volunteer Archive - Josias im Ausland https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/tag/volunteer/ Oberbayern statt "Pampa" Fri, 11 Jun 2021 13:50:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Der Protestant unter Katholiken https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/06/02/der-protestant-unter-katholiken/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/06/02/der-protestant-unter-katholiken/#respond Tue, 01 Jun 2021 23:26:47 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=34 In diesem Beitrag geht es um meine Erfahrungen mit Glaube und Religion. Ich arbeite aktuell in der Jugendhilfe mit Jugendlichen zwischen neun und neunzehn Jahren bei einem kirchlichen Träger, das hat meiner Meinung nach manchmal einen etwas bitteren Beigeschmack. Nicht selten werde ich gefragt, wie ich zur Kirche und den aktuellen Vorwürfen stehe. Die fortdauernden […]

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In diesem Beitrag geht es um meine Erfahrungen mit Glaube und Religion. Ich arbeite aktuell in der Jugendhilfe mit Jugendlichen zwischen neun und neunzehn Jahren bei einem kirchlichen Träger, das hat meiner Meinung nach manchmal einen etwas bitteren Beigeschmack. Nicht selten werde ich gefragt, wie ich zur Kirche und den aktuellen Vorwürfen stehe.

Die fortdauernden und systematischen Skandale der katholischen, aber auch der evangelischen Kirche beim Thema Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen verurteile ich sehr scharf. Aktuell steht die katholische Kirche aufgrund der vielen Fälle unter Zugzwang, doch auch die evangelische Kirche ist mit der Aufarbeitung um Jahre hinterher. Ich fühle mich nicht in der Position, das Thema zu behandeln, dafür fehlt mir der Bezug und das Wissen. Das unermessliche Leid betroffener Menschen kann ich lediglich versuchen zu erahnen. In den Kirchen muss viel geschehen, um dem verursachten Schaden annäherungsweise aufzukommen.

Dennoch möchte ich gerne meine Erfahrung mit Spiritualität und Glaube bei Don Bosco und mit der katholischen Kirche teilen. Aufgrund meiner positiven Erlebnisse mit Don Bosco fällt es mir sehr schwer mir vorzustellen, dass meine Erfahrungen und die Fälle von Missbrauch teil einer gemeinsamen Institution sind.

Nun zum eigentlichen Beitrag:

Jaja, die Sache mit der Religion. Bei dem Thema fühle ich mich wie Gretchen, als Faust sie diese Frage stellt: völlig überfordert (zu irgendwas muss das Deutschabi zu Goethes Faust ja nützlich gewesen sein). Jede*r hat eine Meinung zum Konzept Religion und von der Schuld am Versagen der Menschheit bis hin zum überlebenswichtigen Konzept für die Rettung der Welt ist alles dabei. Wie soll ich denn dazu denken?

Aufgewachsen in einem evangelischen Elternhaus mit einem Vater als Kirchenmusiker habe ich durchaus stets viel mit der Kirche am Hut gehabt. Kindergottesdienste, Kirchenchor, Konfiteamer, Kirchentagsgänger, das ganze Programm. Diese Aktivitäten haben mir immer Spaß gemacht und ich habe Kirche positiv erlebt. Dennoch bin ich mir der Probleme und Konflikte weltweit bewusst, die verschiedene Religionen so mit sich bringen. Und wenn ich an Freunde denke, die nicht religiös sind, merke ich, dass ich von Kind auf von Kirche geprägt bin. Ist meine Erfahrung mit Kirche vielleicht nur deshalb positiv, weil ich es nicht anders kenne? Ist Religion nur ein Betäubungsmittel, um Menschen zu besänftigen und sie ihrer Verantwortung zu entziehen? Ist die Macht und der Einfluss, den die Kirchen in Deutschland haben, noch gerechtfertigt? Und schnell landen wir wieder bei Grundsatzfragen.

Meine Erfahrung mit Don Bosco

Jedenfalls habe ich vor meinem Freiwilligendienst bei Don Bosco nicht geahnt, wie sehr ich mit Religion und Glaubensfragen in Kontakt kommen werde. Gut, ein katholischer Träger, aber im Vordergrund steht ja meine Fahrt nach Argentinien und meine Arbeit dort, so dachte ich zumindest. Corona wandelte diese Aussicht bekannterweise zu einem abwechslungsreichen Jahr in Deutschland. Vor allem die Akademie-Zeit im Kloster Benediktbeuern – tief im katholischen Bayern – mit Gottesdiensten am Sonntag und täglichen spirituell angehauchten Good-nights traf meinen unsicheren Glauben unerwartet. Doch erstaunlicherweise habe ich mich schnell wohl gefühlt in dieser Umgebung und konnte dem festen Ablauf im katholischen Gottesdienst etwas abgewinnen. Die Eucharistie hat durchaus etwas Festliches. Zudem haben wir die Gottesdienste meist sehr musikalisch und frei gestaltet. Ich war überrascht von der Toleranz, Weltoffenheit und Selbstkritik der Menschen in Benediktbeuern. Wie ist das Leben im Zölibat, Diversität und Gleichberechtigung in der Kirche, wie lebe ich meinen Glauben, moderne Missionierung oder die Kirche als Sekte, vor keinem Thema haben wir halt gemacht.

Vorbereitung für unseren Gottesdienst

Am meisten habe ich aus vielen Gesprächen mit meinen Mitvolunteers und den Salesianern mitgenommen. Die offenen Diskussionen zu dem Thema waren unglaublich spannend und inspirierend. Unterhaltungen nachts um drei gingen weit über Fragen wie die der Gottesexistenz oder dem richtigen Glauben hinaus, hin zu persönlichen Erfahrungen, inneren Konflikten und der Bedeutung von Glaube für das eigene Leben. Ich habe nochmal viel über mich selbst gelernt und meine eigenen Vorstellungen aus neuen Blickwinkeln betrachtet.

Für meine Zukunft weiß ich, dass ich weiterhin meine Augen und Ohren beim Thema Glaube und Religion spitzen werde. Es wäre ja schade, irgendeine der coolsten, absurdesten oder stimmigsten Glaubensvorstellungen zu verpassen. Gerade andere Religionen würde ich gerne noch näher kennenlernen. Ich weiß nicht, ob wir Religion brauchen oder ob sie uns Menschen guttut. Sie ist Teil unserer Gesellschaft und sollte sich dieser anpassen und ihren Zusammenhalt unterstützen. Religion sollte stets das Wohl aller und nicht nur das seiner Anhänger*innen im Blick haben.

Und wie sehe ich die Kirche gerade?

Aktuell erlebe ich die Kirche als solidarische Institution, die maßgeblich zum Wohl junger Menschen beiträgt. Don Boscos Gedanke wird hier in meinem Freiwilligendienst in Sannerz gelebt und fördert eine Kinder- und Jugendhilfe, auf die unsere Gesellschaft sehr dringend angewiesen ist. Rechtfertigt das die fehlende Gleichberechtigung, die Trans- und Homophobie und Frauenfeindlichkeit, den intransparenten Umgang mit Finanzen oder gar die fehlende Aufarbeitung der Kirchen beim Thema Missbrauch? Nein und dennoch leistet Don Bosco als Orden hier eine unschätzbare Arbeit. Kinder und Jugendliche, sowie die Gesellschaft profitieren von den Früchten der Arbeit Don Boscos.

Antworten auf die großen Glaubensfragen gab es heute keine, aber ich hoffe, dass der Beitrag Euch ein paar Einblicke zu meinen aktuellen Erfahrungen gegeben hat. Ich freue mich sehr über Fragen, Austausch oder gar hitzige Diskussionen! Demnächst kommen hoffentlich wieder regelmäßiger Beiträge über meine derzeitige Situation und was ich so mache.

Einen guten Start in den „Pride Month“ sowie in den Sommer pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang!

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Und was habt ihr so in dieser Akademie gemacht? https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/10/unsere-projekte/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/10/unsere-projekte/#comments Wed, 10 Feb 2021 20:19:04 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=116 Jaja, die häufig gestellteste Frage , wenn es um diese Akademie ging. Akademie, das bedeutet vor allem Planen, Gestalten und Umsetzen. So sind in unserer doch überschaubaren Zeit in Benediktbeuern einige nette kleine und große Projekte entstanden, die ich einmal nennen möchte. Das erste konkrete Projekt hieß „Straße bauen“ und sah, wie könnte es anders […]

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Jaja, die häufig gestellteste Frage , wenn es um diese Akademie ging. Akademie, das bedeutet vor allem Planen, Gestalten und Umsetzen. So sind in unserer doch überschaubaren Zeit in Benediktbeuern einige nette kleine und große Projekte entstanden, die ich einmal nennen möchte.

Das erste konkrete Projekt hieß „Straße bauen“ und sah, wie könnte es anders sein, den Bau einer Straße vor. Konkret bedeutet das Steine von A nach B karren, um das daraus resultierende Geröllfeld schließlich mit einem Presslufthammer zu ebnen. Die Projektplanung erwies sich als recht simpel, so auch die Arbeitsaufteilung (Schleppen und Aufschütten und wer nicht mehr konnte, hat einfach die Aufgabe gewechselt). Schwieriger jedoch die Durchführung, denn schwielige Hände und schmerzende Oberarme melden sich dann doch irgendwann. Aber die Arbeit hat sich gelohnt, eine Straße ist entstanden, sodass der Außenbereich renoviert werden kann. Projektziel erreicht!

Und nach der Straße?

Weitere, eher persönliche Projekte waren ein gelungener Harry-Potter-Marathon (Ja, die Verpflegung eines Filmabends sowie die Decken- und Matratzenverteilung vor der Leinwand will geplant sein!), Geburtstags- und Dankesgeschenke, sowie Geburtstagskuchen planen und backen, unsere eigenen Löffel Schnitzen und das Mörder-Spiel mit allen zusammen über Wochen hinweg. Nicht zu vergessen sind unsere regelmäßigen Chor-Treffen mit abschließender Aufnahme und eine vegane Woche (hier nochmal ein Danke an die Küche für das leckere Essen!). Anlässlich der Adventszeit schnürten wir Spendenpakete, bereicherten den Don Bosco Online-Adventskalender mit filmischen Beiträgen, schmückten den Weihnachtsbaum und gestalteten ein Adventskalenderfenster im Innenhof des Klosters. Im Rahmen einiger Projekte des Klosters interviewten wir verschiedene Mitarbeiter*innen zur derzeitigen Situation im Kloster. Die Frage dabei: Wie nachhaltig sind die Bereiche des Klosters und wie können sie noch nachhaltiger werden?

Viel haben wir auf jeden Fall gelernt, als wir unsere eigenen Seminare zu den verschiedensten Themen halten durften. Ein Thema ist schnell gefunden, aber es dann auch sinnvoll zu vermitteln, ist deutlich komplizierter. Die intensive Arbeit mit dem Thema selbst gibt nochmal einen viel tieferen Einblick. Die Übung, einer großen Gruppe ein neues Thema kreativ zu vermitteln, ist unglaublich hilfreich für spätere Seminare – oder gar TedTalks?

Witzigerweise gab es auch einige PR-Aktionen, bei denen wir Interviews gaben, gefilmt wurden oder für Fotos herhalten mussten. In jedem Fall sind wir jetzt darauf vorbereitet später auf dem Roten Teppich schlagfertige Antworten zu geben.

Unser größtes Projekt war die Ausstellung mit dem Titel „NachhaltICH“. Was kann ich im Sinne der SDGs tun für eine nachhaltigere Gesellschaft. Geplant war unser Projekt „NachhaltICH“ natürlich analog; Ausstellungsraum und Struktur der Ausstellung waren schon geplant. Coronabedingt hieß es jedoch, dass „NachhaltICH“ erstmal digital stattfinden muss. Deshalb hier ein Link zu unserer Präsentation. Ein Besuch lohnt sich!

https://prezi.com/view/fCIyEPVEr1UDwslZzTT3

Ja,

so haben sich unsere Wochen in Benediktbeuern auch schnell ganz gut gefüllt. Und zu planen gab es eigentlich immer irgendetwas. Gezeigt hat mir diese Projektarbeit, dass es nicht immer darauf ankommt das größte und sinnvollste Projekt zu finden. Häufig ist es wichtig, kleine Dinge oder Aktionen gut zu planen und umzusetzen, seien sie auch noch so belanglos. Und eines haben alle Projekte gemeinsam. Zusammen an Ihnen zu arbeiten macht immer am meisten Spaß!

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Die besinnliche Zeit https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/die-besinnliche-zeit/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/die-besinnliche-zeit/#respond Sun, 31 Jan 2021 23:43:00 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=126 Es war schon wirklich sehr hart, am 13. Dezember die Akademie zurück zu lassen und sich von den anderen zu verabschieden. Ich glaube, ein, zwei, fünf oder zehn Wochen, Monate oder auch Jahre hätten auch noch drangehängt werden können. Aber klar, zuhause ist immer noch bei der Familie und hier ist die Freude auf ein […]

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Es war schon wirklich sehr hart, am 13. Dezember die Akademie zurück zu lassen und sich von den anderen zu verabschieden. Ich glaube, ein, zwei, fünf oder zehn Wochen, Monate oder auch Jahre hätten auch noch drangehängt werden können. Aber klar, zuhause ist immer noch bei der Familie und hier ist die Freude auf ein Wiedersehen genauso groß wie der schmerzliche Abschied in Benediktbeuern. Wirklich spürbar natürlich ist die Umstellung auf eine Welt ohne einen coronafreien Kontakt innerhalb einer isolierten Gruppe. Zu Hause bleiben, Gesellschaftsspiele spielen, unnötig Zeit am Handy verschwenden und viele Spaziergänge sind wieder angesagt. Hat aber auch etwas, vor allem die Ruhe und die besinnlichen Adventsabende sind schön.

Dann Weihnachten, Silvester, Neujahr; natürlich mit Corona, aber doch recht gewöhnlich. Und wenn das Essen lecker ist und die Menschen, die ich liebe, um mich herum sind, fehlt nicht viel zum absoluten Glück. Komisch ist nur das Gefühl zu wissen, dass ich jetzt eigentlich in brütender Sommershitze mit Jugendlichen bei leckerem Argentinischen Fleisch (da bin ich als Vegetarier jetzt drum herum gekommen) ausgelassen feiern würde. Die kunstschneebedeckten Plastiktannenbäume hätten mir bestimmt gut gefallen. Doch so ist es nun und ich kann wirklich nicht sagen, dass ich deshalb frustriert bin. Die Erfahrungen und Menschen, die ich kennenlerne, sind eben andere und ich weiß das zu schätzen. Ein Auslandsjahr und auch ein Freiwilligendienst im Ausland sind aber weiterhin auf der Agenda, ich möchte ja schließlich alle Aspekte vom All-inclusive-Paket „Leben“ mitnehmen!

Mitte Januar geht es dann, für mich zum ersten Mal, ins Praktikum nach Ensdorf, in der Nähe von Nürnberg. Und wieder neue Erfahrungen, verbunden mit Zweifeln, aber hauptsächlich mit Vorfreude und Motivation.

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Igitt, Pippi!!! https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/meine-zeit-im-krankenhaus/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/meine-zeit-im-krankenhaus/#respond Sun, 31 Jan 2021 23:38:35 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=122 Dies ist mein Eintrag zu meinem Praktikum im Krankenhaus von Mitte Oktober bis Mitte November. Ab dem 05. Oktober fing für uns die Praktikumszeit an. Nach der Akademiezeit geht es nun daran, selbst wieder richtig aktiv zu werden und ganz eigene Erfahrungen zu machen. Dabei habe ich mich für ein Praktikum im Krankenhaus entschieden. Der […]

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Dies ist mein Eintrag zu meinem Praktikum im Krankenhaus von Mitte Oktober bis Mitte November.

Ab dem 05. Oktober fing für uns die Praktikumszeit an. Nach der Akademiezeit geht es nun daran, selbst wieder richtig aktiv zu werden und ganz eigene Erfahrungen zu machen. Dabei habe ich mich für ein Praktikum im Krankenhaus entschieden. Der Entschluss war sehr schwierig und ich habe lange überlegt, welches Praktikum ich wahrnehmen möchte. Entweder ging es ins Kloster Ensdorf mit einem Umweltprojekt und vielen kleinen Aktivitäten oder eben ins Praktikum an der Uniklinik Freiburg. Naja, letztendlich wurde es doch das Krankenhaus, zumal ich überlege, Medizin zu studieren und dafür gerne Erfahrungen sammeln wollte, bevor ich mich bei meiner Zukunftsplanung entscheiden muss. Ob es der richtige Weg war? Ich weiß es nicht, aber so ist es schließlich immer im Leben. Froh war ich in jedem Fall, dass ich bei meiner Entschlussfindung sehr unterstützt wurde.

In Freiburg angekommen waren noch einige Impfungen und viel Dokumente Zusammenkramen nötig, bis es am 12. Oktober losging. Meine zugeteilte Station gehörte zur Urologie (deshalb der Titel), ein Bereich, der natürlich zunächst nicht so prickelnd klingt; dazu später mehr.

Arbeit im Krankenhaus

Um 06.00 Uhr aufstehen und in der Kälte Richtung Krankenhaus fahren. Daran könnte ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen. Im Krankenhaus jedoch ging es gleich los. Essen austeilen, Blutdruck, Blutzucker und Puls messen, Urinproben auswerten, Patient*innen pflegen, waschen und betreuen, bei der Wundpflege helfen, Urinbeutel leeren, Betten neu beziehen, die Wäsche einsortieren und die Station sauberhalten, Werte eintragen, Patienten in den OP bringen und von dort abholen, die Liste geht noch weiter.

Klar, ich musste reinkommen und die Schichten sind manchmal echt lang, doch mit ein wenig Überblick und Ahnung erlebte ich unglaublich interessante und vielseitige Tage auf meiner Station. Pfleger*innen, Ärzt*innnen und das gesamte Personal waren wirklich offen und hilfreich zu mir, sodass ich mich schnell wohl fühlte. Und das Gefühl, Menschen helfen zu können (der Satz fällt natürlich häufig, aber er stimmt), ist einfach erfüllend. Zudem habe ich auch unglaublich viel aus medizinischer Sicht gelernt. Ich war bei diversen Untersuchungen und Probebestimmungen dabei, bekam viele Krankheitsbilder und Diagnosen erklärt bekommen und durfte bei einigen OPs zuschauen (eine Prostata-OP ist vom Verfahren her witziger als man denkt!).

Schnell merkte ich, dass der Bereich Urologie sehr vielseitig und alles andere als abstoßend ist. Besonders der professionelle Umgang, den es benötig, um bei Patient*innen kein Schamgefühl zu verursachen, hat mir sehr gefallen. Naja und dann waren die vier Wochen auch schon wieder rum und ich musste mich verabschieden. Wirklich schade, da ich mich echt gut mit einigen Leuten auf meiner Station verstanden habe, aber andererseits habe ich mich auch wieder sehr auf die Akademie gefreut.

Das altbekannte Problem

Meine Erlebnisse mit den „Strukturen“ im Krankenhaus möchte ich gerne schildern. Ja, als kleiner Praktikum wirst Du manchmal nicht beachtet. Zeit, Geduld und Offenheit helfen da aber enorm und die mir entgegengebrachte Freundlichkeit hat es mir leicht gemacht. Schwieriger finde ich weiterhin die „Hierarchien“ zwischen Reinigungspersonal, Pflege und Ärzt*innen. Hier habe ich schon hin und wieder Situationen erlebt, in denen ich mir mehr Verständnis und Zusammenarbeit gewünscht hätte. Die vielen positiven Gegenbeispiele haben hierbei jedoch eindeutig überwogen. Falls ich in unbestimmter Zeit mal nicht mehr aus Sicht der Pflege im Krankenhaus arbeiten werde, hoffe ich von mir selber, auch zu einer besseren Zusammenarbeit beizutragen.

Insgesamt denke ich aber, dass die Arbeit der Pflege und des gesamten Personals noch viel mehr geschätzt werden sollte und dies sich auch unbedingt finanziell niederschlagen muss! Da sind die richtigen Impulse und Entscheidungen aus der Politik gefragt, auf die ich in jedem Fall hoffe.

Fazit

Abschließend denke ich, dass ich mit meinen vier Wochen Pflegepraktikum natürlich auch nur zu den vielen angehenden Medizinstudent*innen gehöre, die allesamt diese Arbeit absolvieren. Und im Krankenhaus haben schon viele Menschen gearbeitet, und nicht nur wie ich vier Wochen lang. Aber in dieser Zeit hatte ich durchaus das Gefühl, ein wichtiger kleiner Teil für eine gelingende Arbeit im Krankenhaus zu sein und fühlte mich mit meiner Station und der Umgebung verbunden. Ich weiß nicht, ob ich Medizin studieren werde, aber dieses Pflegepraktikum war eine sehr positive Erfahrung für mich, die ich jeder*m empfehle!

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Bollywood statt Hollywood https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/bollywood-statt-hollywood/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2021/02/01/bollywood-statt-hollywood/#respond Sun, 31 Jan 2021 23:35:21 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=31 Transformers, Titanic, wir kennen sie alle. Tausendmal gesehen, Story meistens schon ein bisschen ausgelatscht. Da ist es mal Zeit für etwas indische Abwechslung. Und für die ist in der Akademie reichlich gesorgt. Denn Arnes, der aus Indien kommt, hat einige seiner Lieblings-Bollywood-Filme für uns, die wir an verschiedenen Abenden anschauen. Und wie sind die jetzt […]

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Transformers, Titanic, wir kennen sie alle. Tausendmal gesehen, Story meistens schon ein bisschen ausgelatscht. Da ist es mal Zeit für etwas indische Abwechslung. Und für die ist in der Akademie reichlich gesorgt. Denn Arnes, der aus Indien kommt, hat einige seiner Lieblings-Bollywood-Filme für uns, die wir an verschiedenen Abenden anschauen.

Und wie sind die jetzt so

Drei Stunden eintauchen in die Kultur Indiens, in eine verzwickte Love-Story, bei der der Ausgang jedoch von Anfang an klar ist und in einen manchmal etwas vollgepackten Plot hat schon was. Und so geht es von Leistungsdruck, über den Hinduismus, Religionskritik, über Suizid, Homosexualität, Dyslexie bis hin zu Abtreibung so ziemlich um jedes Problem bzw. Thema, welches uns das Leben bietet. In den Inhalten der Filme zeigt sich auch, dass die Werte in Indien, wie z.B. die Ehe eine anderen Platz einnehmen als bei uns, jedoch innerhalb Indiens die Meinungen darüber komplett auseinander gehen.

ein indischer Klassiker, der wirklich empfehlenswert ist!

Kurzum: Bollywood ist wirklich anders als die Filme, die wir so kennen. Ein paar Szenen sind wirklich etwas überladen und sehr kitschig. Toll ist aber die viele Musik und die gesungenen Lieder, die eigentlich in jedem Film vorkommen. Es lohnt sich in jedem Fall, diesem in Westeuropa fremden Genre mal eine Chance zu geben, vielleicht auch, um der Macht Hollywoods etwas erwidern zu können.

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Was mache ich denn jetzt eigentlich? https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2020/11/26/hallo-welt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/2020/11/26/hallo-welt/#comments Thu, 26 Nov 2020 15:08:00 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josiasimausland/?p=1 Übersicht über mein Jahr Natürlich eine berechtigte Frage. Dennoch ist sie gar nicht so leicht zu beantworten. Prinzipiell warte ich auch auf meine Ausreise. Fallzahlen, Entwicklung des Impfstoffs und die allgemeine Situation weltweit spielen dabei eine zentrale Rolle in der Entscheidung, ob ich nach Argentinien reisen darf. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, deshalb […]

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Übersicht über mein Jahr

Natürlich eine berechtigte Frage. Dennoch ist sie gar nicht so leicht zu beantworten. Prinzipiell warte ich auch auf meine Ausreise. Fallzahlen, Entwicklung des Impfstoffs und die allgemeine Situation weltweit spielen dabei eine zentrale Rolle in der Entscheidung, ob ich nach Argentinien reisen darf. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, deshalb bin ich weiterhin zuversichtlich, dass das bis März (ab März ist eine Ausreise mit weltwärts nicht mehr möglich) noch klappen kann.

Die Zeit in Deutschland ist aber keineswegs verschwendet, vielleicht sogar im Gegenteil. Seit September bin ich abwechselnd in der Don Bosco– Akademie (mehr Infos dazu hier) und in Praxis-Einsätzen. Als ich von diesem Konzept gehört habe, war ich erstmal skeptisch. Wie soll ein Auslandsfreiwilligendienst in Deutschland sinnvoll sein, zumal ich ja nicht mal ständig Kontakt zu Kindern und Jugendlichen habe? Andererseits haben mich die Ideen der Akademie durchaus angesprochen und mein Interesse geweckt.

Jetzt bin ich überglücklich, mich für diesen Weg entschieden zu haben und nicht etwa gerade im Ersten Corona-Semester im Studium stecke. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich hier sammle, und die Menschen, die ich kennenlernen darf, haben mein Leben um Vieles reicher gemacht. Und so sind es manchmal die ungeplanten Wege im Leben, die Dich für Deine Zukunft prägen.

Und jetzt nochmal einer Zeitplan für mein Jahr 2020/21, wenn ich nicht ausreise:

  • Mitte September bis Mitte Oktober: Akademie mit den anderen Auslandsvoluntär*innen im Kloster Benediktbeuern
  • Mitte Oktober bis Mitte November: Praktikum im Krankenhaus in Freiburg
  • Mitte November bis Weihnachten: Akademie
  • Weihnachten bis Mitte Januar: Winterpause mit der Familie
  • Mitte Januar bis Mitte Februar: Praktikum in der Don Bosco- Einrichtung in Ensdorf
  • Mitte Februar bis Anfang März: Akademie und Abschluss meines Freiwilligendiensts
  • ab März: das weiß bisher noch niemand, aber cool wird es allemal

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