Zurück in Sunyani hatte sich nicht viel verändert, der Zustand unseres Bungalows war unverändert schlecht und zu all dem ist scheinbar das Geld für unseren Strom, kurz nach dem Elia zum Zwischenseminar gefahren war, ausgegangen. Dementsprechend war der halbe Kühlschrank vergammelt, und verschimmelt gewesen! Der Gestank war gar nicht Mal so angenehm…

Die Jungs unseres Boyshome freuten sich dass jemand zur Bespaßung da war, und so gliederte man sich wieder schnell in alte Muster ein jedoch mit anderen Ansichten zu dem ein oder anderen Thema.

Eines Sonntags stand auf einmal eine Babykatze vor dem Altar in unserer Kapelle, einer der Fathers meinte ich solle Sie entsorgen. Entsorgen?! Ich brachte Sie in die Comutnity zu den anderen Katzen und wollte gerade wieder gehen. Kaum stand ich an der Tür stand die kleine wieder hinter mir. Da entdeckte ich eine Wunde am ihrem Kopf. Hm was mache ich jetzt? Kurzer Hand bin ich los und holte einen Karton um Sie bei uns auf zu nehmen und zu versorgen! Ich fütterte sie mit Reis und besorgte am nächsten Tag Thunfisch. Zu all dem stellte sich heraus das unsere kleine Ama taub war und vermutlich durch ihre Wunde auch ein wenig ihren Gleichgewichtssinn verlor. So verbrachten wir unsere freie Zeit vor unserer Tür und langsam heilte auch ihre Wunde.

Als gut eine Woche nach meiner Ankunft Elia mit seiner Familie in Odumase ankam, brachten sie einige Frisbees mit. Das war natürlich die nächste Zeit der Renner! Wir spielten Stunden lang jeden Tag. Wir standen einfach im Kreis und die Scheiben flogen ohne Plan irgendwie durch die Luft! Aber wir hatten unseren Spaß! Elia kam dann ein paar Tage später auch wieder nach Hause und wir mussten uns erstmal austauschen. Über ALLES! Also holten wir die Karten raus und spielten 2,3,10! Wir haben im gleichen Zug eine ewige Strichliste unserer Spiele angefangen. Wir unterhielten uns über meinen Urlaub mit Preißi und Hugo, über das Zwischenseminar, über Elias Urlaub mit seiner Familie und noch viele andere Themen!

So vergingen schnell ein paar Tage an denen wir einfach nur mit den Jungs Frisbee spielten, mit Ama spazieren gingen und Karten spielten. Den einen Abend luden uns Ana und Mina (die italienisch Lehrerinnen) zum Essen ein. Nudeln mit Tomatensoße Soße klingt nach nicht viel, aber nach Wochen nur Reis war das genial und zur Feier des Tages gab es sogar noch Parmesan! Wir waren im Himmel!

Einen Abend gingen wir noch in Sunyani in eine Bar, mit Begleitung eines weiteren Italieners der mit dem Fahrrad durch Afrika fuhr!

Am 20.03.2026 kam uns dann Matilde besuchen. Matilde macht wie wir unseren freiwilligen Dienst bei Don Bosco, jedoch in Benin! Morgens holte ich Sie in Sunyani an der Taxi Station ab, nachdem die Anfahrt etwas anders war als geplant. Eigentlich dachte ich dass wir mit dem VIP Busunternehmen eine zuverlässige Möglichkeit gefunden haben um in Ghana zu reisen. Naja, falsch gedacht! Am Abend vom 19.03.2026 beschlossen sie sich scheinbar einfach nicht nach Sunyani zu fahren. Dank einer netten Dame hatte es Matilde ja zum Glück doch nach Sunyani geschaft! Wir legten uns beide nochmal ein paar Stunden hin bevor wir zu dritt ausgiebig frühstückten und danach unser Tour über den Campus spazierten. Am Nachmittag wurde dann natürlich wieder Frisbee mit den Jungs gespielt und am Abend stand dann ein kleines Highlight an. Elia und ich hatten am Tag davor Stockbrot Teig gemacht, und schon die passenden Stöcke geschnitzt! Wir bauten also einen großen Stuhlkreis. Nach einer kleinen Ansprache von Isaac in der er Matilde als einen Engel der von Gott geschickt wurde bezeichnete, entfachten wir das Feuer! Wir tanzen einige Runden ums Lagerfeuer bis es ein wenig runter gebrannt war. Nach kurzer Einweisung wie Stockbrot funktioniert verteilte ich den Teig und es konnte losgehen. Jedoch mußte Matilde jedes Brot absegnen ob es auch wirklich ess bereit war, ansonsten hätten die Jungs es vermutlich roh gegessen! Wir verbrachten also einen schönen Abend mit Tanz, Lagerfeuer und dem ein oder anderen Spiel wie Fingerhakeln! Samstag morgen ging es dann nach Sunyani auf den Markt, wie jedes Mal irrte ich ewig über den Markt bis ich den richtigen laden gefunden hatte. Wir kauften Stoff für meine Familie und brachten ihn anschließend zu Bernard unserem Schneider! Abends aßen wir dann in der Community und spielten danach bei dem ein oder anderen Glas Wein noch 2,3,10 mit Ana!

Sonntag morgen ging es dann für Matilde und mich nach Kumasi. Nach etwa 3h Fahrt waren wir da und suchten unser Hostel auf. Nach einem kleinen Mittagschlaf ging es dann in die Stadt besser gesagt zum Baba Yara Sports Stadium. Wir versorgten uns mit Getränken und Obst und gingen ins Stadion denn man konnte einfach alles mit hinein nehmen. Anderes als in Deutschland/Europa! Das Spiel verlief relativ unspektakulär Asante Kotoko gwann 3:0 gegen Nations FC was größten Teils auch am Schiedsrichter lag. Witzig war alles was auf der Tribüne passierte. Der Support der Gäste, die mit einem halben Orchester angereist waren, die Kinder die sich über alles freuten oder die emotionsgeladenen Ghanaen die laut schreiend jede Entscheidung hinterfragten. Nach dem Spiel gab es dann noch einen Shawarma und wir gingen dann früh schlafen, denn wir waren einfach fertig! Am nächsten Morgen schlenderten wir Über den Kejetia Markt (zweitgrößter Markt in Ghana) und schauten noch bei dem Sword Side vorbei. Hier steckte seit Jahrhunderten ein Schwert des ersten Ashanti Königs im Boden. Jede Menge Leute versuchten es schon aus dem Boden zu ziehen, mit unter Muhammed Ali, aber keiner schafte es. Das ist auch gut so, denn man sagt an dem Tag wo es jemand schaft, geht die Welt unter! Früh am nächsten Tag ging es dann nach Accra und nach kurzen Souvenir shoppen auch relativ zügig zum Flughafen. Matilde hatte scheinbar genug von Ghana und keine Lust mehr mit nach Elmina zu kommen 😝

Wir hören uns das nächste Mal wenn es wieder heißt: Quirin und Elia machen Ghana unsicher!