Don Bosco Volunteers Archive - Die Farben Benins https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/tag/don-bosco-volunteers/ Mon, 21 Oct 2024 13:04:18 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/10/21/alles-hat-ein-ende-nur-die-wurst-hat-zwei/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/10/21/alles-hat-ein-ende-nur-die-wurst-hat-zwei/#comments Mon, 21 Oct 2024 13:04:17 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=764 Wow, wie schnell doch die Zeit vergehen kann – mein letzter Blogeintrag ist schon vier Monate her und seit dem ist viel zu viel in meinem Leben passiert… Abschied, Heimreise, Wiedersehen und ein neuer Aufbruch in ein neues Land. Endlich habe ich eine kurze Zeitlücke gefunden, um diesem Blog einen runden Abschluss zu geben. Abschied […]

Der Beitrag Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Wow, wie schnell doch die Zeit vergehen kann – mein letzter Blogeintrag ist schon vier Monate her und seit dem ist viel zu viel in meinem Leben passiert… Abschied, Heimreise, Wiedersehen und ein neuer Aufbruch in ein neues Land.

Endlich habe ich eine kurze Zeitlücke gefunden, um diesem Blog einen runden Abschluss zu geben.

Abschied

Die Verabschiedungen von den Projekten waren durch die Ferien relativ verstreut und sehr spontan. Teresa und ich haben uns viele Gedanken gemacht wie wir einen individuellen Weg finden, um all den Kindern und Mitarbeitern für das vergangene Jahr zu danken. So haben wir bereits drei Monate vor Abreise angefangen personalisierte Karten mit einem Photo für alle ca. 70 Mädchen aus dem Wohnheim zu gestalten.

Dabei kamen einige Herausforderungen auf uns zu, denn manche Mädchen würden über den Sommer nach Hause gehen, doch wir mussten alle auf den Bericht des Gerichtes warten, der angibt wann und wer gehen darf. Zudem haben wir in allen Projekten die Ferien erfragt, um zu wissen wann wir uns verabschieden können. Leider hat das nicht in allen Projekten geklappt, da die alternative Schule spontan einen Tag früher in die Ferien gelassen wurde und somit unsere Fest ausgefallen ist.

Insgesamt hatten wir aber einen schönen Abschied, der etwas anders war als die Jahre zuvor, denn ich musste bereits zwei Wochen früher abreisen als Teresa, da bei das Studium in Holland bereits Mitte August angefangen hat. Somit hatten Teresa und ich zwar einen gemeinsamen Abschied doch am Flughafen war ich dann plötzliche alleine, naja, nicht ganz denn zum Glück sind zwei andere Volontärinnen zufällig im selben Flieger gewesen.

Die Verabschiedungsphase war so stressig für mich, dass ich gar nicht richtig realisiert habe, dass ich diese wunderbaren Menschen vermutlich nicht mehr wieder sehen werde. Hinzum kam auch noch ein kleiner Krankenhausaufenthalt wegen Malaria, der es etwas stressig gemacht hat mit Zimmerputz, umräumen und Bastelsachen zu sortieren. Doch zum Glück hat mich da Teresa kräftig mit unterstützt. Am Flughafen hatte ich dann das Gefühl, dass Teresa diejenige sei die jetzt in diese riesige Maschine ins Ferne Land steigen muss, doch es war dann doch ich, die von innen aus dem Fenster geschaut hat.


Zurück in Deutschland

In Deutschland hat mich mein Bruder am Flughafen empfangen und zu unseren Eltern kutschiert, wo bereits wunderbare Ofenkartoffeln mit Quark auf mich gewartet haben. Von nun an hatte ich fünf Tage in Deutschland, dann musste ich bereits in die Niederlande ziehen (mit wenig Gepäck denn ich hatte immer noch keine Wohnung gefunden). Jeden Tag hatte ich ein anderes Programm, Familienessen, enge Freunde sehen, größere Willkommensfeier, umpacken und dann noch die Beerdigung meiner Oma, die vor meiner Ankunft verstorben ist.

Und Plötzlich auch schon wieder in den Niederlanden

Dann war ich auf einmal auch schon in Tilburg, im Süden der Niederlanden, und hab zum Glück nach zwei Tagen eine Wohnung gefunden. Hier habe ich dann die beninische Dekoration (Bilder & Stoffe). Anfangs war es etwas schwierig auf einmal nur noch Englisch zu sprechen und in der Europäischen Kultur zu leben, die überall gleich und doch verschieden ist.

Mein Ziel: Jeden Tag ein beninisches Kleidungsstück zu tragen. Und ich muss zugeben, bis jetzt ist es mir noch jeden Tag gelungen eine passende Kombination aus warm und bunt zu finden.

Mein größter Albtraum: Supermärkte. Ein solches Übermaß an Auswahl, da wird mir ganz schummrig. Hinzu kommt, dass alles ungewohnte Supermärkte sind und diese dann auch noch holländische Beschriftungen haben. Aber auch da habe ich eine Lösung gefunde, denn es gibt hier einmal die Woche einen sehr großen Bauernmarkt auf dem man alles bekommt was das Herz begehrt und was der Geldbeutel stemmen kann.


Eine drastische Wendung

Somit hat sich innerhalb weniger Wochen mein Alltag um 180 Grad gedreht (oder noch mehr). Den einen Tag die Hitze, Malaria und ein Haufen lauter Energie geladener Kinder und plötzlich jeden Tag 10h lernen in der Unibibliothek für mein Psychologiestudium. Dann kamen auf einmal auch schon die ersten Examen (ende Oktober) und jede Menge Kälte.

Fazit

Dieses Jahr hat mir so viele Facetten von kulturellen Unterschieden gezeigt, die mich sehr inspirieren und mich für immer mit diesem Land verbunden haben. Somit heißt es für mich: nächstes Jahr Sommerurlaub zwischen den bunten Farben Benins…

Der Beitrag Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/10/21/alles-hat-ein-ende-nur-die-wurst-hat-zwei/feed/ 2
Benin in Bewegung https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/30/benin-in-bewegung/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/30/benin-in-bewegung/#respond Sun, 30 Jun 2024 10:46:55 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=751 Das kleine westafrikanische Land Benin ist das friedlichste Land, was ich bisher kennengelernt habe. Dennoch ist hier einiges in Bewegung. Das fängt beim Stadtbild an, denn die sonst einstöckigen Häuser werden immer mehr in die Höhe gebaut und man kann schon erste kleine Hochhäuser entdecken. Auch die Straßen werden verbessert. Riesige Schlaglöcher werden geflickt, oft […]

Der Beitrag Benin in Bewegung erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Das kleine westafrikanische Land Benin ist das friedlichste Land, was ich bisher kennengelernt habe. Dennoch ist hier einiges in Bewegung. Das fängt beim Stadtbild an, denn die sonst einstöckigen Häuser werden immer mehr in die Höhe gebaut und man kann schon erste kleine Hochhäuser entdecken. Auch die Straßen werden verbessert. Riesige Schlaglöcher werden geflickt, oft überschwemmte Straßen bekommen eine untertunnelte Straße, damit es trocken bleibt und es werden immer mehr Ampeln aufgestellt.

Gesetze existierten hier vorher meist nur auf dem Papier. Doch der jetzige Präsident Patrice Talon greift durch: Eine Helmpflicht auf dem Motorrad wurde eingeführt und durchgeführt. Fast an jeder großen Kreuzung hier in Cotonou stehen mindestens vier Polizisten und ziehen der Reihe nach Menschen aus dem Verkehr, die ohne Helm fahren. Zudem sorgt er auch für eine gerechtere Durchsetzung der Gesetze. Somit werden ab jetzt bei Verstößen mehr Gerichtsprozesse geführt und nicht mehr wie vorher alles mit Bestechungsgeldern geregelt. Das hat zur Folge, dass sich die Korruption in diesem Land enorm verkleinert hat. Ein Beispiel dafür ist, dass man nun echte Strafzettel im Verkehr erhält und nicht mehr dem Polizisten einfach ein paar Scheine in die Tasche steckt.

Bürokratie nimmt an intensivität zu, denn wenn man beispielsweise einen Ausflug mit den Wohnheimmädchen machen wollte, dann konnte man dies einfach durchführen. Doch jetzt muss vorher gerichtlich eine Erlaubnis für jedes dieser Kinder kommen, dass sie das Gelände für Freizeitaktivitäten verlassen dürfen. Und wie man sich es bestimmt denken kann, das Amt hat nicht gerade die schnellsten Arbeiter.

Immer wieder entdecke ich neue Dinge, von denen ich vorher gedacht hatte, dass es sie hier nicht geben würde. So ging es mir als ich das erste Mal eine friedliche Demo gegen Frankreich gesehen habe, in der die Menschen gefordert haben, dass Frankreich sich aus Regierungsangelegenheiten heraus halten soll. Direkt einen Monat später tanze ich bei einer Demonstration für Kinderrechte über den größten Markt Westafrikas, begleitet von toller Musik und ausgezeichneter Stimmung.

Erst gestern hatte ich ein Gespräch mit dem Lehrer aus der Vorschule über die Strategien, um das Land weiter zu bringen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es nichts bringt, wenn wieder jemand kommt und den Beninern sagt, dass sie veraltete Lehrmethoden haben und ihnen neue beibringt. Man muss ihnen lehren genau hinzuschauen und zu analysieren. Wenn sie Fehler oder Schwachstellen sehen, sollte man eigenständig darüber nachdenken, wie man das verbessern könnte. Sich selbst im Internet über neue Pädagogiken zu informieren und diese auszuprobieren gehört auch zu einem Prozess der Selbstständigkeit dazu. Dies ist in Europa bereits weit verbreitet, da wir nie jemanden hatten, der uns immer vorgegeben hat, was gerade das Richtige oder Beste sei. Doch wenn einem über Jahrhunderte immer diese Dinge vorgegeben werden, dann entwickelt sich kaum das selbstständige Verbesserungspotenzial, was hier sehr wichtig wäre. Leider zielen bis heute die meisten Entwicklungshilfen darauf, zu zeigen wie es nach derzeitigem Stand richtig ist, anstatt zu lehren wie man selbst Fortschritte in der Entwicklung erreichen kann. Denn so werden die heute aktuellen Methoden in der Zukunft wieder veraltet sein und Benin noch immer abhängig von neuen Fortbildungen beispielsweise aus Frankreich.

Der Beitrag Benin in Bewegung erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/30/benin-in-bewegung/feed/ 0
Zwei Gesichter https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/21/zwei-gesichter/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/21/zwei-gesichter/#respond Fri, 21 Jun 2024 08:45:09 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=728 Volontär in Benin sein, das heißt auch zwischen zwei Welten zu leben. Auf der einen Seite leben wir hier unter Beninern und haben auch das Anliegen, unseren Alltag so lokal wie möglich zu gestalten. Auf der anderen Seite sind wir Deutsche. Das fällt direkt an der Hautfarbe, unserer Sprache und unseren kulturellen Unterschieden auf. Dennoch […]

Der Beitrag Zwei Gesichter erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Volontär in Benin sein, das heißt auch zwischen zwei Welten zu leben. Auf der einen Seite leben wir hier unter Beninern und haben auch das Anliegen, unseren Alltag so lokal wie möglich zu gestalten. Auf der anderen Seite sind wir Deutsche. Das fällt direkt an der Hautfarbe, unserer Sprache und unseren kulturellen Unterschieden auf. Dennoch stehen wir jeden Tag aufs Neue auf und entscheiden, wie intensiv wir heute in den beninischen Alltag eintauchen möchten.

Zum Frühstück gibt es statt Brot mit Marmelade leckere Bouillie direkt von der Maman vor der Tür. Es ist eine Art flüssiger Frühstücksbrei entweder aus Mais, Weizen, Tapioka oder roter Hirse. Dazu gibt es entweder Beignets oder Ata, frittierte Frühstücksbällchen aus Weizen oder Bohnen.

Weiter geht es mit dem Zem (auf Fon Käkäno). Unter der Woche starten wir in unsere Projekte und erleben den Alltag als Assistent Social (Sozialarbeiterin). In unserer Freizeit haben wir ganz verschiedene Aktivitäten, wie zum Beispiel sich mit lokalen Freunden treffen und einfach ein bisschen in deren Wohnung chillen.

Manchmal stehen auch Geburtstage an, wo ich an einem Wochenende eine Fete in Porto-Novo organisierte. Zusammen mit anderen Volontären und beninischen Freunden verbrachten wir einen sehr schönen Abend unter freiem Himmel. Auch hier gab es natürlich wieder die deutsche und die beninische Seite. Die Musik war ein toller Mix aus bekannten beninischen Liedern und Bibi und Tina- Songs. Doch genau dieser Austausch zwischen zwei Welten macht für mich das Volontärsleben aus.

Es gibt auch noch andere Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel Restaurants. Über Mittag treffen wir uns gerne mit Freunden und anderen Volontären in einem Restaurant zum Ignam Pilé, einem lokalen Gericht aus gestampfter Yamswurzel mit frittiertem Käse und Erdnusssauce, Essen.

Unter der Woche sowie auch am Wochenende genießen Teresa und ich die Vielfalt an Essensständen in unserem Viertel. Eigenes Kochen wurde für uns immer mehr zur Seltenheit, denn die Beninerinnen können viel besser und abwechslungsreicher kochen als wir und es ist meistens auch noch billiger. Über Mittag haben wir oft die Auswahl zwischen vier Atassi- Ständen (Reis mit Bohnen und einer scharfen trockenen Tomatensauce), Pâte (fester Brei aus Mais oder Yamswurzel), Baguette mit Avocado- oder Bohnenaufstrich und vielen anderen lokalen Spezialitäten. Am Abend haben diese Stände meistens zu und wir suchen uns oft ein kleines Restaurant, in dem wir eine gekühlte Youki Limo mit Pommes oder Reis genießen.

Ein weiterer Punkt des beninischen Lebens ist die Kleidung. Mein Kleiderschrank füllt sich mit wunderschönen bunten Kleidern, doch meine Ideen gehen mir noch lange nicht aus. Unsere Schneiderin, direkt um die Ecke, erkennt mich schon von weitem und ich habe schon so einige Zeit bei ihr mit quatschen und warten verbracht. Sie zaubert wunderschöne Modelle in kürzester Zeit, die ich liebe jeden Tag aufs Neue zu tragen. In europäischen Klamotten sieht man mich so gut wie gar nicht mehr, denn die lokale Kleidung ist einfach zu schön und zu praktisch, um sie gegen alte Tshirts einzutauschen. Zudem erhält man immer wieder positive Zurufe von Menschen auf der Straße, wenn man wieder in einem Bomba (Wickelrock mit Oberteil) durch die Straßen schlendert.

Doch immer wieder kommen langsam auch die Gedanken an den Abschied und auch die Frage, wie viel Benin ich zurück in Deutschland in meinen Alltag integrieren möchte. Für mich ist schon mal der Entschluss gefallen, dass ich die beninischen Kleider auf jeden Fall weiterhin tragen möchte.

Der Beitrag Zwei Gesichter erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/06/21/zwei-gesichter/feed/ 0
L’olorge tourne… https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/03/10/lolorge-tourne/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/03/10/lolorge-tourne/#respond Sun, 10 Mar 2024 17:42:15 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=640 Die Zeit rennt. Das wird mir immer wieder in allen möglichen Situationen vor Augen geführt. Morgens wenn wir um 6:30 Uhr aufstehen, um 6:50 Uhr angezogen und fast fertig zum Frühstücken sind und eine Sekunde später die Uhr 7:10 Uhr anzeigt, wo wir eigentlich bereits schon los müssen. Wer hat uns da schon wieder die […]

Der Beitrag L’olorge tourne… erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Die Zeit rennt. Das wird mir immer wieder in allen möglichen Situationen vor Augen geführt. Morgens wenn wir um 6:30 Uhr aufstehen, um 6:50 Uhr angezogen und fast fertig zum Frühstücken sind und eine Sekunde später die Uhr 7:10 Uhr anzeigt, wo wir eigentlich bereits schon los müssen. Wer hat uns da schon wieder die Zeitblumen weggeraucht?

Plötzlich geht es für Teresa und mich auch schon zum Zwischenseminar, wie schnell doch hier die Zeit vergeht. Wir sitzen vier Stunden im Bus nach Dassa, eine Stadt in der Mitte Benins. Angekommen auf einer sehr grünen „Ecoferme“ werden wir bestens umsorgt mit gutem Essen und Gesellschaft: Zusammen mit fünfzehn weiteren Freiwilligen aus Benin, Senegal, Kamerun und Ruanda verbringe ich fünf sehr angenehme Tage und es bilden sich neue Freundschaften.

Der Austausch mit den Mädels tut mir sehr gut und zu sehen, dass es vielen so geht wie mir und die anfänglichen Probleme bei allen die selben waren. Die inhaltliche Komponente des Seminars ist bereichernd und gut durchgeführt von zwei ehemaligen Volontärinnen, die selbst erst vor 5 Monaten aus ihren Einsatzstellen zurückgekehrt sind. In einer gemütlichen Runde sitzen wir zusammen und quatschen die ganze Mittagspause durch, bis wir dann schon wieder zur nächsten Einheit starten. Denn auch hier verfliegen die Stunden wie Sekunden. Die Abende füllen wir mit „Twerkkursen“, Parkours, die man mit der Flasche auf dem Kopf bewältigen muss oder einem Film über den Genozid in Ruanda. Eines ist auf jeden Fall klar: Wir haben jede Menge Spaß und viel zu wenig Zeit.

Am letzten Tag machen wir noch einen kleinen Ausflug in die Berge von Dassa, wo wir als riesige „Zem-Schlange“ in ein kleines Dorf fahren. Von hier aus beginnen wir den Aufstieg, klettern ein sehr steile Wand hinauf und sitzen endlich auf dem hohen Felsen und genießen den guten Ausblick. Dann ist es auch schon Zeit sich zu verabschieden.

Teresa und ich bleiben noch einen Tag in Dassa und besuchen Johann, einen anderen Volontär, der nicht auf dem Seminar war. Hier erleben wir unseren verrücktesten Tag in Benin: Wir haben zwei Stunden zu überbrücken, bis wir uns mit Johann treffen und verbringen diese in einem Künstlerparadies, wo verschiedene Künstler ein Gelände zu einem angenehmen Aufenthaltsort gestaltet haben. Dann geht es auf dem Zem in ein kleines Dorf zu unserem Treffpunkt. Die Fahrt dauert etwas und wir bekommen Durst. Ich hatte bloß leider keine Hand frei, weshalb Teresa versucht, mir ihre Flasche hin zu halten, sodass ich trinken kann. Mit einem lauten „Flatsch“ geht der Versuch daneben und der ganze Bizap (roter Saft) landet bei vollem Fahrtwind in unseren Gesichtern. Wir können uns kaum noch auf dem Zem halten vor lachen.

Blutrot verschmiert kommen wir in einem sehr schicken Restaurant an und geben einen verwunderlichen ersten Eindruck von uns. Wir treffen hier auf Johann und noch drei weitere Volontäre aus Amerika. Wir haben schnell unsere Gesichter vom Bizap befreit und fangen an, mit allen zu quatschen. Plötzlich ist schon wieder Abend und wir machen uns auf den Weg. Wir bekommen Johanns Arbeitsplatz, eine winzige Bibliothek mit überdimensioniertem Schreibtisch, und seine Wohnung in einem netten Dorf zu sehen.

Am Abend begeben wir uns in ein kleines Camp, wo derzeit eine Gruppe aus ca. 20 jungen Belgiern für ein paar Wochen da ist und ein Agrarprojekt durchführt. Den Abend verbringen wir mit dieser Gruppe und feiern kräftig mit ihnen einen Geburtstag. Es fühlt sich an, als wären wir zurück in Europa, da wir eine typische europäische Feier haben, was sich erstaunlich fremd für mich anfühlt. Todmüde finden wir an diesem Abend doch noch das Bett.

Der nächste Morgen bedeutet für uns Abfahrt nach Cotonou. Auch hier ist die Zeit schon wieder viel zu schnell vergangen.

Zurück in Cotonou heißt es für mich: Lernen, lernen und nochmals lernen. In einem Monat habe ich zwei Aufnahmetests für ein Psychologiestudium in Holland, wofür ich 300 Seiten an Material auswendig lernen muss. Somit verbringe ich jede freie Minute mit Herausschreiben und verstehen. Ich stehe morgens etwas früher auf, nutze die Mittagspause und bleibe am Abend noch bis spät in die Nacht wach. Derweil ich nur auf die Texte fokussiert bin, dreht sich die Welt um mich weiter. Doch dann ist es endlich soweit und die Tests sind geschrieben. Jetzt fällt mir auf, wie lange so ein Monat dauert und dass man da so einiges verpassen kann: L’olorge tourne. Jetzt heißt es erst mal für mich, sich wieder bei Freunden und Familie zu melden, Wäsche zu waschen (es ist einiges liegen geblieben) und mal wieder Blog zu schreiben…

Der Beitrag L’olorge tourne… erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/03/10/lolorge-tourne/feed/ 0
Zeitreise nach Taneka Beri https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/01/14/zeitreise-nach-taneka-beri/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/01/14/zeitreise-nach-taneka-beri/#respond Sun, 14 Jan 2024 20:17:43 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=608 Der frische Nachtwind saust mir um die Ohren, während ich in den frühen Morgenstunden auf dem Zem Richtung Busstation sitze. Unser Ziel: der unbekannte Norden Benins. Ich befinde mich verschlafen auf einer Treppenstufe neben Teresa und Nielson (einem alten Schulfreund, der ein Volontariat in Ghana macht und uns für die Reise besucht), als ich endlich […]

Der Beitrag Zeitreise nach Taneka Beri erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Der frische Nachtwind saust mir um die Ohren, während ich in den frühen Morgenstunden auf dem Zem Richtung Busstation sitze. Unser Ziel: der unbekannte Norden Benins.

Ich befinde mich verschlafen auf einer Treppenstufe neben Teresa und Nielson (einem alten Schulfreund, der ein Volontariat in Ghana macht und uns für die Reise besucht), als ich endlich Euloge unseren Freund und Reiseführer aus einem voll beladenen Auto aussteigen sehe. Müde laufe ich den anderen Richtung Bus hinterher, wo ich warte, dass alle Gepäckstücke angekommen sind. Mein Blick streift verwundert über einen vollbeladenen Sack nach dem anderen, mit denen Euloge um die Ecke biegt. „Ganz schön afrikanisch“, denke ich mir.

Endlich winkt Euloge uns zu und ich laufe mit den anderen zur hinteren Tür des Busses, wo wir einsteigen und uns auf unsere Plätze begeben. Ich sitze neben einer Frau, die ein etwas größeres Platzbedürfnis hat, wodurch ich mich mit weniger Raum zufrieden gebe. Mir ist es relativ gleichgültig, solange ich schlafen kann.

Mit einem Zischen schließen sich die Türen und der Bus rollt langsam los. Ich schließe meine Augen und lasse mich von der Fahrt in einen sanften Schlaf schaukeln. Hin und wieder schrecke ich hoch und blicke aus dem Fenster. Doch jedes Mal meldet sich sofort eine unangenehme Übelkeit, weshalb ich die Augen wieder schließe und tief durchatme. Die Stunden gehen vorüber, der Bus hält hin und wieder an, Menschen steigen ein und aus, kaufen Snacks und Getränke bei den heranströmenden Verkäuferinnen oder entleeren sich im nächsten Graben. Doch der Bus steht nie länger als zehn Minuten.

Ich bin wieder am Dösen, als ich diesmal von Teresa geweckt werde, die mir sagt, dass es an der Zeit sei auszusteigen. Zügig stopfe ich meine Sachen in den Beutel und mache nach zehn Stunden Fahrt erste unsichere Schritte Richtung Ausgang. Ich sehe Euloge mit seinem Gepäck neben einem alten Opel Astra stehen und halte direkt auf ihn zu. Mein Blick streift einen fast vollen Kofferraum und einige uneingeräumte Säcke. „Wie soll das alles in diesen Kofferraum passen“, frage ich mich, weiß jedoch, dass hier in Afrika immer für alles eine Lösung gefunden wird.

Keine zehn Minuten später sitze ich Schulter an Schulter neben Teresa und Nielson, unser Gepäck hat jeder auf dem Schoß. Auf dem Beifahrersitz kann ich Euloge kaum erkennen, da mir ein Sack voller Gießkannen auf seinem Schoß die Sicht versperrt. Der Motor brummt leise vor sich hin und das Auto rollt über die Straße, zumindest am Anfang unseres Weges. Nach ein paar Minuten befinden wir uns auf einer tief durchfurchten Staubpiste in Richtung Wildnis. Volle Fahrt voraus – und wenn dann doch mal gebremst wird, folgen sofort seitliche Bewegungen, die alles an einen neuen Ort befördern, das nicht festgeklebt oder eingequetscht ist. So setzt sich unser Tanz fort und ich staune nur über die Piste, Natur und Fahrkünste des Chauffeurs.

Endlich erblicke ich Häuser, doch nicht solche, wie ich sie erwartet hätte. Moderne runde Ferienbauten prangern mir mitten zwischen den Bäumen entgegen. „Was ist das hier für ein Ort?“, frage ich mich. Der Wagen hält an und ich klettere hinter Nielson aus dem Auto. Sofort wird wieder fleißig ausgeladen, dabei sehe ich ein paar ältere Männer ankommen. Ich lege den Rucksack, den ich gerade in der Hand halte ab und lausche den Gesprächen, die zwischen Euloge und den Männern stattfinden.

Dann beginnen wir einen kleinen Trampelpfad zu erklimmen, der steil einen Berg hinaufführt. Irgendwann sehen wir lauter kleine Lehmhütten, die größtenteils eingestürzt und unbewohnt sind. Wir biegen um die Ecke und stehen in einem kleinem Zentrum, wo drei Mädchen mit staubigen Füßen gerade dabei sind zu kochen. Eine alte Frau begrüßt uns herzlich in ihrer Sprache, sie spricht anscheinend kein Französisch. Hinter einer kleinen Hütte entdecke ich einen alten Mann, der auf einer Matte auf dem Boden sitzt. Ich sehe, wie unser Chauffeur zu ihm geht und sich tief vor ihm verbeugt. Ich kriege schnell mit, dass es sich um den König des Dorfes handelt.

Endlich ist es an der Zeit unser Lager aufzuschlagen: Zelte. Ich hatte mir vorher keine Gedanken gemacht, wie ich wohl die Nacht verbringen werde, weshalb ich etwas überrascht war. Doch so wirklich aus der Bahn werfen tut mich nur noch wenig, da hier das Unglaubliche Alltag ist. Ich beobachte noch einige Zeit, wie Euloge alle begrüßt und den Platz für unsere Zelte aussucht.

Ich wundere mich sehr darüber, dass es ein Dorf voller Hütten ist, ich jedoch bis jetzt nur eine einzige Familie gesehen habe, die wirklich hier zu wohnen scheint. Strom, Gas, oder fließendes Wasser gibt es hier nicht. Vor einer Hütte brennen zwei Äste, auf denen ein Topf mit Wasser steht. Die teils runden und viereckigen Lehmhütten sind überwiegend mit Gräsern gedeckt, doch auf manchen thront ein Wellenblechdach, das einen daran erinnert, dass man sich im 21. Jahrhundert befindet.

Taneka Beri, so heißt das Dorf, ist ein Ort, an dem die Menschen wie vor hunderten von Jahren leben. Ein Teil aus der Vergangenheit, der bis heute noch existiert und fortbestehen kann. Erst bei genauerem Nachfragen treten die Spuren der Gegenwart hervor. Die Bewohner leben nur noch zeitweise in ihren Hütten, da vor allem die Männer für einige Zeit nach Nigeria zum Arbeiten gehen, weil sie ohne dieses Geld nicht mehr über die Runden kommen würden. Auch gehen einige Kinder mittlerweile zur Schule, wo sie unter anderem Französisch lernen und somit für uns dolmetschen können. Taneka Beri ist für mich ein magischer Ort der Natur und Kultur.

Fix und fertig stehe ich zwischen Zelten und Menschen und möchte mich am liebsten nur noch ausruhen. Doch die anderen wollen noch kurz den Berg hoch klettern, um von dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Das hört sich sehr verlockend an, doch ich muss zwischen meiner Abenteuerlust und meinen Kräften ein Gleichgewicht finden. Ich gebe mir einen Ruck und entscheide mich doch mit zu gehen.

Ein staubiger Pfad schlängelt sich zwischen alten, teilweise eingestürzten Lehmhütten den Berg hinauf. Vorbei an herumliegenden Felsen, verdorrten Gräsern und verbranntem Boden kämpfe ich mich Stück für Stück den Hügel hinauf. Auf der Kuppe ist mehr Stein als Vegetation, doch ich finde ein gemütliches Plätzchen auf einem warmen Fels unter einem Strauch mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Während ich daliege, sauge ich die Natur auf, die mich in völliger Ruhe umgibt, sehe in den Himmel und denke an Nichts.

Nach einigen Minuten gesellen sich dann auch die anderen zu mir und ich lausche den Geschichten Euloges über die verschiedenen Dörfer und wie sie entstanden sind. Plötzlich fällt uns auf, dass es schon fast dunkel ist und wir treten den Heimweg zu unseren Zelten an. Endlich kann ich mich fix und fertig schlafen legen. Teresa kommt zu mir und gibt mir noch Bescheid, dass sie nochmal ins Dorf fahren, um dort was zu essen, doch ich bleibe lieber da.

Ich lege mich im Zelt auf die Isomatte, mit dem Kopf am Ausgang, wo ich nur das Fliegengitter geschlossen habe, decke mich mit meinem Pagne (Wickelrock) zu und schaue in den Himmel. Ich blicke einem Meer aus Sternen entgegen, die unendlich scheinen. In der Mitte erkenne ich das Sternbild des Orions, welches ich in Deutschland so oft gesehen habe, und bekomme ein Gefühl der Heimat. Diese grenzenlose Aussicht hat mich Stück für Stück in die Traumsphären begleitet.

Der Beitrag Zeitreise nach Taneka Beri erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2024/01/14/zeitreise-nach-taneka-beri/feed/ 0
Vorhang auf https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/12/22/vorhang-auf/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/12/22/vorhang-auf/#respond Fri, 22 Dec 2023 17:59:28 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=582 Vor ein paar Tagen wurde mir die Frage gestellt, was mein schönstes Ereignis hier in Bénin war. Für die Antwort habe ich ziemlich lange nachdenken müssen, da ich in den letzten drei Monaten so viel Schönes erleben durfte, dass ich kaum ein Ereignis über das andere stellen möchte. Doch dann ist mir eine sehr besondere […]

Der Beitrag Vorhang auf erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Vor ein paar Tagen wurde mir die Frage gestellt, was mein schönstes Ereignis hier in Bénin war. Für die Antwort habe ich ziemlich lange nachdenken müssen, da ich in den letzten drei Monaten so viel Schönes erleben durfte, dass ich kaum ein Ereignis über das andere stellen möchte. Doch dann ist mir eine sehr besondere Situation in den Kopf gekommen, die ich gerne hier teilen möchte.

An einem Dienstagnachmittag bin ich wie immer vom Maison de l’Espérance (dem Ausbildungszentrum) in Richtung Baraque aufgebrochen. Vorbei am Straßengewusel, den Zurufen und den vorbeirauschenden Zems. Es hat nicht lange gedauert und da war ich auch schon mitten im Gedränge des Marktes. Zur Baraque führen viele Wege, denn egal welche Abbiegung man nimmt, am Ende landet man doch immer wieder an den gleichen zwei Ecken: der Ausgang bei der Baraque oder beim Maison de l’Esperance.

Ich habe mich für den mittleren Weg entschieden, der an den „Onion-Boys“ vorbei führt. So haben Teresa und ich die Jungs genannt, die in der Zwiebelabteilung massenweise Zwiebeln verkaufen. Sie schleppen enorme Kilos auf den Schultern oder ziehen völlig überladene Handkarren von A nach B. In der Regel tragen sie stark verstaubte Kleidung und sind auch oft oberkörperfrei anzutreffen, wobei sie ein ordentliches Sixpack präsentieren.

Als ich gerade auf der Höhe der „Onion-Boys“ bin, hängt sich ein kleiner Junge (ca. 8 Jahre) an meine Versen, der vorher auch schon schwere Säcke geschleppt hat. Er fragt mich immer wieder nach Geld, da er Hunger habe und legt eine absolut mitleiderregende Miene auf. Auch er war von oben bis unten voller Staub und hatte eine sehr traurige und kleinlaute Haltung. Um mich herum war so ein Trubel und ich musste schweren Wägen ausweichen, gleichzeitig schauen, dass ich nicht den Weg blockiere, sodass ich gar nicht auf den Jungen eingegangen bin.

Als ich aus der Engstelle in eine etwas größere und entspanntere Straße abgebogen bin, ist mir aufgefallen, dass mir der kleine Junge noch immer folgt. Ich habe ihn dann auf Französisch angesprochen und gefragt, ob er denn gerne tanzen und spielen mag. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht hat er eifrig genickt, woraufhin ich mich erkundigt habe, ob er denn die Baraque kenne. Dies hat er verneint und mich etwas verwirrt angeschaut. Nach ein paar weiteren Sätzen habe ich verstanden, dass er kaum Französisch spricht und habe ihn dann auf Fongbé (der lokalen Sprache in Cotonou) nach seinem Namen gefragt. Dass ich etwas in seiner Muttersprache sagen konnte, hat sein Grinsen nur noch vergrößert und er hat mir ganz stolz seinen Namen verraten.

Den weiteren Weg am Wasser entlang hat er mich weiter begleitet und wir haben versucht ein bisschen miteinander zu reden. Sein Gang ähnelte mehr einem Tanz, denn er hüpfte die ganze Zeit von einem Bein aufs andere, wobei er flink allen Hindernissen ausgewichen ist. Sein Grinsen hätte nicht breiter und strahlender sein können, womit er mich auch total angesteckt hat und ein warmes Gefühl in mir ausgelöst hat. Hin und wieder hat er ein paar bekannte Gesichter gesehen und ihnen voller Stolz erzählt, dass er mich begleitet und ich ihn zu einem tollen Ort mitnehme. Der Junge ging plötzlich so gerade wie es nur ging, mit geschwollener Brust und hoch erhobenem Kopf. Er hat eine Energie und Lebenslust ausgestrahlt, wie ich vorher nur selten gesehen habe, und ist nur so dahin geschwebt.

Als wir auf den großen Parkplatz abgebogen sind, ist er plötzlich ganz zielstrebig in Richtung der Baraque marschiert und ich habe ihn nochmal gefragt, ob er denn die Baraque kenne. Diesmal hat er es bejaht und hat sich kaum bremsen lassen dort endlich anzukommen. Das Gebäude war erst gerade in Sichtweite, da war er auch schon in der Jungsbaraque verschwunden und ich bin zu den energiegeladenen Mädels gegangen.

Gegen 16:00 Uhr hat die Jungsbaraque bereits geschlossen (1h früher als bei den Mädels) und ich habe den Jungen zusammen mit zwei anderen Kumpels auf einem Reifen vor der Mädchenbaraque chillen gesehen. Ich habe ihm hin und wieder zugelächelt oder gewunken, was auch bei ihm wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Kurz vor meinem Feierabend sind langsam seine Freunde gegangen und auch er ist dann zwischen den Autos verschwunden.

Diese Geschichte zeigt nicht nur den ersten Anschein vom armen kleinen Jungen, sondern lässt auch hinter den Vorhang blicken, wo man den einzelnen Menschen mit seinem Charakter und all seiner Freude sieht. Die Begegnung ist mir bis heute im Kopf geblieben, da sie mir gezeigt hat, dass ich mit etwas Zuneigung hier den Kindern so viel geben kann, aber auch genauso viel von ihnen zurückbekomme.

Der Beitrag Vorhang auf erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/12/22/vorhang-auf/feed/ 0
Unsere Projekte außerhalb https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/24/unsere-projekte-ausserhalb/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/24/unsere-projekte-ausserhalb/#respond Fri, 24 Nov 2023 14:18:24 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=489 Die Baraque S.O.S. „Marché Dantokpa“, das ist der größte Markt Westafrikas. Hier herrscht ein reges Gewusel aus Ständen und Verkäufern, die ihre Ware auf dem Kopf anbieten. Um hier seine Ware anbieten zu dürfen, muss man 1000 CFA im Monat bezahlen und mindestens 15 Jahre alt sein. Trotz regelmäßiger Kontrollen, ist hier Kinderarbeit keine Seltenheit. […]

Der Beitrag Unsere Projekte außerhalb erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Unsere Projekte außerhalb des Geländes befinden sich in den Vierteln Ladji, Hinde und auf dem Markt Danktopka, im Norden Cotonous. Im Süden sind eher die Reichenviertel, wie z.B. Cadjehoun und große europäische Supermärkte, wie Erevan.

Die Baraque S.O.S.

„Marché Dantokpa“, das ist der größte Markt Westafrikas. Hier herrscht ein reges Gewusel aus Ständen und Verkäufern, die ihre Ware auf dem Kopf anbieten. Um hier seine Ware anbieten zu dürfen, muss man 1000 CFA im Monat bezahlen und mindestens 15 Jahre alt sein. Trotz regelmäßiger Kontrollen, ist hier Kinderarbeit keine Seltenheit. Die Kinder helfen entweder ihren Eltern beim Verkauf oder machen sich mit eigener Ware selbstständig.

Die Baraque liegt mitten auf dem Markt auf einem großen Parkplatz und ist ein Ort für alle Marktkinder, wobei Jungs und Mädchen in getrennten Räumen sind. Die Baraque für die Marktmädchen besteht aus zwei Räumen: Der eine ist wie ein Klassenzimmer aufgebaut, wo jeden Tag eine Stunde Alphabetisierungsunterricht stattfindet. Hierbei lernt der Fofo mit den Mädchen Buchstaben, Zahlen und den eigenen Namen zu schreiben.

Anschließend gibt es ein Bastelangebot, bei dem die Mädchen sich kreativ ausleben können. An manchen Tagen gibt es außerdem auch Sensibilisierungskurse, bei denen über Themen, wie z.B. Körperhygiene, Gewaltprävention oder allgemeine Aufklärung geredet wird. Alle Angebote sind freiwillig, weshalb manchmal Mädchen während des Unterrichts, der Sensibilisierung oder dem Basteln im Nebenraum spielen oder sich ausruhen.

In der Baraque sind immer zwei Frauen und ein Mann da, die festhalten, welche Mädchen anwesend waren, Ansprechpartner für alles Mögliche sind, dafür sorgen, dass keine Fremden oder Jungs in die Baraque kommen und einfach zum Spielen da sind.

Teresa und ich sind an drei Tagen in der Woche, einmal zu zweit und sonst jeder einmal alleine, für jeweils drei Stunden in der Baraque. Wir bieten immer eine neue Bastelaktivität an, die oft schon begeistert erwartet werden. Neben Basteln wird auch einfach viel miteinander gespielt, getanzt und geredet. Besonders der Tischkicker und die Trommel sind immer sehr begehrt und bereiten viel Freude.

Maison de l’Espérance

In der Nähe des Marktes befindet sich das Maison de l’Espérance (Haus der Hoffnung), ein Ausbildungszentrum für Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren. Hier werden sie innerhalb eines Jahres in den Bereichen Bäckerei, Konditorei, Küche und Seifenherstellung ausgebildet. Die Ausbildung besteht aus neun Monaten Unterricht, anschließend drei Monate Praktikum und wird durch ein zentrales Examen beendet. Zusätzlich finden nachmittags verschiedene Programme statt, wie z.B. Unterricht in Französisch, Buchhaltung und Sensibilisierung, bei der Themen, wie Gewaltprävention und Gefühlskontrolle behandelt werden.

Der Unterricht findet Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr statt. Am Abend wird das Gebäude genutzt, um Mädchen vom Markt einen Platz in Schlafsälen zu geben, da es am besonders abends für junge Mädchen auf dem Markt sehr gefährlich ist. Zudem ist immer eine Tata da, die eine Ansprechpartnerin ist und nach dem Rechten schaut.

Die Produkte, die jeden Vormittag entstehen, werden oftmals verkauft. So ziehen die Bäcker beispielsweise mittags kurz über den Markt und verkaufen ihr frisch gebackenes Brot. Die Küche bereitet immer Mittagessen für alle vor, von dem auch wir für 100 CFA mitessen können.

Die Ausbildung ist speziell für Jugendliche, die sich in schwierigen Situationen befinden und ist für einige die einzige Chance einen Beruf zu erlernen. Ein Schulaschluss ist keine Vorrausssetzung, weshalb die Türen für jeden offen stehen. Einige Jugendliche sind Analphabeten und können meist kaum Französisch, weshalb der Französischunterricht eine entscheidende Rolle spielt. Die Ausbildung ist ein kostenloses Sprungbrett in die Arbeitswelt, da man hier nicht nur durch Praktika sondern auch durch erste Produkte gut in die Arbeitswelt einsteigen kann. Beispielsweise besteht die Möglichkeit in der Savonnerie ( Seifenherstellung), gegen etwas Materialgeld, eigene Seifen herzustellen und diese dann selbstständig zu verkaufen.

Wir sind oft mittags im Maison de l’Espérance, um Mittag zu essen. In dieser Zeit ergeben sich oftmals nette Gespräche mit den Jugendlichen und ab und zu wird nach dem Essen noch ein Spiel wie „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt.

Jeden Donnerstagvormittag arbeiten wir im ME (Maison de l’Espérance) und wir unterstützen die Jugendlichen sehr vielfältig: Anfangs haben wir den Jugendlichen bei ihrem Programm über die Schulter gesehen, dann Lebensläufe digitalisiert und Etiketten für die Seifen gestaltet. Wir haben nebenbei versucht, den Jugendlichen einen Zugang zu Medien bereitzustellen, um somit ihre EDV-Kenntnisse zu verbessern. Manche taten sich recht schwer, direkt mit Medien konfrontiert zu sein, doch es gab immer Klassenkameraden, die einander geholfen haben.

Maison du Soleil

Das Maison du Soleil (Haus der Sonne) befindet sich direkt neben dem Gebäude des Maison de l’Espérance. Es ist ein Wohnheim für junge Mütter, die ansonsten kein Zuhause für sich und ihre Babys bis drei Jahren haben. Viele der Frauen machen gleichzeitig eine Ausbildung nebenan im ME, wodurch sie in Zukunft die Möglichkeit haben, sich selbst zu versorgen. Da beide Gebäude direkt nebeneinander sind, können die Mütter, die eine Ausbildung machen, in den Pausen zu ihren Kindern und diese stillen und mit ihnen kuscheln. Im MS (Maison du Soleil) gibt es mehrere dreier Schlafräume mit eigenem Bad. Im Gemeinschaftsraum ist ein großer Tisch, an dem gequatscht, gespielt und gestillt wird. Daneben befinden sich zwei große Matratzen, auf denen die Babys und teilweise auch die Mütter einen Mittagsschlaf machen. Daneben spielen die Kinder mit verschiedensten Spielsachen. Angeleitete Aktivitäten dürfen natürlich auch nicht fehlen, somit wird oft getrommelt, getanzt oder Gestik-Spiele gemacht.

Teresa arbeitet hier immer Montagvormittag, derweil ich frei habe, und ich arbeite immer am Mittwoch vormittags im MS. Die meiste Zeit über habe ich ein Kind auf dem Schoß und spiele mit den anderen. Füttern, Wickeln und Babys zu Bett bringen gehört natürlich auch mit zu meinen Aufgaben. Zudem leite ich meistens ein eigenes Spiel an, bei dem die Kinder begeistert mitmachen.

Seit einer Woche ist das Maison du Soleil leider aus finanziellen Gründen geschlossen. Die Mütter sind ins Foyer Laura Vicuna nach Zogbo gezogen und leben dort zusammen mit 50 anderen Mädchen. Die Babys kommen somit auch mal etwas raus, da sie hier ein riesiges Gelände für z.B. einen Spaziergang zur Verfügung haben. Dennoch gibt es hohes Spannungspotenzial zwischen allen Beteiligten, da die Kinder vor allem in der Nacht nicht immer sehr leise sind. Tagsüber wird in der Regel im großen Gebetsraum fleißig gespielt und es bilden sich neue Freundschaften zwischen den älteren MS-Kindern und den jüngeren Foyermädchen.

L’Espace Eveil Magalena Morano de Ladji

Das letzte Projekt ist der Kindergarten „L’Espace Eveil“ (der erwachende Raum) in dem Viertel Ladji. Es gibt zwei Gruppen, eine am Vormittag (8:00-12:00) und eine am Nachmittag (15:00-17:00). Hier lernen die Kinder Französisch, bessere Feinmotorik, sich in eine Gruppe einzugliedern und still auf dem Platz zu sitzen. Eine Klasse besteht aus ca. 30 Kindern. Eine Tata und ein Fofo leiten gemeinsam die Gruppen und sorgen für Ruhe und Spaß.

Am Anfang kommen die Kinder, stellen ihren Rucksack auf einen Decke und setzten sich an ihren Platz. Mit verschiedenen Liedern und Gestik wird fleißig Französisch geübt, wo die Kinder voller Energie dabei sind. Dann werden z.B. Farben wiedererkannt und es folgt die Essenspause. Anschließend werden auf kleinen Tafeln Striche oder Punkte gemalt, was für einige eine große Herausforderung ist. Hin und wieder wird auch auf Papier gemalt oder kleine Dinge gebastelt.

Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittage arbeiten wir auch in diesem Projekt mit. Wir sitzen zwischen den Kindern auf kleinen Stühlchen und machen auch das mit, was gerade angesagt ist, wie z.B. Aufstehen, Klatschen, Singen. Zudem sorgen wir für allgemeine Ruhe und ermahnen hin und wieder Kinder. Auch bei kleinen Handgriffen, wie z.B. Materialien austeilen, gehen wir zur Hand und helfen den Kindern bei den Zeichenübungen. Zudem leiten wir auch immer eine eigene Aktivität an, die von Basteln bis zu Klatschspielen alles sein kann.

Der Beitrag Unsere Projekte außerhalb erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/24/unsere-projekte-ausserhalb/feed/ 0
Projekte auf dem Don Bosco Gelände https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/13/projekte-auf-dem-don-bosco-gelaende/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/13/projekte-auf-dem-don-bosco-gelaende/#respond Mon, 13 Nov 2023 19:52:45 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=448 In einigen Blogeinträgen habe ich über viele Erlebnisse berichtet. Doch wo genau ich lebe, wohne und arbeite ist dabei noch etwas zu kurz gekommen. Somit möchte ich hier damit anfangen, die verschiedenen Projekte vorzustellen. Im Norden Cotonous, direkt am See, befindet sich das Viertel Zogbo, wo ich auf dem Gelände der Schwestern wohne. Der Begriff […]

Der Beitrag Projekte auf dem Don Bosco Gelände erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
In einigen Blogeinträgen habe ich über viele Erlebnisse berichtet. Doch wo genau ich lebe, wohne und arbeite ist dabei noch etwas zu kurz gekommen. Somit möchte ich hier damit anfangen, die verschiedenen Projekte vorzustellen.

Im Norden Cotonous, direkt am See, befindet sich das Viertel Zogbo, wo ich auf dem Gelände der Schwestern wohne. Der Begriff „Zogbo Don Bosco“ sagt jedem Zemfahrer und vielen Menschen etwas.

École Laura Vicuna

Biegt man von der Hauptstraße auf eine kleinere unasphaltierte Straße ab, sieht man schon direkt große Gebäude und zwei Tore, auf denen die Aufschrift „Don Bosco“ prangt. Das linke Tor führt zum Gelände der Schwestern, auf dem wir wohnen. Hier befindet sich direkt beim Eingang auf der linken Seite die Schule der Schwestern Laura Vicuna, welche über tausend Schüler hat. Hier machen viele Schüler ihr Abitur oder eine Ausbildung in verschiedenen Bereichen. Auch ein Schneideratelier, in dem viele Schuluniformen genäht werden, eine Kantine und diverse Essens- und Getränkestände gehören zu der Schule. Wir haben jedoch so gut wie nichts mit der Schule zu tun, da wir hier nicht arbeiten, sondern nur hin und wieder Schüler beim Vorbeigehen grüßen.

École Alternative

Neben der École Laura Vicuna gibt es noch eine zweite kleinere Schule, relativ weit hinten auf dem Gelände, die „École Alternative“ (alternative Schule). Es ist eine Art Grundschule, in die Kinder eingeschult werden, die älter als zehn Jahre alt sind und die vorher nicht die Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen. Kinder älteren Alters werden nicht mehr von anderen Schulen aufgenommen, weshalb dies oft die letzte Chance für die Kinder ist, u.a. Lesen und Schreiben zu lernen. Die École Alternative dauert drei Jahre, die Kinder lernen jedoch in einem Jahr den Stoff aus zwei Jahren, wodurch sie ihren CEP bereits nach drei statt sechs Jahren haben. Somit besteht für manche Kinder die Chance, anschließend auf eine Regelschule zu wechseln, da sie die verpassten Jahre aufgeholt haben.

Jeden Freitag Vormittag leiten wir in einer Klasse eine spielerische Aktivität an. Dabei wechselt es zwischen Basteln, Spielen und Tanzen. Anfangs war es für uns etwas herausfordernd einen passenden Schwierigkeitsgrad für jede Klasse anzubieten, da die Altersunterschiede innerhalb der Klassen doch sehr stark auseinander gehen.

Foyer Laura Vicuna

Das Foyer Laura Vicuna ist ein Mädchenwohnheim, in dem über 50 Mädchen im Alter von vier bis 20 Jahren ein Zuhause bekommen haben. Seit kurzem wohnen hier auch noch ca. zehn Mütter mit ihren Kindern, die sonst auf der Straße leben würden und vorher in einem eigenem Wohnheim gelebt haben. Dieses musste jedoch aus finanziellen Schwierigkeiten geschlossen werden. Es besteht aus vier Gebäuden, die einen Innenhof säumen, auf dem ein Pavillon, ein Brunnen und Wäscheleinen sind. Im größten Gebäude gibt es das Büro der zuständigen Schwester und Schlafsäle, mehrere kleine im Erdgeschoss und einen großen im Obergeschoss. Jeder Schlafsaal ist mit Stockbetten, Moskitonetz und einem Spind für jedes Mädchen ausgestattet. Toiletten und Waschräume sind natürlich auch vorhanden.

Im Gebäude nebenan werden jeden Tag nach der Schule noch Hausaufgaben gemacht. Hier gibt es große Tische mit Bänken, Ventilatoren, eine große Tafel und ein Fass mit Trinkwasser. Die Wände sind mit Bildern verziert worden. Nebenan ist noch ein Raum mit Küchenutensilien für die Kochstelle, die zwischen zwei Gebäuden ist. Das dritte Gebäude besteht aus einem Lernraum für die älteren Mädchen, der ähnlich ausgestattet ist wie der große Hausaufgabenraum, zusätzlich gibt es zwei Nähmaschinen für die Mädchen, die eine Schneiderausbildung machen. Nebenan befindet sich das Büro der Tatas (Erzieherinnen). Das letzte Gebäude ist eine große Kapelle, in der täglich Gottesdienste stattfinden. Hieran grenzen noch Büros von der École Alternative und verschiedenen Vertretern des Foyers.

Jeden Mittwoch- und Freitagnachmittag arbeite ich im Foyer und helfe den Kindern bei ihren Hausaufgaben. Sei es Matheaufgaben stellen, auswendig gelernte Hefteinträge abfragen oder einfach zusammen zu lesen, dort gibt es in der Regel immer etwas zu tun. Wenn gerade keine Hausaufgaben zu erledigen sind, dann freuen sich die Mädchen, wenn man einfach da ist und mit ihnen über alles Mögliche quatscht. Freitag Abend findet immer die „Recréation“ statt, bei der bis spät abends getrommelt, gesungen und getanzt wird. Daran nehmen wir gerne teil, denn es macht sehr viel Spaß mit den Kindern ausgelassen zu tanzen. Sonntags steht immer der Kirchgang zur Kirche im Viertel an, bei dem wir die Mädchen begleiten.

La Communauté

Im Herzen des Geländes wohnen die Schwestern. Der erste Stock des Gebäudes beherbergt die Zimmer der Schwestern, wohingegen im Erdgeschoss eine Kapelle, Wohn- und Esszimmer, Wintergarten, Küche und Wäschezimmer ist. Vorne am Eingang befinden sich dann noch zwei Büros der Schwestern, von wo aus viel koordiniert, besprochen und geregelt wird.

In den ersten zwei Wochen haben wir noch jeden Tag bei den Schwestern gegessen und diese besser kennengelernt. Die Ordensprovinz der Schwestern umschließt sieben Länder: Bénin, Togo, Burkina Faso, Nigeria, Ghana, Elfenbeinküste und Mali. Somit herrscht bei den Schwestern eine große Internationalität, denn es kommen noch die Missionsschwestern hinzu. Länder wie Österreich, Kolumbien oder auch Ruanda sind auch mit vertreten, gesprochen wird selbstverständlich Französisch. Jede der ca. zehn Schwester ist für mindestens ein anderes Projekt verantwortlich und bildet dort die Leitung.

Samstags findet in der Communauté der große Hausputz statt, bei dem die Foyer-Mädels und wir Volontäre mithelfen. Sonntags nach der Kirche sind die Préasprirantinnen (Anwärterinnen) und wir zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Da sonntags die Köchin frei hat, wird jede Woche von anderen Schwestern gekocht und auch wir kochen alle vier Wochen für alle.

Unsere Küche

Neben dem Haus der Schwestern befindet sich ein weiteres Gebäude, in dem eine große Küche und ein rundes Esszimmer ist. Hier arbeiten tagsüber immer ein paar Frauen, die im großen Stil Saft herstellen, welchen sie gefroren in der Schule Laura Vicuna verkaufen. Zwischendurch sieht man immer wieder zwei Préaspirantinnen, die Küchendienst haben und Essen vorbereiten. Und dann gibt es da natürlich auch noch uns. Wir haben einen eigenen kleinen Gasherd, an dem wir unsere Mahlzeiten zubereiten. Je nach Timing essen wir mal gleichzeitig mit den Préaspirantinnen oder alleine.

Das IFMA Gebäude

Das letzte große Gebäude des Don Bosco Geländes ist das IFMA- Gebäude. Im Erdgeschoss sind lauter Büros von Schwestern und Mitarbeitern. Hier findet wöchentlich die „Réunion“ statt, eine Konferenz, bei der unter anderem über alle Projekte gesprochen wird. Über den Büros befinden sich verschiedene Schlafsäle der Préaspirantinnen, sowie deren Bad und ein Schul-/ Lern-/ Aufenthaltsraum. In diesem lernen die Anwärterinnen Englisch, Französisch und einiges über Gott. Hinter diesem Raum befindet sich unser kleines Zimmer mit eigenem Bad. Wir haben einen eigenen Schrank voller Bastelutensilien, die wir für unsere Arbeit in den Projekten benötigen. Meistens sitzen wir im Aufenthaltsraum oder dem Pavillon, wenn wir wieder neue Bastelbeispiele anfertigen.

Der Garten

Hinter den letzten Gebäuden (École Alternative und Foyer) erstreckt sich ein großer Garten mit Feldern, auf denen Gemüse angebaut wird und verschiedensten Palmen und Bäumen wie zum Beispiel Kokosnuss und Papaya. Auch werden hier einige Hühner, Fische, Krebse und Enten gehalten, die hin und wieder im Topf landen. Wenn wir wieder eine Portion Eier benötigen, kriegen wir diese ganz frisch von den lokalen Hühnern geliefert und diese halten sich dementsprechend lange.

Der Beitrag Projekte auf dem Don Bosco Gelände erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/13/projekte-auf-dem-don-bosco-gelaende/feed/ 0
Flügelschläge https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/01/fluegelschlaege/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/01/fluegelschlaege/#respond Wed, 01 Nov 2023 18:53:31 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=337 Von Sonntag bis Freitag haben wir jede Woche viele spannende Begegnungen und einige Herausforderungen. Doch wir leben uns hier immer mehr ein und bekommen langsam einen Alltag. Obwohl wir jede Woche viele Eindrücke mit nach Hause bringen, hat uns die Lust gepackt, unser Nest zu verlassen und hin und wieder unsere Flügel auszubreiten, um die […]

Der Beitrag Flügelschläge erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Von Sonntag bis Freitag haben wir jede Woche viele spannende Begegnungen und einige Herausforderungen. Doch wir leben uns hier immer mehr ein und bekommen langsam einen Alltag. Obwohl wir jede Woche viele Eindrücke mit nach Hause bringen, hat uns die Lust gepackt, unser Nest zu verlassen und hin und wieder unsere Flügel auszubreiten, um die Gegend zu erkunden.

Somit wollten wir an manchen Samstagen, unserem freien Tag in der Woche, verschiedene Ausflüge unternehmen.

Sommer, Sonne, Meer

Gesagt, getan. Somit haben wir uns mit zwei anderen Volontären (Lara und Luisa) am Strand von Cotonou getroffen und sie etwas näher kennengelernt. Im vollen Sonnenschein am Meeressaum haben wir uns rege über unsere verschiedenen Projekte ausgetauscht, bis die Hitze uns in den kühlen Schatten einer kleinen Palmen getrieben hat. Hin und wieder haben wir Männer auf abgemagerten Pferden vorbei reiten sehen, die Strandausritte angeboten haben.

Auch von Straßenhändlern blieben wir nicht verschont, die uns immer wieder ihre Ware angeboten haben, doch wir haben sie mit einem eindringlichen „Non merci“ weiter geschickt und uns davon nicht stören lassen. Gegen Abend haben wir nochmal einen gewaltigen Schrecken bekommen, als plötzlich zwischen uns zwei kleine weiße Gestalten aufgetaucht sind und uns angestarrt haben. Die zwei angemalten Jungs sind für ein paar Minuten regungslos in einer Pose zwischen uns gestanden und wollten anschließend Geld für ihre Performance haben. Als sie gemerkt haben, dass sie von uns nichts bekommen werden, sind sie weiter gezogen. Danach haben wir uns auf den Heimweg gemacht, da so langsam die Sonne unterging und man bei Dunkelheit nicht mehr am Strand sein sollte. Es wurde sich verabschiedet und wir sind auf zwei Zems in unterschiedliche Richtungen davon gerauscht.

Résidence allemande

Es hat nicht lange gedauert, bis sich das nächste Abenteuer angekündigt hat. Diesmal kam es per Mail: Eine Einladung von der deutschen Botschaft, zum Fest der Deutschen Einheit. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Volontäre aus ganz Bénin waren in die Résidence allemande nach Cotonou eingeladen.

Am Abend haben wir uns in einer halben Stunde etwas frisch gemacht und die neuen Kleider angezogen. Zwischen schwarzer Dunkelheit und blendenden Lichtern ging es knatternd in das Viertel Cadjehoun zur deutschen Botschaft. Dort angekommen haben wir vom Portier erfahren, dass das Fest nicht direkt in der Botschaft sondern in der Résidence stattfindet, die einige Meter entfernt ist. Es wäre nicht Afrika, wenn sich hier nicht ein Passant sofort bereit erklärt hätte, uns dorthin zu begleiten, wovon wir sehr angetan waren.

An den vielen Polizisten, Securities und der Feuerwehr hat man sofort erkannt, dass hier eine Festlichkeit stattfindet. Nette Menschen im Anzug haben einen gleich empfangen und zu den Tischen mit der Gästeliste geschickt. Dann ging es auf einem roten Teppich weiter, wo man verschiedenen wichtigen Leuten die Hand geschüttelt hat. Wir befanden uns nun in einem großen Garten mit Bühne, Festzelt, Essens- und Getränkeständen.

Der Abend wurde mit einer Rede vom Botschafter und einem Toast auf die gemeinsame Zusammenarbeit eingeleitet. Darauf folgten verschiedenste Gespräche mit andern Volontären, Gästen und dem Botschafter persönlich. Begleitet wurde der Abend selbstverständlich von Musik, Säften und lokalem Fingerfood. Die Zeit verging wie im Flug und wir sind gegen halb zehn aufgebrochen, um nach Hause zu fahren, da um 22:00 Uhr das Tor abgeschlossen wird und wir danach nicht mehr reinkommen. Beim Hinausgehen wurden wir noch in ein nettes Gespräch mit zwei Angestellten der Botschaft verwickelt, bei dem der eine angeboten hat, uns mit dem Auto nach Hause zu fahren. Da wir nicht so viel Lust hatten nachts auf ein Zem zu steigen, haben wir das Angebot dankend angenommen und sind gerade noch rechtzeitig daheim angekommen.

Ganvié

Diese Woche war sehr aufregend, denn wir waren nicht nur am Donnerstag auf dem Fest der deutschen Botschaft eingeladen, sondern haben direkt am Samstag mit Lara und Luisa einen Ausflug in das Fischerdorf Ganvie gemacht, welches vollkommen im Wasser steht. Ganvié ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen Bénins und wir können es jeden Tag fast aus dem Fenster sehen, da es nur 20min von uns entfernt ist . Zu viert haben wir uns ein Taxi nach Ganvié und zurück genommen, wobei der Fahrer uns die ganze Zeit auf der Tour begleitet und uns einen Guide organisiert hat. Wir wurden zu einem Steg in der Nähe des Dorfes gefahren, wo wir zusammen mit einer weiteren Touristengruppe ein großes Boot genommen haben.

Es ging in Richtung des 35.000 Einwohner großen Dorfes, das bereits seit 1717 besteht. Uns kamen verschiedene Boote mit Fischern, Kindern, Warenverkäufern oder Touristen entgegen. Manche hatten einen Motor und Andere wurden durch Paddeln oder bunte Segel vorangetrieben. Das Dorf besteht überwiegend aus Fischern, bei denen jede Familie einen bestimmten Bereich hat, in dem sie fischen darf. Hierin stecken sie Stöcke ins Wasser, die nach etwa zwei Jahren verwesen, was sehr viele Fische anlockt. Dann werden Netze um dieses Gebiet gelegt und intensiv gefischt. Jede Familie besitzt immer mindestens drei Boote, da eines der Vater zum Fischen verwendet, die Mutter mit einem weiteren den bereits gefangenen Fisch verkauft und mit dem dritten die Kinder zur Schule kommen.

Während der Fahrt wurde viel gestaunt, fotografiert und den Geschichten über Ganvié gelauscht, die der Guide zum Besten gab. Wir haben an zwei Souvenirshops einen kleinen Stopp eingelegt und im Inneren die Schnitzereien, Körbe, Stoffe und viele weitere Kunstwerke bestaunt. Als wir beim ersten Souvenirshop ankamen, wurden wir bereits auf dem Wasser von einem Boot voller Tänzer empfangen, die im Takt der Musik tänzerisch gepaddelt haben. Einer dieser Männer ist kurzer Hand auf unser Boot gestiegen und hat uns eine exklusive Tanzeinheit gegeben. Anschließend haben wir noch einen kleinen Abstecher zur Schule Schule gemacht, da an diesem Tag kein Betrieb herrschte.

Auf der Rückfahrt wurde viel gequatscht, während wir unser Picknick (Reis mit Erdnusssoße und Ananas mit Papaya) ausgepackt und verspeist haben.

Nach der Tour ging es dann mit dem Auto zurück nach Cotonou, wo wir wieder direkt vor unserer Tür abgesetzt wurden.

Der Beitrag Flügelschläge erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/11/01/fluegelschlaege/feed/ 0
Zwischen Stoff und Farben https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/10/29/zwischen-stoff-und-farben/ https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/10/29/zwischen-stoff-und-farben/#respond Sun, 29 Oct 2023 21:17:55 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/?p=342 Wenn ich an Benin denke, sehe ich vor meinem inneren Auge sofort die vielen bunten Stoffe und Kleider. Das ist mit das Beeindruckendste Westafrikas und wir kommen selbst nach zwei Monaten nicht aus dem Staunen heraus. Vor ein paar Wochen haben wir uns mit einer Tata zum Stoffkaufen verabredet, doch ihr ist leider an dem […]

Der Beitrag Zwischen Stoff und Farben erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
Wenn ich an Benin denke, sehe ich vor meinem inneren Auge sofort die vielen bunten Stoffe und Kleider. Das ist mit das Beeindruckendste Westafrikas und wir kommen selbst nach zwei Monaten nicht aus dem Staunen heraus.

Vor ein paar Wochen haben wir uns mit einer Tata zum Stoffkaufen verabredet, doch ihr ist leider an dem Tag etwas dazwischen gekommen. Mit leeren Händen zu Hause ankommen war für uns jedoch auch keine Option, weshalb Teresa und ich uns zu zweit auf den Weg gemacht haben, Pagne (Stoff) zu kaufen. Auf dem Markt sind wir an ersten Stoffständen vorbei gekommen und wir haben uns dort gründlich umgesehen. Direkt im ersten hat mich ein strahlend gelb-rosa Stoff in seinen Bann gezogen, den ich direkt mitgenommen habe. Für Teresa war hier noch nichts dabei, weshalb wir uns von Stoffladen zu Stoffladen gehangelt haben, bis wir plötzlich in einer riesigen Halle voller Stoffe standen.

Wir waren total geflashed und standen etwas verwirrt herum, doch dann kam direkt ein Mann auf uns zu und hat gefragt, ob wir Pagne kaufen möchten, was wir bejaht haben. Durch kleine Gänge und tausend Ecken hat er uns in einen Bereich geführt, in dem es von Stoff nur so wimmelte. Hier haben wir uns auf engstem Platz umgesehen und Teresa wurde dann auch fündig. Es wurde noch kurz verhandelt und dann hatten wir auch schon zwei Taschen mit unserem ersten beninischen Stoff gekauft. Zum Glück hat uns der Mann auch wieder zum Ausgang geführt, da wir sonst bestimmt sehr lange gebraucht hätten, bis wir den gefunden hätten.

Auf dem Weg zu einem Zem sind wir noch der Tata aus dem Kindergarten begegnet, die für uns eine absolute Kleiderikone ist. Wir haben kurz etwas geredet und waren keine zwei Minuten auf dem Zem nach Hause.

In unserem Zimmer haben wir erst mal Fotos von unserem Stoff gemacht und diesen gut sichtbar übers Bett gehängt. Nun standen wir vor der nächsten großen Frage: Was für ein Kleidungsstück wollen wir daraus nähen lassen. Also setzten wir uns an einem regnerischem Tag in den Pavillon und haben eine genaue Skizze von unserem zukünftigen Kleid angefertigt.

Ein paar Tage später standen wir eine halbe Stunde vor Feierabend im Atelier, welches sich hier auf dem Gelände befindet. Unsere Zeichnung wurde schmunzelnd entgegen genommen und es ging ans Ausmessen. Alles wurde aufgeschrieben und zu unseren Stoffen gelegt. In einer Wochen sollte es fertig sein und wir haben voller Vorfreude den Raum verlassen.

Am vereinbarten Termin standen wir wieder auf der Matte, doch unsere Kleider waren leider noch nicht fertig. Total enttäuscht haben wir noch Nummern ausgetauscht und gehofft, dass es vor nächstem Donnerstag fertig ist, da wir zu einem Fest in die deutsche Botschaft eingeladen worden sind und dort gerne das Kleid tragen wollten.

Nach weiteren fünf Tagen wurde ich von einer Schneiderin auf meinem Heimweg abgefangen und sie hat mir gesagt, dass die Kleider fertig wären. Am nächsten Tag sind wir dann in unserer Mittagspause zum Atelier aufgebrochen. In einer kleinen Kammer sind wir in beide hineingeschlüpft und meines saß perfekt. Es war fast genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Teresa hatte leider nicht so viel Glück, denn ihres war ihr etwas zu groß und sah ganz anders aus, als sie es sich gewünscht hatte. Die Schneiderinnen haben es dann noch ganz schnell passender genäht und je länger Teresa sich im Spiegel angeschaut hat, desto mehr gefiel ihr das Kleid. Es wurde noch kurz das Geschäftliche erledigt und dann ging es auch schon ab nach Hause und wieder auf die Arbeit, mit dem Wissen, um ein wunderschönes beninisches Kleid reicher zu sein.

Am Abend ergab sich direkt schon die erste Gelegenheit das Kleid zu tragen, denn eine Schwester hatte Geburtstag. Die Schwestern und Préaspriantinnen waren alle aus dem Häuschen, als sie uns in den zwei farbenfrohen Gewändern sahen und es regnete nur so an Komplimenten.

Der Beitrag Zwischen Stoff und Farben erschien zuerst auf Die Farben Benins.

]]>
https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/10/29/zwischen-stoff-und-farben/feed/ 0