Franka in Bolivien

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Campamento

Mit einem Tag Verspätung startete am 28. November das Campamento. Die Verspätung wurde dadurch hervorgerufen, dass die Schule der Jungs eine Woche später endete als gedacht. Wie man so etwas verplanen kann ist mir zwar schleierhaft, aber das ist nunmal Bolivien. Pünktlich um acht Uhr abends stand ich nun also abfahrbereit am „Hogar Don Bosco“. Als wir dann um 22:30 tatsächlich abfuhren, war die Freude bei den Jungs schon deutlich spürbar. Aber es fuhren nicht nur die Jungs aus dem „Hogar Don Bosco“ und der „Granja“ mit, sondern auch die Jungs und Mädels aus dem „Mano Amiga“. Daher war der kleine Bus sehr vollgepackt mit Menschen und Gepäck. Nach der achtstündigen Fahrt, auf der die meisten geschlafen hatten, mussten wir zuallererst der ganze Gepäck in unser Lager tragen. Ansonsten verlief der erste Tag ziemlich ruhig und ohne weitere Aktivitäten, da alle von der Reise geschafft waren.

Doch in den nächsten Tagen haben wir natürlich sehr viel mit den Kindern erlebt. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter und es regnete viel und war sehr kalt. Doch das hielt uns meist nicht davon ab trotzdem Ausflüge in die Umgebung zu machen. Das Campamento fand an einem Ort namens „Postrervalle“ statt, der von vielen Bergen umgeben ist. Deshalb wollten wir auch gleich am ersten Tag einen Ausflug in die Berge machen, wurden aber leider vom Regen überrascht und mussten umkehren. Am Nachmittag hatten wir dann mehr Glück und konnten zu einem sehr sehr schönen Wasserfall wandern. Auf dem Weg dahin mussten wir einen Fluss überqueren, der den Weg überschwemmt hatte. Die Kinder standen bis zu den Oberschenkeln im Wasser und die kleineren Mädels mussten wir sogar tragen, da diese sonst weggespült worden wären. Doch alle Anstrengung hatte sich auf jeden Fall gelohnt, als wir ankamen. Die Jungs waren jedoch mehr damit beschäftigt für die Fotos zu posen, als den Anblick zu genießen. Ausflüge in die Berge haben wir die nächsten Tage noch öfter gemacht, sofern das Wetter es zuließ. Oft mussten wir dabei auch noch Holz für den Ofen sammeln.
Am ersten Advent, der hier in Bolivien leider nicht gefeiert wird, liefen wir morgens in strömendem Regen ins Dorf, um die Messe zu besuchen. Wir kamen zwar zu spät, aber so richtig angefangen hatte der Gottesdienst zum Glück noch nicht. Nach der Kirche sind die Jungs mit ein paar anderen Jugendlichen aus dem Dorf in eine Art Sporthalle gegangen und haben mit ihnen Fußball gespielt. Bei den Bergtouren war ich sehr beeindruckt von den Kindern, dass alle die Klettertouren gemeistert haben, da diese nur mit Flip-Flops oder Crocs unterwegs waren und sich kein einziges mal beschwert oder gejammert haben. Als wir jedoch eines Abends, nach einer Bergwanderung, wieder im Lager ankamen mussten wir feststellen, dass es wohl doch nicht alle Kinder geschafft hatten. Ein Mädchen fehlte. Zwei Erzieher gingen mit zwei älteren Jungs zurück um sie zu suchen und fanden sie glücklicherweise schlafend auf der hälfte des Bergs. Auf die Frage, warum sie nicht mit uns zusammen runtergegangen ist, meinte sie nur, dass sie keine Lust mehr hatte zu wandern.
Wenn es regnete verbrachten wir die Zeit in unserem Lager. Einmal haben wir unsere „Lagerfahne“ bemalt. Das stellte sich als anstrengender heraus als gedacht und dauerte auch eine Weile, da viele Jungs sich zuerst zu fein dafür waren ihre Füße schmutzig zu machen und mit Farbe zu bemalen. Erst als die älteren Mädels ihre Fußabdrücke auf die Fahne drückten zogen die Jungs wiederwillig nach. An einem anderen Tag haben wir Armbänder geknüpft. Es ist erstaunlich wie viele verschieden Arten von schönen Armbändern die Jungs machen können. Und sogar ich habe auch zwei Arten gelernt. Wenn wir mal nicht unterwegs waren und die Sonne geschienen hat, haben wir entweder Fußball, Basketball oder Volleyball gespielt.

An unserem, eigentlich, letzten Tag backten wir mit den Kindern Plätzchen. Überraschenderweise machten die meisten Kinder sehr gut mit und hatten merklich Spaß dabei Plätzchen auszustechen. Die eigentliche Schwierigkeit bestand dann darin die Plätzchen zu backen. Wir hatten nur einen Holzofen zur Verfügung und die älteren Jungs brachten es fertig die ersten drei Bleche komplett zu verbrennen. Der Rest hat aber sehr lecker geschmeckt. Unser „eigentlich“ letzter Tag war es, da wir eigentlich am Freitag zurück fahren sollten. Aber Aufgrund einer Straßensperre fuhren an diesem Tag keine Busse, weshalb wir noch einen Tag länger im Campamento bleiben mussten.

Alles in allem waren es für mich zehn sehr schöne Tage, die Ausflüge und Aktionen mit den Jungs haben mit wirklich Spaß gemacht. Natürlich war es nach ein paar Tagen auch anstrengend, aber im Hinblick auf unseren darauffolgenden Urlaub und den Spaß den wir trotz aller Anstrengungen hatten bin ich sehr froh dabei gewesen zu sein.

In der Galerie könnt ihr euch ein paar Bilder aus dem Campamento ansehen.

Viele Grüße aus Bolivien
Franka

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Frohe Weinachten und n guten Rutsch!

  1. Uwe Holzberger

    Liebe Franka,
    “ Wenn du dich entwickeln willst, wähle einen Job in dem du mit dem Alter besser werden kannst!“
    „Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die große Menge nicht hinsieht!“ Laotse

    Was du da im Campamento erlebst hast und Mitdenken und handeln musstest wird dich für die Zukunft 100% prägen!

    Alle weitere Wege die du in Zukunft gehst, sind geprägt mit Sinn und Verstand!

    Halt durch und nimm so viel auf wie es auch nur geht!

    Liebe Grüße Uwe

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