Don Bosco Archive - Don Bosco Bonn https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/tag/don-bosco/ Just another strassenkinder.de weblog Tue, 05 Mar 2013 07:26:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Unterwegs in Medellin-Kolumbien https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2013/03/05/unterwegs-in-medellin-kolumbien/ https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2013/03/05/unterwegs-in-medellin-kolumbien/#respond Tue, 05 Mar 2013 07:17:46 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/?p=258 Heute ist der erste Tag meiner Kolumbienreise. Ich will die Arbeit der Don Bosco Schwestern mit den Strassenmaedchen der Stadt Medellin besser kennen lernen. Ich bin mit Prof. Hartwig Weber unterwegs. Der eremetierte Professor der Universitaet Heidelberg ist ein Experte fuer kolumbianische Strassenkinder und ist pro Jahr mindestens zweimal hier in Medellin. Gemeinsam mit Sor […]

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Heute ist der erste Tag meiner Kolumbienreise. Ich will die Arbeit der Don Bosco Schwestern mit den Strassenmaedchen der Stadt Medellin besser kennen lernen. Ich bin mit Prof. Hartwig Weber unterwegs. Der eremetierte Professor der Universitaet Heidelberg ist ein Experte fuer kolumbianische Strassenkinder und ist pro Jahr mindestens zweimal hier in Medellin. Gemeinsam mit Sor Sara FMA hat er das Projekt Patio13 gegruendet. Dabei gehen kolumbianische Studentinnen auf die Strasse und „unterrichten“ dort . Nun stehe ich also mitten drin. Gleich um die Ecke des Plaza Botero, ein paar Strassen weiter mitten zwischen dem uebervollen Stadtverkehr. Vor uns liegt ein Maedchen, zugedroehnt. Ihr Gesicht verschwindet immer wieder in der schwarzen Tuete, aus der sie tiefe Zuege „Pegante“ nimmt, einem Schusterleim. Ob damit wohl heute noch ein Schuster arbeitet? Oder sind nicht die fast 6000 Strassenkinder der Stadt die alleinige Kundschaft? Prof. Weber kennt sie und laedt sie ein, ein paar Schritte weiter zu kommen. Dort sitzen schon 5 kolumbianische Studentinnen auf dem Boden, in Gespraech vertieft. Sie haben Zeitungsschnipsel mitgebracht. Die Strassenkinder sollen aus ihrem Leben erzaehlen. Neugierig kommen andere der Kids dazu. Eine Gruppe huebscher Teenager mit greller Schminke umkreist mich. Sie sind froehlich, zugaenglich und so jung, dass es mich schmerzt. 20.000 Pesos verdient Alexa mit einem Freier, das sind etwa 9 Euro. Sie ist 15 und sieht keinen Tag aelter aus. Wir lachen viel, dann drehen die Maedchen ab.
Liliana hingegen bleibt die ganze Zeit bei uns. (Foto) Sie ist im dritten Monat schwanger und malt mit den Studentinnen ein Bild. Es zeigt ihre Familie- das wichtigste was sie noch hat. Seit ihrer Schwangerschaft hat sie gar keinen Kontakt mehr zu ihnen. Auf dem Bild sieht man auch das Baby in ihrem Bauch. Ihr Alter habe ich verdraengt… Das niedrigschwellige Bildungsangebot von Patio 13 ist der Versuch, den Jugendlichen einen neuen Gedanken in den Kopf zu pflanzen. Du kannst etwas, du bist etwas wert, du kannst mehr mit deinem Leben anfangen. Selbst hier, mitten zwischen fliegenden Haendlern, Freiern und Bussen. Sie sollen sich mit sich selbst beschaeftigen, besonders die schwangeren Maedchen. Alle Theorie, alle Paedagogik, alle klugen Gedanken dahinter, werde ich Euch bestimmt in den naechsten Tagen noch ausfuehrlicher schildern. Fuer heute bleiben mir zwei Dinge im Gedaechtnis. Auch in Kolumbien, einem Land mit viel Armut, kann man Menschen mit Aufmerksamkeit eine fast groessere Freude machen als mit materiellen Guetern. Der zweite bleibende Eindruck ist der Blick auf den Plaza Botereo, den wir spaeter ueberqueren. Nach dem Gespraech mit den Kids sehe ich ploetzlich mehr Armut als sonst, mir fallen die Bettler auf und alles wirkt heruntergekommen. Nach einem Mandarinensaft auf der Terrasse eines Cafes direkt am Platz verfluechtigt sich dies wieder. Ich sehe gutgekleidete Menschen und verfolge das bunte Treiben. Ich sehe weder Armut noch Gefahr. Die Wohlstandsbrille selektiert meine Eindruecke. Wahrscheinlich habe ich Jemanden wie Liliana oder Alexa bisher immer uebersehen….

Ein Bericht von Ulla Fricke, Leiterin der Abteilung Bildung, Kommunikation und Engagement, Don Bosco Mission

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Nur noch 5 Tage!! https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/04/17/nur-noch-5-tage/ https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/04/17/nur-noch-5-tage/#respond Tue, 17 Apr 2012 09:09:38 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/?p=207 Heute stellen wir Don Bosco Mission Geschaeftsfuehrer und 2010 Bonner Stadtmeister, Dr. Nelson Penedo vor.  (S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Ich bin Nelson Penedo, Jahrgang 1973, seit 11 Jahren verheiratet. Meine Kinder Elias (7) und Sophia (5) sorgen dafuer, dass ich dauernd neue Sachen mache (z.B. Inlinerfahren =8-0) […]

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Heute stellen wir Don Bosco Mission Geschaeftsfuehrer und 2010 Bonner Stadtmeister, Dr. Nelson Penedo vor. 

(S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?
Ich bin Nelson Penedo, Jahrgang 1973, seit 11 Jahren verheiratet. Meine Kinder Elias (7) und Sophia (5) sorgen dafuer, dass ich dauernd neue Sachen mache (z.B. Inlinerfahren =8-0) und ich mich ueber jeden Augenblick freue, in dem ich nichts mache.
(S.D): Was machst du bei Don Bosco Bonn?

Ich bin seit 2011 der Geschaeftsfuehrer von Don Bosco Mission. 2006 habe ich hier als Projektreferenten fuer Afrika angefangen. Damit hatte ich die Moeglichkeit, die Welt von Don Bosco – im Ausland wie in Inland – sehr gut kennen zu lernen. Ich war von Anfang an fasziniert, weil es mich in einer ganzen Persoenlichkeit anspricht und Spiritualitaet mit Lebensfreude verbindet.
(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Gar nicht. Im Ernst: Ich wollte eigentlich beim Marathon starten. Ich bereite mich ueber den Winter sehr unspezifisch vor (Waldlaeufe und MTB-Fahren). 8 Wochen vor Start fange ich mit einem sehr spezifischen Trainingsplan an, der 7 Einheiten mit bis zu 130 km pro Woche vorsieht. Damit wollte ich eigentlich unter 2:40 h laufen. Leider hat mir dieses Jahr mein rechtes Knie ein Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich eigentlich nur ein paar Laufkilometer trainiert habe. Jetzt bin ich froh, dass mich das Staffel-Team ueberhaupt mitlaufen laesst… 
(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?
Ich laufe seit meinem 12. Lebensjahr. Seit meinem ersten Marathon (1999) bin ich unzaehlige Male gestartet (v.a. 10 km, Marathon und Triathlon) und lande meistens unter den Top 10. In Bonn landete ich 2010 auf dem 3. Platz (Stadtmeister) und 2011 auf dem 6. Platz.
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?
Mein Knie zwingt mich zu bescheidenen Zielen… Ich wuerde mich freuen, wenn wir mit der Staffel unter 2:50 h bleiben. Nach dem Lauf ist die vegetarische Grillwurst im Don Bosco Zentrum mein Ziel!!

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Unsere Freunde machen mit! https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/04/03/friends-of-don-bosco-machen-mit/ https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/04/03/friends-of-don-bosco-machen-mit/#respond Tue, 03 Apr 2012 08:18:36 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/?p=192 Freunde von Don Bosco Bonn sind auch dieses Jahr dabei, um unser Team, zu unterstuetzen. Zwei davon sind Mitja, der Sohn von Don Bosco Mission Mitarbeiterin Andrea Bayer und Gerrit der durch Mitja ueber den Marathon erfahren hat. Strassenkind.de (S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du Mitja: Ich bin Mitja […]

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Freunde von Don Bosco Bonn sind auch dieses Jahr dabei, um unser Team, zu unterstuetzen. Zwei davon sind Mitja, der Sohn von Don Bosco Mission Mitarbeiterin Andrea Bayer und Gerrit der durch Mitja ueber den Marathon erfahren hat.

Strassenkind.de (S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du
Mitja: Ich bin Mitja Bayer und Arbeite als Tischler

Gerrit: Ich bin Gerrit Richter, bin 21 Jahre alt und komme aus Rheinbach. Arbeite als Elektroniker.

(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Mitja: Ich schaetze mal es ist ein ganz normales Lauftraining. Zusaetzlich halte ich mich im Fitnessstudio fit.

Gerrit: Ich laufe in meiner Freizeit sehr viel und nehme an Wettkaempfen teil, von 5 bis 20km

(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?
Mitja: Ich laufe eigentlich erst wieder seit diesem Winter. Ich habe dieses Jahr aber schon meinen ersten Wettkampf hinter mich gebracht und werde zu Ostern noch einen weiteren bestreiten.

Gerrit: Ich laufe seit 4 Jahren im Ausdauerbereich, habe schon mehrere grosse Wettkaempfe und Laeufe mit gemacht (Strongmanrun)
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?
Mitja: Schoen waere eine Zeit unter 50min. auf 10km

Gerrit: Eine Zeit unter 39 auf die Zehn Kilometer zu absolvieren.

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Andreas und Silvia Cromm https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/03/27/andreas-und-silvia-cromm/ https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2012/03/27/andreas-und-silvia-cromm/#respond Tue, 27 Mar 2012 08:12:43 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/?p=170 Unsere naechsten zwei Laeufer sind schon lange ein Team. Es ist das Ehepaar Cromm. Silvia Cromm eine gebuertige Schweizerin ist seit 16 Jahre in Koeln Zuhause. Sie ist begeistert von Literatur, Wanderungen, Reisen, Natur, Tanz. Ihre Ehemann Andreas Cromm ist Heilpraktiker und leidenschaftlicher Laeufer. Wir haben die beiden auch nach ihren Motiven beim Bonn Marathon […]

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Unsere naechsten zwei Laeufer sind schon lange ein Team. Es ist das Ehepaar Cromm. Silvia Cromm eine gebuertige Schweizerin ist seit 16 Jahre in Koeln Zuhause. Sie ist begeistert von Literatur, Wanderungen, Reisen, Natur, Tanz. Ihre Ehemann Andreas Cromm ist Heilpraktiker und leidenschaftlicher Laeufer. Wir haben die beiden auch nach ihren Motiven beim Bonn Marathon gefragt.
(S.D): Wie ist deine Bezug zu Don Bosco Bonn?
Silvia: Ich arbeite seit gut 10 Jahren in verschiedenen Funktionen bei Don Bosco Mondo und leite jetzt die Programmabteilung von Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission.
Andreas: Meine Frau Silvia leitet die Projektabteilung von Don Bosco Mondo in Bonn.

(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?

Silvia: Ich bin keine Laeuferin, sondern eine Joggerin. Ich laufe in der Regel 4-mal in der Woche ca. 50 Minuten. Ohne Zeitambitionen, mit Freundinnen und Zeit zum reden. Fuer den Marathon mache ich kein weiteres Training, sondern behalte einfach den Rhythmus von mindestens 4-mal Laufen pro Woche bei.
Andreas: Keine spezielle Wettkampfvorbereitung. Ich starte aus dem normalen Training heraus.

(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?


Silvia: Ich habe vor ca. 15 Jahren mit dem Laufen / Joggen angefangen. Wettkaempfe besuche ich in der Regel nicht. Ich laufe als Ausgleich fuer das viele Sitzen bei der Arbeit, also hauptsaechlich um gesund und froehlich zu bleiben.

Andreas: Seit meinem 12. Lebensjahr laufe ich. Persoenliche Bestzeiten: 5000 m 14.35; 10000m 30.18, Marathon: 2.26:30

(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?

Silvia: Mitmachen, Spass haben, Bonn Marathon schnuppern, Don Bosco dabei zeigen, keine Ambitionen auf eine bestimmte Zeit.

Andreas: Ein schoenes Lauferlebnis mit netten Staffelkollegen und zur oeffentlichen Wahrnehmung von Don Bosco beizutragen.

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Zu Gast in der Cite Soleil, dem größten Slum Haitis. https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2011/01/10/zu-gast-in-der-cite-soleil-dem-grosten-slum-haitis/ https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/2011/01/10/zu-gast-in-der-cite-soleil-dem-grosten-slum-haitis/#respond Mon, 10 Jan 2011 11:07:16 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscobonn/?p=52 Freitag 7.Januar 2011 Mit der deutschen Ärztin Dr. Barbara Höfler und dem haitianischen Salesianerpater Olibrice Zucchi habe ich die Chance in die Cite Soleil zu fahren – ein Ort, den viele Journalisten die Hölle auf Erden genannt haben. Wer hier lebt für den kann es kaum schlimmer kommen. Ich bin gespannt, was mich erwartet, als […]

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Freitag 7.Januar 2011

Mit der deutschen Ärztin Dr. Barbara Höfler und dem haitianischen Salesianerpater Olibrice Zucchi habe ich die Chance in die Cite Soleil zu fahren – ein Ort, den viele Journalisten die Hölle auf Erden genannt haben. Wer hier lebt für den kann es kaum schlimmer kommen.

Ich bin gespannt, was mich erwartet, als wir in den umgebauten Ambulanzwagen von Frau Höfler steigen. Wir fahren als erstes zur Don Bosco Schule Soleil 4, die sich am Anfangin der Cite Soleil befindet. Die Straße ist besser als viele Straßen in der Innenstadt. Ein sicheres Zeichen, verrät mir Dr. Höfler, dass hier einer der gefürchteten Chimären wohnt. Die Bewohner leiden nicht nur unter entsetzlicher Armut, sondern auch unter deren Terror. Seit Anfang dieses Jahrtausends erschüttern bürgerkriegsähnliche Unruhen den Karibikstaat. Bewaffnete Jungendbanden, die einst Präsident Bertrand Aristide schützen sollten, haben die Armenviertel in ihrer Hand.

Mit uns fährt zu unserer Sicherheit ein junger Mann, dessen Bruder einst ein gefürchteter Chimärenboss war. Nun ist er tot, sein Bruder aber immer noch eine geachtete Persönlichkeit in der Cite Soleil, der heute geläutert, an der Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Heimat mitarbeitet. Für die kleinen Schulen von Don Bosco ist er quasi unersetzlich.

 Der süßliche Kloakengeruch ist nur in der Nähe der offenen Abwasserkanäle richtig schlimm. Wasser sieht man darin nicht- statt dessen Tonnen leerer Plastikflaschen, Müll und Unrat. Wir fahren weiter durch die zunehmend engen Gassen. Wie angekündigt ist der „crazy german doctor“ hier bekannt wie ein bunter Hund. „Doktor Barbara, Doktor Barbara“ Rufe begleiten unsere Fahrt. Die anfänglichen Steinhütten wandeln sich, Wellblech, Karton, Planen und Plastiktüten sind nun Baumaterialien. Vor den Hütten sitzen Mütter mit Säuglingen und nackten Kleinkindern im Arm. Die Müllberge sind unglaublich. Männer sieht man kaum, stattdessen Kinder über Kinder. Es ist schön zu sehen, dass Kinder überall lachen und spielen, auch wenn ihre Umgebung trostloser kaum sein könnte. Schockierend finde ich die Schweine, die zwischen den Hütten herumlaufen und im Dreck wühlen. Keine niedlichen rosa Ferkel, sondern riesige schwarze bedrohliche Schweine. Passenderweise erzählt mir Frau Dr. Höfler die Geschichte zweier Verbrecher, die sie eines Tages ermordet neben dem fast letzten stehenden Baum  hier fand. Während sich die Schweine an der Leiche satt fraßen, beobachteten die Menschen stumm das Ende ihrer vormaligen Peiniger. Ich kriege das Bild der menschenessenden Schweine nicht mehr aus dem Kopf.

Schließlich halten wir am Ende einer Sackgasse und gehen zu Fuß weiter. Pater Zucchi und Dr. Höfler scheinen Gott und die Welt zu kennen und sparen nicht mit Ermahnungen zu allen Seiten. „Warum waren Deine Kinder gestern nicht auf unserem Fest, wieso lässt du dich nicht auf die Liste der besonders bedürftigen Familien setzen, etc.” Schließlich lädt uns Vievianne in ihre Hütte ein. Die junge Frau (angeblich 25, aber das mag keiner von uns glauben) hat zehn (!!!) Kinder und lebt mit ihnen in zwei Zimmerchen. Ein Wellblechdach gibt es nicht überall, es sind Tücher unter die Löcher gespannt. Vivianne ist eigentlich eine hübsche Frau, die jedoch einen völlig überforderten und naiven Eindruck macht. Nachdem ich mich an die Dunkelheit gewöhne, nehme ich im zweiten Zimmer schließlich 5 Kinder wahr, die wie angewurzelt stumm in einer Ecke des Zimmers kauern. Sie starren uns wortlos an und sitzen sicherlich schon den ganzen Tag in der Ecke. Nicht deren Armut ist das schlimmste – das völlige Fehlen irgendeiner Form von Beschäftigung und Förderung beklemmt mich. Wer so reizarm und vernachlässigt aufwächst, für den sind mit 6 Jahren zum Schulbeginn wahrscheinlich schon Hopfen und Malz verloren. Umso wichtiger ist für sie eine frühe Förderung in der Vorschule, wie sie die kleinen Schulen von Don Bosco anbieten. Überrascht bin ich als ich erfahre, das Vivieanne für die lächerliche Bruchbude ohne Boden und Dach auch noch Miete bezahlt – für uns westliche Besucher ein grotesker Irrsinn.

400.000 Menschen wohnen in der Cite Soleil, die wir nach dem Besuch der weiteren drei Don Bosco Schulzentren schließlich verlassen. Gerne hätte ich meinen Besuch vor dem Erdbeben am 12. Januar 2010 gemacht. Nicht weil sich das Bild der Cite Soleil durch das Beben so radikal gewandelt hat, sondern weil ganz Port au Prince auf mich den Eindruck eines riesigen Trümmerslums macht.  Verglichen mit den zahllosen Zeltlagern mitten auf Verkehrsinseln, Freiflächen und in den Trümmern ist das Leben in der Cite Soleil nicht viel anders. Doch hier sorgen die Menschen selber für ihr Wasser, müssen Miete bezahlen und sich um ihr tägliches Leben kümmern. In den Lagern werden die Menschen zur Passivität erzogen, so Dr. Höfler, die den Flüchtlingslagern kritisch gegenüber steht.

Mich wird der verschreckte Blick der kleinen Hüttenbewohner wohl noch eine Weile begleiten. Neben aller Erkenntnis, die der Besuch für mich persönlich bereit hielt, bin ich umso mehr vom Bildungsansatz zur Überwindung der Armut überzeugt. Erziehung und Bildung, nur so können Menschen verändert werden und schließlich Strukturen überwunden werden.

Wer für die kleinen Schulen und die Arbeit von Don Bosco in der Cite Soleil und dem Slum La Saline spenden will:

Spendenkonto: 22 37 80 15

BLZ: 370 601 93 – Pax Bank

Stichwort: Haiti

 

P.s. Ich schreibe dies übrigens an der Rezeption unseres Hotels nahe dem Flughafen in Port au Prince. Pool, Cocktails, lauter Latino Pop und Air Condition… Irgendwie fühlt sich das schäbig an….

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