Helena in Kamerun https://blogs.donboscovolunteers.de/helena-in-kamerun/ Sat, 31 Aug 2024 15:17:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Wieder zurück?! https://blogs.donboscovolunteers.de/helena-in-kamerun/2024/08/30/wieder-zurueck/ https://blogs.donboscovolunteers.de/helena-in-kamerun/2024/08/30/wieder-zurueck/#comments Fri, 30 Aug 2024 10:38:30 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/helena-in-kamerun/?p=76 Hallo liebe Leute! Seit einer Woche bin ich nun wieder in Deutschland und habe mich von meinem Leben in Kamerun verabschieden müssen. Das wohl eindrucksvollste Jahr in meinem bisherigen Leben ist mit einem schweren, stressigen Abschied, einem langen und etwas tränenreichen Rückflug und einem großen Wiedersehen am Frankfurter Flughafen zu Ende gegangen. Der Abschied in […]

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Hallo liebe Leute!

Seit einer Woche bin ich nun wieder in Deutschland und habe mich von meinem Leben in Kamerun verabschieden müssen. Das wohl eindrucksvollste Jahr in meinem bisherigen Leben ist mit einem schweren, stressigen Abschied, einem langen und etwas tränenreichen Rückflug und einem großen Wiedersehen am Frankfurter Flughafen zu Ende gegangen.

Ankunft in Frankfurt

Der Abschied in Mimboman ist leider etwas unglücklich verlaufen. Positiv war, dass wir unsere Abreise erfolgreich verdrängen konnten, doch er beinhaltete eben auch sehr viel Stress. Unter anderem die Planung von zwei Abschiedspartys, eine für die Oratoriumskinder und eine für unsere lieben Freunde. Außerdem sind wir von Schneidereien zu Kunstmärkten zu normalen Märkten gelaufen, um noch in letzter Minute Souvenirs, Mitbringsel und Abschiedsgeschenke zu kaufen. Zudem waren wir auf zwei Beerdigungen, konnten Einladungen von Freunden zu ihnen nach Hause natürlich nicht ablehnen und haben viele Messen gefeiert, schlussendlich eine in der wir mit unserem Chor gesungen haben. Viel Zeit haben wir auch im Krankenhaus verbracht, da mich am Ende Malaria zum zweiten Mal erwischt hat und ich es vor meiner Reise loswerden wollte. So kam die wirkliche Realisierung, dass es nun endgültig vorbei ist, erst im Flieger nach Frankfurt.

Auch wenn im Endeffekt alles irgendwie gepasst hat, wir uns von fast allen verabschieden konnten und knapp aber pünktlich unseren Flug bekommen haben, merke ich jetzt von Zuhause, dass ich mir mehr Zeit für die Personen und Dinge hätte lassen sollen, die ich jetzt so doll vermisse. Gerade die letzten Monate habe ich trotz der ein oder anderen Krankheit unfassbar genossen. Wir waren sehr integriert, waren von vielen tollen Menschen umgeben, haben Verantwortung übernehmen dürfen und haben viel Zeit im Oratorium mit Kindern verbracht, mit denen über das Jahr hinweg eine feste Bindung entstanden ist. Dinge, die für mich anfangs eine Herausforderung waren, wie Marktbesuche, lange Gespräche auf französisch, das Einschätzen von Preisen, in Yaoundé die Orientierung behalten oder Moto- und Taxifahren, waren nun Alltag und haben Spaß gemacht.

Die letzten Monate sahen auch sehr anders aus, als im ersten Blog (s.h. unten) beschrieben, da seit Ende Mai Sommerferien waren und wir so mehr Zeit für Unternehmungen und für das Oratorium hatten. Der Deutschclub, der Unterricht für die Aspiranten und die Nachhilfe fiel weg, dafür gab es Ferienaktivitäten und Amélie und ich haben den Bastelkurs übernommen.

Bastelkurs

Da wir beide leider die ersten zwei Wochen des Kurses krank waren und eine Woche im Krankenhaus lagen, mussten wir anfangs ersetzt werden, doch haben dann mit tollen Bastelideen die größtenteils unter 6 Jährigen bespaßt. Obwohl es nur 3 Stunden am Tag waren, habe ich mich danach jedes Mal wie ausgeknockt gefühlt, da diese Kinder unendlich Energie und ein sehr ausgeprägtes Stimmorgan besitzen. Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich jetzt ein bisschen schwerhöriger bin, als ich es eh schon war.

Außerdem hat mich meine große Schwester für zwei Wochen besucht. Ich habe ihr das Projekt, die Kinder und meine Freunde vorgestellt und habe ihr etwas Yaoundé gezeigt.

Ende Juni hatte ich einen wunderschönen 20. Geburtstag, den ich vormittags in der Kommunität, nachmittags mit den Kindern im Oratorium und abends mit Freunden gefeiert habe.

Mein Geburtstag

Allgemein war das Jahr voller großartiger, spaßiger, beeindruckender, aber auch schwerer Momente. Es war mir immer klar gewesen, dass dieses Jahr auch irgendwann ein Ende haben würde, doch dies kam doch schneller als erwartet und es gibt viele Dinge, die ich vermisse.

Aktuell ist es eine ganz seltsame Phase für mich. Ich merke, dass ich noch viel über Kamerun nachdenke, meinem Freiwilligendienst nachtrauere und jedes Mal, wenn ich auf die Uhr schaue, mir überlege, was wohl gerade in Mimboman passiert. Ich telefoniere mit Freunden von dort und schau mir täglich Fotos an. Richtig angekommen bin ich wahrscheinlich noch nicht, aber ich freue mich sehr auf das Rückkehrersemiar in Bonn, wo ich alle meine liebe Mitvolontäre wiedersehe, die auf der ganzen Welt verteilt waren.

Wenn ihr mir einen riesen Gefallen tun wollt, könnt ihr auf meiner Spendenseite vorbeischauen. Um Don Bosco Mimboman, ähnliche Projekte und die Freiwilligendienste zu finanzieren, ist Don Bosco auf Spenden angewiesen und jede/r Freiwillige/r ist gebeten worden, durch einen Spenderkreis, Spenden zu sammeln. Ich habe leider noch nicht annähernd genug einsammeln können, weshalb ich mich sehr über jede Spende freue.

Vielen Dank an alle, die sich während meinem Jahr interessiert bei mir erkundigt haben, wie es mir geht und sich meinen ersten Blogbeitrag durchgelesen haben. Ich freue mich euch alle bald wiederzusehen.

Ganz liebe Grüße!

Helena

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Hallo liebe Leute!

Ich bin Helena, 19 Jahre alt und bin Volontärin bei Don Bosco Volunteers.

Aus meinem Vorhaben jeden Monat einen Blog zu schreiben wurde leider gar nix, da jetzt schon der 9. Monat in meinem Projekt angebrochen ist und ich noch keinen Einzigen verfasst habe. 

Die Unmengen an Dingen, die ich hier bis jetzt erlebt habe, sind unmöglich in einem Blog zu packen, deshalb muss eine kleine Zusammenfassung reichen.  

Ich fang einfach mal mit den Grundinformationen an: 

Ich arbeite zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Amélie in einem Don Bosco Projekt in Yaoundé. Yaoundé ist die Hauptstadt Kameruns und dort verbringen wir unsere Zeit auf dem Don Bosco Campus Mimboman. 

Der Campus und das dazugehörige Centre des Jeunes besteht aus einer Kirche, der Kommunität der Salesianer, einem Oratorium, einem Ausbildungszentrum, zwei riesigen Sportplätze und schließlich auch einem Gymnasium mit ca. 1000 Schüler*innen, wovon ca. 30 ein- bis zweimal die Woche von unserem grandiosen Deutschclub profitieren. Dort singen wir deutsche Kinderkirchenhits, spielen das ein oder andere ausgefuchste Vokabelspiel oder erzählen etwas über die deutsche Geschichte. Abgesehen davon, über die deutschen Geschichte zu berichten, macht es unfassbar viel Spaß und es ist toll wie begeistert die Kinder mitmachen. 

Mein persönliches Highlight des Clubs war unser Auftritt am Don Bosco Tag, wo wir „Gottes Liebe ist so wunderbar“ vorgeträllert haben.

Leben und Aufgaben:

Unsere Hauptverantwortung liegt im Oratorium, einem Spieleraum neben der Kirche, welches wir jeden Nachmittag öffnen für jeden der will, also Kinder und Jugendliche aus dem Viertel und aus der Schule. Dort können sie basteln, Armbänder machen, Tischtennis, Tischkicker, Karten und Gesellschaftsspiele spielen oder auch mal das Tanzbein schwingen, wenn es Amélies und meine Fähigkeiten als DJ erlauben. 

Außerdem öffnen wir es auch in der Pause für die Schulkinder des Gymnasiums und haben neuerdings einen Mädchenfußballclub gegründet, der wöchentlich in der Pause und nach der Schule trainiert.

Wir leben mit 5 Pfarrern und 4 Aspiranten, die mit ein bisschen Glück in zehn Jahren auch Pfarrer und ungefähr unser Alter sind, zusammen in der Kommunität Marie Auxiliatrice Don Bosco Mimboman.

Hier haben wir uns seit September 2023 gut eingelebt und sind sehr enge Freunde mit unseren lieben Brüdern den Aspiranten geworden, mussten aber auch ein paar Krisen gemeinsam überwinden. Der wöchentliche Englisch- und Musikunterricht für die Aspiranten gehört ebenso zu unserem Alltag und ist ab und an auch mal der Auslöser für eine solche Krise.

Außerdem unterstützen wir mit Nachhilfegeben tatkräftig Studenten, die in Deutschland eine Ausbildung oder ein Studium machen wollen und dafür das Sprachniveau B2 erreichen müssen. Weil der Test für dieses Niveau wirklich schwer ist und viele durchfallen, wird Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen auf deutsch geübt. 

Allgemein ist das Centre des Jeunes ein Ort, wo gespielt, gelernt, gesungen, getanzt und Sport gemacht wird und wo immer was los ist. 

Es ist toll, einen Ort zu haben, an dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene treffen und eine gute Zeit haben und das auch noch genau vor der Haustür. Dies erlaubt uns, tägliche neue Leute kennenzulernen, viele Freundschaften zu knüpfen und Kindern ein Stück weit in ihrem Alltag zu begleiten.

Neben Sportclubs gibt es auch zahlreiche Chöre und in einen von ihnen haben Amélie und ich uns mit unseren engelsgleichen Stimmen eingeschlichen. Es wird zweimal die Woche geprobt und es werden hauptsächlich französische Kirchenlieder gesungen, aber auch das ein oder andere Lied auf Ewondo, eine von über 250 Sprachen, die in Kamerun existieren und welche hauptsächlich in und um Yaoundé gesprochen wird. Regelmäßig begleiten wir die Messen auf dem Campus oder singen außerhalb, wie zum Bespiel bei einer zweitägigen Beerdigung oder einem Spiritualitätswochenende von Don Bosco.

Zu unserem Alltag gehört außerdem noch die Schülermesse einmal die Woche, die jedes Mal von einem großartigem Schülerchor animiert wird und die Sonntagsmesse, wo wir entweder mit den Kindern oder bei einem Chorauftritt mit dem Chor hingehen. 

Wie unsere Freizeit aussieht: 

Wir haben eine Wandergruppe entdeckt, die sich Hash House Harriers nennt und einmal die Woche trifft.

Es geht über Stock und Stein in den Bergen um die Hauptstadt herum und ist eine traumhafte Gelegenheit aus der wirklich lebhaften Stadt rauszukommen. Selbst beschreibt sich die Gruppe als „Running and Drinking Club“, weshalb jede Wanderung mit einem Bier oder Saft, einem Tanz und ausgelassener Stimmung endet.

Außerdem sind wir immer auf der Suche nach Sachen die man in Yaoundé machen oder besichtigen kann. Wir besuchen manchmal das Institut français, in dem vielen Kulturveranstaltungen stattfinden, wir sind auf mehrere Kunstmärkte gegangen, haben Kirchen, Monumente, Stadien und Zoos angeschaut und waren sogar auf einem riesigen Musikfestival.

Die ein oder andere Bar haben wir auch schon von innen gesehen und sind fleißig dabei uns durch die kamerunischen Biersorten zu probieren und uns ein paar Dancemoves abzuschauen.

Was wir sonst noch erlebt haben in nicht chronologischer Reihenfolge:

Wir waren auf ca. 7 verschiedenen Beerdigungen oder Trauerfeiern, von denen wir kein einziges Mal die verstorbene Person gekannt haben, wir haben Reisen nach Kribi, eine wunderschöne Stadt am Meer, gemacht, waren in Benin für das Zwischenseminar und Tourismus und haben mehrere Trips aufs Village von Freunden gemacht, die sich wirklich sehr von den deutschen Dörfern unterscheiden.

Wir waren ebenfalls im Westen Kameruns und haben dort wunderschöne Natur, Wasserfälle, Berge und Seen bewundert.

Außerdem haben wir den Weltfrauentag gefeiert, an dem sich die Frauen aus einem ausgewählten Stoff Kleider schneidern lassen und abends das ein oder andere Bier auf die Frauen trinken. Anlässlich des Frauentags haben Amélie und ich ein großes Mädchenfußballtunier organisiert, was auf riesen Begeisterung stieß, da die Mädchen öfter beim Fußball ausgeschlossen werden.

Aber auch bei Don Bosco lässt man sich nicht lumpen und es gibt viele Feste zu feiern, wie beispielsweise der Tag gegen AIDS, die Geburt Don Boscos oder andere religiöse Feste. Es werden Tanz- und Gesangseinlagen präsentiert, jedes Mal aufs neue eine Miss und ein Master gewählt und gut gegessen. Da wir jetzt auch schon seit September hier sind, haben wir die Adventszeit und ein etwas anderes Weihnachten als Zuhause hier mitfeiern dürfen.

Eine ebenfalls spannende Erfahrung war den Afrika-Cup mitzuerleben, bei dem Kamerun zwar nicht unfassbar weit kam, aber dafür ist nach den gewonnenen Spiele Weltmeisterstimmung aufgekommen und es wurde auf den Straßen Lärm gemacht, getanzt und gesungen und die Bars waren übervoll.

Was ich sonst noch so hier tue:

Durch eine Menge verschiedener Durchfallmittel probieren, regelmäßig meine Unfähigkeit in der Küche im Gegensatz zu vielen Kamerunerinnen beweisen, Heiratsanträge von Unbekannten dankend ablehnen, Klavierunterricht geben, Bananenchips snacken für die Nerven, abendliche Tanz- und Spüleinlagen in der Küche starten, ganz ganz viele Mangos essen, Stoffe kaufen und Röcke schneidern lassen, langsam aber sicher Tischtennisprofi werden, unfassbar stressige Märkte besuchen und natürlich meiner Lieblingsbeschäftigung dem Motofahren nachgehen.

GaLiGrü und wer weiß, vielleicht kommt ja bald noch ein Eintag.

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