Zu Beginn möchte ich mich einmal für die ganzen Spenden bedanken, die für das Winter-Camp eingegangen sind. Sowohl das Camp für die Jugendlichen als auch für die Kindern war ein voller Erfolg. Es gab es jeden Tag eine warme Mahlzeit für alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Da einige von ihnen auf der Straße oder in der Markthalle leben, ist das leider nicht selbstverständlich für sie. Außerdem gab es kreative, gemeinschaftliche und sportliche Angebote, wie z.B. Fußball spielen, Armbänder basteln und Tanzen, diese Aktionen waren am beliebtesten.

Erster Urlaub

Meinen ersten einwöchigen Urlaub habe ich mit einem Schulfreund aus Deutschland in Kapstadt verbracht.

Den Flug dorthin musste ich allerdings erst einmal allein bewältigen. Ich weiß nicht, wer mehr Angst hatte, ich oder meine Eltern, vor allem meine Mutter. Aber ich kann sagen, die Menschen hier sind alle sehr hilfsbereit. Sie helfen, wo sie können und haben mich, wenn nötig sogar bis zu meinem Uber gebracht. Im Hotel habe ich die erste Nacht allein verbracht und dank des netten Mannes an der Rezeption habe ich sogar ein richtig leckeres MC Donalds-Menü bekommen. Das war ein echtes Highlight.

Ab dem zweiten Tag war ich nicht mehr allein unterwegs. Zu zweit waren wir am Pinguinstrand, am Kap der guten Hoffnung, bei einem Wein-Tasting, auf dem Lion-Hill und bei einer Safari-Tour, zu der wir selbst mit dem Auto hingefahren sind. Selbstverständlich waren wir auch schwimmen und ich habe es ausgekostet mal wieder in einer Stadt und nah an Einkaufsläden zu sein.

Die Safari war richtig gut, wir haben viele Elefanten, Affen, Löwen und Zebras gesehen. So nah – das Erlebnis kann man gar nicht in Worte fassen. Wir sind mit einem großen Auto durch die Wildnis gefahren. Auf der Hälfte der Tour legten wir an einem kleinen Häuschen eine Pause ein, dort konnten wir Wein oder Wasser trinken. An einem anderen Tag sind wir mit einem Guide auf den Lion-Hill gewandert. Zwischendurch gab es immer wieder Pausen, damit wir die Aussicht genießen und er ein bisschen über Land und Leute erzählen konnte. Das war wirklich interessant. Da es eine Abend-Tour war, konnten wir von oben den Sonnenuntergang am Meer beobachten. Die Farben sind unvorstellbar schön.

Des Weiteren nahmen wir an einem Wine-Tasting teil, bei dem wir verschiedene Weingüter besuchen konnten. Es gab unterschiedliche Weine und bei jedem Stopp wurde ein bisschen zu dem Gut, dem Wein und seiner Geschichte erzählt. Als wir nachmittags zurückkamen, mussten wir erstmal eine Runde schlafen, da alles sehr anstrengend war. Am vorletzten Tag haben wir zuerst den Pinguinstrand besucht. Wir haben viele Pinguine gesehen, saßen dort noch ein bisschen am Strand und haben sie beobachtet. Diese Tiere sind in Natur richtig süß. Danach ging es mit einem Guide-Bus zum Kap der guten Hoffnung. Da es ein kleines Missverständnis gab, mussten wir nicht einmal bezahlen. Glück gehabt.  

Weihnachten und Neujahr

An Weihnachten fand kein Oratorium statt. Abends gab es eine Messe, die eigentlich um 17 Uhr stattfinden sollte, aber aufgrund der sambischen „Pünktlichkeit“ fand sie 1 Stunden und 30 Minuten später statt. Getreu dem Motto „Kommst du heut nicht, kommst du morgen“. Daran habe ich mich hier fast schon gewöhnt. Die Messe fing mit einer kleinen Tanzaufführung der jüngeren Kinder an, danach gab es ein Krippenspiel. Dabei waren eher Jugendliche beteiligt. Sie haben die Geschichte von der Volkszählung bis zu der Stelle erzählt, wo Joseph und Maria im Stall angekommen sind. Aber es wurde nicht, wie bei uns üblich, die Geburt von Jesus gezeigt.

Danach gab es im Oratorium für die Animateure ein gemeinsames Abendessen und eine Geburtstagsfeier. Ein paar Freunde und ich sind dann noch durch die Straßen gelaufen und haben ein bisschen gefeiert. Zwischen Weihnachten und Silvester hatten wir dann ein paar Tage frei, wo ich dann die Zeit genutzt habe mir Braids zu machen. Die langen Haare waren erstmal wieder gewöhnungsbedürftig, aber ich habe viele Komplimente bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Auch an Sylvester gab es wieder ein gemeinsames Abendessen. Um Mitternacht hat Father Jospeh dann das nicht mehr so große Feuerwerk gestartet. Da er an den Tagen zuvor schon sehr viel verknallt hat, blieb für Sylvester nicht mehr allzu viel über. Danach bin ich wieder mit ein paar Freunden durch das Dorf umhergezogen. Ich dachte echt, dass mein Heimweh sehr stark wird, vor allem an diesen Tagen, da ich aber so viel unterwegs war, hatte ich gar keine Zeit für Heimweh.

Am 01.01.2026 war ich zum ersten Mal hier bei einem Barbershop und habe gemerkt, dass sie deutlich anders meine Haare schneiden als die Menschen in Deutschland. Der Rasierer wird einfach über den Kopf hin und her bewegt, bis alles kurz ist. Nicht unbedingt schick, aber praktisch. Abends haben wir uns dann noch mit den Leuten aus Lufubu getroffen und gemeinsam Abendebrot gegessen.

Am Freitag treten wir unsere Reise nach Lusaka für das Zwischenseminar an. Kaum zu glauben, das jetzt schon das Zwischenseminar stattfinden soll. Das bedeutet, dass die Hälfte der Zeit, die ich in Sambia bin, schon um ist.

Wir werden erst zwei Tage in Mansa verbringen und von dort aus 14 Stunden mit dem Bus nach Lusaka fahren. Was für ein Graus, denn es gibt keine Toilette an Bord.

In der Großstadt haben wir dann ca. 6 Tage Zwischenseminar, leider findet es nicht mit unserer Organisation Don Bosco statt, sondern mit der Organisation „Brot für die Welt“. Die anderen Don Bosco Volontäre aus Afrika treffen sich in Ghana. Da der Flug von Lusaka aus dorthin so teuer ist, wurde diese Lösung für uns gefunden. Schade. Wir hatten uns sehr auf die anderen gefreut.

Im Anschluss daran fahren wir dann noch eine Woche in den Urlaub, aber vor allem, um zu entspannen und im Pool zu liegen. Darauf freue ich mich sehr.

Ich wünsche Euch allen schöne letzte Wintertage. Ich freue mich immer auch von euch zu hören. Hoffentlich geht es Euch allen ebenso gut wie mir.

Viele Grüße und bis zu meinem nächsten Blog.

Thea