Bolivia Archive - Vamos a Bolivia https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/tag/bolivia/ Teresa in Südamerika Fri, 05 Apr 2024 20:07:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Ein einzigartiges Farbenspektakel https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/07/02/ein-einzigartiges-farbenspektakel/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/07/02/ein-einzigartiges-farbenspektakel/#comments Sun, 02 Jul 2023 11:31:13 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=826 Was mich in Bolivien besonders fasziniert und mich immer wieder zum Staunen bringt, sind die unzähligen verschiedenen Folkloretänze und die unglaubliche Musik. Insgesamt leben in Bolivien 36 indigene Nationen und Völker, die sich in ihrer Kleidung, ihren Bräuchen, Traditionen, Tänzen und Rhythmen unterscheiden. Viele dieser Bräuche, Tänze und Rhythmen haben sich bis heute bewahrt und […]

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Was mich in Bolivien besonders fasziniert und mich immer wieder zum Staunen bringt, sind die unzähligen verschiedenen Folkloretänze und die unglaubliche Musik.

Insgesamt leben in Bolivien 36 indigene Nationen und Völker, die sich in ihrer Kleidung, ihren Bräuchen, Traditionen, Tänzen und Rhythmen unterscheiden. Viele dieser Bräuche, Tänze und Rhythmen haben sich bis heute bewahrt und vor allem die typischen Tänze werden bei folkloristischen Festen gezeigt.

Ein kunterbuntes Farbenspektakel ist dabei garantiert und auch ich durfte schon einige der Folkloretänze Boliviens auf verschiedenen Festen und Veranstaltungen kennenlernen.

Letzte Woche habe ich Yago* und Ecco*, zwei der Jungs meiner Gruppe, auf ein gigantisches Tanzfestival begleitet, bei dem vor allem Folkloretänze getanzt wurden. Ein «coliseo» (= Turnhalle) ganz in der Nähe des Hogars hat sich dafür in eine Festivalhalle verwandelt. Sowohl «colegios» (= Schulen), als auch Tanzschulen, aber auch Senior:innen, die teilweise schon 80 Jahre alt waren, haben voller Freude und mit einer tollen Ausstrahlung ihre Tänze präsentiert.

Die Stimmung war einzigartig ausgelassen und das Publikum hat die Halle mit zahlreichen Luftballons, dröhnenden Tröten, lautstarkem Schreien und einem enormen Applaus zum Beben gebracht. Begeistert von den vielen verschiedenen Tänzen, der tollen Musik (teilweise sogar live) und den buntesten Farben habe ich all die Tänze staunend verfolgt. Als nach 5 Stunden zuschauen um 22 Uhr endlich Yago* und Ecco* mit ihrer Klasse aufgetreten sind, habe ich gemeinsam mit den Familien der anderen Jugendlichen gejubelt und geklatscht, was das Zeug hält.

Saya

Der Tanz, den die beiden getanzt haben, heißt «SAYA», ist ein afrobolivianischer Tanz und kommt aus den Andenländern. Entstanden ist er durch die westafrikanische Bevölkerung, die von den Spaniern während der Kolonialzeit nach Bolivien gebracht wurde und dort als Sklaven zunächst in den Minen und später in den subtropischen Yungas (= Gebiet zwischen Anden und Regenwald) auf Plantagen arbeiten musste. Charakteristisch für die «Saya» ist der durchgängig schnelle und lebendige Trommelrhythmus.

Hier sieht man die Gruppe von Yago* und Ecco* tanzen.

Neben der Saya gibt es noch unendlich viele weitere Tänze, von denen ich euch im folgenden noch drei vorstellen möchte.

Caporales

Der «CAPORALES» geht aus der Saya hervor und ist in den 1970er Jahren in La Paz entstanden. Typisch für diesen Tanz sind die hohen Stiefel mit Schellen, die der Mann zum Tanzen trägt.

Ebenfalls eine Gruppe auf dem Tanzfestival.

Tinku

Der «TINKU» ist ein Tanz mit kämpferischem Charakter und ist vor allem im Norden von Potosí und im Süden Oruros bekannt. Das Wort «Tinku» bedeutet in der Sprache der Quechua «Treffen» oder «Begegnung». Die Kleidung, die bei diesem Tanz getragen wird, ist auffällig bunt und die Helme erinnern dabei an die Helme der spanischen Eroberer.

Dies war am Fest der «María Auxiliadora», das in der Schule der Jungs gefeiert wurde und bei dem viele Klassen Folkloretänze aufgeführt haben.

Tobas

Der «TOBAS» – Tanz soll die Chaco-Indianer repräsentieren. Die leichte Kleidung ist vor allem mit viel Federschmuck versehen und die Männer tragen oft beängstigende Masken. Ein wichtiges Element sind die vielen Sprünge und Drehungen, die diesen Tanz körperlich so anstrengend machen.

Hier waren wir in La Paz im Theater und haben uns eine Vorstellung von verschiedenen Folkloretänzen angeschaut.

Instrumente

Die vielen verschiedenen typischen Instrumente, die für die Folklore-Musik verwendet werden, werden aus verschiedenen Materialien gebaut. Schilfrohr, Bambus, Holz und Fell.

In diesem Video hört man zuerst die «ZAMPOÑA», eine Panflöte, die in vielen verschiedenen Größen existiert und je nach dem einen höheren oder tieferen Klang hat. Später setzt der «CHARANGO» ein, ein Zupfinstrument mit fünf Doppelsaiten. (Aufgenommen habe ich das Video ebenfalls in La Paz.)
Hier kann man vor allem den «GUIRO», eine Art Ratsche hören, den der Mann ganz links spielt. (Aufgeführt hat dies eine Gruppe bei dem Tanzfestival.)

Dies sind nur wenige der vielen unzähligen Folkloretänze und Instrumente, die es hier in Bolivien zu entdecken gibt, aber um euch einen Einblick in die Welt der Tänze und Musik zu geben, ist es sicherlich ausreichend.

¡Hasta pronto!

Teresa

*Die Namen habe ich zum Schutz der Jugendlichen geändert.

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Bolivien – total bunt, vielfältig und einfach beeindruckend https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/07/02/bolivien-total-bunt-vielfaeltig-und-einfach-beeindruckend/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/07/02/bolivien-total-bunt-vielfaeltig-und-einfach-beeindruckend/#comments Sun, 02 Jul 2023 09:31:43 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=811 Fast einen Monat lang haben Hannah und ich uns Urlaub gegönnt, um Bolivien mit all seinen Schönheiten, Facetten und seiner Vielfalt entdecken zu können. Mit den sogenannten «flotas» (= Reisebusse) haben wir uns auf den Weg gemacht und sind auf zahlreichen Routen durch das Land gereist. Die gigantischen Naturphänomene, die unglaubliche Tiervielfalt, die verschiedenen Städte […]

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Fast einen Monat lang haben Hannah und ich uns Urlaub gegönnt, um Bolivien mit all seinen Schönheiten, Facetten und seiner Vielfalt entdecken zu können. Mit den sogenannten «flotas» (= Reisebusse) haben wir uns auf den Weg gemacht und sind auf zahlreichen Routen durch das Land gereist.

Die gigantischen Naturphänomene, die unglaubliche Tiervielfalt, die verschiedenen Städte und Dörfer, all die bunten Farben und die vielen Menschen, die wir auf unserer Reise getroffen haben, haben mich total beeindruckt.

Sucre mit seiner kolonialen Vergangenheit, die sich vor allem in der Architektur des historischen Stadtzentrums zeigte, war unser erstes Ziel.

Danach ging es weiter nach Potosí, wo wir einen Einblick in das schwierige Leben der Bergarbeiter in den Silberminen des «Cerro Rico» gewinnen konnten. Dort hat uns eine ehemalige Minenarbeiterin durchgeführt und uns geschildert, wie hart und gefährlich die Arbeit in den Minen ist. Die Minen sind einsturzgefährdet, die Lungen der Arbeiter werden von der giftigen Luft dort angegriffen und die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei nur 45 (!!!) Jahren. Schon im Jugendalter beginnen die Arbeiter mit diesem Beruf. Unvorstellbar, was die Menschen dort schon seit Jahrhunderten erfahren und leisten müssen, um sich ihr Geld zu verdienen.

Weiß, weißer, Salar de Uyuni

Unendliche Weite, Leere und Stille. So lässt sie sich wahrscheinlich am besten beschreiben, die größte Salzwüste der Welt im Süden Boliviens. Innerhalb von drei Tagen haben wir gemeinsam mit einem Pärchen aus Mexiko, einem Pärchen aus Deutschland und unserem «guía» (= guide) Henry in einem Jeep sowohl die Salzwüste, als auch den angrenzenden Nationalpark mit seinen «lagunas coloradas» (= bunten Seen), Geysiren, heißen Quellen, riesigen Kakteen, Wüsten, Vulkanen, Flamingos und Alpakas erkundet und sind aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. So eine Vielfalt an Naturphänomenen habe ich vorher in meinem Leben noch nie gesehen.

La Paz

Über Nacht ging es weiter nach La Paz. Dort haben wir eine weitere Woche verbracht und uns auf die verschiedensten Abenteuer eingelassen.

Die «death road» (früher mal die gefährlichste Straße der Welt), die von den Anden (4.600 m ü. NN) bis runter in die Yungas (Gebiet zwischen Anden und Regenwald, 1200 m ü. NN) führt, sind wir mit dem Mountainbike runtergerattert. 40 km und über 3000 Höhenmeter ging es den Schotterweg bergab, vorbei an Wasserfällen und durch die wunderschöne Natur. Gestartet sind wir im Schnee, unten hat uns ein feucht-warmes Klima erwartet.

Auch eine Vorstellung im «Teatro Municipal», dem ältesten noch aktiven Theater Südamerikas, haben wir uns nicht entgehen lassen. Im Vordergrund stand der Kulturaustausch zwischen Mexiko und Bolivien. In der ersten Hälfte hat eine mexikanische Gruppe Musik und Tanz präsentiert und in der zweiten Hälfte Bolivien. Die Tänze, die Kostüme und die Musik waren total bunt, vielfältig und einfach beeindruckend und es hat sich sehr gelohnt, dass wir uns diese Vorstellung angeschaut haben. (In meinem Blog über die Folkloretänze Boliviens findet ihr ein paar Videos der Vorstellung.)

Ebenfalls haben wir eine Tour gebucht, um den «Pico Austria» zu besteigen, einen 5.350 m hohen Berg. Einfacher gedacht, als getan. Diese Bergbesteigung war mit das anstrengendste und kräftemäßig herausfordernste, was ich bisher in meinem Leben getan habe. Langsam sind wir den Berg durch den knöchelhohen Schnee hochgestapft, man könnte eher sagen, hochgekrochen, denn nach ca. 5 Schritten waren wir so aus der Puste, dass wir das Bedürfnis nach einer ewig langen Pause hatte. Die Höhe haben wir vorher wohl ein wenig unterschätzt.

Bis ganz oben hin haben wir es dann am Ende auch nicht geschafft, aber die 5.000 m – Grenze zu knacken, hat uns gereicht. Bergab war es um einiges einfacher und wir sind nach 5 Stunden Wanderung wieder gut, aber ganz schön erschöpft unten angekommen.

Der «teleférico» (= Seilbahn) verbindet La Paz, was weiter unten und El Alto, was weiter oben liegt, miteinander und erleichtert den Menschen dort ihren Alltag. Hannah und ich ließen uns bis nach oben zum «El Alto» (= das Hohe) baumeln, um uns einen gigantisch großen Sonntagsmarkt anzuschauen. Von ihm sagt man, er sei der größte Südamerikas. Schon von oben sieht man die ganzen bunten Dächer der unzähligen Stände, die sich durch zig Straßen schlängeln und unendlich lang zu sein scheinen. Bei Nacht hat man vom «teleférico» aus einen wundervollen Blick auf die von all den Lichtern glitzernde Stadt.

Von La Paz aus ging es mit dem Bus weiter zum Titicacasee und dann mit dem Boot auf die «Isla del Sol». Dort haben wir zwei Nächte verbracht, die Stille und Friedlichkeit der kleinen Insel genossen und uns vor allem «Trucha» (= gebratene Forelle), schmecken lassen.

Selva und Pampas

Nachdem wir drei Wochen in der Kälte (nachts teilweise nur 5°C) und auf mindestens 3000 m Höhe ü NN verbracht haben, sind wir schließlich nach Rurrenabaque gefahren, 205 m ü NN und tagsüber Temperaturen bis zu 30°C. Ein kleines Dorf, das an den großen Nationalpark «Madidi» angrenzt. Von dort aus haben wir eine dreitägige Tour durch die «selva» (= Dschungel) und die «pampas» (= flache Flusslandschaft) gemacht.

Eine unglaubliche Pflanzen- und Tiervielfalt, Papageien, Äffchen, Schildkröten, Spinnen, Kaimane, Vögel, Kapiwaras und viele weitere Tiere durften wir aus nächster Nähe beobachten und sind sogar mit rosa Flussdelfinen im Wasser geschwommen.

Mir scheint es unglaublich, fast ein Wunder zu sein, wie viele verschiedene Landschaften sich in einem einzigen Land finden lassen und welch eine Vielfalt wir bestaunen konnten. Auf der einen Seite die gewaltigen Anden mit einer Höhe von bis zu fast 6.500 Metern und auf der anderen Seite das Tiefland mit dem Dschungel und der großen Tiervielfalt. Gefühlt sind es ganz viele verschiedene Welten gewesen, die wir in den drei Wochen unserer Reise kennenlernen durften.

Viel zu schnell war unsere Reise vorbei und wir waren wieder zurück in Santa Cruz. Aber auch wenn unsere Tour unglaublich schön war und wir uns in dieses wunderschöne Land noch einmal neu verlieben durften, war ich mindestens genau so froh, zurück ins Hogar zu kommen, all die Jungs dort wiederzusehen und zu merken, wie viel Spaß und Freude mir die Arbeit und das Zusammensein mit ihnen dort bereitet.

¡Hasta pronto!

Teresa

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Aleluya, aleluya! https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/05/05/aleluya-aleluya/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/05/05/aleluya-aleluya/#comments Fri, 05 May 2023 19:27:14 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=698 Die Karwoche und Ostern mit dem ganzen Proyecto Don Bosco zu feiern war ein sehr besonderes Erlebnis für mich und so viele Dinge haben mich richtig zum Strahlen gebracht. Genau davon möchte ich euch im folgenden Beitrag nun ein bisschen was erzählen. Palmsonntag Alles fing hier mit dem Palmsonntag an, eine Woche vor Ostern. Vor […]

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Die Karwoche und Ostern mit dem ganzen Proyecto Don Bosco zu feiern war ein sehr besonderes Erlebnis für mich und so viele Dinge haben mich richtig zum Strahlen gebracht. Genau davon möchte ich euch im folgenden Beitrag nun ein bisschen was erzählen.

Palmsonntag

Alles fing hier mit dem Palmsonntag an, eine Woche vor Ostern. Vor der Messe hat jedes Kind seinen eigenen echten Palmzweig bekommen und wir haben eine Prozession mit Gesang bis hin zur Kirche gemacht. Während der Messe haben viele der Kinder und Jugendlichen ihre Palmzweige zu Kreuzen, Herzen und anderen Formen geflochten. Einige Palmzweige haben sie bis in ihre Schlafräume begleitet, wo sie ans Bett gesteckt teilweise bis heute immer noch einen Platz haben.

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag haben die Ostertage dann im engeren Sinne begonnen. Abends haben wir in der Kirche gemeinsam das “Letzte Abendmahl” gefeiert und einigen Kindern und Jugendlichen wurden symbolisch die Füße gewaschen. Später sind wir noch mal zur Anbetung des Allerheiligsten in die Kirche zurückgekehrt und haben zusammen einige Lieder gesungen. Die Stimmung in der Messe und bei der Anbetung war sehr besinnlich und besonders, da es im Vergleich zu den sonstigen Gottesdiensten sehr ruhig und andächtig war.

Karfreitag

Karfreitag war ein sehr beeindruckender Tag für mich, da hier der Kreuzweg Jesu lebendig von den Jungen und Mädchen des Projekts nachgespielt wurde. So sind wir alle gemeinsam durch die Straßen gezogen. Jesus, verkörpert von einem der Educadores, mit dem großen, schweren Holzkreuz und einer echten Donenkrone auf dem Kopf, wurde am Ende vor der Kirche “gekreuzigt”. Die Jugendlichen haben den Leidensweg Jesu mit viel Engagement dargestellt und so konnten sich alle bildlich vorstellen, was damals in Jerusalem geschehen ist. Auch am Straßenrand standen immer wieder einige Menschen, die sich den Kreuzweg angesehen und auch mitgebetet haben. Für die einzelnen Stationen haben wir bei verschiedenen Familien vor ihren Häusern gehalten, die jeweils einen mit Blumen und Kreuz geschmückten Tisch vorbereitet hatten.

In der Kirche konnte jedes Kind bei der Kreuzanbetung einen kleinen Moment vorne am Kreuz stehen, es berühren, küssen oder auch einfach nur anschauen.

Abends haben wir Volos uns gemeinsam ein Theaterstück unter freiem Himmel in der Nähe des sogenannten “Cristo” (eine große Christus-Statue mitten in der Stadt) angeschaut, in dem die Kreuzigung Jesu sehr beeindruckend und real dargestellt wurde. Für mich war es ein richtiger Gänsehautmoment.

Karsamstag

Karsamstag haben wir nachmittags mit den Jungs kleine Osterhasen aus Hefeteig gebacken und Eier gefärbt. Um 19 Uhr hat die Osternacht mit einem Osterfeuer begonnen, an dem die Osterkerze entzündet wurde. Auch die Mädchen und Jungen haben alle ihre kleinen Laternen zum Leuchten gebracht, die wir in den Tagen vorher gebastelt haben. Während der Prozession durch die Straßen sind die vielen kleinen Lichter richtig zur Geltung gekommen und haben später die gesamte Kirche erhellt.

Die Messe haben wir mit viel Klatschen und Tanz sehr fröhlich gefeiert. Am Ende gab es einen riesigen Applaus und Jubel, weil Jesus auferstanden ist. Ich glaube so eine fröhliche Osternacht habe ich zuvor noch nie erlebt.

Feliz Pascua

Am Ostersonntag gab es zum Frühstück für jedes Kind einen gebackenen Hasen und ein gefärbtes Ei, die mit großer Freude verzehrt wurden. Der restliche Tag war ähnlich wie an Weihnachten mit einer gemeinsamen Messe, vielen Spielen, einem Basar und einem leckeren Mittagessen gefüllt.

Wie im Flug ist die Osterwoche an mir vorbeigezogen und ich bin so glücklich sie im Hogar mit all den Kindern und Jugendlichen verbracht haben zu dürfen. Jeden Tag aufs Neue merke ich, wie sehr mich die Arbeit mit den Jungs erfüllt und wie froh ich bin, dieses Jahr hier in Bolivien erleben zu dürfen.

¡Hasta pronto!

Teresa

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Wie schnell die Zeit vergeht https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/04/06/wie-schnell-die-zeit-vergeht/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/04/06/wie-schnell-die-zeit-vergeht/#comments Thu, 06 Apr 2023 08:59:15 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=682 Ich kann es selber noch gar nicht ganz glauben, aber mittlerweile ist nun schon über die Hälfte meines Freiwilligendienstes vergangen und vom Gefühl her neigt sich mein Jahr hier in Bolivien schon dem Ende zu, obwohl ich noch knapp fünf Monate habe. Da mein letzter Beitrag jetzt nun wirklich weit zurück liegt, möchte ich euch […]

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Ich kann es selber noch gar nicht ganz glauben, aber mittlerweile ist nun schon über die Hälfte meines Freiwilligendienstes vergangen und vom Gefühl her neigt sich mein Jahr hier in Bolivien schon dem Ende zu, obwohl ich noch knapp fünf Monate habe. Da mein letzter Beitrag jetzt nun wirklich weit zurück liegt, möchte ich euch einen kleinen Überblick über die letzten drei Monate geben und kurz erzählen, was alles passiert ist.

Januar

Mitte Januar sind alle Jungs, die während den Ferien bei ihren Familien waren, wieder ins Hogar zurückgekehrt, was wirklich schön, aber auch anstrengend war, denn die Zahl der Jungs hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt und man musste sich erst einmal wieder an das volle Hogar gewöhnen.

Da wir es vor Weihnachten nicht mehr geschafft haben, Plätzchen zu backen, haben wir dies im Januar nachgeholt. Zwei Vormittage lang haben wir fleißig Teig geknetet, ausgestochen, gebacken, verziert und zwischendurch auch mal genascht. Am Ende hatten wir mehr als 300 Plätzchen, die zur «merienda» am Nachmittag verteilt wurden.

Zwischenseminar und erster Urlaub

Ende Januar ging es für uns das erste Mal auf Reise, und zwar nach Cochabamba. Dort haben wir uns mit den anderen vier Freiwilligen aus Argentinien und Kolumbien zum Zwischenseminar getroffen und sechs wirklich schöne Tage miteinander verbracht. Wir haben unsere bisherigen Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert, die anderen Projekte und Kulturen kennengelernt, auch über Schwierigkeiten gesprochen und bis spät in die Nacht Werwolf gespielt.

Nach dem Zwischenseminar sind wir noch drei Tage in ein kleines Dorf gefahren, das in der Nähe des gleichnamigen Nationalparks «Torotoro» auf einer Höhe von 2700m liegt und haben dort unseren ersten Urlaub verbracht. Zwei Tage lang haben wir den Nationalpark mit all seinen verschiedenen Facetten erkundet und die atemberaubende Natur genossen.

Februar

Zum Beginn des neuen Schuljahrs Anfang Februar wurden die Gruppen im Hogar neu organisiert und es kehrte wieder mehr Ruhe ein. Acht der Jungs aus meiner Gruppe sind ins «Barrio Juvenil» gewechselt, beenden dort nun ihre Schullaufbahn und machen eine Berufsausbildung. Einige der jüngeren Jungs sind in die Gruppe der Größeren aufgestiegen und es sind ein paar neue Jungs ins Hogar eingezogen.

Kurz vor Karneval hat mich das Dengue-Fieber erwischt, eine Tropenkrankheit, die von Mücken übertragen wird und schon viele Jungs im Hogar getroffen hatte. Es war also nur eine Frage der Zeit bis wir es bekommen sollten. Mit 39,5 °C Fieber, Durchfall und starken Kopfschmerzen lag ich einige Tage lang im Bett. Sofia, die zur gleichen Zeit erkrankt war, hat mir Gesellschaft geleistet und die Ärztin des Hogars hat gut für uns gesorgt. Passend zu Rosenmontag war ich wieder gesund und konnte zum Glück noch ein bisschen was vom Karneval hier in Santa Cruz erleben.

Carnaval

Genau wie bei uns in Deutschland, wird auch hier in Santa Cruz «carnaval» gefeiert. Der große Unterschied ist allerdings, dass hier anstatt von Kamelle Wasserbomben, Schaum und Farbe geworfen werden.

Rosenmontag kamen die vier Hogars des Projekts zu Besuch. Jede Gruppe hat eine Königin oder einen König ausgewählt und sich in einem kleinen Karnevalsumzug und Tanz vor der Jury präsentiert.

Nach dem Mittagessen hat eine riesige Wasserschlacht begonnen. Alle haben sich gegenseitig mit Wasserbomben beworfen und mit Schaum vollgespritzt. Es hat riesigen Spaß gemacht und wir haben uns richtig ausgetobt.

Am Dienstag ging die Wasserschlacht direkt nach dem Frühstück weiter. Zuerst wurde ich nur mit Wasserbomben attackiert, später folgten mehrere bis oben gefüllte Wassereimer und am Ende noch der Gartenschlauch. Den Jungs hat es riesigen Spaß gemacht, mich nass zu spritzen. Zum Glück war es hier an Karneval im Gegensatz zu Deutschland richtig heiß und das Wasser eine angenehme Abkühlung.

Nachmittags sind wir mit den Jungs durch die Straßen gezogen, um auch andere Gruppen mit Wasserbomben abzuwerfen. Eine Gruppe hat uns mit Farbe vollgespritzt, sodass wir am Ende nicht nur plitschnass, sondern zusätzlich auch noch lila eingefärbt zurückgekommen sind. Mein T-Shirt trägt die Spuren von Karneval immer noch an sich, in meinem Gesicht konnte ich die Farbe glücklicherweise mit schrubben und viel Seife abwaschen.

April

Jetzt ist schon Anfang April und in ein paar Tagen Ostern. Im Hogar wird schon alles fleißig vorbereitet und ich bin schon ganz gespannt, wie genau wir die Ostertage feiern werden. Dazu erzähle ich dann aber mehr im nächsten Blogeintrag.

!Hasta pronto!

Teresa

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Feliz Navidad https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/02/24/feliz-navidad/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2023/02/24/feliz-navidad/#respond Fri, 24 Feb 2023 13:22:52 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=634 Feliz Navidad Feliz Navidad Feliz Navidad, próspero año y felicidad. I wanna wish you a merry christmas I wanna wish you a merry christmas I wanna wish you a merry christmas From the bottom of my heart José Feliciano Weihnachten ist jetzt zwar nun schon mehr als zwei Monate her, aber ich möchte euch trotzdem […]

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Feliz Navidad

Feliz Navidad

Feliz Navidad, próspero año y felicidad.

I wanna wish you a merry christmas

I wanna wish you a merry christmas

I wanna wish you a merry christmas

From the bottom of my heart

José Feliciano

Weihnachten ist jetzt zwar nun schon mehr als zwei Monate her, aber ich möchte euch trotzdem noch einen kleinen Einblick in das für mich dieses Jahr doch etwas andere Weihnachtsfest hier in Bolivien geben.

Adventszeit

Dadurch, dass wir im Dezember zwei Wochen im «Campamento» waren, ist die restliche Adventszeit hier im Hogar sehr schnell verflogen. Wir haben dort mit den Jungs Weihnachtslieder eingeübt und uns so schon ein wenig für Weihnachten eingestimmt.

In den Tagen kurz vor Weihnachten waren die Jungs auf verschiedenen Weihnachtsfeiern mit anderen Hogars eingeladen und haben dort ganz viele Süßigkeiten geschenkt bekommen. Wir bei uns in der WG haben unser kleines Weihnachtsbäumchen aufgestellt und die Tage vor Weihnachten versucht, uns irgendwie auf Weihnachten einzustimmen, denn bei einer Temperatur von mehr als 30 Grad hatten wir nicht das Gefühl, dass Weihnachten vor der Türe steht.

24. Dezember

Den ganzen Nachmittag lang haben wir mit den Jungs das gesamte Hogar geputzt und alles vorbereitet. Abends haben wir gemeinsam mit allen Einrichtungen des Proyecto Don Bosco die heilige Messe gefeiert. Die ganze Kirche war mit bunt blinkenden und singenden Lichterketten geschmückt und alle Menschen haben laut geklatscht und getanzt. Sogar bei dem sonst in Deutschland doch eher besinnlichen «Stille Nacht» hat das Schlagzeug den Ton angegeben. Ich war gemeinsam mit zwei Educadores, einem Jungen des Hogars und Lukas, meinem Mitvoluntär, für die Musik verantwortlich und wir haben schon einige Tage vorher geprobt, was wirklich viel Spaß gemacht hat.

Nach der heiligen Messe gab es ein großes Weihnachtsessen mit allen Einrichtungen des Projekts im Hogar Don Bosco, eine Tombola und wir Voluntär:innen haben deutsche Weihnachtslieder gesungen. Um Mitternacht haben die Menschen an vielen Orten von Santa Cruz Feuerwerke entzündet.

25. Dezember

Der Tag startete für alle mit einer heiligen Messe und war mit vielen Aktivitäten gefüllt: es gab verschiedenste Spiele, einen Basar, ein gemeinsames Mittagessen mit Torte als Nachtisch, wir sind im Freibad schwimmen gegangen und haben am späten Nachmittag zusammen Fußball, Volleyball und Basketball gespielt.

26. Dezember

Am 26. Dezember haben wir Voluntär:innen noch ein bisschen Weihnachten gefeiert, denn an diesem Tag hatten wir frei. So haben wir den ganzen Nachmittag aufwendig gekocht, unser Wohnzimmer weihnachtlich dekoriert, Kerzen aufgestellt, uns alle schick gemacht und deutsche Weihnachtslieder gehört. Am Abend haben wir dann gemeinsam mit unserer Mitvoluntärin aus Ecuador unser zubereitetes Essen genossen und eine wirklich schöne Zeit miteinander verbracht.

Bis bald!

Teresa

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Campamento 2022 – Auf ins Abenteuer! https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/12/30/campamento-2022-auf-ins-abenteuer/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/12/30/campamento-2022-auf-ins-abenteuer/#comments Fri, 30 Dec 2022 18:46:10 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=492 Am Abend des 04.12. sollte es nun also endlich losgehen ins schon soo lang ersehnte «campamento» (= Ferienlager). «La flota viene» (= Der Reisebus kommt) Viele der Jungs haben mir schon Tage vorher erzählt, dass wir mit einem «flota» ins Campamento fahren werden, aber was genau das ist, wusste ich erst, als der Reisebus auf […]

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Am Abend des 04.12. sollte es nun also endlich losgehen ins schon soo lang ersehnte «campamento» (= Ferienlager).

«La flota viene» (= Der Reisebus kommt)

Viele der Jungs haben mir schon Tage vorher erzählt, dass wir mit einem «flota» ins Campamento fahren werden, aber was genau das ist, wusste ich erst, als der Reisebus auf das Gelände des Hogars gefahren kam. Wir haben das gesamte Gepäck eingeladen und da kam für zwei Wochen schon so einiges zusammen.

Natürlich ganz viele Lebensmittel, Shampoo und Klopapier, aber auch Kochtöpfe, einen Gasherd, «bolsas negras» (= schwarze Tüten) mit der Kleidung der Jungs, zwei Decken für jeden Jungen (uns wurde vorher schon gesagt, dass es dort in der Nacht sehr kalt wird … und ja, das war es auch, teilweise waren es nachts nur 10°C, was wir so bisher aus Santa Cruz noch nicht kannten), einige Matratzen und sogar eine Gefriertruhe hat Platz im Bus gefunden. Die vier Gasflaschen wurden am Ende aufs Dach geschnürt, da unten im Bus kein Platz mehr war.

Und los geht´s

Nachdem alles gut verstaut war, sind wir alle in den Bus eingestiegen, haben noch einmal aus dem Fenster gewunken und dann ging es für uns auf ins Abenteuer.

Nach guten sechs Stunden kurviger und ruckeliger Fahrt sind wir mitten in der Nacht in «Postrervalle», einem kleinem Dorf 180 km südwestlich von Santa Cruz, angekommen. Da wir den Schlüssel vom «dormitorio» (= Schlafsaal) noch nicht hatten, haben wir die erste Nacht alle auf dem Boden geschlafen. Ganz dick in Decken eingewickelt, da es wirklich kalt war.

Natur und Stille

Am nächsten Morgen wurden wir nach nur drei Stunden Schlaf schon um 6 Uhr geweckt. Alle noch etwas müde, sind wir aus unserem Zimmer gestolpert und waren erst einmal überwältigt von der wunderschönen Landschaft und der Ruhe. Wir waren mitten in der Natur angekommen. Rund herum nur Berge und Wiesen, ganz anders als in der sonst so großen, bunten und lauten Stadt.

Zwei Wochen voller Erlebnisse

In den folgenden zwei Wochen haben wir so einiges erlebt. Mit Worten lässt sich das jedoch alles auch nicht nur halb so gut beschreiben, wie mit Bildern. Deswegen ganz viel Spaß beim Anschauen und Durchstöbern…

Berge, Berge … und noch mehr Berge

«Juegos» (= Spiele)

«Pescar» (= angeln)

Die Wasserfälle «La pajcha»

«fogata» und «muchas estrellas»

Am Ende saßen wir noch mit ein paar der Jungs bis 2 Uhr nachts draußen am Feuer, haben gesungen, sind ums Feuer getanzt und haben uns gegenseitig Geschichten erzählt.

«Feliz cumpleaños»

Mein Geburtstag im Campamento war ein total schöner Tag. Um 12 Uhr in der Nacht haben mich meine Mitvolos, einige der Jungs und die zwei Educadores mit einem Geburtstagslied und Luftballons geweckt. Nachmittags haben wir den riesigen Geburtstagskuchen, den mir meine Mitvolos heimlich gebacken hatten, zur Merienda geteilt und wie man auf dem Bild erkennen kann, gab es noch eine kleine Überraschung für mich. Abends haben wir alle gemeinsam im Dorf eine Messe gefeiert und danach am Lagerfeuer Stockbrot, Marshmallows und Würstchen gegrillt.

Pizza und typisch deutsches Essen

Um für ca. 50 Personen Kaiserschmarrn zuzubereiten, benötigt man schon so einiges an Teig. Wir haben 160 Eier gekauft und da wir keinen Schneebesen oder Mixer hatten, haben wir das Eiweiß mit Gabeln steif geschlagen. Hat ganz schön lange gedauert, aber funktioniert. Auch wenn die Jungs am Anfang sehr skeptisch waren und immer wieder nachgefragt haben, was genau wir da machen, hat es ihnen am Ende doch lecker geschmeckt und sie sind alle satt geworden.

Wanderung auf einen Berg

Und noch vieles mehr…

Wie man hoffentlich erkennen kann, war das Campamento eine total schöne, intensive und verrückte Zeit und wir hatten zusammen viel Spaß. So viele kleine Momente und Augenblicke haben mich zum Lachen, Lächeln und einfach glücklich sein gebracht.

Dadurch, dass wir gemeinsam 14 Tage lang 24 Stunden am Tag zusammen verbracht haben, konnten wir jeden einzelnen noch einmal ganz anders und viel besser kennenlernen. Und auch wenn es mal ein paar Tage gab, an denen es nicht ganz so lief, wie wir es vorher geplant hatten, waren es insgesamt zwei tolle Wochen, die ich nie wieder vergessen werde. Auf jeden Fall eins meiner bisher allerschönsten Erlebnisse mit den Jungs hier in Bolivien.

Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Santa Cruz…

Viel zu schnell ist die Zeit vorbeigegangen und am liebsten wäre ich einfach noch länger dort geblieben.

!Hasta pronto!

Teresa

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Endlich Wochenende?! https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/12/03/endlich-wochenende/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/12/03/endlich-wochenende/#comments Sat, 03 Dec 2022 11:13:11 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=387 Allerdings nicht für uns Voluntär:innen, denn wir arbeiten auch am Samstag und Sonntag. Und wie bereits schon im letzten Beitrag angekündigt sehen diese Tage immer ein bisschen anders aus als die Tage unter der Woche, aber nun der Reihe nach. Unseren Freitag verbringen wir entweder mit einem Ausflug, besuchen einen der vielen Parks bei uns […]

Der Beitrag Endlich Wochenende?! erschien zuerst auf Vamos a Bolivia.

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Allerdings nicht für uns Voluntär:innen, denn wir arbeiten auch am Samstag und Sonntag. Und wie bereits schon im letzten Beitrag angekündigt sehen diese Tage immer ein bisschen anders aus als die Tage unter der Woche, aber nun der Reihe nach.

Unseren Freitag verbringen wir entweder mit einem Ausflug, besuchen einen der vielen Parks bei uns in der Nähe, genießen die Abkühlung im Schwimmbad oder bleiben einfach mal zu Hause und backen oder kochen etwas Leckeres.

Am Samstag…

… beginnt für die Jungs im Hogar das Wochenende. Wir Voluntär:innen sind an diesem Tag nicht in eine Morgen- und Nachmittagsschicht unterteilt, sondern machen uns zu viert gemeinsam um 14 Uhr auf den Weg ins Hogar.

Dort angekommen erledigen die Jungs fleißig ihre «oficios» (= Aufräumarbeiten) und sammeln Müll ein, fegen den Boden, putzen die Bäder oder graben den Kompost um.

Wenn es um 15 Uhr klingelt und sie sich endlich fürs «piscina» (= Schwimmbad) umziehen können, hebt sich auch die allgemeine Laune wieder und sie machen sich mit Vorfreude auf den Weg dorthin.

Plitsch Platsch

Nun startet eine Stunde voller Rumtoben, Geschreie und Wasserschlucken. Während sich die Kleinen an mir festklammern, spritzen mich fünf andere Jungs von allen Seiten gleichzeitig nass. Manchmal spielen wir auch Wasserball oder veranstalten ein Wettschwimmen oder Wetttauchen. Wenn die Jungs dann die Luft länger anhalten können als ich oder den Tauchring vor mir geschnappt bekommen, freuen sie sich immer besonders.

Nach einer Stunde, die immer viel zu schnell vorbeigeht, rufen wir alle Kinder aus dem Wasser und machen uns wieder auf den Rückweg.

Da ich leider nur Bilder vom Schwimmen habe, wo man die Jungs mit Gesichtern sieht, kann ich hier in diesem Blog zum Schutz der Kinder und Jugendlichen keins vom Samstag einfügen. Ich hoffe, dass ihr euch trotzdem ein Bild davon machen könnt, wie viel Spaß es macht, mit den Jungs zu plantschen und im Wasser zu spielen.

Im Hogar…

… wird danach fast immer Fußball gespielt. Entweder spiele ich mit, schaukel die Kleinen an oder plauder mit einem oder mehreren der Jungs.

Um 18:30 Uhr versammeln sich die mittleren und großen Jungs zum «Rosario» (= Rosenkranz), den wir jeden Samstag draußen beten. Zum Glück konnte ich das «Ave Maria» (Gegrüßet seist du Maria) und «Padre Nuestro» (Vater unser) nach drei oder vier Wochen auch fast auswendig. Denn wenn alle um einen herum beten und man nicht so wirklich mitsprechen kann, kommt man sich ganz schön verloren vor. Zwischendurch singen wir immer mal wieder ein Marienlied, das von einem Educador auf der Gitarre begleitet wird.

Nach einer halben Stunde Rosenkranz klingelt es zum Abendessen und die Jungs gehen direkt danach in die Dusche. Samstags und sonntags machen wir abends nämlich kein Sport, sondern schauen einen Film im «teatro» (= Theater). Von Anime und Zeichentrick, über Action- und Horrorfilme bis hin zu Bollywood habe ich hier schon so einiges kennengelernt.

Entweder setze ich mich dazu und einer oder mehrere der kleineren Jungs kuscheln sich auf meinen Schoß oder ich bleibe draußen, übe mit einem Educador die Marienlieder auf der Gitarre (hoffentlich kann ich sie bald auch spielen!) oder unterhalte mich mit einigen der Jungs, die noch ihre Wäsche waschen müssen.

Um ca. 21 Uhr, meistens etwas später, ist der Samstag für uns dann vorbei und wir verlassen gemeinsam das Hogar.

Am Sonntag…

…schließe ich um kurz vor neun Uhr unsere Haustür, um mich auf den Weg zur «misa» (= heilige Messe) in der Kirche direkt nebenan zu machen.

Kurz nachdem ich mir einen Platz gesucht habe, beginnt die Messe meistens auch schon. Der Ablauf ist der gleiche wie in Deutschland, aber vor allem die Musik ist hier viel lebendiger und gefällt mir besonders gut.

Anstatt die Lieder aus dem Liederbuch mitzusingen, wird der Liedtext mit einem Beamer an die Wand übertragen oder es wird auswendig gesungen, damit die Hände zum Klatschen und Tanzen frei sind. Auch gibt es hier keine Orgel, sondern eine Band, bestehend aus Educadores und Kindern des Hogars. Wenn dann alle Jungs bei ihren liebsten Liedern aus voller Kraft mitsingen und klatschen, wird mir jedes Mal ganz warm ums Herz.

Spiel, Spaß und «descanso» (= ausruhen)

Da Sonntag der freie Tag der Jungs ist, machen wir nachmittags oft einen Ausflug in einen der nahegelegenen Parks. Dort spielen die Jungs Fußball, versuchen die Mangos von den Bäumen runterzuholen oder entspannen sich einfach. Manchmal gehen wir auch ins Zentrum von Santa Cruz, an den Fluss oder bleiben im Hogar und spielen Fußball oder machen andersweitig Sport. Das ist jeden Sonntag unterschiedlich.

Fiesta

Vorletzen Sonntag haben wir die Taufe und Kommunion von einigen der Jungs gefeiert, auf die sie sich die Wochen vorher vorbereitet haben.

Und letzten Sonntag wurden 10 der Jugendlichen aus meiner Gruppe gefirmt. Für beide Sonntage wurde die Kirche besonders geschmückt und die Jungs haben sich alle schick gemacht.

Ein weiteres Highlight der letzten Woche war die Hochzeit eines Educadors des Hogars, zu der das gesamte Hogar Don Bosco und Mano Amiga (ein anderes Heim, auch vom Proyecto Don Bosco) eingeladen war. Nach der Trauung wurde im Hogar gefeiert. Es gab ein besonderes Mittagessen, leckere Torte, der Brautstrauß wurde geworfen und wir haben getanzt. Für ganz viele der Jungs war es die allererste Hochzeit in ihrem Leben, auf der sie eingeladen waren und sie haben diesen Tag sehr genossen.

Vacaciones

Am Montag haben hier in Bolivien für die Schüler:innen ihre 2-monatigen Sommerferien angefangen und einige der Jungs aus dem Hogar wurden am Montag von ihren Familien abgeholt. Dort bleiben sie nun entweder zwei oder drei Wochen oder sogar die gesamten Ferien.

Mit den anderen Jungs fahren wir morgen Abend für zwei Wochen ins «campamento» (= Ferienlager) in ein Dorf ca. sieben Stunden von Santa Cruz entfernt. Gerade sind wir alles am vorbereiten und am planen, schreiben Packlisten und überlegen uns Spiele und Aktionen für die Jungs. Auf Spanisch ist das Ganze dann doch noch mal eine etwas größere Herausforderung, aber wir freuen uns schon sehr darauf, eine schöne Zeit mit den Jungs verbringen zu können.

Bis ganz bald!

Teresa

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Und schon wieder ist ein Tag vorbei https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/11/03/und-schon-wieder-ist-ein-tag-vorbei/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/11/03/und-schon-wieder-ist-ein-tag-vorbei/#comments Thu, 03 Nov 2022 10:17:43 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=163 Das Klima, die neue Sprache, der Verkehr, das Essen, die riesigen Märkte, die Micro-Busse, das frühe Dunkelwerden, meine Arbeitszeiten, der nächtliche Lärm auf den Straßen und und und … all das war am Anfang neu für mich und ich war abends total überwältigt von den vielen Eindrücken. Mittlerweile bin ich aber nun schon seit ganz […]

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Das Klima, die neue Sprache, der Verkehr, das Essen, die riesigen Märkte, die Micro-Busse, das frühe Dunkelwerden, meine Arbeitszeiten, der nächtliche Lärm auf den Straßen und und und … all das war am Anfang neu für mich und ich war abends total überwältigt von den vielen Eindrücken. Mittlerweile bin ich aber nun schon seit ganz genau sieben Wochen hier in Santa Cruz in Bolivien und die zunächst fremde, unbekannte Stadt mit all ihren Gerüchen, Geräuschen und Farben wird für mich immer mehr zu einem vertrauten Ort.

So langsam spüre ich, wie sich der Alltag einpendelt und sich immer mehr zu einer Routine entwickelt, was jedoch nicht bedeutet, dass es deswegen jetzt langweilig ist. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken, zu erfahren, zu lernen und immer noch ganz viele Momente des Staunens.

Día a día (Tag für Tag)

Damit ihr euch ein ungefähres Bild von meinem Tagesablauf hier in Bolivien machen könnt, möchte ich euch in diesem Blogeintrag nun einmal von morgens bis abends durch meinen «typischen Arbeitstag» mitnehmen. Es fällt mir gar nicht so leicht alles, was ich hier erlebe in Worte zu fassen, aber mit vielen Fotos und einigen Erklärungen könnt ihr euch hoffentlich nach dem Lesen dieses Beitrags vorstellen, wie ich meinen Tag unter der Woche verbringe.

Zunächst ein paar Worte zu unserer Wohnsituation. Gemeinsam mit meinen sechs Mitfreiwilligen lebe ich auf einem hoch-ummauerten Gelände. In der Mitte ein Haus mit Küche, Wohnzimmer, oben Schlafzimmer und ein Balkon. Direkt daneben Bungalows, die wir uns jeweils zu zweit teilen. In jedem befinden sich zwei Betten, ein Schrank, ein Tisch und ein Badezimmer. Ich wohne zusammen mit Sofia in einem dieser sogennanten «cuartos» (= Zimmer).

Sechs Tage die Woche arbeite ich im Hogar Don Bosco. «Hogar» ist Spanisch und bedeutet übersetzt «Heim» oder «Zuhause». Dabei begleite ich die Comunidad «Carlo Acutis», die Gruppe der ältesten Jungs, jeden Tag von 14 bis 21 Uhr gemeinsam mit zwei «Educadores» (= Erzieher:innen) durch ihren Tag. Die Gruppe besteht aus ca. 30 «chicos» (= Jungs) im Alter zwischen 12 und 18 Jahren (mehr zu dem Projekt und den verschiedenen Don-Bosco-Einrichtungen in Santa Cruz findet ihr hier).

Los geht´s!

Nachdem ich meinen Wecker, der mich jeden Morgen um 7:55 Uhr aus meinem Schlaf reißt (ich habe mir vorgenommen, jetzt immer um diese Zeit aufzustehen, nachdem ich die ersten Wochen eher länger geschlafen und gemerkt habe, dass mir die Routine fehlt), ausgestellt habe, beginne ich den Tag meistens mit einer Runde Sport, springe danach zur Abkühlung unter die kalte Dusche und bereite mir ein leckeres Frühstück zu (Haferflocken mit frischem Obst).

Im Anschluss daran habe ich Zeit, Dinge wie Wäsche waschen, aufräumen, Blog oder Tagebuch schreiben, auf dem Markt einkaufen und was sonst so ansteht, zu erledigen. Manchmal mache ich aber auch einen kleinen Ausflug ins Zentrum, telefoniere mit meiner Familie und Freund:innen oder genieße den freien Morgen und entspanne mich beim Lesen eines Buches.

Wenn nicht irgendwer von meinen Mitvolos krank ist oder doch mal andere Arbeitszeiten hat (im Moment ist das wegen eines Streiks hier in Santa Cruz bei Sofia und Lukas der Fall), bin ich von Montag bis Donnerstag bis 12 Uhr immer alleine. Dann kommt meine Mitvoluntärin Hannah nach Hause und wir machen uns gemeinsam etwas zum Mittagessen. Danach spüle ich schnell meinen Teller ab, schlüpfe in meine Schuhe und mache mich auf den Weg zum Hogar, das zum Glück nur wenige hundert Meter die Straße runter entfernt liegt.

Von Montag bis Donnerstag sieht mein Tag dort dann wie folgt aus.

Um 14 Uhr…

… gehe ich, wenn ich dort angekommen bin, direkt in «sala» (= Schulraum) eins oder zwei. Dort suchen die Jungs entweder gerade noch ihre Schulsachen zusammen oder sind schon fleißig dabei, ihre «tareas» (= Hausaufgaben) zu erledigen. Ich werde direkt von einem oder sogar mehreren Jungs nach «ayuda» (= Hilfe) gefragt und unterstütze sie dann bestmöglich bei ihren Aufgaben. So erkläre ich zum Beispiel Benjamin* die Algebra, berechne mit Augy* Volumina von Kugel, Kegel und Würfel, bilde mit Thiago* verschiedene englische Sätze, unterstütze Adalberto* beim schriftlichen Addieren und Substrahieren oder versuche Robinho* dabei zu helfen, den Verdauungsapparat des Menschen zu verstehen.

Um 15 Uhr…

… machen wir uns jeden Dienstag und Donnerstag auf den Weg zur «lavandería» (= Wäscherei), die mit auf dem Gelände des Hogars liegt und die Jungs müssen ihre Kleidung per Hand waschen. Meine Aufgabe dabei ist es, «cepillo» (= Bürste), «jabón» (= Seife) und «tapón» (= Stöpsel fürs Waschbecken) aus dem Schrank zu holen und an alle Jungs zu verteilen. Manchmal wird aus dem Waschen zwar eher eine Wasserschlacht und auch ich bekomme mal ein paar Tropfen ab, aber da es hier im Moment (fast) jeden Tag mindestens 30 °C sind, ist es für die Jungs eine kurze Abkühlung und die Kleidung trocknet auch ruckzuck wieder.

Wenn alle ihre Kleidung gewaschen und schön ordentlich mit den «ganchos» (= Wäscheklammern) auf die Wäscheleinen gehangen haben, ist meistens schon eine Stunde vergangen und es klingelt zur…

… «Merienda»

Alle Jugendlichen rennen entweder direkt aus den «salas» oder von der «lavandería» zum «comedor» (= Speisesaal) und stellen sich in eine Schlange, um sich die «Merienda» abzuholen, ein kleine Zwischenmahlzeit, die hier jeden Vormittag und Nachmittag verteilt wird. Es gibt für alle etwas zu trinken, dazu Obst, Brot, manchmal sogar Torte oder Donuts.

Die nächsten zwei Stunden gestalten sich für mich jeden Tag unterschiedlich. Montags und Mittwochs gehen einige der Jungs in die «carpintería» (= Tischlerei) oder in die «soldadura» (= Schweißerei), die mit auf dem Gelände des Hogars liegen und bauen dort Hocker, schweißen Blumengefäße oder fertigen sich einen Ring an. Auch ich habe schon meinen ersten Hocker zusammengebaut und einen Weihnachtsbaum aus Draht gebogen.

Andere arbeiten in den «jardines» (= Gärten), bemalen dort Bäume und alte Autoreifen, die als Abgrenzung dienen, pflanzen etwas ein oder graben um.

Jeden Dienstag brechen wir gemeinsam zu einem «taller» (= Workshop) im CEA Mamá Margarita auf, dem Verwaltungsgebäude des Projekts, das in der Nähe des Hogars liegt. Dort basteln die Jungs, reden über wichtige Themen wie Hygiene oder Werte im Gemeinschaftsleben (zum Beispiel Respekt) oder schauen auch mal einen Film.

Um 18 Uhr…

… geht es entweder noch einmal in die beiden «salas», um die restlichen «tareas» des Tages zu erledigen oder es wird Sport gemacht, meistens Fußball. Die Zeit von 18 Uhr bis zum Abendessen gestaltet sich jedoch jeden Tag unterschiedlich.

Um 19 Uhr…

… schellt erneut die Klingel, diesmal für das «cena» (=Abendessen). Alle Jungs machen sich auf den Weg zum Speisesaal und stellen sich vor der Tür in eine lange Schlange. Jeder bekommt Desinfektionsmittel auf die Hände und darf sich an seinen Tisch stellen. Wir beten gemeinsam und danach heißt es auch schon «¡Buen provecho!» (= Guten Appetit).

Ich sitze gemeinsam mit fünf anderen Jungs an einem Tisch und meistens ist es meine Aufgabe, das Essen zu verteilen. Wenn alle Kinder mit dem Abendessen fertig sind und ihre Hocker, mehr oder weniger leise, auf die Tische gestellt haben und aufgestanden sind, wird ein Dankgebet gesprochen und eine Ansage gemacht, wie der restliche Abend gestaltet wird. Danach verlassen wir den Speisesaal.

Nach dem Abendessen…

… steht entweder Fußball, Basketball, Volleyball oder Tanzen auf dem Plan. Das ist jeden Tag unterschiedlich, oft gibt es auch zwei Aktivitäten gleichzeitig. Beim Fußball, Basketball und Volleyball hören wir immer laute Musik und viele der Jungs singen oder rappen mit. Da wir fast jeden Abend die gleichen Latino-Songs hören, fällt es auch mir immer leichter, ein paar Zeilen mitzusingen und ich habe schon einige neue Lieblingssongs für mich entdeckt.

Je nach Lust und Laune sitze ich manchmal auch mit einigen Jungs am Rand, die an dem Tag nicht so motiviert sind, Sport zu machen. Mit ihnen spiele ich Klatschspiele, wir unterhalten uns, singen, lernen gemeinsam deutsche und englische Wörter oder sitzen manchmal auch einfach nur da und schauen zu.

Um 20:30 Uhr…

…, manchmal auch etwas später, werden die Lichter am Fußballfeld ausgeschaltet und es heißt für alle «a la ducha» (= in die Dusche). Alle Jungs schlendern in Richtung ihrer «dormitorios» (=Schlafräume), schnappen sich ihr Handtuch und laufen in die Dusche. Hört sich leichter an, als es in Wirklichkeit ist. Nicht selten gibt es Diskussionen und eine Unterhaltung oder Klatschspiele mit mir erscheinen den Jungs dann doch spaßiger als direkt in die Dusche zu gehen.

Meine Aufgabe währenddessen ist das Verteilen von Shampoo und Zahnpasta. Auch das ist nicht ganz so einfach, wie man vielleicht denken könnte und selbst meine Haare haben dabei schon einige Male einen Klecks Shampoo von einem der Jungs abbekommen.

Wenn alle geduscht sind und sich bettfertig gemacht haben, verabschiede ich sie mit einem «Buenas noches» (= Gute Nacht) und «Hasta mañana» (= Bis morgen) und schon wieder ist ein Tag vorbei.

Um 21 Uhr…

… verlassen meine Mitvoluntärin Hannah und ich dann im Dunkeln das Hogar und machen uns auf den Weg nach Hause. Ein wenig erschöpft, aber auch mit einer Menge schöner Momente im Herzen lasse ich den Tag noch einmal Revue passieren.

Ich spüre jeden Tag mehr, wie mir die Jungs ans Herz wachsen und wie dankbar ich bin, dieses Jahr mit ihnen verbringen und jeden einzelnen mit all seinen Stärken und Schwächen besser kennenlernen zu dürfen. Vieles fühlt sich mittlerweile schon so vertraut an und ich freue mich jeden Tag aufs Neue, ins Hogar zu kommen und in die meist strahlenden Gesichter zu blicken. Langsam wird das Hogar auch für mich schon zu einem «Zuhause». Und wie sagt man so schön? «Zur richtigen Zeit am richtigen Ort», genau so fühlt es sich für mich an.

Zum Abschluss möchte ich gerne noch ein Zitat mit euch teilen, das ich im Hogar Don Bosco schon so oft gelesen habe und mir seit dem ersten Tag im Kopf hängen geblieben ist.

Hagan todo por amor, nada por la fuerza.

(Tu alles aus Liebe, nichts mit Gewalt.)

S. Francisco de Sales

Bis zum nächsten Mal!

Teresa

P.S.: Um den Beitrag von der Länge her nicht zu sprengen, werde ich über die Tage am Wochenende noch einen zweiten Eintrag schreiben. Da die Jungs dort keine Schule haben, unterscheidet sich der Ablauf dort wiederum von dem unter der Woche.

*Die Namen habe ich zum Schutz der Jugendlichen alle geändert.

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El río hace frío https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/10/13/el-rio-hace-frio/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/10/13/el-rio-hace-frio/#comments Thu, 13 Oct 2022 09:30:00 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=121 Letzten Sonntag ging es für mich das erste Mal raus aus Santa Cruz, ganz ohne Vorahnung. Ich kam so wie jeden Tag um 14 Uhr zum Hogar, meinem Arbeitsplatz, und habe dort mit den Jungs gespielt und mich mit ihnen unterhalten. Was mich an diesem Tag spannendes erwarten würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings […]

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Letzten Sonntag ging es für mich das erste Mal raus aus Santa Cruz, ganz ohne Vorahnung. Ich kam so wie jeden Tag um 14 Uhr zum Hogar, meinem Arbeitsplatz, und habe dort mit den Jungs gespielt und mich mit ihnen unterhalten. Was mich an diesem Tag spannendes erwarten würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Ich dachte, es würde wieder ein eher ruhiger Tag werden, da sonntags immer für alle frei ist und ab und zu auch einfach mal ein Film geschaut wird.

Doch es kam anders, als erwartet…

Padre José María, Hermano Tin, ein Educador, ca. 20 Jungs und ich haben uns auf den Weg zum Rio Piraí, einem Fluss außerhalb von Santa Cruz, gemacht. Wir sind alle in den «Micro» vom Hogar eingestiegen (so heißen hier die Kleinbusse), mit dem uns der Padre abgeholt hat. Ich habe es sehr genossen, auch mal etwas außerhalb der Stadt zu sehen und fast die ganze Fahrt lang aus dem offenen Fenster geschaut. Irgendwann sind wir auf eine Art Sandweg abgebogen, es wurde holprig, wir haben eine Brücke passiert und dann konnten wir auch schon den Fluss sehen.

Dort angekommen…

…habe ich erst einmal das «Merienda» ausgeteilt, eine Art Snack, den es hier jeden Tag um 4 Uhr am Nachmittag gibt. Alle Jungs haben einen Apfel und eine Tüte Chips bekommen und wir sind das letzte Stück zu Fuß zum Fluss gegangen.

Eigentlich war der Ausflug dazu gedacht, Fische zu fangen. Also sind wir mit einem Netz ins Wasser losgezogen und haben dieses mehrmals ausgeworfen. Nach ein paar erfolglosen Versuchen wurde dieser Plan jedoch schnell wieder verworfen, da keine Fische zu finden waren.

Ein allzu großes Problem stellte dies jedoch nicht dar, denn nun blieb mehr Zeit, um einfach im Fluss zu plantschen und Spaß zu haben. Alle Jungs, sogar der Padre und der Educador, sind mitsamt ihrer Kleidung in den Fluss gesprungen und schwupps lag auch ich drin. Es war eine wirklich angenehme Abkühlung und als ich einmal drin lag, war mir alles andere auch egal. So sind wir gemeinsam einen Sandhügel am Rand des Flusses runtergerutscht (die Jungs sind eher gesprungen oder haben sich runtergekugelt), haben uns gegenseitig wild mit Wasser bespritzt, eine Sandschlacht gemacht und einfach die Zeit im Fluss genossen.

Gegen 6 Uhr mussten wir leider schon wieder zu unserem «Micro» aufbrechen, sind alle plitschnass dort eingestiegen und super glücklich nach Hause gefahren.

Nun könnte man meinen,…

…dass wir nach diesem ereignisreichen Ausflug auf der Rückfahrt alle total erschöpft waren, aber genau das Gegenteil war der Fall. Die Stimmung war sogar noch besser als auf der Hinfahrt. Der Padre hat Musik aufgedreht und die «chicos» (Jungs) haben alles gegeben und so laut wie sie konnten mitgesungen, geschrien und gegrölt.

«¡Todas las manos arriba!» („alle Hände nach oben“) war einer der meist genutzten Sätze auf der Rückfahrt. Alle Jungs haben ihre Arme in die Luft gestreckt und im Sitzen „getanzt“. Dazu muss man sagen, dass der Rhythmus der Latino-Songs einfach sehr zum Tanzen anregt und es schwierig ist, dabei still sitzen zu bleiben und nicht mitzusingen. Obwohl wir knapp eine Stunde gefahren sind, wurde die Fahrt nicht langweilig und wir waren viel zu schnell wieder zurück.

Als wir um 7 Uhr wieder am Hogar angekommen sind, war es schon dunkel, wir waren immer noch nicht ganz trocken und von meinen Haaren bis in meine Hostentaschen habe ich noch Sand gefunden. Aber genau so muss es doch sein, wenn man so richtig Spaß hatte, oder?

Ich bin mir sicher, dass ich diesen ereignisreichen Tag so schnell nicht vergessen werde und muss immer noch lächeln, wenn ich daran zurückdenke.

¡Hasta luego!

Teresa

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¡Bienvenidos a Bolivia! https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/09/23/bienvenidos-a-bolivia/ https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/2022/09/23/bienvenidos-a-bolivia/#comments Fri, 23 Sep 2022 19:05:08 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/teresahillebrand/?p=90 Heute vor gut einer Woche sind wir in Santa Cruz angekommen und seitdem ist schon soo viel passiert. Von einer Erkundungstour durch die Stadt, über einen Erste-Hilfe-Kurs, ein Gewitter mitten in der Nacht, bis hin zur «Fexpocruz» (eine Ausstellungsmesse), zu der wir mit allen Kindern aus dem Hogar gegangen sind, ist in der einen Woche, […]

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Heute vor gut einer Woche sind wir in Santa Cruz angekommen und seitdem ist schon soo viel passiert. Von einer Erkundungstour durch die Stadt, über einen Erste-Hilfe-Kurs, ein Gewitter mitten in der Nacht, bis hin zur «Fexpocruz» (eine Ausstellungsmesse), zu der wir mit allen Kindern aus dem Hogar gegangen sind, ist in der einen Woche, die wir erst hier sind, wirklich schon viel passiert. Aber alles der Reihe nach.

Endlich gelandet…

…sind wir nach unserem doch recht langen Flug um kurz vor 5 nach bolivianischer Zeit. Zunächst konnte ich es noch gar nicht ganz glauben, dass wir nun wirklich in Santa Cruz in Bolivien sind, aber als dann alle Menschen nur noch Spanisch gesprochen haben und wir die ersten Palmen vor dem Flughafen gesehen haben, wurde es ein wenig realer. Bis wir dann durch die Visa- und Kofferkontrolle waren, war es schon fast 6 Uhr und wir wurden von Paolo, unserem Freiwilligenbetreuer, und Padre José María abgeholt.

Der erste Tag…

…war total aufregend. Nachdem wir unsere Koffer in unsere Zimmer gestellt hatten, ging Paolo mit uns frühstücken. Es gab Salteñas (Teigtaschen mit Hühnchen gefüllt) und Milchshake. Danach wurden wir sehr vielen Mitarbeiter:innen der Don Bosco Einrichtung hier in Santa Cruz vorgestellt, herzlich von ihnen begrüßt und haben bereits im Hogar gemeinsam mit den Jungs Mittag gegessen. Nachmittags haben wir an einer Besprechung teilgenommen, bei der gleichzeitig der Geburtstag eines Educadors (Erzieher) mit viel Kuchen gefeiert wurde. Abends sind wir zu sechst ins Zentrum gegangen, haben uns die Kathedrale von Santa Cruz angeschaut und haben dort noch etwas gegessen. Danach bin ich dann müde, aber gleichzeitig auch mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, in mein Bett gefallen.

Die Kathedrale von Santa Cruz an unserem ersten Abend

Die erste Woche…

…ging rasend schnell vorbei. Jeden Tag gibt es irgendetwas neues zu sehen und zu entdecken. Das lässt sich alles gar nicht in Worte fassen. Die Arbeit mit den Jungs im Hogar macht total viel Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Volleyball, Fußball, Hausaufgaben machen, tanzen, Musik hören, einfach unterhalten, gemeinsam den Rosenkranz beten, Sonntagsmesse, Film schauen, schwimmen gehen und noch vieles mehr (zu meiner Arbeit und meinem neuen Alltag erzähle ich euch aber mehr in einem der nächsten Einträge).

Mit den Jungs aus dem Hogar auf dem Weg zur «FEXPOCRUZ»

Aber auch außerhalb der Arbeit ist schon viel passiert. «Micro» fahren, die Stadt erkunden, kochen, gemeinsam in unserem Volo-Haus sitzen und quatschen, Gesellschaftsspiele spielen und auf dem Markt einkaufen.

El mercado

Direkt neben unserem Freiwilligenhaus gibt es einen großen Markt, auf dem man wirklich fast alles findet. Die Auswahl an Obst und Gemüse ist riesig. Bisher gab es eigentlich jeden Tag Obstsalat bei uns zum Frühstück oder zumindest ein paar Früchte. Vor allem die Mangos hier sind total saftig und lecker. Davon wurde auch schon die ein oder andere genüsslich verspeist und sogar eine der Verkäuferinnen auf dem Markt sagte zu mir: «¿Te gustan los mangos?», was übersetzt bedeutet: «Magst du Mangos?». Ich denke die Antwort liegt auf der Hand, oder?

¡Hasta pronto!

Teresa

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