Hallo ihr Lieben, 

da bin ich wieder!
Im zu kalten Deutschland mit seiner wahnsinnig frischen und sauberen Luft!
Alles hat seine Vor- und Nachteile! 

In diesem Beitrag möchte ich euch von den Veränderungen in den Foyers erzählen, von Schönem und Traurigem und davon, wie und ob die von Spendengeldern finanzierten Projekte so umgesetzt werden, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Damit fange ich auch gleich an. 

Dank einer wunderbaren Zusammenarbeit mit Don Bosco Volunteers, der Entsendeorganisation in Deutschland, sind auch dieses Jahr zwei musikbegeisterte Volontäre bei den Kindern in Kara. Ich konnte Conni und Timo kennelernen, die sowohl mit den Instrumenten als auch mit ein paar eigenen Projekten wahnsinnig engagiert sind!

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Der Musikkurs für die neusten Straßenkinder wurde etwas reduziert, da sich momentan nur wenig Kinder in diesem Foyer aufhalten. Dafür ist es möglich geworden, die Jungs des großen Foyers und sogar die Mädchen mit den modernen Instrumenten in Kontakt kommen zu lassen. In die Tagesabläufe wurden feste Musikstunden eingebaut, in denen sowohl freies Üben, als auch das Üben in festen Gruppen stattfindet. Es geschieht auf freiwilliger Basis, da sich so nur diejenigen Kinder ernsthaft und zielstrebig damit befassen, die auch wirklich Lust darauf haben. 

So gibt es also eine Gruppe von Kindern, die sehr regelmäßig kommen und sogar das Fußballspielen für eine Stunde wegfallen lassen, was mich natürlich sehr freut. Ein neuer beninischer Volontär, auch sehr musikbegeistert, hat den Plan, eine Messe in der Kirche zu animieren. Nicht so, wie wir die kleine Präsentation mit unseren drei Flötenjungs hatten, sondern mit Schlagzeug, Bass und Co. Das traue ich denen auch voll und ganz zu, nach dem was ich gesehen habe und bin sehr sehr stolz!

Die Kinder haben dank der neuen Volontäre aber auch neue Freizeitangebote bekommen. Conni bringt den Zirkus nach Togo und ich traute meinen Augen nicht, als ein Dreikäsehoch fehlerfrei jonglierte oder als Diabolos durch die Luft geworfen und wieder aufgefangen wurden. Super sinnvolle Freizeitbeschäftigung finde ich!
Dazu kommt ein Bildungsangebot von Timo, der gerade dabei ist, eine Bücherei aus dem Boden zu stampfen. Ein winziger Lagerraum wurde schnell leer geräumt, ein paar Bretter aneinandergenagelt und nun fehlen nur noch viele französische Bücher!
Noch zu erwähnen ist auf jeden Fall sein Plan eines Holzkurses. Viele Kinder lieben es, einfach rumzubasteln, zu hämmern, zu schrauben, selbst kreativ zu werden. Holz gibt es in Togo, einfachstes Werkzeug auch – also steht dem nichts mehr im Wege! Wenn ihr mehr darüber wissen wollt: https://blogs.donboscovolunteers.de/timointogo/spenden/meine-projekte/

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Veränderungen sind nicht nur im Bereich der Freizeitgestaltung geschehen, sondern auch bei den Bewohnern der Foyers.
Während viele Kinder des Empfangsheims hoch ins feste Foyer Immaculée (das Jungsheim) konnten, da sie nun zuverlässig zur Schule gehen und sich relativ gut an die Regeln halten, sind bisherige Kinder des Immaculées in ihre Familien reintegriert worden können. Ich war zwar bei manchen etwas traurig, sie nicht wiedergesehen zu haben, andererseits wünsche ich mir für jedes Kind nichts mehr, als dass es eines Tages wieder unter humanen Umständen ohne Misshandlung in seiner Familie leben kann. Damit das so bleibt, kümmern sich einige Erzieher um die Nachsorge, indem sie zu den Familien nach Hause fahren.
Die freien Plätze wurden auch schon wieder durch neue Gesichter gefüllt, und insgesamt hat sich das Durchschnittsalter der Foyerkinder verjüngert. Es ist natürlich traurig, wenn man sich bewusst wird, in welchem Alter die Kinder dann schon auf der Straße landen und Unvorstellbares erleben, aber ich sehe ihren Aufenthalt im Foyer immer mit einem lachenden Auge und denke jedes Mal: Hoffentlich wird auch seine Zukunft dadurch gerettet!

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In dieser Hinsicht bin ich also ehrlich begeistert von dem, was gerade in Kara für die Kinder getan wird. Nichts desto trotz scheint es, dass sich die Befürchtung, die ich in meinem vorletzten Eintrag angedeutet hatte, bewahrheitet.
Der spanische langjährige Direktor ist versetzt worden und wertvolle Spendengelder fehlen jetzt einfach. Das merkt man an den Reduzierungen, die trotz all der positiven Neuerungen vorgenommen werden mussten. Es gibt viel seltener Fleisch als vorher, um nur ein Beispiel zu nennen. Es fehlt dort ein Verantwortlicher, der sowohl sein Herz bei den Kindern hat, als AUCH Kontakte zu Spendern pflegt. Ich glaube und hoffe allerdings, dass durch die Kooperation mit Don Bosco in Deutschland und durch die Entsendung von deutschen Volontären auch auf lange Sicht viel für die Heime getan werden kann.
Bereite Spender sind natürlich immer noch willkommen, dafür hänge ich mal Links von Connis und Timos Blogs an:

Conni: https://blogs.donboscovolunteers.de/conniautogo/

Timo: https://blogs.donboscovolunteers.de/timointogo/

Ich lasse es erstmal bei diesem Beitrag über Veränderungen und die neuen Volontäre, bevor ich demnächst einen etwas persönlicheren Beitrag schreibe über das, was ich nun dort erlebt habe! Mehrere Fahrten in togoische Dörfer erwarten euch, das riesige Don-Bosco-Fest in Lomé und natürlich tolle Bilder!

Bis bald, pilaba cee, wie der Kabyé sagt!

Kathi ♥