Vor dem Seminar hatten Marlene, Matilde und ich schon zwei Tage Urlaub gemeinsam, die packe ich jetzt einfach auch noch in den Block… Den ersten Abend spielten wir Karten im Hostel und ratschten nett. An der Stelle danke fürs beibringen von zwei drei zehn! 🙂 Am nächsten Tag verbrachten wir Zeit am Pool und gingen einkaufen, den der Plan war es wieder in die besagten Bars an der Oxford Street zu gehen. Diesen Plan schmiss dann aber Roman, ein Amerikaner der Afrika bereist um, den er lud uns ein zum Salsa tanzen mit zu kommen. In unserm Hostelraum gab es dann noch kurz einen Crash-Kurs von einem Franzosen und so ging es los in die besagte Bar namens Afrikiko, in der jeden Mittwoch Abend Salsa angesagt war! Dort angekommen dann der kalte Schock. Alles Profitänzer in schicker Kleidung, naja und wir drei deutschen in Adiletten und kurzer Hose. Egal was haben wir zu verlieren. Nach zwanzig Minuten beobachten der Situation wurden dann die Schlappen bei Seite gelegt und so wurde der Dancefloor barfuß erobert und wir zeigten allen unsere überdurchschnittlichen Tanzkünste!

Nachdem unser Zwischenseminar so unglaublich überwältigend war, und wir in so kurzer Zeit zu seiner so harmonischen Gruppe zusammen gewachsen waren hatten wir uns mehr oder weniger spontan dazu entschieden noch Urlaub zu machen. Schließlich war die Zeit beim Seminar niemals genug um sich mit jedem genug auszutauschen! Gladys, Christine, Katja und ich hatte sowieso geplant nach unserer Zeit in Ashaiman noch ein paar Tage in Accra und der Volta Region zu verbringen. Die anderen schlossen sich uns einfach an und so konnten wir gemeinsam Richtung Accra fahren. Wir buchten ein Hostel und das wurde dann kurzer Hand komplett eingenommen. Bis auf einen weitern Nigerianer der auch schon an Silvester im Hostel war, hatten wir die ganze Bude für uns!
Am ersten Abend gingen wir gemeinsam in eine richtige Pizzeria, die erste Pizza seit Monaten. Es war eine reine Geschmacksexplosion! Danach ging’s noch in die Oxford Street zur Karaoke ehe wir uns auch schon aufs Ohr hauten um den Schlafmangel vom Zwischenseminar etwas zu kompensieren.

Am nächsten Tag gingen die Mädels in die Mall, wir Jungs gingen ganz gemütlich frühstücken bevor wir uns alle wieder trafen um gemeinsam mit Ulla und Gregor eine Tour über die Mülldeponie Agbogbloshie zu machen, eine der größten Deponien Weltweit! Dort leben zwischen 30.000-40.000 Menschen. Sie leben im Müll und von dem Müll. Auf der ca. 31 Hektar großen Fläche werden jährlich zwischen 13.000-17.000 Tonnen Elektroschrott „verarbeitet“. Der Giftstoffwert in Boden und Wasser ist bis zu 100x höher als der eigentliche Grenzwert. Um die 4,36 mg/kg Quecksilber ist im Boden. Zum Vergleich der durchschnittliche deutsche Boden hat 0,02 mg/kg! Ich kann es bis heute nicht so richtig in Worte fassen was wir dort gesehen haben. Unsere sonst so redselige Gruppe wurde still. Gespräche verstummten, und die Mimik in jedem Gesicht erstarrte. Wir liefen über Brücken und unter uns ein Fluss aus Müll. Im Müll Menschen die nach brauchbaren Dingen suchen und Schweine die etwas fressbares erschnüffeln. Es ist wirklich eine andere Welt! Unsere Guides erzählten uns das die Ghanaische Polizei in diesen Slum auch nicht hinein kommt. Es ist ein eigenes System. Eigene Offiziere die nach dem rechten schauen, eigene Mieten, eigene Hierarchien. Immer wieder kamen wir an Schulen oder Kindergärten vorbei, und die Kinder strahlten! Ich hatte das Gefühl in einem falschen Film zu sein. Wie kann es gerecht sein das diese Kinder in solchen Umständen aufwachsen müssen. Ihre Schicksale waren schon geschrieben, meinte Blessing, eine der Damen die uns durch ihre ehemalige Heimat führte. Wir schlichen also immer weiter vorbei an Fußballplätzen, Märkten und anderen kuriosen Orten. Unser Ziel war eine Computer Schule. Hier sollen Kinder die Möglichkeit bekommen den Umgang mit Computern zu lernen. Eine kleine Chance einen Job zu finden um aus der Armut zu entfliehen.







Dort trennten sich dann auch unsere Wege. Wir verabschiedeten uns von Ulla die ein paar Tage später wieder nach Deutschland flog. Einige von uns fuhren zurück Richtung Hostel der Rest ging noch auf den Kunst Markt für ein paar Mitbringsel! Später am Abend gingen wir, da Mittwoch war, wieder ins Afrikiko. Tanzbein schwingen war angesagt!! Die Schlappen wurden wieder an die Seite gestellt, und so konnte es rund gehen. Dieses Mal hatte ich sogar meine feine Anzugshose an! So wurde einer nach dem anderen auf die Tanzfläche gezerrt bis sie aus Volunteeren bestand! Spät nachts ging es dann zurück ins Hostel den am nächsten Tag ging es in die Volta Region!
Leider mussten wir Abstriche machen! Marlene und Elia bekamen von ihrer Familie Besuch und Henry hatte schon einen festen Rückflug in den Senegal. So wurde unsere Gruppe durch drei harte Verluste geschwächt! Am nächsten Tag nahmen wir dann ein trotro ein, und gurkten dank Stau gute 9h in die Volta Region. Die letzten Kilometer verteilten wir uns noch auf ein paar Mototaxis. Jedes Motorrad wurde mit drei Leuten beladen und los geht’s.
Am nächsten Tag ging es dann auf den höchsten Berg Ghanas, den „Mount Afadjato“. Ziemlich schnell ging es Recht steil bergauf, aber es lohnte sich! Durch wunderschöne Natur schlängelten wir uns auf die Spitze des kleinen Berges. Auf dem Weg pflücke einer der Locals noch ein paar Früchte, deren Samen man wie Bonbons lutschte. Oben angekommen erwartete uns eine Wahnsinns Aussicht! So ging es auf der anderen Seite wieder runter und nach einer kurzen Pause in unserer Unterkunft zogen wir wieder los ins nächste Dorf um zu essen. Am nächsten Morgen verbrachten Malike, Matilde und ich den Vormittag in den Hängematten vor unserem Hotel und ratschten ehe wir Richtung Wasserfall aufbrachen. Die anderen hatten die große Tour gemacht bei der man über Togo und den oberen Wasserfällen am Ende bei dem unteren Wasserfall ankommt. So trafen wir uns an besagtem unterem Wasserfall und gönnten uns dort noch eine gewaltige Abkühlungsdusche! Am Abend spielten wir, unterhielten uns und rasierten einer freiwilligen noch eine Glatze! 🙂









Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen, so fuhren Malike, Gregor und ich, mit einem anderen Freiwilligen der dort in der Nähe wohnte, zurück nach Accra, während der Rest nach Lomé fuhr. Aber Abschied ist bekanntlich ja nicht für immer!! 😉
In Accra bezogen wir unser Hostel und gingen wieder in die Oxford Street auf ein letztes Bierchen. Am nächsten Morgen gegen 5uhr machte ich mich auf den Heimweg Richtung Sunyani. So war das Kapitel Zwischenseminar also abgeschlossen.
Wir hören uns das nächste Mal wenn es wieder heißt: Quirin und Elia machen Ghana unsicher!
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