Einkaufen gehen:

Viele meiner Freunde von zu Hause reagieren verwundert wenn ich ihnen erzähle, dass wir hier in Malls einkaufen gehen. Ja, das war ich anfangs auch. Wenn man an Afrika denkt, hätte man nicht an Malls, Casinos und KFC gedacht. Meine Mitvolontärin sagt auch öfter mal: „Wenn ich nicht wüsste, dass ich in Afrika bin, könnte das hier auch Amerika sein“.

Was wir ebenfalls nicht gedacht hätten ist, dass man hier echt alles – bis vielleicht auf Quark – im Supermarkt finden kann. Es gibt sogar aus Deutschland importierte Ware wie z.B. Dr. Oetcker Pizzen und Sauerkraut. Solche Waren sind aber dementsprechend auch ziemlich teuer. Natürlich ist es nicht überall so! Lusaka ist die Hauptstadt und dadurch auch viel entwickelter als andere Orte in Sambia.


Müll entsorgen

Die Müllentsorgung in ganz Lusaka ist für mich auch noch ziemlich fragwürdig. Es gibt hier überall auf jedem Gelände tiefe quadratische Löcher im Boden, wo dann der ganze Müll einfach reingeschmissen und verbrannt wird. Der Müll sei leider auch einer der Hauptgründe für die vielen Krankheiten die es hier in Lusaka gibt. Vor allem in den ärmeren Vierteln stößt man häufig auf die sterblichen Krankheiten Cholera, Tuberkulose und Aids.


Das Wetter

Das Wetter hat sich vor kurzem in die Regenzeit umgestellt. Diese geht nun sechs Monate lang und bringt viele Tiere und Insekten mit sich. Wir haben auch schon fleißig alle möglichen Schlitze und Öffnungen in unserem Haus mit extra starkem Tape abgeklebt und fühlen uns schon viel sicherer! Nach der Regenzeit stehen dann erstmal drei kalte Monate an und danach wieder drei heiße, die sogenannte Trockenzeit die wir gerade hinter uns haben.


Minibusse

Falls ihr meinen vorletzten Beitrag gelesen habt, wisst ihr ja schon dass man sich hier üblicherweise mit  Minibussen fortbewegt.

Es läuft so: Man wartet normalerweise am Straßenrand auf die Minibusse. Wenn dann einer der Minibusse dich gesichtet hat, hupt er und ein Mann streckt seine Hand raus und pfeift. Dann gibt man ihm ein Zeichen indem man auch seine Hand hebt und schon hält der Bus an. Ganz easy!

Die Minibusse sind immer sehr voll. Oft wartet der Fahrer bis wirklich alle Plätze besetzt sind und fährt dann erst los. Eigentlich gibt es in diesen Bussen 14 Plätze einschließlich Fahrer, jedoch nicht für die Sambier. Für sie gibt es 18 mögliche Plätze, denn da wo eigentlich 3 Leute sitzen sollten, sitzen hier 4 Leute. Dann werden noch Kinder auf den Schoß genommen, jemand setzt sich auf das kleine Stück hinterm Beifahrersitz und ein anderer bleibt noch in gekrümmter Position im Bus stehen und schon ist man über die 18 Passagieranzahl hinaus.

Die Fahrten mit dem Minibus sind für uns immer sehr günstig! Eine Fahrt kostet meistens nach einer kleinen Preisverhandlung nur 5 Kwacha pro Person. Das sind umgerechnet ca. 40 Cent. Das heißt man kann sich hier überall unter 1 Euro fortbewegen.


Strom und Wasser

Bei uns auf dem Gelände gibt es überall fließend Wasser. Hier in Lusaka kann man es sogar direkt aus dem Hahn trinken. Genug Strom haben wir auch. Das ist alles schön und gut aber es kommt dennoch häufig zu Strom- und Wasserausfällen. Diese können teilweise echt stundenlang dauern. Vor allem ist es ohne Wasser schwerer als gedacht. Man kann nicht duschen, nicht spülen, nicht Wäsche machen, nicht auf die Toilette gehen, nicht mal schnell die Hände waschen und auch nicht trinken. Nach dem letzten Ausfall, der einen ganzen tag lang gedauert hat, haben wir jedoch eines gelernt: Niemals ohne Wasserreserven im Haus! Wir haben jetzt immer zwei große Eimer, eine Karaffe und all unsere Flaschen mit Wasser gefüllt. Der nächste Wasserausfall kann also ruhig kommen!


Musik und Tanz

Die meisten Sambier hören am liebsten R&B (Rhythm and Blues). Das ist afroamerikanische Popmusik wie z.B. Songs von Rihanna oder Drake oder auch von südafrikanischen Stars wie Master KG. Und natürlich wird getanzt was das Zeug hält. Überall wo Musik ist siehst du mit dem Po wackelnde Mädchen und Jungen. Alle tanzen, egal ob alt oder jung. Die Sambier haben einfach richtig viel Freude daran und das ist auch das, was ich an ihrer Kultur am meisten liebe!


All das gehört zum „Lifestyle of Lusaka“ und somit auch zu meinem jetzigem Alltag. Es sind Eindrücke, die mir persönlich aufgefallen sind, einfach weil sie unerwartet waren oder unterschiedlich zu dem wie man es von zu Hause kennt.

Dass man als „Muzungu“ (Weißer) von jedem angeguckt und angesprochen wird, oder hier und da auch mal einen Heiratsantrag bekommt ist ganz normal für mich geworden. Mittlerweile gehen wir auch viel entspannter durch die Stadt und kommen gut mit den Sambiern zurecht. Nun warten wir ganz gespannt auf den 25. Dezember wo wir mit den Schwestern zusammen Weihnachten feiern werden.