Die letzten Wochen habe ich viele Erfahrungen gemacht, worunter auch sehr schöne Erlebnisse waren, welche ich gerne mit euch teilen möchte.
Freitagnachmittag beginnt mit der Rückkehr aus der Schule für die Mädchen das Wochenende. Das ist auch deutlich spürbar.
Da sie den Druck in der Schule und den stressigen Alltag für einen Moment vergessen können, sind sie sehr motiviert, zu spielen, zu singen oder zu tanzen.
Ich habe ihnen das Spiel BINGO gezeigt und sie sind wirklich sehr große Fans davon. Mindestens einmal am Tag fragt mich ein Kind, ob wir zusammen BINGO spielen können. Die Freude in den Augen der Kinder ist eines der größten Geschenk, das sie mir geben können.
Der Abend brachte ein weiteres Highlight für mich: Wir haben alle gemeinsam Fußball gespielt, wobei mir gezeigt wurde, dass man weder Schuhe, Sportkleidung oder ein „echtes“ Tor braucht. Motivation, ein Team und Freude am Spielen sind das Einzige, was zählt.
Ich bin gespannt, wie dick meine Hornhaut an den Füßen sein wird, wenn ich zurückkomme 😉

Einen anderen Freitagabend haben wir zusammen gesungen und getanzt. Jeder Song hat seinen eigenen Tanz mit dem man unterschiedliche Stimmungen und Gefühle ausdrückt. Ich werde eine Zeit lang beschäftigt sein, bis ich ansatzweise alle davon kenne.
Samstag begann erstmal mit Putzen…
Aber wie heißt es so schön, erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Danach ging es für mich mit zwei Mädchen auf den Markt. Man muss wissen, dass es hier nur wenige Geschäfte gibt, wo man einkaufen geht, denn der Markt bietet alles, was das Herz begehrt. Also wirklich alles. Von Gemüse, Fisch, etc. zu Duschgel, Zahnbürsten, zu Schmuck, Perücken, Kleidung und Schuhen. Sogar Schulsachen werden dort verkauft.
Nach einer gefühlten halben Wanderung bei erdrückender Hitze kamen wir an. Obwohl es nicht mein erstes Mal auf dem Markt war, fühlt es sich immer wieder überwältigend an. Meine Erinnerung vom ersten Marktbesuch: extrem eng, jede 2. Person spricht mich mit „la blanche“ (die Weiße) an, Armut





Den Punkt Armut möchte ich gerne noch etwas genauer ausführen.
Man sieht Kinder, die dort arbeiten und auf dem Boden schlafen, anstatt in die Schule zu gehen.
Fisch für 4 Personen kaufen sie unter einem Euro ein. Die Preise sind sehr niedrig.
Für alle, die es interessiert: Ein Euro entspricht ca. 600CFA. (CFA ist die Währung in den meisten westafrikanischen Ländern) Das sagt schon einiges über die wirtschaftliche Lage des Landes aus. Sie ist extrem schlecht.
Dabei kam bei mir die Frage auf: Wie steht es um die Entwicklung der Elfenbeinküste im weltweiten Vergleich zu anderen Ländern?
Also habe ich die Liste des HDIs genauer unter die Lupe genommen. Der HDI, Abkürzung für Human Development Index, wird zur Messung menschlicher Entwicklung eines Landes mithilfe von Faktoren wie Bildung, Wirtschaft, politischer Lage, Lebenserwartung etc. verwendet.
Bevor Ihr weiterliest, könnt Ihr ja mal raten, welchen von insgesamt 193 Plätzen die Elfenbeinküste belegt. Das Land liegt auf dem 166. Rang. Zum Vergleich: Deutschland sichert sich Platz 7. Mein Leben hat wirklich eine 180° Wendung genommen.


Genug Fakten, weiter mit meinen Erlebnissen. Nach einem erfolgreichen Shoppingtrip auf dem Markt brauchten wir erstmal etwas zu essen. Deshalb gab es für uns Attiéke, das Nationalgericht der Elfenbeinküste. Ich habe hier echt schon viele neue Sachen probiert, aber das ist mein absoluter Favorit. Die Grundlage für dieses Gericht stellt geriebener Maniok dar. Dazu werden Zwiebeln, Tomaten, Öl, Chili und Gewürze untergemischt. Traditionell isst man Attiéke mit Fisch oder Fleisch.
Ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte nicht mit der Schärfe zu kämpfen gehabt. Mir lief nicht nur der Schweiß das Gesicht runter (das lag nicht an den 32°), sondern auch meine Nase. Nachdem ich aber verstanden hatte, was die scharfe Zutat war (im Bild das Grüne), habe ich sie auf den Rand meines Tellers gelegt. So konnte ich das Essen definitiv mehr genießen.
Das war schon mal ein kleiner kulinarischer Exkurs, wobei es mehr zu den lokalen Speisen und Getränken in einem weiteren Blog geben wird.
Sonnige Grüße aus der Elfenbeinküste

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