Hannah in Sambia

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht"

Weihnachten mal anders…

 

 

Am eigentlichen Heiligabend war unser Tag hingegen vorerst eher unspektakulär. Auf die letzte Minute musste unser Krippenspiel mit den Kindern aus der Gemeinde und dem Oratorium noch eingeübt werden. So haben wir also ab 17.00 Uhr den Abend in der Kirche verbracht. Wie so häufig fehlten mal wieder diverse Darsteller, so dass wir fünf Minuten vor der Präsentation einen der Ministranten zum Not-Josef ernannt haben.

Die Aufführung war letztendlich sehr durchwachsen, so dass wir für den nächsten Tag gleich noch eine Probe ansetzen mussten. Der Gottesdienst am Heiligabend war hingegen ein wahres Highlight. Trotz einer Länge von 2,5 Stunden war die Stimmung ungetrübt. Es wurde gesungen und in den Bänken und im Gang getanzt. Als Rosa und ich dann nach Hause kamen, hat uns Father Antonio überrascht. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, am Weihnachtsabend alleine zu sein und daher am Nachmittag noch schnell einen Kartoffelsalat vorbereitet. Entgegen unseren Erwartungen war der Tisch aber schon gedeckt und es gab Spaghetti Carbonara vom Rektor persönlich. Um Mitternacht sind wir dann gemeinsam mit den anderen Volontären der Schwestern auf das Dach des Volontärshauses, das gerade gebaut wird, gegangen, um dort Himmelslaternen steigen zu lassen. Zu unserer Enttäuschung haben es die bunten Lichter leider meistens nur bis nach unten in unseren Garten geschafft, aber der Wille zählt ja bekanntlich.

 

Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter mit den Proben des Krippenspiels, das am Nachmittag beim Bischof aufgeführt werden sollte. Nach einer dreistündigen Messe zum ersten Weihnachtsfeiertag waren die Kinder leider nur noch mäßig konzentriert, geholfen hat es aber dennoch, wie sich später herausstellen sollte. Nach dem Mittagessen wurden dann alle Kostüme und Requisiten in den Schulbus gepackt und die Kinder eingeladen. Wie so üblich fehlte auch dieses Mal der Josef, ein paar Hirten und Könige und ein Engel, von denen dann zumindest einige drei Minuten vor Abfahrt doch noch auftauchten. Der Bischof hat uns daraufhin in seiner Residenz empfangen und begeistert unserem Krippenspiel gelauscht. Mit etwas Improvisation lief die Aufführung dieses Mal auch schon viel besser. Die Kinder waren natürlich besonders stolz darauf, vor dem Bischof auftreten zu dürfen und so sind schlussendlich doch noch alle glücklich nach Hause gefahren. Die Kinder mit ihrem neuen Geschenk vom Bischof, einem Rosenkranz und wir mit einem guten Gefühl irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung.

Die Tage bis zur großen Silvesterparty verliefen dann eher ruhig. Das Oratorium war vergleichsweise schlecht besucht, weil es ständig geregnet hat. Also haben wir die Nachmittage vor allem in der großen Halle verbracht und mit den Kindern gebastelt oder Armbänder geflochten. Dafür wurde es am letzten Tag des Jahres nochmal richtig stressig, denn kurzfristig musste die Silvesterparty vorbereitet werden, um die sich zuvor noch niemand gekümmert hatte. Aus „Ich gehe mal kurz rüber in die große Halle und schaue nach, wie es aussieht“ wurde also unverhofft ein ganzer Nachmittag im Jugendzentrum zwischen meterlangen Stoffbahnen, quietschbunten Girlanden und Luftballons, mit denen gleich zwei Hallen dekoriert werden mussten. Für die Party hat es sich allerdings wirklich gelohnt. Die letzten begeisterten Tänzer konnten Father Chris noch ein gutes neues Jahr wünschen, als der auf dem Weg zur Neujahrsmesse um 7.00 Uhr morgens war.

 

So sind Rosa und ich gut durch die Feiertage und ins neue Jahr gerutscht. Und jetzt können wir sogar schon nicht mehr sagen, dass wir erst im „nächsten Jahr“ zurückkommen – verrückt, wie die Zeit verfliegt, besonders wenn man mit so viel Spaß dabei und von tollen Freunden umgeben ist. Ab Mitte Januar geht dann die Schule wieder los. Nach so langer Zeit, freuen wir uns schon jetzt, die Schülerinnen und Schüler wiederzusehen und natürlich die neuen 8. Klassen kennenzulernen.

 

Ich wünsche euch allen ein gesundes und frohes neues Jahr 2019!
Eure Hannah

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