{"id":65,"date":"2019-02-11T18:00:47","date_gmt":"2019-02-11T17:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/koellumbienjanwachendorf\/?p=65"},"modified":"2019-02-11T18:00:47","modified_gmt":"2019-02-11T17:00:47","slug":"ferien-weihnachten-sylvester-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/koellumbienjanwachendorf\/2019\/02\/11\/ferien-weihnachten-sylvester-und-co\/","title":{"rendered":"Ferien, Weihnachten, Sylvester und co."},"content":{"rendered":"<p>Hallo zusammen,<\/p>\n<p>Jetzt sind schon wieder \u00fcber zwei Monate seit dem letzten Eintrag vergangen und als Grund kann ich ganz ehrlicherweise nur Faulheit angeben. Trotzdem werde ich jetzt versuchen die Geschehnisse und meine Beobachtungen einigerma\u00dfen chronologisch wiederzugeben.<\/p>\n<p>Der November verlief bis auf die letzten Tage ohne besondere Ereignisse. Neben den Ausfl\u00fcgen, die ich noch im letzten Blog beschrieben hatte gab es nichts besonderes zu berichten, die Arbeit verlief wie immer und bis Ende November blieb das auch so. Das erste gro\u00dfe Event war dann das Festival de Talentos, hier in der gro\u00dfen Sporthalle der Ciudad <a href=\"https:\/\/www.donboscomission.de\/don-bosco\/\">Don Bosco<\/a>. Die Kinder aus allen verschiedenen Einrichtungen (auch einige aus Derecho a So\u00f1ar) sorgten f\u00fcr tolles und unterhaltsames Programm, mit T\u00e4nzen, Musik und Schauspielen. Eine Jury aus professionellen T\u00e4nzerInnen, MusikerInnen und SportlerInnen bewertete das ganze und zeigte zum Schluss auch noch etwas aus dem eigenen Repertoire. Alles in allem eine sehr gelungene Aktion an der die Kinder viel Spa\u00df hatten und an der nachher auch noch jeder, der wollte, auch wenn er nicht im Wettbewerb war, teilnehmen konnte.<\/p>\n<p>Am 30 November fand die Feier der Angestellten statt, ebenfalls in der Sporthalle. Die Kinder fuhren zusammen mit den Erziehern zu einer nahegelegen Finca und wurden dort bespa\u00dft, sodass Ciudad Don Bosco nur f\u00fcr die Arbeiter leer stand (die Erzieher hatten einige Tage sp\u00e4ter noch ihre eigene Feier). Nach der Messe zum Anfang ging es in die Halle, wo es ein leckeres Essen und Getr\u00e4nke f\u00fcr alle gab. W\u00e4hrenddessen lief ein gro\u00dfes Gewinnspiel, in welchem die Volont\u00e4re enorm\u00a0 absahnten und drei Kissen und eine Mikrowelle mit nach Hause nahmen (diese hat Diego dann an die K\u00fcche gegeben).<\/p>\n<p>In der Nacht erlebten wir den gro\u00dfen, feierlichen Eintritt in den Dezember mit, der sich wie ein zu fr\u00fches Sylvester beschreiben l\u00e4sst. \u00dcberall waren die Menschen auf den Stra\u00dfen, man h\u00f6rte viel Musik und um Null Uhr stiegen die Raketen in die H\u00f6he. Von unserem Aussichtspunkt, direkt neben der Ciudad Don Bosco, von wo aus man einen fantastischen Blick auf die ganze Stadt hat, sahen wir ein tolles Schauspiel vieler Raketen.<\/p>\n<p>Mit dem Eintritt in den Dezember habe ich es dann \u00fcbrigens auch endlich geschafft meinen gro\u00dfen Traum der Weihnachtsdeko zu verwirklichen, sodass wir am Abend des 1 Dezember mit allen Volont\u00e4ren die K\u00fcche und den langen Flur mit Lichterketten, Girlanden, Christbaumkugeln und vielen anderen Dekorationen geschm\u00fcckt haben. Doch trotz der vielen Bem\u00fchungen, Weihnachtsmusik und Dekorationen muss ich als Fazit leider festhalten, dass ich bei 30\u00b0C, Sonnenschein und Pool nicht wirklich in Weihnachtsstimmung kommen konnte. Dennoch vermerke ich die Dekorationen als meinen gr\u00f6\u00dften Erfolg in der Volont\u00e4rsgemeinschaft.<\/p>\n<p>Die Dekoration, zur Weihnachtszeit ist hier in Medell\u00edn ohnehin ein enorm gro\u00dfes Thema. Wo man auch hinsieht sieht man Lichterketten an jedem Haus, gro\u00dfe Krippen in jedem Str\u00e4\u00dfchen und auf jedem Platz. Doch die Weihnachtsstimmung ist eine ganz andere! Dem Wetter und der Kultur entsprechend sind die Weihnachts- und Adventslieder nicht ruhig und besinnlich, sondern sehr auf Fiesta ausgelegt. Auch die Beleuchtungen sind keine sanften und stillen Lichter, sondern blinken die ganze Zeit und geben die Partystimmung vor.<\/p>\n<p>Der einzige wirklich ruhige besinnliche Moment, den ich mitbekommen habe war meiner Meinung nach der Abend des siebten Dezember. Die Tradition der &#8222;Noche de las Velitas&#8220; (Nacht der kleinen Kerzen) ist eine der meistbeobachteten Br\u00e4uche Kolumbiens. Die Menschen erleuchten viele kleine Kerzen, in vielen verschiedenen Farben und feiern so den Tag der Jungfrau Maria.<\/p>\n<p>Im Dezember sind wir in der vom 10. bis zum 14. mit allen Volont\u00e4ren und unseren Koordinatoren James und Leyre in die Kaffeezone Kolumbiens gefahren, die im Zentrum des Landes liegt. Dort kamen wir nach vielen Stunden Busfahrt zwar sehr k.o. an, wurden jedoch sofort wieder wach: Untergebracht waren wir n\u00e4mlich in einer sehr sch\u00f6nen Finca Don Boscos, ausgestattet mit Pool, Sportplatz und Volleyballfeld. Dort lebt eine sehr liebe Familie, welche die Finca instand h\u00e4lt und die sich auch um uns k\u00fcmmerte, das Essen f\u00fcr uns zubereitete und grunds\u00e4tzlich immer ansprechbar war. Noch am Abend des ersten Tages, sind wir dann zu den etwa eine Stunde entfernten &#8222;termales&#8220; (hei\u00dfe Quellen) gefahren und haben dort einen angenehmen Abend genossen. Am Dienstag fuhren wir dann in den &#8222;Parque de Caf\u00e9&#8220;, einen nahegelegenen Freizeitpark, und am Mittwoch blieben wir zu Hause und hatten einen entspannten freien Tag, den wir haupts\u00e4chlich auf dem Basketballfeld und im Pool verbrachten. Mit dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte fuhren wir dann am Donnerstag nach Salent\u00f3, ein sch\u00f6nes kleines Dorf in N\u00e4he, \u00e4hnlich wie Guatap\u00e9, doch nat\u00fcrlich sehr auf den Kaffeeverkauf angelegt, was mir ganz recht kam.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Urlaubs mit James und Leyre kam uns Volont\u00e4ren die Idee, im Anschluss die Kaffeezone noch einen kleinen Kurzurlaub f\u00fcrs folgende Wochenende in Jeric\u00f3 einzulegen. Jeric\u00f3 ist ebenfalls ein kleines Dorf und liegt etwa auf halber Strecke zwischen unserer Finca und Medell\u00edn. Als wir dann am Freitag also mit James und Leyre den R\u00fcckweg antraten haben die uns irgendwann rausgelassen und wir fuhren mit einem Bus den letzten Rest bis nach Jeric\u00f3. Dort sind wir in einem sehr sch\u00f6nen Hostel untergekommen, in dem wir viele Menschen aus Europa und auch einige Deutsche trafen. In Jeric\u00f3 waren wir ein bisschen wandern, sind im Fluss schwimmen gegangen und hatten grunds\u00e4tzlich eine sehr sch\u00f6ne Zeit. Auch hier waren die unz\u00e4hligen Weihnachtsdekorationen nicht zu \u00fcbersehen. Auff\u00e4llig war auch, dass viele dieser Dekos nicht einmal etwas mit Weihnachten zu tun haben m\u00fcssen (zumindest verbinde ich sie nicht mit Weihnachten): W\u00e4hrend es zwar einige Christb\u00e4ume und dicke rote Kerzen zu sehen gab, fand man am gleichen Ort auch Flamingos, Enten oder Papageien (alles aus Lichterketten geformt). Es geht, soweit ich das beurteilen kann, viel mehr darum aus Lichterketten m\u00f6glichst viele bunte und beeindruckende Bilder zu schaffen. Diese m\u00fcssen nicht direkt weihnachtlich sein, die Weihnachtsstimmung soll schon durch die Lichter allein hergestellt werden.<\/p>\n<p>Nach einer anstrengenden langen Busfahrt kamen wir dann Sonntag abends wieder in Medell\u00edn an. Da &#8222;Derecho a So\u00f1ar&#8220; um diese Zeit schon in Pause ist und nur noch wenige der Mitarbeiter da sind (aber dann nur in der Oficina arbeiten) war es in den darauf folgenden Tagen unsere Aufgabe in Ciudad Don Bosco zu helfen wo Hilfe gebraucht wurde. Das hei\u00dft, das wir die Educadores unterst\u00fctzt haben, viel mit den Jungs gespielt haben und grunds\u00e4tzlich einfach immer verf\u00fcgbar waren.<\/p>\n<p>In der Adventszeit beginnen in Kolumbien auch die &#8222;novenas&#8220;. Diese lassen sich am besten als kleine Andachten beschreiben, in denen einige Gebete vorgelesen werden und viele Lieder gesungen und getanzt werden. Auch in Ciudad Don Bosco gab es in der Adventszeit jeden Tag eine &#8222;novena&#8220; die wurden geleitet, von zwei Salesianern, die extra f\u00fcr diese Zeit nach Ciudad Don Bosco kamen. Auch wir haben daran immer teilgenommen und dementsprechend auch den Jungs bei den kleinen Spielchen und Aufgaben die zu erledigen waren geholfen.<\/p>\n<p>Und nach 24 Dezembertagen war es dann endlich so weit. Weihnachten und Heiligabend bedeutete in Ciudad Don Bosco viel Action, Spa\u00df und Programm. Zu Beginn gab es eine kleine Zirkusshow im &#8222;Coliseo&#8220;, der gro\u00dfen Sporthalle. Hierf\u00fcr kamen 7\/8 K\u00fcnstler vorbei zeigten verschiedene Tricks, kleine Shows und T\u00e4nze. Danach ging es zur ersten Bescherung des Tages \u00fcber. Jeder Junge erhielt eine T\u00fcte mit einem neuen Kleidungsset, jedoch waren es nicht alles die gleichen, sondern sehr unterschiedlich durchgemischt, sodass auch jeder sein individuelles Geschenk erhalten hatte. Daraufhin ging es dann zum Mittagessen und am Nachmittag ging es f\u00fcr die die wollten in den Pool (es waren ja absurderweise \u00fcber 30\u00b0C), der Rest hat in der freien Zeit Fu\u00dfball gespielt oder sich sonst irgendwie besch\u00e4ftigt. Am Nachmittag hatten wir Volont\u00e4re mit unseren Koordinatoren und den Salesianern Jos\u00e9 Luis und Raffael ein kleines Treffen, in dem wir uns gegenseitig einige kleine Geschenke gaben. Ciudad Don Bosco beschenkte jeden der Volont\u00e4re dann auch noch mit einer Weste. Abends war dann die gro\u00dfe Weihnachtsmesse, alle Jungs hatten sich ein wenig schick gemacht und freuten sich sehr darauf. Auch ich hatte mich sehr auf Heiligabend gefreut und hatte gro\u00dfe Lust auf eine sch\u00f6ne Weihnachtsmesse. Im Unterbewusstsein hatte ich aber dummerweise vergessen, wo ich bin. Das hei\u00dft, dass ich (auf eine besinnliche Christmette vorbereitet) von den energiereichen, lauten und mit klatschen begleiteten Song zur\u00fcck in die Realit\u00e4t gerissen wurde&#8230; Die Messe war dann aber nat\u00fcrlich trotzdem sehr sch\u00f6n, nur nicht so, wie ich es kenne. Nach dem Gottesdienst erhielte die Jungs jeder noch ein Geschenk: Alle bekamen Bluetooth-Kopfh\u00f6rer geschenkt, die sich alle auch sofort begeistert aufzogen und damit herumliefen, was ein sehr lustiges Bild abgab. Mit einer kleinen, letzten &#8222;novena&#8220; am Abend endete der programmreiche und sehr sch\u00f6n gestaltete Tag dann auch.<\/p>\n<p>Um den Dezember dann vern\u00fcnftig abzuschlie\u00dfen kommen wir jetzt nat\u00fcrlich auch noch zum Schlusspunkt: Sylvester und Neujahr. Auch an diesem Abend, gab es in Ciudad Don Bosco nat\u00fcrlich wieder viel zu feiern. Abends ging es zu einem zweiten Abendessen ins &#8222;Coliseo&#8220;, es gab eine gro\u00dfe Pi\u00f1ata f\u00fcr die Jungs, deren Pl\u00fcnderung brutale Ausma\u00dfe annahm. Mit den daraus gewonnen Spielen gab es dann einen netten Abend, alle hatten eine sch\u00f6ne Zeit und spielten viel. Um zw\u00f6lf Uhr waren alle schon im Haus, daher sind wir zu den Jungs gegangen und haben innen mit ihnen auf 00:00 Uhr runtergez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Das erste, was im neuen Jahr noch nennenswertes geschah war die Ankunft des neuen Direktors von Ciudad Don Bosco. Am 11. Januar war dann der offizielle Amtsantritt von Padre Carlos Manuel Barrios als neuer Direktor. F\u00fcr uns war es zwar sehr schade, dass Padre Raffael nicht mehr da sein w\u00fcrde, jedoch sind wir auch sehr gl\u00fccklich mit Carlos, ein sehr netter, sympathischer Typ, der insbesondere in diesen ersten Wochen und Monaten seiner Amtszeit enorm pr\u00e4sent in Ciudad Don Bosco ist und immer wieder anzutreffen ist.<\/p>\n<p>Der Beginn des neuen Jahrs bedeutet auch die Wiederaufnahme der Arbeit in den Barrios mit &#8222;Derecho a So\u00f1ar&#8220;. Der Anfang lief aber auch nur sehr schleppend. Die Kinder wussten nicht wirklich bescheid, dass es wieder losging und kamen dementsprechend nur sehr vereinzelt und das f\u00fcr bestimmt zwei Wochen. Inzwischen ist es aber schon wieder klar geworden das das Programm wieder l\u00e4uft und die Kinder kommen wieder in der normalen Anzahl.<\/p>\n<p>Seit dem 21. Januar hat &#8222;Derecho a So\u00f1ar&#8220; auch einen Salesianer im Team. Padre Rodrigo Echandia verst\u00e4rkt den spirituellen Teil des Programms und ist als P\u00e4dagoge auch ein guter Ansprechpartner f\u00fcr die Kinder. Mit ihm hat das Programm auch schnell in jedem Barrio mit der &#8222;parroquia&#8220; also der Kirche und Gemeinde des Barrios Kontakt aufgenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu sonstigen aktuellen Geschehnissen l\u00e4sst sich noch sagen, dass Leopold und ich am Mittwoch nach <a href=\"https:\/\/multimedia.strassenkinder.de\/bolivien\">Bolivien<\/a> fliegen, wo wir unser Zwischenseminar mit den anderen Don Bosco Volunteers in Lateinamerika haben werden. Wir freuen uns sehr darauf!!!<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist unser Urlaub inzwischen auch schon geplant. Am Abend des 28 Februar fliegen wir nach Santa Marta, an die Karibikk\u00fcste Kolumbiens. Dort haben wir neben dem Karneval in Barranquilla ein gro\u00dfes Programm geplant, werden einige D\u00f6rfer besuchen und f\u00fcr en paar Tage in dem gro\u00dfen Naturpark &#8222;Parque Tayrona&#8220; \u00fcbernachten. Wir werden insgesamt eineinhalb Wochen im Urlaub sein und am 10 M\u00e4rz zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So, das sollte es f\u00fcrs erste auch wieder gewesen sein. Ich werde versuchen die n\u00e4chsten Blogs nicht mehr mit einer solch gro\u00dfen Verz\u00f6gerung hochzuladen. Vielen Dank f\u00fcrs Lesen, wie immer freue ich mich \u00fcber jede kleine Spende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe und eine sch\u00f6ne Woche<\/p>\n<p>Jan<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen, Jetzt sind schon wieder \u00fcber zwei Monate seit dem letzten Eintrag vergangen und als Grund kann ich ganz ehrlicherweise nur Faulheit angeben. 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