Wow – einfach schon über eine Woche vorbei!

Carmen und ich arbeiten hier in einem Youth Center in Shillong. Hierher kommen junge Studenten und Schüler, die Kurse besuchen, gemeinsam lernen oder einfach eine Runde spielen. Aber bevor ich euch erzähle, was wir hier alles machen, erst einmal zurück zum Anfang …

Am Freitag, den 11.09., ging es für uns von München aus los Richtung Indien. Nach einem Zwischenstopp in Neu-Delhi sind wir am Samstagmorgen, den 12.09., in Guwahati gelandet. Und schon am Flughafen waren wir mittendrin. Überall Pflanzen und Palmen und dazu eine unglaublich feuchte und warme Luft – der Flughafen fühlte sich schon ein bisschen wie ein kleiner Dschungel an.

Am Ausgang wurden wir direkt von Father Makri, dem Direktor unseres Projekts, abgeholt. Kaum hatten wir den Flughafen verlassen, waren wir plötzlich von Menschen und Taxis umgeben. Ob ein Auto gerade durchfahren wollte oder nicht, schien dabei niemanden wirklich zu interessieren. Dann ging es endlich los Richtung Shillong.Die Fahrt war eigentlich schon die erste kleine Sightseeing-Tour. Wir konnten gar nicht aufhören, aus dem Fenster zu schauen. Überall exotische Pflanzen, bunte Autos, Menschen, Häuser und kleine Obststände am Straßenrand. Alles sah so anders aus als zu Hause und gleichzeitig gab es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

Nach einem kurzen Stopp bei KFC – der übrigens schon ziemlich scharf war – ging es weiter und wir kamen schließlich in Shillong an. Sofort fiel uns auf, dass es hier deutlich kühler war als in Guwahati. Trotzdem war die Temperatur sehr angenehm und wir waren einfach froh, endlich angekommen zu sein.Danach hieß es erst einmal: Sachen abstellen, ankommen und versuchen, all die neuen Eindrücke irgendwie zu verarbeiten. Am selben Tag lernten wir noch einige Patres kennen, bevor wir irgendwann einfach nur noch müde ins Bett gefallen sind. Nach dieser langen Reise war Schlaf definitiv dringend nötig.

In den darauffolgenden Tagen konnten wir dann langsam die Gegend erkunden und uns ein bisschen einleben. Einen Ausflug machten wir zum Beispiel zu einem anderen Projekt. Schon der Weg dorthin war ein kleines Abenteuer, denn wir legten mehrere Stopps ein und konnten dabei einiges von der Umgebung sehen.

Das Highlight war definitiv eine Hängebrücke. Carmen und ich standen davor und waren uns zunächst nicht ganz sicher, ob wir da wirklich drüberlaufen sollten. Die Brücke sah nämlich alles andere als stabil aus.Aber natürlich haben wir uns trotzdem getraut. Und obwohl wir anfangs ziemlich skeptisch waren, war es am Ende einfach eine richtig coole Erfahrung.

Am Sonntag durften wir eine englische Messe in der Hauskapelle besuchen, die wirklich sehr schön war. Besonders toll fanden wir, dass die Bänke voller junger Menschen waren, die mit voller Lebensfreude am Gottesdienst teilgenommen und mitgesungen haben. Es war schön zu sehen, wie viel Freude und Begeisterung dabei zu spüren war.

Unter der Woche startet unser Tag meistens mit einer Computerstunde. Dabei frischen wir unsere Kenntnisse in MS Office auf. Der Sinn dahinter ist, dass wir später in den Computerkursen aushelfen und die Schüler bei verschiedenen Aufgaben unterstützen können.Neben dem Computerunterricht besuchen wir auch einen Nähkurs oder gehen Badminton spielen. Zwischendrin bleibt natürlich auch genug Zeit, um mit den Jugendlichen Tischtennis oder Carrom zu spielen.

Gerade beim Carrom haben wir gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist. Das ein oder andere Mal wurden wir dabei schon ordentlich abgezogen. Zum Glück sind die Jugendlichen hier alle super geduldig mit uns und vor allem unglaublich freundlich. Sie zeigen uns vieles, erklären uns die Spiele und lachen auch gerne mal mit uns, wenn etwas nicht ganz so klappt.Genau das hat uns das Ankommen hier sehr erleichtert und dafür gesorgt, dass wir uns schnell wohlgefühlt haben.

Unser erster Ausflug in die Stadt war auch so ein kleines Abenteuer. Mit ein paar Jugendlichen haben wir uns durch den vollen und teilweise ziemlich wilden Verkehr von Shillong gewagt. Zu Fuß schlängelten wir uns zwischen Tuk-Tuks und Rollern hindurch. Dort erwartete uns ein unglaublich großer Markt, auf dem es so viel zu entdecken gab.Überall gab es bunte Stände, verschiedene Gerüche, Menschen und Dinge, die wir so überhaupt nicht kannten. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten, weil einfach alles so neu und anders war.

Wir durften außerdem ein anderes Projekt besuchen, das direkt an einem See liegt. Es war wie ein kleines Paradies! Da der Ort deutlich niedriger liegt als Shillong, war es dort auch viel wärmer und wieder etwas tropischer. Nach der kühleren Luft in Shillong fühlte sich das fast wie ein kleiner Urlaub an.Das Besondere an diesem Projekt war ein kleiner Park, in dem die Geschichte der Bibel dargestellt wurde. Verschiedene Szenen und Geschichten waren dort aufgebaut. Das war wirklich beeindruckend.

Und dann kommen wir auch schon zu meinem persönlichen Highlight: Am Sonntag, den 20.09., fand eine Feier für die neuen Studenten statt. Für diesen besonderen Tag haben wir uns sogar extra ein Khasi Dress gekauft. Die Feier war unglaublich energiegeladen! Es gab viele verschiedene Animationen und Auftritte, bei denen auch wir unseren Beitrag leisten durften. Und so kam es dazu, dass Carmen und ich das „Fliegerlied“ zum Besten gegeben haben. Anfangs waren wir noch ein bisschen unsicher, aber alle waren so begeistert und motiviert, dass wir schnell mittendrin waren. Es hat wirklich unglaublich viel Spaß gemacht!

Bei der Feier gab es sogar eine Wahl zum „Mr. und Miss Freshers“. Die Teilnehmer mussten sich bei einem Catwalk, einem Talent und einer Fragerunde beweisen. Ich muss zugeben, ich habe mich dabei ein bisschen wie in einem Highschool-Film gefühlt.

Aber nach dem offiziellen Teil war die Feier noch lange nicht vorbei – denn dann ging die Afterparty los! Alle haben uns direkt mitgenommen und gemeinsam wurde getanzt. Wir hatten unglaublich viel Spaß und wurden sogar noch einmal auf die Bühne für eine Zugabe gebeten. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet!Irgendwann war dann aber auch für uns der Tag vorbei und wir sind völlig erledigt, aber glücklich ins Bett gefallen.

Alles in allem war es eine wunderschöne erste Woche mit vielen neuen Eindrücken, herzlichen Menschen und besonderen Erlebnissen. Von Tag zu Tag wird mir Indien vertrauter und ich fühle mich hier immer mehr zu Hause.Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Wochen und bin gespannt, welche neuen Erfahrungen noch auf mich warten.