Timo in Togo

Mein Jahr in Westafrika

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Wir bringen dich nach Hause!

Hallo, meine Freunde!

Die letzten drei Wochen waren zwar nicht sonderlich ereignisreich, aber auch keinesfalls langweilig. Der alltägliche Wahnsinn eben!

Ich kann doch mal die Gelegenheit nutzen und Euch ein paar ganz normale Vorgänge im Foyer erklären.

Wie Kinder wieder zu ihren Familien finden…

Bei Don Bosco in Kara sind wir, wenn man so will, auf einen bestimmten Typ von Kindern spezialisiert: Kinder aus schwierigen Situationen, die Familienangehörige besitzen. Dazu gehören früh- oder zwangsverheiratete Mädchen, Kinder der Straße, Hexenkinder, misshandelte Kinder und auch Kinder aus dem Gefängnis. Jedoch sind Vollwaisen ohne auch nur den entferntesten Verwandten bei uns sehr selten. Es gibt andere Organisationen wie OPDE und Pierre des Pauvres in Kara, die sich stärker auf Waisen spezialisiert haben. Das Foyer Immaculée in Kara hat sich ein wesentliches Ziel gesetzt, was besonders bei den Jungen sehr erfolgreich durchgeführt wird:

Die Re-Integration beziehungsweise Wiedereingliederung des Kindes in seine Familie. Demnach ist das Foyer also kein Waisenhaus, sondern eher eine Durchgangsstation für Kinder, die durch verschiedenste Umstände von ihren Familien getrennt leben.

Meine Kollegen (und in diesem Jahr auch ich) versuchen durch folgende Schritte, Kinder wieder in ihre Familien einzugliedern:

1. Enquête (Recherche)

Das Kind wird befragt, zum Beispiel bei der Psychomotricité (weiter unten) oder auch bei einem privaten Gespräch, weshalb es nicht in seiner Familie lebt. Hier stellt sich meistens schon heraus, ob das Problem durch Misshandlung, Verwahrlosung, eigene Faulheit, eine ungewollte Heirat, einen Streit oder auch einfach durch Zufall entstanden ist. Nun geht man auf die Suche nach der Familie, um die zweite Konfliktpartei zu untersuchen.

Als Beispiel berichte ich Euch von einem Fall, den ihr schon aus mehreren meiner Blogeinträge kennt: Der kleine Straßenjunge Ayfa* hat wahrscheinlich noch beide Elternteile. Wer ihn noch nicht kennt, kann hier oder hier nachforschen. Trotzdem lebte er jahrelang auf der Straße. Bei einem Gespräch in Anwesenheit eines Fulani-Übersetzers konnten wir herausfinden, dass er im Wald die Viehherde seines Vaters verlor, die er eigentlich hätte beschützen sollen. Aus lauter Angst, dem Vater so vor die Augen zu treten, lief er zu Fuß weit über hundert Kilometer, bis er schließlich in Karas Straßen Zuflucht fand. Seine Heimat liegt im Norden von Benin.

10 Fotos reichen hoffentlich!

10 Fotos reichen hoffentlich! Wir wählten die Fotos aus, die ich ganz am Anfang von ihm geschossen habe, als ich ihn in auf der Straße fand.

In fast jeder Straße gibt es eine kleine Moschee wie diese.

In fast jeder Straße gibt es eine kleine Moschee wie diese.

Wir versuchen nun, in jeder Moschee seines Heimatdorfes ein Foto von ihm aufzuhängen und unsere Nummer zu hinterlassen. Dann werden es die Eltern des Jungen hoffentlich finden.

Wassa, das besagte Dorf im Nordbenin, hat ungefähr 5000 Einwohner. Wir rechnen also mit 8-10 Moscheen.

Das ehemalige Nomadenvolk der Fulani (Fulbe, Peulh) ist nun weitestgehend sesshaft. Seine Mitglieder, zu denen auch der kleine Ayfa gehört, haben größtenteils von ihrer ehemaligen Religion abgelassen und sind zum Islam konvertiert.

Mit den Fotos in Moscheen machen wir also meiner Meinung nach alles richtig. Bald brechen meine Kollegen mit dem Motorrad auf, um die Fotos zu verteilen. Mit etwas Glück kann ich dabei sein.

Bald geht es nach Hause, Ayfa!

Bald geht es nach Hause, Ayfa! Du wirst uns fehlen.

Mit Ayfa* hatte ich bis jetzt immer viel Spaß und wir haben uns jederzeit gut verstanden. Er ist ein kleines, aufgewecktes Kerlchen, das immer Unfug im Kopf hat und größere Jungs gerne so lange ärgert, bis es richtig auf die Nuss kriegt.

Stellt euch einfach einen kleinen, dünnen,  immer strahlenden Lausbuben vor, der mit verschrammten Beinen, Sand in den Haaren und Barfüßen auf dem Boden sitzt, ein Spielzeugauto gegen die Wand crashen lässt und dabei täuschend echt amerikanische Polizeisirenen imitiert.

Nun habt ihr ein ziemlich genaues Bild von Ayfa* im Kopf!

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2. Visite de la famille (Familienbesuch)

Machen wir weiter mit Punkt zwei des Re-Integrationsprozesses.

Die Familie wird ausgekundschaftet, nachdem sie lokalisiert werden konnte. Wartet der Ehemann noch auf die versprochene 11-Jährige? Würde das Mädchen also sofort verheiratet werden, wenn man es wieder in die Familie schickt? Ist immer noch schädliches Gedankengut gegen das Kind vorhanden? Würde das Kind also weiterhin misshandelt werden? Hätte es die Möglichkeit, zur Schule zu gehen? Gibt es noch andere Verwandte, die das Kind besser versorgen könnten als die eigenen Eltern?

3. Re-Integration

Sagen wir mal, die Mutter eines Beispielkindes ist tot. Der Vater hat eine neue Frau gefunden, die das Kind misshandelt hat. Darum ist das Kind auf die Straße geflohen und hat dort jahrelang gelebt, bis es im Don Bosco-Foyer aufgenommen wurde. Jetzt findet sich aber in einer ganz anderen Stadt ein Onkel des Kindes, der es gut versorgen könnte und sich auch sehr fürsorglich gegenüber dem Kind zeigt.

Viele der Probleme zwischen den Kindern und ihrer Familie sind lösbar. Wenn wir glauben, dass das Kind wieder wohlgenährt, gesund und in Frieden bei seiner Familie leben könnte, werden noch ein paar formelle Dinge geregelt und dann heißt es für das Kind Schrankfach leeren, Tasche packen und Abschied nehmen. Die Meinung des Kindes ist bei einer geplanten Re-Integration natürlich ausschlaggebend.

Die Mädchen aus dem Don Bosco-Foyer werden übrigens sehr viel seltener re-integriert, denn ihr Hauptproblem, die Zwangsheirat, lässt sich nur schwer lösen. Würde man die Mädchen wieder in die Familien schicken, so erwartet sie statt einer guten Ausbildung mit Universitätsabschluss die Zwangsehe mit Haushalt und Kindern.

4. Suivi (Verfolgung)

Das Kind ist nun also wieder in seiner Familie. Jetzt könnten wir von Don Bosco den Fall ja abhaken und uns voll und ganz auf neue Kinder konzentrieren. Dem Kind wird es schon gut gehen, es ist ja hart im Nehmen, es soll sich halt durchbeißen, wird schon klappen…

Falsch!  Jetzt ist es essentiell, den Zustand und das Wohlbefinden des Kindes regelmäßig zu kontrollieren. Dies ist der wohl schwierigste und kostenintensivste Bestandteil der Wiedereingliederung. Denn im Laufe der Jahre haben sich hunderte wiedereingegliederte Kinder in ganz Togo und dessen Nachbarländern angesammelt, die alle je nach Problemsituation häufig oder weniger häufig besucht werden müssen.

Wie so ein Verfolgungsbesuch abläuft, zeige ich hier mal am Beispiel des kleinen Gbetoho*:

Djelou* wohnt heute bei seinen Großeltern in einem Dorf, das etwa 30 Kilometer entfernt von Kara liegt.

Gbetoho* wohnt heute bei seinen Großeltern in einem Dorf, das etwa 30 Kilometer entfernt von Kara liegt. Die Straße führt vorbei an Yamsfeldern (rechts  im Bild).

Kleine, schwer zu entdeckende Pfade führen in sein kleines Dorf. Dieses ist Umgeben von Feldern und Busch.

Kleine, schwer zu entdeckende Pfade führen in sein kleines Dorf. Dieses ist umgeben von Feldern und Busch.

Nach der Begrüßung setzt man sich an einem schattigen Plätzchen auf einen Baumstamm und redet mit dem kleinen Gbetoho*. Er wirkt sehr schüchtern und versteckt sich in seinem T-Shirt. Was auf den ersten Blick wie Angst aussieht, ist aber einfach nur seine geistige Behinderung.

Aufgrund seiner Lernschwäche wurde er von seiner Stiefmutter in Kara misshandelt und schlecht ernährt, bis er die Straße als Ausweg suchte. Hier lebte er etwa zwei Jahre. Er ernährte sich sehr ungesund. Seine Nahrung bestand hauptsächlich aus Abfällen, denn das Arbeiten und Geldverdienen fiel ihm zu schwer.

Nun reden man mit den Familienmitgliedern, die sich bereit erklärt haben, das Kind weiterhin großzuziehen. In dem Fallvon Djelou* sind es seine Großeltern.

Nun reden wir mit den Familienmitgliedern, die sich bereit erklärt haben, das Kind weiterhin großzuziehen. Im Falle von Gbetoho* sind es seine Großeltern.

Wie geht es den Großeltern mit der Situation? Haben sie den Eindruck, dass sie das Kind gut versorgen können? Kann das Kind zur Schule gehen? Oder sind sie etwa mit der Situation überfordert?

Dem kleinen Djelou* geht es bis auf seine Schüchternheit Fremden gegenüber sehr gut! Er besucht eine Dorfschule und ausreichend gut genährt. Die Großeltern väterlicherseits verpflegen ihn gut und misshandeln ihn nicht.

Nein, im Falle von Gbetoho* scheint die Wiedereingliederung in die Familie gelungen zu sein. Er geht in die Schule und scheint genug zu essen. Er hilft gerne auf dem Feld mit und lutscht süße Sutu-Schoten.

Nun treten wir als Besucher den Heimweg an. Anschließend ist es wichtig, einen ausführlichen Bericht über das Erlebte und Gesehene anzufertigen. Nicht immer verläuft ein Verfolgungsbesuch so problemlos und einfach. Da kann mein Kollege Samuel ein Lied von singen!

Psychomotricité

Was verbirgt sich hinter diesem geradezu monströsen Wort?

Ganz einfach: Eine Erziehungsmethode mit Eventcharakter. Der Schlüssel für den Raum der Psychomotricité befindet sich in der Hosentasche meines Kollegen Samuel. Jeden Mittwoch öffnet er die geheime Tür in der Wand und läutet die Glocke, die die kleinsten Jungs einlädt. Die besagten Kinder lassen dann alles stehen und liegen, um rechtzeitig im Salle de la Psychomotricité anzukommen, bevor sich die geheime Tür in der Wand wieder für eine Stunde schließt. Oft werde auch ich von den kleinen Jungs mitgerissen, die lauthals “Psycho! Psycho! Psycho“ schreien.

Sobald man in dem Saal sitzt und sich die Türe schließt, wird alles ganz ruhig. Keines der glücklichen Kinder will das Wesentliche noch weiter aufschieben, also muss das Notwendige schnell über die Bühne gebracht werden. Währenddessen verstummen die traurigen “Psycho! Psycho! Psycho..“-Schreie der Zuspätkommer draußen vor der Tür langsam.

Die Kinder in gemütlicher Runde.

Die Kinder in gemütlicher Runde. Samuel leitet das Gespräch.

Jetzt wird es pädagogisch: Samuel reißt mit einer Geschichte, einem  Zitat oder einer Erzählung von einem realen Erlebnis eine Thematik an.

Echtes Beispiel mit geänderten Namen der Kinder:

Samuel: Ich erzähle Euch heute etwas, was mich zum Weinen bringt. Gestern habe ich ein ehemaliges Kind aus dem Foyer in seiner Familie besucht. Ihr erinnert Euch doch alle sicher an Kossi Grand? Der Große, der immer der Beste im Fußballspielen war? Ihr würdet ihn heute nicht wiedererkennen.

Er hat eine Frucht gegessen, aber war noch nicht satt. Dann hat er in seiner Gier auch noch die giftigen Kerne zerstampft und mit Wasser gemischt, um sie zu trinken. Er kann nun nicht mehr vernünftig essen, weil die Kerne ihm große Geschwüre im  Magen beschert haben. Trotz seiner zwei Meter Körpergröße ist er genau so dünn wie du, Londou!

Dabei zeigt er auf den kleinsten und dünnsten Jungen. Die Kinder reagieren geschockt.

Samuel: Habt ihr auch schon mal eine Situation gehabt, in der zu große Gier schlecht war?

Kind: Ja, als Essodina den Fisch im Teich neben unserem Acker unbedingt mit der Hand fangen wollte und nicht abwarten konnte, bis er in den Köder beißt. Deshalb hatte er nach kurzer Zeit unseren Angelhaken im Nasenflügel. Wir fanden es lustig, denn wir hatten einen sprechenden Wal gefangen.

Ein anderes Kind: Oder als Essodina im Nachbarsgarten unreife Mangos geklaut und gegessen hat. Als dann der wütende Besitzer mit dem Stock angerannt kam, musste er schnell über den Zaun springen. Er hat von den unreifen Mangos Bauchschmerzen bekommen.

Der im Raum anwesende Essodina blickt beschämt zu Boden und hofft, dass im nächsten Beispiel auch mal ein anderer Junge auftaucht.

Ein weiteres Kind: Ich weiß noch, als Essodina…

Samuel: Stopp, das reicht! Wir werden jetzt beim Amüsieren versuchen, die anderen zum Mitspielen zu überreden und niemandem aus lauter Gier sein Spielzeug zu klauen. Der Reihe nach tragt ihr mir nun die Regeln vor, die beim Amüsieren gelten. Du fängst an, Essodina…

Kurz werden also noch die Regeln besprochen und schon geht es los! Eine halbe Stunde lang dürfen die Kinder herumtoben, sich mit Gummikeulen auf die Rübe hauen, mit Puppen spielen, auf Trommeln trommeln, mit Spielkochtöpfen Kochspiele spielen, auf Yogabällen reiten oder nach Herzenslust rasseln.

Sobald ich die Matten betrete, lässt sich ein interessantes Naturschauspiel beobachten: Alle kleinen Jungs, die sich eben noch gegenseitig mit Gummikeulen, Bällen und Matten auf den Kopf gedängelt haben, verbünden sich jetzt gegen einen neuen Feind. Mich!

Sobald ich die Matten betrete, lässt sich ein interessantes Naturschauspiel beobachten: Alle kleinen Jungs, die sich eben noch gegenseitig mit Gummikeulen und Bällen auf die Köpfe gedängelt haben, verbünden sich jetzt gegen einen neuen Feind. Mich!

Nach genau einer halben Stunde müssen die müden und teilweise verletzten Krieger das Schlachtfeld räumen. Zunächst legen sich einige der Jungen auf den Bauch, wobei die jeweils anderen ihnen Bälle über den Rücken rollen. Diese Art der Massage soll die Kinder entspannen und für die weiteren Aktivitäten bereit machen.

Wieder setzen sie sich im Halbkreis um Samuel. Die Kinder erzählen nun, was beim Spielen gut geklappt hat und was nicht. Generell kann die Psychomotricité dazu genutzt werden, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Kindern aufzubauen und viel über sie zu erfahren. Einige Lebensgeschichten der Kinder kennen wir nur, weil die Kleinen sich in der Psychomotricité geöffnet haben.

Hände hoch oder ich trete dir auf die Füße!

“Berrem“ nennen die Kinder meine Flipflops aus LKW-Reifengummi. Das ist Kabiyè und heißt so viel wie “Asphaltbrecher“. Was diese Art von Latschen angeht, so scheiden sich die Geister. Die einen sagen: “Die sind viel zu schwer zum Laufen!“. Dagegen erwidern andere: “Aber sie halten für immer!“. Dritte denken viel abstrakter und werfen ein: “Man kann damit gut Leute hauen!“

Ich selbst trage diese Latschen ständig und die Kinder haben mir schon oft neidisch erzählt, wie schön die Zeiten früher waren, als noch jedes Foyerkind solche Kautschuk-Flipflops hatte. Stolz zeigte mir mal einer der größeren Jungen seine Berrems, die er vor 5 Jahren vom ehemaligen Direktor des Foyers bekommen hatte. Er trägt sie heute noch!

Berrem

Hier seht ihr meinen Freund Djel bei seiner Arbeit. Ich glaube, ich habe schon von ihm erzählt. Er stellt Flipflops, Sandalen, Keilriemen, Brunneneimer und Fußrasten für Motorräder her. Sein Werkstoff: alte LKW-Reifen. Sein Marktstand ist  auch die beste Adresse für Ataaya (senegalesischer grüner Tee) in ganz Kara.

Für das Foyer entstehen jedes Jahr immense Kosten, weil den Kindern immer wieder neue Schlappen gekauft werden müssen. Ja, man muss dazu sagen, dass die Kinder mit ihren Schaumstoff-Flipflops nicht gerade pfleglich umgehen und jeden Monat etwa ein Paar zerschreddern. Um dieses Problem zu lösen, hatte ich also an die unzerstörbaren Sohlen meiner eigenen Lieblingslatschen gedacht.

Von einer sehr lieben Familie habe ich nun Geld auf mein Spendenkonto überwiesen bekommen, mit dem ich etwas langfristiges verwirklichen wollte – und zwar jedem Kind ein Paar maßangefertigte Recycling-Flipflops zu bestellen.

Mein Kumpel kam dann extra ins Foyer, um die Füße der Kinder auszumessen. Von Größe 35 (Rehkitz) bis 46 (Yeti) war alles dabei. Damit die Kinder ihre Schlappen auch lange tragen würden, sollten sie coole Farben haben. So mussten sie sich also zwischen sieben verschiedenen Farbvarianten und zwei verschiedenen Sohlenarten (dick und superdick) entscheiden.

Berrem

Folgende Designs haben wir den Kindern angeboten: Regenbogen, Regenbogen dunkel, Rot-Grau-Schwarz, Braun-Grau-Schwarz, Rot-Grün, parallele Kautschuk-Streifen, überkreuzte Kautschuk-Streifen

Berrem

Nein, die  sind noch nicht für euch, es  sind nur Modelle! Ihr sollt euch nur eine Farbe aussuchen! In einer Woche bringe ich euch eure neuen Flipflops!

Berrem

Leider waren nach einer Woche immer noch nicht alle Modelle fertig, also musste ich schnell mal mit anpacken.

Berrem

Das scheinen nun alle zu sein! 37 Schlappen für 33.000 Francs (50,30€). Die werden von nun an jahrelang halten und können jederzeit wieder kostenlos repariert werden.

DSCN8162Zu guter Letzt habe ich dann die kiloschweren Flipflops ausgelegt und einen Jungen nach dem anderen gerufen, damit er sein passendes Paar findet und wieder verschwindet. Jede kleinste Regung der Jungen habe ich akribisch auf einer speziell angefertigten Liste festgehalten. So, wie ich meine Pappenheimer kenne, würde sonst eines der Kinder leer ausgehen, weil ein anderes den Raum mit zwei Paaren verlassen hat. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist manchmal aber besser.

Endlich waren alle Latschen verteilt und die Kinder sehr glücklich. Sie haben sich bei zunächst mir bedankt, aber ich habe auf die netten Spender verwiesen.

Bis zum nächsten Mal!

Meine Freunde, das war es leider schon! Nichts spektakuläres, einfach nur ein paar Erklärungen dazu, wie es hier so abläuft und was meine Kollegen hier so tun.

Ich sitze momentan in meinem Zimmer in Lomé, direkt neben der großen salesianischen Universität für Humanwissenschaften und Pädagogik. In wenigen Tagen wird meine Mutter am Flughafen ankommen und wir schauen zusammen in den beiden beninischen Städten Cotonou und Porto-Novo vorbei.

DSCN5626Die darauffolgenden zwei Wochen verbringen wir im Foyer, wo meine Mutter schon sehnsüchtig erwartet wird: die Kinder wünschen sich ein typisch deutsches Gericht. Ob  deftige deutsche Hausmannskost für 30 hungrige Lümmel in einem großen Kessel über dem Holzfeuer wirklich umsetzbar ist, könnt ihr dann im nächsten Artikel mitverfolgen.

Liebe Grüße an Euch,

Euer Timo (qui est au Togo et se couche maintenant parce qu’il est tellement fatigué)

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