Clara in Argentinien https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/ Fri, 08 Dec 2023 13:56:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Sommergewitter https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/11/29/sommergewitter/ https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/11/29/sommergewitter/#respond Wed, 29 Nov 2023 20:53:28 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/?p=37 Hitze und Gewitter. Davon war meine letzte Woche geprägt und so nehme ich mir das aktuelle Gewitter zum Anlass, etwas mehr über meine letzten Wochen in Santiago zu berichten. Vieles ist passiert und ich musste mich nicht nur an das Wetter und vor allem die Hitze, sondern auch an ständige Veränderungen gewöhnen. Aktuell lebe ich […]

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Hitze und Gewitter. Davon war meine letzte Woche geprägt und so nehme ich mir das aktuelle Gewitter zum Anlass, etwas mehr über meine letzten Wochen in Santiago zu berichten.

Vieles ist passiert und ich musste mich nicht nur an das Wetter und vor allem die Hitze, sondern auch an ständige Veränderungen gewöhnen. Aktuell lebe ich allein in der Wohnung, die ich mittlerweile mein Zuhause nenne, denn wir mussten die zwei Freiwilligen, mit denen ich meine erste Zeit hier verbracht habe, in den vergangenen Wochen verabschieden und mein Mitfreiwilliger Michael fühlt sich in seinem extra Zimmer mittlerweile so wohl, dass der Umzug in unsere gemeinsame Wohnung wohl doch etwas schwerfällt. Andererseits können wir es jedoch gar nicht erwarten hier so richtig einzuziehen und ein Zuhause aus der zu Beginn noch so fremden Wohnung zu machen.

Nun, da die anderen Freiwilligen nicht mehr da sind, bekommen wir so langsam etwas mehr Verantwortung übertragen, so haben wir vormittags jetzt mehr Arbeit und verbringen gleichzeitig noch mehr Zeit mit den Jungs, die wir jetzt, wo viele der Jungs keine Schulaufgaben mehr machen müssen, noch öfter mit Kartenspielen verbringen. Auch werde ich nächste Woche die Aufgabe bekommen, mit zwei der Jungen zum Zahnarzt zu fahren und habe die Verantwortung über Handys von fünf der Jungs übertragen bekommen.

Den Nachmittag verbringe ich neben Spazieren gehen, Kaffee trinken oder Sport zu machen auch oft damit, einen Mittagsschlaf zu machen, da man oft sowieso nicht vor die Tür kann, weil man sonst der Hitze schutzlos ausgesetzt wäre. Dies macht die Einheimischen ganz stolz, denn die Siesta gehört, genauso wie das Mate trinken, was ich mittlerweile wirklich gerne mache, nun mal zur Kultur.

Sonnenuntergang bei einem Spaziergang

Auch wir konnten etwas der deutschen Kultur vorstellen, so gab es neben Kaiserschmarren auch einen Apfelstrudel, den ich gemeinsam mit einer ehemaligen Freiwilligen aus Deutschland, backte. Martha war 2019/20 hier in Santiago als Freiwillige tätig und war im Rahmen ihres Studiums in Buenos Aires und wollte, bevor sie im Dezember wieder nach Deutschland reist, nochmal bei ihrem alten Zuhause vorbeischauen. Wir freuten uns nicht nur über die bekannte Sprache, mit der wir kommunizieren konnten, sondern auch über Erzählungen ihrer Zeit hier und konnten uns ein paar Tipps in Sachen Urlaub abholen.

deutsche (oder eher österreichische Küche in Argentinien)

Unser Urlaub, den wir Mitte Dezember antreten wollen, führt uns erst einmal nach Mendoza, da uns glücklicherweise zwei der hier lebenden Salesianer dorthin mitnehmen können, wenn sie über Weihnachten ihre Familien besuchen gehen. Weiter soll es nach Chile gehen, denn wir wollen uns dort zumindest mal die Hauptstadt ansehen und möglicherweise können wir einen Freund, den wir in Cordoba kennengelernt haben in seinem Haus in Chile besuchen. In Sachen Urlaub folgen wir statt einem Plan aber eher unserer Intuition und lassen uns mehr oder weniger Überraschen, wohin unsere weitere Reise geht.

Aus einem Gespräch mit einem Padre hier, habe ich erfahren, dass die Sommerferien, also die jetzt anstehenden Ferien, für die Jungen aus der Residenz wohl ganz anders aussehen werden, als wir es in Deutschland kennen und alle, anstatt wirklich Ferien zu haben, zur Arbeit gehen müssen. Dort leben sie oft unter schlimmsten Bedingungen und müssen sehr schwere Arbeit für sehr wenig Geld verrichten. Für die meisten der Jungen ist das ohnehin das Schicksal, welches auf sie, nachdem sie die Schule abgeschlossen haben, wartet. Umso schlimmer ist für mich die Vorstellung sie alle einfach so gehen zu lassen. Sie alle haben großes Glück in die Schule gehen zu können, zweimal am Tag eine warme Speise zu bekommen und hier ein zweites Zuhause geboten zu bekommen und sind deswegen sehr dankbar.

Die Jungs der Residenz beim täglichen Fußballspielen

Mich hat schon von Anfang an die Energie, die hier herrscht, beeindruckt und immer noch begeistern mich die Jungs wie sie, egal ob beim Fußball oder beim Kartenspielen, mit leidenschaftlicher Hingabe dabei sind und noch unvorstellbarer wird der Gedanke an die Arbeit, der sie in ein paar Wochen ausgeliefert sind.

Nochmal deutlicher macht das für mich jedoch, wie wichtig Orte wie dieser sind und wie wichtig es ist diese Projekte zu fördern und zu schützen.

An dieser Stelle will ich mich für alle eingegangen Spenden für meinen Freiwilligendienst herzlich bedanken und ich würde mich freuen, wenn noch weitere Spenden zusammenkommen!

Hier könnt Ihr spenden:

DON BOSCO MISSION

LIGA BANK MÜNCHEN

IBAN: DE66 7509 0300 0102 1418 76

VERWENDUNGZWECK: CLARA HEINE S23VB006

(für eine Spendenquittung bitte Ihre Adresse angeben)

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Ankommen und Wegfahren https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/10/19/ankommen-und-wegfahren/ https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/10/19/ankommen-und-wegfahren/#respond Thu, 19 Oct 2023 14:46:44 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/?p=29 Als ich vor ungefähr sechs Wochen in das Flugzeug nach Argentinien stieg, hatte ich wenig bis keine Vorstellungen von dem, was mich hier erwartet. Eins wusste ich jedoch, nämlich, dass sich so einiges in meinem Leben verändern wird. Nun muss ich feststellen, dass gleichzeitig gar nichts, aber doch so viel jetzt anders ist. Ich konnte […]

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Als ich vor ungefähr sechs Wochen in das Flugzeug nach Argentinien stieg, hatte ich wenig bis keine Vorstellungen von dem, was mich hier erwartet. Eins wusste ich jedoch, nämlich, dass sich so einiges in meinem Leben verändern wird. Nun muss ich feststellen, dass gleichzeitig gar nichts, aber doch so viel jetzt anders ist.

Ich konnte mich nun schon etwas einleben und meine Tage bekommen eine Routine. Ich muss jedoch auch feststellen, dass das mit der Routine gar nicht so einfach ist, da immer neue Dinge passieren und mein Alltag im Oratorio oft von Besuchern oder Festen unterbrochen wird. Ein Ereignis der letzten Wochen, war das Fest, bei dem Schüler aus einer anderen Schule vormittags das Oratorio besuchten und ich zum ersten Mal die traditionellen Folklore-Tänze bestaunen konnte. Noch überraschter war ich, als plötzlich auch die Jungs, die hier leben, zu tanzen begannen. Später lernte ich jedoch, dass so gut wie jeder hier die traditionellen Tänze beherrscht, denn sie sind ein Teil des Musikunterrichts an den Schulen.

Mittlerweile ist es für mich auch viel einfacher Kontakt mir den Jungs aufzunehmen. Nicht nur weil mein Spanisch immer besser wird, sondern auch weil die Jungs immer mehr auftauen und so sitze ich oft nach dem Mittag- oder Abendessen mit ihnen zusammen und wir spielen UNO und hören die von den Jungs ausgewählte Musik, zu der sie ausgelassen tanzen und überraschend textsicher sind. Besonders habe ich mich gefreut als zwei der Jungen uns zu ihrem Schulfest eingeladen haben. Neben zahlreichen Aufführungen verschiedener Sportkurse auf die die Teilnehmenden sichtlich stolz waren, gab es auch eine Anerkennung für ein paar der Jungs, bei der sie ein kleines Geschenk bekommen haben. Bei dessen Übergabe kamen anders als bei den Mitschülern der Jungs, nicht ihre Familien auf die Bühne um ein Foto mit ihnen zu machen, sondern wir vier Freiwilligen durften diesen besonderen Moment mit den Jungs miterleben. Dieser Moment war für mich sehr besonders, da mir dadurch erst richtig klar geworden ist, dass wir jetzt zumindest unter der Woche eine Art Familie für die Jungs darstellen, was nicht nur ein schönes, sondern auch ein trauriges und vor allem angsteinflößendes Gefühl ist. Natürlich ist es schön, dass die Jungen hier die Chance auf ein Leben in der Stadt mit der Möglichkeit auf eine Schulbildung bekommen, aber so weit weg von der eigenen Familie leben zu müssen ist sicher nicht leicht. Gleichzeitig wurde mir auch bewusst, welche Verantwortung wir tragen müssen und ich bezweifle, dass man dieser je wirklich gerecht werden kann. Nach diesem Abend, der mich teilweise auch an Schulveranstaltungen aus meiner Schullaufbahn erinnert hat, ging es am nächsten Tag gleich morgens auf in unsere erste kleine Reise.

Da das letzte Wochenende dank zwei Feiertagen lang genug für einen kleinen Trip war, ließen wir uns die Chance nicht nehmen und buchten ein Hostel im zwei-Stunden-entfernten San Miguel de Tucumán. Auf dem Weg, konnten wir das erste Mal den Luxus der Reisebusse miterleben, nicht nur waren die Sitze auffällig gemütlich, man konnte den Sitz auch so verstellen, dass es fast unmöglich war, nicht einzuschlafen. Angekommen in Tucumán machten wir uns zuallererst auf den Weg zu unserer Unterkunft, auf dem wir bei einem Markt vorbeikamen, der hier zwar nicht selten ist, aber dennoch bis dahin noch unbekannt für uns. So versuchten wir direkt alle Eindrücke aufzunehmen, schafften es aber trotz vieler Angebote von allen Seiten, ohne etwas zu kaufen wieder rauszukommen. Als wir nach einem kleinen Moment der Angst, in dem wir dachten, unser Hostel existiert gar nicht, dieses dann doch gefunden hatten, waren wir heilfroh, als die Rechnung beglichen war und wir zu unseren Betten, die sich im gemischten Schlafsaal befanden, geführt wurden. Nach einer kleinen Pause im Hostel, gingen wir ins Zentrum los. Wir folgten der Empfehlung der Rezeptionistin und gingen zum Stadtkern, wo wir ein Touristenzentrum auffanden, indem wir nach Empfehlungen für die nächsten drei Tage fragten. Nachdem wir daraufhin Buskarten für den kommenden Tag kauften, machten wir uns auf den Weg in ein Restaurant, um den Abend noch etwas ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag ging es dann auf nach Tafi de Valle, welches ein kleines Dorf ist, zu dem wir wieder mit einem der komfortablen Reisebusse gelangten. Nach der zweistündigen Fahrt erkundeten wir den Ort, der voller Touristen und kleinen Läden, sowie Märkten war. Ein Highlight war für mich die Landschaft um das Dorf, die wir schon auf dem Weg im Bus bestaunen konnten. Nachdem ich zu Beginn der Fahrt meine Augen für eine Weile geschlossen hatte, kam mir beim nächsten Öffnen ein knalliges Grün entgegen. Die Fahrt führte aber wieder aus dem Wald heraus, in eine Landschaft, die eher braun als grün, aber umso unnatürlicher wirkte. Wir waren nun in den Bergen angekommen. Den ganzen Tag schaute ich immer wieder hoch und bewunderte die braunen Berge im Kontrast mit dem blauen Himmel. Es sah fast wie gemalt aus und man konnte sich wie man so schön sagt, nicht satt sehen an diesem Ausblick. Auf der Fahrt kamen wir auch an einem See vorbei, den wir gerne auch näher betrachtet hätten, aber leider nur beim Vorbeifahren genießen konnten. Den Tag in Tafi de Valle verbrachten wir mit Spazierengehen, Essen und damit, die kleinen Läden zu besuchen, wobei wir ein ganz neues Südamerika-Feeling zu spüren bekamen und sehr genossen.

Am nächsten Tag machten wir uns mittags auf den Weg zu einem nahegelegenen See wo es gleichermaßen von Touristen wimmelte. Auch hier fragten wir zuallererst bei der Informationsstelle nach Tipps des Tages, denen wir dann mit Vergnügen nachgingen. Wir fuhren mit dem Sessellift auf die Aussichtsstelle und konnten von einem Berg aus, die Aussicht genießen. Leider war die Hitze an diesem Tag fast unerträglich, wodurch wir uns bald wieder auf den Weg nach unten zum See machten. Dort besuchten wir ein Museum, indem es einerseits um den See und interessante Funde im See ging, aber auch über die Geschichte Argentiniens wurde hier aufgeklärt. Nachdem ich mich noch mit dem Mitarbeiter des Museums unterhalten hatte, und ihm etwas auf Deutsch beibringen sollte, da laut ihm auch manchmal deutsche Touristen zu Besuch kamen, setzten wir uns mit Blick auf den See in ein schattiges Plätzchen und warteten auf die Aufführung der Artisten, die uns empfohlen wurde und an dem Abend in dem lokalen Amphitheater stattfinden sollte. Nachdem wir die Show, die wirklich beeindruckend war für eine halbe Stunde beobachten konnten, machten wir uns mit dem letzten Bus des Tages, der dementsprechend überfüllt war auf den Weg zurück in die Stadt.

Am letzten Tag des Ausflugs hatten wir nicht mehr viel zu tun, da uns zum einen die Hitze plagte und die meisten Geschäfte wegen des Feiertags geschlossen waren. Wir suchten also einen geeigneten Platz im Park und warteten, bis Padre Silvio, der das Wochenende auch in Tucumán bei seiner Familie verbracht hatte, uns wieder mit zurück nach Santiago nehmen konnte. Die Fahrt verging dank einiger sehr spannender Gespräche wie im Flug und war ein schöner Abschluss dieses ersten kleine Urlaubs hier in Argentinien.

Nach dem langen Wochenende ist nun langsam wieder die Routine zurück und so sitze ich gerade in meinem Estudio und muss alle halbe Stunde die Bitte nach Musik ablehnen.

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Ein zweites Mal Ankommen https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/25/ein-zweites-mal-ankommen/ https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/25/ein-zweites-mal-ankommen/#respond Mon, 25 Sep 2023 14:24:09 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/?p=23 Nach den letzten schönen Tagen in Córdoba, in denen wir unter anderem das Fußballstadion besichtigen konnten, brachen wir nach Santiago auf. Auf der Fahrt konnten wir neben Schlafen, mehr von Argentinien sehen und vor allem die Landschaft bestaunen. Straßen mit mehr als einer Spur gibt es hier nur in der Stadt und so muss beim […]

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Nach den letzten schönen Tagen in Córdoba, in denen wir unter anderem das Fußballstadion besichtigen konnten, brachen wir nach Santiago auf. Auf der Fahrt konnten wir neben Schlafen, mehr von Argentinien sehen und vor allem die Landschaft bestaunen. Straßen mit mehr als einer Spur gibt es hier nur in der Stadt und so muss beim Überholen von LKWs nicht wie in Deutschland auf die Autos hinter einem, sondern auf die entgegenkommenden Autos geachtet werden. Da die Straßen jedoch außerhalb der Stadt viel leerer sind als die Autobahnen in Deutschland, wird das nicht zum Problem und wir kamen sicher aber müde in Santiago del Estero an. Nachdem wir von allen mit dem traditionellen Küsschen begrüßt wurden und noch eine kleine Portion Nudeln essen durften, waren wir pünktlich zum „Buenas Noches“, welches hier um 23:15 Uhr jeden Wochentag stattfindet im Salon de TV. Es besteht neben einem Gebet aus einer Art Reflektion des Tages und wird abwechselnd von einem der argentinischen Freiwilligen und einem Padre gestaltet. Danach wurde uns unsere Wohnung gezeigt, welches erstmal nur meine Wohnung ist, denn es gibt nur eine Wohnung mit drei Zimmern, von denen zwei schon die argentinischen Freiwilligen bewohnen. Während ich es mir also in meinem Zimmer bequem machte, wird meinem Mitfreiwilligen Michael sein Zimmer gezeigt, welches im selben Haus aber am Rande einer Sporthalle liegt. Nun, da wir schon einige Zeit hier sind, hat er sich schon fast daran gewöhnt, dass er das ein oder andere Mal in die Taekwondo Stunde platzen muss, um aus oder in sein Zimmer zu gelangen. Im November, wenn die Argentinier ausziehen, kann er dann zu mir in die Wohnung ziehen.

An unserem ersten Wochenende erwartete uns ein Seminar, an dem Menschen teilnehmen konnten, die an normalen Wocheneden Kinder in verschiedenen Gruppen betreuen und in diesem Seminar neue Dinge für die Betreuung der Kinder lernen sollten. Wir durften ebenfalls teilnehmen und dabei neben ein bisschen Spanisch auch viele netten Leuten, kennenlernen. Trotzdem waren wir dankbar, als sich jeweils eine englischsprechende Argentinierin erbarmt hat, uns die jeweilige Aufgabe zu erklären. Nachdem am Sonntagnachmittag nach einem ereignisreichen und auch anstrengenden Wochenende dann endlich Ruhe eingekehrt war, gingen Michael und ich dann los in das Zentrum, welches uns von Padre Alex schon einige Tage zuvor gezeigt wurde. Nach dem langen aber erholsamen Spaziergang, fanden wir auf dem Weg ein kleines Restaurant indem wir uns Burger bestellten, wofür das Spanisch tatsächlich gerade so gereicht hat. Der Abend endete, wie nun schon einige Abende, mit einem Gesellschaftsspiel.

Unsere erste „Arbeitswoche“, verlief relativ entspannt, da zum einen, die Jungs, die hier unter der Woche leben und in verschiedenen „Estudios“, ihre Aufgaben machen, viel Disziplin beweisen, und uns zum anderen noch nicht viele Aufgaben anvertraut wurden. Am Freitag durfte ich dann vier Mitarbeitern des Oratorios auf eine kleine Reise auf das Land begleiten. Dort haben wir nach etwa vier Stunden Fahrt, Jungen und ihre Familien getroffen, die möglicherweise nächstes Jahr, das Oratorio bewohnen werden. Auch wenn ich hier natürlich nicht viele Aufgaben erledigen konnte, war es für mir sehr spannend das Land und die ärmere Seite Argentiniens zu sehen. Eine weitere Sache, die ich beobachten konnte, war das Verhältnis zwischen den Eltern und den Mitarbeitern des Oratorios. Hier habe ich gemerkt, dass es für viele nicht so einfach ist, ihre Söhne in „fremde“ Hände zu geben, und da es deshalb umso wichtiger ist, dass die Padres und Sozialarbeiterinnen, ein gewisses Vertrauen zu den Familien aufbauen.

Mein zweites Wochenende in Santiago verlief dann schon eher so, wie ich es im kommenden Jahr wohl öfter erleben werde. Am Samstagnachmittag besuchten wir Kindern in einem der ärmeren Viertel und gemeinsam wurden Spiele gespielt, die Kinder durften neben malen auch Kekse essen und lernten dabei etwas über die zehn Gebote. Ich hatte viel Spaß dabei viele Fragen zu beantworten und durfte jedes Wort, welches den Kindern in den Sinn kam, auf Deutsch übersetzten. Der Sonntag verlief sehr entspannt, weil wir keine bestimmte Aufgabe haben, und so macht ich mich zu einem Spaziergang auf und hatte die Möglichkeit einen wirklich leckeren Kaffee zu trinken. Den Rest des Tages konnten wir entspannen, wie es sich für einen Sonntag gehört und nachts schauten wir gemeinsam mit zwei Padres und den argentinischen Freiwilligen unseren ersten Horrorfilm auf Spanisch.

Nun bricht eine neue Woche an und ich kann es kaum erwarten, mein Spanisch zu verbessern, die Jungen im Oratorio besser kennenzulernen und natürlich weiterhin in diversen Gesellschaftsspielen mein Können zu beweisen.

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Adiós Córdoba https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/12/adios-cordoba/ https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/12/adios-cordoba/#respond Tue, 12 Sep 2023 19:43:51 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/?p=20 Eine Woche ist es nun her, dass ich mein Zuhause in Deutschland verlassen habe und meine letzte Nacht in Deutschland in einem Hotel in der Nähe des Münchner Flughafens verbracht habe. Bevor es dann morgen nach Santiago del Estero losgeht, will ich noch ein bisschen von den letzten Tagen, hier in Cordoba, berichten. Denn es […]

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Eine Woche ist es nun her, dass ich mein Zuhause in Deutschland verlassen habe und meine letzte Nacht in Deutschland in einem Hotel in der Nähe des Münchner Flughafens verbracht habe. Bevor es dann morgen nach Santiago del Estero losgeht, will ich noch ein bisschen von den letzten Tagen, hier in Cordoba, berichten. Denn es ist viel passiert. Unsere Tage waren oft begleitet von Bier und viel gutem Essen. Bier gibt es hier tatsächlich ziemlich oft und natürlich wollen die Argentinier uns Deutsche mit ihrem einheimischen Bier begeistern und unsere Meinung zu traditionellem Essen wissen. Generell wurde ich in den letzten Tagen sehr oft, vielleicht schon etwas zu oft, nach meiner Meinung zu den alltäglichsten Dingen gefragt. Die Frage nach meinem Gemütszustand ist jedoch immer ernst gemeint und zeugt, soweit ich das einschätzen kann, von tatsächlichem Interesse. Umso trauriger ist es, dass mein Spanisch, auch wenn es sich schon verbessert hat, oft nicht für eine ausführliche Antwort ausreicht und die Fragenden sich oft mit einem „Muy bien“ (Sehr gut) oder manchmal auch mit einem „Mas o menos“ (Naja) zufriedengeben müssen. Wir durften am Wochenende mit einigen Studenten in das örtliche „Oratorio“ gehen, und da wir in Santiago del Estero auch in einem „Oratorio“ arbeiten werden, konnten wir schon einmal in unsere zukünftige Arbeit reinschnuppern. So wirklich habe ich jedoch immer noch nicht verstanden, was ein „Oratorio“ ist und was unsere genaue Arbeit dort sein wird, denn hier wird in den Einrichtungen oft einfach mit den Kindern Fußball gespielt. Aus einem Gespräch mit zwei Argentiniern, die an ihrem Wochenende immer in einem „Oratorio“ arbeiten, um die Kinder auf eines der Sakramente der Kirche vorzubereiten, habe ich gelernt, dass genau das das Problem hier ist. Oft wird nur mit den Kindern gespielt ohne, dass sie etwas über den Glauben lernen. Es ist natürlich verständlich, dass lieber Fußball gespielt wird, anstatt Unterricht zu haben, wir sind hier schließlich in Argentinien, und hier führt kein Weg vorbei von Fußball. Bisher hatte wohl jeder Tag etwas mit Fußball zu tun, so waren wir gestern beispielsweise auf einem Fest, welches von den Salesianern organisiert wird und bei dem mehrere Teams aus verschiedenen Schulen in verschiedenen Sportarten gegeneinander antreten. Diesmal konnten wir neben Fußball- auch Volleyball- und Basketball-Teams bejubeln. Das Fest hat mich tatsächlich auch etwas traurig gemacht, denn so etwas gibt es in Deutschland leider nicht und die Bundesjugendspiele sind Nichts zu den vielen Essensständen, den fast schon professionellen Schiedsrichtern, den Tribünen für die Fans und der (sehr) lauten Musik die von extra DJ-Pults gespielt wurde. Eines meiner Highlights war, als ich ein deutsches Lied anmachen durfte, welches dann, so hat es sich angefühlt, in ganz Cordoba zu hören war. Unter der Woche ist hier sonst eher weniger los, da die hier lebenden Studenten in die Universität gehen müssen. Dadurch hatten Michael und ich noch etwas Zeit zu entspannen, bevor es für uns dann in absehbarer Zeit so richtig losgehen kann. Als ich von einem der Argentinier gefragt wurde, wie ich mich hier im Haus der Salesianer fühle, musste ich feststellen, wie vertraut es mir hier schon vorkommt. Es fühlt sich so an als wären wir schon ewig hier, obwohl nicht einmal eine ganze Woche vergangen ist. Das liegt wahrscheinlich an den vielen Erfahrungen und neuen Eindrücke, die wir gesammelt haben. Der Abschied morgen wird also sicher nicht ganz leichtfallen, obwohl ich es so langsam gar nicht mehr erwarten kann, mein „richtiges“ Zuhause für das Jahr kennenzulernen und endlich meine Koffer auspacken zu können.

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Angekommen in Argentinien https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/11/hallo-welt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/2023/09/11/hallo-welt/#comments Mon, 11 Sep 2023 15:09:29 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/clarainargentinien/?p=1 Wir schreiben den 8.09.2023. Bienvenidos – ein Wort, welches wir in den letzten beiden Tagen wohl öfter als jedes andere gehört haben. Nach einem ganzen Tag reisen, wurden wir hier, in Cordoba, um 3 Uhr nachts nach argentinischer Zeit von zwei Argentiniern am Flughafen abgeholt. Wir wurden zu unseren Zimmern gebracht, an denen Schilder mit […]

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Wir schreiben den 8.09.2023. Bienvenidos – ein Wort, welches wir in den letzten beiden Tagen wohl öfter als jedes andere gehört haben. Nach einem ganzen Tag reisen, wurden wir hier, in Cordoba, um 3 Uhr nachts nach argentinischer Zeit von zwei Argentiniern am Flughafen abgeholt. Wir wurden zu unseren Zimmern gebracht, an denen Schilder mit „Bienvenido Clara“ oder „Bienvenido Michael“ angebracht waren. Nach einer warmen Dusche wartete ein etwas kaltes aber lang ersehntes Bett auf mich. Nach 5 Stunden Schlaf ging es dann zum Frühstück. Nach dem Frühstück bekamen wir eine gesamte Hausbesichtigung inklusive vieler weiterer „Bienvenidos“ und, ganz nach argentinischer Art, von jeder Person, die uns über den Weg lief eine Umarmung. Nun kannten wir das Haus, in dem wir bis zum 13. September untergebracht sind. Am Sonntag, den 10. September wird unser Ansprechpartner aus unserem Projekt in Santiago del Estero zu uns stoßen. Mit ihm werden wir dann am Mittwoch in unser Zuhause für die nächsten 12 Monate aufbrechen. Nach dem Mittagessen haben uns zwei der hier lebenden Studenten in das Zentrum der zweitgrößten Stadt Argentiniens begleitet. Nach einer 40-minütigen Busfahrt, konnten wir wunderschöne Kirchen bestaunen und wurden in die Katakomben von Cordoba geführt. Wir mussten jedoch erfahren, dass das Zentrum eher weniger beliebt bei den Studierenden ist, denn vieles was uns gezeigt wurde, war auch für einen unserer Begleiter, der ursprünglich aus Chile kommt neu. Nach einer kurzen Taxifahrt und einem kleinen Spaziergang durch den Park, wurde uns ein typisch argentinisches Essen gezeigt. Choripán, was wohl am Ehesten mit einem Hotdog vergleichbar ist, schmeckte meinem Mitvolontär Michael und mir hervorragend. Auf dem Rückweg traf dann so langsam die Müdigkeit ein, denn man darf nicht vergessen, dass Deutschland uns fünf Stunden im Voraus ist und die vorherige Nacht von wenig erholsamem Schlaf im Flugzeug geprägt war. Wieder im Haus der Salesianer angekommen gab es um 21 Uhr dann auch Abendessen und ein paar gute und vor allem lustige Gespräche. Man kann allgemein sagen, dass es hier nicht an Humor mangelt, wobei sicher auch unser gebrochenes Spanisch das ein oder andere Mal zur Unterhaltung beiträgt. Wie wir aber wissen, macht Übung den Meister und wir lassen uns nicht unterkriegen, wenn es darum geht zu versuchen die Argentinier zu verstehen oder von ihnen verstanden zu werden. Heute wird hier ein Geburtstag gefeiert und uns wurde schon voller Vorfreude von dem anstehenden Essen und der Feier berichtet. Jetzt sitzen wir mit unseren Laptops im Couch- und Fernsehraum und werden mindestens jede halbe Stunde gefragt, ob wir etwas brauchen oder uns wird Mate angeboten. Die Menschen hier sind alle viel freundlicher als ich es mir je hätte vorstellen können und auch wenn dies erst unser zweiter Tag hier ist, fühlen wir uns schon super wohl und sowohl Michael als auch mir kommt es so vor als wären wir schon viel länger hier

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