Der September neigt sich langsam dem Ende zu, die Koffer sind vollständig ausgepackt, der Campus ist erkundschaftet, die Kleider von Zuhause wurden durch traditionell-indische Churidars (bestehend aus einer lockeren Hose oder Leggins, einem knielangen T-Shirt und einem Schal) ersetzt und die Schärfe des Essen ist inzwischen erträglich.

Nichtsdestotrotz hat sich der Alltag noch nicht richtig eingependelt, denn nach der Examwoche genießen die Kids gerade ihre Ferien. Außer den Fathers (Priester), den Brothers (anstrebende Priester) und einer Hand voll Jungs, ist die Schule wie ausgestorben. Deshalb bleibt viel Zeit um die umliegenden Dörfer und deren Einwohner näher kennenzulernen. So konnten meine Mitvolontärin Frieda und ich schon reichlich Einblicke in indisches Wohnen erhaschen. Egal welche Familie wir besuchten, die indische Gastfreundschaft ist überall zutiefst herzlich.

Sobald man das Haus betritt, eilt die ganze Familie für Stühle und Snacks. Geld spielt bezüglich der Gastfreundschaft keine Rolle, denn egal wie arm die Familie ist, der Gast bekommt das Beste vom Haus.