Und schon ist eine Woche um …

So lange hat man auf das Auslandsjahr gewartet und plötzlich ist man mittendrin – und gewöhnt sich langsam an den Alltag, die neue Umgebung und das Leben in Indien. Aber fangen wir ganz am Anfang an!

Am 11.09. ging unser Flieger von München nach Delhi. Der Abschied von der Familie war schwer, aber die Vorfreude auf das neue Kapitel war definitiv größer. 😉

In Delhi angekommen, mussten wir erst einmal sechs Stunden am Flughafen überbrücken. Also machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem und landeten – wenig überraschend – bei McDonald’s. Dort durften wir direkt feststellen, dass auch indische Burger durchaus eine gewisse Schärfe besitzen können … puhhh! Am nächsten Morgen ging es um 06:40 Uhr mit dem Anschlussflug weiter nach Guwahati. Dort wurden wir von unserem Direktor, Father Makri, abgeholt. Angekommen waren wir aber noch lange nicht – vor uns lagen noch vier Stunden Autofahrt nach Shillong.Dabei bekamen wir auch unseren ersten Eindruck vom indischen Verkehr. Sagen wir es so: Die Autofahrt war durchaus … adrenalinreich. 😅 Als wir schließlich im Projekt ankamen, hieß es erst einmal: „Take some rest!“ Und genau das haben wir dann auch gemacht.

Die ersten Tage in Shillong

Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließend mit der Messe. Der Gottesdienst hat uns beiden unglaublich gut gefallen – vor allem die Lieder, die gesungen wurden.

Danach besuchten wir ein weiteres Don-Bosco-Projekt. Auf dem Weg dorthin legten wir mehrere Zwischenstopps ein, um die Landschaft zu bewundern. Überall, wo man hinschaut, gibt es etwas Neues zu entdecken. Deshalb klebten wir während der Fahrt förmlich an den Fensterscheiben – wir wollten schließlich nichts verpassen! 😄

Am Montag wurde es dann richtig voll im Projekt. Von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr ist hier eigentlich immer etwas los. Viele Jugendliche besuchen verschiedene Kurse oder spielen Tischtennis und Carrom. Carrom müssen wir allerdings definitiv noch etwas üben – gerade sieht es für uns eher schlecht aus. 😂 Auch Badminton ist hier sehr beliebt. Am Vormittag nehmen wir an den verschiedenen Kursen teil, die vor Ort angeboten werden. Momentan sind wir vor allem im IT-Kurs aktiv und gehen dort die Grundlagen von MS Office durch.

Ich persönlich finde das super spannend, weil wir dabei auch selbst die Möglichkeit haben, Dinge zu wiederholen, die man eigentlich schon längst wieder vergessen hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass Excel und Word teil meines Alltags in Indien sein werden. Am Nachmittag stehen dann vor allem Sport und der Nähkurs auf dem Programm – wobei ich beim Nähen leider etwas zu oft meinen Faden verliere…

Die Menschen hier vor Ort sind unglaublich offen und freundlich. Schon in den ersten Tagen haben uns einige Jugendliche direkt mit auf den Markt genommen und uns ein bisschen von der Stadt gezeigt. Shillong ist eine unglaublich lebendige Stadt – voller Farben, Lichter und Menschen. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken.

Auf dem Markt sind wir als Deutsche natürlich ziemlich aufgefallen. Viele Menschen waren neugierig und wollten wissen, woher wir kommen. Dabei haben wir die Offenheit und das Interesse der Menschen als sehr herzlich erlebt.

Nachdem wir dann fast von einem Tuk-Tuk überfahren worden wären und uns erst einmal von dem Schock erholen mussten, ging es noch zur Cathedral of Mary Help of Christians. Die Kathedrale liegt nur wenige Meter von unserem Projekt, dem Don Bosco Youth Centre, entfernt und ist wunderschön.

Am Samstag, den 19.09., wurden wir zu einem weiteren Don-Bosco-Projekt mitgenommen, das direkt an einem See liegt. Die Landschaft war wieder wunderschön und wir haben uns direkt vorgenommen, auf jeden Fall noch einmal dorthin zu fahren.

Auf dem Gelände wurde ein großer Bibelgarten angelegt, in dem wichtige Ereignisse der Bibel anschaulich dargestellt werden. Für Rosa und mich war das super spannend – wir hätten dort wahrscheinlich problemlos den ganzen Tag verbringen können. Auch das Wetter war dort deutlich wärmer als in Shillong. Obwohl wir nur etwa eine Stunde mit dem Auto gefahren waren, konnte man den Temperaturunterschied deutlich spüren. Und natürlich klebten wir auch dieses Mal wieder an den Fensterscheiben. 😄

Am Nachmittag waren wir noch einmal auf dem Markt und haben uns gemeinsam mit zwei Jugendlichen aus dem Projekt traditionelle Khasi-Kleidung gekauft. Denn am nächsten Tag stand ein Fest an!

Es war die Willkommensfeier für die neuen Studenten von Don Bosco. Und plötzlich fanden wir uns bei der After-Party auf der Bühne wieder und tanzten das Fliegerlied vor.

Diesen Moment zähle ich definitiv zu den Situationen, bei denen ich vorher nie gedacht hätte, dass ich einmal darin landen würde. 😂

Es war ein ordentlicher Schritt aus der Komfortzone – aber im Nachhinein ein unglaublich lustiger und unvergesslicher Moment.

Was mir aus dieser ersten Woche besonders hängen geblieben ist

Die Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte, sind unglaublich großzügig und herzlich. Davon kann man sich auf jeden Fall eine große Scheibe abschneiden.

Außerdem habe ich in dieser ersten Woche gemerkt, dass man manchmal einfach ins kalte Wasser springen und sich auf neue Situationen einlassen muss. Je mehr man sich selbst zutraut und sich auf das Unbekannte einlässt, desto öfter landet man in Situationen, die man vorher niemals erwartet hätte – und die am Ende unglaublich wertvoll werden.

Und genau deshalb bin ich gespannt, was die nächsten Wochen noch für uns bereithalten.

Sooo … ich freue mich auf die kommende Zeit und bin gespannt, was noch alles kommen wird! 🇮🇳❤️