Josef in Sambia https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/ Geschichten aus meinem Auslandsjahr mit Don Bosco Sun, 10 Jun 2018 12:45:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/wp-content/uploads/sites/21511/2018/06/cropped-20180331_131714-1-32x32.jpg Josef in Sambia https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/ 32 32 Theater https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2018/06/10/theater/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2018/06/10/theater/#respond Sun, 10 Jun 2018 12:38:21 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=146 Am 25. Mai wurde in Sambia der „African Freedom Day“ gefeiert. An diesem öffentlichen Feiertag wollten wir im Jugendzentrum den salesianischen heiligen gedenken, die in diesem Monat gefeiert werden. Diese sind: Dominik Savio, am 6. Mai, Maria Mazzarello, am 14. Mai und Maria, Hilfe der Christen, am 24. Mai. Es war geplant am Nachmittag für […]

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Am 25. Mai wurde in Sambia der „African Freedom Day“ gefeiert. An diesem öffentlichen Feiertag wollten wir im Jugendzentrum den salesianischen heiligen gedenken, die in diesem Monat gefeiert werden. Diese sind: Dominik Savio, am 6. Mai, Maria Mazzarello, am 14. Mai und Maria, Hilfe der Christen, am 24. Mai. Es war geplant am Nachmittag für ein paar Stunden Programm zu haben. Es sollten unter anderem zwei kleine Theaterstücke präsentiert werden.

Ich hatte mich mit meiner Theatergruppe um halb zwei zur Generalprobe verabredet. Als ich zur verabredeten Zeit an der Halle war, in der die Feier stattfinden sollte, war noch niemand da. Auch als um zwei das Programm eigentlich beginnen sollte, war erst eine Hand voll Kinder da, und nur einer von denen, die in meinem Stück mitgespielt haben. Langsam bin ich nervös geworden, weil wir an den vorherigen Proben gemessen, eigentlich die Generalprobe gut hätten gebrauchen könnten.

Als eine Stunde später immer noch kaum Kinder da waren, habe ich mir langsam Sorgen gemacht, ob unsere Feier überhaupt stattfinden kann. Daniel und ich haben angefangen mit den Kindern, die da waren und gewartet haben, einige spiele zu spielen. Das Hauptprogramm konnte jedoch nicht beginnen, da für beide Theaterstücke die meisten Kinder gefehlt haben.

Gegen halb vier war ich ziemlich enttäuscht. Da wir um fünf die Kinder nach hause schicken mussten, habe ich nicht gedacht, dass wir in der verbliebenen Zeit noch das Programm haben können. Für das Theaterstück über Dominic Savio hatte ich mit den Kindern in den letzten zwei Wochen fast jeden Tag geübt.

Als dann endlich die letzten Kinder meiner Gruppe aufgetaucht sind war ich in Alarmbereitschaft. Die Generalprobe hatte ich abgeschrieben, doch wir mussten jetzt schnell handeln, damit wir unsere Präsentation doch noch haben können. Als dann alles beriet war ist mir siedend heiß aufgefallen, dass zwar alle Kinder da waren, aber Muke, der Leiter, mit dem ich zusammengearbeitet habe und der den Lehrer spielen sollte, nicht aufzufinden war.

Ich versuche ihn anzurufen. Eine Frauenstimme meldet sich auf Bemba. „Wo ist Muke?“ frage ich auf Bemba. Das war ein Fehler, denn jetzt antwortet sie mir auf Bemba und ich verstehe kein Wort. „Wo ist Muke?“ frage ich nun auf Englisch, doch keine Chance. Sie redet weiter auf Bemba, ich kann nur das Wort „Fußballfeld“ verstehen. Was sollte er am Fußballfeld machen? Eine geringe Chance ihn zu finden, aber meine einzige, also laufe ich los.

Auf dem Fußballfeld ist ein Spiel im Gange, das Jugendzentrum Spielt gegen ein anderes Team. Unter den Zuschauern kann ich meinen Kollegen nicht entdecken. „Ist Muke hier irgendwo?“ frage ich einen Zuschauer. „Ist er nicht der Torwart?“ antwortet er mir. „Ja, doch, das ist er.“ Tatsächlich. Auf der anderen Seite des Platzes, ich kann ihn kaum erkennen, steht er für das Jugendzentrum im Tor. Und er ist gut. Gerade kommt ein Angriff, den er souverän hält.

Ich laufe über den Platz zu ihm. Auf dem Weg werde ich Zeuge, wie ein Spieler der gegnerischen Mannschaft mit dem Ball auf das Tor zuläuft. Kein Abwehrspieler ist zur stelle, es bleibt nur der Torwart. Muke kommt aus dem Tor, auf den Ball fokussiert, er tänzelt hin und her. Der angreifende Spieler hat ihn fast erreicht, er schießt – und Muke hält den Ball. Die Zuschauer jubeln, Muke ist der Star des Spiels. Muke schießt den Ball weg, ich erreiche ihn. „Muke, wir wir müssen mit dem Theaterstück anfangen. Wenn wir das jetzt nicht machen, können wir das heute nicht mehr aufführen!“, rufe ich außer Atem. „Ok, ich komme“ , willigt er ein. Er macht ein Zeichen zum wechseln.

Ich laufe zurück zu den Zuschauern. „Ihr müsst Muke auswechseln, er wird beim Jugendzentrum gebraucht!“ „Wir wollen unseren Torwart nicht auswechseln“, kommt es zurück. Das kann man ihnen bei so einem Spiel kaum verdenken. Ich jedoch fange an zu verzweifeln: „Das war seit Wochen geplant, jetzt ist die letzte Chance das noch hin zu kriegen. Wechselt euren Torwart aus!“ Doch die Fußballer bleiben stur. Ich schwanke zwischen völliger Verzweiflung und widerwilliger Belustigung über die Komik der Situation.

Zum Glück rettet mich der Schlusspfiff. Muke kommt angerannt, wir laufen zurück zur Halle. Die Kinder sind schon versammelt, Muke ruft die Schauspieler zusammen, ich rücke das Bühnenbild zurecht. Die Aufführung gelingt, an der entscheidenden stelle hören die Kinder gefesselt zu.

Anschließend wurde das zweite Theaterstück aufgeführt, zwei Tänze vorgeführt und der Sinn der heutigen Feier kurz zusammengefasst. Beim rausgehen haben die Kinder noch eine Süßigkeit bekommen.

Obwohl es nicht danach aussah, hat doch noch alles irgendwie funktioniert. Der Tag war für mich wirklich eine stressige Lektion darin, vertrauen zu haben, dass am Ende doch noch alles irgendwie gut wird.

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Eine Minute https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2018/03/24/eine-minute/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2018/03/24/eine-minute/#comments Sat, 24 Mar 2018 19:57:33 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=133 Im Februar sind wir mit allen Don Bosco Volunteers aus Afrika für ein Zwischenseminar nach Lusaka gefahren. Während dieses Seminars sind wir am Sonntag in eine Pfarrei zur Messe gefahren. Einer der Salesianer hat uns gefahren. Nach der Messe haben wir noch eine kleine Führung über das Gelände bekommen, da die Pfarrei von den Salesianern […]

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Im Februar sind wir mit allen Don Bosco Volunteers aus Afrika für ein Zwischenseminar nach Lusaka gefahren. Während dieses Seminars sind wir am Sonntag in eine Pfarrei zur Messe gefahren. Einer der Salesianer hat uns gefahren. Nach der Messe haben wir noch eine kleine Führung über das Gelände bekommen, da die Pfarrei von den Salesianern geleitet wurde.

Auf dem Rückweg meinte dann der Pater, der uns gefahren hat, dass er uns noch ein paar Plätze in der Stadt zeigen möchte, wenn wir schon mal da sind. Der Ort wo wir hin fahren liege auf dem Weg, wir würden nur kurz vorbei fahren, für eine Minute. Wenige Minuten später sind wir da: „Hier ist es. Wir fahren nur kurz auf das Gelände, zwei Minuten. Wir brauchen nicht auszusteigen.“ Der besagte Ort ist das Priesterseminar in Lusaka. Hier kommen die Priesteranwärter aus allen Bistümern Sambias zusammen, um Theologie zu studieren.

Wir fahren über das Gelände und auf einen Parkplatz. Neben uns kommen gerade die Studenten aus der Kirche, die Sonntagsmesse ist zu ende. Die Priesteranwärter tragen zur Messe schon alle die weiße Soutane, das Bild ist ziemlich beeindruckend. Der Pater stellt den Motor ab. „Wir steigen nur kurz aus um hallo zu sagen. Vielleicht für zehn Minuten.“

Am ende haben wir eine Umfangreiche Führung über das ganze Gelände bekommen und wurden noch auf ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen eingeladen. Das Ganze hat ungefähr eineinhalb Stunden gedauert. So dehnbar kann also eine Minute sein.

Das Programm für den Vormittag musste verlegt werden, aber es war interessant zu sehen, wie die Priester in Sambia ausgebildet werden. Eine Geschichte ist es auf jeden Fall.

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Islam https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/12/11/islam/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/12/11/islam/#comments Mon, 11 Dec 2017 07:42:13 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=96 Es ist Sonntag morgen. Ich sitze in der englischen Messe. Ein fremder Priester, der gerade auf der Durchreise ist und mit einem der Salesianer befreundet ist, hält eine der drei Sonntagsmessen. Am Ende der Messe, nachdem alle Ankündigungen von einem Gemeindemitglied vorgelesen wurden, geht der Priester noch einmal ans Mikrofon. Er erklärt, dass er gerade […]

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Es ist Sonntag morgen. Ich sitze in der englischen Messe. Ein fremder Priester, der gerade auf der Durchreise ist und mit einem der Salesianer befreundet ist, hält eine der drei Sonntagsmessen.

Am Ende der Messe, nachdem alle Ankündigungen von einem Gemeindemitglied vorgelesen wurden, geht der Priester noch einmal ans Mikrofon. Er erklärt, dass er gerade aus Lusaka von einer Tagung kommt. Mit Bischöfen aus ganz Sambia haben sie sich mehrere Tage über das Thema Islam beraten. Sie haben eine Reihe von Gründen herausgearbeitet, warum der Islam ein Problem darstellt.

„Zu erst einmal ist es extrem einfach zum Islam zu konvertieren, es dauert nur wenige Sekunden. Man muss nur sagen ‚Ich glaube an Allah, an Mohammed seinen Propheten, und so weiter‘ und schon ist man ein Moslem. Und wie wir wissen, wenn man ein Moslem ist, dann sein Leben lang.

Als nächstes sind die Finanzen ein großes Problem. Mit ihrem Geld helfen die Muslime nämlich nur denen, die auch Muslime sind. Also um Hilfe zu bekommen, muss man Moslem werden.

Eine weitere Sache ist die Heirat. Die muslimischen Männer nehmen sich christliche Frauen, machen sie zu Muslima und wie wir wissen (er zeigt die Zahl mit der Hand) sie können VIER Frauen haben. Das bedeutet auch, dass sie sich vier mal so schnell fortpflanzen können wie wir. Stellt euch vor, vier Frauen mit jeweils zwei Kindern, dass sind acht Kinder. Wenn dann noch mal zwei Kinder dazu kommen, sind das 16 Kinder. 16 Kinder, von nur einem Mann!

Ein weiteres Problem ist auch gleichzeitig eine Schwäche von uns. Wir Katholiken schaffen es nämlich oft genug nicht, unsere eigenen Kinder zu fördern. Dann kommen die Muslime und geben den Kindern Zugang zu Bildung – und wie immer – nur, wenn diese zum Islam konvertieren.

Die Muslime selbst haben das Ziel, dass Afrika 2050 muslimisch ist. In 10 Jahren werden einige von Ihnen Moslems sein, und noch später ist vielleicht die Hälfte von Ihnen muslimisch.

Wie Sie sehen, ist der Islam eine ernsthafte Gefahr. Wenn sie also irgendwelche Aktivitäten von Muslimen in dieser Pfarrei bemerken, sagen Sie es bitte dem Pfarrer.“

Die Besucher des Gottesdienstes lauschen gespannt, während der Priester spricht. Einige von ihnen, darunter eine Schwester, nicken zustimmend. Am Ende klatschen einige.

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Der Zahnarzt https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/10/10/der-zahnarzt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/10/10/der-zahnarzt/#comments Tue, 10 Oct 2017 09:52:50 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=33 In meinem ersten Monat hier in Mansa waren wir schon ein paar mal in der Stadt essen. Die Gründe dafür sind verschieden: Beim ersten mal wurden Daniel und ich willkommen geheißen, ein anderes mal fehlte der Strom zum Kochen und manchmal hat ein Pater einfach Lust auf ein Bier. Eine schöne Bar, in der es […]

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In meinem ersten Monat hier in Mansa waren wir schon ein paar mal in der Stadt essen. Die Gründe dafür sind verschieden: Beim ersten mal wurden Daniel und ich willkommen geheißen, ein anderes mal fehlte der Strom zum Kochen und manchmal hat ein Pater einfach Lust auf ein Bier.

Eine schöne Bar, in der es Bier aus dem Kühlschrank und Hühnchen vom Grill gibt, gehört zu den Favoriten der Patres. Die Bar ist meistens gut besucht. Man sitzt draußen, aus den Boxen dröhnt Popmusik und auf den Fernsehern laufen verschiedene Sportarten.

An diesem Ort haben wir schon zum zweiten mal einen ziemlich betrunkenen Mann getroffen, der sich als Zahnarzt in einer örtlichen Klinik vorgestellt hat. Ob das stimmt weiß ich nicht, doch offensichtlich kommt er öfter in die besagte Bar. Nachdem er uns gefragt hat wo wir herkommen, macht er uns wie viele der Leute hier Komplimente, er schätzt die Zielstrebigkeit und Disziplin die wir Deutschen im Leben hätten. Das würde vielen Leuten hier fehlen.

Als Daniel kurz seine Familie zurück ruft, ist er begeistert von der Idee, dass Daniel mit seiner Freundin spricht. Ich erkläre ihm, dass er nur mit seiner Familie telefoniert, doch er lässt sich nicht von seiner Meinung abbringen. „Unsere Frauen wollen unsere ganze Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt er mir.

Der Mann verabschiedet sich höflich, sagt dass er uns nicht länger stören wolle und verlässt unseren Tisch, nur um ein paar Minuten später wieder zu kommen. Dieses mal hat er eine interessante Theorie für uns: „Warum sterben die meisten Menschen nachts?“. Ich sage ihm, dass ich keine Ahnung habe.

„Die Bäume produzieren Sauerstoff, den wir zum atmen brauchen“

„Richtig, so wie alle grünen Pflanzen“, antworte ich ihm.

„Aber nur tagsüber. Nachts atmen die Bäume wie Tiere und Menschen, wie du und ich“

„Auch das stimmt“

„Also, warum sterben die meisten Menschen nachts?“

Ich muss lachen. „Ich bezweifle sehr, dass das der Grund ist“

„Aber die meisten Menschen sterben nachts, das könnt ihr nachprüfen. Da könnt ihr jede Statistik fragen, in jedem Krankenhaus!“

„Das kann ja sein, aber bestimmt nicht weil die Bäume nachts den Sauerstoff weg atmen. In Deutschland haben wir ein halbes Jahr ohne grüne Pflanzen, deswegen stirbt dort keiner.“

„Warum sterben die Menschen denn nachts? Dafür muss es einen Grund geben!“

„Ich weiß es nicht“

„Die Bäume atmen nachts Sauerstoff. Das habe ich im Studium gelernt“

„Ja, aber…“

Er lässt sich von uns nicht überzeugen. Irgendwann verlässt er unseren Tisch wieder.

Als er später zurückkommt, beklagt er sich über seine Frau. Sie würde darauf achten, für was zu Hause das Geld ausgegeben würde. „So und so viel für Miete, so viel für Essen, so und so viel für andere Sachen. Verstehst du?“ „Ja“, antworte ich ihm. Er fährt fort: „Ich, ich mag einfach Alkohol. Warum mischen sich die Frauen da ein? Warum müssen sie alles kontrollieren?“. „Weil du sonst das gesamte Geld für Alkohol ausgeben würdest“, gebe ich die offensichtliche Antwort. Er lacht, auch ich muss lachen, er streitet es nicht ab.

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Karate https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/09/14/karate/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/09/14/karate/#comments Thu, 14 Sep 2017 09:36:29 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=17 Im Don Bosco Jugendzentrum, hier in Mansa, gibt es für die Jugendlichen die Möglichkeit, Karate zu lernen. Die Jugendlichen bekommen Dienstags, Donnerstags und Freitags von einem jungen Trainer Karate beigebracht. Sie tragen mehr oder weniger vollständige Karatekleidung und folgen in einer Halle den Anweisungen des Trainers. In den Stunden geht es durchaus ruppig zu. Die […]

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Im Don Bosco Jugendzentrum, hier in Mansa, gibt es für die Jugendlichen die Möglichkeit, Karate zu lernen. Die Jugendlichen bekommen Dienstags, Donnerstags und Freitags von einem jungen Trainer Karate beigebracht. Sie tragen mehr oder weniger vollständige Karatekleidung und folgen in einer Halle den Anweisungen des Trainers. In den Stunden geht es durchaus ruppig zu. Die Jugendlichen kämpfen Gegeneinander und versuchen den Gegner mit Tritten und Schlägen zu Treffen. Es kämpfen zwar immer nur zwei gegeneinander und der Schiedsrichter greift regelmäßig in den Kampf ein, aber es sieht von außen ziemlich brutal und schmerzhaft aus. Nach dem Training habe ich bei einem Jugendlichen eine blutende Lippe bemerkt, solche kleineren Blessuren scheinen normal zu sein. Neben den Kämpfen und dem Lernen der Techniken stehen unter anderem Kräftigungsübungen wie Liegestütze auf dem Plan. Diese werden Synchron und mit den beim Karate üblichen Schreien ausgeführt.

Interessant ist es zu sehen, welche Anziehungskraft dieser Sport auf die Kinder und Jugendlichen auswirkt. Während die vielleicht 25 Jugendlichen trainiert haben, wahren die Stuhlreihen am Rand der Halle gut besetzt. Beim Spielen und Toben versuchen vor allem die kleineren Kinder, die noch nicht am Training teilnehmen dürfen, regelmäßig Kampfpositionen einzunehmen und Tritte auszuführen. Auf den Fotos, von denen sie wollen, dass man sie von ihnen schießt, posieren sie in Karatestellungen.

Bis jetzt habe ich kein anderes Hobby gesehen, das bei den Kindern einen derartigen Zulauf findet. Ich hätte nicht unbedingt erwartet, mitten in Afrika auf eine Vorliebe für Asiatische Kampfkunst zu stoßen, aber so kann man sich irren.

Das Leben hier ist generell sehr International, an einer Außenstelle der Universität, hier auf dem Gelände, unterrichten einige Inder. Bei den Salesianern kommt ebenfalls ein erheblicher Teil der Brüder und Patres aus dem Ausland. Außerdem habe ich bis jetzt von einigen Schülern erfahren, dass sie gar nicht aus Sambia, sondern aus angrenzenden afrikanischen Ländern kommen.

 

 

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Brennendes Gras https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/09/10/brennendes-gras/ https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/2017/09/10/brennendes-gras/#comments Sun, 10 Sep 2017 14:40:08 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/josefinsambia/?p=11 Wir sitzen im Auto und fahren vom Flughafen durch Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Wir fahren auf der linken Seite. Zwischendurch erschrecke ich kurz, wenn wir an einem Kreisverkehr links fahren oder von links Autos auf die Fahrbahn ziehen, die natürlich Vorfahrt haben. Es herrscht relativ viel Verkehr und es sind viele Leute zu Fuß unterwegs. […]

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Wir sitzen im Auto und fahren vom Flughafen durch Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Wir fahren auf der linken Seite. Zwischendurch erschrecke ich kurz, wenn wir an einem Kreisverkehr links fahren oder von links Autos auf die Fahrbahn ziehen, die natürlich Vorfahrt haben. Es herrscht relativ viel Verkehr und es sind viele Leute zu Fuß unterwegs. Es gibt weder Bürgersteige noch Straßenlaternen, die Scheinwerfer der Autos sind die einzige Lichtquelle, denn obwohl es erst sieben Uhr ist, ist es stockdunkel. Die Menschen laufen am Straßenrand, oft nur Zentimeter von den fahrenden Autos entfernt.

Zwischendurch realisiere ich wo wir sind. Wir sind in Sambia, tausende Kilometer von zu Hause entfernt. Anderer Verkehr, andere Häuser, andere Sprachen, andere Menschen. Ich muss lachen, weil es so verrückt ist.

Auf einmal bemerke ich, dass das Gras und die niedrigen Büsche am Straßenrand lichterloh brennen. Beim Vorbeifahren spürt man die Hitze durch das offene Fenster. Schon aus dem Flugzeug haben wir den Rauch einiger Feuer gesehen und uns gefragt, ob diese wohl gewollt sind, denn die Vegetation ist sehr trocken. Hier direkt an der Straße, unweit der nächsten Häuser wirkt das Feuer schon sehr bedrohlich, vor allem weil kein Anzeichen zu erkennen ist, dass irgendwer auf das Feuer aufpassen würde.

Ich frage den Pater, der uns vom Flughafen abgeholt hat, ob das Feuer nicht gefährlich sei. Nein, das sei ganz normal, versichert er mir. Irgendwer hätte es angezündet und würde auch auf das Feuer acht geben. Angezündet? Ja, angezündet. Einmal im Jahr, zu einer bestimmten Zeit, wird der Busch angezündet, fährt er zu erklären fort. Aber warum? Nachdem das alte, trockene Gras verbrannt sei, wachse neues und frisches Gras, selbst wenn es nicht regnet. Ich frage ihn, wie das sein kann. Das Gras hätte Wurzeln, die in die Erde reichen, wo noch Wasser ist. Das hätte ich mir auch denken können. Der Pater fährt fort. Das neue Gras sei gut für das Vieh, zumindest in den Dörfern. Hier in der Stadt würde das Gras nur weg gemacht. Der richtige Zeitpunkt für das Anzünden des Grases sei von großer Bedeutung, erklärt er mir weiter. In den Dörfern gebe der Chief den genauen Zeitpunkt bekannt. Ich bin sehr überrascht und sage ihm, dass ich das nicht gewusst hätte. Darüber freut er sich. Wenn die Weißen die Feuer sähen, würden sie immer denken, es würde etwas zerstört werden, obwohl eigentlich etwas erneuert wird. Tatsache.

Diese Begebenheit zeigt mir, wie sehr der erste Eindruck täuschen kann und wie wenig ich über das Leben hier weiß. Jedoch war es sehr spannend, auf diese Weise etwas über die fremde Kultur zu lernen. In meinem Jahr in Sambia werden noch viele weitere Erlebnisse dieser Art kommen. Ich freue mich sehr darauf.

 

 

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