Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Thu, 09 Jul 2026 08:22:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.1 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/ 32 32 and time just flies by… https://blogs.donboscovolunteers.de/tamiltagebuch/2026/07/09/and-time-just-flies-by/ Thu, 09 Jul 2026 07:58:01 +0000 http://21739.429 Hi, nach über zwei Monaten voller neuer Erfahrungen melde ich mich mal wieder hier. Nach dem langen, ungeplanten Trip wegen meines verlorenen Rucksacks haben wir uns erstmal recht lange im Projekt aufgehalten um zu regenerieren und den Alltag zu genießen.Zum Glück kam ziemlich bald meine neue Bankkarte an, der Reisepass hat dann noch ein paar […]

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Hi, nach über zwei Monaten voller neuer Erfahrungen melde ich mich mal wieder hier. Nach dem langen, ungeplanten Trip wegen meines verlorenen Rucksacks haben wir uns erstmal recht lange im Projekt aufgehalten um zu regenerieren und den Alltag zu genießen.
Zum Glück kam ziemlich bald meine neue Bankkarte an, der Reisepass hat dann noch ein paar Wochen gedauert, dank dem Vice Provincial Father Paul hat das aber auch geklappt, aktuell warte ich nur noch auf mein neues Residence Visum.
Sonst habe ich mich in der Zeit an ein paar Unis beworben fürs Wintersemester und schon fleißig nach WGs Ausschau gehalten.

Beim Hostel waren wir in dieser Zeit sehr oft, da die sogenannte Mother der MSMHC Congregation unserer Sisters am zweiten Juni in unsere Einrichtung kam. Unsere Sisters sind die einzigen Sisters in Sri Lanka, die dieser Congregation angehören, sie waren alle ziemlich gestresst und wir sollten fast täglich zum Dancing und Singing Practise kommen für das geplante Programm.
In diesen Wochen war das Wetter übrigens sehr schön, es hat viel geregnet.

Am 17. Mai war der Besuch von dem Don Bosco Rector Major in Kilinochchi, weshalb wir mit den Tech Students und Staff Members per Schulbus dorthin gefahren sind und Johanna getroffen haben, die auch von ihrem Projekt in Murunkan deswegen angereist ist. Ihre Mitvoluntärin ist leider schon verfrüht nach Deutschland zurück geflogen, weshalb sie jetzt alleine ist und wir drei die einzigen Volos in Sri Lanka sind. Es war schön zu quatschen und es gab natürlich ein aufwendiges Programm zu Ehren des globalen Chefs der Salesianer. Im Bus zurück haben wir natürlich getanzt und als wir angekommen sind, wurde einfach weiter getanzt, das war sehr cool.

Viele Fathers und Sisters waren da, um den Successor zu treffen

In der letzten Mai Woche war in Mulankavil ein fünfttägiges Fest zu Ehren von Mother Mary, der Patronin unserer Dorfkirche, das war auch nochmal sehr schön.

Die Messen in dem dem halbe Stunde entfernten Dangalpity mag ich inzwischen jedoch am liebsten, sie sind zwar noch länger und mit noch mehr Menschen, aber sie finden immer draußen statt und oft mit riesiger Lichterkette, die über den Platz gespannt ist und eine tolle Atmosphäre schafft.

Messe mit Hostel Girls und Sisters

Außerdem war 10 tägiges Hindu Festival im Tempel neben der Tech School, weshalb uns oft laute Musik beim Einschlafen gehindert und beim Aufwachen geholfen hat. Mit einigen Tech Students war ich ein paar mal in der Pause da, war sehr interessant und alles sehr bunt. Es gab dort (immer vegetarisch) Lunch, also Reis mit Beilagen auf großen Palmblättern auf dem Boden, natürlich sehr scharf.

Hindu Festival

Am zweiten Juni war es dann endlich soweit, die MSMHC Mother kam uns für zwei Tage besuchen. Sie war sehr nett und das Programm hat soweit gut geklappt, war für den Aufwand nur sehr schnell vorbei und die Stimmung unter den Sisters und Hostel Girls war leider ziemlich angespannt. Wir hatten zum Tanzen Sarees an, erst das zweite Mal hier, meiner war auf jeden Fall bequemer als der erste Saree, den ich in bei der Osternacht anhatte.

Vorbereitungen mit den Hostel Girls
Das Board des Girls Hostels
Unsere Song Performance

Die Karate Class zweimal die Woche wird von uns beiden sehr geschätzt, sonst mache ich nur wenig regelmäßig Sport hier, Volleyball mit den Tech Students vor allem und ab und an Dance Class der English School.

Spagat üben
Wir hatten Puppie Besuch

Vom 8. – 12. Juni war unser online Zwischenseminar, extra für mich und Alena, da die anderen Volos ihres natürlich schon im März in Indien hatten. Trotz den Umständen war es genau das, was ich gebraucht habe in dieser Zeit, wir haben reflektiert, uns (zum Glück auch mit anderen Volos) ausgetauscht und Einzelgespräche geführt, die Verantwortlichen waren natürlich super lieb. Die Zeit des Seminars haben wir in Kilinochchi verbracht, bei den Fathers, die uns mach dem Rucksack Vorfall geholfen haben. Es war ideal, um unsere Einrichtung mal aus der Distanz zu betrachten und um auszuschlafen.

Kilinochchi am Abend

Bin am 16. alleine (erst mein zweites Mal hier) ca zwei Stunden nach Murunkan in Johannas Projekt gefahren mit Umstieg in Mannar. Alena konnte aufgrund ihrer Chess Class leider nicht mitkommen.
War froh, dass ich das durchgezogen habe, leider gab es (mal wieder) eine verbale Belästigung durch einen alten Mann im Bus. In Murunkan waren auch die drei Volos aus Indien da, die in der nächsten Woche in Sri Lanka Urlaub machen wollten, haben geredet, war alles sehr nett. Bin dann am selben Tag nochmal die zwei Stunden zurück gefahren.

Jackfruits gibt es in Murunkan reichlich

Am darauffolgenden Tag war dann direkt eine Hinduistische Wedding von der Tochter der Tech School Lehrerin, weshalb wir mit allen Tech School Leuten eingeladen waren. War schön und waren viele Leute, hab im Nachhinein erfahren, dass die Hochzeit arrangiert ist, also der Ehepartner von den Eltern ausgesucht wurde, das hat mir schon ein paar Tage zu denken gegeben.

Die hübsche Einladung zur Wedding
Die Wedding Bühne

Vom 23. bis 25. Juni war English School Exhibition, also Ausstellung von Plakaten, Konstruktionen etc von den Students. Jeden Tag kamen 3 – 5 verschiedene Schulen aus der Region zu Besuch mit ein paar Students und Teachers, wir haben mitgeholfen, dass alles klappt, war viel Aufwand, aber die Students waren alle happy. Ich wusste davor nicht, dass unsere Don Bosco School of Excellence die einzige in der Region ist, die die englische Sprache so lehrt, dass sie nicht nur ein Schulfach ist, sondern eher als zweite Muttersprache integriert wird.

Ein sehr realitätsnahes Modell der English School
Auch religiöse Aspekte waren vertreten
Der Spiele Tisch
Sri Lankas Religionen
Wasserspiele
Ernährungspyramide
Mülltrennung
Ein sprechender Roboter
Informatik wird auch gelehrt
Im Science Classroom
Climate Chance
Insektenmodelle

Ach ja, habe mit ansehen müssen, wie ein Ziegenbaby vor meinen Augen auf der Straße zwischen den Schools überfahren wurde und gestorben ist, bin jetzt erstmal traumatisiert wenn ich Ziegen sehe.
Dafür ist unsere Katzenlady Pushkin das erste Mal Mutter geworden mit drei Kitten und deswegen jetzt zur Cooking Lady umgezogen und ich vermisse sie, hoffentlich kommt sie vor unserer Abreise wieder zurück. Wir haben jetzt eine neue orangene Katzenlady da, die wir Ginger getauft haben, sehr kreativ, ich weiß.

Ziegen und andere Tiere halten sich oft direkt an Straßen auf
Beste Katzenmami
das neuste Haustier

Sonst hatten wir eine Situation mit Sister Mary, als wir mal wieder eine Family zu hause besucht haben zusammen mit den Hostel Girls und Sisters. Wir haben im Auto Eis am Stiel gegessen und die Verpackungen natürlich aufgehoben. Sie, und noch paar andere Anwesende, hat sie einfach aus dem Fenster geworfen und nicht verstanden, was daran schlecht ist. Wir haben den Müll wieder eingesammelt und ihr versucht zu erklären, dass diese Art von Plastik bis zu 100 Jahre braucht, um sich abzubauen und selbst dann noch als Mikroplastik Tieren und Pflanzen massiv schadet. Ihr bestes Argument war, dass sie das nicht stört, da es ja außerhalb ihres Zuhauses sei und sie das auf dem Don Bosco Gelände nicht tun würde. Das war schon nochmal ein Schock, auch wenn wir natürlich davor schon bemerkt haben, wie sorglos hier mit Müll umgegangen wird.

frische Cashews rösten
Kuhherde

Von Freitag Abend, dem 26. Juni, bis Montag früh, war dann Tech School Trip (hier Picnic genannt) erst nach Kandy und am Sonntag dann nach Ella. Haben Sightseeing gemacht und waren wandern. Bei steileren Anstiegen sind besorgniserregend viele der Girls umgekippt, scheint hier aber ziemlich normal zu sein. Haben meistens bei Fathers in der Region unsere Mahlzeiten eingenommen und von Samstag auf Sonntag auch dort geschlafen. Leider bin ich Samstag Nachmittag bei einem Wasserfall ausgerutscht und habe mich am Schneidezahn verletzt, das war ein kleiner Schock, zum Glück konnte ich dann schon am Dienstag mit Sr Mary nach Jaffna zur Dental Clinic.

Blick über Kandy
Phytons
Touristen Himmelsschaukel
Der berühmte Bahnhof mit der Zugstecke von Kandy nach Ella
eines der vielen Gruppenfotos


Am Sonntag dann zur berühmten Nine Arche Bridge gewandert, das war eh ein Reiseziel von uns, also waren wir sehr glücklich darüber. Die endlose Natur mit tausenden Bäumen und hohen Bergen ist so beeindruckend. Außerdem war es echt kalt dort, das hab ich ein wenig unterschätzt, die Nacht auf Montag im Bus war dann aber gut zum ausruhen. Am Montag wurde dann erstmal schön durchgeschlafen.

Teeplantagen überall
Nine Arche Bridge
Darf natürlich nicht fehlen, leider hab ich meine Sticker in Deutchland gelassen

Alena ist inzwischen für die Organisation der Chess Class der English School verantwortlich, zusammen mit einem Chess Master, es finden auch Wettbewerbe statt und gestern war sogar ein Chess Camp, also einen Abend Chess Turnier mit anschließender Übernachtung in der Schule. Es war sehr schön und ich hab es sogar geschafft, jemanden im Game zu schlagen.

Werbung fürs Camp
Ein atmosphärischer Abend mit viel Chess

Das nächste große Event ist das Summer Camp der English School in der ersten Augustwoche, 5 Tage Programm, die Students übernachten aber daheim. Wir sind im Comitee, weshalb wir jetzt jede Woche ein Meeting mit den Teachers und Father Melvin haben zum Besprechen der Vorbereitungen, bin sehr gespannt. Hab ja ein wenig Erfahrung wegen den KJG Sommerlagern, aber das hier ist nochmal was anderes.

Ich realisiere langsam, dass wir nur noch weniger als zwei Monate hier sein werden und habe gar keine Lust auf den Abschied. Aktuell bin ich am Abschiedsgeschenke vorbereiten für die Sisters und Fathers, ich werde sie und alle anderen tollen Menschen hier wirklich vermissen.

Hier noch ein paar Fotos von den letzten Wochen hier auf der Insel :).


Die Kochstelle im Girl Hotel
am Kochen
die Tech Students mit Staff Members
Schlange neben der Waschmaschine gefunden
ein lokaler Shop
Buddhistischer Tempel bei Jaffna
Lieblingsplatz auf dem Dach der Tech School

Ganz liebe Grüße!

Anne

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Jünkerath 2026 https://blogs.donboscovolunteers.de/vorbereitung/2026/07/08/juenkerath-2026/ Wed, 08 Jul 2026 06:31:12 +0000 http://21781.12 5 Tage Zeit um sich auf das große Abenteuer Freiwilligendienst vorzubereiten…. Dies ist eine Ü2 test Jetzt aber!

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5 Tage Zeit um sich auf das große Abenteuer Freiwilligendienst vorzubereiten….

Dies ist eine Ü2

test

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Sommerferien (2) https://blogs.donboscovolunteers.de/vonmarlenebisbenin/2026/07/05/sommerferien-2/ https://blogs.donboscovolunteers.de/vonmarlenebisbenin/2026/07/05/sommerferien-2/#comments Sun, 05 Jul 2026 20:48:34 +0000 http://21741.799 …Und weiter geht’s mit dem zweiten Teil: 40. Woche Zurück im Projekt, zurück im Alltag: morgens spazieren und Sachen angucken und nachmittags mit den Kindern spielen. Komisch, wie normal es sich mittlerweile anfühlte, dass Marie hier ist. Auf unseren Spaziergängen diese Woche kauften wir am Mittwoch ein paar Stoffe, die wir ein paar Tage später […]

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…Und weiter geht’s mit dem zweiten Teil:

40. Woche

Zurück im Projekt, zurück im Alltag: morgens spazieren und Sachen angucken und nachmittags mit den Kindern spielen. Komisch, wie normal es sich mittlerweile anfühlte, dass Marie hier ist.

Auf unseren Spaziergängen diese Woche kauften wir am Mittwoch ein paar Stoffe, die wir ein paar Tage später in einer Schneiderei abgaben.

Im Haus auf der anderen Seite der Mauer des Geländes sind ein paar neue Kinder eingezogen. Amüsiert beobachteten wir von unserer Terrasse, wie die Kinder mit ihren Stühlchen eine Reihe vor der Betonwand aufstellten- wie im Kino-  und mit dieser zu reden schienen. „Was machen die da schon wieder?“ Als ich jedoch zu ihnen ging, stellte ich fest, dass sie sich mit den Kindern auf dem Balkon unterhielten. Das ist nun eine Tradition der Kleinen seit ein paar Wochen. So kann man natürlich auch Freunde finden. Ein bisschen musste ich an den Corona Lockdown denken.

Was neben Klatschspielen bei den Kindern zur Zeit auch sehr beliebt ist, ist Räuber und Gendarm. Donnerstag nach dem Abendessen stellten wir mit über zwei Stunden einen neuen Rekord auf. Räuber und Gendarm wird hier übrigens nicht zum Spaß gespielt. Die ganze Zeit kriege ich Strategie- und Taktikanweisungen zugerufen. Eng an Hauswände pressen, von Schatten zu Schatten huschen, James-Bond-Rollen. Die Banditen werden bis ins Übelste in Fallen gelockt- „Du von links, ich von rechts“. „Zugriff!!“. Sicher 15 Minuten saß ich in einem Busch, ein Kind links, eins rechts, um mich zu verstecken. „Wir decken dich/ Bleib hinter mir. Man findet dich leichter, weil du weiß bist.“ Noch nie drüber nachgedacht, aber da ist was dran.

In einer anderen Runde duckte ich mich mit fünf Kindern hinter eines der Autos und beobachte die vorbeirennenden „Polizisten“. Doch, wieso auch immer, ist in Situationen, in denen man leise sein muss, alles auf einmal lustig. Und so hielten wir uns kichernd gegenseitig die Münder zu, um nicht aufzufliegen und gefangen zu werden.

Übers Wochenende fuhren wir wieder nach Cotonou, wo wir von unserem Hostel aus erstmal vietnamesisch essen und einkaufen gingen. Durch den ständigen Regen klitschnass kehrten wir aber danach schnell wieder zurück und warteten gemütlich im Trockenen den größten Schauer ab.

Von unserem Balkon aus konnte man das Schulgelände einer internationalen französischen Schule erblicken, die uns durch die Modernität der Gebäude sehr interessierte. Als alle Kinder abgeholt waren, fragten wir die Sicherheitsmänner spontan, ob wir mal einen Blick hineinwerfen könnten. 

Auf einmal bekamen wir im Gegenzug unserer Personalausweise offizielle Besucherkarten und einen Mitarbeiter, der uns eine ausführliche Tour über das gesamte Gelände gab. Die Schule umfasst einen Kindergarten, Mittel- und Oberstufe und zurzeit ist sogar ein Internat auf dem Gelände im Bau. Staunend besichtigten wir den Fußball-und das Basketballfeld, das schuleigene Schwimmbad – es gibt sogar DREI Fahrradfahr-Übungsplätze und Büchereien auf dem Gelände! Wir durften in jedes Klassenzimmer (jedes Fach hat seinen eigenen Raum) reingucken, in jedes Labor, jeden Aufenthaltsraum für Schüler*innen und in die Mensa. Diese Schule hat eigene Gärtner, die sich um den Schulhof kümmern und einen eigenen Saal für Elternabende- völlig absurd. Wir löcherten den sehr netten Mitarbeiter nur so mit Fragen und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. „Kann man hier auch ein FSJ machen?“

Danach spazierten wir noch ein bisschen durch die Gegend, einkaufen, Geld abheben… und trafen uns abends mit Gesine und Matilde in einer Pizzeria. Passend zur heutigen Mottoparty in der „Mad Monkey Pizzeria“, servierten uns die Kellnerinnen in hübschen 20er Jahre Kostümen sensationelle Pizzen, die wir uns bei Kerzenlicht und Saxophon-Lifemusik schmecken ließen.

Danach wollten wir uns eigentlich nochmal mit Edwin treffen, der wegen seinem immensen Wäscheberg aber keine gute Laune hatte.

Als wir ihm anboten unsere Hostel-Waschmaschine zu nutzen, ist er vor Freude fast durchgedreht. Sehr nachvollziehbar, wenn man seit 10 Monaten alles per Hand waschen muss. Wenige Minuten später stand Edwin bepackt mit einem großen Rucksack mit seinen gesamten Klamotten dann vor unserer Hosteltür (oder eher der riesiger Rucksack mit Edwin). 

Und so startete unser Wäsche-Bar-Hopping. Während die ersten Wäsche trafen wir die anderen aus der WG und Gesine in einer Bar in der Nähe unseres Hostels. Dann zurück, Wäsche raus, Wäsche rein und nächste Bar. Dort unterhielt ich mich mit dem Clubbesitzer, der uns Getränke ausgab, und einer Gruppe stockbesoffener Chines*innen, die Edwin aufgegabelt hatte. Der ein oder anderer Drink zu viel bedingte, dass sie mir beim Reden regelmäßig entgegenkippten und man sie wieder hinstellen musste, ein sehr wilden Tanzstil und vor allem aber eine starke Einschränkung der Intelligenz.

„What’s your zodiac sign?“ „Leo.“ „Cool.“ „What does that mean?“ „Leos like adventure.“ „I like adventure.“ „Oh my God, I like you too!“

Nüchtern zu beobachten jedenfalls sehr amüsant.

Die restliche Nacht wurde sich noch der beste Chawarma Benins einverleibt, Kartengespielt und gequatscht, bis nichts sinnvolles mehr rumkam und uns der Sonnenaufgang mahnend ins Bett schickte.

Am nächsten Morgen wagten wir uns ins Getümmel des Danktopka-Marktes und shoppten einiges an Souvenirs und Zutaten zum Kochen. Unsere eigentliche Mission für den Tag war es aber gewesen, Benin-Trikots aufzutreiben. Da wir auf dem Markt erstaunlicherweise nicht fündig geworden waren, führte unser Weg nachmittags noch nach Calavi. Nachdem Marie so auch die Gelegenheit bekam, die WG anzusehen und wir uns mit einer Portion Atassi gestärkt hatten, fanden wir in einem kleinen Laden, was wir suchten und so ging es schnell zurück ins Hostel: die nächste Wäsche wartete bereits 😉

Als wir zum Public Viewing unsere, mittlerweile, Stammbar betraten, leuchteten uns von allen Seiten neonorangene Trikots entgegen- die Deutschland-Fanbase bestand quasi nur aus uns, was beim Spiel sehen und den Buh-Rufen etwas deprimierend war. Umso zufriedenstellend, dass Deutschland in der letzen Minute noch das 2:1 schoss und alle vorlauten Fans mundtot machte.

Nach einer langen Clubnacht nahmen uns zwei sehr humorvolle Zem-Fahrer mit nach Hause. Wie so oft behaupteten sie bei Ankunft einen anderen Preis, als den, den man verhandelt hatte. Aber statt genervt zu sein, forderte ich sie zu einem Wettrennen um 100 Franc heraus. Nachdem der Zem-Fahrer kläglich scheiterte, musste er sich mit dem eigentlichen Preis zufrieden geben und fuhr davon.

Wenn man mittags erst aufwacht, kann man auch Nudeln zum Frühstück essen, beschlossen wir und so standen Edwin und ich am nächsten Tag in der Hostel-Küche und zauberten Pasta für alle. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal gekocht habe und es gibt nicht viele Sachen, die ich an Deutschland mehr vermisse, als eine eigene Küche.

Wieder einmal machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung an den Strand zu fahren und so spielten wir noch ein bisschen Karten im Hostel, bis es Zeit war, nach Hause zu fahren.

Hätte ich gewusst, was uns an dem Abend noch erwartet, hätte ich vielleicht noch einen Mittagsschlaf gemacht: Es war mal wieder Party angesagt. Doch nicht irgendeine: es war meine eigene Abschiedsparty.

Zusätzlich wurde der Abschied von Frère Julian gefeiert, der nun nach Guinea geht, sowie einer der Älteren, der heute sein Diplom bekam. Außerdem gab es ein paar Kinder, die in eine höhere Klasse versetzt wurden, oder besonders gute Noten hatten, was natürlich auch gefeiert werden musste.

Als Père Jacques sich erhob und Matilde und mich nach vorne bat, wurde es still. Die zwei Klassenbesten der Kinder hatten die Aufgabe bekommen, Reden für uns zu schreiben. Nervös saßen sie schon die ganze Zeit am Rand und übten aufgeregt diese zu lesen. 

Schon bei „Chère Marlène“ stiegen mir die ersten Tränen ins Auge und der Kloß in meinem Hals wurde von Wort zu Wort größer- aber lest selbst:

Ich musste mich an die Anfangszeit zurück erinnern, in der ich so oft den Sinn dieses FSJs in Frage gestellt hatte. Diese Worte waren der Beweis dafür, dass ich alles richtig gemacht hatte.

Dann gab’s noch reichlich Geschenke für uns, sogar Marie bekam etwas!

Doch ein bisschen Zeit bleibt mir ja noch und heute sollte gefeiert werden!

So wurde gesungen, gegessen und ausgelassen getanzt bis spät in die Nacht…

41. Woche

Am Montag war nicht so viel los (Spazieren, Einkaufen, Gewürze als Souvenirs besorgen, unsere geschneiderten Kleider abholen, abends wie immer mit den Kindern spielen…)- am Dienstag aber umso mehr!

Am 23.6 wurde hier nämlich der Tag des afrikanischen Kindes gefeiert! Anlässlich gab es eine Veranstaltung in einer Schule in der Nähe, zu der Kinder aus verschiedenen Projekten eingeladen wurden. Es gab viel Animation, natürlich Musik und Tanz, aber im Grunde viele Ansprachen über die Rechte der Kinder. Sogar der Kommissar war eingeladen und sagte ein paar Worte. Falls euch das interessiert, könnt ihr mal auf YouTube vorbeischauen: https://youtu.be/ZxuQlY7a9xA?si=ZsYRJMaBou0QNW8

Sehr stark und wichtig jedenfalls, dass es solche Veranstaltungen gibt!

Nach einer kurzen Pause ging es nachmittags direkt weiter. Jeder mit einer Schwimmnudel um den Hals und Schwimmflügel unterm Arm, kletterten die ersten sechs Kinder ins Auto und durften am ersten Tag meines Sommerferien-Schwimmkurses teilnehmen. Marie und sogar Matilde waren auch dabei. Viele von den Kindern sind über die Ferien nicht im Foyer, deswegen hatten Arnaud und ich diesen Extra-Tag im Schwimmbad für sie eingebaut. Bei manchen konnte man sogar echte Fortschritte seit den Osterferien sehen- primär hatten sie aber, genau wie ich,  einfach Spaß am Rumplantschen. 

Abends wurde es dann nochmal richtig emotional. Da Matilde am nächsten Tag in den Urlaub fuhr, war es nicht nur ihr letzter Tag mit unserem Direktor, sondern auch mit vielen Kindern, die aus ihren ihren Urlauben erst nach unserer Rückkehr nach Deutschland zurückkommen. Darum organisierte sie ein Abschluss-Lagerfeuer mit den Kindern. Eine gute Möglichkeit auch für mich meine Abschiedsgeschenke zu verteilen und ein paar Worte zu sagen. Meinen Blick verschwommen in die Glut gerichtet und ein paar Kinder in meinem Schoß eingekuschelt, genoss ich irgendwie auch diese bedrückende  Atmosphäre. Wie sehr ich die Kleinen alle in mein Herz geschlossen habe…

Dann verteilte die Köchin noch Würstchen für alle. 

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Am Mittwoch waren wir zu zweit auf der Lagune in Porto-Novo Tretboot fahren, haben Abschiedsgeschenke für Marie für die Pères gemalt und haben nachmittags noch die Zweigeinrichtung Catchi besucht, in der 8 meiner Kinder zurzeit ihre Ferien verbringen.

Eigentlich ist der Campus hier (laut den Kindern selbst) besser, alleine durch den riesigen Hof und die Möglichkeit Fußball zu spielen zum Beispiel. Doch Père Arnaud meinte, dass die Kinder in Catchi freiwillig dort seien. „Mal Ferien von den anderen“. Mit 40 anderen Kindern zu sein ist also anscheinend auf Dauer auch mal anstrengend.

Maries letzten Tage hier waren durch den starken, andauernden Regen etwas unspektakulär- Donnerstag habe ich mich für meine Uni immatrikuliert (langsam wird’s ernst…) und Freitag waren wir nochmal Eis essen. Außerdem wurde natürlich nochmal die letzte Zeit mit den Kindern ausgekostet, bevor es für uns dann abends zum Flughafen ging. Eine letzte Runde Backgammon, ein letztes Mal Umarmen und dann verschwand Marie auch schon hinter der Sicherheitskontrolle. 

Die Zeit zusammen war so schön. Meine Arbeit und die Zeit mit den Kindern macht mir mittlerweile unfassbar viel Spaß, trotzdem fehlt mir in meinem FSJ ein Ausgleich zum Alltag wahnsinnig. Mit Marie war das also perfekt: Wir haben super viel Zeit mit den Kindern verbracht und trotzdem an den Wochenenden in Cotonou viel unternommen und erlebt. Sachen, die ich alleine wahrscheinlich nicht gemacht hätte oder es einfach langweilig gewesen wäre. Doch auch einfach nur zu Hause zu sein und sich zu unterhalten, war so wertvoll.

Ich bin sehr dankbar, dass Marie hier war und der Abschied war natürlich nicht leicht- der Gedanke, dass es aber nur noch sechs Wochen sind, macht es nicht ganz so schwer.

Noch Sechs Wochen

Noch einmal Sommerferien.

Im Folgendem möchte ich gerne einen kleinen Perspektivenwechsel einbauen und Marie auch mal selber zu Wort kommen lassen:

Ich habe die Zeit in Benin sehr genossen. Natürlich stand für mich an erster Stelle, meine beste Freundin nach neun Monaten endlich wiederzusehen – und ohne schlechte Internetverbindung stundenlang quatschen und lachen zu können. Aber darüber hinaus durfte ich so viele schöne Eindrücke sammeln und wertvolle Erfahrungen machen.
Das Verrückteste für uns war eigentlich, wie normal es sich angefühlt hat, gemeinsam in Benin zu sein. Durch den – zum Glück – ständigen Kontakt mit Marlene hatte ich bereits eine Vorstellung davon, wie das Leben dort aussieht: wie die Straßen wirken, wie die Menschen miteinander sprechen und wie gefeiert wird. Trotzdem ist es etwas ganz anderes, all das selbst zu erleben.

Mein absolutes neues Lieblingsding ist es, Beninerinnen und Beninern beim Reden zuzuhören. Beim Sprechen werden unglaublich viele Emotionen durch kleine Laute ausgedrückt. Während ich diesen Text schreibe, höre ich Frère Eli förmlich „Eh!“, „Ahaaa!“ und „Oop!“ sagen und muss sofort grinsen. Marlene hat sich diese Art zu sprechen inzwischen ebenfalls angeeignet und das macht unsere Gespräche noch einmal tausendmal lustiger.

Mit meinem Französisch bin ich allerdings ziemlich schnell an meine Grenzen gestoßen. Deshalb hat Marlene dankenswerterweise die Rolle der Übersetzerin übernommen. Gerade im Umgang mit den Kindern war das anfangs eine kleine Herausforderung. Sie brauchten ein paar Tage, um zu merken, dass sie mit Französisch bei mir nicht weit kommen. Dafür haben sie umso schneller entdeckt, dass Zeichensprache, Gestik und mich einfach dorthin zu ziehen, wo sie mich gerade brauchten, genauso gut funktionieren.

Ich weiß, dass die Sprache für Marlene am Anfang ebenfalls eine Herausforderung war und es deshalb zunächst schwieriger war, eine Bindung zu den Kindern aufzubauen. Umso schöner war es für mich zu beobachten, was für ein eingespieltes Team sie inzwischen sind. Das hat mich mit unglaublich viel Freude und auch ein bisschen Stolz erfüllt. 

Schon die Art, wie die Kinder vom ersten Moment an auf mich zugegangen sind und mich sofort zum Spielen eingeladen haben, hat gezeigt, wie sehr sie Marlene vertrauen. Eine völlig fremde Person so selbstverständlich aufzunehmen und zu akzeptieren, weil sie wissen: „Sie gehört zu Marlene – und Marlene können wir vertrauen“, hat mich wirklich berührt.

Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, die Kinder und Marlene einfach nur zu beobachten. Es wirkte wie eine riesige Geschwistergruppe, in der Marlene längst ein festes Mitglied geworden ist. Mal wird miteinander herumgealbert und auch mal geärgert, mal sitzt ein Kind bei ihr auf dem Schoß und schläft fast ein. Es war einfach schön, Marlene in ihrem „neuen“, aber gleichzeitig so vertrauten Umfeld zu erleben.

Das Spielen mit den Kindern hat unglaublich viel Spaß gemacht. Wir konnten die Spielesammlung um ein paar neue Klassiker erweitern. Domino war mit Abstand der größte Favorit. Aber auch Dobble und Mensch ärgere Dich nicht lagen ganz weit vorne – wobei man gut aufpassen musste, denn geschummelt wurde mit großer Begeisterung. 😉

Ein weiteres Highlight meines Aufenthalts war etwas ganz Alltägliches: Jedes Kind hat eine ganz eigene Art, zur Begrüßung die Hand zu geben. Mit der Zeit habe ich gelernt, welches Kind mir auf welche Weise die Hand reicht. Eine kleine Geste – und trotzdem etwas, das mir besonders in Erinnerung bleiben wird.

Was ich während meiner vier Wochen in Benin außerdem lernen musste, war Geduld. Alles geschieht mit einer Gelassenheit, die mich anfangs fast wahnsinnig gemacht hat. Wenn eine Feier für 18 Uhr angekündigt ist, beginnt sie frühestens um 19 Uhr. Zwischendurch werden unzählige Fotos gemacht oder die Geschenkübergabe dauert eben Stunden, weil jede Person ihren Moment zu einem bestimmten Lied zelebriert. In Benin gehört diese Gelassenheit einfach zum Leben. Ich habe selbst gemerkt, wie ich über die Zeit alles entspannter nehmen konnte.

Zum Schluss noch etwas, das ich ganz besonders genossen habe: Beim Spazierengehen die wunderschönen Stoffe zu bestaunen. Nicht nur die Stoffe, die an den Ständen verkauft werden, sondern vor allem die, die bereits zu Kleidung verarbeitet wurden. Die meisten Menschen tragen farbenfrohe, gemusterte Stoffe, und oft tragen die Mitglieder einer Familie Kleidung aus demselben Stoff. Für mich hatte dieses Bild etwas unglaublich Harmonisches. So sehr ich es liebe, mich durch meine Kleidung auszudrücken und verschiedene Stoffe und Texturen zu kombinieren, war es einfach schön, diese besondere Form von Zusammengehörigkeit in den Stoffmustern wiederzufinden.

Damit, danke dass ich euch hier ein paar meiner Erlebnisse schildern durfte und ich freu mich schon riesig darauf, Marlene in 6 Wochen wiederzusehen!

Danke, dass du da warst, Marie!!!

Erst die Prenovices, dann Marie- Mit den Abschieden ging’s dann aber erst richtig los: ein paar der Kinder, die noch Verwandte haben, verbringen ihre Ferien dort und kommen erst wieder, wenn ich schon wieder in Berlin bin. 

Diese Woche musste ich die ersten sieben verabschieden, was nicht leicht war- wie soll das nur am Ende werden?

Sonntags haben wir früher immer mit den Prénovices gemeinsam zu Mittag gegessen. Da diese nun weg sind, werden die Pères manchmal von verschiedenen Familien aus der Umgebung zum Essen eingeladen. Ein reiner Mestungsakt, aber immer sehr nett. So auch an diesem Sonntag. Meist sind das dann natürlich wohlhabendere Familien- sehr spannend mal zu sehen, wie die so wohnen und wie deren Häuser von innen aussehen.

Das gemeinsame Essen mit den Kindern sonntagabends bleibt jedoch zum Glück.

42. Woche 

Verflucht sei die Regenzeit! 

In Benin ist zurzeit wieder Regenzeit, was mich in meinen Freizeitsaktivitäten fast genauso einschränkt, wie eh schon in Porto-Novo zu wohnen. Doch auch die Möglichkeiten mit den Kindern leidet natürlich. Meistens gucken sie bei den Unwettern Fernsehen, wo ich mich immer ein bisschen nutzlos fühle. Nur die WM-Spiele sind manchmal spannend.

Viel gravierender ist jedoch, dass für Dienstag der Start meines neuen Schwimmkurses geplant war, der wegen des Regens wörtlich droht ins Wasser zu fallen. Denn selbst wenn es ein paar Stunden mal trocken bleibt, ist es ziemlich kühl. Was heißt schon kühl, die Wetter App zeigt mir immernoch 30 Grad an. Eingekuschelt in meinen dicken Pulli grad beim Blogschreiben frage ich mich, wie ich den deutschen Winter überleben soll…

An dem Tag musste ich außerdem wieder schmerzlich ein paar Kinder verabschieden, sowie meinen Direktor…

Die restliche Woche war durch das Wetter ziemlich ereignislos. Am Freitag ließ der starke Regen kurz einmal nach und ich konnte mit einer Gruppe ins Schwimmbad. Die Kinder haben sich auch sehr gefreut- auch wenn sie durch den Nieselregen und Wind mit klappernden Zähnen im Becken plantschten…(„Nein, nein, mir ist wirklich nicht kalt!“) Ich hoffe wirklich, nächste Woche bessert sich das Wetter!

Am Wochenende war ich nochmal in Cotonou und hab dort ein sehr tolles Kino für mich entdeckt und sonst ist das Blogschreiben ja auch immer eine sehr zeitfüllende Beschäftigung 😉

Noch knapp sechs Wochen. Noch einmal Sommerferien. 

Aber trotzdem ist in den Sommerferien damals immer viel passiert. Trotzdem sind sechs Wochen nochmal eine gute Zeit. Dadurch, dass so viele Kinder und Pères jetzt weg sind und sogar mein eigener Abschied schon gefeiert wurde, fühlt es sich zur Zeit ein bisschen „überbrückend“ an. Um dieses Gefühl loszuwerden hoffe ich, noch ein paar andere Ferienprojekte realisiert zu bekommen und auch noch ein paar persönliche Highlights für meine Wochenenden zu planen.

Ein letzter Endspurt für die letzten sechs Wochen. 

Noch einmal Sommerferien.

Vielen Dank fürs fleißige Lesen (ich freu mich immer unglaublich über jeden Kommentar und von euch zu hören) und fühlt euch gedrückt!

Marlene 

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Sommerferien (1) https://blogs.donboscovolunteers.de/vonmarlenebisbenin/2026/07/05/sommerferien-1/ Sun, 05 Jul 2026 17:16:25 +0000 http://21741.796 Als kleines Kind vergingen die Sommerferien immer viel zu schnell. Gerade noch saß ich mit meinem Zeugnis bei der Eisdiele und durfte so viele Kugeln bestellen, wie ich wollte- im nächsten Augenblick waren die sechs Wochen schon wieder vorbei. Sechs Wochen.  Ich glaub‘s selber kaum, doch mein Volontariat hier in Benin geht ab jetzt auch […]

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Als kleines Kind vergingen die Sommerferien immer viel zu schnell. Gerade noch saß ich mit meinem Zeugnis bei der Eisdiele und durfte so viele Kugeln bestellen, wie ich wollte- im nächsten Augenblick waren die sechs Wochen schon wieder vorbei.

Sechs Wochen. 

Ich glaub‘s selber kaum, doch mein Volontariat hier in Benin geht ab jetzt auch nur noch knapp sechs Wochen. 

Noch einmal Sommerferien…

Ob die Zeit auch so schnell vergehen wird?

38. Woche

„Sommerferien“ heißt es auch für die Kinder hier jetzt. Als ich vom 3/4-Seminar zurückkam, hatten sie ihren letzten Schultag schon hinter sich. Komisch zu wissen, dass ich den Kleinen nie wieder in der Schulpause beim Spielen zusehen oder abends stundenlang Hausaufgabenbetreuung im Klassenzimmer machen werde. Aber eigentlich ist es so besser, da ich so mehr gemeinsame Zeit habe und auch die Vormittage mit ihnen verbringen kann. Und wann hatte ich hier schon eine wirklich geregelte Routine? „Normalen Alltag“ gab es sowieso noch nie und das sollte auch so bleiben: Am Mittwoch spät landete nämlich meine beste Freundin Marie am Flughafen in Cotonou!

Wir hatten über meine Zeit hier immer viel Kontakt, doch ohne hängenden Ton und verzerrtes Videobild zu reden ist nochmal was anderes. Zu merken, wie wenig sich zwischen uns trotz neun Monaten Distanz verändert hatte, hat mich sehr bewegt.

Den nächsten Tag gab es dann viel zu entdecken. Auf einem großen Porto-Novo-Spaziergang zeigte ich Marie die ganzen Orte, die hier für meinen Alltag wichtig geworden sind. Wir schlenderten vorbei an den ganzen Obstständen, Drogerie-und Stoffläden und auch der Supermarkt blieb nicht sicher vor uns. Außerdem absolvierte Marie ihre erste Zem-Fahrt zur Bank. Wie oft ich wohl schon Zem gefahren bin?

Es war so schön zu beobachten, wie interessiert Marie an den Kindern war und umgekehrt. Und wieder einmal spannend, wie gut man sich doch durch mangelnde Französisch-Kenntnisse mit Händen und Füßen unterhalten kann.

Unser Besuch verdoppelte sich dann am nächsten Tag, da meine Teamerin Gesine nach Benin kam und ein paar Tage in meinem Projekt verbrachte. Gesine hat ihr Volontariat damals mit Don Bosco in Ruanda gemacht und mich bei meiner Vorbereitung auf mein Jahr auf den Seminaren mit hilfreichen Tipps begleitet. Auch während unserer gemeinsamen Zeit in Porto-Novo sprachen wir nochmal viel über ihre Erfahrungen damals, Vergleiche und Unterschiede, und eine Menge Geschichten. Wieder einmal ein sehr wertvoller Austausch.

Gesine war dadurch mit dem ausdauernden Party-Leben der Salesianer schon ein bisschen vertraut, Marie allerdings wurde bei ihrer ersten Salesianer-Feier am Freitagabend ziemlich ins kalte Wasser geworfen. Gefeiert wurde der Abschied der Prenovices, die ganze acht Monate mit uns verbracht hatten, und Père Jacques Geburtstag. Mit hübscher Papierdeko sah unsere Dachterasse ganz feierlich aus. Kekse und Schnaps  zum Anfang, dann köstliches Essen vom Buffet. Im Anschluss das Abendprogramm: Musik, Gesang-, Tanz- und Theaterauftritte der Prenovices, berührende Reden (sogar Marie und ich haben für den Direktor zum Geburtstag ein Gedicht geschrieben und vorgetragen), hunderte Gruppenfotos zwischendurch, Geschenke… Am Ende gibt’s Torte und Champagner. Mit 4 Stunden stellte diese Feier längentechnisch einen neuen Rekord auf. 

Die Prenovices fehlen mir sehr. Insgesamt habe ich gar nicht so viel mit ihnen zu tun gehabt, aber das gemeinsame Essen sonntags war immer sehr schön und die aufgeführten Sketche über gemeinsame lustige Momente an dem Abend haben mich sehr berührt. Außerdem war das der Beginn der Abschiedsstimmung, die sich bis heute fortgewährt…

Samstag ist frei und so klapperten Matilde und ich mit den beiden Besuchern mal wieder die touristischen Porto-Novo-Orte ab: Kirche, Mosche, Lagune… Neu für mich war einer der Tempel, durch den wir eine Führung machten und spannende Sachen über die ehemaligen Herrscher Dahomeys lernten. Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen in meinem Lieblingsrestaurant.

Am Sonntag besuchten wir morgens die Messe und wurden dann mittags zu einem Geburtstag in einer anderen Gemeinde eingeladen. Eine Feier nach der anderen- Marie und Gesine haben sich echt einen guten Zeitraum für ihren Besuch ausgesucht, um Benin in seiner Spontanität und mein Leben hier in vollen Zügen kennenzulernen. Essen, Musik, Reden, Tanz- und Singauftritte der Prenovices, Geschenke, Fotos…Torte und Champagner war unser Zeichen zum Gehen. Solche Feiern machen müde, doch das hielt uns natürlich nicht davon ab, den Abend mit den Kleinen zu verbringen. 

Marie hat nochmal einen großen Koffer mit gespendeten Spielen aus Deutschland mitgebracht (Danke vor allem an Oma und Opa!!!), die natürlich super bei den Kindern ankamen. Vor allem Domino und Memory sind zur Zeit der Renner, sowie ein neuer Fußball, den ich in Ouidah für sie gekauft hatte. 

Einer meiner Highlights in meinem Alltag hier ist das gemeinsame Essen mit den Kindern sonntagabends auf dem Hof. Marie so neben mir sitzen zu sehen und zu wissen, dass sie diese Erinnerung jetzt mit mir teilen wird, war für mich sehr besonders.

39. Woche

„Ich muss gar nicht viel von Benin sehen, mir geht es darum dich zu sehen“, meinte Marie bevor sie kam und so bestand der Hauptteil unserer gemeinsamen Zeit aus meinem normalen Alltag- nur halt, dass ich nicht mehr alleine war. Morgens spazierten wir durch die Umgebung, gingen einkaufen oder Eis essen, spielten in der Siesta Backgammon bis zum Umfallen, verbrachten die Nachmittage mit den Kindern und abends spielten wir weiter Karten zu zweit, planten Projekte für die Kinder, machten gemütliche Filmabende oder quatschten bis spät in die Nacht… 

Einer meiner Lieblingstage dieser Woche, wenn nicht meines FSJs hier, war der Mittwoch. Arnaud hatte uns am Abend vorher eingeladen, ihn auf eine Projektbesichtigung zu begleiten. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Schule für taubstumme Kinder, die auf dem Gelände im Anschluss Möglichkeiten zu einer Ausbildung haben (Schneider*in oder Friseur*in beispielsweise). Marie und ich können beide ein paar Basics auf Gebärdensprache und sind generell sehr interessiert an dem Thema, wodurch es für uns umso cooler war, mehr (und vor allem in einem Land/einer Kultur wie hier) darüber zu lernen. Die verschiedenen Gebärden für ein Wort unterscheiden sich in jeder Sprache, so lernten wir erstmal ein paar französische Gebärden, bevor wir uns in den drei Klassen der Schule bei den Kindern vorstellen konnten. 

In Gebärdensprache gibt es zwar für jeden Buchstaben eine Gebärde, trotzdem buchstabiert man selten beim Nennen eines Namens diesen ganz aus. Stattdessen formten die Kinder den Anfangsbuchstaben ihres Namens und machten dann mit diesem eine Bewegung, die ein starkes Merkmal symbolisiert. Ein Junge wurde uns von der Lehrerin zum Beispiel als Emmanuel vorgestellt. Er machte also die Gebärde des Buchstaben „E“s und dann eine kreisförmige Bewegung, weil er „so ein rundes Gesicht“ habe.

Danach saßen wir noch lange mit der Lehrerin in ihrem Büro und durften sie mit Fragen löchern, was ich mir nicht zwei Mal sagen lassen musste. Besonders interessiert hat mich die Zukunft der Kinder. Studieren sei unmöglich für diese Kinder, sagte sie. Die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort seien quasi alles, was den Kindern beruflich zur Wahl stünde. Besonders schockiert hat mich, dass es nur 11 solcher Schulen in ganz Benin (!) gibt. Das bedingt, dass die Kinder einen ewig weiten Schulweg haben. Manche kämen sogar aus Ouidah (über 2h entfernt) und würden vor Ort ohne ihre Eltern unter der Woche übernachten müssen. 

Außerdem sprachen wir darüber, dass die Eltern der Kinder meist keine Gebärdensprache können und wie sich das auf die Kinder auswirkt, über den persönlichen Werdegang der Lehrerin, die Finanzierung des Projektes und vieles mehr…

Zum Abschluss sangen uns die Kinder noch die beninische Nationalhymne auf Gebärdensprache vor.

Wir verließen das Gebäude teils bedrückt darüber, wie wenig Integration diese Kinder aufgrund der Armut des Landes erfahren werden, teils glücklich darüber, wie schön es ist, dass solche Projekte überhaupt existieren.

Als wäre das nicht schon genug gewesen, fuhr Arnaud  auf dem Rückweg nochmal mit dem Auto am Riviere Noir vorbei- eine schöne Gelegenheit für Marie und Gesine diesen auch nochmal sehen zu können.

Abends wollten wir, wie gewohnt, mit den Kindern spielen, wurden jedoch durch die Regenzeit von einem schlagartigen Schauer überrascht. Erst wollten wir hochgehen, doch da Marie von der Intensität des tropischen Regens fasziniert war, sprang sie freudig durch die Pfützen. Marie hat einen Knall. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich den gleichen Knall habe und so ließen wir uns die schweren Tropfen aufs Gesicht prasseln und beobachteten, wie in Sekundenschnelle alles nass wurde. Mit kleinen Plastiktischen als Regenschirme auf dem Rücken, wie kleine Schildkröten, trauten sich die ersten Kinder mit großen Augen unter dem Dach hervor- nach kurzer Zeit war aber eh alles nass- und dann war es auch egal: Immer mehr Kinder hüpften durch die Pfützen, es wurde wild getanzt und fangen gespielt- manche Kinder holten sogar noch schnell ihre Badehosen. „Marlène, regardes-moi!“, rief eine Stimme unter mir. Eines der Kinder lag bäuchlings in einer Pfütze und machte die Schwimmbewegungen, die er in den Osterferien bei mir gelernt hatte.

Noch heute reden die Kinder davon, wie viel Spaß sie an diesem Tag hatten.

Passend zu Beginn der WM hatte ich mir ein Projekt für die Kinder für den Donnerstag ausgedacht: alle Flaggen der qualifizierten Länder malen! Es hat sehr gut geklappt und die Bilder hängen jetzt gegenüber vom Fernsehraum. Abends habe ich dort mit den Kindern an diesem Abend noch einen Filmabend gemacht.

Übers Wochenende sind Marie und ich dann nach Cotonou gefahren. Das Einchecken ins Hostel war komplizierter und länger (3h) als gedacht, weil niemand auf die Idee kam, die Adresse auf der Website anzugeben, bzw. die falsche und auch die Telefonnummer praktischerweise  nicht vergeben war. Mit der Hilfe von gefühlt halb Cotonou hat dann aber doch irgendwie alles geklappt und es war mal wieder eine wunderbare Gelegenheit meine hier erlernte Geduld anzuwenden. „Irgendwie klappt ja dann immer alles“.

Zum Entspannen haben wir dann den halben Super U leergekauft und waren lecker essen. Von unserem Hostel aus machten wir dann abends einen großen Spaziergang zu dem Don Bosco Foyer, in dem Maria und Leonie, zwei andere Freiwillige, wohnen. Hier trafen wir noch auf zwei weitere Freiwillige, sowie Gesine, die schon ein paar Tage Cotonou hinter sich hatte. Auf dem Gelände war so einiges los- an diesem Abend war eine Art „Abiball“ der Schüler*innen der Schule dort. Lauter schick gemachte Jugendliche, eine Menge Essensstände und eine Bühne mit beeindruckenden DJs und Tänzern…

Lange blieben wir allerdings nicht, da wir am nächsten Tag große Pläne hatten.

Ich hatte Marie zu ihrem 18. Geburtstag vor ein paar Wochen geschenkt, dass wir gemeinsam surfen gehen und so fuhren wir am Samstag früh morgens an den Strand. Eine kurze Einführung später, lagen wir bäuchlings auf unseren Brettern und paddelten den schäumenden Wellen entgegen. Dafür, dass es für uns beide das erste Mal war, haben wir uns gar nicht so schlecht angestellt und wenn eine Welle mal richtig Kraft hatte, hat es sehr viel Spaß gemacht. Das Einschätzen der Wellen und des perfekten Momentes zum Paddeln, fand ich dabei tatsächlich schwerer, als das eigentliche Aufstehen und Surfen. 

Nach zwei Stunden schwammen wir erschöpft zurück an den Strand, an dem Marie und ich dann noch den ganzen Nachmittag verbrachten. Schwimmen, dösen, Musik, Backgammon, Stadt-Land-Fluss, quatschen…

„Ich gehe heute Abend mit einem Freund was essen, wollt ihr mitkommen?“, schrieb Gael. Gael ist ein Franzose, den wir beim Surfen kennengelernt hatte. Gael ist 43. „Ja klar, wieso nicht?“.

So saßen wir abends mit ihm und seinen Freunden in einem teuren Restaurant und unterhielten uns nett. Wie sich herausstellte, aßen wir mit der halben Belegschaft der französischen Botschaft zu Abend, wobei Gael der Chefkoch des Botschafters höchstpersönlich ist. Die Gruppe war super nett, interessiert, humorvoll und vor allem großzügig wenns um die Rechnungen ging…

Anschließend sind wir noch gemeinsam mit dem Auto in den „Lizzard King“ gefahren, eine unfassbar coole Jazzbar. Die Band spielte auf einem alten Flugzeug IN der Bar, performte einen 80s Song nach dem nächsten und war dabei so energiereich, dass man nur beim Zusehen gute Laune bekam. Da konnten wir natürlich nicht still sitzen bleiben und tanzten bis uns die Füße wehtaten.

Entsprechend lange schliefen wir am nächsten Tag und trafen uns dann mit Edwin, einem anderen Freiwilligen, zum Kaffe trinken und Kartenspielen.

Da es die ganze Zeit regnete, war unser Plan vom Strandtag gestorben und so zogen wir abends direkt weiter in die Code-Bar, um das legendäre Deutschlandspiel gegen Curaçao zu sehen. 

Es war so schön zu dritt, dass wir sogar die Zeit aus dem Auge verloren und tatsächlich den letzten Bus nach Porto-Novo verpassten. „Irgendwie klappt schon immer alles“, erinnerte ich mich und ließ nicht locker. „Gibt’s da nicht noch irgendeine Möglichkeit?“, frage ich die Frau von der Busstation, die schon sichtlich genervt war. 

Als wir zufrieden nebeneinander im Shuttle für die letzten Mitarbeiter nach Porto-Novo saßen, mussten wir beide grinsen. Normal is ja auch langweilig.

Zu Hause angekommen wurden wir stürmisch von den Kleinen begrüßt und hörten, trotz der späten Uhrzeit, noch mit den Kindern deutsche Musik und tanzten, bis sie ins Bett geschickt wurden.

Da der Blog hier sonst zu lange wird und ihr mir vom Lesen ja nicht müde werdet, teile ich ihn hier einmal in der Hälfte. Im nächsten Teil erzähle ich von weiteren Cotonou-Erlebnissen, meiner Abschiedsfeier und auch Marie hat ein paar Worte für euch geschrieben!

Bleibt gespannt, bis gleich und fühlt euch gedrückt!

Marlene 

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April-Mai-Juni-Update!! https://blogs.donboscovolunteers.de/hastamariana/2026/07/02/april-mai-juni-update/ Thu, 02 Jul 2026 19:43:19 +0000 http://21754.215 Hallo zusammen!! Die letzten Wochen vergingen gefühlt wieder ganz schön schnell und langsam wird die Abreise Ende August zu etwas ziemlich Greifbarem. Auch, wenn es in letzter Zeit keine gigantischen Ereignisse gab, dachte ich, ich teile ein bisschen von den kleineren bis mittelgroßen Dingen, die sich in den letzten Wochen so ereignet haben. Die Arbeit […]

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Hallo zusammen!! Die letzten Wochen vergingen gefühlt wieder ganz schön schnell und langsam wird die Abreise Ende August zu etwas ziemlich Greifbarem. Auch, wenn es in letzter Zeit keine gigantischen Ereignisse gab, dachte ich, ich teile ein bisschen von den kleineren bis mittelgroßen Dingen, die sich in den letzten Wochen so ereignet haben.

Die Arbeit im Mano Amiga habe ich in letzter Zeit ziemlich genossen, und obwohl es manchmal ein bisschen langweilig oder auch sehr stressig sein kann, macht es doch sehr Spaß. Gestern Abend habe ich den Kindern zum Beispiel in den Dormitorios eine kleine Gedankenreise vorgelesen, und obwohl es vor allem bei den kleinen Jungs erst einmal ewig gedauert hat, bis alle in ihren Betten waren (der eine musste auf Klo, der andere hat die anderen in ihren Betten geärgert) glaube ich, dass die Geschichte schön war, um sie ein bisschen zu beruhigen. An anderen Tagen haben wir ein bisschen gemalt und kreiert oder getanzt, wie jeden Tag Hausaufgaben gemacht, oder Reinigung rund ums Heim erledigt und so sind die Nachmittage ganz schön schnell vorbeigegangen.
Zu den Kindern habe ich mittlerweile eine ziemlich enge Bindung, was einem besonders bewusst wird, wenn ein Kind plötzlich unangekündigt das Heim wechselt, bevor man sich richtig verabschieden konnte. Wenn das jetzt schon so traurig ist, weiß man gar nicht, wie man Ende August dann den endgültigen Abschied packen soll… Aber so weiß man umso mehr die Momente im Heim zu genießen. Hier sind ein paar Eindrücke der letzten Monate!

Neben den Kiddies im Mano gibt es aber auch einen anderen Ort, von dem der Abschied doch etwas traurig sein könnte. Denn ungefähr im März habe ich mal den Mut zusammengenommen, und mir einen Boxverein gesucht, um das Gelernte aus dem Kurs in der Oberstufe noch etwas auszuweiten. Obwohl ich so viel Engagement von mir gar nicht erwartet hätte, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, morgens ins Training im „Club Deportivo Verastegui“ zu gehen. Da ich nachmittags arbeite, gehe ich ins 05:30-Training, das die meiste Zeit aber nach bolivianischer Art eher um 06:00 Uhr beginnt. Der Profe und Inhaber des Clubs ist sehr nett und motivierend und lässt mich sogar für die Hälfte des Preises trainieren!! Die Gruppe ist mal größer, mal kleiner und eine bunte Mischung aus Büroleuten, Medizinern und Jugendlichen.

Übers Boxtraining wurden wir dann auf einen Kampf aufmerksam gemacht, den man besuchen konnte, und natürlich habe ich die Chance ergriffen und bin hingegangen. Das Ganze war wirklich aufregend, und besonders die ersten Kämpfe, die man gesehen hat, waren sehr spannend. Nach dem 10. von ca. 20 Kämpfen wurde es natürlich ein bisschen eintönig, aber ich bin trotzdem sehr froh, dass ich die Erfahrung mitnehmen konnte. Die Mitglieder aus meiner Boxmannschaft waren natürlich auch alle da!

Mitte Mai hatte ich dann Geburtstag. Und obwohl ich dachte, von zu Hause weg zu sein würde mich ganz schön traurig machen, ging es gut, denn ich hatte einen ganz schönen Tag 🙂 Morgens wurde ich von meiner Boxgruppe zum Frühstücken eingeladen, und danach gab es eine Art Fortbildung für alle Mitarbeiter im Hogar Don Bosco, die aber mit ganz viel Bewegung und Spielen gehalten wurde und somit echt lustig war. Als dann alle zum Essen versammelt waren, hat irgendjemand die Info meines Geburtstags verbreitet, und der gesamte Raum von Mitarbeitern (von denen ich übrigens vielleicht 20% kannte) hat für mich gesungen, was mir dann doch etwas peinlich war.
Später sind wir dann mit dem Mano Amiga in den Park gegangen, denn es war Samstag und gutes Wetter. Ich habe Muffins ausgeteilt, die ich am Abend zuvor gebacken hatte (ich habe im Leben noch nie so viele Muffins gebacken) und die Kinder haben so süß für mich gesungen und mich umarmt, dass ich fast mit Weinen angefangen hätte.. :,(

Der Anruf nach Hause durfte natürlich auch nicht fehlen, denn vermisst habe ich alle natürlich trotzdem.
Auch den Geburtstag der Kids haben wir im letzten Monat gefeiert. Da es um die 40 Kinder sind, machen wir so eine Feier nur alle drei Monate, aber dafür war sie dieses Mal richtig schön. Eine große Gruppe von Medizinstudenten ist mit Torte, Spielen und Piñatas zu Besuch gekommen, und wir haben davor den Saal schön geschmückt.
Auch ein Herr aus meiner Boxmannschaft, der eine Konditorei besitzt, ist zu Besuch gekommen und hat Dessert und Getränke bereitgestellt. Es wurde viel getanzt, gegessen und gespielt und ich glaube, die Kinder hatten richtig Spaß.

Ende Mai stand dann auch die Pilger-Wanderung nach Cotoca an, einem Örtchen ca. 16 km von Santa Cruz, welches dafür bekannt ist, dass dort ein Bildnis der Jungfrau Maria geehrt wird, welches einer Legende zu Folge einst von Holzfällern im Innern eines großen Baumes entdeckt wurde. Ich bin mit den älteren Kindern mitgewandert. Um 3 Uhr morgens sind wir losgelaufen und am frühen Morgen in Cotoca angekommen. Dort haben wir dann als gesamtes Proyecto Don Bosco eine Messe abgehalten und gefrühstückt. Die Kinder haben ein wenig Taschengeld bekommen, womit sie sich auf den wuseligen Märkten Cotocas etwas kaufen konnten. Hierfür hat jede Erzieherin ein kleines Grüppchen zugeteilt bekommen, und ich habe ganz schön das Zittern gekriegt, da mir gerade die fünf Jungs aufgetragen wurden, die sich im Mano mit Abstand am meisten streiten und am wenigsten hören. Ich weiß nicht, welches Glück mir da zuteil wurde, aber die Jungs haben sich gerade diesen Tag ausgesucht, um sich wie kleine Engel zu benehmen (bestimmt durch die Freude über das Taschengeld) und ich konnte alle heil wieder zurückbringen.

Einige Tage später war dann die Zeit für mich gekommen, zum ersten Mal ein Fußballstadion zu besuchen: Die beiden großen Santa Cruz- Vereine „Blooming“ und „Oriente“ haben gegeneinandergespielt, und mit dreieinhalb Fußballfans im Haus hatte ich natürlich keine Chance, da drumherum zu kommen, und hatte eigentlich auch Lust, hinzugehen. Das Spiel war echt aufregend für mich, vor allem durch die ganzen koordinierten Fangesänge und die vielen Leute. Die Jungs konnten nicht davon ablassen, zu betonen, auf was für einem geringen Niveau die Spieler gespielt haben, und obwohl wir großen Unterstützer auf der Oriente-Seite saßen, hat Blooming leider 1:0 gewonnen.
Nach diesen Spielen muss man sich dann auch ganz schnell aus der Umgebung des Stadions begeben, denn die Blooming- und Oriente-Fans sind für ihre großen Schlägereien nach den Spielen bekannt, in die man mit oder ohne Trikot ganz schnell involviert ist.

Des Weiteren haben Yannick, Victor und ich uns für den Santa Cruz Run angemeldet und die Wochen davor (meistens) fleißig geübt. Die Jungs hatten sich die 15 km vorgenommen, mir haben erstmal die 7 km gereicht, wir wollen es ja nicht übertreiben. Vor ca. zwei Wochen war es dann so weit, und obwohl es schon morgens um fünf ganz schön geregnet hat, haben wir uns zur Startlinie begeben. Die Leute auf dem Event schienen zum größten Teil aus der wohlhabenderen Bevölkerungsschicht zu kommen, denn die Mehrheit der Cruzeños würde zweimal überlegen, ob sie 150 Bs (14€) für einen Lauf ausgeben würden, geschweige denn, überhaupt joggen zu gehen.
Schön war der Lauf trotzdem, und die Teilnehmer waren gut in Stimmung, und pünktlich zur Arbeit geschafft haben wir es auch!

Das war es jetzt erstmal mit meinem Update!:) In nächster Zeit kommen noch ein paar Volontäre an, und am 07. Juli geht es für das halbe Projekt ins Campamento. Nico und ich fahren mit dem Mano Amiga mit nach San Carlos und ich freue mich schon!

Oh, und noch eines: Das Proyecto Don Bosco ist mit seinen vier Einrichtungen und guter Fürsorge für die Kinder natürlich immer auf finanzielle Hilfe angewiesen. Wenn ihr die Heime gerne unterstützen würdet, ist hier der Link: https://misionessalesianas.org/noticias/menores-calle-bolivia-2502/

Auch geringere Beträge helfen immer!

Vielen Dank und jetzt aber Tschüss von mir!!

Mariana

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