Und so schnell ist schon ein Monat vorbei. In den letzten Wochen haben wir unglaublich viel erlebt und konnten viele neue Erfahrungen sammeln.

Unser Deutschkurs ist mittlerweile in vollem Gange und macht uns beiden sehr viel Spaß. Wir gestalten den Kurs sehr kommunikativ und fokussieren uns deshalb vor allem aufs Sprechen. Danach steht erst einmal der IT-Kurs auf dem Programm. Dabei unterstützen wir die Lehrer und nehmen teilweise auch selbst an den Kursen teil, um sie in Zukunft besser unterstützen zu können. Vor allem im Tally-Kurs sind wir sehr aktiv. Tally ist eine indische Software, die vor allem im Einzelhandel verwendet wird. Die Schüler lernen hier die Basics, damit ihnen der Einstieg ins Berufsleben erleichtert wird.

Auch die Nachmittage sind immer sehr abwechslungsreich. Manchmal spielen wir mit den Schülern Spiele, an anderen Tagen gehen wir auf den Markt und erkunden ein wenig die Stadt. Mittlerweile haben wir sogar schon ein Lieblingscafé gefunden.
Im Youth Centre gibt es jeden Mittwoch einen Lobpreisabend, an dem wir beide immer teilnehmen. Dort konnten wir bereits viele Kontakte knüpfen. Der Leiter des Lobpreisabends hat uns auch gleich zu einem christlichen Event mitgenommen – dem Galilee Trail.
Man kann es sich ein bisschen wie eine christliche Jugendfreizeit vorstellen. Eine Woche lang waren wir mit Jugendlichen in Siloam, etwa eine Stunde von Shillong entfernt. Den Wetterumschwung haben wir sofort gespürt: Es hat nicht geregnet und war angenehm warm. Für uns also fast wie Urlaub!

Natürlich gab es aber auch einiges an Programm. Am ersten Tag haben wir eine Schule für Kinder mit Hör- und Sprachbeeinträchtigungen besucht und anschließend den Nachmittag mit ihnen verbracht. Wir haben viele Spiele gespielt und auch ein wenig Gebärdensprache gelernt. Ich war sehr beeindruckt von der Freude, die die Kinder in sich tragen, und von ihren Bemühungen, mit uns zu kommunizieren, obwohl es auch für viele von uns nicht ganz einfach war, uns gut auszudrücken. Am Ende wurden dann doch die Stifte rausgeholt …
An den restlichen Tagen haben wir uns viel mit der Bibel auseinandergesetzt und alltägliche Themen aus einer christlichen Perspektive betrachtet. Wir beide konnten sehr viel aus diesem Event mitnehmen und sind dankbar, dass wir so spontan daran teilnehmen durften. Natürlich wurden auch direkt Freundschaften geknüpft und Urlaubspläne für Deutschland geschmiedet.
Letzte Woche, rund um Durga Puja, ein großes hinduistisches Fest, hatten die Schüler hier in Shillong etwa eine Woche Ferien. Auch wir hatten in diesem Zeitraum keine Kurse. Deshalb haben wir die Woche genutzt, um ein wenig die Umgebung zu erkunden und das Ganze mit kleineren Projekten zu verbinden. Father Riton, ein Priester in unserem Projekt, hatte einige kleinere Veranstaltungen außerhalb von Shillong. Wir haben ihn dabei unterstützt, indem wir mit den Kindern vor Ort kleine Action Songs getanzt haben. Die Kinder haben sich sehr gefreut – vor allem, als wir nach den Action Songs mit Süßigkeiten durch die Reihen gegangen sind.

Anschließend haben wir noch einige Touri-Spots in der Umgebung besucht. Wir sind zu einem großen Wasserfall gefahren. Leider hatten wir an diesem Tag unsere Badesachen vergessen, deshalb haben wir uns an den Rand gesetzt und einfach die Natur bewundert. Dort gab es auch die Möglichkeit, Kanu zu fahren. Das haben wir natürlich genutzt und hatten sehr viel Spaß! Die Fathers haben sich ein Kanu geteilt und wir beide uns das andere.Am nächsten Tag ging es dann mit Father Riton zu einem Jubiläum. Ein Priester feierte sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Der Gottesdienst war sehr schön. Obwohl wir leider nichts verstanden haben, da er auf Khasi war, haben wir die Chorlieder sehr genossen.
Anschließend gab es eine große Feier. Schüler aus der Schule, die an die Kirche angrenzt, haben den ganzen Abend gestaltet und das Programm vorbereitet. Es wurde viel gesungen und getanzt. Der Abend hat uns beiden sehr gut gefallen, auch wenn es gegen Ende ziemlich kalt wurde und wir darauf nicht ganz vorbereitet waren.
Dort haben wir auch einen Bekannten von Father Riton kennengelernt. Er hat uns erzählt, dass er Ende des Jahres heiraten wird, und uns direkt zu seiner Hochzeit eingeladen. Wir haben uns sehr über diese unerwartete Einladung gefreut!

Am nächsten Tag sind wir an die Grenze zu Bangladesch gefahren. Die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis. Wir sind an Schluchten und kleinen Dörfern vorbeigefahren und haben an kleinen Obstständen am Straßenrand gehalten, um uns etwas für die lange Fahrt zu besorgen. Insgesamt waren wir fünf Stunden unterwegs.Angekommen sind wir schließlich an einem Fluss. Das Wasser war unglaublich klar. Wir haben uns eine kleine Bucht gesucht und sind baden gegangen. Natürlich haben wir auch eine kleine Bootstour unternommen. Father Riton wurde in dieser Woche also zu unserem persönlichen Touriguide!

Das steht für die kommende Zeit an

Neben unserem Deutschkurs planen wir, einen Mal-Workshop anzubieten. Viele Jugendliche kommen ins Youth Centre und verbringen dort den ganzen Nachmittag. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, einen kleinen Rückzugsort zu haben, an dem sie in Ruhe ihrem Hobby nachgehen können.
Abends kochen wir regelmäßig für die Fathers. Anfangs gab es typisch deutsche Gerichte, mittlerweile probieren wir uns aber auch ein wenig aus und lernen gemeinsam mit Didi, unserer Köchin und gleichzeitig der „Mutter des Hauses“. Bis jetzt hat es zum Glück allen geschmeckt – zumindest haben sie das behauptet. Wir vertrauen einfach mal drauf.
An den Wochenenden fahren wir in die Dörfer und feiern dort gemeinsam Gottesdienste. Viele Menschen aus den Dörfern haben nicht die Möglichkeit, in die Stadt zu fahren. Deshalb kommen wir zu ihnen und verbringen auch Zeit mit den Kindern.
Wir sind beide sehr gespannt auf das, was noch kommt!
Bis bald!

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