Vor einiger Zeit zeigte mir mein Vater einen Text über Weihnachten den ich gerne mit euch teilen möchte.
„Was für ein Tag heute. Wir feiern die Geburt eines Revolutionärs , der sich dem Imperium entgegenstellte und sich auf die Seite der Armen, der Prostituierten und der Ausgestoßenen stellte. Ein Sohn von Vertriebenen, der sich gegen ehrgeizige religiöse Führer auflehnte, ein Rebell, der vom Staat getötet wurde.
Es ist ein Datum zum Gedenken an die Geburt eines Kampfes. Nicht die Figur, die uns von der Kirche aufgezwungen wird, sondern die eines Menschen, der für Revolution, Veränderung und Hoffnung steht.
Möge der Wandel heute geboren werden, möge die Sonne in dir scheinen, mögest du alle Kraft haben, deine Ängste zu überwinden. Jesuskind, bring Kraft, Freude und Rebellion.“
Weihnachten ist daher nicht nur ein Fest der Freude und Liebe, nein, Heute in dieser Nacht sagen wir, die Geburt die wir feiern, ist nicht nur die eines Kindes vor zweitausend Jahren. Es ist die Geburt der Hoffnung. Eine Hoffnung, die in jedem Herzen entzündet wird, das sich weigert, sich mit der Welt wie sie ist zufrieden zu geben. Weihnachten ist nicht nur eine Feier. Es ist ein Akt der Rebellion. Es ist die Erinnerung daran, dass es möglich ist, anders zu leben, dass eine andere Welt nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist.
Heute vor zweitausend Jahren kam Christus auf die Welt, aber er kam eben nicht, um Macht und Reichtum zu bringen, er kam um Liebe zu bringen, um Hoffnung zu bringen, um eine Botschaft zu bringen. Dass die Kleinen groß werden können, dass die Bescheidenen die Welt verändern können.
Jesus war eben ein Mann der keine Krone oder einen Palast besaß, er war mit denen die am Rande der Gesellschaft standen. Seine Hände waren die Hände eines Handwerkers, nicht die eines Königs. Seine Worte waren für die Unterdrückten, nicht für die Mächtigen.
Seine Hoffnung, die er mit sich trug, war radikal. Sie war nicht die Hoffnung auf eine Welt, wie sie ist, sondern auf eine Welt, wie sie sein sollte. Eine Welt, in der niemand mehr hungert, niemand mehr leidet, niemand mehr unterdrückt wird. Diese Hoffnung war nicht passiv, seine Worte waren für Frieden aber brannten wie Feuer. Er sagte, dass die Letzten die Ersten sein werden und dass die Reichen schwerer in das Reich Gottes eintreten können als ein Kamel durch ein Nadelöhr. Das war keine Botschaft des Schweigens. Es war ein Aufruf zur Rebellion. Es war ein Aufruf zum Handeln, ein Aufruf, die Tische der Händler im Tempel umzuwerfen, die Mauern des Unrechts einzureißen.
Jesus lehrte uns damit, dass Hoffnung eine Waffe ist. Keine Waffe aus Stahl, sondern eine aus Worten, aus Herzen die sich weigern, aufzuhören zu schlagen, aus Händen, die sich verbinden.
Er zeigte, dass wahre Rebellion nicht aus Hass geboren wird, sondern aus Liebe. Einer Liebe für die Menschheit, die so groß ist, dass sie die Ketten der Unterdrückung nicht erträgt.
Diese Waffe der Hoffnung, die man uns gab ist das was uns verbindet. Die Hoffnung ist nicht das Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Die Hoffnung ist die Kraft, die dich weitermachen lässt, selbst wenn die Dunkelheit übermächtig scheint. Sie ist der Same, den du in die Erde legst, obwohl du nicht weißt, ob er wachsen wird. Diese Hoffnung bedeutet, weiterzugehen, auch wenn die Schritte schwer werden. Es bedeutet, zu träumen selbst wenn die Welt dir sagt, dass Träume sinnlos sind.
Hoffnung ist die Erinnerung daran, dass selbst in den dunkelsten Nächten die Sterne scheinen. Und dass irgendwo auf dieser Welt jemand kämpft, liebt, lebt und dass wir niemals alleine sind.
Die Hoffnung lebt nicht in der Zukunft, sie lebt in jedem Schritt, den wir heute machen. Hoffnung bedeutet zu wissen, dass das Morgen nicht in Stein gemeißelt ist, dass das Leben sich wandelt, wie die Erde sich dreht. Sie lebt in der Umarmung, die geteilt wird, im Wort, das gesprochen wird, in der Hand, die gereicht wird. Hoffnung ist das Flüstern, das sagt „Es ist möglich“. Daher ist für all diejenigen die Kämpfen die Hoffnung kein Traum sondern eine Waffe. Sie ist der Glaube, dass der Schmerz nicht ewig ist, dass die Welt neu geboren werden kann, denn Hoffnung ist keine Garantie, kein Vertrag, der sagt, dass morgen besser sein wird. Hoffnung ist ein Akt der Rebellion. Hoffnung ist das Herz, das sagt „Ich gebe nicht auf, ich werde nicht akzeptieren, dass dies alles ist“. Die Mächtigen dieser Welt haben Angst vor dieser Hoffnung, denn die Stärke ihrer liegt nicht in der Macht, sondern in der Wahrheit. Sie wissen, dass, wenn viele sich verbinden, ihre Welt ins Wanken gerät. Sie wissen, dass Hoffnung ansteckend ist. Eine Flamme, die andere entzündet, eine Flamme die nicht erstickt werden kann, solange sie geteilt wird.
Wenn ich von dieser Hoffnung spreche will ich damit sagen das sie nicht naiv ist. Wir wissen, dass die Welt voller Hindernisse ist, voller Schmerz, voller Verrat. Aber wir wissen auch, dass diese Welt nicht endgültig ist. Wir wissen, dass eine andere Welt möglich ist, weil wir sie in den Augen derjenigen sehen, die sich nicht beugen, in den Tränen und im Lächeln derer die Kämpfen.
Ich glaube daher, dass Jesus kein König war, sondern ein Rebell. Kein Herrscher sondern ein Träumer. Kein Richter, sondern ein Freund. Und in dieser Freundschaft finden wir die Kraft, weiterzugehen.
Die Hoffnung, die er brachte, war nicht leicht. Es war eine Hoffnung, die blutet, die kämpft, die fällt und wieder aufsteht.
Eine Hoffnung, die nicht in den Hallen der Macht zu finden ist, sondern in den Augen derer, die sich weigern, aufzugeben.
Und so erinnern wir uns an Jesus, nicht als Figur der Religion, sondern als Symbol der Rebellion, der Solidarität und der Hoffnung. Er lehrte uns, dass die Mächtigen nicht ewig herrschen werden, dass das Unrecht nicht das letzte Wort hat, dass die Letzten die Ersten sein werden. Möge diese Nacht nicht nur ein Moment der Erinnerung sein, sondern ein Moment des Handelns. Möge das Kind, das in der Krippe liegt, uns daran erinnern, das auch wir die Macht haben, etwas Neues zu gebären. Gerechtigkeit, Freiheit, Würde. Denn Weihnachten ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist der Anfang einer Reise, die uns hinausführt aus der Dunkelheit hin zu einer neuen Morgendämmerung.
Mögen wir nie aufhören, zu hoffen, zu träumen, zu kämpfen!