{"id":47,"date":"2012-09-09T15:50:53","date_gmt":"2012-09-09T15:50:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/lenainbenin\/?p=47"},"modified":"2012-09-09T15:50:53","modified_gmt":"2012-09-09T15:50:53","slug":"47","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/lenainbenin\/2012\/09\/09\/47\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><em>A f\u00f3n ganj\u00ed a<\/em> meine treuen Leser? Also zumindest mir geht es gut, ich hoffe auch zu Hause, in <a href=\"https:\/\/strassenkinder.de\/laender\/asien\/inden\/\">Indien<\/a>, S\u00fcdamerika, Europa und dem restlichen Afrika ist alles in Ordnung. Ich habe in der vergangenen Woche wieder einiges erlebt, zum Beispiel meine ersten Fortschritte im Erlernen des Fon, also der orts\u00fcblichen Sprache, gemacht, was meinen merkw\u00fcrdigen Gru\u00df zu anfang erkl\u00e4rt. Au\u00dferdem habe ich viel an meine Mitvolunt\u00e4re denken m\u00fcssen, da ja in den vergangenen Tagen auch die Letzten aus meiner Gruppe aufgebrochen sind. Falls einer von euch meinen Blog verfolgen sollte, so wie ich das mit euren nat\u00fcrlich auch tue, sende ich euch hier ganz liebe Gr\u00fc\u00dfe und hoffe, dass wir alle ein tolles Jahr vor uns haben.<\/p>\n<p>Oder Moment\u2026bei mir sind es eigentlich nur noch zehn Monate und drei Wochen, nachdem die vergangene Woche auch beschlossen zu haben scheint pl\u00f6tzlich vorbei zu sein, ohne jede Form von R\u00fccksicht auf mich, die ich gar nicht mehr mitkomme, so schnell vergeht die Zeit. Das hat zweifellos seine Vorteile, zum Beispiel, dass ich \u00fcberhaupt keine Gelegenheit habe noch Heimweh zu haben, oder mich gar zu langweilen. Andererseits birgt das auch eine Gefahr. Ich habe festgestellt, dass ich mir jeden Abend ein paar ruhige Minuten g\u00f6nnen muss, um noch einmal \u00fcber den Tag nachzudenken und in meinem Tagebuch festzuhalten, was mich besch\u00e4ftigt hat und woran ich denken musste. Ansonsten ist der Tag und dann die Woche vorbei und ich habe deren Wert nicht mitnehmen k\u00f6nnen. Es gibt so viel, was mein Aufenthalt hier mir jetzt schon an Erkenntnissen gebracht und an Material f\u00fcr stundenlanges Gr\u00fcbeln gegeben hat, aber ich muss darauf achten das alles \u00fcber meinen vollen Tagesplan nicht zu vergessen. Ich m\u00f6chte hiermit der arbeitenden Bev\u00f6lkerung, egal ob in Afrika, Europa oder sonstwo, meine Hochachtung aussprechen. Jetzt, wo ich nicht mehr dem Sch\u00fclerleben fr\u00f6nen kann, sondern auch t\u00e4glich von halb neun bis f\u00fcnf schufte, sehe ich gerne ein, dass man es als Sch\u00fcler gut hatte. Auch wenn meine Arbeit mir unglaublich viel Freude macht, gibt es normalerweise nur drei Dinge, zu denen ich nach einem Tag voller Babygeschrei und voller Windeln f\u00e4hig bin: duschen, essen, schlafen. Wie gut, dass da noch das Vespergebet mit den Schwestern dazukommt, denn das gibt mir Gelegenheit meinen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und mir dar\u00fcber klar zu werden, dass die Freude an den Kindern alle Anstrengung wert ist. Denn ich mache das hier nicht f\u00fcr mich, sondern um denen zu helfen, die nicht ann\u00e4hernd so viel Gl\u00fcck in ihrem Leben haben wie ich. Das schreibe ich jetzt nicht nur, weil es sich in einem Blog eines Don-Bosco- Volunteers gut macht, sondern weil es das ist, was einen durch dieses Jahr tr\u00e4gt. Wer nur die Motivation hat hier ein paar Abenteuer zu erleben und einmal zu sehen, wie es in Afrika so ist, der kann nach drei Wochen eigentlich wieder nach Hause fliegen. Denn sp\u00e4testens sobald man das erste Mal mit einshampoonierten Haaren unter der Dusche steht und das Wasser ausgeht, oder man auch nach Wochen nicht daran gew\u00f6hnt ist, auf der Stra\u00dfe wie eine Jahrmarktsattraktion betrachtet zu werden, hat man die Nase voll. Doch genau \u00fcber solche Momente hilft mir die Erkenntnis, dass ich hier bin, um etwas Sinnvolles zu tun, selbst wenn ich daf\u00fcr ein paar Anstrengungen auf mich nehmen muss.<\/p>\n<p>Aber ich bevor ich die Aufmerksamkeitsf\u00e4higkeit meiner Leser zu sehr auf die Probe stelle, indem ich mich in Details meiner abendlichen Ersch\u00f6pfung verliere, will ich doch wieder auf die Ereignisse der vergangenen Woche zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Wie ich eigangs mit meiner Frage <em>A f\u00f3n ganj\u00ed <\/em>(was so viel hei\u00dft wie <em>Wie geht\u2019s)<\/em> bewiesen habe, habe ich begonnen Fon zu lernen. Das ist die Sprache, die hier in Cotonou gesprochen wird und zwar deutlich h\u00e4ufiger als Franz\u00f6sisch. Die Kolonialzeit ist ja nun, Gott sei Dank, schon eine ganze Zeit vorbei, was aber auch zur Folge hat, dass viele Leute kaum mehr Franz\u00f6sisch sprechen. Besonders die Kinder, die es erst in der Schule lernen k\u00f6nnen es wenig und wenn sie nicht in die Schule gehen, dann sprechen sie eben nur Fon. Au\u00dferdem macht es sich bei den Menschen hier unheimlich gut, wenn man als Wei\u00dfer ein paar Brocken ihrer Sprache spricht. Also habe ich mich am Montag zusammen mit den Mamans im Maison du Soleil \u00fcber mein kleines So-lerne-ich-Fon-Buch gesetzt und mich nach f\u00fcnf Minuten von dem Gedanken verabschiedet, jemals wirklich Fon sprechen zu k\u00f6nnen. Erstens, weil ich festgestellt habe, dass mir diese Sprache schon in Porto-Novo (das nicht besonders weit weg liegt) nicht mehr viel bringt, weil da wieder eine andere Sprache gesprochen wird und zweitens, weil es unglaublich schwierig ist. \u00c4hnlich wie im Chinesischen hat die Betonung der W\u00f6rter, also ob man ein Wort mit aufsteigender, oder absteigender Melodie spricht, eine enorme Bedeutung und au\u00dferdem sind manche Laute f\u00fcr einen europ\u00e4ischen Mund nicht auszusprechen. \u00dcbrigens genauso, wie unser R hier aus keiner Kehle kommt. Jedenfalls habe ich mich darauf beschr\u00e4nkt die wichtigesten Gru\u00dfformeln, sowie ein paar einfache S\u00e4tze zu lernen, womit ich die M\u00e4dchen zu minutenlangen Lachanf\u00e4llen, ob meiner komischen Aussprache, gebracht habe. Hier ist eine kleine Auswahl zum zu Hause nachsprechen:<\/p>\n<h1>A w\u00e0 nu kaka = Danke<\/h1>\n<p><em>\u00c9 su \u00e0 = Nichts zu Danken<\/em><\/p>\n<p><em>A f\u00f3n \u00e0 = Guten Tag<\/em><\/p>\n<p><em>K\u00fa d\u00f3 gbad\u00e0 = Guten Abend<\/em><\/p>\n<p><em>A f\u00f3n ganj\u00ed \u00e0? = Wie geht\u2019s\u00a0?<\/em><\/p>\n<p><em>Un d\u00f2 ganj\u00ed = Es geht mir gut.<\/em><\/p>\n<p><em>Odab\u00f2 = Auf Wiedersehen<\/em><\/p>\n<p><em>Ne a n\u00f2 ny\u00ed? = Wie hei\u00dft du?<\/em><\/p>\n<p><em>Un n\u00f3 ny\u00ed \u2026 = Ich hei\u00dfe \u2026<\/em><\/p>\n<p>Mir zumindest reicht das f\u00fcr den Moment. Allerdings hatte ich damit schon durchschlagenden Erfolg. Mir ist n\u00e4mlich am Donnerstag folgendes passiert. Auf dem gewohnten Weg vom Maison de l\u2019Esp\u00e9rance zum Maison du Soleil, rief mir ein Stra\u00dfenh\u00e4ndler, der mich vom Sehen schon kannte, scherzhaft \u201eY\u00f3v\u00f3, a f\u00f3n ganj\u00ed \u00e0?\u201c hinterher (alle die oben genannten Beispiele brav gerlernt haben, k\u00f6nnen jetzt gleich \u00fcbersetzten, alle anderen m\u00fcssen eben noch einmal nachschauen). Ich jedenfalls, schon halb an ihm vorbei, rief nur fr\u00f6hlich \u201e Mew\u00ed, un f\u00f3n ganj\u00ed!\u201c \u00fcber die Schulter, was den H\u00e4ndler erst verbl\u00fcfft schweigen und dann anerkennend lachen lie\u00df. Am Freitag wartete der nette Herr dann schon auf mich, um auf Fon H\u00f6flichkeiten mit einer Wei\u00dfen auszutauschen. Ein erster Erfolg.<\/p>\n<p>Mir ist aufgefallen, dass ich in der ganzen Zeit, die ich euch nun schon an meinem Leben hier teilhaben lasse, noch kein einziges Mal erw\u00e4hnt habe, was die beninesische K\u00fcche so zu bieten hat. Da aber meine Volunt\u00e4rskollegen Roman und Markus, die zur Zeit in Ghana weilen, in ihrem letzten Blogeintrag lang und breit \u00fcber das Essen dort berichtet und auch ein paar Fotos zur besseren Vorstellung beigef\u00fcgt haben, muss ich das jetzt auch einmal nachholen. Wer sich die beschriebenen Grundnahrungsmittel einmal anschauen m\u00f6chte, den verweise ich auf den Strassenkinderblog <em>Roman und Markus in Ghana<\/em> (ohnhin immer einen Blick wert). In <a href=\"https:\/\/strassenkinder.de\/laender\/afrika\/benin\/\">Benin<\/a> gibt es drei Grundnahrungsmittel: Reis, Yam und Pate. Yam ist eine gro\u00dfe Wurzel, die \u00e4hnlich wie Kartoffeln schmeckt (siehe Foto). Besonders lecker sind frittierte Yamscheiben, die viel besser schmecken, als alle Pommes der Welt. Pate ist schwerer zu beschreiben. Hergestellt wird es aus Maismehl und Wasser und hat die Konsistenz von festem Kleister. Es macht den Magen voll, mehr aber auch nicht, jedenfalls meiner Meinung nach. Pate blanche hat n\u00e4mlich praktisch keinen Geschmack. Deshalb geh\u00f6rt dazu auch eine So\u00dfe, die meistens sehr scharf ist und aus Gem\u00fcse und Fisch besteht. Allerdings immer frischem Fisch, nicht getrocknetem, wie in Ghana ^^. Ich muss aber zugeben, dass ich kein besonderer Freund dieses Essens bin. Dann gibt es aber noch Pate rouge, Pate in dem schon Tomaten und Gew\u00fcrze enthalten sind. Der schmeckt sehr gut. Was ich besonders liebe sind die Kochbananen, die einen sehr s\u00fc\u00dfen Geschmack haben. Au\u00dferdem gibt es nat\u00fcrlich Ananas, Papaya und Co., die mit dem, was sie uns in Europa unter diesem Namen verkaufen, nicht das Geringste zu tun haben. Mehr kann ich im Moment leider noch nicht \u00fcber die beninesische K\u00fcche berichten, da mein Essen bisher sehr europ\u00e4isch war, denn der Gro\u00dfteil der Schwestern kommt nicht aus Afrika und isst deshalb auch nicht so und auch im Maison de l\u2019Esp\u00e9rance sind die Verantwortlichen gr\u00f6\u00dftenteils Europ\u00e4er. Nur Samstags essen wir abends mit den M\u00e4dchen im Foyer echt afrikanisch. Ich bin aber ehrlich gestanden ganz froh, dass ich meine Essgewohnheiten nicht komplett umstellen muss, obwohl mir meine Figur die viele Pasta, Pizza und Co. schon \u00fcbelzunehmen droht.<\/p>\n<p>Am gestrigen Samstag allerdings, gab es Gelegenheit Kalorien zu verbrennen. Und zwar bei einem Nachmittagsprogramm f\u00fcr die M\u00e4dchen, bei dem voller K\u00f6rpereinsatz gefordert war. Die M\u00e4dchen hatten in der vergangenen Woche den Film Ratatouille angeschaut und darauf aufbauend haben wir gestern viele Spiele gemacht. So gab es zum Beispiel eine Station, bei der ein M\u00e4dchen ein anderes, das die Augen verbunden hatte, nur durch bestimmte Ber\u00fchrungen zu einem Ziel f\u00fchren musste, \u00e4hnlich, wie die Ratte R\u00e9mis, die im Film durch Ziehen an den Haaren seinem Freund beim Kochen die H\u00e4nde f\u00fchrt. Oder wir mussten Papierschiffe falten und mit diesen auf dem Kopf die Strecke vom Haus der alten Frau bis nach Paris gehen, ohne dass das Schiff kentert, also herunterf\u00e4llt. Insgesamt war das eine tolle Idee den Film mit einem Programm zu verbinden und wir hatten alle einen riesen Spa\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A f\u00f3n ganj\u00ed a meine treuen Leser? Also zumindest mir geht es gut, ich hoffe auch zu Hause, in <a href=\"https:\/\/strassenkinder.de\/laender\/asien\/inden\/\">Indien<\/a>, S\u00fcdamerika, Europa und dem restlichen Afrika ist alles in Ordnung. 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