Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Mon, 27 May 2024 22:15:45 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.5.3 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/ 32 32 kurzes Lebensupdate https://blogs.donboscovolunteers.de/amelieinafrika/2024/05/28/kurzes-lebensupdate/ Mon, 27 May 2024 22:15:43 +0000 http://21679.203 Halli hallo. Ein paar Leute haben mich gefragt, warum ich denn gar keinen Blog mehr schreibe und ich schwöre, ich hatte es die ganze Zeit vor, aber wir haben so viel erlebt und dann hat die nötige Zeit und auch die Motivation ein bisschen gefehlt. An manchen Tagen bin ich auch echt geschockt, dass wir […]

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Halli hallo. Ein paar Leute haben mich gefragt, warum ich denn gar keinen Blog mehr schreibe und ich schwöre, ich hatte es die ganze Zeit vor, aber wir haben so viel erlebt und dann hat die nötige Zeit und auch die Motivation ein bisschen gefehlt. An manchen Tagen bin ich auch echt geschockt, dass wir schon Ende Mai haben und das letzte Drittel hier schon im vollen Gange ist. Ich fühle mich hier mittlerweile zu Hause und man kennt sich einfach schon sehr gut aus.

Der Besuch meiner Family hat mir das auch noch einmal richtig vor Augen geführt, denn ich hatte echt vergessen, wie überfordernd unsere ersten Tage, Wochen und sogar Monate für uns waren. Der Besuch war daher, zwar irgendwie nicht nur Entspannung pur, aber ich habe mich unendlich gefreut alle wieder zu sehen und meiner Familie zu zeigen, wie ich hier lebe, wer meine Freunde sind und generell das Land und die Kultur. Leider mussten meine Eltern aufgrund eines kleinen, ärgerlichen Unfalls schon nach einer Woche nach Hause fahren. Trotzdem haben wir in Yaoundé viel gesehen und unternommen Wir haben Wanderungen gemacht, meine Familie hat mich beim Passionspiel am Karfreitag Theater spielen sehen, wir waren im Gottesdienst, wo ich auch mit dem Chor gesungen habe, in der Innenstadt, auf dem Markt, haben einen Ausflug in in einen Affenpark und eine Piroggentour auf einem Fluss und in die Natur gemacht. .Mit meinen Geschwistern sind wir dann noch weiter in den Westen und in den Süden Kameruns gereist und noch mehr neue Orte und Seiten von Kamerun entdecken können. Zum Beispiel waren wir in einer Chefferie, in der der Chef des Dorfes wohnt, wir waren im Regenwald, haben Wasserfälle gesehen, sind auf einen Vulkan gewandert, haben  kleine Museen angeschaut, auf Märkten neue Stoffe gekauft und viel Omelette-Spaghetti Baguettes gegessen. Da die Mango Saison gerade angefangen hat war mein Highlight auch die ganzen Mangos, die man überall am Straßenrand kaufen und sofort essen konnte. Bei einer anderen Wanderung haben wir Kakaofrüchte, Guaven und Zuckerrohr gefunden und probiert, das war auch echt cool. In Kribi am Meer haben wir außerdem bei einer Pirogentour auf dem Fluss endlich Affen in der freien Wildbahn gesehen.

Die letzte Zeit seit dem Zwischenseminar ist echt schnell vergangen und wir waren viel beschäftigt, sei es mit der Arbeit und auch in unserer Freizeit. Aber erstmal zum Zwischenseminar, welches in Bénin in Dassa stattgefunden hat. Dankenswerterweise konnten wir, mit den vier anderen Don Bosco-Volos an dem Seminar der Organisation Kinderhilfewestafrika teilnehmen, welches von zwei Ehemaligen Freiwilligen geleitet wurde. Die Zeit ging super schnell rum, unsere Gruppe von Mädels hat sich super verstanden und es war echt bereichernd und sehr interessant sich gegenseitig auszutauschen, von den anderen Projekten zu hören, Probleme zu teilen, sich Bilder zu zeigen, von Aufgaben und neuen Ideen zu erzählen und generell durch die verschiedenen Sessions nochmal mehr Input zubekommen. Ansonsten haben wir fleißig unsere Flaschen auf dem Kopf getragen, einen Film geschaut, abends versucht tanzen zu lernen, das sehr leckere und sogar vegetarische Essen genossen und bei den bestimmt 40 Grad immer den schnellsten Weg zur Klimaanlage gesucht. Das Highlight des Seminars war eine Wanderung durch die Savanne Dassas. Unser Guide hat uns zuerst ganz viele verschiedene Pflanzen gezeigt, wie Cashewäpfel, die so mittelmäßig geschmeckt haben, Baobab, das auf deutsch Affenbrot heißt und wie Traubenzucker schmeckt, Senfbohnen, bestimmte Äste mit denen man sich die Zähne putzen kann und Blätter, deren roter Saft für Schminke oder als Lippenstift benutzt wird. Anschließend sind wir einen riesigen Stein hochgeklettert und gewandert und konnten von oben neben ein paar kleinen Seen die wunderschöne Aussicht genießen. Nach den etwa 4 tagen Seminar ging unsere Reise mit noch zwei Don Bosco Volos in den Norden Benins los. Mit einem Guide haben wir traditionelle Dörfer besucht, Sonnenuntergänge in der Savanne gesehen, neues Essen ausprobiert, mit den Kindern gespielt und getanzt, Projekte besucht, Könige getroffen Seife aus Asche gemacht, Sheabutter bäume gesehen und einen Wasserfall gesehen. die letzten tage haben wir dann in Cotonou verbracht und dort viel Zeit mit den anderen Volos verbracht, wir waren reiten am Strand, schwimmen, haben Stoffe auf dem Markt gekauft, ein Wasserdorf besichtigt und zum Abschluss gemeinsam auf einem Dach gepicknickt.

Ansonsten haben wir in der Woche vom Weltfrauentag am 8.03 ein Mädchenfußballturnier organisiert, was super geklappt hat, weil die Mädels alle richtig motiviert waren und auch die Jungs der Klasse oder der jeweilige Jahrgang das Team angefeuert hat.. Seitdem sehe ich auch öfter die Mädchen Fußball spielen, sei es im Sportunterricht oder in der Pause. Das freut mich mega, weil sich viele Mädchen davor nicht wirklich getraut haben zu spielen.  Helena und ich haben außerdem eine kleine Mädchenfußball-Ag begonnen und wir spielen mal nach der Schule oder in der Pause zusammen. Neben dem Turnier, haben Helena und ich den Weltfrauentag auch abends noch ein bisschen mit Freunden gefeiert und hatten die passenden geschneiderten Kleider mit dem Stoff vom 8.03 an.

hier ein Bild mit dem Kleid und meinen geflochtenen Haaren

Auch von Don Bosco wurde mal wieder Einiges organisiert. Zum Beispiel das weekend de spiritualité, dass in einem anderen Viertel Yaoundés, aber auch bei den Salesianern stattgefunden hat. Es wurde gemeinsam diskutiert, gegessen, Sport gemacht, gebetet, getanzt, gesungen und bei Vorträgen zugehört.  Helena und ich waren mit unserem Chor dort, da wir dort Sonntag morgen gesungen haben. Insgesamt war das Wochenende echt cool und wir haben Jugendliche und Bekannte wieder getroffen und neue Leute kennengelernt. An dem selben Wochenende war außerdem eine kanadische Jugendgruppe von Don Bosco zu Besuch in Yaoundé und auch auf dem Wochenende. Mein persönliches Highlight war, der Tanz Cotton Eye Joe, den die Kanadier zum Schluss gezeigt haben und am Ende alle mitgetanzt haben.

Ein paar Wochen später gab es das MSJ, bei dem auch viele Jugendliche und Animateure eine Nacht bei uns in Mimboman in der Schule übernachtet haben und es ähnliches Programm wie bei dem vorherigen Wochenende gab. Ansonsten haben wir an einem Geburtstag einer Freundin mit den deutschen Freiwilligen und Kamerunerinnen ein Fußballmatch gespielt. Zum Geburtstag von einem kleinen Mädchen waren wir bei ihr zuhause und haben ein traditionelles Gericht kocht und wir waren im Dorf mit dem Provincial und haben uns das Don-Bosco Haus in Ebolowa angeschaut.

das Gericht haben wir mit unserer kleinen Freundin gekocht, kommt aus Zentralafrika und besteht aus Couscous, welches aus Maismehl und Wasser gemacht wird und einer grünen Pflanze, die okok heißt und mit Chilli, erdnusssoße Öl und Fisch zubereitet wird. Gegessen wird es natürlich mit der Hand und war echt lecker !!

Mit unserer Wandergruppe waren wir auch noch einmal in einem Dorf, wo wir eine Nacht gezeltet haben. nach einer fünfstündigen Wanderung und einer Abkühlung im See, haben wir ein Snack aus Ameise, Rinde und Gewürzen bekommen, was lecker aber sehr komisch war, und ich habe ungefähr sechzig Stiche von einer bestimmten fliege bekommen, aber ich lebe noch juhu.

Neben den Reisen sind Helena und ich natürlich aber auch fleißig am arbeiten und ich gebe fast jeden Vormittag Unterricht an unsere kleine Schülerin, um ihr den Schulstart nächstes Jahr zu erleichtern, da sie dieses Jahr leider nicht in die Schule geht und somit ein Jahr pausiert hat. Neben Mathe, Französisch und Englisch, lesen und basteln wir haben auch schonmal gebacken oder ein bisschen Fußballtraining gemacht. Im Musikunterricht mit den Aspiranten haben wir außerdem jetzt mit der  Flöte begonnen und ein Aspirant hat die für sich entdeckt, spielt schon gefühlt besser als ich und trällert Tag und Nacht im Haus aber auch auf dem ganzen Gelände. Sogar im Oratorium bringt er manchmal den Kindern das Flöten bei. Im Oratorium haben wir vor allem zu Ostern viel gebastelt, Papierfliegerwettbewerbe gemacht natürlich Armbänder und die üblichen Spiele.

In unserem Deutschclub haben wir außerdem ein kleines Abschiedsfest veranstaltet, da jetzt die dreimonatigen langen Ferien für die Schüler beginnen. Wir haben mehrere Zitronenkuchen gebacken, Kekse und Bananen verteilt, die Lieder und Vokabeln noch einmal alle wiederholt haben, ein kleines Büchlein mit allem was wir gelernt haben gebastelt haben und einen Zungenbrecherwettbewerb gemacht. Im Oratorium haben wir dann nach der Schule ein kleines Plakat mit Unterschriften und Zeichnungen der Schüler organisiert und Kekse verteilt. Allerdings realisiere ich noch gar nicht, dass ich viele Schüler wahrscheinlich nicht mehr sehen werde, da Helena und ich ja noch bis Mitte August hier sind und es hat sich noch gar nicht nach Abschied angefühlt.

eine Stunde im Deutschclub, wo natürlich fleißig mitgeschrieben wurde
eine Tanzaufführung bei dem Oratoriumsfest vor ein paar Wochen
die T-shirts unseres Deutschclubs wurden natürlich passend zum Abchlussfest getragen

Dadurch, dass keine Schule mehr ist und ich in den Pausen nicht bei Don Bosco sein muss, war ich jetzt schon zwei mal beim Fußballtraining hier in unserem Viertel. Und da Helenas Schwester gerade hier zu Besuch ist, machen wir die nächste Woche mit den Freiwilligen noch eine kleinen Trip nach Douala und haben generell noch ein paar coole Sachen geplant.

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„If you don‘t eat in Africa, Africa will eat you“ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/25/if-you-dont-eat-in-africa-africa-will-eat-you/ Sat, 25 May 2024 10:34:48 +0000 http://21685.294 Ein Satz, der mir schon zigmal gesagt wurde, seit ich hier bin. In diesem Beitrag geht es um das Essen in Ruanda. Beim Essen steht hier jedoch nicht wie in Europa so häufig der Genuss im Vordergrund, sondern das Ziel, alle möglichst günstig und langfristig satt zu machen.  Das Hauptnahrungsmittel sind „ibishyimbo“ (Kidney-Bohnen). Als Grundlage […]

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Ein Satz, der mir schon zigmal gesagt wurde, seit ich hier bin. In diesem Beitrag geht es um das Essen in Ruanda. Beim Essen steht hier jedoch nicht wie in Europa so häufig der Genuss im Vordergrund, sondern das Ziel, alle möglichst günstig und langfristig satt zu machen. 

Das Hauptnahrungsmittel sind „ibishyimbo“ (Kidney-Bohnen). Als Grundlage gibt es meist „umuceri“ (Reis) oder „akawunga“ (ein Brei, welcher aus Wasser und Maismehl angerührt wird). Als Gemüse werden häufig „dodo“ (ein grünes Gemüse, welches man vielleicht mit einer Mischung aus Spinat und Grünkohl bezeichnen kann), „amashu“ (Kohl) oder „intoryi“ (kleine bittere Auberginen) gekocht. Beliebt sind aber auch „ibirayi“ (Kartoffeln), „ibijumba“ (Süßkartoffeln), „imyumbati“ (Maniok) oder „ibitoki“ (Kochbananen). Dabei gibt es verschiedene Zubereitungsweisen. Sie können wie Salzkartoffeln gekocht oder wie Pommes frittiert werden. Außerdem wird häufig eine Soße zubereitet, bestehend aus Tomaten, grüner Paprika und Möhren. Lecker ist auch eine Soße aus „isombe“ (Blätter vom Maniokbaum) oder eine Soße aus Erdnüssen. Gemüse ist aber vergleichsweise zu Bohnen, Reis, und Maisbrei eher teuer, weshalb es davon eher weniger gibt, und das Essen sehr kohlenhydratlastig und eintönig ist. Das sieht man auch am Schulessen. Fast jeden Tag helfen wir der Schulköchin, das Essen für die Schülerinnen und Schüler vorzubereiten. Montags, mittwochs und freitags gibt es Reis mit Bohnen und dienstags und donnerstags Reis mit Bohnen. Dazwischen ist meist etwas Dodo oder Kohl.

Ein Teller mit Bohnen, Mais, Dodo, Pommes, Reis , Kochbanane, Spaghetti, Isombe und Süßkartoffel
Ein typisches Schulessen: „Akawunga n‘ibishyimbo“

Zudem wird auch, abgesehen von Kartoffeln und Kochbananen, viel frittiert, vor allem Teigwaren, welche das so gut wie einzige Streetfood darstellen. Dieses wird entweder in Eimern verkauft oder am Straßenrand frittiert. Am häufigsten sind „amandazi“ (frittierte Hefeteigbälle), „chapati“ (in viel Öl angebratene Fladenbrote) und „ibiraha“ bzw. „sambusa“ (dreieckige frittierte Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln). Da ein Freund von mir diese zubereitet und verkauft, helfe ich ihm öfter mal dabei aus.

Beim „Amandazi“-backen mit den Schülern der Kochausbildung
Beim Sambusa frittieren

Gewürzt wird das Essen beim Kochen eher wenig. Oft wird Salz und Maggi verwendet. Jedoch kann man immer „urusenda“ (Chilli) bekommen. Entweder als ganze Schote oder als Öl. 

Des Weiteren schmeckt das Obst tausend mal besser als in Deutschland. Es gibt frische Bananen in allen Größen, Avocado, Ananas, Papaya, Guaven, Baumtomaten, Mangos, Maracujas und vieles mehr.

Links ein Bild auf dem Markt und rechts Minibananen

Da wir mit den Priestern zusammenleben, müssen wir nicht selber kochen und bekommen drei Mahlzeiten am Tag. Wenn es Frühstück hier in Ruanda gibt, dann ist es für die meisten Menschen  „igikoma“ (Porridge). Ich esse das persönlich viel lieber als das Frühstück, das wir in der Kommunität immer bekommen. Dort gibt es immer selbstgebackenes Weißbrot mit Honig, Käse, Avocado oder manchmal selbstgekochter Marmelade. Dazu trinken wir Tee, Kaffee oder seit Neustem auch frische Milch. Versteht mich nicht falsch, es ist alles sehr lecker, trotzdem freue ich mich immer, wenn ich woanders frühstücken kann. Donnerstags und sonntags gibt es zum Frühstück wir immer ein Omelett, welches mit Avocado wirklich köstlich schmeckt. Mittags und abends wird in der Kommunität dann warm gekocht. 

Fleisch ist übrigens aufgrund des Preises sehr besonders und wird in den meisten Haushalten nur zu festlichen Anlässen wie zum Beispiel Weihnachten gekocht, weshalb ich es sehr einfach habe, mich wie zuhause vegetarisch zu ernähren. 

Ich persönlich liebe das Essen hier. Natürlich auch das Obst, aber ich glaube am meisten werde ich es vermissen, jeden Tag Bohnen zu essen, wenn ich wieder in Deutschland ist.

Hier geht es zu unserem Spendenkonto für unser Projekt für sozial benachteiligte Kinder in Sahera:

https://www.donboscomission.de/volontariat/2023/spenden/strassenkinder-ruanda

Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, könnt ihr gerne diesen Link verwenden:

u003ca href=u0022https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/u0022u003ehttps://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/u003c/au003e: „If you don‘t eat in Africa, Africa will eat you“

Ihr könnt auch gerne Elisas und meinem gemeinsamen Instagram-Account folgen, auf dem wir regelmäßig posten. Wenn ihr vom Blog auf uns aufmerksam werdet, würden wir uns über eine kleine Nachricht freuen:

https://instagram.com/ubuzimabwomurwanda?igshid=NGVhN2U2NjQ0Yg==

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Was alles so passiert ist https://blogs.donboscovolunteers.de/luiseinindien/2024/05/24/was-alles-so-passiert-ist/ Fri, 24 May 2024 20:50:05 +0000 http://21695.145 Erlebnisse im Mano Amiga Unmittelbar nach Ostern wurden die Geburtstage der letzten drei Monate bei einer großen Feier zelebriert. Es gab Torte für alle, einige Kinderspiele und externe Schüler sponserten dem Mano Amiga Piñatas. Die Geburtstagskinder bekamen natürlich auch noch Geschenke. In den letzten Wochen kamen auch oft „Visitas“ also Besucher aus Unis und Hochschulen, […]

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Erlebnisse im Mano Amiga

Unmittelbar nach Ostern wurden die Geburtstage der letzten drei Monate bei einer großen Feier zelebriert. Es gab Torte für alle, einige Kinderspiele und externe Schüler sponserten dem Mano Amiga Piñatas. Die Geburtstagskinder bekamen natürlich auch noch Geschenke. In den letzten Wochen kamen auch oft „Visitas“ also Besucher aus Unis und Hochschulen, die den Kindern auf spielerische Weise z.B. Sachen über Gesundheit beibrachten. Nicht selten schlossen sie ihren Besuch mit einer Merienda ab, die üppiger war als das, was wir normalerweise bekommen. Bei einer Visita brachte jemand den Kindern (und uns Volontären) den Nationaltanz von Santa Cruz bei, welcher tatsächlich recht viel Spaß macht. Oft gingen wir in den letzten Wochen mit den Kindern in verschiedene Parks, da es meist zu kalt für das Schwimmbad war. Es ist sehr schön gelegentlich etwas Natur zu sehen, da es davon in Santa Cruz doch recht wenig gibt.

Geburtstagsfeier
Visita von Studenten

Neulich fand auch ein Fußballtournier zwischen den Hogaren statt. Dafür trainierten die Educadoras für zwei Wochen fast jeden Abend mit uns. Dieses Training zahlte sich aus, denn das erste Spiel gegen das Barrio Jovenil gewannen wir. Ich traf sogar beim Elfmeter das Tor, was mich aufgrund meines sportarmen Hintergrundes sehr stolz machte. Das zweite Tournier (das Finale) eine Woche später spielten wir gegen den Hogar Don Bosco. Dieses verloren wir zwar, endeten letztendlich aber auf dem zweiten Platz, was uns einige Belohnungen einbrachte.

Unser Fußballteam

An einem Samstag machten wir mit dem Mano Amiga einen Ausflug ins Kino, wo wir den Film Kung Fu Panda schauten. Ich genoss es sehr, dass wir mal einen Ausflug machten, denn dies ist nur selten möglich, da die Kinder den Großteil ihrer Freizeit für Hausaufgaben aufwenden müssen. Hausaufgaben dominieren leider auch meine allgemeine Arbeitszeit im Mano Amiga. Das finde ich recht schade, da ich eigentlich auch gerne Aktivitäten und Spiele mit den Kindern machen möchte.

Außerhalb der Arbeit…

In unserem Zusammenleben als Volontäre hat sich bei uns auch etwas verändert. Für einen Monat stieß Yannik zu uns, ein Student aus Deutschland, der durch Südamerika reist. Er kam an dem Abend an, an dem wir auch im Haus der Salesianer zum Abendessen eingeladen waren. Dort hatten wir gleich die Gelegenheit ihn besser kennenzulernen, während wir die kolumbianischen Empañadas, die uns serviert wurden, verschlangen.

In der Stadt habe ich in letzter Zeit viele hübsche neue Orte gefunden. Darunter einige Kunstgalerien und Museen, den Stadtpark ,, parque urbano“ und ein süßes Café in der Innenstadt, das Anna mir gezeigt hat. Solche Orte machen den Großstadtkoller wesentlich erträglicher und bringen mich dazu, meine Zeit glücklicher und auch produktiver zu verbringen. Ich finde es unfassbar schön, dass selbst diese Großstadt voll von Künstlern und regionaler Kunst ist.

Reise zum Titicacasee

Titicacasee

Da wir ein Wochenende durcharbeiteten, konnten wir Volontäre zusammen für ein paar Tage zum Titicacasee fahren. Die Hinfahrt allein war schon eine kleine Odyssee, denn nach den 18 Stunden Busfahrt nach La Paz fuhren wir noch weitere drei Stunden mit einem Minibus zur Copacabana und von dort aus mit einer Fähre zur Sonneninsel. Letzteres fiel mir durch meine Seekrankheit zwar etwas schwer, aber die Aussicht vom Dach der Fähre auf den Titicacasee ließ mich diese Unannehmlichkeit vergessen. Wir beobachteten ein nahendes Unwetter, das uns zum Glück nicht erreichte. Um das Hotel zu erreichen stiegen wir eine sehr steile Inkatreppe hinauf, was mit Gepäck und der höhenbedingt dünnen Luft schwierig war. Das Ziel war den langen weg aber absolut wert, denn die Aussicht war fantastisch und unser Hotel sehr hübsch. Nachdem wir uns eingelebt hatten, gingen wir noch in ein Restaurant. Dort bekamen wir ein traditionelles, günstiges Menü, das frisch von einer Chulita zubereitet wurde.

Isla Del Sol

Den zweiten Tag starteten wir mit dem ausgewogenen Hotelfrühstück, bei dem wir eine weitere deutsche Touristin namens Julia kennenlernten. Zusammen beschlossen wir, anstatt um die ganze Insel zu laufen wie ursprünglich geplant, die halbe Strecke mit der Fähre zurückzulegen. Am Vormittag machten Anna und ich einen kleinen Spaziergang und genossen dabei die fenomenale Aussicht. Es war beeindruckend, dass man immernoch den Etappenbau der Insel erkannte, den die Inka zum terraformen benutzten. Die anschließende Fährenfahrt bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung war zu meinem Glück sehr kurz. Beim Wandern passierten wir eine imposante Inkaruine und einige Berge und Täler. Ich genoss die Natur und die Umgebung, die ganz anders war als in Santa Cruz.

Inkaruine

Tags darauf fuhren wir wieder zur Copacabana, wo zu unserer Überraschung eine recht große Feier stattfand. Nachdem wir ein Hotel gefunden hatten, begaben wir uns auf Nahrungssuche. Eine Parade voll von kostümierten, tanzenden Menschen kreuzte dabei unseren weg einige Male und wir schauten dem Treiben begeistert zu. Mir wurde von einer Bolivianerin erklärt, dass jeder Abschnitt der Parade eine ethnische Gruppe vertrat, was die verschiedenen Kostüme und Tänze erklärte. Leider war unser Hotel sehr hellhörig, weshalb wir bis tief in die Nacht die feiernden Menschenmassen hörten. Auch am nächsten Morgen war die Feier noch in vollem Gange.

Parade

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Spendenaufruf für unser Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/ Mon, 20 May 2024 19:04:29 +0000 http://21685.270 In diesem Beitrag soll es um unsere Hauptaufgabe in Ruanda gehen, welche mir persönlich auch besonders am Herzen liegt. Und zwar geht es um ein Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera. Sahera ist ein Ort, welcher drei Kilometer hinter Rango, dem Dorf wo wir wohnen, liegt. Dort leben viele arme Menschen und vor allem auch […]

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In diesem Beitrag soll es um unsere Hauptaufgabe in Ruanda gehen, welche mir persönlich auch besonders am Herzen liegt. Und zwar geht es um ein Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera. Sahera ist ein Ort, welcher drei Kilometer hinter Rango, dem Dorf wo wir wohnen, liegt. Dort leben viele arme Menschen und vor allem auch Kinder abgeschieden von der Stadt. Seit Oktober letzten Jahres gehen wir jedes Wochenende dorthin und öffnen das Oratorium. Das Oratorium ist ein Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche der Salesianer Don Boscos. Es findet auf einem neugekauften Gelände statt, auf welchem sich ein Haus und ein Außengelände befindet, welches auch als Fußball- und Volleyballfeld umfunktioniert wird. Eigentlich sind dafür andere Felder vorgesehen, welche jedoch noch nicht ausgebaut sind. In den ersten Wochen sind „nur“ etwa 40 bis 50 Kinder gekommen, doch mittlerweile kommen jeden Samstag und jeden Sonntag  zwischen 100 und 150 Kinder und Jugendliche aus allen Altersgruppen. Also wirklich aus allen, denn viele Kinder bringen auch ihre Geschwister mit, die vielleicht gerade mal ein Jahr alt sind. Elisa und ich beschäftigen uns meist mit den etwa Drei bis Zwölfjährigen. Wir machen gemeinsam Sport, springen Seilchen, spielen Karten und andere Spiele, malen Kreide, tanzen zusammen oder bringen ihnen einfache Redewendungen auf Englisch und Französisch bei. Es gibt auch immer eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die traditionellen ruandischen Tanz lernen. Zum Schluss wird immer ein „Mot du soir“ gehalten. Das wird entweder von Père Thierry gehalten, welcher uns meist begleitet oder von uns (natürlich auf Kinyarwanda). Wir singen und beten auch immer zum Abschied und begleiten dann noch einige Kinder nach hause, da wir so gut wie immer laufen.  

Die Kinder sprechen wirklich ausschließlich nur Kinyarwanda und nur einzelne können einzelne Wörter auf Englisch. Einige leben auf der Straße und haben überhaupt keinen Zugang zu Bildung. Andere sind zwar an einer öffentlichen Schule angemeldet, haben jedoch das Geld nicht, um sich Uniformen zu leisten, Schulhefte und Stifte zu kaufen oder sich die Haare abzurasieren, was als Vorgabe der Frisur gilt. Auch das führt häufig dazu, dass ein Kind nicht zur Schule geht, obwohl es nur an etwa einem Euro scheitert. Die meisten Kinder wachsen zudem in einem sozial schwierigen Verhältnis auf. Es gibt einige Waisenkinder und ein Großteil der Kinder wächst nur mit einem Elternteil, meistens der Mutter, auf, welche sich nicht selten um mehr als fünf Kinder kümmern muss. 

Das Oratorium soll für die Kinder, abgesehen von dem Sportangebot und dem sozialen Austausch, auch ein Ort sein, an welchem sie Abwechslung und Ablenkung von ihrem sonstigen Leben bekommen. Wir möchten den Kindern ein körperliches und seelisches Wohlgefühl vermitteln. 

Ein weiteres Anliegen für uns ist, dass wir den Kindern einen Zugang zu Bildung verschaffen, weshalb wir diejenigen, die in die Schule gehen, mit Heften und Stiften versorgen. Auch sind die meisten Kinder sehr dreckig und tragen verschmutzte Kleidung, weshalb wir Seife austeilen. Viele Kinder kommen auch barfuß, weshalb wir gerade mit einem Salesianer planen, sogenannte „Boda Boda“ (Schlappen) zu kaufen. An besonderen Festen wie Weihnachten, dem Don Bosco-Tag, oder an Ostern gibt es auch eine Kleinigkeit zu essen, wie zum Beispiel „Amandazi“ (frittierte Hefeteigbälle), „Sambusa“ (frittierte Kartoffeltaschen) oder „Béniers“ (kleine Brötchen). Dazu gibt es dann Bananen. kleine Säfte oder etwas anderes zu trinken. Aufgrund der Erfahrungen der Salesianer und da das Gelände noch lange nicht ausgebaut ist, haben wir nicht die Möglichkeit, jedes Wochenende Lebensmittel zu verteilen, geschweige denn eine warme Malzeit zuzubereiten. Jedoch haben wir schon schnell gemerkt, dass es in Ruanda und insbesondere bei den Salesianern sehr oft Festlichkeiten und Gründe zum Feiern gibt. Des Weiteren werden auch immer Bälle benötigt, um Sport zu treiben.

Da die Kinder keinen finanziellen Beitrag leisten müssen, geht es uns darum, dass sie sich am Oratorium beteiligen, ein gutes soziales Miteinander erleben und zu besonderen Anlässen ihr Erlerntes vorführen. Am Don Bosco-Fest zum Beispiel führte eine Gruppe traditionellen Tanz vor und eine andere Gruppe veranstaltete eine Modenschau. Zudem haben wir auch schonmal ein Fußballtunier veranstaltet.

Damit dies alles finanziert werden kann, sind wir auf Spenden angewiesen und benötigen eure Hilfe. Ich hoffe, dass ich unser Projekt anschaulich erklären konnte und ihr uns unterstützt. Dabei muss es gar nicht unbedingt ein großer Beitrag sein. Auch die Sachen, die wir kaufen, sind an sich nicht unbedingt teuer. So kostet ein Schulheft in der Regel zwischen 50ct und 70ct und ein Amandazi zum Beispiel 8ct. Trotzdem freuen wir uns natürlich über jede Spende und sind sehr dankbar dafür! Selbstverständlich erhält auch jeder der möchte eine Spendenquittung. Unten findet ihr einen Link für unser Spendenkonto, auf das ihr ganz unkompliziert spenden könnt. Vielen Dank an alle, die unser Projekt und die Kinder in Sahera unterstützen! 

https://www.donboscomission.de/volontariat/2023/spenden/strassenkinder-ruanda

Ihr könnt auch gerne Elisas und meinem gemeinsamen Instagram-Account folgen, auf dem wir regelmäßig posten. Wenn ihr vom Blog auf uns aufmerksam werdet, würden wir uns über eine kleine Nachricht freuen: https://instagram.com/ubuzimabwomurwanda?igshid=NGVhN2U2NjQ0Yg==

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Wo Sonne ist, da muss auch Schatten sein https://blogs.donboscovolunteers.de/mittendrininbenin/2024/05/14/wo-sonne-ist-da-muss-auch-schatten-sein/ Tue, 14 May 2024 20:56:51 +0000 http://21680.920 Hallo allerseits! Wahrscheinlich kann sich jeder von euch denken, das ein Freiwilligendienst nicht nur aus Friede, Freude, Eierkuchen besteht. Auch wenn ich meiner Meinung nach ein großes Los gezogen habe und auch sehr zufrieden bin, gibt es wie in jeder anderen Lebenssituation auch ein paar Aspekte und Gedanken, die einem nicht so leicht fallen. Und […]

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Hallo allerseits!

Wahrscheinlich kann sich jeder von euch denken, das ein Freiwilligendienst nicht nur aus Friede, Freude, Eierkuchen besteht. Auch wenn ich meiner Meinung nach ein großes Los gezogen habe und auch sehr zufrieden bin, gibt es wie in jeder anderen Lebenssituation auch ein paar Aspekte und Gedanken, die einem nicht so leicht fallen. Und von denen erzähle ich euch heute:

Lebensrealitäten

Das Leben der meisten Leute hier in Benin unterscheidet sich schon sehr deutlich von dem Leben, das mein Hauptumfeld und ich in Deutschland leben. Was mir dabei immer wieder auffällt ist die Eintönigkeit in beninischen Lebensweisen. Während mir die Decke schon auf den Kopf fällt, wenn ich einige oder gar einen einzigen Tag nicht wirklich rauskomme, ist das der Alltag der Wohnheimmädchen. Ihre ganze Frei-und Lernzeit verbringen sie im Wohnheim auf dem Gelände und auch die Schulen und Ausbildungen, die die meisten von ihnen besuchen, befinden sich ebenfalls auf dem Don-Bosco-Gelände. Und somit ist das einzige Mal in der Woche, dass sie das Gelände verlassen, der sonntägliche Spaziergang zur nahegelegenen Kirche – falls dieser nicht ausfällt. Ok, das mag jetzt ein Extrembeispiel sein, aber Eintönigkeit dominiert hier das Leben vieler Menschen. Bspw. bei den Marktfrauen, die Tag ein Tag aus auf dem gleichen Stuhl sitzen und darauf warten ihre Ware zu verkaufen. In den Urlaub zu fahren wäre für die meisten alleine aus finanziellen Gründen ziemlich absurd. Die meisten waren selten in anderen Städten Benins und kaum in Nachbarländern. Und wir in Deutschland? Ständig trifft man sich mit Freunden, geht ins Schwimmbad/Theater/Kino…, fährt regelmäßig in andere Städte und Länder, etc. (Wobei ich hier kurz anfügen will, dass das natürlich auch nicht das Leben aller Deutscher widerspiegelt. Dort findet man natürlich auch jede Menge Armut, harte Arbeit und Eintönigkeit.) Aber ich weiß, dass das meine europäische Sichtweise ist, die den Beninern nicht gerecht wird. Denn zumindest diese andere Art der Freizeitgestaltung liegt nicht nur an finanziellen Gründen, sondern auch an einem kulturellen Unterschied. Und so bemühe ich mich, das Land und die Leute durch beninische Augen zu sehen. Die Leute wachsen hier ganz anders auf, lernen den Alltag ganz anders kennen und finden andere Wege als Konsum, um glücklich zu sein.

Unerfüllte Träume

Hungerlöhne, fehlende Chancen und dazu noch ein verzerrtes Bild von Europa: Fast alle haben hier den großen Traum von Europa. Mal werde ich eher scherzhaft von jemandem gefragt, ob ich die jeweilige Person nicht einfach mitnehmen kann, mal ganz ernsthaft. Und das oft mehrmals die Woche… Und irgendwie kann ich die Leute natürlich verstehen. Es ist ja auch ganz schön ungerecht, dass jedes vierte Kind unter 14 Jahren in Benin arbeiten muss und oftmals nicht in die (kostenpflichtige) Schule gehen kann. Es ist ja auch ganz schön ungerecht, dass ich schwupps di wupps innerhalb von einem Tag mein Beninvisum erhalten habe und es andersrum für die meisten Beniner nahezu unmöglich wäre, an ein deutsches Visum zu kommen. Es ist ja auch ganz schön ungerecht, dass ich einfach studieren kann, was ich will und sich viele Menschen in Benin noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz leisten können – der kostet hier nämlich und Geld verdient man dabei keines. Und trotzdem versuche ich, in diesen Gesprächen die Vorzüge von Benin darzustellen. Manchmal erkläre ich aber auch ganz direkt das Visum- und Arbeitsrechtproblem oder versuche das Gespräch scherzhaft zu lösen: „Na klar, dann falte ich dich einfach ganz klein und stecke dich in meinen Koffer rein!“

Zwei Welten

Generell fühlt es sich für mich manchmal komisch an zwischen diesen Welten zu stehen. Zusammen mit den Kindern fühle ich mich schon eher beninisch. Wenn ich in meinem Zimmer sitze fühle ich mich eher deutsch. Ich konsumiere deutsche Medien, lese deutsche Bücher oder schreibe mit deutschen Freunden/Familie. Wenn ich mit anderen Volontären unterwegs bin, ist es ein Mix: Dann spreche ich deutsch, unterhalte mich aber sowohl über Deutschland als auch über Benin und mache ggf. beninische Sachen, wie handeln, beninisch Essen etc. Auch durch jeden „Yovo“-Ruf wird mir vor Augen geführt, dass ich hier nicht direkt heimisch bin, weswegen ich fast jedem Rufenden auf die Nase binde: „Hallo, wie geht´s? Aber nenne mich nicht Yovo, sondern lieber Tata.“ Andererseits nennen sie mich durchaus oft bewusst Beninerin, wenn ich die beninische Kleidung trage: „Ah la béninoise“. Auf Reisen und in meiner Freizeit – je nachdem was ich mache – fühle ich mich zwar relativ schnell touristisch, ein Gefühl, das ich gar nicht mag. Aber bei der Arbeit und im Alltag sehe ich mich als beinahe gleichwertige Beninerin, oder zumindest nicht als Fremde, an.

Krankheiten

Während Valerie bisher mehr mit inneren Krankheiten (Bauchweh, Malaria, etc.) zu kämpfen hatte, war es bei mir eher das Äußere. ( <- Diesen Satz hatte ich schon vor einer ganzen Weile geschrieben, mittlerweile muss ich ihn revidieren. Genau in diesem Moment, wo ich den Eintrag nochmal überlese, sitzt Valerie beim Dermatologen ;)). Da unser Viertel Zogbo an einem See gelegen ist, wimmelt es neben den üblichen Moskito auch von kleinen Fliegen, die ihre juckenden, roten Stiche sorgfältig auf unserer Haut verteilen. Und ich bin leider wirklich keine Meisterin darin, den Juckreiz zu unterdrücken, sodass bei mir schnell Wunden entstehen. 2023 war es damit auch gegessen: Stich ->Wunde -> Narbe. Aber seit 2024 musste ich noch ein paar andere Erfahrungen machen: Mitte Januar kam die erste Infektion, besonders schlimm traf es meinen linken Fuß, der ganz dick wurde und beim Auftreten schmerzte. Und so wurde mir vom Arzt Antibiotikum verschrieben. Dieses hat zum Glück gut gewirkt und der kleine Schreck war vorbei. Mitte Februar kam dann erneut eine Infektion. Diesmal tat es zwar nicht weh, aber sämtliche Wunden wurden rot und von Tag zu Tag größer. Betroffen war hier hauptsächlich mein rechter Unterarm und meine Unterschenkel. Während des Zwischenseminars, ließ ich mir in einer Apotheke zum zweiten Mal Antibiotikum geben, was auch bedingt wirkte. Nachdem ich es allerdings beendet hatte, waren die Wunden immer noch nicht ganz weg und fingen erneut an zu wachsen. Diesmal versuchte ich es mit sämtlichen Cremes und Verbänden. Obwohl ich längst nur noch lange Hosen und meinen bodenlangen Rock trug, um niemandem diesen Anblick zuzumuten und unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen, die ich trotzdem die ganze Zeit gestellt bekam, drückte ich mich aus gewissen Gründen vor dem Arztbesuch. Und das obwohl ich merkte, wie die Wunden auch meiner Psyche zusetzten. Doch irgendwann Mitte März musste ich einsehen, dass es wohl die einzige Lösung sei, der Dermatologie einen Besuch abzustatten. Es war ein ziemlich lustiger Arztbesuch und ich fühlte mich in guten Händen. Und tadaaa: Von da an sah ich dank der vom Arzt verschriebenen Produkte überglücklich Tag für Tag wie die Wunden schrumpften und schließlich verschwanden. Endlich fühlte ich mich wieder wohl in meiner Haut und kann seit dem meine Freude an den beninischen Outfits wieder ausleben!

Vielleicht noch ein paar Sätze zu dem Gesundheitssystem für die Beniner: Rein theoretisch gibt es zwar Krankenversicherungen, diese übernehmen aber nur Teile der anfallenden Kosten und sind lediglich unter den Reichen verbreitet. Es gibt öffentliche Erstversorgungskrankenhäuser, für die einfachere Bevölkerung, die nicht all zu teuer sind. Und zu dem gibt es wenige Hilfsprojekte, die z.B. kostenlose HIV-Tests und die darauffolgenden Medikamentenkosten bei positiven Ergebnissen übernehmen. Tatsächlich war es für mich anfangs etwas ungewöhnlich, dass man hier nicht wirklich zum Hausarzt, sondern immer direkt in eines der zahlreichen kleinen Krankenhäuser geht. Der Begriff „kleines Krankenhaus“ passt allerdings nicht zum Krankenhaus CNHU (Centre National Hospitalier Universitaire), welches das größte Krankenhaus Benins und eine Universitätsklinik ist. Das ist das Krankenhaus, wo ich die Dermatologie besucht habe und ich musste eine halbe Stunde über das Krankenhausgelände laufen, nur um diese zu finden.

So ich hoffe ihr seid jetzt nicht trüb gestimmt nach diesem etwas negativeren Blogeintrag. Ich bin es jedenfalls nicht! Ich glaube nur, dass es relativ wichtig ist alle Seiten zu beleuchten, sowohl Schatten- als auch Lichtseiten und freue mich deswegen diesen Blog nun doch hochgeladen zu haben, auch wenn er relativ lange in meinen Entwürfen lag.

Liebe Grüße und schönen Tag!

Teresa

Der Beitrag Wo Sonne ist, da muss auch Schatten sein erschien zuerst auf Don Bosco Volunteers.

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