September 2025 Archive - Leonews aus Benin https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/category/september-2025/ zwischen Motorradtaxis und Markt-Gewusel Thu, 02 Oct 2025 14:56:30 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Unterwegs auf Cotonous Sandstraßen https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/21/unterwegs-auf-cotonous-sandstrassen/ https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/21/unterwegs-auf-cotonous-sandstrassen/#comments Sun, 21 Sep 2025 15:38:20 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/?p=82 Wind weht mir ins Gesicht, die Häuser am Straßenrand ziehen vorbei und rechts und links werde ich überholt von unzähligen Motorrädern. Ich befinde mich nicht etwa in einem Auto sondern auf dem beninischen Fortbewegungsmittel Nr.1: dem Zem. Davon gibt es hier wahrscheinlich mehr als in Cotonou lebende Menschen und so dauert es auch nicht lange, […]

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Wind weht mir ins Gesicht, die Häuser am Straßenrand ziehen vorbei und rechts und links werde ich überholt von unzähligen Motorrädern. Ich befinde mich nicht etwa in einem Auto sondern auf dem beninischen Fortbewegungsmittel Nr.1: dem Zem. Davon gibt es hier wahrscheinlich mehr als in Cotonou lebende Menschen und so dauert es auch nicht lange, bis ein Zem-Fahrer auch schon neben dir steht, und dir seinen Beifahrersitz anbietet.

Neben dem Freiheitsgefühl und dem riesigen Spaß, den man während der Fahrt hat, besitzt das Zweirad weitere Vorteile:

  1. Schnelligkeit: Zems sind optimal, um den Stau zu meiden. Denn während die Autos Schlange stehen und sich nur sehr langsam fortbewegen, schlängeln sich die Motos einfach rechts oder auch links vorbei.
  2. Preis: Je nach Destination variieren die Preise für eine Zem-Fahrt, doch umgerechnet liegen die gängigen Preise weit unter einem Euro!
  3. praktisches Transportmittel für alles: eine Holzplatte, 3 Personen (inkl. Zem-Fahrer), eine Ziege oder mehrere Hühner. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt wenn es um die Beladung des Zems geht. Egal was, der Beniner wird es mit dem Moto transportieren.

Die einzige Voraussetzung für eine Fahrt mit dem Zem ist ein Helm und sehr viel Vertrauen in den Fahrer. Denn er kennt die beninischen Verkehrsregeln (die gibt es anscheinend tatsächlich) am besten!

Zem – das Transportmittel für alles…

Unser ganzer Stolz seit Anfang dieser Woche unsere kleine aber feine Küche! Neben einem Gasherd (+ Ofen) und einem Kühlschrank haben wir seit gestern auch fließendes Wasser und sogar einen Wasserfilter! Das nenne ich doch mal puren Luxus ;). Um unsere neuste Errungenschaft feierlich einzuweihen, haben wir diese Woche schon 3 Mal gekocht!!! Die Zutaten haben wir teils in kleinen „Tante Emma“-Läden in der Umgebung, teils auf dem Marché Fifadji (5 min mit dem Zem) gekauft. Beides eine Welt für sich. Die kleinen Läden habe ich Anfangs total unterschätzt. Von außen wirken sie eher unscheinbar aber erkundigt man sich erst einmal nach den benötigten Produkten, haben sie diese zu 99% im Sortiment! Kaum zu glauben… Der Markt hingegen ist ein buntes Farbenmeer. Vor allem frische Lebensmittel sind dort gut erhältlich, aber ich habe auch ziemlich schnell erkannt: es gibt nichts, was es nicht gibt! Auf der Entdeckungstour muss man sich nur Zeit lassen und am besten zweimal hinschauen.

Wraps mit Rührei, Avocado und Kochbanane!
Unsere Küche!!!
Nudeln mit Zucchini, Karotten und Salat!

Um neue Ecken Cotonous zu entdecken, haben Maria und ich das Don Bosco-Gelände für einen Nachmittag verlassen, um einen Ausflug ans Meer zu unternehmen. Auf dem Weg dorthin konnten wir auch eine andere Seite Cotonous erleben: die reiche Gegend, in der sich überwiegend Hotels und Regierungsgebäude befinden. Für mich war es ein ganz ungewohntes Gefühl, auf einer mehrspurigen, geteerten Straße zu fahren. Nach einer Kokosnuss am Straßenrand ging es dann ans Wasser, dem Atlantik! Uiuiui, diese riesigen Wellen haben mich beeindruckt! Und die kühle Meeresbrise war total erfrischend. Abends haben wir dann noch typisch beninisch gegessen: Pâte noir mit roter, scharfer Soße und Fisch. Und das alles mit den Fingern! Mmmmhhh war das lecker!

L’Atlantique
L’Amazone
Maria und Leonie – happy am Strand!!!

Ab Montag sind meine „Ferien“ offiziell vorbei, da ich nun endlich einen Plan besitze! Die Arbeit kann also beginnen, worüber ich sehr froh bin. Die Woche über wurde ich schon langsam unruhig und konnte es kaum erwarten, die anderen Projekte kennenzulernen und den Tag über eine Beschäftigung zu haben! Daher freue ich mich umso mehr auf Montag und die kommenden Wochen. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr…

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start in die Woche!

P.S. Ein neuer Ausdruck meiner Fon-Vokabelliste: Kakano we! Das wird gesagt, um einen Zem-Fahrer herbeizurufen. Arm rausstrecken oder Winken funktioniert natürlich auch einwandfrei!

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Bonjour Tata Leonie! https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/12/bonjour-tata-leonie/ https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/12/bonjour-tata-leonie/#comments Fri, 12 Sep 2025 07:56:57 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/?p=31 Ich kann es kaum glauben, dass wir nun schon eine Woche hier sind… Die ersten sieben Tage hier in Cotonou sind bereits vorbei – und erstaunlicherweise fühlt es sich schon wie mehrere Wochen an! Doch wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer. Ich muss zugeben, die ersten zwei Tage waren viel auf einmal […]

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Ich kann es kaum glauben, dass wir nun schon eine Woche hier sind… Die ersten sieben Tage hier in Cotonou sind bereits vorbei – und erstaunlicherweise fühlt es sich schon wie mehrere Wochen an!

Doch wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer. Ich muss zugeben, die ersten zwei Tage waren viel auf einmal und überfordernd. So viele neue Eindrücke, Gerüche, Menschen und dazu noch ein völlig fremdes Land auf einem anderen Kontinent! Das muss man erst einmal verdauen…

Doch das hat uns keinesfalls abgehalten, die Gegend zu erkunden und einmal durch die Sandstraßen zu schlendern. Gleich am zweiten Tag haben wir einen kleinen Spaziergang unternommen und unseren Orientierungssinn trainiert. Nach gut einer halben Stunde begaben wir uns dann wieder auf das Gelände der Don Bosco Einrichtung – mit Schweißperlen auf der Stirn. Zum Ankommen hier gehört nämlich neben dem Einrichten unseres Zimmers, was dank vieler Lichterketten und eines Wandteppichs so richtig gemütlich ist, das Akklimatisieren. Denn das feucht heiße Klima Cotonous ist unseren Körpern völlig fremd und muss erst einmal trainiert werden.

Eines Nachmittags haben Maria und ich den Campus ein wenig erkundet, auf dem sich zwei Schulen und ein Foyer (Heim für Mädchen) befinden, als auf einmal ganz aufgeregte Rufe von Kindern ertönten! „Tata, tata. Venez ici! Venez ici! La porte est ouverte!“ Und ehe wir uns umsahen, waren wir von Kindern umgeben, die uns um den Hals fielen und überall an uns zerrten!

Und seit diesem Tag bin ich offiziell Tata Leonie! (Zur Erklärung: Tatas werden hier die Betreuerinnen der Mädchen genannt)

Ich muss sagen, dieser Nachmittag ist mein persönliches Highlight der Woche. Ich war so beeindruckt davon, wie liebevoll wir nicht nur von den Schwestern, sondern auch von den Kindern empfangen wurden! Das hat das Ankommen hier um einiges einfacher gemacht, da man sofort Teil der Gemeinschaft geworden ist!

Diesen Gemeinschaftssinn erlebt man noch intensiver in der Kirche am Sonntag, wenn gesungen, geklatscht und gebetet wird! Maria und ich besuchten zusammen mit den Kindern die Messe um 9 Uhr, die immer auf Französisch gehalten wird. Ich kam aus dem Stauen nicht mehr heraus. Von überall her strömten die Menschen in die Kirche und wo man auch hinblickte, man sah die farbenfrohen afrikanischen Stoffe, die so viel Lebensfreude versprühen! Nach der 1 ½ -stündigen Messe gingen alle gestärkt nach Hause und summten noch einige Lieder, die schnell zum Ohrwurm wurden…

Weitere Ereignisse der Woche waren folgende: Ich besitze nun offiziell eine beninische Nummer, die erste Handwäsche ist bereits erledigt und die Schule hat schon zu Teilen gestartet. Daher durften wir gegen Ende der Woche immer Nachmittags in das Foyer, um den Kindern beim Lernen oder Erledigen von Hausaufgaben zu helfen. Es wurde viel gelesen, buchstabiert und gerechnet. War man mit dem einen Buch fertig, lag schon das nächste auf dem Tisch! Es fasziniert mich immer wieder, wie wissbegierig, ausdauernd und vor allem dankbar die Kinder sind. Jedes „Merci Tata“ erfüllt mich mit Glück und Freude, sodass ich die Kinder schon jetzt in mein Herz geschlossen habe…

Nun bin ich gespannt, was mich die nächste Woche erwartet…

Doch eines ist sicher! Meine Vokabelliste auf Fon wird von Tag zu Tag etwas länger!!!

Eyi zandé (=À bientôt)

Leonie

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In Zuckerwatte unterwegs https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/06/in-zuckerwatte-unterwegs/ https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/2025/09/06/in-zuckerwatte-unterwegs/#comments Sat, 06 Sep 2025 10:44:16 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/leonews-aus-benin/?p=15 Und auf einmal war er da. Der 4.9.2025. Der Tag, an dem mein Abenteuer AFRIKA offiziell beginnt! Mit einem Koffer, einem Rucksack und ganz gemischten Emotionen geht es für mich um 5 Uhr morgens los zum Münchner Flughafen. Auf dem Weg dorthin lasse ich noch einmal die letzten Wochen Revue passieren… Knapp ein ganzes Jahr […]

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Und auf einmal war er da. Der 4.9.2025. Der Tag, an dem mein Abenteuer AFRIKA offiziell beginnt! Mit einem Koffer, einem Rucksack und ganz gemischten Emotionen geht es für mich um 5 Uhr morgens los zum Münchner Flughafen. Auf dem Weg dorthin lasse ich noch einmal die letzten Wochen Revue passieren…

Knapp ein ganzes Jahr an Vorbereitung liegt nun hinter mir. Die Seminare in Benediktbeuern, die sich über das letzte Jahr erstreckten, sind schon ab dem ersten Zusammentreffen im März zu einem Highlight geworden. Neben thematischen Einheiten, in denen wir auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorbereitet wurden oder die Pädagogik und das Leben Don Boscos kennenlernten, sind vor allem ganz besondere Freundschaften entstanden. Jedes Mal kommt mir der Gedanke, als würde man sich schon ewig kennen, obwohl man sich insgesamt um die 10 Tage gesehen hat. Nun fliegen wir an die unterschiedlichsten Orte der Welt und setzen uns für benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit ein.

Neben den Vorbereitungen auf mein Auslandsjahr hatte ich den berühmten „besten Sommer meines Lebens“. Nach dem bestandenen Abi hieß es erst einmal ausschlafen, entspannen und ganz viel mit Freunden unternehmen!!! Urlaub in Kroatien, Interrail Trip durch Europa und zwei Wochen in Frankreich mit meiner Familie. Und dann lief auch schon der Countdown für die letzten Wochen zu Hause. Der Gedanke, das Leben in Passau für ein Jahr zurückzulassen, hat mich anfangs nicht traurig gestimmt. Vielmehr habe ich voller Vorfreude auf die Ausreise hin gefiebert und war schon ganz gespannt, was mich erwarten wird.

Kurz vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen kamen mir dann doch etwas die Tränen. Mit einem leichten Kribbeln im Bauch machte ich mich also auf zu meinem Gate für den Flug nach Brüssel. Der Zwischenstopp verlief reibungslos und Maria und ich haben uns sehr schnell gefunden. Jetzt konnte es richtig losgehen! 6,5 h Flugzeit standen uns bevor bis Cotonou. Diese verbrachte ich größtenteils mit Schlafen, Musik hören, Lesen und essen…

Dann war es so weit! Cotonou lag unter uns…Wir waren angekommen in Benin! Bei 28 Grad Außentemperatur und einem leicht wehenden Lüftchen verließen wir den Flughafen und wurden schon von Schwester Johanna begrüßt! Gemeinsam fuhren wir zur Don Bosco Einrichtung und waren auf einmal mitten im beninischen Leben drinnen! Unsere Gesichter klebte an der Scheibe, weil es so viel neues zu sehen gab! Bei den Schwestern angekommen wurden wir sehr freundlich empfangen und auf unser Zimmer begleitet. Nach dem Abendessen fielen wir auch schon ins Bett und schliefen das erste Mal in Benin ein! Eine Nacht mit süßen Träumchen übers Fliegen in Zuckerwatte und einer Fahrt auf beninischen Sandstraßen…

Auf geht’s ins Abenteuer BENIN!!!

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