einen enormen Fortschritt im Lesen gemacht hat im vergangenen Schuljahr. Das muntert die Mutter wenigstens ein bisschen auf. Bald darauf sagt sie, sie müsse nach Hause, Léon begleitet sie noch ein Stück.

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Deutsche Botschaft Abidjan zeigt sich größzügig https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/29/deutsche-botschaft-abidjan-zeigt-sich-grosszuegig/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/29/deutsche-botschaft-abidjan-zeigt-sich-grosszuegig/#respond Wed, 29 May 2013 13:37:05 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=153 Genau, und zwar mit ganzen 6,5 Millionen Franc CFA. Das sind umgerechnet fast 10000 €! Das Geld wird für die Renovierung der Duschen und Toiletten im Erdgeschoss und im 1. Stock des Foyer Magone verwendet. Außerdem wird im Dachgeschoss der Raum, der fürs Wäschewaschen vorgesehen ist mit Fliesen bestückt. Weiterhin werden im Foyer Maman Marguerite […]

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Genau, und zwar mit ganzen 6,5 Millionen Franc CFA. Das sind umgerechnet fast 10000 €! Das Geld wird für die Renovierung der Duschen und Toiletten im Erdgeschoss und im 1. Stock des Foyer Magone verwendet. Außerdem wird im Dachgeschoss der Raum, der fürs Wäschewaschen vorgesehen ist mit Fliesen bestückt. Weiterhin werden im Foyer Maman Marguerite in der Küche endlich Fliesen auf dem Boden und an der Wand verlegt und es wird ein Badezimmer, das an ein Erzieherschlafzimmer angrenzt in Stand gesetzt. Wenn das soweit fertig ist könnte dort zum Beispiel ein Volontär schlafen! Alles in Allem eine super Sache für die der Botschaft hiermit ein riesiges DANKESCHÖN gesagt wird!

Übrigens: Von der Schießerei, von der ich letztens berichtet hatte, spricht schon lange keiner mehr. Es war wohl so, dass die Insassen des verfolgten Taxis ein paar Häuserblöcke weiter, ein Auto überfallen hatten und dieses stehlen wollten. Die FRCI waren wohl gerade auf Streife und ertappten die Banditen auf frischer Tat. Diese gerieten in Panik und machten sich in einem Taxi auf die Flucht. Ab jetzt gibt es zwei Versionen:

1. Die Banditen haben das Feuer auf die Militärs eröffnet, woraufhin die FRCIs sich natürlich zur Wehr setzen mussten. Der unbeteiligte Zivilist wurde dabei von den Banditen getötet.

2. Die FRCIs haben das Feuer auf die Banditen eröffnet, um den Wagen zum Stehen zu bringen. Der unbeteiligte Zivilist wurde dabei vom Militär getötet.

Welche Version der Wahrheit entspricht, ist leider nicht herauszufinden.

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Schießerei vorm Foyer https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/15/schiesserei-vorm-foyer/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/15/schiesserei-vorm-foyer/#respond Wed, 15 May 2013 12:00:46 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=146 Gestern Abend ging ich wie jeden Dienstagabend um 20:15Uhr ins Provinzialat um mit den Salesianern um 20:30Uhr zu Abend zu essen. Ich war gerade in der Küche um der Köchin noch ein wenig zu helfen, einer der Salesianer, Pater Eric, befand sich im Wohnzimmer und sah fern. Plötzlich fielen Schüsse. Eric schrie, dass wir uns […]

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Gestern Abend ging ich wie jeden Dienstagabend um 20:15Uhr ins Provinzialat um mit den Salesianern um 20:30Uhr zu Abend zu essen. Ich war gerade in der Küche um der Köchin noch ein wenig zu helfen, einer der Salesianer, Pater Eric, befand sich im Wohnzimmer und sah fern. Plötzlich fielen Schüsse. Eric schrie, dass wir uns auf den Boden legen sollten. Weitere Schüsse fielen. Langsam versuchten wir, in Erfahrung zu bringen, wo das Ganze herkam. Wir stiegen in den zweiten Stock um von der mit einem Gitter umfassten Terrasse aus das Geschehen besser erkennen zu können. Direkt vorm Foyer war ein weißes Auto in das Eisengitter eines Copyshops gefahren. Das Gaspedal war wohl noch immer durchgetreten, da der Motor weiterhin aufheulte, das Auto hing jedoch vor der Wand fest. Ein Auto der FRCI (Militär) stand daneben, einer der FRCI war abgestiegen, sah in den weißen Wagen, stellte den Motor ab und sprang wieder auf die Ladefläche des FRCI-Autos. Die FRCI fuhren die Straße weiter, vorbei am Provinzialat.

Das Eisengitter, in das das weiße Auto hineingefahren war und wodurch es zum Stehen kam. Heute wird es bereits wieder repariert wie auf dem Foto zu sehen ist.

Später, als ich mich mit Pater Eric zum Ort des Geschehens begab, erklärte einer der bereits eingetroffen Polizisten, dass die FRCI ein Taxi verfolgten. Unklar ist jedoch noch, wer das Feuer eröffnet hat. Die FRCI hatten wohl versucht mit Schüssen das Taxi zum Stehen zu bringen.

Der Fahrer des weißen Autos hatte nichts mit der ganzen Sache zu tun, er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort und bekam wohl eine Kugel direkt in den Kopf. Kurze Zeit später ist er noch im Auto verstorben. Der Krankenwagen traf erst eine Stunde später ein, jedoch nur noch um den Tod festzustellen.

Das verfolgte Taxi ist wohl in das Viertel hinter dem Provinzialat geflüchtet, deshalb haben die FRCI sofort die Suche weitergeführt.

Heute heißt es, die Insassen des Taxis hätten den Wagen irgendwo im Viertel abgestellt und seien mit einem Floß über die Lagune, die direkt an das Viertel angrenzt, geflüchtet.

Es bleibt abzuwarten, was morgen in den Medien über die ganze Sache zu lesen ist. Fest steht jedoch: Bei der Verfolgung des Taxis ist ein unbeteiligter Zivilist durch das Militär getötet worden.

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Und auf einmal ist Mai https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/10/und-auf-einmal-ist-mai/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/05/10/und-auf-einmal-ist-mai/#respond Fri, 10 May 2013 12:22:52 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=141 Ja, auf einmal ist Mai. Verrückt wie schnell das alles geht hier. Dann kommt Juni, Juli und August und der ganze Spaß ist vorbei, will heißen meine Zeit hier neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Da bleibt nur: Jede Sekunde vollstens auskosten! Diesmal kann ich sogar ein bisschen aus Deutschland berichten. Am vergangenen […]

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Ja, auf einmal ist Mai. Verrückt wie schnell das alles geht hier. Dann kommt Juni, Juli und August und der ganze Spaß ist vorbei, will heißen meine Zeit hier neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Da bleibt nur: Jede Sekunde vollstens auskosten!

Diesmal kann ich sogar ein bisschen aus Deutschland berichten. Am vergangenen Sonntag, dem 05. Mai fand in meiner Heimatstadt Fritzlar in Nordhessen ein Benefizkonzert zugunsten des Don Bosco Projektes hier in Abidjan-Koumassi statt. Dementsprechend war ich am Sonntag auch weniger mit den Gedanken hier, sondern eher in der Heimat.

Mein Cousin Julian Sauer, der zweifacher Bundessieger des Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“ ist, gab sein Bestes bei dem Konzert und wie ich bereits hören durfte, war das Publikum hellauf begeistert von seiner Kunst auf der Querflöte. Am Ende kamen beim Konzert 571,01 € zusammen! So viel hab ich im Leben nicht erwartet. Dafür von meiner Seite aus ein riesiges DANKESCHÖN.

Am 15. April hatte hier die Schule wieder angefangen. Nach wochenlangem Streik dachte ich also, dass die Kinder dann endlich mal wieder vorankommen mit ihrem schulischen Wissen. Es lief auch alles soweit gut mit der Schule. Bis letzten Montag. Die Kinder kommen nach Hause mittags um 12 und sagen, dass sie jetzt wieder eine Woche frei haben, da die Sechstklässler jetzt Vorexamen haben. Die sechste Klasse ist im französischen Schulsystem die letzte Grundschulklasse, an deren Ende die Schüler ein Examen bestehen müssen um danach aufs Collège wechseln zu können. Dieses Examen wird mehrmals im Jahr geübt, das Ganze nennt sich dann „Examen blanc“. Die Examenssituation wird dann möglichst realitätsnah nachgestellt, damit die Kinder sich an das wahre Examen gewöhnen können. Und wenn Examen blanc ist, haben alle anderen Grundschüler frei.

Praktisch gesehen ist das Schuljahr aber eh schon vorbei. Es heißt, dass Ende Mai die großen Ferien anfangen. Auch wenn die Kinder seit Ostern nicht allzu oft in der Schule waren. Direkt nach den Osterferien waren noch zwei Wochen Lehrerstreik, dann drei Wochen Unterricht für die Kinder, jetzt wieder eine Woche frei. Mal sehen wie es dann ab nächstem Montag aussieht.

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Ghana, Kenia, Togo, Côte d’Ivoire https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/04/20/ghana-kenia-togo-cote-divoire/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/04/20/ghana-kenia-togo-cote-divoire/#respond Sat, 20 Apr 2013 18:12:26 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=135 Jetzt bin ich schon seit einem Monat wieder angekommen in meiner aktuellen Heimat. Nach einer einmonatigen Abwesenheit. Doch der Reihe nach: Am Dienstag, 19. Februar setzte ich mich in einen Bus um von Abidjan nach Accra, der Hauptstadt Ghanas zu fahren. Dieser Direktbus ist zwar nicht die herkömmliche Art nach Accra zu kommen (daher auch […]

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Jetzt bin ich schon seit einem Monat wieder angekommen in meiner aktuellen Heimat. Nach einer einmonatigen Abwesenheit. Doch der Reihe nach: Am Dienstag, 19. Februar setzte ich mich in einen Bus um von Abidjan nach Accra, der Hauptstadt Ghanas zu fahren. Dieser Direktbus ist zwar nicht die herkömmliche Art nach Accra zu kommen (daher auch etwas teurer), jedoch war der Komfort wie bei einer Busreise in Deutschland. Abends in Accra angekommen, übernachtete ich bei den Salesianern dort, um am Donnerstag, 21. Februar zusammen mit Dominic (strassenkinder.de/dominicinkara) meine Reise nach Nairobi, Kenia zum Zwischenseminar anzutreten. Dort kamen wir dann am Freitag, 22.02. an und am 23. ging auch schon das Seminar los. Im Laufe des Seminar konnte jeder recht gute Einblicke in die Arbeit der anderen gewinnen, für mich war das sehr interessant. Außerdem hatten wir genug Zeit das bisher Erlebte zu reflektieren und es war sehr schön, die ganzen bekannten Gesichter zu sehen.

Am 28. war das Seminar zu Ende und Dominic und ich machten uns auf nach Makuyu, um das Projekt von Elisa (strassenkinder.de/elisainkenia) kennenzulernen. Erstaunlich wie unterschiedlich die Projekte und die Aufgaben von uns Volontären sind. Am 03. März brachte uns der Flieger dann wieder nach Accra, von wo aus Dominic und ich nach Kara, Dominics aktuellen Heimat, fuhren. Das ganze ging natürlich nicht ohne Zwischenstopp in Lomé, der Hauptstadt Togos. Diesen Zwischenstopp haben wir auch kurzerhand auf drei Tage ausgedehnt, ist Lomé doch ein hübsches Städtchen.

In Kara verbrachte ich dann fast zwei Wochen, was sogar fast schon zu lange war, da sich die Kinder doch recht schnell an „Dominics Zwilling“ gewöhnten. Und nein, eigentlich sehen Dominic und ich uns nicht sonderlich ähnlich, aber gut.

Als ich am Morgen meiner Abreise an der Busstation auf den Bus nach Lomé wartete, kam plötzlich einer der Straßenjungs Karas um die Ecke geschossen und riss mich aus meinen Gedanken. Wo ich denn hinfahren würde, warum ich nicht noch bleiben würde und ob er mitkommen könnte. Mit meiner Erklärung, dass ich ja vorher auch woanders gearbeitet habe und dort auch wieder gebraucht werde, war er zwar nicht ganz zufrieden, aber zumindest scheint er am Nachmittag, so wie ich es ihm vorgeschlagen hatte, in die Baracke auf dem Markt Karas gegangen zu sein. Die Baracke ist Teil der Straßenkinderarbeit dort, mehr dazu gibt’s hier: www.strassenkinder.de/dominicinkara

Am Abend in Lomé angekommen, verbrachte ich dort bei den Salesianern die Nacht, um am nächsten Tag nach Accra weiterzufahren, wo ich zwei Nächte blieb. So konnte ich mir auch die Arbeit der dort wirkenden Volontäre Roman und Markus ansehen (strassenkinder.de/rmashaiman). Am Dienstag, 19 März trat ich dann endlich die Heimreise an und kam gegen 19 Uhr im Foyer an. JA, es ist wirklich ein schönes Gefühl zu wissen, dass man vermisst wurde.

Seit meiner Rückkehr hat sich einiges getan. Karwoche, Ostern, zwei Wochen Ferien in den Familien für die Kinder (was wichtiger Bestandteil für das Erreichen des Ziels der ganzen Arbeit ist, nämlich die Reintegration der Kinder in ihre Familien). Am 8. April sollte dann eigentlich die Schule wieder losgehen, aber wie gesagt: eigentlich. Denn die Lehrer streiken. Und das mittlerweile seit zwei Wochen. Die Kinder sind sogar schon so weit, dass sie wieder in die Schule gehen WOLLEN. Ein höchst seltenes Phänomen! Uns bleibt nur zu hoffen, dass die Lehrer die Arbeit am Montag wieder aufnehmen, damit die Kinder endlich wieder etwas Neues lernen. Natürlich lernen wir, wenn die Kinder aufgrund Streiks oder ähnlichem nicht in die Schule gehen, im Foyer mit ihnen. Aber es ist eben doch ein Unterschied ob ein ausgebildeter Lehrer die Kinder unterrichtet oder ein Erzieher, da wir noch nicht einmal genug Personal haben, um jeder Klassenstufe eine Person zuzuteilen. Hin oder her, jeder gibt sein Bestes.

Übrigens sind morgen hier in Abidjan Kommunalwahlen. Das heißt, es wird für jede Kommune (es gibt insgesamt 10) ein neuer Bürgermeister gewählt. In den vergangenen zwei Wochen wurde von den meisten Kandidaten auch kräftig die Werbetrommel gerührt. Man hatte den Eindruck, dass derjenige gewinnen wird, dessen Anhänger mit der lautesten Musik durch die Straßen fahren. Hoffentlich ist dem nicht so.

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Eine halbe Ewigkeit… https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/02/18/eine-halbe-ewigkeit/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/02/18/eine-halbe-ewigkeit/#comments Mon, 18 Feb 2013 16:24:32 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=128 ist es her, dass ich hier von mir habe hören lassen. Und es ist so viel passiert. Ende Januar haben wir anlässlich des Don Bosco Festes einige Aktivitäten im Foyer gestartet. Das ging von einem Malwettbewerb über einen Brief-an-Don-Bosco-Wettbewerb, über eine Fete mit Quiz und Festessen bis hin zu einem Tag der offenen Tür. Also […]

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ist es her, dass ich hier von mir habe hören lassen. Und es ist so viel passiert.

Ende Januar haben wir anlässlich des Don Bosco Festes einige Aktivitäten im Foyer gestartet. Das ging von einem Malwettbewerb über einen Brief-an-Don-Bosco-Wettbewerb, über eine Fete mit Quiz und Festessen bis hin zu einem Tag der offenen Tür. Also wirklich eine Menge. Und die Kinder hatten echt viel Freude bei den ganzen Aktivitäten. Herausgreifen möchte ich den Tag der offenen Tür am Sonntag, 03. Februar, der eigentlich gar kein richtiger Tag der offenen Tür war, sondern eher eine Präsentation der beiden Foyers. Das ganze fand außerdem noch in der Gemeinde und nicht im Foyer statt, weil es dort einfach mehr Leute mitkriegen (es gibt am Sonntagmorgen drei Messen, die alle gerammelt voll sind). Anfang Januar bereits wurde das ganze Erzieherteam in verschiedene Gruppen eingeteilt, um die verschiedenen Etappen des Gesamtwerkes zu erarbeiten. Etappe 1 war dabei die Arbeit im offenen Milieu, also auf der Straße. Hier ging es darum deutlich zu machen, dass wir uns förmlich auf die Suche nach Straßenkindern machen, ihnen vom Foyer erzählen und bereits auf der Straße in ihrem gewohnten Umfeld mit ihnen spielen, um sie so neugierig auf die Abläufe im Foyer zu machen. Etappe 2 beinhaltete den Erstempfang Foyer Maman Marguerite. Die Leute sollten erfahren, dass es im Erstempfang wichtig ist, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und sie davon zu überzeugen, dass das Leben im Foyer besser für sie ist. Etappe 3 erklärte den Langzeitaufenthalt, also das Foyer Magone. Wird ein Kind ins Foyer Magone transferiert, ist es weitgehend stabil und reißt nicht mehr einfach so aus. Im Foyer Magone wird auf die Reintegration in die biologische Familie des Kindes hingearbeitet (in Einzelfällen auch eine Familie, die das Kind adoptieren will, sofern es keine eigene Familie mehr hat). Die vierte Etappe beschäftigte sich genau mit dem Thema der Reintegration, die ja das Ziel der ganzen Don Bosco Einrichtung ist. Etappe 5 stellte allgemein das Thema „Sensibilisierung“ vor, was im Klartext eine Präsentation der Öffentlichkeitsarbeit rund um das Foyer bedeutet.

Alles in allem war die ganze Aktion ein voller Erfolg, denn plötzlich kamen auch Menschen auf mich zu und fragten wo sie ihre Spenden in Form von Nudeln, Reis oder sonst was abgeben könnten. Zunächst dachte ich mir: „Ach, es war auch vorgesehen, dass die Leute spenden können??? Oje, wo mach ich das denn jetzt hin?“. Glücklicherweise fand sich dann ein kleines Plätzchen, wo man die Spenden ein wenig verstecken konnte, schließlich gibt’s ja hier auch Diebe. Später stellte sich dann heraus, dass die Sache mit den Spenden eine Eigeninitiative der Besucher war und niemand sie um eine Spende gebeten hatte. So muss es doch sein!

Was anderes: Am 24. Januar habe ich mal eben ein „Kurzurläubchen“ angetreten, mehr oder weniger kurzfristig. Es ging nach Korhogo, einer recht großen Stadt im Norden der Elfenbeinküste. Dort haben die Salesianer eine kleine Gemeinde (und ja, die ist wirklich klein im Vergleich zu dem was ich hier gewohnt bin. Liegt aber daran, dass es dort im Norden eben wesentlich mehr Muslime als Christen gibt.), außerdem noch ein Collège, das eigentlich ein Lycée ist (das Wort Lycée benutzt aber hier kein Mensch, deshalb würde das nur zu Verwirrungen führen..) Lycée = reine Oberstufe. Dann gibt es dort  noch ein Foyer für die Schüler des Collèges, die von weither kommen und deshalb nicht jeden Tag nach Hause fahren können. Es gibt ein Foyer für Jungen und ein Foyer für Mädchen. Direkt neben der Kirche, die von den Salesianern unterhalten wird, gibt es auch noch ein Fußballplatz und viel freie Fläche, wo Kinder zum Spielen hinkommen können. Alles in Allem eine super Sache dort! Die Tage dort habe ich sehr genossen, auch wenn ich mich erkältet habe. Komischerweise kann man also auch bei 30 Grad Schupfen kriegen… Kurz nach meiner Rückkehr nach Abidjan war ich aber wieder genesen und konnte mit vollem Einsatz wieder der Arbeit in meinem gewohnten Umfeld nachgegen.

Noch was anderes: Am letzten Mittwoch, 13. Februar, hat man den Kinder hier Frühlingsferien gegeben. Auch wenn es hier keinen Frühling gibt. Das heißt die Jungs hatten Donnerstag und Freitag frei. Die Ferien haben wir dazu genutzt, um die Kinder in ihre Familien zu schicken. Für die Reintegration in die Familien ist es wichtig, dass die Kinder möglichst viel Zeit der Ferien bei ihren Familien verbringen. Am Samstag sollten die Kinder dann mit einem Familienmitglied ins Foyer zurückkommen, da um 9 Uhr ein Treffen der Eltern vorgesehen war. Von den 21 Kindern, die zur Zeit im Foyer Magone wohnen, waren zwei pünktlich um 9 mit ihren Müttern da. Glücklicherweise hat sich Père Raphael (Verantwortlicher fürs Foyer) auch verspätet, sodass das Gespräch mit den Eltern um halb elf begann. Zu diesem Zeitpunkt waren 10 Elternteile anwesend, natürlich gab es auch Kinder, die ohne ein Familienmitglied gekommen waren. Man könnte fast den Eindruck haben, dass manche Eltern Angst haben, sie müssten etwas bezahlen oder man gebe ihnen ihr Kind zurück ohne sie vorher zu informieren, wenn sie ins Foyer kommen.

Im Laufe des Tages trudelten dann noch die ein oder anderen Eltern mit ihren Kindern ein. Einige der Kinder kamen aber natürlich auch allein. In Anbetracht der Tatsache, dass Abidjan riesig ist und manche Kinder ihre Familien 50 Kilometer vom Foyer entfernt haben, ist das für mich schon erschreckend.

Und noch ein Letztes: Am Dienstag bin ich dann erstmal für eine Weile weg. Es geht einmal über den afrikanischen Kontinent nach Kenia. Ist weiter als nach Deutschland. In Kenia heißt es dann Erlebtes reflektieren und so weiter im Rahmen des Zwischenseminars. Verrückt, dass die Zeit wirklich schon so weit fortgeschritten ist und ich schon fünfeinhalb Monate hier bin. Nach dem Zwischenseminar, bei dem ich natürlich die ganzen anderen in Afrika eingesetzten Don Bosco Volontäre wiedersehen werde, geht’s dann nochmal nach Kara, zu Dominic. Mal gucken wie da so die Arbeit mit den Straßenkindern läuft. Und vielleicht kommen mir dadurch neue Ideen für die Arbeit mit den Jungs hier vor Ort.

Mit einem Bericht werde ich mich dann wohl erst wieder Mitte März melden.

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