{"id":45,"date":"2026-10-16T15:23:44","date_gmt":"2026-10-16T13:23:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/henryinindien\/?p=45"},"modified":"2026-10-16T15:31:08","modified_gmt":"2026-10-16T13:31:08","slug":"work-and-travel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/henryinindien\/2026\/10\/16\/work-and-travel\/","title":{"rendered":"Work and Travel"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Where are you from?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Frage hat mich in meinem ersten Monat in Vijayawada st\u00e4ndig begleitet. Mittlerweile finde ich, das sie und die Situation, in denen sie mir teilweise gestellt wird, meine bisherigen Eindr\u00fccke von den Menschen hier ziemlich gut zusammenfassen: offen, freundlich, neugierig, hilfsbereit und manchmal vielleicht auch ein bisschen zu entspannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob auf dem Markt, von den Kindern in den verschiedenen Projekten oder \u2014 was mich immer noch am meisten irritiert \u2014 mitten im Stra\u00dfenverkehr. Besonders auf dem Fahrrad ist das manchmal eine kleine Herausforderung. Eigentlich sollte ich mich auf die Stra\u00dfe konzentrieren, doch stattdessen starte ich immer wieder eine spontane Unterhaltung mit Rollerfahrer*innen, welche neben mir herfahren. Dass man sich bei dem Verkehr hier \u00fcberhaupt noch auf solche Gespr\u00e4che einl\u00e4sst, ist f\u00fcr mich jedes Mal aufs neue erstaunlich. Aber nat\u00fcrlich macht es spa\u00df mit den verschiedensten Menschen in Kontakt zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt bin ich schon seit einem Monat in Indien und in dieser kurzen Zeit ist bereits so viel passiert, dass ich gar nicht richtig wei\u00df, wie ich all das zusammenfassen soll. Wir haben als Gruppe schon unglaublich viel erlebt und viele neue Eindr\u00fccke gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich aber genauer auf meine ersten Eindr\u00fccke von Indien eingehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ich bereits in meinem letzten Blogeintrag geschrieben habe, ist Indien unfassbar anders als alle L\u00e4nder, in denen ich bisher war. Die Menschen hier sind wirklich sehr nett und hilfsbereit. Ich pers\u00f6nlich habe das Gef\u00fchl, dass hier jeder ein bisschen auf den anderen aufpasst \u2013 und auf uns vier Freiwillige sogar noch ein bisschen mehr. Nat\u00fcrlich werden wir auch von vielen Menschen nach Fotos gefragt. Au\u00dferdem merken wir immer wieder, dass wir scheinbar ganz \u201eunauff\u00e4llig\u201c gefilmt werden. Daran m\u00fcssen wir uns wohl noch ein wenig gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinen ersten Wochen hier in Indien, genauer gesagt in Vijayawada, fand das Ganesha-Festival statt. Wie der Name schon vermuten l\u00e4sst, wird bei diesem Fest der hinduistische Gott Ganesha verehrt. Er gilt unter anderem als Gott der Weisheit und des Neubeginns. Das Festival erstreckt sich \u00fcber mehrere Wochen. In dieser Zeit ist eigentlich immer irgendwo etwas los, und besonders abends wird bis sp\u00e4t in die Nacht laute Musik gespielt. Zu Beginn steht meist eine gro\u00dfe Ganesha-Statue in einem eigens daf\u00fcr aufgebauten Zelt. Dort k\u00f6nnen die Menschen beten und Opfergaben, beispielsweise Lebensmittel, hinterlassen. Nach einigen Tagen, manchmal auch erst sp\u00e4ter, wird die Statue durch die Stra\u00dfen gefahren. Dabei sind oft viele Menschen unterwegs, begleitet von sehr lauter Musik. Am ehesten k\u00f6nnte man das Ganze mit einem Karnevalsumzug vergleichen: Die Menschen ziehen tanzend durch die Stra\u00dfen, w\u00e4hrend die Ganesha-Statue hinter ihnen herf\u00e4hrt. Am Ende wird die Statue zum Krishna gebracht und dort mithilfe eines Krans feierlich ins Wasser gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da unsere Unterkunft an einer relativ gro\u00dfen und stark befahrenen Stra\u00dfe liegt, sind auch bei uns immer wieder solche Umz\u00fcge vorbeigezogen. Die Musik war dabei so laut, dass man sich auf unserer Dachterrasse kaum noch unterhalten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Stra\u00dfe wurden wir immer wieder eingeladen, bei den Umz\u00fcgen mitzumachen, und sind dieser Einladung nat\u00fcrlich gerne gefolgt. Die Stimmung war jedes Mal ausgelassen und fr\u00f6hlich. Besonders die T\u00e4nze haben uns beeindruckt, denn sie unterscheiden sich deutlich von dem, was wir aus Deutschland kennen. Uns ist schnell aufgefallen, dass die Menschen hier viel ausgelassener und wilder tanzen. Es wird schnell getanzt, gesprungen und einfach gefeiert. So richtig beschreiben l\u00e4sst sich das eigentlich gar nicht \u2013 man muss es selbst erlebt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach etwas mehr als zwei Wochen war das Festival schlie\u00dflich vorbei und langsam kehrte wieder etwas Ruhe in die Stadt ein. Zumindest konnten wir uns abends auf der Dachterrasse wieder normal unterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen vielen positiven Eindr\u00fccken gibt es nat\u00fcrlich auch einige negative Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Auff\u00e4lligste ist f\u00fcr mich der M\u00fcll auf den Stra\u00dfen. Schon vor meiner Reise hatten mir viele Menschen erz\u00e4hlt, dass M\u00fcll in Indien ein gro\u00dfes Problem ist. Dass es hier viel M\u00fcll auf den Stra\u00dfen gibt, hat mich deshalb nicht besonders \u00fcberrascht. Was mich allerdings wirklich schockiert, ist die Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der manche Menschen ihren M\u00fcll einfach w\u00e4hrend der Fahrt aus dem Fenster werfen oder ihn beim Gehen hinter sich fallen lassen. Es wirkt oft so, als w\u00fcrden sie sich \u00fcberhaupt keine Gedanken dar\u00fcber machen, was anschlie\u00dfend damit passiert. Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich nicht alle Menschen \u00fcber einen Kamm scheren. Trotzdem ist genau das bisher einer der pr\u00e4gendsten Eindr\u00fccke, die ich von Indien mitgenommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Projekte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vijayawada gibt es viele unterschiedliche Projekte von Don Bosco, die sich jeweils auf verschiedene Bereiche konzentrieren im Kern aber gleich sind: Den Kindern die Chance geben Kind zu sein. In meinem ersten Monat konnte ich bereits einige davon kennenlernen, auch wenn ich bisher nicht \u00fcberall selbst mitarbeiten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>\u2014&gt; Open Shelter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Open Shelter war ich bisher am h\u00e4ufigsten. Dort leben Kinder, die von zu Hause weggelaufen sind und anschlie\u00dfend an Bahnh\u00f6fen oder in der Stadt aufgegriffen wurden. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind ganz unterschiedlich. H\u00e4ufig spielen Gewalt oder andere \u00dcbergriffe eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Kinder in den Open Shelter gebracht werden, versucht man zun\u00e4chst herauszufinden, woher sie kommen und wer ihre Eltern sind. Anschlie\u00dfend wird die famili\u00e4re Situation genauer untersucht, um die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Flucht zu verstehen und einzusch\u00e4tzen, ob die Kinder zu Hause sicher sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Vorgehen erinnert mich in gewisser Weise an Deutschland: Auch hier k\u00f6nnen Kinder nicht ohne Weiteres dauerhaft aus ihren Familien genommen werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen entsprechende Gr\u00fcnde vorliegen. Je nach Ergebnis der Untersuchungen werden die Kinder deshalb wieder zu ihren Eltern zur\u00fcckgebracht. Die Verantwortlichen bleiben jedoch weiterhin mit den Familien in Kontakt und \u00fcberpr\u00fcfen stichprobenartig, ob es den Kindern tats\u00e4chlich gut geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt k\u00f6nnen die Kinder bis zu sechs Monate im Open Shelter bleiben. Wenn ihre Eltern in dieser Zeit nicht gefunden werden oder die Situation zu Hause als zu gef\u00e4hrlich eingesch\u00e4tzt wird, kommen sie h\u00e4ufig in das Deepanivas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>\u2014&gt; Deepanivas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Deepanivas ist ein weiteres Projekt von Don Bosco in Vijayawada. Dort leben ungef\u00e4hr 100 Kinder gemeinsam in einem gro\u00dfen Haus, in dem sie schlafen, essen, lernen und spielen. Sie besuchen alle eine staatliche Schule, f\u00fcr die das Projekt sogar einen eigenen Schulbus hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachmittags machen die Kinder ihre Hausaufgaben und haben anschlie\u00dfend Zeit zum Spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider kann ich bisher noch nicht besonders viel \u00fcber dieses Projekt erz\u00e4hlen, da wir bisher nur einmal dort waren, um es kennenzulernen. Zum richtigen Mitarbeiten sind wir bisher noch nicht gekommen. Ich hoffe aber, dass sich das in den n\u00e4chsten Wochen noch \u00e4ndern wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>\u2014&gt; Chiguru<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So war es bisher leider auch im Chiguru. Das Chiguru ist eines der gr\u00f6\u00dften und wahrscheinlich auch bekanntesten Projekte von Don Bosco in Vijayawada. Es handelt sich um ein Internat f\u00fcr Kinder bis zur achten Klasse und liegt etwas au\u00dferhalb der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch dort war ich bisher erst einmal. Der Schwerpunkt liegt nat\u00fcrlich auf der Bildung der Kinder. Trotzdem kommt die Freizeit nicht zu kurz: Die Kinder k\u00f6nnen unter anderem Fu\u00dfball, Cricket, Basketball, Handball und Volleyball spielen. Das Gel\u00e4nde ist sehr gro\u00df und gepflegt. Besonders sch\u00f6n ist, dass das Projekt direkt am Krishna liegt. Uns wurde erz\u00e4hlt, dass die Kinder dort vor einigen Jahren noch baden und schwimmen lernen konnten. Da das Chiguru allerdings erst seit ungef\u00e4hr einem Jahr die offizielle Genehmigung hat, als Schule zu arbeiten und die Kinder regul\u00e4r schulisch auszubilden, ist das Baden im Fluss aus Sicherheitsgr\u00fcnden inzwischen nicht mehr erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich bisher nur einen kleinen Einblick bekommen habe, kann ich auch \u00fcber dieses Projekt noch nicht allzu viel berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>\u2014&gt; Vimukthi<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das vierte gro\u00dfe Projekt ist das Vimukthi. Es liegt ungef\u00e4hr eineinhalb Stunden au\u00dferhalb von Vijayawada und richtet sich an Kinder und Jugendliche, die von Drogenabh\u00e4ngigkeit betroffen waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort gibt es sehr viel Platz, und alles ist deutlich friedlicher und ruhiger als in Vijayawada. Auf dem Gel\u00e4nde stehen zahlreiche Mangob\u00e4ume und Palmen. Es ist eine ganz andere Umgebung als die laute, gesch\u00e4ftige Stadt. Da ich selbst vom Land komme und die Ruhe sehr genie\u00dfe, geh\u00f6rt das Vimucti bisher zu meinen Lieblingsprojekten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>\u2014&gt; In den Slums<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen gro\u00dfen Einrichtungen unterst\u00fctzt Don Bosco in der Stadt noch viele kleinere Projekte. Dabei handelt es sich vor allem um kleine Schulen und Tagesst\u00e4tten in den Slums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich haben Kinder in Indien die M\u00f6glichkeit, eine Schule zu besuchen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigen sie allerdings die sogenannte \u201eAadhaar Card\u201c. Besonders Kinder aus \u00e4rmeren Familien besitzen diese Unterlagen nicht immer, was ihnen den Zugang zu einer regul\u00e4ren Schule erschweren kann. Die Beantragung der notwendigen Dokumente ist im Nachhinein oft gar nicht so einfach. Deshalb unterst\u00fctzt Don Bosco die Familien bei diesem Prozess.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solange die Kinder noch keine regul\u00e4re Schule besuchen k\u00f6nnen, werden sie von den Mitarbeitenden von Don Bosco unterrichtet. Dabei lernen sie die Grundlagen in Englisch, Mathe und Telugu, der Sprache, die hier in der Region gesprochen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald die notwendigen Dokumente vorliegen, k\u00f6nnen die Kinder eine regul\u00e4re Schule besuchen. Auch danach verbringen viele von ihnen ihre Nachmittage in den Einrichtungen von Don Bosco. Dort machen sie entweder ihre Hausaufgaben, spielen Spiele oder malen ein paar Ausmalbilder aus, welche wir mitbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unser Alltag in Indien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist jetzt ja jetzt zuf\u00e4llig eine super \u00dcberleitung, um auf unseren Alltag in Indien einzugehen. Normalerweise stehe ich gegen 8 Uhr auf. Um 9 Uhr gibt es Fr\u00fchst\u00fcck, und um 9:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unseren jeweiligen Projekten. Wir sind dabei immer in Zweierteams unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den ersten Wochen war ich meistens zusammen mit Enya im Open Shelter. Vormittags haben wir dort die Kinder in Englisch und Mathe unterrichtet. Das ist manchmal ziemlich entspannt \u2013 deutlich h\u00e4ufiger allerdings eher das Gegenteil. Die Kinder sind unterschiedlich alt und haben dementsprechend auch ganz unterschiedliche Wissensst\u00e4nde. Es ist deshalb gar nicht so einfach, alle gleichzeitig zu besch\u00e4ftigen und daf\u00fcr zu sorgen, dass jeder etwas lernt. Dass Enya und ich kaum Telugu sprechen, macht die Sache nat\u00fcrlich nicht unbedingt leichter. Inzwischen haben wir aber eine ganz gute Strategie entwickelt, um den Unterricht besser zu organisieren und m\u00f6glichst allen Kindern gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Mittagessen fahren wir normalerweise zur\u00fcck zu unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Pause geht es anschlie\u00dfend weiter in ein anderes Projekt, zum Beispiel in eine der Tagesst\u00e4tten in den Slums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir dort ankommen, ist der Unterricht meistens schon vorbei. Dann steht vor allem das gemeinsame Spielen im Vordergrund. Wir bringen eigentlich immer einen Stapel Ausmalbilder und ein paar Spiele wie UNO oder HalliGalli mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald wir vor Ort sind, kommen nach und nach immer mehr Kinder dazu. Auch die Kinder, die eine regul\u00e4re Schule besuchen, schlie\u00dfen sich uns nachmittags an. So wird es schnell ziemlich lebhaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen 18 Uhr ist dann Feierabend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abends unternehmen wir vier meistens noch etwas gemeinsam. H\u00e4ufig gehen wir nach drau\u00dfen, um Streetfood zu essen. Bisher vertragen wir es zum Gl\u00fcck alle sehr gut! An anderen Abenden spielen wir gemeinsam auf der Dachterrasse. Nat\u00fcrlich kommt es aber auch vor, dass sich jeder ein bisschen zur\u00fcckzieht, den Tag auf sich wirken l\u00e4sst oder Tagebuch schreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell bin ich im Vimukthi. Da das Projekt au\u00dferhalb von Vijayawada liegt, verbringen wir normalerweise die gesamte Woche, also von Montag bis Freitag, dort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tagesablauf ist hier etwas anders und beginnt deutlich fr\u00fcher. Bereits um 6 Uhr machen die Kinder Yoga oder andere sportliche \u00dcbungen. Anschlie\u00dfend gibt es Fr\u00fchst\u00fcck, bevor wir mit dem Unterricht in Mathe und Englisch beginnen. Im Vergleich zum Open Shelter ist der Unterricht hier etwas entspannter, da es deutlich weniger Kinder sind. Dadurch k\u00f6nnen wir besser auf die einzelnen Kinder eingehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Mittagessen haben wir bis 16 Uhr Pause. Danach wird ausgiebig Volleyball gespielt und es werden verschiedene andere Spiele ausprobiert. Sobald es dunkel wird, gehen wir mit den Kindern ins Haus und spielen dort weiter. Besonders beliebt sind auch hier unsere Ausmalbilder. Dieser Teil des Tages ist deshalb meistens ziemlich entspannt f\u00fcr uns. Wir m\u00fcssen eigentlich nur darauf achten, dass gen\u00fcgend Stifte vorhanden und angespitzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Abendessen ist normalerweise Fernsehzeit. Wir gehen allerdings h\u00e4ufig schon vorher ins Bett, denn wir verstehen sowieso nicht, was im Fernsehen gesagt wird. Ohne Telugu-Kenntnisse ist das Ganze f\u00fcr uns eher wenig spannend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eingeladen nach Chennai<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe des Monats haben wir eine E-Mail vom Deutschen Generalkonsulat in Chennai bekommen. Darin wurden wir eingeladen, am 9. Oktober den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam nachzufeiern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Samuel und ich waren sofort daf\u00fcr, die Einladung anzunehmen. Die beiden M\u00e4dchen waren zun\u00e4chst noch etwas skeptisch, aber schlie\u00dflich konnten wir sie davon \u00fcberzeugen, mitzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also machten wir uns am 8. Oktober gegen 15:30 Uhr mit dem Zug auf den Weg nach Chennai.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon die Zugfahrt war eine interessante Erfahrung. Wir hatten uns bewusst f\u00fcr die g\u00fcnstigste Klasse entschieden, weil wir sehen wollten, wie unterschiedlich Zugfahren in Indien im Vergleich zu Deutschland sein kann. Und ja, der Unterschied ist wirklich gro\u00df! Wenn der Zug voll ist, wird es ziemlich eng. Die Fenster sind dauerhaft ge\u00f6ffnet und auch die T\u00fcren stehen offen. Man kann sich also w\u00e4hrend der Fahrt in den Fahrtwind lehnen und die Aussicht genie\u00dfen. F\u00fcr uns war das nat\u00fcrlich etwas v\u00f6llig anderes als eine Zugfahrt in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem kamen wir p\u00fcnktlich um 23 Uhr in Chennai an. Von dort aus fuhren wir zu unserem Hostel, das wirklich sch\u00f6n war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag ging es zun\u00e4chst an den Strand. Dort konnten wir uns im Indischen Ozean abk\u00fchlen \u2013 wobei wir uns leider alle vier einen ordentlichen Sonnenbrand eingefangen haben. Am Nachmittag besichtigten wir noch einen gro\u00dfen Blumen- und Obstmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir anschlie\u00dfend wieder zu unserer Unterkunft zur\u00fcckkehrten, trafen wir dort Denise und Svea. Die beiden hatten ebenfalls eine Einladung bekommen und waren dieser genauso gerne gefolgt wie wir. Wir hatten uns bereits im Vorfeld abgesprochen und alle dasselbe Hostel gebucht. Von den beiden erfuhren wir dann auch, wo die Feier am Abend stattfinden sollte: in einem F\u00fcnf-Sterne-Hotel in Chennai. Dort sollte man m\u00f6glichst schick gekleidet erscheinen. Damit hatten wir allerdings nicht gerechnet \u2013 oder zumindest hatten wir uns die Einladung nicht genau genug durchgelesen. Unsere Outfits waren also eher improvisiert, und wir hofften einfach, dass man uns trotzdem hineinlassen w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich hat es am Ende auch geklappt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir an der Location ankamen, wurden wir direkt von einem Mitarbeiter empfangen und in den Veranstaltungssaal gef\u00fchrt. Dort war bereits einiges los. Neben Mitarbeitenden, Partnern und Sponsoren waren auch zahlreiche weitere Freiwillige vor Ort, die \u00fcber das weltw\u00e4rts-Programm in die Region Chennai entsandt worden waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab kostenlose Getr\u00e4nke und Essen, weshalb wir uns nat\u00fcrlich sofort wohlf\u00fchlten. Vor allem aber war es spannend, mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und ihre Geschichten zu h\u00f6ren. Wir haben an diesem Abend viel Neues erfahren und interessante Bekanntschaften gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt war es ein wirklich gelungener Abend, der zumindest f\u00fcr uns sechs Don-Bosco-Freiwillige noch ziemlich lange ging\u2026 \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag nutzten wir die Zeit, um noch ein bisschen Sightseeing in Chennai zu machen. Anschlie\u00dfend traten wir am Sonntag die R\u00fcckfahrt an \u2013 nat\u00fcrlich wieder mit dem Zug und wieder in der g\u00fcnstigsten Klasse. Nach unserer ersten Erfahrung wussten wir ja bereits, was uns erwartete. Und ganz ehrlich gesagt ist es nicht so schlimm, wie manche es vorher beschrieben hatten. Es ist allemal eine Erfahrung Wert!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ihr wahrscheinlich beim Lesen gemerkt habt, ist in meinem ersten Monat in Indien viel passiert. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, unterschiedliche Projekte besucht, spannende Erfahrungen gesammelt und nat\u00fcrlich einen ganz anderen Alltag erlebt, als ich ihn aus Deutschland kenne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und trotzdem habe ich noch l\u00e4ngst nicht alles erz\u00e4hlt. Es g\u00e4be noch so viele weitere kleine Geschichten und Erlebnisse, die es eigentlich wert w\u00e4ren, erw\u00e4hnt zu werden. Allerdings w\u00fcrde es den Rahmen dieses Blogeintrags vermutlich sprengen, jeden einzelnen Tag ausf\u00fchrlich zu beschreiben. Und ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde schon bei der L\u00e4nge der Textes aufh\u00f6ren zu lesen. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb hoffe ich, dass ich euch mit diesem Beitrag trotzdem einen guten Einblick in meinen ersten Monat in Indien geben konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls ihr Fragen zu den Projekten, unserem Alltag oder meinen bisherigen Erfahrungen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare. Ich w\u00fcrde mich sehr freuen eure Fragen zu beantworten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch ein paar Bilder unserer kleinen Reise nach Chennai:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/henryinindien\/wp-content\/uploads\/sites\/21785\/2026\/10\/353230c7-a906-4c03-abe0-4610d775cc4d-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-50\" style=\"aspect-ratio:1.4992895272475901;width:442px;height:auto\" 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