Timo in Togo

Mein Jahr in Westafrika

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Tierisches Silvester

Ich habe es Euch versprochen! Hier kommt mein nächster Blogeintrag bezüglich der Neujahrs-Feiern.

Natürlich etwas verspätet, denn Bonne Année ist ja nun schon einige Zeit her. Liebe Vegetarier, Pescetarier, Flexitarier, Veganer der Stufen Eins bis Fünf und Rohköstler! Ich warne euch vor: In diesem Blogeintrag geht es mitunter um Fleisch.

Wir beginnen mit einem kleinen Ratespiel:

Das Fleisch eines glücklichen Tieres

Die Lebensgeschichte von Ange:

Hallo! Bääähh! Ich erzähle Euch von mir und ihr müsst erraten, welches Tier ich bin!

Mein Name ist Ange (übersetzt: Engel)!

Ich und meine Artgenossen gehören schon seit langer Zeit zu den Nutz- und Haustieren des Menschen, weil wir Fell, Milch, Fleisch und Horn liefern. Auch in Togo sind wir wichtige Nutztiere, da wir sehr gut klettern und auch auf felsigem Boden ausreichend Nahrung finden. Man muss uns kaum füttern. Wir leben selbstständig und spazieren den ganzen Tag umher. Besonders auf den Müllhalden zwischen Plastiktüten und leeren Getränkedosen finden wir noch so einige Leckerbissen. Aber wir sind vorsichtig, schließlich haben wir große Angst vor Rasierklingen und Glasscherben.

Mein ganzes Leben lang wurde ich in Ruhe gelassen und hatte genug Platz. Ich habe mal gehört, dass es Tiere gibt, die in ganz kleinen Käfigen oder auf engem Raum gehalten werden. Hier in Togo ist das zum Glück unvorstellbar. Wenn ich in den Wald laufen möchte, laufe ich eben in den Wald. Ich weiß doch, dass ich vor der Dunkelheit wieder bei meinem Besitzer sein muss, er gibt mir dann immer seine Essensreste. Regelmäßig habe ich die unasphaltierte rote Straße überquert. Dabei musste ich etwas auf die Motorräder achten, die mit wenig Rücksicht und wild hupend auf mich zurasten. Wenn ich Straßenhunde sah, lief ich um mein Leben. In der Nähe von meinem Besitzer war ich in Sicherheit, er hat immer draußen gesessen und mit einem schweren Stein Messerklingen geschmiedet.

Je größer und dicker ich wurde, desto wertvoller wurde ich auch für meinen Besitzer. Ausgewachsene Vertreter meiner Art werden des Nachts oft angebunden, damit sie nicht geklaut werden. Eines Tages dann band mir mein Herrchen die Beine zusammen und befestigte mich auf dem Gepäckträger seines Motorrads. Diese Fortbewegungsweise war sehr ungewohnt für mich! Aber aufregend war es trotzdem und es gab viel zu sehen, auch wenn mein Kopf etwas schmerzhaft neben dem Reifen herumpendelte. So viele Motorräder! Auf dem bunten Markt von Niamtougou im Norden Togos, wurde ich für stolze 26.000 Francs (etwa 40 Euro) von einem jungen Kommunikationsstudenten gekauft. Mein Besitzer hat mir zur Beruhigung und eventuell auch zum Abschied einen Bund mit frischen Kräutern zu fressen gegeben. Außerdem hat er liebevoll meinen Bart gestreichelt. ‚Ich werde ihn und die Freiheit, die er mir gewährte, sehr vermissen‘, dachte ich, während er mich an meinen neuen Besitzer aushändigte.

Nun wurde ich gefesselt im Kofferraum vom Autotaxi nach Kara transportiert. Ich hatte etwas Angst. Ich wusste ja nicht, was mich erwartete. Aber im Auto war es allemal bequemer und es lief in angenehmer Lautstärke westafrikanischer Reggae. Die Fahrt dauerte lange und ihre Komfortabilität wurde von der schlaglochreichen Staubpiste, auch Straße von Niamtougou nach Kara genannt, geprägt. Zwischendurch wollte ich auf mich aufmerksam machen: “Bäääähhh“. Doch meine Rufe blieben unbeachtet. Aus Verzweiflung und Langeweile begann ich, die frischen Kräuter aus meinem Pansen hochzuwürgen und noch ein weiteres Mal durchzukauen. Sie waren aber leider nicht mehr wirklich frisch.

Mein neuer Besitzer war ebenfalls sehr nett zu mir. Er brachte mich in einen kleinen Hof. Dort ließ er mich frei. Zwar war der Hof von Mauern umgeben, aber gerade groß genug, um herumzulaufen und die leckeren Yams- und Bohnenpflanzen anzuknabbern. Hier wohnte ich ein paar Tage. Der Hund im Hof war schon alt und interessierte sich in keinster Weise für mich.

Irgendwann war dann eine Art Feiertag. Woran ich das erkannt habe? Alle Menschen, die den Hof durchquerten, hatten schöne bunte Kleider und Gewänder an. Sie sahen sehr teuer aus!

So gegen Mittag, als die Sonne fast im Zenit stand, kam mein neuer Besitzer mit einem großen lachenden Anseille-Yovo-Yovo durch das Tor und zog sich im Hof andere, lumpigere Klamotten an. Nun kamen die beiden ruhig auf mich zu und streichelten mich ungewöhnlich ausgiebig. Ich fraß währenddessen noch ein paar Kräuter.

Kurze Zwischenfrage: Na, habt ihr eine Ahnung, was ich für ein Tier bin?

Richtig! Eine prächtige Kuh!

Richtig! Eine prächtige Kuh!

Die beiden sprachen vermutlich über das Fest. Der Einheimische, also mein Besitzer, gab irgendwelche Anweisungen und hatte etwas hinter seinem Rücken versteckt! Ich schluckte schnell mein Kraut hinunter und streckte meinen Hals nach dem nächsten Büschel aus. Hoffentlich binden sie mir nicht wieder die Beine zusammen und laden mich auf ein Motorrad!

Auf einmal hielten sie mich fest und mein Hals begann extrem weh zu tun! Sie hielten mir auch Mund und Augen zu, ich sah also nicht, was sie taten. Ich zappelte, um mich zu befreien, doch ich konnte mich kaum bewegen. Plötzlich wurde alles ganz dunkel und ich hörte auf mich zu wehr…

Wieso schlachtet man Tiere?

Diese Frage stellen sich vermutlich all jene, die auf Fleisch als Nahrungsmittel verzichten, aber auch alle anderen zartbesaiteten Leser meines Blogs! Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen angeekelt reagieren könnten und Unverständnis ausstrahlen. Andererseits erzähle ich hier von einer Praktik, die schon seit tausenden von Jahren (ich habe das genaue Alter der Menschheit nicht im Kopf) in genau diesem Stil durchgeführt wird:

Menschen töten ein artgerecht gehaltenes Tier schnell und ohne lange Qualen, um Fleisch für ein Festessen zu erhalten.

Meiner Meinung nach ist es genau richtig so. Das Tier wurde nicht auf engstem Raum gehalten, wurde nicht nur von einer Maschine geschlachtet, hat selbst in den letzten Lebenssekunden noch etwas Frisches gefressen und dient nicht nur dazu, den täglichen (!) Fleischbedarf einer Industrienation zu decken.

Hier in Togo haben die Menschen in der Regel eine andere Beziehung zu Fleisch. Es ist ein absolutes Luxusgut und nur nach langer Zeit des Sparens zu genießen. Ein Festessen mit Fleisch macht eine Familie stolz. Sie lädt ihre Nachbarn ein und alle essen gemeinsam Fufu mit Soße und ab und an ein Stück Fleisch. Dabei sieht das Fleisch anders aus als bei uns. Es werden nicht nur leckere Kotelettes, Steaks und Muskelmasse gegessen, sondern die ganzen Tiere. Mitsamt der Haut, den Knorpeln, dem Kopf, den kleinen Knochen, den Organen und so weiter. Wichtig ist, dass nichts verloren geht. Wenn etwas für den Menschen ungenießbar sein sollte, wird damit der alte Haushund gefüttert (der übrigens auch früher oder später gegessen wird).

Als die Kinder im Foyer eines Festtages den Hühnchenflügel komplett mit Knochen gegessen hatten, war ich zunächst überrascht. Mittlerweile mache ich es genauso.

Jetzt ist Schnelligkeit gefragt, sonst kommen die Fliegen und als Konsequenz die Maden.

Jetzt ist Schnelligkeit gefragt, sonst kommen die Fliegen und danach die Maden.

Das borstige Fell unserer Kuh haben wir mit trockenen, gut brennenden Gräsern geschmolzen und abgeschabt.

Das borstige Fell unserer Kuh haben wir mit trockenen, gut brennenden Gräsern geschmolzen und mit Macheten abgeschabt. Danach wird das Rind zerteilt und in einem riesigen Kochtopf in Erdnusssoße gekocht.

Leckere Soße

Nun kann man sich noch Fufu und Kaffa als Beilage kaufen oder zubereiten. Das ganze Festmahl genießt man jetzt Zuhause oder auch in einer Bar.

Generell ist es hier üblich, Nahrung von Zuhause oder anderswo in eine Bar oder ein Restaurant mitzubringen. Die Wirte sind froh, wenn sie den Leuten zumindest Bier dazu servieren dürfen. Ebenfalls kann der Kunde den Kellnern Geld in die Hand drücken, damit sie irgendwo am Straßenrand Essen für ihn kaufen. Der Kunde ist hier also wirklich König.

Silvester wird hier erst in am Abend des ersten Januares groß gefeiert. Ich habe diesen Abend mit meinen Kollegen verbracht.

Silvester wird hier erst am Abend des ersten Januares groß gefeiert. Ich habe diesen Abend mit meinen Kollegen verbracht. Nachdem man ein Tier erlegt hat, muss man auch den guten deutschen Jägermeister aus Wolfenbüttel trinken. Natürlich haben wir nicht das ganze Rind an einem Abend gegessen.

Neben dem  Tisch einer Bar aufstehen und gemeinsam tanzen - in Deutschland auch mit Alkohol undenkbar.

Neben dem Tisch einer Bar aufstehen und gemeinsam tanzen – in Deutschland auch mit Alkohol undenkbar.

Lustige Tatsache: Die einzige namhafte Brauerei “Biere Benin Lomé (Brasserie BB Lomé)“ in Togo reduziert während den Festtagen einfach heimlich den Alkoholgehalt im Bier, damit die Leute mehr konsumieren. Geniale Verkaufsstrategie, oder?

À Propos de Danser…

Auch mit meinen Jungs habe ich am Abend vom 31.12. und ebenfalls am Abend vom 01.01. solange getanzt, bis meine Füße schmerzten. Das ging leider viel zu schnell, da ich zurzeit eine Krankheit an Händen und Füßen habe: Dyshidrosis (kann ich nur jedem empfehlen).

Meine Tanzbewegungen sind zwar seltsam, aber nicht mehr so zurückhaltend und schüchtern wie am  Anfang.

Meine Tanzbewegungen sind zwar seltsam, aber nicht mehr so zurückhaltend und schüchtern wie am Anfang.

Wer nicht tanzen will, wird dazu genötigt.

Wer nicht tanzen will, wird dazu genötigt.

Ich lade euch ein – es gibt Katze!

Alle, die zu empfindlich für Togo sind, haben meinen Blog vermutlich schon bei der Schlachtung der Kuh fluchtartig verlassen. Alle Hartgesottenen freuen sich bestimmt über weitere schockierende Bilder, die ihnen nachts den Schlaf rauben.

Unser guter Freund und Nachbar Kibandou, mit dem Cornelia und ich auch schon beim Habiyè-Tanz und im Geburtsort des Präsidenten (Pya) waren, hat innerhalb von zwei Wochen ein Restaurant eröffnet. Tatsächlich hatte er uns vorher folgendes angekündigt:

Wenn die Bank mich nicht einstellt, eröffne ich einfach vor meinem Haus mein eigenes Restaurant. Das war schon immer mein Traum. Seht ihr die Bäume dort? Die habe ich damals gepflanzt – als natürliches Dach für das Restaurant!

Schmunzelnd erwiderten wir Sachen wie: “Ja mach du mal“, “ist ja schnell auf die Beine gestellt, so ein Restaurant“ oder “das gibt es ja noch nicht an jeder Ecke‘‚.

Tatsächlich hatten wir noch nicht verstanden, dass wir hier in Togo sind. Mit ausreichend Geld ist alles möglich. Ein Kredit wurde aufgenommen und ab dann waren von morgens bis abends Arbeiter vor seinem Haus zugange. Unser Kumpel selbst war immer unterwegs, um eine Kühltruhe, Tische, Stühle, Besteck, Gläser und sonstigen nötigen Plunder zu kaufen. Jeden Tag stand eine Mauer mehr. Wie aus dem Nichts hingen Lichterketten und die Wände waren mit schönen traditionellen Zeichnungen bemalt. Hätte ich doch bloß mal jeden Tag ein Foto gemacht. Am letzten Tag wurde sich noch ein Name ausgedacht und Zack! – fertig war das eigene Restaurant “La Joie de Vivre!“. Hygienevorschriften? Was ist das denn?

Nun wurden wir natürlich regelmäßig in sein Restaurant eingeladen. Cornelia war glaube ich ab und an dort, da müsst ihr sie selber fragen. Ich habe aber traurigerweise nie die Zeit gefunden. Als ich mir endlich mal einen Abend während der Feiertage frei nehmen konnte, gab es genialerweise Fleisch! (Welches er uns unangenehmerweise partout schenken wollte.)

Aber nicht irgendein Fleisch, sondern Katze. Diesmal lüge ich nicht, es ist wirklich eine Katze.

Aber nicht irgendein Fleisch, sondern Katze. Diesmal veräppel‘ ich Euch nicht, es ist wirklich eine Katze.

Katze schmeckt sehr gut und ist lange nicht so zäh wie Hund. Hierbei handelte es sich um einen alten Kater, der seine besten Jahre hinter sich hatte. Wenn ihr neugierig geworden seid, so sende ich euch gerne das Rezept zu.

Einfach mal raus – in die Berge!

Ich erzähle von einem Donnerstag. Donnerstags haben Cornelia und ich frei. Zwar hätten wir Ruhe und Schlaf nötig, aber dafür lassen wir uns selbst keine Zeit. An diesem gemeinten Donnerstag sollte es mit einem Freund, der lustigerweise Germanistik studiert hat, in die Berge gehen.

Wir nahmen einen etwa 14-jährigen Jungen, der in den Bergen aufgewachsen war, als Wanderführer mit (Seine Mutter war einverstanden).

Unsere Reise begann nach der Ankunft mit dem Autotaxi im grünen tropischen Wald.

Unsere Reise begann nach der Ankunft mit dem Autotaxi im grünen tropischen Wald. Unser Bergführer war eine echte Gazelle. Zum Glück bin ich ebenfalls geübter Kletterer und Bergsteiger und konnte ohne große Probleme schritthalten.

Oben auf dem Berg war natürlich ein Dorf, in dem wir uns erstmal für eine ausgiebige Rast niedergelassen haben.

Oben, auf dem Gipfel des Berges war natürlich ein Dorf, in dem wir uns erst einmal für eine ausgiebige Rast niedergelassen haben.

In Dörfern wird man hier sehr freundlich empfangen – nicht nur, wenn man weiße Haut hat, sondern generell als Besucher.

Fragt man nach Trinkbarem, so hat man im Nullkommanichts eine Kalebasse mit Tchoukoutou in den Händen (siehe Bild). Fragt man nach Essbarem, so hat man in weniger schnellem Nullkommanichts eine Schüssel Pâte (Maisbrei) mit leckerer Erdnusssoße in den Händen. Am besten fängt man mit Essbarem an, denn man braucht eine gute Grundlage, um den Alkoholgehalt des Tchoukoutous zu verkraften.

Für die Menschen in den Dorfgemeinschaften ist es eine Ehre, auf Nachfrage etwas bieten zu können. Diese eigenen Erzeugnisse sind zu hundert Prozent gratis! Jedoch freuen sich die Dorfmütter natürlich trotzdem über ein kleines Dankeschön in Form von Geld. Zumindest sollte man eine kleine Aufwandsentschädigung leisten.

Der Ausflug war sehr schön. Keiner kann uns besser Kabiyè beibringen als der Deutschstudent Rodrigue!

Der Ausflug war sehr schön. Keiner kann uns besser Kabiyè beibringen, als der Deutschstudent Rodrigue!

Wünscht ihm viel Glück! Er hat sich bei Freunde der Erziehungskunst Rudolph Steiners e.V. (Waldorf) für einen Freiwilligendienst Revers in Deutschland beworben. Falls ich einen Leser meines Blogs habe, der auch gleichzeitig im Incoming-Team des Vereins tätig ist, so empfehle ich diesen jungen Mann mit guten Deutschkenntnissen herzlich!

Übrigens ist er im Foyer Immaculée aufgewachsen, da seine Kindheit sehr schwierig war. Trotz Armut, Problemen und Gewalt hat er es zum Akademiker geschafft! Zurzeit macht er ein Praktikum als Deutschlehrer im Dongoyo-Collège in meiner Nachbarschaft.

Der Peulh und die kleine Raupe Nimmersatt

Erkennt ihr ihn wieder? Es ist der kleine Ayfa* mit einer verdammt dicken Raupe.

Erkennt ihr ihn wieder? Es ist der kleine Ayfa* mit einer verdammt dicken Raupe.

Von Ayfa* (Name geändert) habe ich schon in einem anderen Blogeintrag berichtet.

Ich habe ihn von der Straße gefischt und ihn ins Foyer gebracht. Wie ich prophezeit habe, war seine Zeit im Foyer Ignace und Immaculée bis jetzt sehr schwierig und problematisch für ihn. Sein Sozialverhalten ist nicht immer einfach: Er provoziert die anderen ständig und diese schlagen dann viel zu schnell zu. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für ihn allein wäre wahrscheinlich notwendig, aber nicht umsetzbar. Zwischenzeitlich ist er auch wieder auf die Straße ausgebüchst, wurde aber nach einer Woche gefunden und wollte auch gerne wieder am Foyerleben teilnehmen. Ich war so froh! Was hatte ich ihn während meinen Sillonages in dieser Woche gesucht!

Mittlerweile wissen wir alle, dass er zu dem Volk der Peulh gehört, einem teilweise nomadisch lebenden Hirtenstamm in Richtung der Sahelzone. Seine Haare sind glatt, ganz anders als die der restlichen Jungs. Zudem hat er Ohrlöcher.

Zusammen mit ihm und ein paar anderen Kindern haben wir die besagte dicke Riesenraupe gefunden, die ich jetzt in meinem Zimmer zum Schmetterling aufpeppeln muss.

Zusammen mit ihm und ein paar anderen Kindern haben wir die besagte dicke Riesenraupe gefunden, die ich jetzt in meinem Zimmer zum Schmetterling aufpeppeln muss.

Diese Raupe fraß innerhalb von Minuten Mengen, die Ihr Euch nicht vorstellen könnt. Doch plötzlich war einfach Schluss damit und sie schien mit Nahrung vor dem Gesicht (wenn man das so nennen kann) zu verhungern.

Wir machten uns ernsthaft Sorgen um unseren kleinen Freund.

Als wir die Raupe dann freiließen, um sie nicht in Gefangenschaft sterben zu lassen, bemerkten wir erst, was eigentlich los war.

Als wir die Raupe dann freiließen, um sie nicht in Gefangenschaft sterben zu lassen, bemerkten wir es. Sie war einfach nur müde!

Also gaben wir ihr ein bisschen Erde in ihr Terrarium, in die sie sich nun einbuddeln durfte.

Also gaben wir ihr ein bisschen Erde in ihr Terrarium, in die sie sich nun einbuddeln durfte.

Was hat der kleine Peulh Ayfa nun mit dieser fetten gelben Raupe gemeinsam?

Was hat der kleine Peulh Ayfa mit dieser fetten gelben Raupe gemeinsam?

Die Raupe wird sich nun unter der Erde einen Kokon spinnen und sich langsam, aber sicher zu einem hoffentlich wunderschön bunten Schmetterling verwandeln.

Ähnlich ist es bei Ayfa: Er wird sich an das klar geregelte Foyerleben bei Don Bosco gewöhnen müssen, in die Schule gehen und sich dann Schritt für Schritt von einem verwilderten und kriminellen Straßenkind zu einem gebildeten jungen Mann mit Perspektive für sein späteres Leben entwickeln.

Das wünsche ich ihm so sehr.

Schlusswort

Liebe Leser,

mein Blogeintrag über die Neujahrs-Feiertage endet hiermit. All denen, die sich durch Bilder von toten und lebenden Ziegen, gegrillten Katzen und Würmern gekämpft haben, gratuliere ich! Ihr solltet Togo sobald wie möglich besuchen. Euch erwartet ein fremdartiges Land, reich an Natur und Kultur, von dem wir so viel über unser eigenes Land lernen können.

Ich merke jetzt schon, wie sehr mein Einsatz und die Arbeit hier meine Denkweise verändern. Einige Monate habe ich wohl noch vor mir. Ich bleibe gespannt, was das Land und dessen Leute noch mit mir machen werden – inwiefern sie mich verändern werden.

Blab‘ cι, ich denk an Euch und Ihr an mich!

Euer Frère Timo au Togo.

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