Am Montag, den 14. September, ging es nach einem echten Vorbereitungsmarathon für Marie, meine Mitvolontärin, und mich endlich los.

Morgens um 2:30 Uhr gestartet, kamen wir nach zwei Layovern und einem Zwischenstopp an der Elfenbeinküste gegen 21 Uhr endlich an unserer Einrichtung in Cotonou an.

Das nächste Jahr werden Marie und ich die Don-Bosco-Schwestern in mehreren, über die Stadt verteilten Projekten unterstützen. Unsere erste Woche vor Ort verlief aber erst einmal noch ziemlich ruhig.

Untergebracht sind wir in einem Zimmer über den Büros. Küche, Wäscheleine und Flur teilen wir uns mit zwei Mädchen aus dem Kongo, die hier ein sechsmonatiges Praktikum machen, und zwei Schwesterschülerinnen, die hier vor Ort ihre Ausbildung zur Ordensschwester absolvieren.

Die ersten beiden Tage bestand unsere einzige Aufgabe dann erst einmal darin, uns einzurichten und auch mental in Benin anzukommen.

Gegessen haben wir in der ersten Woche noch bei den Schwestern. Zum einen, um unsere Kolleginnen besser kennenzulernen, zum anderen aber auch, weil bei den vielen neuen Eindrücken Einkaufen und Kochen wahrscheinlich etwas untergegangen wären.

An unserem zweiten Tag haben Marie und ich dann ganz zufällig die Kinder aus einem der Projekte kennengelernt, in dem wir in Zukunft mithelfen werden.

Da wir in unseren Zimmern kein WLAN haben, saßen Marie und ich gerade mit unseren Handys in einem Pavillon mit WLAN auf dem Hof, als zwei Mädchen auf uns zukamen.

Im Gegensatz zu vielen deutschen Kindern, die ich kenne, sind die Kinder hier überhaupt nicht schüchtern. Sie kommen ganz selbstverständlich und selbstbewusst auch auf fremde Leute zu und sagen außerdem sehr gerne ihre Meinung.

Den beiden Mädchen sind wir dann in einen weiteren Hof gefolgt, der, wie uns später erklärt wurde, zum Mädchenwohnheim hier auf dem Gelände gehört. Dort haben wir dann auch direkt die meisten Bewohnerinnen kennengelernt.

Nachdem uns die Mädchen kurz herumgeführt hatten, ich ungefähr 50-mal den Namen „Rike“ wiederholen musste, weil das deutsche R auch hier für einige Verwirrung sorgt, und wir von allen zur Begrüßung umarmt worden waren, konnten wir sogar noch bei der Lernzeit mithelfen.

Mit einem zwölfjährigen Mädchen habe ich Französisch-Rechtschreibung und Lesehausaufgaben gemacht. Die meisten Mädchen im Wohnheim besuchen die von den Don-Bosco-Schwestern gegründete „École Alternative“. Diese Schule ist speziell für Kinder ab ungefähr zehn Jahren gedacht, die ihre Schulbildung aus verschiedenen Gründen abbrechen mussten oder gar nicht erst beginnen konnten. Während der entsprechende Schulabschluss hier normalerweise nach sechs Jahren erreicht wird, ist das an dieser Schule bereits nach drei Jahren möglich.

Das Mädchen, dem ich geholfen habe, hatte gerade ihr zweites Jahr begonnen, weshalb ich bei den Französischaufgaben zum Glück auch noch einigermaßen helfen konnte.

Die Hausaufgaben werden immer gemeinsam gemacht, und dabei helfen sich die Kinder auch untereinander sehr viel.

Den Rest des Geländes haben wir dann an den folgenden Tagen kennengelernt. Hier direkt werden wir allerdings nicht eingesetzt. Unsere anderen Projekte liegen etwas weiter entfernt und sind mit dem Motorradtaxi zu erreichen. Diesen für uns noch ziemlich ungewohnten Arbeitsweg lernen wir aber erst nächste Woche richtig kennen.

Am Samstag hatten wir unseren freien Tag, wobei der vor lauter Putzen, Waschen und Einkaufen am Ende auch nicht mehr ganz so frei war.

In Begleitung von zwei Schwesterschülerinnen waren wir außerdem zum ersten Mal auf einem der vielen Märkte hier in Benin einkaufen – definitiv ein ungewohnter Shoppingtrip für zwei Mädchen aus süddeutschen Kleinstädten. Das Verhandeln und das Heraussuchen der besten Ware werden Marie und ich wohl erst mit der Zeit lernen.

Heute, am Sonntag, haben wir dann noch die Mädchen aus dem Wohnheim zur Kirche begleitet. Der Gottesdienst verlief zunächst auch ziemlich katholisch, wie man es von zu Hause kennt – bis auf den Kirchenchor. Der bestand hauptsächlich aus jungen Mädchen, die, begleitet von Trommeln, schwungvolle Kirchenlieder anstimmten. Mitgesungen hat, wer Lust hatte oder das Lied kannte, denn Liederbücher gab es keine. Im Takt mitgeklatscht haben dafür aber alle.

Den Rest des Tages hatten wir frei und konnten unsere erste Woche noch einmal etwas ruhiger ausklingen lassen.

Nachdem wir am Montag noch eine letzte Tour durch die restlichen Projekte bekommen, startet am Dienstag für Marie und mich dann endlich unser normaler Alltag.

Nächste Woche erwarten uns also einige neue Herausforderungen, viele neue Eindrücke und wahrscheinlich noch einiges, an das wir uns erst einmal gewöhnen müssen.

Wenn ihr noch Lust habt weiterzulesen, schaut doch gerne auf dem Blog von Marie vorbei (https://blogs.donboscovolunteers.de/marieinbenin/2026/09/16/der-1-tag/)