Luise in Bolivien https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/ meine Erlebnisse in Santa Cruz Sat, 22 Jun 2024 00:17:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Meine Reise durch Bolivien https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/06/22/meine-reise-durch-bolivien/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/06/22/meine-reise-durch-bolivien/#comments Sat, 22 Jun 2024 00:17:03 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=157 Anfang Juni kam meine Mutter zu mir nach Bolivien, um mit mir zusammen dieses wundervolle Land zu bereisen und kennenzulernen. Denn obwohl ich hier schon einige Monate lebe, habe ich bis zu diesem Urlaub noch nicht viel von Bolivien gesehen. Santa Cruz Am ersten Tag zeigte ich ihr meine Lieblingsorte in Santa Cruz. So begannen […]

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Anfang Juni kam meine Mutter zu mir nach Bolivien, um mit mir zusammen dieses wundervolle Land zu bereisen und kennenzulernen. Denn obwohl ich hier schon einige Monate lebe, habe ich bis zu diesem Urlaub noch nicht viel von Bolivien gesehen.

Chillende Alpakas

Santa Cruz

Am ersten Tag zeigte ich ihr meine Lieblingsorte in Santa Cruz. So begannen wir den Tag in meinem Lieblingscafé in der Innenstadt mit einem ausgedehnten Brunch, spazierten anschließend zur Plaza und besuchten dort in der Nähe zwei Kunstgalerien. Das große Vorkommen von Kunst in dieser Stadt ist wirklich beeindruckend. Zu einem der nähergelegenen Parks- dem Mangopark- gingen wir auch noch, bevor wir letzte Reisevorbereitungen trafen und uns zum Busterminal begaben. Von dort aus sollte es für uns nach Sucre gehen.

Katedrahle Santa Cruz (mit Eule, ganz wichtig!)

Sucre

Als wir uns in Sucre ein wenig eingelebt haben, begannen wir die Stadt ein wenig zu erkunden. Sucre könnte, so wie es ist, auch eine Stadt in Spanien sein. All die weiß verputzten Häuser in der Innenstadt in Kombination mit den zahlreichen kolonialen Kirchenbauten erinnerten mich sehr an die Stadt Conil in Andalusien. Es war sehr hübsch anzusehen, vor allem die Plaza, die durch die majestätische Kathedrale brillierte. Von dort aus gingen wir zu einem recht hochgelegenen Aussichtspunkt namens Ricoleta, von der aus man fast die ganze Stadt sehen konnte. Dort in der Nähe fanden wir auch ein Museum für indigene Kunst, in welchem wir recht viel über die Andenvölker lernten, deren Kultur weit länger zurückreicht und wesentlich komplexer ist, als man vielleicht denken mag. Über den Mercado Principal gingen wir noch in den Parque Bolivar und den angrenzenden Dinopark, bevor wir den Tag mit einem guten Abendessen ausklingen ließen.

Sucre

Tags darauf besuchten wir ein koloniales Schloss, welches ein wenig außerhalb der Stadt lag. Trotz der Tatsache, dass die Zeit sich in den Gemäuern gut bemerkbar machte, war es zusammen mit dem riesigen Schlosspark sehr hübsch anzusehen. Später besuchten wir noch das Kathedralenmuseum, in welchem sich uns viele prunkvolle Kunstgegenstände offenbarten. Gegen Abend entschlossen wir uns spontan dazu, uns in einen Gottesdienst zu setzen. Witzigerweise stellte sich heraus, dass es ein Don Bosco Gottesdienst war. Später begaben wir uns dann zum Terminal und setzten dort unsere Reise nach Uyuni fort.

Schloss

Uyuni

Dort kamen wir leider viel zu früh an, doch das hinderte uns nicht daran direkt an diesem Tag die Salartour zu beginnen. Während wir auf den Beginn der Tour warteten, machten wir Bekanntschaft mit einer Gruppe netter Equadorianer. Diese trafen wir später während der Tour noch einige Male wieder. Der erste Halt war der Bahnfriedhof, wo man auf Bahnwracks herumklettern konnte. Danach fuhren wir weiter zum Salar. Bis zum Horizont konnte man die scheinbar endlosen Salzflächen sehen, die nur gelegentlich von Bergen unterbrochen wurden. Mitten im Salar nahmen wir auch unser Mittagessen zu uns, bevor wir zu einem Ort voller Salzskulpturen weiterfuhren. Zuletzt fuhren wir zu den Espejos, einem Teil des Salars, der noch mit Wasser bedeckt war. Zum Sonnenuntergang fühlte man sich wirklich so, als würde man schweben, da man den Himmel gleichzeitig über und unter sich sehen konnte.

Salzstatue Salar de Uyuni
Salar de Uyuni

Am nächsten Tag wurden wir nach dem Frühstück abgeholt und fuhren dann mit einer neuen Reisegruppe in Richtung Anden. Tragischerweise überfuhr unser Fahrer auf dem Weg zu unserem ersten Ziel ein Alpaka, diesen Vorfall versuchten wir schnellstmöglichzu vergessen. Das besagte erste Ziel war eine kleine Lagune, in der sich ein einsamer Flamingo befand. Später sahen wir noch zwei weitere, etwas flamingoreichere Lagunen. Wir hielten auch an sehr ungewöhnlichen Felsformationen, welche mit etwas Fantasie an Bäume errinnerten. Die letzte Station unserer heutigen Reise war die Laguna Colorada, welche uns vor allem während des Sonnenuntergangs ein gewaltiges Farbspiel bot. Dort heuerte mich unser Fahrer als Übersetzer für den nicht spanischsprachigen Teil unserer Reisegruppe an. Der Tag endete mit einer sehr langen aber letztendlich erfolgreichen Hotelsuche.

Arboles de Piedra

Am letzten Morgen in Uyuni fuhren wir schon 4:30 Uhr los, da unser Tagesplan sehr eng gestrickt war. Zuerst hielten wir bei Geysiren, welche leider aufgrund der Dunkelheit nicht allzu gut zu erkennen waren. Danach machten wir uns auf zu den Aguas Calientes, wo wir den Sonnenaufgang beim Baden in den Thermalquellen genießen konnten. Auf dem weiteren Weg trafen wir auf einige Alpakas, bevor wir bei marsähnlichen Felsformationen nahmens „Italia perdona“ ankamen, auf denen ich etwas herumkletterte. Die letzte „Natursehenswürdigkeit“ der Tour war die Laguna Negra. Von den steilen Felsen aus konnte man das tiefblaue, fast schwarze Wasser beobachten, wie es im Sonnenlicht schimmerte. Bevor wir am Abend weiter nach La Paz reisten, ließen wir den Tag noch in einem Café im Terminal ausklingen. Auch einen Powernap auf der Terminalbank genehmigte ich mir noch.

Italia Perdona
Laguna negra

La Paz

In den ersten Stunden in La Paz war ich durch eine Lebensmittelvergiftung ein wenig außer Gefecht gesetzt. Da es noch sehr früh war, sah ich auf dem Weg zur Apotheke, wie die Stadt langsam erwachte und die Chulitas ihre Stände öffneten. Als ich mich gegen Nachmittag wieder wie ein Mensch fühlte, gingen wir zum Mercado de las Brujas. An den Ständen wurden neben Souvenirs und Kräutern auch Alpakaföten verkauft, was ein sehr einprägsamer Anblick war. Wir gingen eine reichlich mit Souvenirständen geschmückten Straße entlang zu einer recht imposanten Kirche. Von dort aus besuchten wir noch die Plaza Murillo, bevor wir wieder ins Hotel gingen.

Straße nahe dem Mercado de las Brujas

Für den zweiten Tag in La Paz stand für uns die Valle de las Animas auf dem Plan. Dort hatte man einen fenomenalen Ausblick auf säulenähnliche Felsen, die früher durch schmelzendes Gletschereis geformt wurden. Der Tourguide erzählte uns viel über heilende Pflanzen, die in den Bergen wuchsen und auch über den Glauben der Andenvölker. Manche glauben zum Beispiel daran, dass die Seele nach dem Tod den Titicacasee überqueren muss, um in ein besseres Leben zu kommen. Wenn das vorherige Leben sündhaft war, geht die Seele unter. Auf den Bergen sammelten wir auch Quarze und tranken zusammen Cocatee, was einem eine sehr gute Linderung gegen die Höhenkrankheit verschaffte. Ich unterhielt mich noch sehr lange mit dem Tourguide, während wir die überwältigende Aussicht genossen.

Valle de las Animas

Tags darauf spazierte ich ein wenig im Alleingang durch die Stadt, da meine geschätzte Reisepartnerin nun vor ähnlichen Problemen stand wie ich am Ankunftstag in La Paz. Trotzdem entschlossen wir uns gegen Nachmittag per Indrive zur Valle de la Luna zu fahren. Die Umgebung dort erinnerte tatsächlich an eine außerirdische Landschaft und sah ein wenig aus wie eine kleinere Version der Valle de las animas. Im Anschluss fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man über die ganze Stadt blicken konnte. Auf dem Weg unterhielt ich mich mit unserem Fahrer über Gott und die Welt. Am Abend ging ich mir alleine noch etwas zu essen holen und entdeckte dabei eine Kunstgalerie, in der Lifekonzerte gehalten wurden. Diesen wohnte ich noch eine Weile bei, bevor ich mir einen Burger genehmigte.

Valle de la Luna
Mirador

Den letzten Tag in La Paz fuhren wir mit den Seilbahnen zu El Alto und striffen dort über einen sehr großen Markt. Es gab verschiedendste Marktstände so weit das Auge reichte. Später beobachteten wir belustigt auf der Plaza Murillo die Touristen, die von Tauben attackiert wurden, da sie sich dort unüberlegt Vogelfutter gekauft haben. Nach dem Mittagessen besuchten wir noch ein Kunstmuseum. Dort machten die Künstler u.A. auf die Missstände der indigenen Bevölkerung und der Migranten aufmerksam. Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf zum Terminal, um die lange Reise zurück nach Santa Cruz anzutreten.

Statue auf der Plaza Murillo

Ich hoffe euch haben die neuen Eindrücke von Bolivien, die ich hier mit euch geteilt habe, ein wenig gefallen. Ich versuche wieder etwas regelmäßiger zu schreiben. ¡Hasta pronto!

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Was alles so passiert ist https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/05/24/was-alles-so-passiert-ist/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/05/24/was-alles-so-passiert-ist/#respond Fri, 24 May 2024 20:50:05 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=145 Erlebnisse im Mano Amiga Unmittelbar nach Ostern wurden die Geburtstage der letzten drei Monate bei einer großen Feier zelebriert. Es gab Torte für alle, einige Kinderspiele und externe Schüler sponserten dem Mano Amiga Piñatas. Die Geburtstagskinder bekamen natürlich auch noch Geschenke. In den letzten Wochen kamen auch oft „Visitas“ also Besucher aus Unis und Hochschulen, […]

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Erlebnisse im Mano Amiga

Unmittelbar nach Ostern wurden die Geburtstage der letzten drei Monate bei einer großen Feier zelebriert. Es gab Torte für alle, einige Kinderspiele und externe Schüler sponserten dem Mano Amiga Piñatas. Die Geburtstagskinder bekamen natürlich auch noch Geschenke. In den letzten Wochen kamen auch oft „Visitas“ also Besucher aus Unis und Hochschulen, die den Kindern auf spielerische Weise z.B. Sachen über Gesundheit beibrachten. Nicht selten schlossen sie ihren Besuch mit einer Merienda ab, die üppiger war als das, was wir normalerweise bekommen. Bei einer Visita brachte jemand den Kindern (und uns Volontären) den Nationaltanz von Santa Cruz bei, welcher tatsächlich recht viel Spaß macht. Oft gingen wir in den letzten Wochen mit den Kindern in verschiedene Parks, da es meist zu kalt für das Schwimmbad war. Es ist sehr schön gelegentlich etwas Natur zu sehen, da es davon in Santa Cruz doch recht wenig gibt.

Geburtstagsfeier
Visita von Studenten

Neulich fand auch ein Fußballtournier zwischen den Hogaren statt. Dafür trainierten die Educadoras für zwei Wochen fast jeden Abend mit uns. Dieses Training zahlte sich aus, denn das erste Spiel gegen das Barrio Jovenil gewannen wir. Ich traf sogar beim Elfmeter das Tor, was mich aufgrund meines sportarmen Hintergrundes sehr stolz machte. Das zweite Tournier (das Finale) eine Woche später spielten wir gegen den Hogar Don Bosco. Dieses verloren wir zwar, endeten letztendlich aber auf dem zweiten Platz, was uns einige Belohnungen einbrachte.

Unser Fußballteam

An einem Samstag machten wir mit dem Mano Amiga einen Ausflug ins Kino, wo wir den Film Kung Fu Panda schauten. Ich genoss es sehr, dass wir mal einen Ausflug machten, denn dies ist nur selten möglich, da die Kinder den Großteil ihrer Freizeit für Hausaufgaben aufwenden müssen. Hausaufgaben dominieren leider auch meine allgemeine Arbeitszeit im Mano Amiga. Das finde ich recht schade, da ich eigentlich auch gerne Aktivitäten und Spiele mit den Kindern machen möchte.

Außerhalb der Arbeit…

In unserem Zusammenleben als Volontäre hat sich bei uns auch etwas verändert. Für einen Monat stieß Yannik zu uns, ein Student aus Deutschland, der durch Südamerika reist. Er kam an dem Abend an, an dem wir auch im Haus der Salesianer zum Abendessen eingeladen waren. Dort hatten wir gleich die Gelegenheit ihn besser kennenzulernen, während wir die kolumbianischen Empañadas, die uns serviert wurden, verschlangen.

In der Stadt habe ich in letzter Zeit viele hübsche neue Orte gefunden. Darunter einige Kunstgalerien und Museen, den Stadtpark ,, parque urbano“ und ein süßes Café in der Innenstadt, das Anna mir gezeigt hat. Solche Orte machen den Großstadtkoller wesentlich erträglicher und bringen mich dazu, meine Zeit glücklicher und auch produktiver zu verbringen. Ich finde es unfassbar schön, dass selbst diese Großstadt voll von Künstlern und regionaler Kunst ist.

Reise zum Titicacasee

Titicacasee

Da wir ein Wochenende durcharbeiteten, konnten wir Volontäre zusammen für ein paar Tage zum Titicacasee fahren. Die Hinfahrt allein war schon eine kleine Odyssee, denn nach den 18 Stunden Busfahrt nach La Paz fuhren wir noch weitere drei Stunden mit einem Minibus zur Copacabana und von dort aus mit einer Fähre zur Sonneninsel. Letzteres fiel mir durch meine Seekrankheit zwar etwas schwer, aber die Aussicht vom Dach der Fähre auf den Titicacasee ließ mich diese Unannehmlichkeit vergessen. Wir beobachteten ein nahendes Unwetter, das uns zum Glück nicht erreichte. Um das Hotel zu erreichen stiegen wir eine sehr steile Inkatreppe hinauf, was mit Gepäck und der höhenbedingt dünnen Luft schwierig war. Das Ziel war den langen weg aber absolut wert, denn die Aussicht war fantastisch und unser Hotel sehr hübsch. Nachdem wir uns eingelebt hatten, gingen wir noch in ein Restaurant. Dort bekamen wir ein traditionelles, günstiges Menü, das frisch von einer Chulita zubereitet wurde.

Isla Del Sol

Den zweiten Tag starteten wir mit dem ausgewogenen Hotelfrühstück, bei dem wir eine weitere deutsche Touristin namens Julia kennenlernten. Zusammen beschlossen wir, anstatt um die ganze Insel zu laufen wie ursprünglich geplant, die halbe Strecke mit der Fähre zurückzulegen. Am Vormittag machten Anna und ich einen kleinen Spaziergang und genossen dabei die fenomenale Aussicht. Es war beeindruckend, dass man immernoch den Etappenbau der Insel erkannte, den die Inka zum terraformen benutzten. Die anschließende Fährenfahrt bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung war zu meinem Glück sehr kurz. Beim Wandern passierten wir eine imposante Inkaruine und einige Berge und Täler. Ich genoss die Natur und die Umgebung, die ganz anders war als in Santa Cruz.

Inkaruine

Tags darauf fuhren wir wieder zur Copacabana, wo zu unserer Überraschung eine recht große Feier stattfand. Nachdem wir ein Hotel gefunden hatten, begaben wir uns auf Nahrungssuche. Eine Parade voll von kostümierten, tanzenden Menschen kreuzte dabei unseren weg einige Male und wir schauten dem Treiben begeistert zu. Mir wurde von einer Bolivianerin erklärt, dass jeder Abschnitt der Parade eine ethnische Gruppe vertrat, was die verschiedenen Kostüme und Tänze erklärte. Leider war unser Hotel sehr hellhörig, weshalb wir bis tief in die Nacht die feiernden Menschenmassen hörten. Auch am nächsten Morgen war die Feier noch in vollem Gange.

Parade

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Frohe Ostern! https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/04/02/frohe-ostern/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/04/02/frohe-ostern/#comments Tue, 02 Apr 2024 17:38:41 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=138 Die Zeit um und an Ostern forderte von uns Volontären ihren Tribut, war allerdings zur gleichen Zeit auch wunderschön. Eingeleitet wurde die „Semana Sancta“ am Montag, an dem wir im Haus der Salesianer mit den Mano Amiga Kindern Lieder sangen, das Abendmahl mit frisch gebackenem Brot feierten und ein Video schauten, das die christliche Ostergeschichte […]

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Die Zeit um und an Ostern forderte von uns Volontären ihren Tribut, war allerdings zur gleichen Zeit auch wunderschön. Eingeleitet wurde die „Semana Sancta“ am Montag, an dem wir im Haus der Salesianer mit den Mano Amiga Kindern Lieder sangen, das Abendmahl mit frisch gebackenem Brot feierten und ein Video schauten, das die christliche Ostergeschichte sehr kinderfreundlich erklärte. Später teilte einer der Hermanos uns Volontären mit, welche Aufgaben wir über die heilige Woche verteilt erfüllen sollten und welche Festivitäten und Gottesdienste anstanden.

Neben dem gewöhnlichen Arbeitsalltag, der uns auch während der Osterzeit nicht verließ, wurden Lorena und ich dazu beauftragt, Engelsflügel für die Kinder zu basteln. Diese sollten sie bei einer der Messen tragen. Wie mittlerweile fast jeden Tag, seitdem der Drucker kaputtgegangen ist, zeichnete ich auch Dienstag und Mittwoch Ausmalbilder für die Kinder, die mit ihren Hausaufgaben fertig waren. Eine Alltagsänderung, die mir sehr gefiel, war, dass wir den Rosario am Dienstag unter freiem Himmel beteten und danach eine Ostergeschichte anhörten. Zwei der Kinder im Mano Amiga vertrauten mir diese Woche auch gravierende Teile ihrer Lebensgeschichte an, was mich einerseits sehr berührte und andererseits auch massiv überforderte.

Auch gab es auch noch letzte Formalitäten für das Visum, die zu klären waren. Deshalb gingen Anna, Elias und ich in der vergangenen Woche dreimal zu einem Büro, wo wir unseren Carnet beantragten. Dies ist mehr oder weniger ein bolivianischer Personalausweis, der zum Visum dazugehört.

Am Gründonnerstag ging ich früh morgens mit Anna und Maria zuerst ins Mano Amiga und dann zum Hogar Don Bosco um Kostüme für den Via Cruzis- den Leidensweg Christi- abzuholen. Bei diesem sollten wir als Statisten fungieren. Danach zogen wir uns um, da am Vormittag eine Messe stattfand, bei der Hermano Tin zum Salesianer ernannt wurde. Diese Messe wurde sehr feierlich begangen und war an und für sich sehr schön. Darauf folgte ein gemeinsames Mittagessen im Hogar. Anschließend gab es einen weiteren Gottesdienst anlässlich zum Gründonnerstag. Diese beinhaltete unter anderem, dass der als Jesus verkleidete Marco den als Jünger verkleideten Hogarjungs die Füße wusch. Dieser Brauch war mir neu, allerdings war ich vorher auch noch nie bei einer katholischen Gründonnerstagsmesse. Spät abends gingen wir Volontäre noch einmal in die Kirche, diesmal aber nicht für einen Gottesdienst. Stattdessen fand ein stilles Gebet statt, welches wir mit selbstgewählter Musik unterstützen durften.

Via Cruzis

Mein Karfreitag begann damit, dass ich zusammen mit Felix einen Apple Crumble für Marias Geburtstag buk. In der Zwischenzeit bereitete Anna das Geschenk für sie vor. Es war ein Notizbuch was wir mit Blumen dekorierten und in dem jeder Volo eine Seite gestalten sollte. Später ging ich zusammen mit Maria zu einer Bäckerei um dort mit ihr eine Geburtstagstorte zu bestellen. Anschließend zogen wir unsere Kostüme für den Via Cruzis an. Maria spielte natürlich Mutter Maria, ich Maria Magdalena und die männlichen Mitvolos brillierten in selbstgebastelten Soldatenrüstungen. In diesem Aufzug liefen wir, vor Hitze sterbend, mit den Kindern durch die Straßen und stellten Szenen des Leidensweges Christi nach. Dies wurde mit einigen Wiederholungen des Vaterunser, sowie mit Gesang begleitet. Nach dem von mir gekochten Abendessen versuchten wir mit einem Film die Zeit bis Mitternacht zu überbrücken. 00:00 Uhr überraschten wir Maria mit einer Konfettikanone und dem Geschenk und aßen schließlich gemeinsam den Apple Crumble.

Gottesdienst Samstag

Am Samstagmorgen half ich Maria dabei, die Merienda für die Hogarjungs vorzubereiten. Danach stellte ich aus unerklärlicher Motivation selbst Erdnussbutter her und machte im Anschluss einen Workout. Auf der Arbeit bastelte ich mit Lorena weiter an den Engelsflügeln. Nach dem Abendessen verteilte ich an die Kinder T-Shirts und Kerzen für die Messe. Diese begann mit Gebeten und Gesang an einem kleinen Osterfeuer, an dem wir unsere Kerzen anzündeten und das Feuer symbolisch an die anderen weitergaben. In der Kapelle hörten wir uns viele Lesungen aus der Bibel an. Während der Messe rannte ich kurzzeitig mit einer der Educadoras zum Mano Amiga um die Flügel und Roben für die Kinder zu holen. Dann lag es an mir die Kinder aus der Kapelle zu lotsen und ihnen die Kostüme anzuziehen. Mir war es sehr peinlich, den Gottesdienst damit zu stören. Nach der Messe fuhren wir zum Haus der Hogarköchin, wo Marias Geburtstagsfeier stattfinden sollte. Die Feier war sehr heiter, wenn auch etwas chaotisch und sorgte dafür, dass wir erst 4:00 Uhr morgens wieder zuhause waren.

Marias Geburtstag

Etwas übermüdet ging ich morgens mit den anderen zur Ostermesse, welche sogar noch gesangsreicher war als die vorherigen Gottesdienste. Im Anschluss gingen alle zum Hogar Don Bosco, wo wir Volontäre mit den Kindern verschiedene Aktivitäten machten. Ich spielte mit den Kindern- hauptsächlich mit den Jungs aus dem Techo- Basketball. Dabei bekam ich das Kompliment, dass ich fast so gut spiele wie ein Mann… Als wir den Platz räumen mussten, tanzten wir mit einigen der Kinder Zumba, was tatsächlich Spaß machte. Nach dem Mittagessen knüpften wir noch Armbänder und danach beaufsichtigte ich die Mädchen im Schwimmbad. Als unsere Arbeit getan war, putzten wir Volos noch zusammen das Haus und bestellten danach Pizza, um uns nach diesem Tag etwas zu belohnen. Meine Familie fehlte mir dieses Ostern zugegebenermaßen sehr, da ich noch nie ein Osterfest ohne sie verbracht habe.

Wie ihr seht war meine Osterzeit ein wenig chaotisch, aber voll von Erlebnissen. Hoffentlich gefällt euch dieser Bericht ein wenig. 🙂

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Eine ereignisreiche Zeit https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/03/24/eine-ereignisreiche-zeit/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/03/24/eine-ereignisreiche-zeit/#respond Sun, 24 Mar 2024 17:35:00 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=121 Seit meinem letzten Blog ist einige Zeit vergangen und somit ist auch tatsächlich einiges passiert, wovon ich jetzt berichten kann. Dazu zählt vor allem ein atemberaubender Ausflug nach Samaipata. Erlebnisse auf der Arbeit Meine Arbeit bot in den letzten Wochen nur wenige Abwechslungen. Die Chefin und zwei der Educadoras hatten Geburtstag, was jeweils mit einer […]

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Seit meinem letzten Blog ist einige Zeit vergangen und somit ist auch tatsächlich einiges passiert, wovon ich jetzt berichten kann. Dazu zählt vor allem ein atemberaubender Ausflug nach Samaipata.

Aussicht von Spaziergang in Samaipata

Erlebnisse auf der Arbeit

Meine Arbeit bot in den letzten Wochen nur wenige Abwechslungen. Die Chefin und zwei der Educadoras hatten Geburtstag, was jeweils mit einer etwas extravaganteren Merienda gefeiert wurde, meist mit Kuchen. Auch bastelte ich für diese Anlässe mit den Kindern Geburtstagskarten, was manchmal ziemlich chaotisch war. An einem der weniger geregelten Tage hatte ich Zeit mit den Kindern zu tanzen, dabei hatte ich sehr viel Spaß. Auch die wöchentlichen Schwimmbadbesuche waren bisher immer eine schöne Abwechslung zum altgewohnten Arbeitstrott. Für eine Aktion, welche auf den Wert des Wassers für den Menschen aufmerksam machte, bastelte ich zusammen mit Lorena Wassertropfenkostüme für einige der Kinder. Eine etwas unangenehmere Abwechslung war das allmonatliche auskämmen der Läuse der Mädchen, vor allem weil die Anzahl dieser Tiere bei manchen Mädchen enorme Ausmaße annahm. Ich will mir gar nicht vorstellen wie sehr sie darunter gelitten haben. Da gestern das Schwimmbad durch eine Volkszählung, bei der niemand das Haus verlassen durfte, ausfiel, flochten Anna und ich mit den Kindern zusammen Armbänder. Dabei lernte ich mehr von den mädchen als sie von mir.

Regentropfenkostüm

Die Sache mit dem Visum…

Auch den Kampf um mein Visum führte ich in den letzten Wochen eisern weiter. So beantragte ich für viel zu viel Geld ein neues Führungszeugnis bei Interpol. Nach einem weiteren Fehlschlag, welcher durch ein falsches Datum auf einem meiner Dokumente zustande kam, hielt ich das Visum endlich in meinen Händen. Jetzt fehlt nur noch der bolivianische Ausweis, welchen ich mit meinen Mitvolontären nächsten Dienstag beantragen werde.

Was im Voluntärshaus und Umgebung so passiert ist

Zwischenzeitlich nahmen wir zwei Babykatzen bei uns im Voluntärshaus auf und wir kümmerten uns meines Erachtens nach wirklich gut um sie. Trotzdem verließen sie uns leider schnell wieder. In einem englischsprachigen Kino schauten wir uns zusammen den Film Dune an. Ich war sehr froh darüber einmal einen Film auf Originalsprache im Kino zu sehen, vor allem weil es ein so guter Film war. Mit Anna ging ich an einem meiner freien Tage zu einem Bazar, der vom Hogar Don Bosco veranstaltet wurde. Dort wurden wir beide fündig und stockten großzügig unsere Gaderobe auf. Letzte Woche kam Annas Bruder zusammen mit seiner Freundin zu Besuch, nachdem beide mit Anna Urlaub in Peru gemacht haben. Allerdings blieben sie nur für kurze Zeit bei uns. Seit der Vorletzten Woche habe ich damit angefangen regelmäßig vor der Arbeit zu trainieren, teils mit und teils ohne meine Mitmenschen, um meine Freizeit etwas sinnvoller zu verbringen als bisher.

Neue Orte in meiner inneren Stadtkarte

Mi der Hilfe von Max entdeckte ich neulich einen großen Markt, der den Namen Mercado Abasto trägt. Dort gibt es innerhalb der teils verwinkelten Gassen wirklich alles zu kaufen was man braucht und das sogar günstiger als bei „unserem“ Markt, wo wir uns normalerweise verpflegen. Auch besuchte ich zwei mir neue Stadtparks, welche eine wirkliche Erholung vom dauerhaft gleichen Stadtbild waren. Beide Parks benutze ich als Orte zum Zeichnen und Lesen, wenn ich Zeit dazu finde. Auch meine Kunstleidenschaft weiß ich hier mittlerweile zu befriedigen. Im Stadtzentrum fand ich eine sehr hübsche Galerie, welche ausschließlich Bilder von südamerikanischen Künstlern ausstellt. Etwas weiter am Stadtrand gibt es auch das Café ,,Ateneo de Campo“, eine Kombination aus Kunstgalerie und Café. Die dort ausgestellten Bilder waren allesamt wunderschön. Dort werden auch Kunstkurse angeboten, welche mir aber leider zu teuer sind.

Ateneo de Campo

Exkursion nach Samaipata

Letzte Woche machten wir einen Ausflug nach Samaipata. Das ist ein sehr schönes Dorf, welches relativ in der Nähe von Santa Cruz liegt. Als wir dort ankamen regnete es in Strömen, weshalb wir uns vorerst in ein Restaurant setzten und uns später wegen der Kälte Alpakawollpullis kauften. Später war das Wetter mehr auf unserer Seite, wodurch wir die Chance hatten das Dorf ein wenig zu erkunden. An einigen Häusern waren hübsche Wandgemälde, die Straßen waren sauber und egal in welche Richtung man sah war der Horizont geschmückt von grün bewachsenen Bergen. Nach einiger Zeit gingen wir in unsere Herrberge, deren Eigentümer witzigerweise aus Deutschland kam. Dieser gab uns einige Empfehlungen, was man in Samaipata alles unternehmen kann. Später machte ich einen Spaziergang in Richtung der nächstgelegenen Berge. Einen davon bestieg ich indem ich einem Trampelpfad nach oben folgte und als dieser sich verlor querfeldein lief. Der atemberaubende Ausblick war jede Anstrengung wert. Nach dem Abstieg ging ich noch ein wenig weiter durch die Natur und durch Teile des Dorfes. Am Abend gingen wir zusammen zu einem Mexikanischen Restaurant, wo sogar Lifemusik für uns gespielt wurde, die uns den heiteren Abend noch mehr versüßte.

Was ich bei meinem Spaziergang gesehen habe

Tags darauf genossen wir zuerst ein sehr reichhaltiges Frühstück, bevor wir unsere Zimmer räumten und uns dann ins Dorfzentrum begaben. Von dort aus fuhren wir mit Motorradtaxis zu der Inkaruine El Fuerte. Bei der Fahrt hatte man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Berge und die größtenteils von Menschen unberührten Wälder. Allerdings war mir das Fahren ohne Schutzhelm an manchen Stellen doch etwas suspekt, vor allem als mein Fahrer mit einem anderen eine Art Wettlauf veranstaltete. Die recht überschaubaren Ruinen bestanden aus einem rituell behauenen Felsen und einigen Grundrissen von kolonialzeitlichen Häusern. Den Rückweg von El fuerte legten wir zu Fuß zurück und dabei flog ein Schwarm grüner Papageien direkt über unsere Köpfe. Es war allgemein eine schöne Wanderung, die den Sonnenbrand wert war, der uns alle später ein wenig quälte.

Ausblick von El Fuerte

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Perspektivwechsel beim Zwischenseminar in Cochabamba https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/03/03/perspektivwechsel-beim-zwischenseminar-in-cochabamba/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/03/03/perspektivwechsel-beim-zwischenseminar-in-cochabamba/#comments Sun, 03 Mar 2024 17:22:37 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=96 Letzten Samstag fuhren wir zum Zwischenseminar, welches in Cochabamba stattfinden sollte. Unsere Abfahrt verspätete sich geringfügig, da einige Menschen aufgrund eines überraschenden Wolkenbruchs noch ihre Wäsche trockenföhnen mussten. Das war allerdings nicht schlimm, da bolivianische Busabfahrtszeiten sowieso eher Richtlinien sind. Am Busterminal wollte uns jede zweite Person irgendwas verkaufen. Als wir endlich im erstaunlich bequemen […]

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Letzten Samstag fuhren wir zum Zwischenseminar, welches in Cochabamba stattfinden sollte. Unsere Abfahrt verspätete sich geringfügig, da einige Menschen aufgrund eines überraschenden Wolkenbruchs noch ihre Wäsche trockenföhnen mussten. Das war allerdings nicht schlimm, da bolivianische Busabfahrtszeiten sowieso eher Richtlinien sind. Am Busterminal wollte uns jede zweite Person irgendwas verkaufen. Als wir endlich im erstaunlich bequemen und verhältnismäßig luxuriösen Bus saßen, stieg meine Vorfreude auf das Seminar. Schließlich war das mehr oder weniger meine erste Möglichkeit eine andere Stadt in Bolivien zu sehen.

Früh morgens kamen wir endlich in Cochabamba an und fuhren zu der dortigen Don Bosco Einrichtung. Es war ein sehr hübsch begrüntes, riesiges Areal. Wir wurden mit Kaffee und Frühstück begrüßt und anschließend begaben wir uns in die etwas weiter entfernte Innenstadt. Da es aber in Strömen regnete, kauften wir nur ein paar Sachen ein und gingen etwas essen, bevor wir den Rückweg antraten. Das Zwischenseminar wurde am Abend sehr entspannt mit einer Vorstellrunde und einem Spieleabend eingeleitet.

Ausblick auf die Stadt Cochabamba

Am Montag besprachen wir unsere Erlebnisse und Erfahrungen, welche wir bisher in unserem Freiwilligendienst gesammelt haben, sowie unsere Aufgaben in den Projekten und den Verlauf unserer Emotionen in dieser Zeit. Da ich leider von einer hartnäckigen Angina geplagt wurde, partizipierte ich nicht an den außerseminarischen Aktivitäten.

Den Dienstagvormittag verbrachte ich größtenteils im Bett. Als es mir etwas besser ging, wohnte ich der Seminarsession bei, bei welcher wir alle offen über unsere individuellen Probleme reden und Lösungsansätze finden konnten. Es war schön und befreiend zu hören, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Am Abend als wir ausgingen deckte ich mich in einer Apotheke mit Medikamenten ein, damit ich nicht das ganze Seminar im Bett verbringen musste.

Wasserfall

Direkt nach dem Frühstück begann am Mittwoch unser Ausflug in die Berge von Cochabamba. Schon der Ausblick aus dem Busfenster- nebelverhüllte Berge hinter tiefgrüner Vegetation- war sehr hübsch anzusehen. Nachdem wir unser Gepäck abgelegt hatten, gingen wir begleitet von Hunden zu einer Aussichtsebene, von der aus man sowohl einen Fluss, als auch die Stadt am Fuße des Berges sehen konnte. Die Luft war dünn, aber der Ausblick war jede Anstrengung wert. Am Nachmittag liefen wir am Flussbett entlang bis zu dem Wasserfall, den wir von der Bergspitze aus gesehen haben. Den steinigen Weg lief ich größtenteils barfuß, da wir recht oft das Wasser überqueren mussten. Am Wasserfall angekommen gingen wir alle im eiskalten Fluss baden, was sehr vitalisierend wirkte. Auf dem Rückweg liefen wir an einem engen, ungesicherten Bergpass entlang. Später, als wir wieder zuhause waren, machten wir noch einen Spieleabend.

Aussicht vom Berg

Donnerstags stellten wir jeweils unsere Einsatzländer vor, dabei brillierte die Argentiniengruppe, welche neben spannenden Erzählungen auch argentinische Süßigkeiten und Mate zu bieten hatten. Für die Abendgestaltung waren wir dieses Mal selbst verantwortlich, weshalb jeder von uns dazu beitrug, ein Quiz zu erstellen. Dieses war sehr unterhaltsam, eskalierte allerdings schnell, weshalb sich Anna beim Kampf um den Ball, welcher als Buzzer diente, die Nase brach. Trotz dieses Zwischenfalls dehnte sich unser Beisammensein bis in die frühen Morgenstunden aus.

Am letzten Tag des Seminars fand nur noch eine Feedbackrunde statt, die allgemein sehr positiv ausfiel. Danach fuhren wir mit gepackten Koffern in die Innenstadt, wo wir uns auf einem riesigen Markt erst einmal etwas zu Essen suchten. Später fuhren wir noch zu der recht bekannten Jesus-Statue namens Cristo de la Concordia. Diese befand sich auf einem Gipfel im Stadtzentrum. Ich persönlich fand den Ausblick ins Tal schöner als jenen großen, wohlgeformten Stein. Nach diesem Ausflug fuhren wir wieder nach Santa Cruz.

Cristo de la Concordia

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen. ¡Hasta pronto!

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Unterbrochene Routine https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/27/unterbrochene-routine/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/27/unterbrochene-routine/#respond Mon, 26 Feb 2024 23:38:48 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=100 Langsam aber sicher hat sich in meinem Arbeitsalltag eine Routine gebildet. Hausaufgaben, Merienda, duschen und Wäsche waschen, Abendessen, Haushaltsarbeiten und Spielezeit gehören für mich zu jedem Tag dazu. Aus diesem Grund fallen die Tagesschilderungen in Zukunft eher kurz aus. Mein letzter Montag war sehr produktiv. Ich wusch meine Wäsche, erledigte im Café Ateneo einige Aufgaben […]

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Langsam aber sicher hat sich in meinem Arbeitsalltag eine Routine gebildet. Hausaufgaben, Merienda, duschen und Wäsche waschen, Abendessen, Haushaltsarbeiten und Spielezeit gehören für mich zu jedem Tag dazu. Aus diesem Grund fallen die Tagesschilderungen in Zukunft eher kurz aus.

Mein letzter Montag war sehr produktiv. Ich wusch meine Wäsche, erledigte im Café Ateneo einige Aufgaben und war dabei, wie man so schön sagt, ,,richtig im flow“ . Auf der Arbeit half ich den Kleinen dann bei den Hausaufgaben und schaffte es, sie davon zu überzeugen, jene auch zu beenden. Langsam aber sicher beginnen die Kinder auch damit mir zu vertrauen und mich zu respektieren. Nach dem Abendessen spielten wir noch Fußball. Zur Schlafenszeit wurde mir die alleinige Aufsicht über die Kinder erteilt, was mich ein wenig verunsicherte, doch alles lief zum Glück gut.

Dienstags bekamen wir besuch von einem Volontär aus Argentinien, der vor dem Zwischenseminar in Cochabamba noch andere Teile von Bolivien sehen wollte. Im Mano Amiga wurde mir aufgetragen die Kinder mit Lernschwierigkeit während der Hausaufgabenzeit zu beschäftigen. Wir bastelten Origami- Mäuse, welche am Ende tatsächlich bei allen gut aussahen. Währenddessen wurden zwei meiner Schützlinge von ihrem Großvater abgeholt, was in meinen Augen sehr plötzlich geschah und mich auch recht traurig stimmte, da mir die Geschwister ans Herz gewachsen waren.

Da meine ursprüngliche Hausaufgabengruppe nur noch aus drei Kindern bestand, wurde ich diesen Mittwoch wieder den kleinen Kindern zugeteilt. Ich half ihnen bei den sehr zeitaufwendigen Kunsthausaufgaben, später wurden Anna und ich noch dazu beauftragt Hefte für die Kinder einzuschlagen. Abends spielte ich mit den Kindern noch Basketball und Fangen, bis sie gut ausgepowert waren (und ich auch).

Freitag war wohl der spektakulärste Tag dieser Woche. Morgens war der Plan, das Visum zu beantragen. Allerdings nur für zwei von uns, da der Rest noch kein Führungszeugnis hatte. Nach ewigem Warten und Passbilder machen kamen wir endlich dran. Dort erfuhr ich, dass meine Übersetzung des Führungszeugnisses nicht von der richtigen Person beglaubigt wurde, weshalb ich ohne Visum wieder heimlief. Zuhause entschieden wir, in ein größeres Einkaufszentrum zu gehen, dort etwas zu essen und später zu den Espejillos zu fahren. Das sind Wasserfälle in der Nähe von Santa Cruz.

Fluss

Zuerst fuhren wir mit dem Micro (Bus) zu einem großen Markt genannt „La Ramada“, wo wir in einen ,,Trufi“ umstiegen. Dieser kutschierte uns dann zu den Espejillos. Anfangs dachten wir noch, dass wir nur 40 Minuten laufen müssten, was allerdings ein großer Irrtum war. Wir liefen an Wäldern entlang, durch einen Fluss und an vereinzelten Häusern vorbei, bis wir von jemanden erfuhren, dass man zu Fuß bis dahin drei Stunden brauchen würde. Also fragte Anna (unsere Mitvolontärin) diverse Leute, ob sie uns zu den Espejillos fahren könnten. Ein bolivianischer Bauarbeiter sagte letztendlich zu, uns auf seinem Mofa gegen Bezahlung mitzunehmen. Die abenteuerliche Fahrt auf einem viel zu kleinen Mofa, entlang an fast unberührter Natur auf hügeligen, kaum befahrbaren Straßen war eigentlich schon ein Erlebnis für sich. Die Aussicht war himmlisch- endlich mal wieder Natur nach über einem Monat reinem Stadtleben.

Brücke bei den Espejillos

Als wir schließlich da waren erfuhren wir, dass die Espejillos eigentlich schon geschlossen waren. Trotzdem ließ man uns nach einigem Diskutieren für einen kleinen Aufpreis herein. Wie flüssiges Silber rann das Wasser die Felsen hinunter und je höher wir gingen, desto größer wurden die Wasserfälle. Dieser magische Eindruck verstärkte sich noch dadurch, dass wir alleine dort waren, da die Anlage an sich schon geschlossen war. Nachdem wir etwas geschwommen und auf den Felsen herumgeklettert sind, führte man uns zum größten Wasserfall. Von einer höheren Ebene aus sprangen wir ins Wasser und genossen jede Sekunde dieser fantastischen Aussicht.

Miniwasserfall

Es war bereits dunkel, als wir die Espejillos verließen und uns fragten, wie wir zurückkommen sollten. Schließlich fuhr uns der Inhaber gegen Bezahlung mit seinem Geländewagen. Da dieser keine Sitze hatte, saßen wir auf der Ladefläche und hörten dabei Musik. Gelegentlich stand ich auf und ließ den Fahrtwind mein Gesicht streifen. Der Wald war im Schein des Vollmonds wunderschön und ich war so glücklich wie ich es hier noch nie gewesen bin.

Der größte Wasserfall

Wieder zu Hause wuschen wir unsere Sachen und aßen danach Chili con Carne, danach gingen wir noch aus.

Das war erst einmal alles. Ich hoffe euch gefällt dieser kleine Ausschnitt aus meinem Leben.

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Nachbeben des Karnevals https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/19/nachbeben-des-karnevals/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/19/nachbeben-des-karnevals/#comments Mon, 19 Feb 2024 17:10:13 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=89 Am Karnevalssonntag waren wir nach der Arbeit bei einer der Köchinen des Hogars eingeladen. Da ich später Schluss hatte als die anderen, kam ich mit einem Uber nach. Es ist ein wenig seltsam, in einer nahezu fremden Stadt zu einer unbekannten Adresse zu fahren und einfach zu hoffen, dass der Fahrer den Weg kennt. Vor […]

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Am Karnevalssonntag waren wir nach der Arbeit bei einer der Köchinen des Hogars eingeladen. Da ich später Schluss hatte als die anderen, kam ich mit einem Uber nach. Es ist ein wenig seltsam, in einer nahezu fremden Stadt zu einer unbekannten Adresse zu fahren und einfach zu hoffen, dass der Fahrer den Weg kennt. Vor Ort wurde ich sehr herzlich begrüßt und mit Schaum besprüht. Maria wurde zur Karnevalskönigin ernannt und dies wurde ausgelassen gefeiert mit Tanz, Musik und ein paar kalten Getränken. Mittlerweile reicht mein Spanisch auch für längere Gespräche aus.

Tags darauf fand im Mano Amiga auch ein Karnevalsfest statt. Verkleidet gingen die Mädchen am Vormittag in den Hogar und spielten dort Karnevalsspiele wie sie auch in Deutschland üblich sind. Nach dem Mittagessen fand auch noch eine epische Wasserschlacht statt, welche mit Wasserbomben begann und darin endete, dass ich mit Eimern beschüttet wurde. Wasser- Schaum- und Farbschlachten sind hier eine sehr übliche Karnevalstradition.

Die verkleideten Mädchen im Hogar

Die zwei folgenden Tage bestanden nur aus dem normalen Arbeitsalltag, deshalb fallen diese aus meiner Erzählung weg. Am Donnerstag kamen die anderen deutschen Volos aus dem Urlaub zurück. Sie erzählten viel über ihre Erfahrungen und Eindrücke, welche sie bei ihrer Reise gesammelt haben. Anschließend gingen wir noch in das Internetcafé, wo wir die Gespräche über ihren Urlaub fortführten.

Freitag früh beantragten wir zusammen das Visum, wofür kurioserweise auch eine Gesundheitskontrolle nötig war, welche aus einer Blutabnahme und einer Standarduntersuchung bestand. Daraufhin beschloss ich in die Stadt zu gehen, vorrangig um Briefmarken zu kaufen. Allerdings scheinen in diesem Land keine Briefmarken zu existieren, denn weder in DHL- Zentren noch irgendwo anders waren sie zu kaufen. Da ich schon in der Innenstadt angekommen war, beschloss ich sie gleich noch ein wenig zu erkunden und entdeckte tatsächlich einige schöne Ecken.

Hübsches Haus im Stadtzentrum

Am Samstag morgen flog einer der Volontäre nach Deutschland, da sein Vater zum Erzbischof ernannt wird. Wie jeden Samstag gingen wir mit den Kindern ins Schwimmbad. Dort fungierte ich wieder als Sprungturm und Boot, was tatsächlich viel Spaß machte. Anschließend spielten wir noch Völkerball und danach half ich den Kindern bei ihren Haushaltspflichten. Am Abend gingen wir Volos noch Pizza essen, allerdings war dieses Pizzarestaurant nicht so gut wie das letzte.

An diesem Sonntag beschloss ich früher arbeiten zu gehen, deshalb begann mein Tag schon mit der Messe. Dieser konnte ich allerdings nicht lange beiwohnen, da man mich dazu beauftragt hat ein krankes Kind ins Bett zu bringen und auf es aufzupassen. Nach der Merienda halfen Anna und ich den Kindern bei ihren Hausaufgaben und später auch bei ihren Haushaltsarbeiten. Der Kunst Kinder zum Lernen und Aufräumen zu motivieren bin ich leider bis jetzt noch nicht wirklich mächtig. Später sortierten wir noch die neuen Kleiderspenden. Nach der Arbeit hatten wir wieder eine Verabredung mit der Hogarköchin. Als wir dort ankamen erfuhren wir, dass wir eigentlich viel zu spät da waren, doch trotzdem begegnete man uns mit großer Gastfreundschaft. Bis 23:00 Uhr saßen wir bei ihr, führten Gespräche, aßen und ließen das Wochenende entspannt ausklingen.

Kirche nah am Stadtzentrum

Mehr gibt es momentan nicht zu erzählen. Ich hoffe euch gefallen diese kurzen Einblicke in mein Leben hier. ¡Hasta pronto!

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Fiesta, Fiebre, Carneval https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/11/fiesta-fiebre-carneval/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/11/fiesta-fiebre-carneval/#respond Sun, 11 Feb 2024 17:08:26 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=74 Letzte Woche Samstag fand ein Zusammentreffen aller Hogare statt. Es ist wohl ein Highlight für viele der Kinder und Jugendlichen, da sie an diesem Tag all ihre Freunde wiedersehen konnten, welche in andere Unterkünfte versetzt wurden. Der Tag begann mit einer gesangsreichen Messe. Darauf folgten zahlreiche, teils sehr eindrucksvolle Tanzeinlagen, mit welchen sich die verschiedenen […]

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Letzte Woche Samstag fand ein Zusammentreffen aller Hogare statt. Es ist wohl ein Highlight für viele der Kinder und Jugendlichen, da sie an diesem Tag all ihre Freunde wiedersehen konnten, welche in andere Unterkünfte versetzt wurden. Der Tag begann mit einer gesangsreichen Messe. Darauf folgten zahlreiche, teils sehr eindrucksvolle Tanzeinlagen, mit welchen sich die verschiedenen Hogare repräsentierten. Am frühen Nachmittag fand dann ein Basar statt, bei dem auch ich eingeteilt war. Dort konnten sich die Kinder mit durch Spiele erworbenen Tickets Spielzeuge wie Barbies, Plüschtiere, Spielzeugautos usw. kaufen. Anfangs war das Durcheinanderschreien der Kinder sehr überfordernd für mich und mein verbesserungsfähiges Spanisch, irgendwann fand ich mich aber doch zurecht. Später aßen wir zuhause Egg Fried Rice, bevor wir mit einigen der Educadores noch in eine ausgingen um den Tag ausklingen zu lassen.

Eine Tanzvorführung der Kinder

Die drei darauf folgenden Tage war ich erst einmal krank. Glücklicherweise werden wir Voluntäre kostenlos von den Hogarärzten behandelt, weshalb ich schnell mit Medikamenten versorgt wurde. Zusätzlich ernährte ich mich von selbstgekochter Suppe und gönnte mir Ruhe um schnell wieder gesund zu werden. Zeitgleich versanken meine deutschen Mitvoluntäre in ihrer Reisevorbereitung und verabschiedeten sich schließlich in ihren wohlverdienten Urlaub. Als sie weg waren unterhielt ich mich häufig auf Bastelspanisch mit der ebenfalls kranken Lorena über Gott und die Welt. Es war schön, nicht alleine zu sein. Mit den verbliebenen Voluntären schaute ich öfter Filme, wir aßen zusammen und auch sonst wussten wir uns zu beschäftigen.

Am Mittwoch fühlte ich mich endlich wieder gesund genug um zu arbeiten. Da die Ferien nun vorbei waren, half ich den Kindern nun bei ihren Hausaufgaben. Während die Jüngeren sich mit Schreibübungen beschäftigten, plagten sich die Älteren mit Rechenaufgaben. Ich muss ehrlich zugeben, dass die meisten Kinder hier eine hübschere Handschrift haben, als ich in deren Alter hatte. Für diejenigen, die schon eher fertig waren, zeichnete ich wieder Bilder zum Ausmalen vor. Nach den Hausaufgaben spielten wir ein wenig und ein paar Kinder posierten für ein Dankesfoto für Spender aus Saalfeld. Später beteten wir noch ein Rosenkranzgebet, welches sich nach meinem Zeitgefühl endlos in die Länge zog. Darauf folgte das Abendessen und schließlich war es Zeit für die Kinder schlafen zu gehen. Ich erhielt den Auftrag aufzupassen, dass die Kinder im Bett blieben, was durch meinen geringen Autoritätsstatus nur semigut funktionierte.

Besagtes Dankesfoto an die Spender aus Saalfeld

Am Donnerstag ging ich zur deutschen Botschaft in Santa Cruz um einige organisatorische Dinge zu klären. Auf dem Weg dahin, den ich zu Fuß zurücklegte, stellte ich fest, wie dreckig die Luft in Santa Cruz ist. Unwillkürlich stellte ich mir vor, wie es den vielen Straßenkindern ergehen musste, die diesem Großstadtdunst Tag und Nacht ausgesetzt waren. Dieser Gedanke bewegte mich den ganzen Tag lang. Trotz der Sentimentalität beschloss ich mit Maria am Samstag zum Karneval zu gehen, da dies hier in Bolivien wie in vielen anderen südamerikanischen Ländern ein Highlight ist. Deshalb tauschte ich meinen zweiten freien Tag für diese Woche von Freitag auf Samstag, weil ich mir dieses einmalige Erlebnis nicht entgehen lassen wollte.

Ein hübsches Gebäude auf dem Weg zum deutschen Konsulat

Der Freitag begann mit strömenden Reagen, welcher die Luft reinigte und die langsam verdorrenden Pflanzen wieder zum Leben erweckte. Die Arbeit gestaltete sich recht deckungsgleich zum Mittwoch, abgesehen davon, dass mir die Mädchen beim Waschen ihrer Kleidung stolz ihre Seifenblasenkünste zeigten, was sehr süß mit anzusehen war. Abends kochte Marco für uns verbleibende Voluntäre ein leckeres, typisch equadorianisches Gericht.

Nun kam endlich der lang ersehnte Samstag – Tag des Karnevals. Zusammen mit Maria fuhr ich am frühen Abend in einen Außenbezirk der Stadt, dort sollte nämlich die Parade stattfinden. Langsam füllte sich der Platz mehr und mehr mit Menschen. Wir holten uns etwas zu essen und ein paar Biere, dann begann auch schon der Festzug. Tausende bunt gekleidete Tänzer und Tänzerinnen füllten die Straße, es wurde viel gejubelt und das Publikum besprühte sich gegenseitig mit Seifenschaum. Einige Stunden sahen wir diesem regen Spektakel zu, bis wir irgendwann beschlossen mit Marco und einem seiner Freunde noch weiterzuziehen. Nach einiger Zeit des Suchens entschieden wir uns für einen Club im Stadzentrum, wo wir uns die Seele aus dem Leib tanzten und alle Lieder die wir kannten lautstark mitsangen. Für uns endete der Karneval erst in den frühen Morgenstunden.

Ausschnitt aus dem Karnevalstreiben

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Tage voller Ereignisse https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/01/tage-voller-ereignisse/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/02/01/tage-voller-ereignisse/#comments Thu, 01 Feb 2024 22:22:39 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=51 Letzten Sonntag war ich noch einmal bei den kleinen Jungen eingeteilt. An diesem Tag wurde das Frühstück der Jungen von einer Organisation gespendet, weshalb es diesmal statt Brötchen mit Ei einen Hotdog mit Chickenwings und einem Stück mir unbekanntem Wurzelgemüses gab. Darüber freuten sich die Kleinen sehr. Nach dem Frühstück ging es in die Kirche […]

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Letzten Sonntag war ich noch einmal bei den kleinen Jungen eingeteilt. An diesem Tag wurde das Frühstück der Jungen von einer Organisation gespendet, weshalb es diesmal statt Brötchen mit Ei einen Hotdog mit Chickenwings und einem Stück mir unbekanntem Wurzelgemüses gab. Darüber freuten sich die Kleinen sehr. Nach dem Frühstück ging es in die Kirche und es wäre eine Lüge zu sagen, dass mich der katholische Gottesdienst auf spanisch nicht überfordert hätte. Der Rest der Arbeit war recht unspektakulär, weshalb ich gleich zum Nachmittag übergehe. An diesem ging ich zusammen mit einem der Voluntäre in ein Internetcafé und anschließend zum Supermarkt IC- Norte. Dort gab es im Unterschied zu Deutschland Personal, welches die Türen aufhielt, den Einkauf einpackte und die Taschen während des Einkaufs wegschloss, um Diebstahl zu verhindern.

So sehen übrigens die Straßen in Santa Cruz aus.

Am Montag traf ich mich mit Paolo, um mit ihm meine Simkarte zu beantragen. Dies ist hierzulande tatsächlich ziemlich umständlich. Auch besprach ich mit ihm meinen Wunsch mit den Mädchen im Mano Amiga zu arbeiten anstatt mit den Jungen im Hogar. Dieser Wunsch rührte daher, dass ich in Indien in einem Mädchenheim gearbeitet hätte und mir die Arbeit mit männlichen Teenagern nicht zutraue. Überraschenderweise begann nur wenige Stunden später mein erster Arbeitstag im Mano Amiga. Ich war sehr glücklich darüber, dass man hier so gut und schnell auf meine Bedürfnisse eingegangen ist.

Gleich als ich das Gelände betrat stürmten einige neugierige Mädchen auf mich zu. Wieder begannen die Fragen nach meinem Namen, meinem Alter und meiner Herkunft, welche ich gern beantwortete. Zusammen mit Anna und mir malten die Mädchen, was schließlich darin endete, dass ich hunderte Blumen, Schmetterlinge, Dinos und Pandas zum Ausmalen vorzeichnete. Danach wuschen die Mädchen ihre Haare und ihre Kleidung, woraufhin wir sie kämmten und frisierten. Später gingen wir in den Hogar zu einem Vorevent des Don Bosco Festes, welches am Mittwoch stattfinden sollte. Während der ganzen Vorstellung schlief einer der kleinen Jungen aus dem Mano Amiga auf meinem Schoß. Als die Vorstellung vorbei war wollten mich die Jungen aus dem Hogar nicht gehen lassen. Zurück im Mano Amiga verteilten wir noch das Abendessen, bevor ich schließlich ging.

Der Dienstag begann mit einem Orgatreffen für die Voluntäre bei dem besprochen wurde, wer welche Aufgaben bei dem Don Bosco Fest übernimmt. Ich entschied mich dafür das Basketballspiel zu übernehmen, zumal dies das einzige Ballspiel ist das ich kann. Daraufhin begann mein zweiter Arbeitstag im Mano Amiga. Zuerst beschäftigten wir die Mädchen mit Spielen und Tanzeinlagen, bei welchen die Kinder eher halbherzig partizipierten, da ihnen die Musikvideos interessanter erschienen. Dann wurde es wieder Zeit Haare und Kleidung zu waschen, die Mädchen zu Kämmen und zu frisieren. Anschließend gingen wir in die Kirche wo wieder ein Vorevent für das Don Bosco Fest stattfand. Danach gab es Abendessen für die Mädchen- Hühnchen mit Reis wie immer. Am Abend spielte ich mit den Mädchen noch Fangen, wirbelte sie gelegentlich zu ihrem Vergnügen durch die Luft und genoss die Zeit mit ihnen.

Die Kinder aus dem Mano Amiga in der Kirche

Am Mittwoch war nun endlich das Don Bosco Fest, auf das sich die Kinder schon so lange gefreut haben. Dieses begann mit einer Messe, bei welcher sehr viel gesungen wurde. Anschließend gingen wir gemeinsam in den Hogar, wo die Kinder friedlich spielten. Währenddessen half ich die Tische für das Mittagessen vorzubereiten. Nach dem Mittagessen spielten wir mit einigen Kindern und Jugendlichen Basketball bei gemütlichen 37°C. Daraufhin stand auf dem Plan ins Schwimmbad zu gehen und ich war sehr dankbar für diese Abkühlung. Trotz der vielen Menschen blieb genug Platz um mit den Mädchen Ball zu spielen und sie ins Wasser zu schmeißen, wenn sie an mir hochkletterten. Zuletzt spielte ich noch mit den Mädchen Verstecken und fangen, bevor ich entkräftet ins Casa de Voluntarios taumelte.

Ich hoffe dieses kleine Update gefällt euch. iHasta pronto!

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Erste Woche im Projekt https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/01/29/erste-woche-im-projekt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/01/29/erste-woche-im-projekt/#comments Sun, 28 Jan 2024 23:20:10 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/?p=42 Vor sieben Tagen bin ich in Santa Cruz, angekommen und seitdem ist einiges passiert. Nach dem endlos langen Flug bei dem sich die Zeit dehnte wie Kaugummi spürte ich eine unfassbare Erleichterung, weil alles gut gegangen ist und ich meinen Traum nun gewissermaßen erreicht habe. Direkt als ich das Flughafengebäude verließ wurde ich von Paolo, […]

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Vor sieben Tagen bin ich in Santa Cruz, angekommen und seitdem ist einiges passiert. Nach dem endlos langen Flug bei dem sich die Zeit dehnte wie Kaugummi spürte ich eine unfassbare Erleichterung, weil alles gut gegangen ist und ich meinen Traum nun gewissermaßen erreicht habe. Direkt als ich das Flughafengebäude verließ wurde ich von Paolo, dem für die Voluntäre verantwortlichen Menschen, abgeholt. Die sommerliche Hitze schlug mir ins Gesicht und erinnerte mich daran, dass ich wirklich am anderen Ende der Welt bin.

Auf der Fahrt zum Voluntärshaus wurde mir einiges über das Land erklärt, zum Beispiel, dass die Busse quasi so funktionieren als würde man per Anhalter fahren und dass die Kriminalitätsrate hier sehr hoch ist. Die anderen Voluntäre haben mich sofort nach Ankunft sehr gut aufgenommen und waren/ sind stets bereit mir all meine Fragen zu beantworten. Die erste Kulturdifferenz zu Deutschland, die ich hier wirklich miterlebte, war das Einkaufen im Mercado. Hier werden die Produkte nämlich noch mit einer mechanischen Waage abgemessen und der Preis verhandelt.

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes hier hatte ich Freizeit um meinen Jetlag auszukurieren, was auch dringend nötig war, denn so hätte ich nicht funktionieren können. Später erfuhr ich noch wie und wann ich mein Visum beantragen soll.

Der dritte Tag war bisher der wohl mit den meisten Ereignissen gefüllte Tag in dieser Woche. Von Max, einem meiner Mitvoluntäre, wurde ich ein wenig durch die Innenstadt von Santa Cruz geführt. Dabei zeigte er mir die besten Banken zum Geld abheben, sowie die besten „Restaurants“. Der Straßenverkehr hier funktioniert folgendermaßen: wer bremst verliert und wer nicht hupt hat es nicht begriffen. Nach diesem Ausflug zeigte mir unser Mentor meine Arbeitsstelle: den Hogar Don Bosco. Dort verbrachte ich ein paar Stunden und lernte meine stürmischen zukünftigen Schützlinge kennen.

Hogar Don Bosco, Santa Cruz

Mein erster Arbeitstag begann am nächsten Morgen. An diesem Tag fragten mich die Jungs zigtausend Mal nach meinem Namen, Alter und Herkunftsland. Ich spielte und aß mit ihnen, bis ich den Auftrag erhielt, mit einem anderen Volo eine Abstellkammer auszuräumen. Am Abend jenes Tages gingen wir Voluntäre in der Innenstadt feiern um den Beginn meines Voluntariats gebührend zu versüßen.

Am fünften Tag meines Daseins bezahlte ich die Kaution für mein Zimmer und bemerkte dabei, dass sich mein Spanisch schon um einiges verbessert hat. Später erkundete ich die Stadt ein wenig im Alleingang und am Abend gingen wir alle zusammen Pizza essen. Diese war sehr lecker und hat sogar die italienische Voluntärin begeistert. Allerdings fühlte es sich wie ein Kapitalverbrechen an, Pizza mit einer Schere (!?!?!?) zu schneiden.

Tag sechs meines Aufenthaltes war hauptsächlich von Essen geprägt. Ich entdeckte eine mir neue Frucht namens Acacaru (oder so) und kaufte mir davon durch ein sprachbedingtes Missverständnis gleich viel zu viele. Gegen Mittag fuhr ich mit zwei anderen Volos zu einem recht großen Markt namens „La Ramada“. Dieser war sehr vollgestopft mit kleinen Läden und Ständen, was ihn sehr interessant machte. Zum Abendessen kochte ich für meine Mitmenschen und mich Nudelauflauf, welcher zwar zu spät fertig wurde, dafür aber lecker schmeckte.

Schließlich kommen wir zu Tag 7. An diesem Tag war ein Spaß- Sport- und Spieleevent, zu welchem Kinder aus vielen Einsatzstellen von Don Bosco kamen. Durch diese Vielzahl an besuchern half ich größtenteils in der Küche aus, zumal die Kinder sich mit sich selbst beschäftigten und die Küche das dreifache an Arbeit leisten musste. Diese Arbeit bereitete mir viel Freude. Nachmittags ging ich dann noch mit einem der Volos, Felix, und den jungen und mittleren Kindern ins Schwimmbad. Dies war eine willkommene Abkühlung an jenem heißen Tag und es machte Spaß mit den Kindern im Wasser zu planschen.

Das war bis jetzt alles erzählenswerte. ¡Hasta luego!

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