Willkommen zu meinem ersten richtigen Blogeintrag! Mittlerweile bin ich schon fast 3 Wochen in Santa Cruz und es ist viel passiert, seit ich am 7.9. in der Früh am Flughafen gelandet bin.

Als erstes wurden wir von Bruder Emeterio (einem der Salesianer hier) abgeholt und im Zentrum der Salesianer zum Frühstück eingeladen, wo wir zum ersten Mal Papaya gegessen haben. Danach durften wir auch gleich unsere Zimmer beziehen. Hier in Santa Cruz wohnen die Freiwilligen auf einem eigenen Grundstück in einer WG, wir kochen und versorgen uns größtenteils selbst. Neben Evita, mit der ich mir ein Zimmer teile, sind gerade noch 9 weitere Freiwillige hier, 4 Deutsche (also mit mir und Evita insgesamt 6), zwei Österreicher, zwei Italienerinnen und eine Spanierin.

In der ersten Woche war Paolo, der hier eigentlich alles, was mit den Volontären zu tun hat, organisiert, nicht da, deshalb haben wir in der Zeit viel auf eigene Faust die Stadt erkundet und im Hogar Don Bosco in die verschiedenen Gruppen reingeschnuppert. Zu Don Bosco gehören hier viele unterschiedliche Einrichtungen, die meisten Freiwilligen arbeiten aber im „Hogar“, wo Jungen, die entweder keine Familie mehr haben oder nicht mehr zu Hause leben können, wohnen, essen und zur Schule gehen können. Des Weiteren gibt es noch das „Techo Pinardi“, das eine Anlaufstelle für männliche Jugendliche bietet, die auf der Straße leben und mit Drogenkonsum in Kontakt gekommen sind. Im Techo wird ihnen geholfen, sich zu orientieren und einen neuen Lebensabschnitt anzufangen. Im „Mano Amiga“, wo ich das nächste Jahr über arbeiten werde, wohnen zum Großteil Mädchen zwischen 6 und 12 Jahren, die vom Jugendamt aus ihrem Elternhaus genommen wurden und im Projekt leben und weiter zur Schule gehen können. Meine Aufgaben bestehen größtenteils daraus, mit den Kindern Hausaufgaben zu machen und mit ihnen zu spielen.

Seit meiner Ankunft sind mir viele Sachen aufgefallen, die anders sind als in Deutschland. Eine der ersten Dinge, die mir ins Auge gefallen sind, als ich aus dem Flughafen raus gegangen bin, war der viele Müll, der auf und neben den Straßen liegt. Vor allem Plastiktüten, in die fast alles eingepackt ist, liegen achtlos herum und auch, dass es hier nur Plastikstrohhalme gibt und der Deckel einfach vom Flaschenhals abgeht, war ein kleiner Kulturschock. Gewöhnungsbedürftig ist auch der Straßenverkehr. Meistens legt man Strecken innerhalb der Stadt entweder mit dem Taxi oder mit sogenannten „Mikros“ zurück, das sind kleine Busse, die auf festgelegten Routen fahren, und in die man einsteigen kann, wenn man dem Fahrer zuwinkt. Am Straßenrand stehen auch oft wartende Taxis, Motorräder und Stände, an denen Kokosnüsse, Wassermelonen und Ananas verkauft werden. Dabei fahren viele Autofahrer hier einfach drauf los, angeschnallt wird sich nur im Einzelfall und Geschwindigkeitsbegrenzungen sind eher die Mindestgeschwindigkeit. Als Fußgänger muss man deshalb ziemlich aufpassen.

Weiterhin sind die Bolivianer sehr geduldige Menschen. Selbst wenn ich drei Mal mit Que? nachfragen muss, um mit meinen Spanisch-Kenntnissen zu verstehen, was gemeint ist, wiederholen alle mit einer bewundernswerten Ruhe, was sie sagen wollen und helfen weiter.

Vieles, was ich erlebt habe, hat sich surreal angefühlt, wie an unserem zweiten Morgen, als wir auf dem Balkon saßen und auf dem Nachbargrundstück Papageien beobachtet haben, die sich auf einem Baum was zu futtern gesucht haben. Außerdem wurden wir an unserem dritten Tag, an dem wir im Stadtzentrum waren, von einem Stand-up-Comedian angesprochen, ob wir nicht für ihn ein paar Sachen für seine Social-Media-Accounts in die Kamera sagen wollen. Das finale Video findet ihr unter dem Link 😀

https://www.instagram.com/reel/DdFdPHYpINB/?stkn=ZTA3eXVjdG9uOHo4

(die Kathedrale von Santa Cruz mit dem zentralen Platz des 24. Septembers)

Ein weiteres tolles Erlebnis hatten wir letzten Samstag, an dem wir ins Casa Maín eingeladen wurden (ein von den Don-Bosco-Schwestern betriebenes Heim für Mädchen, in dem auch zwei deutsche Volos arbeiten). Es wurde Quinceañera gefeiert, ein großes Fest für alle Mädchen, die dieses Jahr 15 geworden sind. Traditionell steht der 15. Geburtstag in Lateinamerika für das Erwachsenwerden und wird mit viel Tanz, Geschenken und Essen zelebriert.

Vielen Dank fürs Lesen bis hierhin und ich bin schon sehr gespannt, welche Erfahrungen die nächsten Wochen auf mich warten! Ich hoffe, ihr auch 🙂

Liebe Grüße und bis bald!
Franziska

PS: Ich und meine Einrichtung würden uns riesig über eine kleine Spende freuen und es hilft mir, meinen Freiwilligendienst zu finanzieren! Wenn ihr für mich spenden wollt, klickt einfach auf den Reiter „Spenden“ oder überweist direkt auf das Konto:

Don Bosco Mission

Sparkasse Köln Bonn

IBAN: DE89 3705 0198 0000 0994 99

Verwendungszweck: S26VB015