Johanna in Sri Lanka https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/ Thu, 02 Jul 2026 08:37:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Zwischenseminar und Besuch meiner Familie https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2026/07/02/zwischenseminar-und-besuch-meiner-familie/ https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2026/07/02/zwischenseminar-und-besuch-meiner-familie/#respond Thu, 02 Jul 2026 08:32:52 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/?p=151 Da bin ich wieder. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, geht es in diesem über das Zwischenseminar in Indien und den Besuch meiner Eltern in Sri Lanka.  Zwischenseminar   Nach dem „Sports-meet“ ging es für Friederike und mich nach Indien, genauer gesagt nach Hyderabad. Jeder weltwärts Freiwillige muss ein Zwischenseminar absolvieren. Gemeinsam mit sieben weiteren […]

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Da bin ich wieder. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, geht es in diesem über das Zwischenseminar in Indien und den Besuch meiner Eltern in Sri Lanka. 

Zwischenseminar  

Nach dem „Sports-meet“ ging es für Friederike und mich nach Indien, genauer gesagt nach Hyderabad. Jeder weltwärts Freiwillige muss ein Zwischenseminar absolvieren. Gemeinsam mit sieben weiteren Freiwilligen, die ihren Freiwilligendienst in Indien absolvieren, machte ich gemeinsam das Zwischenseminar. Dieses ging vom 2.03.26 bis zum 6.03.26 und wurde von Don Bosco aus Benedikt Beuren organisiert. In diesem Seminar haben wir viel über unser ankommen und unseren Probleme in den Projekt gesprochen. Der Austausch mit den anderen Freiwilligen aus Indien hat mir sehr geholfen, vorallem hat es sehr gut getan zu hören, dass jeder seine Probleme hat. An einem Nachmittag sind wir in die Innenstadt von Hyderabad gefahren. Unteranderem haben wir den „Chowmahalla-Palast“ und das „Charminar“ besucht, beeindruckende Gebäude. Ein super interessante, überfordernde und chaotische Stadt. So habe ich die Stadt empfunden und am Abend war ich froh, als ich wieder im Provincal Haus war. Doch auf der Fahrt zurück habe ich gemerkt, dass ich die Indischen Straßen wohl nicht so gut vertrage, eigentlich war ich nie wirklich empfindlich was das Bus oder Auto fahren angeht, doch an diesem Abend ging überhaupt nichts mehr und mir wurde ständig schlecht. Der Freitag war schon der letzte Tag des Zwischenseminars und wir verabschiedeten unsere Verantwortlichen aus Benedikt Beuern. 

Goa

Für die anderen Freiwilligen aus Indien und für mich ging es noch nach Goa. Dort verbrachten wir gemeinsam noch eine Woche. Wir waren zusammen Kanu fahren, sind surfen gewesen, haben ganz viel Volleyball gespielt und haben einfach die Zeit zusammen genossen. Für mich war es ein schöner Urlaub gemeinsam mit sieben anderen jungen Erwachsenen. In dieser Zeit hat sich eine richtige Gruppendynamik entwickelt und somit viel der Abschied noch viel schwerer für mich. 

Besuch meiner Familie 

Am 13.03 ging es für mich alleine zum Flughafen. Friederike war leider nicht mit in Goa, da sie in Sri Lanka Besuch von ihrer Familie bekommen hat. Es war irgendwie ein komisches Gefühl, alleine zurück nach Sri Lanka zu fliegen. Denn alle anderen sind irgendwie gemeinsam zurück in ihre Projekte gefahren. Da Sri Lanka eine Insel ist, musste ich leider fliegen. Abends komplett fertig nach fünf Stunden fliegen, bin ich gut im Provincal Haus in Negombo angekommen. Dort habe ich drei Tage verbracht, weil anschließend meine Eltern und mein Bruder mich besuchen kamen. Früh morgens am 16.03 stand ich total aufgeregt am Flughafen und habe sehnsüchtig auf meine Familie gewartet. Gemeinsam mit einem Father habe ich sie abgeholt und wir sind zurück zum Provincal Haus gefahren. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass plötzlich meine Familie in Sri Lanka ist. Die Fathers haben sich total darüber gefreut, dass meine Familie mich besuchen kam und dass ich sie ihnen vorgestellt habe.

das erste Foto mit meiner Familie in Sri Lanka

Murunkan

Nach einem Tag Akklimatisierung in Negombo fuhren wir mit dem AC-Bus nach Murunkan. Dort verbrachten wir zwei Tage und ich habe ihnen die Grundschule, die Hostel-Jungs und die Technikal Schule gezeigt, naja besser gesagt Brother Sujanthan hat es ihnen gezeigt. Am Mittwoch fuhren wir nach Mannar zur nächst größeren Stadt, dorthin sind sie das erste mal lokal Bus in Sri Lanka gefahren. Am nächsten Morgen wurden sie super herzlich von der Grundschule empfangen, womit sie garnicht gerechnet haben. Ich wusste das natürlich. Am Nachmittag ging es für uns weiter. 

Herzliches Willkommen meiner Familie in Murunkan

Der Tourismus in Sri Lanka

Sri Lanka ist seit einigen Jahren ziemlich touristisch geprägt und daher kann man die Insel relativ gut bereisen. Allerdings sind die meisten touristischen Hotspots im Singhalesischen Bereich des Landes. Daher sieht man im District-Mannar so gut wie keine Touristen und ich als weiße Frau bin dann doch immer wieder etwas „besonderes“. Mittlerweile kennt mich hier auch so gut wie fast jeder und jeder weis wo ich hin gehöre, was mich auch immer wieder erfreut. Da meine Eltern mich besuchen kamen, wollten wir gemeinsam die Insel erkunden und haben abgesehen von dem Besuch meiner 

Einrichtung, die typische touristen Route gemacht. Denn das Land hat super viel zu bieten landschaftlich wie kulturell. Viele Orte vorallem im Süden des Landes sind nur noch auf den Tourismus fokusiert. Dort stehen super viele Resorts neben einander. Die meiner Meinung nach die Schönheit verschiedener Orte kaputt machen. Ich als westlicher Tourist profitiere natürlich sehr von der touristischen Infrastruktur im Süden. Doch irgendwie habe ich eine gespaltene Meinung zu dem Tourismus. Deshalb hat es mich sehr interessiert wie die Einheimischen zu dem Tourismus stehen und ich habe daher einfach mal nachgefragt. Ich habe sowohl Singhalesische Personen die direkt im Tourismus arbeiten und Tamilische Personen hier im Norden gefragt. Und wie man es sich schon denken kann, habe ich ganz viele unterschiedliche Antworten bekommen. Einerseits ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig und schafft viele neue Arbeitsplätze. Anderseits sind in den letzten Jahren die Lebenshaltungskosten für die Einheimischen ziemlich gestiegen. Sujanthan meinte zu mir, dass man vor fünf Jahren noch für einen Euro Essen gehen konnte, mittlerweile zahlt man für das gleiche das doppelte oder sogar dreifache. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Lebensmittel im Norden günstiges sind als im Süden. Da kommen wir zu einem nächsten Problem. Vom Tourismus profitiert eigentlich nur die Singhalesische Bevölkerung und kaum die Tamile. Nicht nur ich habe eine gespaltene Meinung zum Tourismus auf der Insel, sondern auch die Bevölkerung.  

Sigiriya und der Lions Rock 

Mit dem AC-Bus fuhren wir nach Anuradhapura und besuchten meiner Meinung nach das beste Sri Lankanische Restaurant auf der ganzen Insel. Danach spazierten wir einmal um den See und fuhren weiter nach Sigiriya zum berühmten „Lions Rock“. Am nächsten Morgen bestiegen wir den „Pinguala Rock“ von dort aus hat man einen super schönen Blick auf den Lions Rock und auf die gesamte Region und am Nachmittag durfte auch der Lions Rock nicht fehlen. Doch mit 35 Doller pro Person ist er schon etwas teurer, doch man muss auch sagen, dass die Anlage super toll gepflegt ist und das sich das durch aus Lohnt. Meine Eltern und auch ich wollten unbedingt Elefanten sehen und haben uns gefragt, wo wir am besten einen National Park machen. In Sri Lanka gibt es zahlreiche National Parks, unteranderem in der Region Sigirya. Dort befinden sich nicht die größten National Parks der Insel, aber trotzdem Parks mit wunderschönen Landschaften. Wir entschieden uns für den „Hurulu eco park“ und dafür wurden wir gegen 5 Uhr am Hotel abgeholt. Wir hatten an dem Tag super viel Glück und durften viele Asiatische Elefanten bestaunen. Asiatische Elefanten sind deutlich kleiner als Afrikanische und sie unterscheiden sich bei der Größe der Ohren.

Kandy 

Nach vielen Eindrücken im Park ging es für uns etwa drei Stunden nach Kandy. Diese Stadt habe ich bereits schon besucht und liegt im inneren des Landes und mitten im tropischen Regenwald. Die Temperatur ist im Hochland super angenehm. Unsere Unterkunft war ein bißchen ausserhalb der Stadt und der Weg dort hin war ziemlich abenteuerlich. Mein Bruder und mein Vater besuchteten den Botanischen Garten, die waren ganz begeistert von dem Park, dort wachsen ganz viele tropische Pflanzen, die es in Europa garnicht gibt. Ungefähr eine Stunde von Kandy steht der berühmte Ambuluwawa Tower. Der stand ganz oben auf meiner Bucket List und den bestiege ich gemeinsam mit meiner Mama. Mit dem Bus fuhren wir bis Gampola und stiegen dann in ein Bus der uns auf ein Berg brachte. Am höchsten Punkt angekommen stiegen wir aus und kamen zum offiziellen Eingang des Turmes. Als Tourist zahlt man ca. 10 Euro für den Eintritt. Um zum Eingang des Turmes zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten, entweder man fährt mit einem Tuk Tuk hoch oder läuft zu Fuß zum Turm. Wer mich kennt weis, dass wir natürlich hochgelaufen sind, nach ungefähr einer Stunden sind wir am Turm angekommen und durften den eigentlich Turm besteigen. Um so höher man kommt, um so enger werden auch die Stufen. Doch der Weg hat sich defintiv gelohnt, man hatte eine wunderschöne Aussicht über die Berge Sri Lankas. 

meine Mutter und ich auf dem Turm

Nuwara Eliya 

Am nächsten Tag ging es recht abenteuerlich mit Bussen nach Nuwara Eliya, die höchstgelegene Stadt Sri Lankas. Sie ist das Zentrum des Teeanbaus. Dort herrscht recht kühles Klima und ist geprägt von viktorianischer Kolonialarchitektur. Mein persönliches Highlight auf der gesamten Reise war der „Horten plains National Park“. Der Park liegt auf einem Plato auf etwa 2100 bis 2300 Metern Höhe. Dort macht man eine sogenannte Wandersafari. Am besten geht man dort recht früh zum Sonnenaufgang hin, damit man am sogenannte „Word´s End“ noch eine wunderschöne Aussicht über das ganze Hochland hat, bevor die Wolken aufziehen.

Das Bergdorf Ella

Nach dem Besuch im Park war ursprünglich unser Plan mit dem Zug von Amwela (ein Ort bei Nuwara Eliya) nach Ella zu fahren. Allerdings ist der Zug eine ziemliche Touristen Attraktion geworden und wir haben uns leider nicht rechtzeitig für ein Zug Ticket gekümmert, dass bedeutet wir standen da ohne Zugticket und mussten irgendwie nach Ella. Allerdings waren wir nicht die einzigen mit dem Problem. Gemeinsam mit drei weiteren gestandeten Personen fuhren wir mit einem Sammeltaxi nach Ella. In Ella war ich bereits schon. Am nächsten Tag machten meine Eltern eine Tour auf eine Teeplantage, sie waren sehr begeistert davon. Ich bin in der Zeit auf den „little Adams Peak“ gelaufen. Am Abend sind wir zu den sogenannten „secret waterfalls“ gefahren. Naja so ganz secret sind die Wasserfälle auch nicht mehr. Sie sind ungefähr 20 Minuten von Ella entfernt und lohnen sich definitiv. 

die Nine Arch Bridge

Der Süden 

Am nächsten Tag ging es für uns in den Süden. Im Süden gibt es verschiedene kleine Orte direkt am Meer. Manche Orte sind sehr touristisch und westlich geprägt und manche Orte haben noch ihren Sri Lankanischen Scharm. Wir sind in ein doch sehr touristischen Ort gefahren, nämlich nach Mirissa. Einer der bekanntesten Orte im Süden Sri Lankas. Dort durfte ich die letzten Tage mit meiner Familie genießen. Nach zwei gemeinsamen Wochen musste ich Abschied nehmen von meinen Eltern und wenn ich ehrlich bin, musste ich die ein oder ändere Träne verdrücken. In den letzten Monaten hatte ich so gut wie kein Heimweh verspürt, doch irgendwie fand ich es schön, dass meine Eltern mich besuchten. Doch mein Bruder blieb noch eine Woche länger. Wir fuhren am nächsten Tag nach Hiriketiya, dort war ich bereits mit Friederike und den beiden Österreichern. Ich muss wirklich sagen, dort befindet sich einer der schönsten Strände Sri Lankas. Hier in Sri Lanka habe ich mich ins surfen verliebt und dieser Ort eignet sich perfekt fürs surfen. Sogar meinen Bruder konnte ich vom surfen begeistern. Eigentlich wollten wir danach zurück zu meiner Einrichtung und dort gemeinsam mit den Hostel-Boys und den Fathers Ostern feiern. Doch die Hostel-Boys hatten Ferien und sind nach Hause gefahren. Meine Fathers kommen alle aus Sri Lanka und sind dementsprechend auch zu ihren Familien nach Hause gefahren. Ja und Friederike wurde von Father Jesu mit nach Nuwara Eliya genommen.

Der Adams Peak

Dann überlegten wir uns was wir machen können und entschieden uns für den ,,Adams Peak‘‘. Der Adams Peak liegt im Hochland von Sri Lanka und ist 2243 Meter hoch. Es ist ein Ort religiöser Verehrung für mehrere Religionen und ist eine Pilgerstätte. Es gibt insgesamt zwei Wege die man benutzen kann, um auf dem Berg zu gelangen. Der eine Weg führt von Ratnapura die Stadt ist süd-westlich vom Adams Peak gelegen und der andere Weg führt von Hatton nord-östlich vom Adams Peak gelegen. Wir haben uns entschieden von Hatton aufzusteigen. Allerdings kann man nicht direkt von Hatton aufsteigen, denn der eigentlich Aufstiegt beginnt in Nallathanniya. Die Region um den Adams Peak ist atemberaubend und einfach wunderschön. Gegen zwei Uhr morgens machten wir uns auf den Weg hoch hinaus auf den Berg. Mit hunderten anderen Menschen wanderten wir rund drei Stunden auf den heiligen Berg. Der Weg war steil und von zahlreichen Treppen geprägt. Auf der Strecke befanden sich viele kleine Shops, wo man sich versorgen konnte. Gegen 5:15 Uhr waren wir oben und es war ein unglaubliches Gefühl. Allerdings kamen wir ziemlich geschwitzt oben an und oben herrschte ein ziemlich starker Wind. Da war ich froh, dass ich eine Jacke dabei hatte. Gegen 5:30 ging die Sonne auf und mit Musik wurde der Sonnenaufgang gefeiert. Es war einer der prägendsten Sonnenaufgängen in meinem Leben. 

Gegen 6 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Tal und erreichten um 8 Uhr unsere Unterkunft. Ich durfte schon viel von der Insel sehen, doch ich muss sagen die Region um den Adams Peak gefällt mir fast mit am besten. 

Nachdem ich gelesen hatte, was ich hier auf der Insel bereits alles sehen durfte, wurde mir noch einmal richtig bewusst, was für ein Privileg es ist, überhaupt die Möglichkeit zu haben, diese Insel zu bereisen und vor allem die Chance zu bekommen, einen Freiwilligendienst zu machen. In den vergangenen zehn Monaten habe ich mehr von der Insel gesehen als die meisten Einheimischen.

Hatton und die Umgebung um Nuwara Eliya ist ebenfalls Tamil geprägt. Die meisten Touristen wissen das überhaupt nicht und mir war es auch nicht bewusst. Ich dachte, dass die Tamilische Bevölkerung im Norden und im Osten des Landes vertreten ist. Zum größten Teil ist sie es auch. Ich möchte in den nächsten Wochen nochmal genauer über die Geschichte von Sri Lanka eingehen, weil ich in den letzten Monaten viel darüber erfahren durfte. 

Nachdem Daniel und ich den Adams Peak bestiegen haben und ein bißchen mehr von der wunderschönen Landschaft sehen durften, fuhren wir am nächsten Tag zurück nach Negombo zum Flughafen. Denn auch für meinen Bruder ging nun die Reise zu Ende. Doch davor besuchten wir noch eine Don Bosco Einrichtung ganz in der Nähe des Flughafens. Dort wurden wir ganz herzlich begrüßt und haben eine Messe mit gefeiert. Doch bevor wir dort ankamen, rufte mich Friederike an und teilte mir mit, dass sie Ende April aus unterschiedlichen Gründen nach Hause fliegen wird. Ich kann garnicht in Worte fasse was ich in dem Moment gefühlt habe. Denn ich gehörte zu den Personen die eigentlich nicht so gerne alleine einen Freiwilligen Dienst absolvieren wollten. Um ehrlich zu sein hatte ich richtig großen Respekt davor. Spoiler: Jetzt bin ich schon seit zwei Monaten alleine in Murunkan und fühle mich hier super wohl und angekommen. 

Es sind nur noch knapp zwei Monate und dann bin ich wieder in Deutschland, in der Zeit wird noch der ein oder andere Beitrag hochgeladen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen könnt. Meinen Spendenlink findet ihr auf meiner Blog Seite. 

Vielen Dank, dass ihr auch diesen Beitrag gelesen habt. Auch wenn dieser nicht so viel mit der Arbeit im Projekt zu tun hatte und dennoch gehört auch das Zwischenseminar und der Besuch meiner Familie zu meinem Freiwilligendienst. 

Johanna 😊

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Der Beitrag Die ersten Monate im Jahr 2026 erschien zuerst auf Johanna in Sri Lanka .

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Eigentlich wollte ich viel früher diesen Beitrag hochladen, doch leider hat sich im letzten Monat bei mir sehr viel verändert, aber dazu mehr voraussichtlich im übernächsten Blog. Ich freue mich, dass ihr meine Zeitreise weiter lest und wir bald in der Gegenwart ankommen.

Zurück in Murunkan

Nachdem wir zurück aus Colombo kamen, war erstmal niemand in der Einrichtung. Die Grundschüler hatten noch eine Woche Ferien und die Jungs kamen erst drei Tage später, aber so ist es eben. Ich denke, die drei Tage habe ich auch gebraucht, um mich zu sortieren.

Die erste Messe von Father Jesu

Am 4.01.2026 fand die „First Mass“ von dem Father statt, der zuvor seine Ordination hatte. Die „First Mass“ fand in seinem Heimatort statt. Sein Ort ist 30 Minuten von Murunkan entfernt. Gegen 5 Uhr morgens ging es hier los und die Messe begann um 6 Uhr. Total übermüdet und verschlafen stand ich da alleine (Friederike war leider krank) zwischen tausenden Sri Lankern. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Menschen um 6 Uhr morgens auf einem Haufen gesehen. Von Babys und Kleinkindern über Omas und Opas war alles dabei. Hier wird nicht wie in Deutschland in Personen gezählt, sondern in Familien. Mir wurde gesagt, es waren über 500 Familien anwesend. In Sri Lanka sind die Familien gar nicht so groß. Die meisten Eltern bekommen rund ein bis drei Kinder.

An diesem Tag hat Father Jesu seine erste Messe alleine gehalten. Gegen 10 Uhr war die Messe vorbei und danach gab es erstmal Frühstück für die Fathers, die Schwestern und mich. Danach fuhren wir zurück und ich durfte wieder schlafen, bis auf einmal Sujanthan an meiner Tür klopfte und meinte, dass wir wieder zu dem Ort müssen. Also fuhren wir wieder dorthin und es gab Mittagessen. Danach fiel ich komplett übermüdet in mein Bett.

Schimmel

Naja, ein Bett hatte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht. Meine Matratze lag auf dem Boden, denn mein Bett habe ich Friederike überlassen, da es ihr nicht so gut ging und sie das Bett mehr gebraucht hat als ich.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum wir nicht beide ein Bett haben. Wie ihr im letzten Beitrag gelesen habt, hat der Zyklon im November die ganze Insel verwüstet. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze hat sich in unserem Gebäude viel Schimmel gebildet. Das einzige Zimmer, das einigermaßen vom Schimmel verschont geblieben war, war mein Zimmer, also zog Friederike erstmal bei mir ein. Ganz abgesehen davon sind mir ein paar Sachen weggeschimmelt, wie beispielsweise meine iPad-Hülle, mein Mäppchen und zahlreiche T- Shirts. Mittlerweile hat sich die Sache zum Glück wieder einigermaßen beruhigt und die Trockenzeit hat wieder angefangen. In den letzten zwei Monaten hatte ich auch wirklich keinen Schimmel mehr im Zimmer, bis ich vor ein paar Tagen einen schimmeligen Pullover gefunden habe. Da es in den letzten paar Wochen relativ viel geregnet hat, obwohl wir eigentlich Trockenzeit haben, da macht sich leider der Klimawandel bemerkbar.

Ein neues Schuljahr beginnt

In Sri Lanka fängt das neue Schuljahr nach dem Jahreswechsel an. Das bedeutet, die neuen Erstklässler wurden eingeschult. Es wurden 45 neue Schülerinnen und Schüler eingeschult. Schultüten gibt es hier im klassischen Sinne nicht. Von der Schule hat jedes Kind einen Luftballon und ein komplettes Schulset bekommen. Jedes Kind hat eine Pflanze mitgebracht, damit wurde ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Ich habe angefangen, einen Garten anzulegen. Es war deutlich mehr Arbeit, als ich dachte. Aber am Ende hat es sich gelohnt und alle Pflanzen wurden erfolgreich eingepflanzt. Gemeinsam mit den Jungs habe ich erstmal die Erde besorgt und dann hieß es ganz viel umgraben. Mittlerweile haben wir schöne Pflanzenbeete.

Pongal – das tamilische Erntedankfest

Am 15.01.26 fand das Fest „Pongal“ statt. Pongal ist ein tamilisches Erntedankfest. Es dankt der Sonne, der Natur und den Nutztieren für eine reiche Ernte. An diesem Fest wird ein zuckersüßer Reis gekocht. Man kann sich das vorstellen wie eine Art Milchreis mit ganz vielen Nüssen und ganz viel Zucker. Am 15.01. war ein offizieller Feiertag und da haben wir mit den Jungs das Fest gefeiert. Gemeinsam mit ihnen haben wir Pongal gekocht und später mit ihnen auf dem Boden von Bananenblättern gegessen. Am Nachmittag spielten wir mit ihnen eine Art Rugby.

Am nächsten Tag feierten wir das Fest mit der gesamten Schule. Ich habe mich schon gefragt, warum wir am Vortag nichts vorbereiteten. Die Kinder kamen gemeinsam mit ihren Eltern und bauten alle gemeinsam auf, für sie gehört der Aufbau zum Fest dazu. Es gab vier verschiedene Stationen und sie haben aus dem Fest eine Art Wettkampf gemacht. Und wer durfte sich einmal durchtesten? Natürlich Friederike und ich. Alles war super lecker und es war ein super schönes Fest.

Der Don-Bosco-Monat

Der Januar ist der sogenannte „Don Bosco Monat“. In diesem Monat haben die Hostel-Jungs ganz viele Sportturniere in jeglicher Form. Sie spielen gegeneinander Volleyball, Basketball, Cricket und vieles mehr. Es gibt drei Teams: Bosco, Rua und Savio. Die Namen kommen nicht irgendwoher, sondern waren Nachfolger von John Bosco.

Am Ende des Monats findet der Bosco-Tag statt. In der Woche vor dem Bosco-Tag fand jeden Tag in unserer Kapelle von 17 bis 19 Uhr eine Messe statt.

Für diesen Tag habe ich mit den Viertklässlern einen Tanz einstudiert. Mir wurde fünf Tage vorher Bescheid gesagt, dass ich einen Tanz auf die Beine stellen soll. Eigentlich sollten Friederike und ich diesen gemeinsam machen, doch leider wurde Friederike in dieser Woche krank und ich musste das irgendwie alleine hinbekommen. Am Ende hat alles wunderbar funktioniert und alle waren zufrieden mit dem Tanz.

Am 31.01.2026 war das Don-Bosco-Fest. An diesem Tag fand eine super große Messe in unserer „Main Hall“ statt. Am Sonntag, den 1.02.2026, kamen alle Schülerinnen und Schüler in die Schule und wir haben gemeinsam das Don-Bosco-Fest gefeiert. Gestartet haben wir den Tag mit einer Messe und danach gab es ganz viel Programm. Unter anderem haben die Viertklässler den Tanz aufgeführt.

Am nächsten Tag ging es mit dem Feiern weiter und die Erstklässler wurden ganz offiziell eingeschult. Hier passiert das scheinbar zwei Wochen, nachdem sie schon in der Schule waren. An diesem Tag habe ich schon gemerkt, dass es mir nicht ganz so gut geht und am nächsten Tag lag ich mit Fieber im Bett. Dann lag ich mal wieder für eine Woche krank im Bett.

Sports Meet

In dieser Woche passierte relativ viel, wie beispielsweise, dass unsere Hostel-Jungs einen Halbmarathon liefen. Mitbekommen habe ich es erst, als Friederike von dem Event zurück kam und mir davon berichtete. Der Halbmarathon wurde von ihrer Schule aus veranstaltet. Die Jungs liefen 21 Kilometer und die Mädchen 15 Kilometer. Als ich davon erfahren habe, war ich ziemlich neidisch und wäre am liebsten mitgelaufen.

In ganz Sri Lanka beginnt mit dem sogenannten „Marathon“ das monatliche „Sports Meet“. Alle Schulen im Land haben im kompletten Februar nur Sportunterricht und bereiten sich auf das eigentliche Event vor. Nachdem ich wieder gesund war, habe ich mich sehr darüber gefreut und sehr viel mitgeholfen. Ich habe den Kindern unter anderem Hochsprung, Weitsprung und Sprint beigebracht. Auch ich habe die ein oder andere Challenge gegen die Hostel-Jungs gemacht.

Insgesamt wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen eingeteilt: Bosco, Savio und Rua. Im gesamten Monat sind diese Gruppen gegeneinander in verschiedenen Disziplinen angetreten und die Gruppe, die am Ende des Monats am Tag des eigentlichen „Sports Meet“ die meisten Punkte gesammelt hat, hat gewonnen. Jeden Tag standen wir auf dem dazugehörigen Sportplatz und haben fleißig trainiert. Alle haben mitgeholfen: Lehrer, Schüler und Eltern.

Am 27.02.2026 war es soweit, der Tag des eigentlichen „Sports Meet“. Es hat sich so ein bisschen angefühlt, als wäre ich bei den Mini-Olympischen Spielen. Seit ich klein bin, war es mein Traum, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr, aber irgendwie war es schön, bei so einer Mini-Version dabei zu sein. Sogar das Olympische Feuer wurde nachgemacht. Und zeitlich hat es auch irgendwie gepasst, da in dieser Zeit die Winterolympiade in Mailand stattfand. Als ich erwähnt habe, dass momentan die Winterolympiade stattfindet, habe ich nur in fragende Gesichter geschaut. Niemand wusste davon, woher auch? Wintersport interessiert hier niemanden.

Begonnen hat das „Sports Meet“ mit einem Tanz, den die Schülerinnen und Schüler ganz viel zuvor geübt haben. Danach wurde das „Olympische Feuer“ angezündet und über den gesamten Platz transportiert. Nach der Eröffnung des „Sports Meet“ fanden ein paar Wettkämpfe statt, unter anderem im Sprint, Weitsprung und in Sportspielen. Ich war Kampfrichterin und manchmal war ich aufgeregter als die Schülerinnen und Schüler. Auf einmal ging es nicht mehr um meine eigene sportliche Leistung, sondern um die einer gesamten Schule. Irgendwie war das ein ganz tolles Gefühl für mich, nicht mehr für mich selbst Leistungsdruck zu verspüren, sondern für jemand anderes. Am Ende des Tages sind auch die Eltern und Lehrer im Sprint gegeneinander angetreten. Gegen 19 Uhr fand die Siegerehrung statt. Ich war schon bei vielen sportlichen Veranstaltungen, aber so eine große Siegerehrung habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Jeder wurde gefeiert, egal welche Leistung erbracht wurde und darum geht es doch eigentlich im Sport, dass jeder Spaß an der Bewegung hat.

Auf nach Indien

Am nächsten Tag ging es für Friederike und mich relativ früh nach Negombo, um von dort aus zum Zwischenseminar nach Indien zu fliegen.

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen einen weiteren Blog hochladen werde. Dort werde ich von dem Zwischenseminar in Indien und dem Besuch meiner Eltern berichten.

Danke, dass ihr mich auf meiner Reise begleitet und ich freue mich, wenn ihr ein Teil davon bleibt.

Johanna 😊

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Eine kleine Zeitreise in das Jahr 2025 https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2026/04/18/eine-kleine-zeitreise-in-das-jahr-2025/ https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2026/04/18/eine-kleine-zeitreise-in-das-jahr-2025/#respond Sat, 18 Apr 2026 07:16:11 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/?p=123 Lange ist es her und in den letzten Monaten ist wirklich viel passiert. In dem Blog machen wir eine kleine Zeitreise in die Monate November und Dezember 2025. Den Blog habe ich Anfang Januar geschrieben, das bedeutet, dass ich ihn aus der Sicht von damals geschrieben habe. Schön, dass ihr wieder den Weg zu meinem […]

Der Beitrag Eine kleine Zeitreise in das Jahr 2025 erschien zuerst auf Johanna in Sri Lanka .

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Lange ist es her und in den letzten Monaten ist wirklich viel passiert. In dem Blog machen wir eine kleine Zeitreise in die Monate November und Dezember 2025. Den Blog habe ich Anfang Januar geschrieben, das bedeutet, dass ich ihn aus der Sicht von damals geschrieben habe. Schön, dass ihr wieder den Weg zu meinem Blog gefunden habt. Die letzten Monate seit meinem letzten Beitrag waren anstrengend, lehrreich, traurig, aber auch wunderschön.

Weihnachtsfest und Krankheit

Wie ihr ja bereits mitbekommen habt, arbeite ich in einer Grundschule. Am 12.12.2025 findet das jährliche Weihnachtsfest der Schule statt. Dafür bereiten die Schülerinnen und Schüler jedes Jahr Weihnachtslieder und Weihnachtstänze vor. Jede Klasse bereitet ein anderes Lied und einen anderen Tanz vor. Beispielsweise führt die eine Klasse einen sinhalesischen Tanz vor.

Eine Klasse durften Friederike und ich übernehmen. Mit der Klasse 3 haben wir zu dem Lied „Merry Christmas Everyone“ einen Tanz kreiert. Für die Grundschule ist das Weihnachtsfest sehr wichtig. Das kann man daran erkennen, dass sie schon einen Monat vorher angefangen haben zu üben.

Doch zwei Tage nachdem wir angefangen haben mit den Kindern den Tanz einzustudieren, habe ich einen ziemlich heftigen Fieberinfekt bekommen. Bei den Hostel-Jungs ging ein Fieberinfekt herum und ich habe mich sehr wahrscheinlich bei ihnen angesteckt. Ich hatte zwischenzeitlich 40 °C Fieber und ziemliche Fieberträume.

Ich muss sagen, wirklich Heimweh habe ich in den letzten drei Monaten nicht verspürt. Doch in dieser Zeit habe ich mir teilweise gewünscht, dass ich einschlafe und zu Hause in meinem warmen Bett aufwache. Krank sein ist hier irgendwie ganz merkwürdig. Erstens kann man sich nicht in seine warme, kuschelige Decke einkuscheln und zweitens gibt es nur eine kalte Dusche. Bekanntlich sagt man ja, dass man nicht kalt duschen soll, wenn man krank ist.

Nach ungefähr einer Woche komplett flach im Bett ging es bei mir auch wieder bergauf. In der Zeit hat Friederike den ersten Teil des Tanzes mit der Klasse einstudiert, dafür war ich ihr sehr dankbar.

Ich bin gerade wieder auf den Beinen und Friederike fängt an, krank zu werden. Da würde ich sagen, das haben wir wunderbar hinbekommen mit dem Abwechseln. Also Teamwork funktioniert bei uns schon mal.

Examweek für die Schülerinnen und Schüler

Anfang Dezember, ungefähr zwei Wochen vor den Weihnachtsferien, fängt die sogenannte „Exameweek“ an und das heißt für uns, keine Arbeit. Denn die Kinder kommen nur für die Klausuren in die Schule und gehen dann wieder nach Hause. Die Hostel-Jungs waren auch zu Hause und hatten Ferien.

Ja, auch die erste und die zweite Klasse schreiben schon Klausuren, zwei Stunden lang.

Zyklon und Hilfe vor Ort

Wie ihr vielleicht durch die sozialen Medien mitbekommen habt, zog Zyklon Ditwah über die Insel und zerstörte viele Teile Sri Lankas. Heftige Regenfälle und Erdrutsche forderten viele Tote und Verletzte. Vor allem waren die Hochebenen Kandy und Ella betroffen.

Leider war auch der Norden Sri Lankas betroffen. So verloren viele Menschen rund um Murunkan ihr Zuhause. In dieser Zeit hat meine Einrichtung über 30 Familien aufgenommen und die ganze Einrichtung war überfüllt mit Menschen.

Nachdem der Zyklon die Insel verlassen hatte, konnten die meisten Familien wieder zurück in ihre Häuser. Doch leider haben einige Menschen ihr Zuhause verloren und Don Bosco hat die Möglichkeit, 10 Häuser neu aufzubauen.

Don Bosco Murunkan ist für ihre Schülerinnen und Schüler verantwortlich und wir haben die Familien mit Essenspaketen versorgt. Ich bin zu zahlreichen Familien nach Hause gefahren und habe Essenspakete verteilt. Finanziert wurden diese unter anderem durch ein Hilfsangebot aus Sizilien.

Auch der Staat hat vieles in kürzester Zeit wieder aufgebaut. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell Brücken und Gebäude wiederhergestellt wurden. Ich muss ehrlich sagen, man sieht kaum noch im Land, dass vor weniger als einem Monat ein Zyklon die Insel zerstört hat.

Durch den Zyklon mussten die Schulen für eine Woche schließen. Dadurch konnte sich meine Schule nicht auf das Weihnachtsfest vorbereiten und einige Klausuren konnten nicht zu Ende geschrieben werden. Aber man muss dazu sagen, die Familien hatten wirklich andere Sorgen als das Weihnachtsfest.

Vorbereitung auf das Fest

Am 8.12.25 hat meine Schule wieder vollständig geöffnet und die letzten Klausuren wurden geschrieben. Danach wurde sich komplett auf das Weihnachtsfest vorbereitet.

In dieser Woche hatten wir wirklich super viel zu tun. Friederike und ich hatten die Aufgabe, mit zwei Klassen jeweils ein Weihnachtslied einzustudieren, innerhalb von einer Woche.

Mit der Klasse 3 haben wir „Feliz Navidad“ gesungen und mit der sechsten Klasse „Silent Night“. Es war wirklich stressig, irgendwie einigermaßen gute Lieder hinzubekommen.

Ein besonderer Morgen

Ich kann mich noch gut an diesen Freitagmorgen erinnern. Gegen 6:30 Uhr bin ich in ein Auto gestiegen und wusste nicht, wohin wir fahren. Das Einzige, was mir gesagt wurde war, dass ein Father ein Gebet halten muss.

Nach ungefähr 20 Minuten kamen wir an und stiegen aus dem Auto. Wir gingen in ein Haus und plötzlich drehte sich der Brother um und fragte uns, ob wir ein Problem damit hätten, eine Leiche zu sehen. Dabei standen wir aber schon vor der toten Person.

Wir waren auf einer Beerdigung.

Gegen 8 Uhr fuhren wir zurück zur Schule.

Das Weihnachtsfest

Friederike und ich sind den ganzen Morgen nur von A nach B gerannt, um irgendwie die Kinder einzusammeln. Denn die Kinder sind immer zu unterschiedlichen Zeiten gekommen und auf einmal waren sie wieder weg.

Irgendwie haben wir es dennoch geschafft, alle Kinder zusammenzubekommen und noch einmal auf der Bühne mit Mikrofonen zu üben. Und was soll ich sagen, es hat am Ende hervorragend geklappt.

Es ist mir ein Mysterium, wie das immer funktioniert, aber eigentlich ist es doch egal, wie es funktioniert. Das Einzige was zählt ist, dass es am Ende funktioniert hat.

Das Ende vom Lied, wir hatten ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Den Weihnachtstanz der sogenannte ,,German Dance“ haben wir durch die traurigen Umstände nicht mehr geschafft fertig zu bekommen. 

Sujanthan, Friederike und ich beim Weihnachtsfest

Urlaub 

Am darauffolgenden Sonntag sind Friederike und ich mit dem AC-Bus nach Colombo, in die Hauptstadt, gefahren. Dort trafen wir auf Benjamin, David und Jamie.

Vor einiger Zeit haben wir David und Jamie in ihrer Einrichtung in Nochiyagama besucht. Die nachfolgenden Sätze habe ich schon vor einiger Zeit geschrieben, allerdings habe ich es vergessen, sie mit hochzuladen, also tue ich das jetzt.

Rückblick: Oktober 2025

Gemeinsam mit einem Father sind wir am Wochenende in eine andere Einrichtung nach Nochchiyagama gefahren. Dort arbeiten seit Anfang Februar zwei österreichische Volunteers, die wir für das Wochenende besuchen wollten.

Nach drei Stunden Busfahrt für gerade einmal 100 Kilometer kamen wir am Freitagabend ziemlich erschöpft an. Am Abend spielten wir noch ein wenig zusammen und fielen danach völlig müde ins Bett.

Am nächsten Morgen starteten wir mit super leckeren Pfannkuchen, gefüllt mit Ingwer, Honig und Kokosnuss. Gegen 10 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus in die nächstgrößere Stadt Anuradhapura. Diese Stadt ist super spannend, vielseitig, lebendig und voller Kontraste.

Die Jungs hatten die Idee, sich die Nägel machen zu lassen und wir waren natürlich sofort dabei. Also saßen da vier weiße Idioten in einem sri-lankischen Nagelstudio. Fun Fact, ich war vorher noch nie in einem Nagelstudio. Es war eine echt coole Erfahrung. Und wer jetzt denkt, dass ich mit Gelnägeln aus dem Laden gekommen sind, kennt mich wohl nicht. Wir haben die Nägel nur reinigen lassen. Aber wow, die Hände fühlten sich danach richtig gepflegt an.

Nach einem Restaurantbesuch, bei dem wir Kottu gegessen haben, ging es zurück nach Nochchiyagama. Dort sind wir noch ins Gym gegangen und haben den Tag mit einem Spieleabend ausklingen lassen.

Komplett übermüdet ging es am nächsten Morgen in die Kirche. Ich musste wirklich aufpassen, nicht einzuschlafen.

Nach einem Wochenende voller Austausch, Inspiration, Tipps und neuer Energie machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zurück nach Murunkan.

Mittlerweile sind die beiden wieder zurück in Österreich und haben sich wieder in ihrem alten Umfeld eingelebt. 

Urlaub Südküste und Weihnachten

Gegen 18 Uhr kamen wir in Colombo an und trafen uns im Kino und schauten gemeinsam „ZooMania 2“. In so einem modernen Kino war ich in meinem ganzen Leben noch nie.

Zu unserem zweiten Stopp fuhren wir gemeinsam mit David und Jamie mit dem Zug nach Hiriketiya, ein sehr touristischer Ort. Dort habe ich mehr Touristen gesehen als einheimische Menschen.

Es gibt dort wunderschöne Strände und super Wellen, um surfen zu lernen. Dort stand ich das erste Mal auf einem Surfbrett und was soll ich sagen, ich habe mich ins Surfen verliebt. Wer hätte das wohl gedacht. Nach drei Lehrstunden konnte ich schon mit den Jungs bei größeren Wellen mitsurfen.

Nach einer Woche sind die beiden Österreicher zurück nach Colombo gefahren, weil Jamies Freiwilligendienst zu Ende war und er zurück nach Österreich flog.

Am selben Tag fuhr ich weiter nach Weligama. Direkt daneben befindet sich der bekannte Ort Mirissa. Ich muss sagen, mit Weligama konnte ich persönlich nicht so viel anfangen, Mirissa fand ich schöner.

Nach ein paar Tagen fuhr ich zurück nach Hiriketiya, denn dort traf ich mich mit Friederike, um gemeinsam Weihnachten zu feiern.

Ein wunderschöner Strand an der Südküste

Weihnachten ohne Familie

Leider hatte unsere Einrichtung über Weihnachten geschlossen. Die Jungs sind nach Hause gefahren und die Fathers ebenso. Ich muss ehrlich sagen, dass ich großen Respekt davor hatte, Weihnachten ohne Familie zu feiern. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Am Morgen den 24.12.25 bin ich noch eine Runde surfen gegangen. Wer kann schon von sich behaupten, dass er am Weihnachtsmorgen surfen war?

Am Abend gingen Friederike und ich in das kleine Dorf und fanden ein wirklich schönes Restaurant.

Wir dachten uns, an Heiligabend kann man sich mal einen Cocktail gönnen, selbstverständlich alkoholfrei. Leider bekam ich zuerst einen Cocktail mit Alkohol serviert und da war ordentlich Alkohol drin. Danach bekamen wir aber unseren alkoholfreien Mocktail.

Am nächsten Tag ging es für mich zu einem Schildkröten-Spot. Ich habe große Meeresschildkröten gesehen und das an Weihnachten.

Zum Abschluss unseres Urlaubs gab es noch Pizza. Ja, in einem Touri-Ort wie Hiriketiya gibt es auch gute Pizza.

Die Ordination

Am 27.12.2025 war die Ordination eines ehemaligen Brothers von uns, jetzt ist er ein Father. Wir wurden persönlich von ihm eingeladen.

In diesem Land wird man normalerweise nicht einfach so eingeladen. Das bedeutete für uns, dass wir es sehr schätzen mussten und auf jeden Fall erscheinen mussten.

Eine Ordination ist eine Priesterweihe und die Messe ging über vier Stunden. Aber das war okay und es hat sich garnicht so lange angefühlt. Für uns war es eine Ehre bei so einem wichtigen Tag dabei gewesen zu sein. Für die Salesianer ist es der wichtigste Tag in ihrem ganzen Leben. Für diesen Tag studieren sie 14 Jahre lang. 

Die Ordination

Silvester 

Nach der Ordination bin ich alleine mit dem Lokalbus, nach Ella einem kleinen Bergdorf mitten in der wunderschönen Natur Sri Lankas gefahren. Dort habe ich wunderschöne Wanderungen gemacht und nochmal Energie für die nächsten Monate getankt.

Friederike ist in Colombo geblieben und am 31.12.2025 bin ich zu ihr in die Hauptstadt gefahren. Gemeinsam mit ihr und tausenden Sri Lankesen haben wir in das neue Jahr 2026 gefeiert. Ich habe noch nie in meinem Leben so groß Silvester gefeiert. Es war überwältigend, überfordernd, aber vorallem wunderschön. 

Silvester in Colombo

Zwei Tage später fuhren wir zurück in die Einrichtung nach Murunkan. 

Vielen lieben Dank, dass ihr die kleine Zeitreise gelesen habt. In den nächsten Tagen werde ich meine Zeitreise weiter führen und erzähle mehr von meinen Erlebnissen hier in Sri Lanka. 

Eure Johanna 😊

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Meine ersten zwei Monate Sri Lanka https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2025/11/22/meine-ersten-zwei-monate-sri-lanka/ https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/2025/11/22/meine-ersten-zwei-monate-sri-lanka/#comments Sat, 22 Nov 2025 11:39:57 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/johannainsrilanka/?p=82 Nun da bin ich wieder. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich bereits schon seit über zwei Monaten hier in Sri Lanka lebe. Inzwischen hat sich ein gewisser Alltag eingestellt und die Arbeit mit den Kindern bereitet mir jeden Tag große Freude. Einblicke in meinen Alltag Jeden Morgen um 7:30 Uhr begrüßen wir die […]

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Nun da bin ich wieder. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich bereits schon seit über zwei Monaten hier in Sri Lanka lebe. Inzwischen hat sich ein gewisser Alltag eingestellt und die Arbeit mit den Kindern bereitet mir jeden Tag große Freude.

Einblicke in meinen Alltag

Jeden Morgen um 7:30 Uhr begrüßen wir die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof mit Gesang und Gebet. Anschließend unterrichte ich in der Grundschule Englisch, Kunst und Sport. Besonders bereichernd empfinde ich die Möglichkeit, das Fach Sport eigenständig einzuführen. Bewegung ist für Kinder enorm wichtig, vor allem zwischen den vielen theoretischen Unterrichtsstunden.

Da es hier weder eine richtige Sporthalle noch viele Materialien gibt, ist Kreativität gefragt. Dennoch gelingt es mir, abwechslungsreiche und motivierende Stunden zu gestalten. Wir spielen unter anderem Kettenfangen, Feuer-Wasser-Blitz und verschiedene Ballspiele. Auch meine mitgebrachte Koordinationsleiter kommt bei den Kindern richtig gut an. 

Außerdem starten wir alle drei Tage ein neues Bastelprojekt mit den Kindern wie zum Beispiel: Obstteller, Unterwasserwelt und Weltraum Plakate. Die Lehrer und Eltern freuen sich, wenn sie sehen können was die Kinder im Unterricht machen. 

Am Nachmittag spiele ich häufig mit den Hostel-Boys Basketball oder Volleyball. Da mittlerweile die Regenzeit begonnen hat, fällt das Training häufig ins Wasser, im wahrsten Sinne des Wortes. Glücklicherweise befindet sich auf unserem Gelände ein überdachter Platz, auf dem wir bei Regen Fußball spielen, Seilspringen oder UNO spielen können.

UNO scheint tatsächlich jedes Kind auf der Welt zu kennen. Ein Spiel, das Menschen unabhängig von Sprache und Herkunft verbindet. Es ist faszinierend zu erleben, wie einfach gemeinsames spielen, Nähe schaffen kann. Man kann auf die andere Seite der Welt fliegen und mit jedem Kind UNO spielen.

Eindrücke aus der Regenzeit

Obwohl wir uns inzwischen mitten in der Regenzeit befinden, hat es bei uns seit über einer Woche nicht mehr geregnet. Ich hatte mir die Regenzeit ganz anders vorgestellt. Nämlich so, dass es ununterbrochen regnet. Doch das hat sich bisher nicht bestätigt. Trotzdem tut die Regenzeit nicht nur der Natur und den Tieren gut, sondern auch mir. Die Wiesen sind wieder grün, und die Außentemperatur liegt nun im Durchschnitt etwa zehn Grad niedriger als während der Trockenzeit. Das macht den Alltag deutlich angenehmer. Ein kleiner Nachteil ist allerdings, dass nun auch die Mücken wieder unterwegs sind, sie scheinen die Regenzeit mindestens genauso zu genießen wie wir.

Ein Wochenende auf Mannar-Island

An unserem ersten Wochenende in Murunkan unternahmen meine Mitfreiwillige Friederike und ich einen Ausflug nach Mannar-Island. Wir hatten uns vermutlich etwas mehr von der Insel erhofft, insbesondere der Leuchtturm war kleiner als erwartet, doch der Ausflug war dennoch sehr schön.

Zum ersten Mal fuhren wir in Sri Lanka mit dem Bus, eine durchaus abenteuerliche, aber erstaunlich günstige Erfahrung. Auf der Insel besuchten wir den mächtigsten Baum Sri Lankas, einen beeindruckenden Affenbrotbaum (Baobab) mit einem Stammumfang von rund 21 Metern. Der Baum ist etwa 800 Jahre alt und stellt ein bemerkenswertes Naturdenkmal dar. Wer sich in der Nähe befindet, sollte ihn auf jeden Fall besuchen.

Meine erste Lebensmittelvergiftung 

In der Nacht von Sonntag auf Montag bemerkte ich meine erste Lebensmittelvergiftung. Mit starken Bauchkrämpfen und Durchfall verbrachte ich die Nacht im Bad. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass es Friederike ähnlich ging. Wir vermuteten, dass der Kürbis vom Vorabend der Auslöser war. Durch die Hitze und Trockenheit können Kürbisse hier Bitterstoffe entwickeln, die zu Vergiftungen führen.

Nachdem es mir zwischenzeitlich etwas besser ging, kehrten die Beschwerden in der darauffolgenden Nacht mit voller Stärke zurück und ich musste schließlich um 5 Uhr morgens das Medical Center aufsuchen. Die Erfahrung war alles andere als angenehm. Der Versuch, mir einen unsterilen Zugang zu legen, ließ mein „Medizin-Herz“ bluten. Nach einiger Diskussion bekam ich schließlich doch einen sterilen Zugang und Medikamente gegen Krämpfe, Übelkeit und Durchfall. Eigentlich wollte ich nur eine Wärmflasche haben. 

Übrigens erfuhr ich dabei, dass man Buscopan in Sri Lanka nicht ohne ärztliche Aufsicht nehmen darf, das war mir vorher nicht bewusst. Nach einigen Tagen Ruhe, viel Schlaf und Weißbrot ging es mir glücklicherweise wieder besser.

Ein Wochenende in Kandy

Um den Kopf frei zu bekommen, fuhren wir am darauffolgenden Wochenende nach Kandy. Einer der schönsten Städte Sri Lankas. Wir besuchten buddhistische Tempel, ein botanischen Garten, bekannte Brücken und eine traditionelle Tanzshow. Da wir normalerweise sehr ländlich leben, war der Besuch in der Stadt eine willkommene Abwechslung. Im „City-Center“ waren wir in den vier Tagen Dauer Gast. 

Ich kaufte mir dort eine Yogamatte, rückblickend eine meiner besten Investitionen. Nach ein paar Lauf-, Schwimm- und Krafteinheiten fühlte ich mich wieder richtig fit. Am Montagmittag kehrten wir erholt nach Murunkan zurück.

Ein abenteuerlicher Ausflug in die Hauptstadt

Ein weiteres Highlight war unser Ausflug nach Negombo und Colombo. Wir entschieden uns, den „Luxusbus“ für sechs Euro zu nehmen, doppelt so teuer wie die reguläre Verbindung, aber dafür deutlich schneller, mit Klimaanlage und bequemen Sitzen. Nach einer Stunde fiel jedoch die Klimaanlage aus und die Temperatur im Bus stieg auf über 35 Grad. Zwei Stunden vor Negombo kam es schließlich zu einem kleinen Unfall mit einer Mülltonne, wodurch zwei Felgen beschädigt wurden.

Wir mussten den Bus verlassen und mit einem „normalen“ Bus weiterfahren. Mit meinem Glück stand ich dabei neben einem Kind, das sich genau in diesem Moment übergab. Ein Erlebnis, das ich so schnell wohl nicht vergessen werde. Nach einer anstrengenden Fahrt erreichten wir am Abend endlich Negombo und fielen erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Colombo, wo Friederike ein Peak-Flow-Meter kaufen wollte, mit Erfolg. Ich erkundeten anschließend die Stadt und ich besuchte eine kleine buddhistische Insel auf einem See. Während Friederike einkaufen ging, machte ich mich auf die Suche nach einem Schwimmbad. Ich hätte nicht erwartet, dass es so schwer ist ein geeignetes Schwimmbad zu finden. Nach längerer Suche fand ich schließlich ein Hotel, in dem ich schwimmen durfte. Es tat unglaublich gut, endlich wieder richtige Bahnen zu ziehen.

Am Nachmittag trafen wir uns im City Center, aßen gemeinsam und machten uns schließlich auf den Rückweg nach Negombo.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem besagten „Luxusbus“ zurück nach Murunkan. Eigentlich sollte der Bus bereits um 13:30 Uhr abfahren, doch er kam wie gewohnt eine Stunde später. In Sri Lanka scheint Pünktlichkeit eine sehr flexible Angelegenheit zu sein. Aber das kennen wir doch von der Deutschen Bahn. Also nichts besonderes. Nach etwa drei Stunden Fahrt entdeckten wir zufällig eine Steckdose neben unseren Sitzen, wir waren völlig überrascht und freuten uns riesig darüber. Natürlich verlief die Fahrt nicht ganz ohne Probleme. Zwischen zwei Männern kam es zu einer kleinen Auseinandersetzung, bei der einer der Männer aus dem Bus geschmissen wurde. Wir konnten zwar kein Wort verstehen, doch wir mussten uns das Lachen verkneifen. Nach rund sechs Stunden erreichten wir schließlich Murunkan, für unsere Verhältnisse eine erstaunlich entspannte Busfahrt.

Rückblick und Ausblick

Die ersten Monate war nicht immer einfach, besonders die Anfangszeit war herausfordernd und teilweise auch mental belastend. Es gab einige Komplikationen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, da sie mich nur indirekt betreffen. Dennoch habe ich in dieser Zeit viel über mich selbst gelernt und bin zuversichtlich, dass sich alles so fügen wird, wie es sich fügen soll.

Mein persönliches Motto lautet: „Das Universum entscheidet schon das Richtige für mich.“

„Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht !“, genau das dachte ich mir übrigens auch schon bei meiner Deutsch Abiturklausur.

Trotz aller Höhen und Tiefen bin ich unglaublich dankbar für die Erfahrungen, die ich bisher sammeln durfte. Die Kinder geben mir täglich Kraft und Zuversicht und ich merke, wie sehr mich dieser Freiwilligendienst prägt. Ich freue mich auf alles, was die kommenden Monate noch bringen werden und auf viele weitere wertvolle Begegnungen in Sri Lanka.

Ein paar Fakten über Sri Lanka

Der Süden ist definitiv nicht mit dem Norden zu vergleichen. Vor allem die größeren Städte im Süden sind stark vom Tourismus und von westlichen Einflüssen geprägt. Dort findet man westlich geprägte Hotels, Restaurants und Cafés. Orte wie Galle, Mirissa oder Unawatuna gehören heute zu den meistbesuchten Regionen des Landes. Der Süden ist kulturell vom Buddhismus dominiert und etwa 75 % der sri-lankischen Bevölkerung gehören der singhalesischen Volksgruppe an, die Singhalesisch spricht.

Der Norden dagegen ist deutlich ärmer, weniger touristisch entwickelt und noch immer von den Folgen des Bürgerkriegs geprägt, der erst 2009 nach rund 26 Jahren endete. Vor allem die Region um Jaffna weist bis heute Spuren der Zerstörung und viele wirtschaftliche Herausforderungen auf. Aufgrund ethnischer Spannungen zwischen der singhalesischen Mehrheitsregierung und tamilischen Separatisten befand sich der Ursprung des Krieges 1983 in Jaffna. Im Norden leben überwiegend Tamilen, die Tamil sprechen und kulturell wie religiös stärker vom Hinduismus und dem Christentum beeinflusst sind. Generell erinnert die Kultur in Nord Sri Lanka an Teile von Indien, denn in der Region „Tamil-Nadu“, die an Sri Lanka angrenzt, leben auch Tamilen.

Trotz der geringeren Infrastruktur lohnt sich eine Reise in den Norden sehr, denn dort erlebt man Sri Lanka auf eine viel authentischere, ursprüngliche Weise. Historische Orte wie Jaffna Fort, der Nallur Kandaswamy Tempel oder die Insel Delft Island bieten Einblicke in eine völlig andere Seite des Landes, fernab der touristischen Hotspots des Südens.

Ja, der Norden ist definitiv nicht so ausgebaut wie der Süden, doch gerade deshalb ist er so einzigartig. Auch ich habe dort einen zweiten Kulturschock bekommen. 

Im Norden läuft man bei fast jeder Gelegenheit barfuß herum. In der Stadt Mannar ist es üblich, dass man vor dem Geschäft die Schuhe auszieht und das gängigste Schuhwerk sind Flip Flops und Badeschlappen. Man spürt sofort den Unterschied zum Süden. Dort können sich deutlich mehr Menschen festes Schuhwerk leisten und barfuß zu gehen ist nicht ganz so verbreitet.

Sri Lanka ist ein kleiner Inselstaat im Indischen Ozean, doch die klimatischen Unterschiede zwischen den Regionen sind erstaunlich groß. Während im Süden ganzjährig sommerliche, tropische Temperaturen herrschen, ist es im zentralen Hochland, zum Beispiel in Orten wie Ella, deutlich kühler. In manchen Höhenlagen sinken die Temperaturen auf rund 15–16 °C, was für viele Touristen überraschend ist. Der Norden hingegen zählt zu den heißesten Regionen des Landes. Die Landschaft ist trockener, stellenweise wüstenartig, mit viel Sand, kargen Flächen und deutlich weniger Vegetation als im Süden. Grund dafür ist das sogenannte Trockenzonen-Klima, das fast den gesamten Norden und Osten Sri Lankas prägt und für deutlich höhere Durchschnittstemperaturen sorgt.

Sri Lanka ist vor allem bei Surfern ein sehr beliebter Urlaubsort. Die Insel ist bekannt für ihre zahlreichen Surfspots und beständigen Wellen, die sowohl Anfänger als auch Profis anziehen. Doch wusstet ihr, dass es auch Orte gibt, an denen kaum oder gar keine Wellen auftreten und das Wasser kristallklar und spiegelglatt ist? Einen festen Ort kann man dafür allerdings nicht nennen, das hängt ganz von der Jahreszeit und den Monsunwinden ab. Mir wurde es so erklärt:

Wenn an der West- und Südwestküste Wellen sind, ist es im Osten flach und andersherum. Der Grund dafür ist der jahreszeitliche Wechsel der Monsune.

Sri Lanka ist neben den köstlichen Früchten ein absolutes Keksland. Man kann sich durch alle Kekssorten durchprobieren, dass das Herz begehrt. Meine absoluten Favoriten sind die Ingwer / Salz Kekse und die „Super Cream Cracker“. Ich glaube, ohne diesen Keksen würde ich dieses Jahr nicht überleben.  

Ich freue mich, wenn ihr mich weiterhin begleitet und meinen Blog lest.

Eure Johanna 😊


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Hey,

schön, dass ihr den Weg auf meinen Blog gefunden habt. Ich bin Johanna und mache für ein Jahr einen Freiwilligendienst in Murunkan, Sri Lanka.

Seit ungefähr einer Woche bin ich nun hier und möchte euch heute ein bisschen von meinen Vorbereitungen in Deutschland und meinen ersten Eindrücken in Sri Lanka erzählen.

Ein kleiner Zeitsprung zurück

Viele in meinem Alter stellen sich die Frage, welchen Weg sie einschlagen möchten. Auch ich habe mir diese nicht ganz einfache Frage gestellt:

• Soll ich direkt nach dem Abitur studieren und wenn ja, was?

• Kommt eher eine Ausbildung für mich infrage und wenn ja, welche?

• Oder soll ich erstmal die Welt entdecken und wenn ja, wie?

Eigentlich war mir schon immer klar, dass ich nach dem Abitur nicht sofort studieren möchte. Nach drei Jahren, in denen ich mich aufgrund des Leistungssports fast ausschließlich auf mich selbst konzentriert hatte, verspürte ich den Wunsch, etwas zurückzugeben.

Im Dezember 2024 habe ich mich deshalb bei Don Bosco Volunteers beworben. Kurz darauf stand auch schon das erste Vorbereitungsseminar an. Dort habe ich viele andere zukünftige Freiwillige kennengelernt, unter anderem Friederike, die gemeinsam mit mir das „Abenteuer Sri Lanka“ angeht. Insgesamt hatten wir vier Vorbereitungsseminare, unter anderem in Jünkerath in der Eifel und in Benediktbeuern in Bayern.

Fun Fact: Das dritte Seminar, also das in Benediktbeuern, endete genau einen Tag vor meiner mündlichen Abiturprüfung.

Während der Seminare sprachen wir viel über Kultur, Religion und mögliche Herausforderungen, aber auch über die schönen Seiten des Lebens in einem anderen Land. Besonders wertvoll fand ich die Erzählungen ehemaliger Freiwilliger.

Am 12. Juli 2025 fand schließlich unsere Entsendefeier statt. Gemeinsam mit den anderen neuen Freiwilligen gestaltete ich eine Messe, die unter dem Motte stand „Von einer kleinen, einsamen Raupe zu einem wunderschönen, weltoffenen Schmetterling“.

Die letzten Wochen in Deutschland

Nach der Entsendefeier begannen die eigentlichen Vorbereitungen für meinen Freiwilligendienst. Ich nutze die Zeit in erster Linie, um viel mit meiner Familie und meinen Freunden zusammen zu sein, dies war mir besonders wichtig bevor ich für ein Jahr auf der anderen Seite der Welt bin. 

Eine große Herausforderung stellte das Visum dar. Lange war unklar, ob wir wirklich wie geplant am 14.09.2025 nach Sri Lanka fliegen können. Erst eine Woche vor der geplanten Abreise, erhielt ich die nötigen Dokumente. Um das Einreise-Visum abzuholen, musste ich kurzfristig nach Berlin reisen. Mein Fazit zu Berlin: Es war schön mal da gewesen zu sein, doch es gibt definitiv noch andere schöne Orte auf dieser Welt.

Abschied und Ankunft

Dann stand auch schon der Abschied an. Der Moment des Abschieds am Flughafen mit Familie und Freunden fiel mir zunächst überraschend leicht. Die wirkliche Realisation, dass ich nun ein ganzes Jahr in Sri Lanka leben werde, kam erst später und trifft mich bis heute immer wieder in kleinen Wellen.

Kurz vorm Abflug

Nach einer langen Flugreise landete ich schließlich in Colombo. Bereits am Flughafen wurde mir klar, wie unterschiedlich dieses Land zu meiner Heimat ist: die feuchtwarme Luft, der für mich ungewohnte Straßenverkehr und die Vielzahl neuer Gerüche. 

Am nächsten Tag haben wir ein wenig die Umgebung erkundet und sind unter anderem auch an den Strand in Negombo gefahren. Der Indische Ozean riecht ganz anders, als die gewohnten Meere rund um Deutschland. Der Wind direkt am Meer fühlte sich unglaublich erfrischend an.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir in die Innenstadt von Colombo, wo uns im „Medical Center“ Blut abgenommen wurde. Getestet wurden wir auf HIV, Malaria und noch eine weitere Krankheit. Diese Tests mussten negativ sein, damit wir unser einjähriges Visum erhalten konnten.

Ankunft in Murunkan

Am Mittwoch machten wir uns gemeinsam mit einem Parter auf den Weg in unsere Einrichtung ganz im Norden Sri Lankas. Unterwegs zeigte er uns viele eindrucksvolle Orte, zum Beispiel einen buddhistischen Tempel. Diesen durfte man ausschließlich barfuß betreten.

Vor einem Buddhistischen Tempel

Nach einer sehr langen und anstrengenden Fahrt kamen wir endlich in Murunkan an. Dort wurden wir von den Hostel Boys mit Gesang empfangen.

Nach einer Stunde voller überwältigender und überfordernder Eindrücke konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich war völlig erschöpft und überwältigt von allem. Als wäre die Überforderung und Müdigkeit nicht schon genug, kam noch eine leichte Erkältung dazu, was die ersten Tage nicht unbedingt einfacher machte. Doch nach ein paar Stunden Schlaf sah die Welt schon wieder ganz anders aus.

Am nächsten Morgen wurden wir ganz offiziell von der dortigen Grundschule willkommen geheißen, ein wahnsinnig bewegendes Gefühl! Die Menschen hier sind unglaublich freundlich und verständnisvoll, was mir sehr geholfen hat, mit der ganzen Situation besser klarzukommen.

Religionen in Sri Lanka

Sri Lanka ist geprägt von vielen unterschiedlichen Religionen, vor allem vom Hinduismus, Buddhismus und dem Christentum. Bemerkenswert ist, wie respektvoll die Religionen hier miteinander umgehen. Es ist faszinierend zu sehen: An einer Straßenecke steht eine Buddha-Statur und an der nächsten eine Jesusfigur.

Kaum angekommen, durfte ich bereits ein wichtiges Fest miterleben: ein hinduistisches Ritual, bei dem Musik, Tanz und farbenfrohe Dekorationen eine große Rolle spielten. Diese Feier war für mich ein unvergesslicher Einstieg in die kulturelle Vielfalt Sri Lankas.

Jeden Sonntag um sieben Uhr beginnt die Messe. Der Ablauf ist im Grunde derselbe wie in Deutschland, doch einige Aspekte unterscheiden sich deutlich. Ganz abgesehen davon, dass ich außer „Amen“ kein Wort verstanden habe. Denn die eine von zwei Landessprachen ist Tamil und dementsprechend wurde die Messe auch in dieser Sprache gefeiert. Ein besonders auffälliger Unterschied zur deutschen Messe ist, dass man die Schuhe auszieht und barfuß in die Kirche geht. In Deutschland wäre das kaum vorstellbar, hier hingegen ist es völlig normal und selbstverständlich. 

Im Früchte Paradies angekommen 

Ein weiteres Highlight: das Obst! Ich habe mich sofort in die Bananen verliebt, ein Genuss, der sich kaum beschreiben lässt. Mit den Bananen aus deutschen Supermärkten sind sie nicht zu vergleichen. Generell ist das Obst hier ein kulinarisches Paradies: Mango, Papaya oder Ananas, alles schmeckt so intensiv, wie ich es von Zuhause nicht kenne. Ich lerne hier Obstsorten kenne, von deren Existenz ich vorher gar nichts wusste.

Auch die würzigen Speisen sind ein Erlebnis für sich. Ich glaube, ich habe bisher noch keine Mahlzeit erlebt, bei der kein Reis auf dem Tisch stand. Zwar ist manches noch ziemlich scharf für meinen Gaumen, aber ich freue mich darauf, meinen Geschmackshorizont Schritt für Schritt zu erweitern.

Sport 

Ein fester Bestandteil meines Alltags sind die Hostel Boys. Jeden Tag von 16:00 bis 17:30 Uhr spielen sie Volleyball und natürlich stehe ich auch mit auf dem Platz. Wer hätte was anderes gedacht. Sport prägt meinen Tag hier sehr und besser könnte es für mich kaum sein. Wenn ich nicht mit den Jungs Volleyball spiele, unterrichte ich an der Grundschule im Fach Sport. Das bereitet mir unglaublich viel Freude.

Zusätzlich biete ich in der Zukunft jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag eine Basketball-AG an. Gestern haben wir zum ersten Mal Basketball gespielt und was soll ich sagen: Volleyball können die Jungs deutlich besser. Es gibt noch viel Luft nach oben, aber genau das macht es spannend. Es macht mir Freude, ihnen eine neue Sportart näherzubringen. Ich hatte auch das Gefühl, dass es den Jungs gefallen hat.

Die erste Basketball Stunde

Ein besonderer Moment war am Samstag: Während wir Volleyball spielten, flog plötzlich ein Weißbauchseeadler über uns hinweg. Ich war tief beeindruckt von diesem Anblick. Die Jungs haben ihn garnicht wirklich wahrgenommen. 

Weiteres Ankommen 

In den ersten Tagen hatte ich vor allem Zeit anzukommen und konnte mich noch nicht so sehr meinen Aufgaben als Freiwillige widmen. Seit gestern unterrichte ich nun Englisch und Sport an der Grundschule. 

Und ob man es glaubt oder nicht, es fällt mir deutlich leichter Englisch zu sprechen, als ich es vor dieser Reise gedacht hätte. 

Die ersten Tage waren überwältigend, überfordernd und wunderschön zu gleich. Jetzt bin ich gespannt auf die weitere Arbeit im Projekt, auf den Alltag, der sich so langsam einpendelt und auf all die Begegnungen, die noch kommen werden. 

Ich freue mich, meine Erfahrungen hier mit euch zuteilen.

Eure Johanna 😊

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