Incredible India

Ein Jahr Indien – Meine Gefühle und Erlebnisse

Hello December

Bei 20 – 30 Grad am Tag kommt man einfach nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. Um doch wenigstens ein bisschen dafür zu sorgen, haben Sara und ich einen großen Adventskalender für unsere 78 Jungs gebastelt. In jedem Päckchen ist ein bunter Bleistift, ein Radiergummi und deutsche Süßigkeiten.

Jeden Abend bevor alle schlafen gehen wird immer noch eine „Gute- Nacht“ Geschichte erzählt, um die Jungs mit einem schönen Gedanken ins Bett zu schicken. Jeden zweiten Samstag darf auch ich mir ein „Good Night“ überlegen. Zufälligerweise war der 1. Dezember genau ein Samstag und so durfte ich eine Geschichte erzählen.

Es ging um ein Mädchen, dass all das teure goldene Geschenkpapier ihrer Familie aufbraucht um eine Schuhbox zu verpacken. Ihr Vater wird sehr sauer, vor allem als sie ihm das Geschenk überreicht und er sieht, dass die Box leer ist. Das Mädchen wird traurig und meint sie hat Küsse in die Box geblasen, bis sie ganz voll war. Da realisiert der Vater, dass er das beste Geschenk von allen bekommen hat: Liebe.

Mir ist hier in Indien nochmal stärker bewusst geworden, dass es wirklich das beste Geschenk ist. Sei es die Liebe meiner Familie, meines Freunds oder meiner besten Freundin. Nichts kann man als selbstverständlich ansehen und ich bin wirklich dankbar für all die wundervollen Menschen, die ich um mich rum habe.

Als Sara und ich dann den Adventskalender geholt haben und erklärten, dass jeder ein Päckchen (unter anderem mit Liebe gefüllt) bekommt, staunten die Jungs nicht schlecht. So durften die ersten vier Kinder vorkommen und ihr Päckchen abschneiden. Jeder hat sich sehr gefreut und alle meinten, wie super das Geschenk ist. Viele von den Jungs haben nämlich nur einen richtig kurzen Bleistift, mit dem man kaum mehr schreiben kann oder gar keinen. Es war für mich so schön, die Jungs so fröhlich und aufgeregt zu sehen.

Sogar einen großen Adventskranz gibt es im Esszimmer der Jungs. Der ist ziemlich indisch aus ein paar Palmblättern mit bunten Lichterketten und vier großen bunten Glocken unten dran. Jeden Sonntag versammelt sich jeder, betet und es werden indische Lieder gesungen und natürlich eine Kerze angezündet.

Zum Nikolaus haben wir uns auch was Kleines ausgedacht. Wir haben Boxen aus Papier gebastelt und Nikoläuse gemalt. Die haben wir mit kleinen deutschen Gummibärchenpackungen für jeden gefüllt und nachts heimlich vor die Schlafsäle gestellt. Am nächsten Morgen empfingen uns die Jungs mit einem großen Lächeln. Manche zeigen uns die Gummibärchen, manche rufen laut „Thank you sister“. Manche fragen uns, ob wir die Gummibärchen gebracht haben, worüber wir natürlich mit: „No it was St. Nicholas!“ antworten.

Diese kleinen Sachen erinnern mich daran, dass wirklich bald Weihnachten ist. Ansonsten bin ich noch nicht wirklich im Dezember angekommen, da es bei diesen Temperaturen wirklich schwer vorstellbar ist. Außerdem ist die Zeit im Rückblick so schnell vergangen, nun bin ich schon seit 3 Monaten in Indien. Es ist einfach verrückt. Ich wünsche allen Daheimgebliebenen eine schöne Vorweihnachtszeit! Die Christkindlmärkte fehlen mir, also trinkts einen (oder mehrere) Glühweine und essts viele Plätzchen für mich mit! ♥

Wir haben auch vor hier Plätzchen zu backen, ich bin gespannt. Wir haben nämlich keinen Backofen, sondern nur eine Mikrowelle, aber hier muss man oft kreativ werden also wird’s schon klappen!

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  1. Irmgard Woisetschläger

    Ich finde es richtig nett von Dir und Sara , die Jungs so zu überraschen!!Macht weiter so.

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