Weihnachten Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/tag/weihnachten/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Mon, 16 Mar 2026 14:44:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Weihnachten Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/tag/weihnachten/ 32 32 Joyeux Noël – Weihnachten mal anders https://blogs.donboscovolunteers.de/dueaukoue/2026/01/30/joyeux-noel-weihnachten-mal-anders/ https://blogs.donboscovolunteers.de/dueaukoue/2026/01/30/joyeux-noel-weihnachten-mal-anders/#comments Fri, 30 Jan 2026 17:26:03 +0000 http://21746.136 Erstmal Frohes Neues! Bisschen spät vielleicht, aber besser spät als nie und außerdem wurde uns erklärt, dass man sich ruhig den ganzen Januar noch ein gutes neues Jahr wünschen darf… Ich hoffe, ihr habt alle schöne und besinnliche Feiertage verbracht im kalten Europa! Dass es ausgerechnet in dem Jahr, in dem ich nicht da bin, […]

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Erstmal Frohes Neues! Bisschen spät vielleicht, aber besser spät als nie und außerdem wurde uns erklärt, dass man sich ruhig den ganzen Januar noch ein gutes neues Jahr wünschen darf…

Ich hoffe, ihr habt alle schöne und besinnliche Feiertage verbracht im kalten Europa! Dass es ausgerechnet in dem Jahr, in dem ich nicht da bin, in den Weihnachtsferien in Brüssel geschneit hat, finde ich ja schon unfair. Aber gut. Ihr werdet wahrscheinlich auch etwas neidisch sein, wenn ich euch erzähle, dass ich echte afrikanische Elefanten gestreichelt habe (kleiner Teaser, im nächsten Blogeintrag mehr). So hat jeder Ort so seine Vorteile… Und Weihnachten war auch ohne Schnee sehr, sehr schön!!!

Stromausfall in Bethlehem

Ich hatte ja schon letztes Mal erzählt, dass wir den Kindern einen Adventskalender gebastelt hatten und auch die Deko bereits Mitte Dezember hing (warum könnt ihr bei Gladys nachlesen). Was noch fehlte, war das Krippenspiel.

Sobald die letzten Prüfungen am 19. Dezember hinter uns lagen, machten wir uns an die Arbeit. Den Text hatten Gladys und ich bereits mithilfe von ChatGPT verfasst, nun ging es also an die Rollenverteilung und ans Proben. Das war eine ziemliche Herausforderung, denn bei Proben mit über zwanzig Kindern und Jugendlichen, die Theaterspielen nicht gewöhnt sind, ist das Chaos vorprogrammiert… Aber am Ende wussten alle (mehr oder weniger), was sie zu tun hatten und die Aufführung am Weihnachtsabend war ein voller Erfolg!

Das Publikum hatte großen Spaß an unserer Version der Weihnachtsgeschichte: Engel Gabriel kam zu spät, weil sein Motorradtaxi ihn an der falschen Kreuzung abgesetzt hatte, Josefs Reisetasche wurde von einem Achtjährigen gespielt, den Josef sich über die Schulter warf, Maria nahm aus reiner Verzweiflung sogar den Stall ohne Mosquitonetz, der Hirte fragte sich, ob das grelle Licht der Engel nun wohl ein Zeichen sei oder doch nur das Ende des Stromausfalls bedeute, Herodes trug eine Sonnenbrille (nach Sonnenuntergang) und der Stern sagte „bling bling“, während er Weisen voraus auf die Krippe zutanzte…

Spulen wir aber nochmal zurück zum 22. Dezember, denn vor Weihnachten haben wir noch einiges gemacht. Und zwar:

Endgegner Dusche

(Wer noch mehr Spaß beim Lesen haben möchte, macht für den nächsten Teil folgende Musik an: https://open.spotify.com/track/2JJNV1Kwrcj28NhYX69b46?si=KQgPtrQUTky1ta_CwcEbSw)

Am 22. Dezember, dem Montag vor Weihnachten, zogen Gladys und ich mit Schrubber, Lappen und fragwürdig riechendem Putzmittel in den Kampf. Unser Gegner: Dreck und Staub. Den ganzen Vormittag über kehrten und wischten wir jede Ecke unserer Zimmer. Wir entstaubten unsere Fenster und polierten die Schreibtischoberfläche, wir wischten unterm Bett (dringend nötig!) und befreiten die Nachttischschublade von den omnipräsenten Kreideresten.

Wir hatten ein Ziel, eine Mission, nichts konnte uns aufhalten – doch dann kam: die Dusche. Gegen die Dreckspritzer auf ihren ehemals weißen Wandkacheln versagten all unsere Waffen. Wir schlugen uns tapfer, doch es sah alles nach einer Niederlage aus. Ich stöhnte vor Frust, als Gladys die rettende Idee hatte: sie nahm sich ihre alte Zahnbürste, tauchte sie in das, dem Geruch nach zu urteilen, giftigen Putzmittel und stürzte sich erneut ins Gefecht. Als ich sah, wie viel effektiver sie nun war, fasste ich neuen Mut und tat es ihr gleich. Beim Schrubben fiel mein Blick auf die Seife. Ob es damit wohl auch funktionieren würde? Ja, tatsächlich, auf einmal ging der Schmutz viel leichter ab! Ich jubelte: Nun würden wir es schaffen! Und tatsächlich: Am Ende erstrahlte die Dusche wieder in glänzendem Weiß (oder zumindest fast ;)).

In der Weihnachtsbäckerei

Am 23. Dezember haben wir unseren Koch Fidèle überfallen und die Küche unsicher gemacht. Über 500 Plätzchen haben wir als Geschenk für die Kinder und die Salesianer gebacken! Dafür standen wir 5 Stunden in der Küche und haben so manche Kleckerei gemacht. Hier unsere Anleitung zum Nachmachen:

  • Fidèle bitten zwei Schüsseln Mehl, eine halbe Schüssel Zucker (ja, auf dem Markt wird die Maßeinheit „Schüssel“ verwendet, wobei eine große Schüssel einer Schüssel entspricht und eine kleine Schüssel einer halben Schüssel) und eine Flasche Öl miteinzukaufen, Backpulver noch vorrätig haben
  • Sobald Fidèle zurück ist, Mehl und Backpulver in eine Rührschüssel geben und vermengen
  • In der größten Rührschüssel, die man auftreiben kann, Wasser, ca. eine halbe Flasche Öl und die Hälfte des Zuckers verrühren
  • Langsam das Mehl unter die Flüssigkeit rühren, bis ein fester Teig entsteht
  • Schrittweise so viel Mehl und Wasser hinzufügen, wie Mehl vorhanden ist, gegebenenfalls nachsüßen
  • Teig gut durchkneten und für eine Stunde in den Kühlschrank geben
  • Baseballgroßes Stück Teig nehmen und mit einem mehrere Kilo schweren Riesen-Nudelholz auf der Plastiktischdecke des Esstisches ausrollen, dabei „In der Weihnachtsbäckerei“ und andere Weihnachtslieder hören
  • Mit einem hohen, dünnen Glas den Teig noch feiner ausrollen und das Glas als Ausstecher verwenden
  • ausgestochene Kreise auf das vorgefettete Backblech, Servierplatten, Teller u.ä. legen
  • Gasofen anmachen und mit einem Streichholz Flamme entzünden, dabei möglichst nicht verbrennen
  • Backblech und metallene Servierplatten in den Ofen schieben und Plätzchen (fast) goldbraun werden lassen
  • den letzten Schritt wiederholen bis alle Plätzchen gebacken wurden

Sobald wir mit dem Backen fertig waren, mussten wir auch schon los. Erst fuhren wir mit Père Jonathan zum Markt, denn er musste noch ein paar Dinge für die Feier besorgen. Wir nutzten die Gelegenheit, um Schuhe mit Absätzen zu kaufen. Warum das so wichtig war, erfahrt ihr später.

Jedenfalls fuhren wir anschließend zum Busbahnhof, denn wir erwarteten Besuch!!! Katja, Gladys beste Freundin, macht nämlich auch gerade einen Freiwilligendienst in Togo (allerdings nicht mit Don Bosco und auch nicht hier in Kara, sondern in Lomé) und hat die Feiertage bei uns verbracht. So wurde aus den „Zwillingen“ „die drei Musketiere“.

Barca-Freundin

Und plötzlich war Heiligabend.

Am Mittwochvormittag stellten wir Katja den Kindern vor. Diese empfingen sie mit offenen Armen. Weil Gladys ihnen bereits erzählt hatte, dass Katja Fußball spielt, wollten die Jungs gleich von der neuen Tata, wie die Kinder uns nennen, wissen, wer besser ist: Ronaldo oder Messi? Und noch viel wichtiger: FC Barcelona oder Real Madrid? Als sie mit „Barca“ antwortete, deklarierte einer der Kleinen: „Cool, du kannst bleiben, meine Barca-Freundin!“

Vor-Weihnachtsgeschenk

Auf dem Weg von den Jungs zu den Mädchen schauten wir bei der Schneiderin vorbei. Ich muss schon wieder ausholen:

Am 15. Dezember haben Gladys und ich uns einen Traum erfüllt: Wir waren mit der Maman von den Mädchen Stoffe kaufen. Sie zeigte uns einige Läden und wir hatten die Qual der Wahl. Ein Stoff schöner als der andere! Nach viel hin und her und Stoffe-über-die-Schulter-legen hatten wir uns endlich entschieden.

Mit den Stoffen gingen wir direkt zur Schneiderin, deren Atelier praktischerweise genau zwischen den beiden Foyers liegt. Dort brauchte Gladys für den Entscheidungsprozess, welche Schnitte es nun werden sollten, mindestens genauso lange wie in den Stoffläden. Ich hingegen hatte ziemlich genaue Vorstellungen, nur das Beschreiben fand ich schwierig. Letztendlich habe ich es einfach aufgezeichnet.

Dann wurden noch unsere Maße genommen und wir fragten, ob die Kleider wohl vor Weihnachten fertig sein würden. Die Antwort: „Das eleganteste schaffen wir bis zum Fest, die anderen kommen dann nach.“ Damit waren wir zufrieden.

Soweit die Vorgeschichte. Nun also zurück zum 24. Dezember: Gladys, Katja und ich gingen also zur Schneiderin, um unsere fertigen Outfits abzuholen. Tatsächlich waren alle Outfits schon fertig. Überraschung! Wir haben uns riesig gefreut!!!

Anprobieren, letzte Anpassungen, bezahlen und ganz, ganz herzlich bedanken. Gladys und ich kamen gar nicht mehr aus dem Strahlen, die Vorfreude auf Weihnachten war kaum mehr auszuhalten.

Für diese Outfits hatten wir auch am Vortag die Schuhe mit Absatz gekauft.

Nicht ganz so stille Heilige Nacht

Bereit für die Christmette

Die neuen Kleider wurden gleich am selben Abend bei der Christmette eingeweiht. Wir hatten uns richtig schick gemacht, mit schöner Frisur, Mascara und allem. Umso enttäuschter waren wir, als wir sahen, dass die Gottesdienstbesucher und insbesondere -besucherinnen viel weniger herausgeputzt waren als an ganz normalen Sonntagen. Auch die Länge bzw. Kürze hat mich überrascht. Nicht einmal ganz zwei Stunden, da waren normale Sonntagsgottesdienste schon länger…

Die Enttäuschung wurde jedoch nach dem Gottesdienst vom Posaunenchor im wahrsten Sinne des Wortes weggeblasen, denn auf dem Parkplatz der Kirche spielten sie noch so manches flotte Loblied. Trotz der Absätze ließen wir uns in die tanzende Menge ziehen und drehten richtig auf. Solche Momente werde ich, wenn ich wieder zurück bin, definitiv vermissen! Wo gibt es das schon in Europa, dass nach Mitternacht vor der Kirche noch spontan ein „Ball poussière“ (wörtlich übersetzt „Staubball“, also eine Tanzveranstaltung im Freien, wo alle frei tanzen) zu Lobliedern veranstaltet wird?

Herbei, oh ihr Gläub’gen

Die Heilige Nacht war vor allem eines: kurz. Am nächsten Morgen fuhren wir drei mit Père Jonathan zum Gottesdienst nach Atéda. Atéda ist eines der umliegenden Dörfer, für die die Salesianer ebenfalls als Pfarrer zuständig sind. Das war das komplette Gegenteil der Messe des Vortages: Alle trugen ihre besten Kleider, der Kinderchor steckte alle mit seiner guten Laune an, die Kirche war brechend voll… Während der Messe wurden sieben kleine Kinder getauft, was für Ateda einen neuen Rekord darstellt. Die Gemeinde dort wächst stetig und ist äußerst engagiert. Das merkt man auch, deshalb sind die Gottesdienste dort meine liebsten, auch wenn das Kirchengebäude bisher nur rudimentär ausgestattet ist. Es fehlen beispielsweise noch Bänke, die Gläubigen bringen jedes Mal ihre eigenen Stühle mit.

Fête en famille – Familienfeier

Kein Fest ohne Festmahl. Das weiß auch unser wunderbarer Koch Fidèle und zauberte eine Tafel, die ich mir nicht einmal hätte erträumen können.

Zur Feier des Tages trugen alle viel zu kleine Weihnachtsmützen mit einer blinkenden 2026. Wir sahen total lächerlich aus, aber irgendwie hatte es seinen eigenen Charme.

Nach dem Essen gab es Bescherung. Einer nach dem anderen durfte jeder zum Plastikweihnachtsbaum gehen und sich jeweils eine Tafel Schokolade und einen Kalender von seinen Zweigen nehmen. Unter dem Baum lagen außerdem noch drei schön verpackte Geschenke. Die waren für uns Mädchen, wie uns erklärt wurde. Wir waren total gerührt und auch überfordert. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet! Wir haben übrigens jeweils einen Stoff bekommen. (Diesmal lasse ich mir einen Hosenanzug schneidern. ☺)

Anschließend wurden noch Fotos gemacht, dann gingen wir vollgefressen und mit vor Rührung feuchten Augen ins Zimmer. Es war eine richtige Familienfeier! Ja, ich hätte natürlich gerne meine Brüder und meine Eltern bei mir gehabt, aber ich war viel zu glücklich, um etwas zu vermissen!

Familienfoto

Fest der Freude, Fest des Fufus

Als wir im Foyer ankamen, waren die Vorbereitungen fürs Festessen bereits in vollem Gange. Wir hatten auch noch einiges zu tun: Während Gladys und Katja die Geschenke für die Kinder einpackten, machte ich mit den entsprechenden Kindern die Generalprobe fürs Krippenspiel. Die lief, wie es sich für echte eine Generalprobe gehört, absolut furchtbar ab.

Eigentlich sollte es um 18:30 Uhr Abendessen geben, letztlich wurde es dann aber 21:10 Uhr. Solange tanzten wir.

Zu essen gab es, wie bereits erwähnt, Fufu mit Fisch und Soße. Das ist etwas ganz Besonderes, denn Fufu ist aufwendig und damit nicht Teil des üblichen Speiseplans der Kinder. Dazu hatte das Foyer von den Don-Bosco-Schwestern zwei Biskuitrollen geschenkt bekommen. Diese teilten wir während des Essens (!) auf die Kinder auf. Persönlich finde ich ja, dass Fisch und süße Schlagsahne jetzt nicht die perfekte Kombi sind, aber die Kinder waren überglücklich und das ist schließlich die Hauptsache.

Nachdem der Hunger gestillt war, folgte das Krippenspiel. Ein echtes Highlight für alle Beteiligten! Anschließend zogen Katja, Gladys und ich uns zurück, um uns für unseren großen Auftritt vorzubereiten.

Mamans Noël

„Santa Claus is coming to town…“ Zu diesem Lied tauchten wir als Mamans Noël (also als Weihnachtsfrauen) verkleidet wieder auf. Mit Geschenkesack auf dem Rücken tanzten wir auf die Bühne. Nach einer kurzen Ihr-wart-hoffentlich-alle-brav-Ansprache verteilten wir die Geschenke. Wir riefen die Kinder einzeln auf. Jeder bekam ein Stofftaschentuch, auf das wir mit einem den jeweiligen Namen geschrieben hatten (es gibt also keine Ausrede mehr für Rotznasen). Die Kleinen bekamen außerdem ein kleines Spielzeug, beispielsweise ein Aufziehauto. Unsere Geschenke an die Kinder waren Gemeinschaftsgeschenke: Drei Springseile und ein Puzzle für die Mädchen, sieben Springseile und drei Puzzle für die Jungs. Und unsere selbstgemachten Plätzchen durften natürlich auch nicht fehlen.

Kurz nach Mitternacht fuhren wir bei den Kindern mit unglaublich vielen neuen Eindrücken ab. Was für ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Jesus feiert Kindergeburtstag

Am 27. Dezember haben wir im Centre „Kinderweihnachten“ gefeiert. Dazu kamen ganz viele Kinder der Gemeinde und aus dem Viertel und auch die Grundschüler aus dem Foyer waren dabei.

Die Messe zum Auftakt wurde vom Kinderchor und von der Jugendblaskapelle begleitet. Wir sangen und tanzten, die Stimmung war toll! Ich bin immer wieder begeistert, wie lebendig die Messen hier sind!

Nach der Messe gab es eine „Kirmes“. Für die Sankt-Paulaner unter euch: Ihr könnt euch das wie eine Sola-Olympiade oder das Kinderprogramm vom Gemeindefest vorstellen. Es gab also verschiedene Stationen, an denen die Kinder kleine Gewinnspiele machen konnten. Für die Gewinner gab es jeweils ein Ticket. Diese Tickets konnten dann gegen kleine Geschenke eingetauscht werden.

An dieser Station musste Wasser in einer Schüssel von A nach B gebracht werden. Wer das Gefäß hinten schneller füllte, gewann.

Torschuss, Korbwerfen, Sackhüpfen… „Ein riesiger Kindergeburtstag“, so beschrieb Gladys es ihrer Familie bei einem Telefonat. Nur eine Station war richtig doof, denn das Ziel war, mit einem Streichholz acht Kerzen anzuzünden. Prompt verbrannten sich zwei unserer Mädchen am Daumen und konnten nicht mehr spielen.

Zum Glück gab es bald Mittagessen für die Kinder, das verbesserte die Stimmung erheblich. Es war ein Picknick, wobei „Picknick“ hier nicht das Gleiche bedeutet wie in Europa. Hier versteht man unter Picknick ein gekochtes Essen, das von zu Hause mitgebracht und daher meist kalt gegessen wird. Sonst wird nämlich quasi immer warm gegessen, Brotzeit gibt es nicht.

Nach dem Mittagessen endete dann für unsere Kinder die Veranstaltung und sie fuhren auf der Ladefläche des Pick-Ups wieder ins Foyer.

Ein riesengroßes Dankeschön

Zum Abschluss dieses Blogeintrags möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen.

Danke an alle, die diesen Blog lesen und mich so auf meinem Abenteuer begleiten. Ich habe neulich geguckt, wie viele Aufrufe mein Blog eigentlich so hat und es sind wesentlich mehr, als ich erwartet hatte. Es freut mich, dass ihr euch für meine Erfahrungen interessiert. Bei Fragen gilt: Einfach kommentieren oder mir privat schreiben. Und wer informiert werden möchte, wenn ein neuer Blogeintrag online ist, kann mir gerne eine E-Mail an christine.gnan2006@gmail.com schreiben, dann lege ich einen Verteiler an, das ist dann wie ein Abo. (Die Idee habe ich übrigens von Alena geklaut, schaut gerne auch bei ihrem Blog vorbei.)

Danke an alle, die während der Feiertage an mich gedacht und mir liebe Nachrichten geschrieben haben. Ich freue mich immer über Updates von euch! Ganz besonders freue ich mich über Anrufe. Grundsätzlich ist montags für mich am besten, da habe ich frei.

Ein riesiges Danke an alle, die meinem Spendenaufruf gefolgt sind!!! Dank euch ist dieses Jahr überhaupt möglich! Wie die letzte Spendenübersicht gezeigt hat, habe ich weit mehr als nur einen Stoff geschenkt bekommen. Eure Großzügigkeit hat dafür gesorgt, dass ich die 3000 Euro zusammenhabe!!! Was für ein Weihnachtsgeschenk! (Dennoch freue ich mich über weitere Spenden, denn wir zahlen alle in einen Topf und andere Freiwillige haben beim Spendensammeln mehr Schwierigkeiten als ich, weil ihr Umfeld finanziell weniger gut aufgestellt ist. Wenn ihr spenden wollt, könnt ihr das über diesen Link tun. Wir alle wissen eure Großzügigkeit und Solidarität sehr zu schätzen. Schonmal großes Danke im Voraus! )

Und last but not least danke, danke, danke an meine Togo-Familie! Ich hatte etwas Angst vor meinem ersten Weihnachten ohne meine Familie, aber dank euch war es eine wunderschöne Zeit und eine ganz besondere Erfahrung. Von Einsamkeit keine Spur! Wie auch, wenn ich doch von einer Reihe lieber Onkel (denn so fühlt sich unser Verhältnis zu den Salesianern für mich an), lauter strahlenden Foyer-Frechdächsen, einer megalieben neuen Freundin und meiner Fast-schon-Schwester umgeben war? Ich hab euch alle lieb und will gar nicht darüber nachdenken, dass fast schon die Hälfte unserer Zeit zusammen vorbei ist… (Ja, Gladissa, ich hör schon wieder auf! Man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass einem die Leute hier ans Herz gewachsen sind.)

Euch allen einen wunderschönen Tag, wo und wann auch immer ihr das hier lest! Bis zum nächsten Mal! Ich geb mir Mühe, dass es diesmal nicht wieder so lange dauert!

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Weihnachtszeit bei 30 Grad https://blogs.donboscovolunteers.de/vonmarlenebisbenin/2026/01/27/weihnachtszeit-bei-30-grad/ https://blogs.donboscovolunteers.de/vonmarlenebisbenin/2026/01/27/weihnachtszeit-bei-30-grad/#comments Tue, 27 Jan 2026 19:44:56 +0000 http://21741.365 Joyeux Noël et bonne année à tous ! Jedes mal, wenn ich einen neuen Blogeintrag beginne, lese ich mir meinen vorherigen durch, um zu wissen, wo ich in meiner Geschichte hier stehengeblieben bin. Dabei fällt mir immer erst auf, wie viel hier denn eigentlich doch passiert. Also kommt hier für euch die Schilderung meines Dezembers, […]

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Joyeux Noël et bonne année à tous !

Jedes mal, wenn ich einen neuen Blogeintrag beginne, lese ich mir meinen vorherigen durch, um zu wissen, wo ich in meiner Geschichte hier stehengeblieben bin. Dabei fällt mir immer erst auf, wie viel hier denn eigentlich doch passiert. Also kommt hier für euch die Schilderung meines Dezembers, so detailliert, wie es mein Gedächtnis hergibt…

Die elfte Woche haben Matilde und ich in Porto-Novo verbracht: Kaffe trinken gehen, den Musikunterricht der Kinder begleitet, Chorprobe, Messe am Sonntag. Leise zischte das Streichholz, als die erste Kerze auf dem Altar angezündet wurde. 1. Advent, Beginn der Weihnachtszeit. Leise und übertönt von den unzähligen Ventilatoren in der Kirche, um die Messe bei den 30 Grad hier erträglich zu machen. Die 30 Grad, die unsere Weihnachtsstimmung hier maßgeblich übertönten. 

Zum Mittagessen wurden wir auf eine Adventsfeier in einer Gemeinde in der Nachbarschaft eingeladen. Tanzen, essen, singen…

Woche 12:

So oft, wie in der 12. Woche, waren wir bisher noch nie in Cotonou. Montags waren wir dort mit ein paar anderen Freiwilligen zum Kaffetrinken verabredet und auch ein Einkauf im Supermarkt war nötig. Und am Dienstag waren wir in der Post, um ein Paket meiner Familie abzuholen.

Mittwochs haben wir tagsüber der Köchin der Kinder beim Bohnensortieren geholfen und sind mit Arnaud zum Rathaus in Porto-Novo gefahren, da wir uns langsam um unser Visum kümmern mussten.

Dort wurde uns allerdings gesagt, dass wir für die benötigten Dokumente nach Cotonou fahren müssten und so waren wir am Donnerstag schon wieder dort. Das mit dem Visum stellte sich leider als komplizierter heraus, als gedacht. Da uns nämlich immer noch bestimmte Dokumente fehlten, kamen wir an dem Tag nicht weit und Arnaud beschloss kurzerhand uns eine kleine Cotonou-Führung zu geben. Wir besichtigten eine Kirche, eine Bücherei und eine beeindruckende Markthalle. Danach waren wir noch gemeinsam essen und kurz am Strand bevor wir wieder nach Hause fuhren. Es ist schön jemanden wie Arnaud hier zu haben, der uns bei Sachen, wie dem Visum, hilft. Jemanden wie Arnaud, mit dem es immer witzig ist und der sich in der Schlange vorm Immigrationsbüro kichernd sein Messe-Gewand überwirft, weil „man so schneller rankommt“. Jemanden wie Arnaud, der uns Orte zeigt, die wir ohne ihn wahrscheinlich niemals entdeckt hätten. 

Am Freitag haben wir unsere Freunde in Calavi besucht, gemeinsam zu abendgegessen und die Nacht im Club am Strand verbracht. Wenn beim Einschlafen um 7 Uhr die Vögel vergnügt zwitschern und die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster strahlen, dann war der Abend gut. 

Den nächsten Morgen haben wir dafür genutzt Calavi ein wenig zu erkunden und haben dabei einen sehr süßen Obstladen entdeckt. Bevor es für uns wieder nach Porto-Novo ging waren wir noch essen und am Strand. Und wer von euch war an Nikolaus so bei 30 Grad im Meer? 

Sonntags waren wir, wie immer, in der Messe, mittags bei den Kindern und abends beim gemeinsamen Abendessen.

Woche 13:

Die Woche darauf startete leider weniger gut, da Matilde am Montag mit einer schönen Mandelentzündung aufwachte. So bestand der erste Teil der Woche aus Krankenhausbesuchen mit Matilde, Sachen für meine kranke Mausi einzukaufen und abends mit den Kindern sehr ausdauernd UNO zu spielen- bevor es mich am Mittwoch dann selber erwischt hat. Mit dicken Lymphknoten hat der weitere Ausflug nach Cotonou wegen des Visums am Freitag nur halb so viel Spaß gemacht, aber wenigstens hat das Beantragen jetzt geklappt. Außerdem hat uns Ida begleitet. Ida ist die Nichte von Arnaud, die die Woche über in der Communité zu Besuch war und mit der wir uns sehr gut verstanden haben. „Morgen kommt deine Cousine“, hatte Arnaud ihren Besuch angekündigt gehabt, was mich kurz verwirrt hatte- aber klar: die Nichte eines Pères ist für uns unsere Cousine. Ida kommt aus dem Norden Benins und macht dort gerade ihren Master in Jura. Außerdem ist sie sehr aufmerksam und kreativ und schenkte Matilde und mir selbstgehäkelte Schals gegen unsere Halsschmerzen. Vielleicht besuchen wir sie ja irgendwann nochmal in Parakou.

Am Samstag habe ich wieder einmal bei dem Musik/Tanzunterricht der Kinder mitgemacht und den Sonntag, an dem die Köchin nicht da ist, haben Matilde und ich genutzt um ein paar Sachen in der Küche zu machen. 

Das gemeinsame Essen mit den Kindern jeden Sonntagabend war an diesem Tag außerdem eine gute Gelegenheit, die deutsche Nikolaus-Tradition nochmal aufzugreifen. Da wir am eigentlichen Nikolaustag ja in Calavi und die folgende Woche krank waren, ist der Nikolaustag für die beninischen Kinder von DonBosco nun ab jetzt der 14. Dezember. Nachdem die Kinder alle ruhig waren, erzählten wir ihnen die Geschichte vom Nikolaus und warum man in Deutschland abends die Schuhe vor die Tür stellt. Und wir erzählten ihnen, dass wenn sie heute ihre Schlappen über Nacht draußen lassen würden- ganz vielleicht der Nikolaus kommen würde. Es war süß zu beobachten, wie aufgeregt die kleinen Kinder durch die Gegend hüpften und wie skeptisch die etwas älteren uns mit Fragen zum Nikolaus durchlöcherten. 

Da die Kinder abends immer noch ewig lange wach sind und Matilde und ich eigentlich vor Müdigkeit schon nicht mehr geradeaus gucken konnten, hielten wir uns eingekuschelt in meinem Bett mit einem Weihnachtsfilm nach dem anderen wach, bis es draußen um circa halb eins ganz ruhig war. Bepackt mit Lachgummis und Haribos schlichen wir durch die Gänge, in der Hoffnung, dass uns weder der nicht informierte, bewaffnete Nachtwächter, noch eines der Kinder erwischte. 

So gestresst war ich lange nicht mehr- Ich hoffe der Nikolaus wird gut bezahlt.

Zum Glück ging jedoch alles gut und unser gespieltes Staunen war groß, als die Kinder am nächsten Tag von ihren Geschenken vom Nikolaus erzählten.

Woche 14:

In der 14. Woche ging es uns gesundheitlich endlich wieder richtig gut und wir konnten die Woche nutzen wieder richtig zu arbeiten: morgens der Köchin oder dem Gärtner zu helfen, die Schulpause mit den Kindern zu verbringen, sowie die Nachmittage. 

Am Montag hat uns Jean, der Gärtner, gezeigt, wie Erdnüsse wachsen und wie man sie erntet. 

Zum Mittagessen waren wir in einer anderen DonBosco-Gemeinde, in der ein spanischer Salesianer namens Rapha seinen Geburtstag feierte und abends hat uns der Fußballtrainer der Kinder zu einem Spaziergang zum Fischmarkt Porto-Novos eingeladen und uns außerdem das Gebäude der beninischen Fußball-Nationalmannschaft gezeigt. Dabei hat er uns einige interessante Dinge über die Stadt und die Umgebung erzählt- wie es hier aussah, als er nach Porto-Novo gezogen ist, wie neu die ganzen Straßen hier sein und vieles mehr. 

Am Dienstag haben wir geholfen im Garten Palmblätter kleinzuschneiden und am Mittwoch in der Küche beim Gemüse schneiden. Außerdem wurde in der Woche fleißig das Gelände weihnachtlich geschmückt- zumindest so, wie es in Benin nunmal als weihnachtlich empfunden wird. Zwischen buntblinkenden Lichterketten und leuchtenden Diskokugeln wurde in die Bäume so ziemlich alles gehängt, was im Lager so zu finden war. Vor allem die orangenen aufblasbaren Schwimmhilfen mit Werbung zur Nikotinsuchtbekämpfung fanden Matilde und ich sehr amüsant.

Den Samstag haben wir mit zwei anderen Freiwilligen aus Porto-Novo im Schwimmbad verbracht und den Abend in einem Restaurant mit Kartenspielen ausklingen lassen. 

Und der Sonntag zeigte uns, dass man die Spontanität Benins nicht unterschätzen sollte. Als Arnaud uns nach dem Mittagessen fragte, ob wir wieder mit ihm spazieren gehen wollen, sagten wir zu- als er allerdings dann das Auto holen ging waren wir ein wenig verwirrt. Und als dann auf halber Strecke noch zwei weitere Beniner dazustiegen, fragten wir, wohin wir denn fahren würden. „Ich muss noch ein Grundstück segnen“, antwortete Arnaud. Klar. Was man sonntags halt so macht. Vier Löcher in die Erde buddeln, auf die später das Haus kommt. In jedes Loch eine Prise gesegnetes Salz aus einer Brotdose, ein Schluck Wasser aus einer Plastikflasche aus dem Späti nebenan und ein paar silberne Maria-Statuen und Kreuze aus irgendeinem Souvenirshop. Dann irgendwas aus der Bibel lesen und der Hausbau kann beginnen. Falls das jemand von euch nachmachen will. War jedenfalls auch mal eine Erfahrung.

Als Arnaud uns auf dem Heimweg noch eine Kirche zeigen wollte, haben wir zufällig andere Freiwillige aus Cotonou getroffen, die das Wochenende in Porto-Novo verbrachten. Nachdem wir etwas gegessen hatten und dabei von einer Gruppe beninischer Straßenkinder eine traditionelle weihnachtliche Tanzshow bekommen haben, beschloss Arnaud kurzerhand alle 6 Freiwillige in sein Auto zu quetschen und noch eine spontane Porto-Novo-Tour einzulegen. So brachte er uns an einen versteckten Steg an der Lagune, an dem wir den Sonnenuntergang beobachten konnten. Außerdem fuhren wir zu der Kirche, in der damals der Chorwettbewerb stattfand und zu dem Biergarten, in dem wir in unserer allerersten Woche hier in Benin mit allen Pères waren. Es war ein besonderes Gefühl nochmal an diese Orte zu kommen. Zu wissen, wie lange unsere Ankunft hier nun schon her ist. Wie viel wir schon erlebt haben. Und wie gut wir uns mittlerweile doch schon in unserer Stadt hier auskennen.

Woche 15:

Die Kinder hatten nun Weihnachtsferien. Zwei Wochen. Für die Einrichtung hieß das also Programm ohne Ende. So gab es über die zwei Ferienwochen jeden Tag Fußball-/Hand-/Basketball-Turniere auf dem Gelände. 

Begonnen hat die Woche mit dem offiziellen „Tag der beninischen Kinder“- dem 22.12. Das Gelände war voller Kinder, die für den Tag auf unser Gelände kamen im zu feiern. Es gab ein Quiz mit Fragen über die Kinderrechte, Benin und Porto-Novo und Süßigkeiten als Preis. Es wurde gegessen, gesungen und getanzt. Wie stolze Mütter saßen wir in der letzten Reihe und applaudierten kräftig, als „unsere“ Kinder, die Jungs aus dem Internat, ganz aufgeregt die beiden eingeübten Lieder und Tänze dazu aufführten, die sie so lange geprobt hatten.

Am Mittwoch war dann Heilig Abend- für Matilde und mich ein besonderer Tag, für die Beniner eher weniger, da Weihnachten hier erst am 25. gefeiert wird. Tagsüber war ich mit den Kindern auf dem Hof- dekorieren, Karten Spielen- bis unserer Freunde aus Calavi ankamen.

Als wir auf unserer Dachterasse die Kerzen des Adventskranzes, den meine Mutter mir in das Paket gepackt hatte, anzündeten, Weihnachtsmusik hörten und uns unsere Wichtelgeschenke überreichten, war ich tatsächlich für ganze 15 Minuten des Dezembers in Weihnachtsstimmung.

Dann war es Zeit für die Messe. Es war voll und heiß, aber als der Kirchenchor anfing „Hört der Engel helle Lieder“ auf Französisch zu singen und beim „Gloria“ die ganze Gemeinde mitsang und tanzte- das war schön. Weniger schön war die kleine krumme Puppe, die das Jesuskind darstellen sollte und von Père Arnaud durch die Kirche, nach vorne getragen und in die Krippe gelegt werden sollte. Auf seinen Einsatz wartend warf er uns verstohlen Blicke in die letzte Reihe zu, um einen Lachanfall aufgrund der Hässlichkeit dieser Puppe zu unterdrücken. Die Krippe war sehr groß und mit einem riesigen „Stern über Betlehem“ versehen, der mit, für Epileptiker nahezu lebensgefährlich, schnell blinkenden Lichterketten verziert war. Bei diesem Rot-Blau-Grün-Lichterterror hätte ich als Hirtin den Stall auch ohne den Engel Gabriel gefunden. Vermutlich weil ich mich entweder wegen Erblindungsgefahr beschwert hätte oder die Geburt Jesu mit einem Rave verwechselt hätte. Man weiß ja nicht, wie Maria und Joseph damals gefeiert haben. Vielleicht wurden Jesus‘ Rave-Danceskills auch nur einfach nicht mit in die Bibelgeschichte aufgenommen.

Oder Beniner haben einfach ein komisches Verständnis von Weihnachtsdeko. Die Messe war jedenfalls schön.

Bis spät nachts waren wir noch mit den Kindern auf dem Hof. Über die Musikanlage schallte ein Weihnachtslied nach dem anderen, die Kinder tanzten ausgelassen, spielten fangen…

Zwischendurch konnte ich ebenfalls kurz mit meiner Familie zu telefonieren. Es war alles wie immer: der Tannenbaum steht an der gleichen Stelle wie immer, es gibt das gleiche Essen wie immer, und man geht in die gleiche Kirche wie immer. Mein Papa bekommt, wie jedes Jahr, ein Paar Socken von meiner Mama und freut sich wahnsinnig darüber, meine Mama bekommt, wie jedes Jahr, ein Wellness-Gutschein, der noch ewig zu Hause am Kühlschrank hängt bevor er eingelöst wird, und verschenkt, wie jedes Jahr, ein Kartenspiel für die Familie, das den Rest der Ferien ohne Ende gespielt wird und dann wieder für ein halbes Jahr in Vergessenheit gerät. Alles wie immer. Und es ist jedes Jahr wunderschön. Und es ist schön, dass es jedes Jahr ist, wie es jedes Jahr ist und dass alles immer ist, wie es immer ist. Natürlich wäre ich gerne in Deutschland gewesen, aber ich glaube, es war auch mal gut so ein anderes Weihnachten zu erleben. Kein Weihnachtsessen, keine Plätzchen, keine Geschenke. Zu hinterfragen, worum es an Weihnachten eigentlich geht. Das Fest der Liebe. Die Liebe zu meinen Menschen zu Hause, die nicht weg sind, sondern nur den ein oder anderen Kilometer entfernt. Die Liebe zur Tradition, das an Weihnachten eben alles immer ist, wie es jedes Jahr ist. Aber auch die Liebe zur Neugier, Neues Kennenzulernen, Neues zu entdecken und zur Mut auch einfach mal alles ganz anders zu machen.

Am nächsten Morgen war die Festtagsstimmung dann auch auf dem Gelände endgültig angekommen. Nach der Messe um 9 Uhr stand „Caravanne“ auf unserem Programmzettel. Ahnungslos liefen Matilde und ich den Jungs hinterher, aus der Kirche auf die Straße. An Weihnachten scheint es in Porto-Novo die Tradition zu geben, einen großen Weihnachts-Umzug zu machen, wie es wir Deutschen von Karneval oder Demos kennen. Mit großen Trommeln, Tröten und Posaunen zogen wir durch die Straßen- je lauter desto besser, hieß es anscheinend. Von außen sicher ein sehr lustiger Anblick, vor allem, da unsere Schneiderei den Dezember über fleißig an einheitlicher Festtagskleidung für jeden einzelnen gearbeitet hatte. Durch den Schnitt unserer Kleider und die Farbe des Stoffes sahen Matilde und ich ein bisschen aus, wie Tannenbäume, aber passt ja wenigstens zu Weihnachten. 

Wieder auf dem Gelände angekommen gab es eine Runde Gruppenfotos und dann einen biblischen Animationsfilm für die Kinder, dessen Handlung ich genau so wenig nachvollziehen konnte, wie die Unmengen an Chilli, die in das Weihnachtsessen am Mittag eingekocht wurden. Während des Essens gab es wieder Moderation, Kinder, die etwas vorgetanzt haben, Musik…

Nachmittags waren wir auf dem Steg an der Lagune zum Kartenspielen und Sonnenuntergang angucken und haben dann abends in dem Biergarten Burger gegessen, bevor unsere Freunde mit dem Bus wieder zurück nach Calavi gefahren sind.

Ein langer Abschied war dies allerdings jedoch nicht, da wir zwei Tage Später wieder nach Cotonou gefahren sind. Dort fand nämlich am Wochenende des 27/28.12 das „Weloveya“-Festival statt, für das wir Karten kaufen konnten (15€ für zwei Tage Festival und insgesamt 40 Künstler*innen). Nach Matildes und meinen deutschen Festival-Erfahrungen sind wir also früh morgens aus Porto-Novo los gefahren, mit der Erwartung, mit einer Ankunft von drei Stunden vor dem Einlass irgendwo in der Mitte der Schlange zu landen. Dass um 13 Uhr das Festivalgelände noch gar nicht fertig aufgebaut war- hier noch Schilder gesprayt wurden, da die Stände ihre Grills aufbauten und von einer Schlange natürlich weit und breit nichts zu sehen war- damit hatten wir nicht gerechnet. So schlugen wir unsere Zeit mit Kartenspielen und Mittagsschlaf auf der Wiese tot und auch die bis dahin aufgebauten Essensstände blieben vor uns nicht sicher. Um 19 Uhr- ganze 6h später- hatten wir es durch den Einlass geschafft und uns relativ weit vorne gute Plätze sichern können. Und um 23 Uhr- mit einer beachtlichen Verspätung von 5h- stand dann der erste Künstler auf der Bühne. 50.000 Leute sind heute hier, verkündete der Moderator und die Drohnenaufnahmen dieser Menschenmasse auf dem Bildschirm neben der Bühne war beeindruckend. Und wir ganz vorne, zwischen den aufgedrehten beninischen Fans, die jeden Künstler kannten, jedes Lied, jede Lyrics. Ich kannte einen Künstler. Drei Lieder. Nach GIMS Auftritt war es 5 Uhr und wir beschlossen nach Hause zu fahren, da uns die 20 Stunden wach sein und 17 Stunden davon auf dem Festivalgelände ziemlich gut müde gemacht hatten.

Am nächsten Morgen sind wir kurz aufgestanden um etwas zu essen und beim monatlichen Zoommeeting mit den anderen DonBosco-Freiwilligen teilzunehmen- haben aber im Grunde bis 19 Uhr geschlafen- fit für die nächste Runde! 

Um 7 Uhr wurde das Festival mit einem spektakulären Feuerwerk beendet. Genauso spektakulär war es, dass wir gegen 8 tatsächlich ein Zem fanden, dass uns nach Calavi, in die WG fuhr. In Cotonou gibt es zwar wahnsinnig viele Zems, nur eben keine 50.000 für die 50.000 Menschen, die alle gleichzeitig nach Hause wollten. Um 8.30 Uhr angekommen stand die Sonne schon hoch am Himmel und so beschlossen wir, unserem Schlafrhytmus zu liebe, direkt zurück nach Porto-Novo zu fahren. Einen Stop bei der Post und beim Supermarkt und der zweistündigen Busfahrt später waren wir also mittags wieder zu Hause, wo uns die ausgeschlafenen Kinder stürmisch begrüßten.

Insgesamt war das Festival sehr aufregend. Selbst wenn ich nicht so viel mit den Künstler*innen anfangen konnte, war die Atmosphäre sehr besonders. Die tanzenden Menschen in den bunten Lichtern, der Geruch von dem verschiedensten Essen in der nächtlichen Hitze und mittendrin die riesige Amazone-Statue unter dem Sternenhimmel.

Woche 16:

Entsprechend der letzten Tage wurden die letzten Tage des Jahres ordentlich zum Ausruhen und Genießen der Ferien genutzt- Wäsche waschen, Aufräumen, Putzen, und… schon wieder Taschen packen. An den extrem kirchlich geprägten Alltag habe ich mich langsam gewöhnt, an Silvester um 00 Uhr jedoch in der Messe zu sein, reizte uns allerdings weniger und so sind wir mittags zu unseren Freunden nach Calavi gefahren. Abends haben wir Essen bestellt und ein Krimidinner gespielt, was (besonders als Mörderin) sehr Spaß macht und sind dann an den Strand gefahren. 

10,9,8… Der Sekundenzeiger wanderte der vollen Stunde immer näher

7,6,5… Schnell noch das Tshirt ausziehen und die Bikinischleife zuknoten

4,3,2… Haare hoch und Schmuck aus

1,0… Über den heißen Sand rennen und sich in die brausenden, pechschwarzen Wellen stürzen.

„Frohes neues“, Umarmungen, Untertauchen.

In der Ferne blitzte das zentrale Feuerwerk Cotonous bunt am Himmel.

Frohes neues.

Und damit war 2025 Vergangenheit.

Das Jahr, in dem so viel passiert ist. So viel geendet und so viel Neues begonnen. Das Jahr, in dem mein Abenteuer hier begann. Das letzte Jahr, in dem ich noch Kind war. Und jetzt wohne ich am anderen Ende der Welt. Das Leben ist manchmal verrückt.

Die Tage nach Silvester haben wir in Calavi und Cotonou verbracht: Essen gehen, Umgebung erkunden, auf dem Dantokpa-Markt shoppen und auf der Hausparty einer anderen Freiwilligen Karaoke singen…

Woche 17:

Damit waren die Ferien vorbei und bis Mittwoch ging unser gewohnter Alltag weiter. Zurzeit läuft der Fußball-Afrika-Cup, der hier natürlich gespannt verfolgt wurde. Benin und Fußball ist jedoch leider so eine Sache. Nachdem die Beniner letzte Woche schon 3:0 vom Senegal zerlegt wurden, war am Montag Ägypten dran. Als Benin in der 80. Minute das ausgleichende 1:1 schoss, rannten die Kinder schreiend über den Hof und waren außer sich vor Freude. Dass Benin in den letzten zwei Minuten noch zwei Gegentore kassierte und damit endgültig ausgeschieden ist, bekamen die Kinder schon nicht mehr mit, da es Zeit zu essen war.

Vom 8.-10.1 finden in Benin die „Vodoun-Days“ in Ouidah statt. Das Event, für das Benin bekannt ist. 

„Vodun heißt „Gott“ oder „Geist“ und ist zur Bezeichnung der Religion geworden. […] Der Vodun ist ein Heilungskult, der das Gleichgewicht zwischen Göttern, Menschen und Ahnen aufrechterhalten oder wiederherstellen will.

(https://www.ezw-berlin.de/publikationen/artikel/voodoo-eine-globalisierte-religion/)

Mit dem falschen Bild von „Nagelpuppen und Zombies“ hat Voodoo übrigens nichts zu tun.

„Es gibt einen Schöpfergott, mit dem man jedoch nicht kommunizieren kann. Stattdessen ist das mit seinen Kindern möglich. Mehr als 400 sollen es sein.“

(https://www.deutschlandfunk.de/voodoo-in-benin-ein-grosses-fest-fuer-eine-alte-religion-100.html)

Jeder dieser Götter hat eine bestimmte Bedeutung. 

„Donnergott Hevioso soll beispielsweise Die­b*in­nen und Lüg­ne­r*in­nen verjagen. Ogun gilt als Gott der Metallbearbeitung. In Zeremonien hat jede Gottheit eigene Gesänge und Trommelklänge und für Opfergaben ganz besondere Vorlieben.“

(https://taz.de/Voodoo-im-westafrikanischen-Benin/!5906493/)

Seit 1997 sind diese Tage übrigens offizielle Feiertage, an denen die Kinder schulfrei haben.

Wer mehr über diese Religion lesen will, dem empfehle ich diese drei Artikel im Übrigen sehr!

Für uns ging es jedenfalls am Donnerstag nach Cotonou, wo wir uns mit anderen Freiwilligen und Père Arnaud getroffen haben, und von dort aus an den Strand von Ouidah gefahren sind, an dem abends immer Programm stattfand. Es gab verschiedenste Essens- und Merchstände, eine riesige Bühne, bekannte, dort auftretende Künstler*innen und eine Menge Leute. 

Das Festival zieht eine Menge Touristen an und bedingt, dass alle Hotels und Restaurants in Ouidah schon lange im Voraus ausgebucht sind. Außerdem bedingt das, dass die Straßen nach Ouidah nachts komplett überfüllt waren und wir so spontan in der WG in Calavi geschlafen haben. 

In der ganzen Stadt Ouidah fanden an verschiedenen Orten verteilt Shows, Opfergaben oder Ähnliches statt. Nachdem wir am Freitag unser Auto geparkt hatten und mit einem Bus-Shuttle ins Zentrum gefahren sind, haben wir uns die Show des Gottes „Zangbéto angesehen. Zangbéto ist der Gott der Nacht. Mit Heuhaufen-ähnlichen Kostümen wirbeln die „Götter“ über den Platz und verscheuchen somit Diebe und Hexen. Die Kostüme und die Atmosphäre waren beeindruckend. Auch dem Gott Egungun konnten wir beim Tanzen zusehen, bevor wir nach dem Mittagessen zum Strand gefahren sind. Dort fand auf der Bühne die traditionelle Voodoo-Zeremonie statt. Außerdem konnte man Tischtennis und Tischkicker spielen, am Strand liegen…

Mit dem Auto sind wir dann nach Comé gefahren- ein Ort, westlich von Ouidah, indem Arnauds Cousine wohnt und wo wir die Nacht schlafen durften. Die Fahrt war ziemlich nervenaufreibend durch die Dunkelheit, das nicht richtig funktionierende Autolicht und die vielen Hügel auf der schlechten Straße (genau 26, wie Arnaud am nächsten Tag erzählte, der alleine auf seinem Moto vorausfahrend anscheinend ziemlich viel Langeweile hatte). Das Haus war einfach, weder Internet noch Wasser, aber mit unseren Luftmatratzen hatten wir alles was wir brauchten.

Die Gastfreundschaft der Beniner ist bemerkenswert. So gab es für jeden am nächsten Morgen einen großen Teller Spagetti und Omlette zum Frühstück, bevor es wieder zuerst in die Stadt und nach der Show des Gottes „Hounvé“ wieder an den Strand ging. Zum krönenden Abschluss des Festivals sind am letzten Tag nochmal alle „Götter“ in der Arena aufgetreten, die man an den vorherigen Tagen in der Stadt sehen konnte. Zudem gab es eine beeindruckende Trommelshow, Akrobaten, Moderation… Auch der aktuelle Präsident Talon, der uns schräg gegenüber saß, hat sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Besonders gut haben mir die handgemachten Pailetten-Stoffe einiger Kostüme gefallen, die mit ihren Tiermotiven und leuchtenden Farben beim schnellen Drehen eine spektakuläre Wirkung hatten. 

Die letzte Nacht des Wochenendes haben Matilde und ich bei Arnauds Eltern in Cotonou schlafen dürfen. Beim gemeinsamen Abendessen ging es um die anstehenden Wahlen am nächsten Tag. Der aktuelle Staatspräsident Patrice Talon regiert seit 2016 und wird bei den neuen Wahlen nicht mehr kandidieren. „Pour moi, il était bon“ sagt Arnaud, der ihn demnach sehr schätzte. Er habe sowohl die Digitalisierung, als auch den Tourismus und die Infrastruktur des Landes gestärkt, so Arnaud. Die nächste Zeit wird politisch also spannend.

Ich mag das Haus von Arnauds Eltern sehr gerne. Es ist riesig und läd fast zum Drin-Verlaufen ein. Außerdem zeigte uns Arnaud uns, dass man auf das Dach des Hauses kann, von dem man eine unglaubliche Aussicht über die Lichter des dunklen, aber nie schlafenden Cotonous hat. Vor allem aber ist das Haus immer gefüllt mit Menschen, Freundlichkeit und Gelächter. Als wir am Frühstückstisch saßen, schlüpften ab und zu ein paar Kinder, Neffen von Arnaud, hinter dem Vorhang zum Wohnzimmer hervor, stibitzen sich ein paar Stücke Fleisch vom Tisch und glucksten vergnügt, als wir sie dabei beobachteten. Während auf der Couch ferngesehen wird, in der Küche gekocht und im Hof gespielt wird, saßen wir- mittendrin. Als würden wir ein Teil dieser Familie sein und ganz normal frühstücken. Ein paar andere Freiwillige hier in Benin von der Organisation „Experiment“ wohnen in Gastfamilien und ich hab mich immer gefragt, wie das so ist. Es ist schön, dass ich durch Arnaud die Möglichkeit bekommen habe, das zu erleben.

Damit ging das spannende Wochenende zu Ende, bleibt aber auf jeden Fall eines der Highlights meines FSJs. 

So sind wir nun schon in der 18. Woche- wie schnell die Zeit doch auf einmal vergeht. 

Auch wenn meine Erlebnisse manchmal aufregend klingen, gibt es auch immer noch Tage an denen nichts los ist- an denen man sich fragt, was man hier überhaupt macht und was das bringt. Tage, an denen man mal lustlos ist und es große Überwindung kostet, Motivation zu finden.

Aber alles in einem tut es mir gut, so viel unterwegs zu sein. Auszunutzen, dass ich in einem neuen Land, auf einem neuen Kontinent wohne, wo es noch so viel zu entdecken gibt. 

Während meines Aufenthalts nehme ich Medikamente, die die Krankheit Malaria vorbeugen sollen. Die Nebenwirkung davon sind abstruse Träume, vor denen ich nicht unverschont geblieben bin. Dass Elyas MBarek als Herr Müller aus dem Film „Fack ju Göthe“ meinen alten Schulchor dirigiert oder ich mit Checker Tobi von Kika auf einem E-Roller durch Berlin fahre ist das eine. Aber vorgestern habe ich geträumt, in einem Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland zu sitzen. Und das hat sich merkwürdig angefühlt.

Ich hab noch einiges vor hier, ich will noch so viel mehr sehen. Und es ist gut, dass ich dafür noch eine Menge Zeit hier habe.

Vor drei Monaten hätte ich das sicher noch nicht sagen können.

In der kommenden Woche sind wir nochmal in der Botschaft eingeladen, wir müssen uns um das Visum kümmern, begleiten Frère Eli eventuell endlich auf die DonBosco-Farm und haben für übernächste Woche ein Wochenende in Dassa mit ein paar Freunden geplant. Danach kommt Matildes Familie zu Besuch, bevor Mitte Februar zwei Wochen Ghana anstehen und auch meine Familie Benin entdecken kommt. Aber davor schaffe ich es bestimmt nochmal zu schreiben!!

Tausend Dank fürs Lesen und eine warme Umarmung ins eingeschneite Deutschland! 💗

Marlene

PS: Eine der Freiwilligen aus Calavi organisiert zurzeit eine Spendenaktion für die Operation einer krebskranken Mutter, die sie in ihrer Kirche kennengelernt hat. Auf ihrem Instagram-Account (@miralikestudanz) findet ihr mehr Informationen, schaut da gerne mal vorbei, wenn ihr noch ein paar Euro übrig habt!

https://whydonate.com/de/fundraising/gemeinsam-fur-charlise-hoffnung-fur-eine-junge-mutter?utm_source=ig&utm_medium=social&utm_content=link_in_bio&fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAc3J0YwZhcHBfaWQPMTI0MDI0NTc0Mjg3NDE0AAGncEefkOHAiXeGIYl1TNkIFPltN5G9FqvaWUOWSTgCTGnCQeeIq8kRBb-iQGQ_aem_CowW1ch8R4jab3zXXN5Lbg

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Merry Christmas https://blogs.donboscovolunteers.de/leainindien/2025/01/06/merry-christmas/ Mon, 06 Jan 2025 13:44:00 +0000 http://21723.221 Hellooo,in diesem Blog geht es wie versprochen um den Monat Dezember, wobei ich wahrscheinlich hauptsächlich auf die Weihnachtszeit eingehen werde. Anfang Dezember haben Mila & ich fleißig Weihnachtsdekoration für unser Zimmer gebastelt, um wenigstens ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen – bei 30 Grad und scheinender Sonne gar nicht so einfach.Wir haben ganz viele Sterne […]

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Hellooo,
in diesem Blog geht es wie versprochen um den Monat Dezember, wobei ich wahrscheinlich hauptsächlich auf die Weihnachtszeit eingehen werde.


Anfang Dezember haben Mila & ich fleißig Weihnachtsdekoration für unser Zimmer gebastelt, um wenigstens ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen – bei 30 Grad und scheinender Sonne gar nicht so einfach.
Wir haben ganz viele Sterne gebastelt, Lichterketten aufgehängt (eine sogar in Form eines Weihnachtsbaums) und sogar einen (Art) Adventskranz gebastelt. Dabei wurde natürlich auch immer ganz viel Weihnachtsmusik gehört.

Zwischen unseren Weihnachtsvorbereitungen und der Schule durften wir diesen Monat auch das erste Mal endlich in die Nightschools gehen. Die Nightschools sind so Art Abendschulen, zu denen Kinder kommen, um ihre Hausaufgabe zu erledigen und werden dabei von einer Lehrerin unterstützt. Dies ist vor allem für Kinder aus ärmeren Verhältnissen als Unterstützung gedacht. In Sayalgudi gibt es insgesamt 4 Nightschools & in den umher liegenden Dörfern nochmal ca 20.
Wir haben bis jetzt nur die Nightschools in Sayalgudi besucht, da wir diese selbstständig mit dem Rad erreichen können.

Die Fahrer wie sie gleichmal unsere Räder reparieren

Bei den Hausaufgaben können Mila und ich aufgrund unserer fehlenden Tamilkenntnisse natürlich eher nicht so viel helfen. Aber dafür machen wir mit den Kindern meist ein bisschen Englisch reading practice. Die Arbeit in den Nightschools gefällt mir richtig gut, da es ganz anders ist als der Unterricht in der Schule.
Die Atmosphäre ist viel lockerer & wir können uns in Ruhe nur auf ein Kind konzentrieren, anstatt auf 30 oder 40. Das macht die Sache wesentlich einfacher und angenehmer. Manchmal „unterhalten“ wir uns auch mal ein bisschen über unser Lieblingsessen, -film usw.. Das ist immer richtig lustig, man sitzt zwischen lauter Kindern, die dich von allen Seiten mit irgendwelchen Wörtern anschreien.

Apropo schreien, in einer Nightschool gibt es einen Jungen, der, wenn er liest, jedes Wort einfach schreit (lol). Das erste Mal als ich mit ihm reading practice gemacht habe, hat er sogar so laut geschrien, dass er meine Versuche ihn in seiner Aussprache zu verbessern nicht mal gehört hat haha.

In der letzten Dezemberwoche starteten dann schließlich wieder die Exams für die Schüler. Mila & ich dachten eigentlich, dass die Woche relativ entspannt für uns werden würde, aber das lagen wir leider falsch, denn am 22. & 23. Dezember fanden bei uns Weihnachtsfeiern statt & es mussten noch allerlei Vorbereitungen getroffen werden. Unsere Aufgabe dabei war, die Weihnachtsgeschenke für die Schüler & den Staff (also alle Angestellten, wie Lehrer, Fahrer, Care Taker, Nachtwächter, Köchin,..) zu packen, einmal für die Weihnachtsfeier der Nightschools & einmal für die Weihnachtsfeier unserer Schule.

Für die Schüler der Nightschools packten wir insgesamt 480 Tüten mit jeweils 12 items: Tafel, Lineal, Geometrie-Set, Buntstifte, Bleistift, Kuli, Radiergummi, Spitzer, Füller, Wachsmalkreiden, Kuchen und einen Luftballon (den wir, nachdem alle Tüten schon fertig waren,  noch mühevoll in jede Tüte reinpacken durften).
Die Schüler der Schule (+Kindergarten) bekamen 1 Stifte (je nach Klassenstufe verschieden), 1 Kalender (die wir davor auch noch alle zusammenrollen mussten), Kuchen & Luftballon. Davon haben wir dann nochmal 550 Päckchen gepackt. Für alle 50 Angestellten (Nightschool & Staff der Schule) gab es dasselbe: 1 Kalender, 1 Kochtopf & Kuchen.

Das Blöde: Alle Kuchen durften immer erst am jeweiligen Tag der Weihnachtsfeier hineingepackt werden, da sonst die Gefahr für Ameisen zu groß war, das hat zwar durchaus Sinn ergeben, war aber leider für uns doch etwas umständlich.
Insgesamt haben wir die Woche über aufjedenfall über 1000 Tüten gepackt, wir waren also gut beschäftigt.

Nebenbei mussten wir aber immer noch ein paar andere Sachen erledigen, z.B. Prüfungspapiere Stempeln, lochen & zusammenheften Vertretungsstunden übernehmen (an einem Tag sogar Prüfungsaufsicht) helfen die Krippe herzustellen & den Weihnachtsbaum zu schmücken, eine Weihnachtsbotschaft für die Schüler aufnehmen, am Nachmittag reading practice zu machen, zwischendurch mal kurz mit Freundinnen & Familie telefonieren und Weihnachts- & Wichtelgeschenke zu besorgen.

Am Samstag, dem 22. Dezember war dann schließlich das Weihnachtsfest der Nightschools. An dem Tag waren Mila & ich auch voll eingespannt. In der Früh machten wir erstmal den Kuchen in die Tüten. Als die Kinder dann ankamen, halfen wir Kekse & Frootis zu verteilen. Im Anschluss war erstmal ein bisschen Programm,  bei dem Mila & ich ein bisschen entspannen konnten – allerdings nicht im Zuschauerraum, sondern auf Wunsch der Fathers auf der Bühne (in Indien sitzen „wichtige Gäste“ oft vorne in der Mitte).

Danach traten die Schüler der unterschiedlichen Nightschools, in den Kategorien Tanz, Speech & Drama gegeneinander an. Während die Kinder Mittag aßen, war es Milas & meine Aufgabe die Geschenke für die Schüler hinter die Bühne zu tragen (Zum Glück halfen uns ein paar Lehrer, ansonsten wären wir wohl ewig damit beschäftigt gewesen). Nachdem dann noch spontan Preise für die Wettbewerbe verpackt hatten, ging es auf der Bühne auch schon los mit der Siegerehrung & Übergabe der Geschenke (Mila & ich durften auch ein paar übergeben 🙂 ).

Zwischendurch wurde es dann nochmal richtig hektisch, da die Geschenke für die Schüler nicht reichten, sodass wir dann schnell, mit Hilfe ein paar Lehrer, nochmal 30 Tüten packen mussten.
Nachdem die Kinder gegen späten Nachmittag gegangen waren, halfen wir noch Stühle für den nächsten Tag aufstellen & bereiteten noch die letzten Lehrergeschenke vor.

Am 23.12. hieß es dann für Mila & mich früh aufstehen für die Weihnachtsfeier mit der Schule (5:45). Denn an diesem Tag wollten wir das erste Mal einen Sari tragen. Da dies leider eine überaus komplizierte Angelegenheit ist, braucht man dafür durchschnittlich auch sehr lange. Netterweise halfen uns unsere 2 Lehrerinnen beim Wickeln der Saris (es hat glaub ich trotzdem 1,5h gedauert).

Nachdem wir die Schüler am Morgen begrüßt und auch wieder (diesmal mit Hilfe) die Kuchen in die Tüten gepackt hatten, ging das Programm auch schon los. Es wurde wieder getanzt, gesungen, etc. Um die Mittagszeit war das Programm dann beendet und wir verabschiedeten die Schüler. Von einer Schülerin bekamen wir sogar noch ein kleines Weihnachtsgeschenk, einen Einhorn-Schlüsselanhänger, so süß!

Nachmittags war dann noch die Weihnachtsfeier der Staffs (leider auf Tamil), wo die Wichtelgeschenke ausgetauscht und die Geschenke an die Lehrer überreicht  wurden. Danach hat ein Vater noch über jede anwesende Person ein 2-3 Minuten etwas gesagt und dann war die Weihnachtsfeier auch beendet. 

Unser Weihnachten dieses Jahr war ganz anders als alle andere Weihnachten, die ich zuvor erlebt habe. Am frühen Nachmittag begleiteten wir einen Father mit auf eine Beerdigung eines Familienmitglieds, da geplant war, dass wir am Abend den Father in die Weihnachtsmesse begleiten würden & beides in derselben Richtung (ca. 2 Stunden mit dem Auto von Sayalgudi entfernt) lag.

Die Fahrt dorthin war sehr turbulent & ich hab mich schon durch die Windschutzscheibe fliegen sehen (wir hatten nicht mal einen Gurt). Unser Father hatte nämlich für den Tag einen Fahrer gebucht, der mit 120 km/h über die Landstraße gebrettert ist. (Als Vergleich: normalerweise fahren wir ca 40 km/h). Mittlerweile hab ich mich ja eigentlich schon an die indische Fahrweise gewöhnt, aber da hab ich mich gefühlt, wie am ersten Tag, als wir vom Flughafen abgeholt wurden.

Nach der Beerdigung zeigte der Father uns einen Strand in der Nähe von Ramnathapuram. Dass ich Weihnachten mal am Strand sein werde, hätte ich auch nicht gedacht.
Nach dem kurzen Strandbesuch sind wir weiter zur „Pambam bridge“ gefahren. Sie wurde 1914 eröffnet und verbindet Rameswaran und die Pamban Island. Sie war Indiens erste und bis 2010 auch längste Seebrücke.

Da es danach schon ziemlich spät war, gingen wir nur noch schnell essen und fuhren zu der Kirche, in der unser Father Gottesdienst gehalten hat. Während wir auf den Beginn der Messe warteten, wurden wir von ein paar Frauen angesprochen, die wissen wollten, woher wir kommen & uns auch gleich zu sich nachhause einladen wollten. Mila hat höflich, aber bestimmt mit einem einfachen „no“ abgelehnt.

(Das man angesprochen wird oder Leute ein Foto mit einem machen wollen, passiert hier in Indien ziemlich oft, oder man wird zumindest angestarrt, aber das ist ein anderes Thema, auf das ich vielleicht noch ein anderes Mal zurückkommen werde.)

Die Messe startete dann um ca. 11:45 und ging bis ca 1:30. Während der Messe hatte ich stark mit Müdigkeit zu kämpfen – das die Messe auf Tamil war hat nicht gerade dabei geholfen. Nach Ende der Messe dachte ich es wäre vorbei, doch auf einmal drehten sich alle Leute zu uns um & schauten uns an. Wir mussten dann vorne zum Altar gehen und wurden noch mit dem indischen Willkommensritual willkommen geheißen. Das war zwar nett gemeint, aber hat sich total komisch angefühlt, da wir neben unseren Father die einzigen waren, die auf diese Weise „geehrt wurden“. Nach sehr vielen Hände schütteln & Happy Christmas wünschen, haben wir uns dann auch endlich auf den Weg nachhause gemacht und sind dann schließlich um ca. 3:15 in Sayalgudi angekommen.

Die restlichen Weihnachtstage haben wir nicht mehr viel gemacht. Da Mila & ich vom 27.12. – 02.01. gemeinsam mit unseren 2 Mitvolontärinnen Annalena & Marlene Urlaub machen, haben wir noch ein bisschen Wäsche gewaschen, gepackt & einen Plan für den Urlaub entworfen.
Wenn ihr das lest, sind wir hoffentlich schon fleißig am sightseeing. (Stand: 26.12.)


Das wars auch schon wieder. Wie immer, danke fürs Lesen & bis bald!!

(Da der Blog erst jetzt online kommt: Noch ein frohes neues Jahr an alle!!)

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Weihnachten, Neujahr und Urlaub in Chile und Patagonien https://blogs.donboscovolunteers.de/michaelinargentinien/2024/02/08/weihnachten-neujahr-und-urlaub-in-chile/ Thu, 08 Feb 2024 00:24:42 +0000 http://21692.242 In Argentinien beginnen die großen Sommerferien bereits im Dezember und alle Kinder und Jugendlichen fahren deswegen nach Hause. Somit war unser Oratorio ziemlich verwaist über Weihnachten und Silvester. Clara und ich bekamen eine Einladung unsere Weihnachtszeit bei einem Freund und angehenden Priester in Chile zu verbringen und somit machten wir uns auf dem Weg. Vier […]

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In Argentinien beginnen die großen Sommerferien bereits im Dezember und alle Kinder und Jugendlichen fahren deswegen nach Hause. Somit war unser Oratorio ziemlich verwaist über Weihnachten und Silvester. Clara und ich bekamen eine Einladung unsere Weihnachtszeit bei einem Freund und angehenden Priester in Chile zu verbringen und somit machten wir uns auf dem Weg.

Vier Tage vor Weihnachten sind wir mit dem Auto und Bus in die Hauptstadt Chiles nach Santiago de Chile gefahren. Zuerst ging’s mit zwei Salesianern bis nach Mendoza. Ab dann mussten wir weiter mit dem Bus über die Grenze nach Chile fahren. Die 6-stündige Busfahrt zog sich zwar lange hin, aber die Fahrt mit dem modernen Reisebus war doch einigermaßen angenehm – abgesehen von der Kälte durch die immer voll aufgedrehte Klimaanlage.

In Santiago de Chile gab es erstmal drei Tage Sightseeing. Am vierten Tag hat uns unser Freund dort abgeholt und wir fuhren mit ihm nach Hause nach Linares. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt am Meer und fuhren mit dem Boot zu den Seelöwen. Leider hatten wir an diesem Tag kein sonniges Wetter, aber der Ausflug war trotzdem einmalig.

Weihnachten verbrachten wir mit unserem Freund und seiner Familie. Der Weihnachtstag, bei sehr sommerlichen Temperaturen, war anders, aber trotzdem schön. Natürlich habe ich meine Familie, die Plätzchen und unsere Weihnachtsdekoration und die ruhige „stade“ Zeit vermisst, aber es war trotzdem ein neues Erlebnis, Weihnachten mal anders zu feiern und wo anders zu verbringen. Hier ist Weihnachten ebenfalls ein Familienfest und ich war froh, dies im Kreise der Freundesfamilie feiern zu können und nicht allein zu sein. Zweimal an diesem Tag waren wir auch in der Kirche. Nach einem tollen Tag, schauten wir uns am Abend alle gemeinsam den amerikanischen Film „The Grinch“ an und danach gab es leckere chilenische Getränke und Essen. Anschließend gab es Bescherung, so wie bei uns. Wir wurden auch mit einem Geschenk überrascht; das war schon was Besonderes. Weihnachten war letztendlich ähnlich dem unseren Weihnachten (bis auf die Temperaturen).

Unser Freund hat uns an den folgenden Tagen ein bisschen seine Heimat Chile gezeigt und uns zu vielen Ausflügen mitgenommen. Es ist einfach eine tolle Gegend. Wir haben viele neue Leute kennengelernt.

Unter anderem waren wir auch in Vina del Mar (nordwestlich von Santiago de Chile). Wir waren wandern, schwimmen etc. – jeder Tag war neu und phantastisch.

Silvester war super schön – das Feuerwerk dagegen war nicht wirklich spektakulär, eher sogar enttäuschend. Wir waren mit Freunden zusammen und spielten Risiko, quatschten und haben viel gegessen. Das war ein richtiger lustiger Abend. Um Mitternacht wurde auf das neue Jahr angestoßen und wir haben uns das „Mini Feuerwerk“ der Nachbarn angeschaut; danach ging es dann schon ins Bett.

Les deseo una Feliz Navidad y un Próspero Año Nuevo 2024

Am 1. Januar ging es dann für Clara und mich mit dem Bus zurück nach Santiago de Chile, um von dort aus nach Patagonien zu fliegen. Das war natürlich schon ein Highlight.

Zuerst flogen wir nach Puerto Natales, um Patagonien von der chilenischen Seite her zu sehen. Der Traum einmal im Torres del Paine Nationalpark zu wandern wurde wahr. Die langen Wanderungen wurden mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Sechs Tage später fuhren wir mit dem Bus über die argentinische Grenze, um dann in El Calafate das argentinische Patagonien zu erleben. Hier war das Highlight: der Perito-Moreno Gletscher. Nach vier Tagen ging es dann über Buenos Aires zurück nach Santiago del Estero, um pünktlich für die jährliche Colonia auf dem Oratorio zurück zu sein.

Hier sind noch ein paar geniale Eindrücke und Erlebnisse von Patagonien.

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Srećan Božić i srećan nova godina https://blogs.donboscovolunteers.de/sarahmontenegro/2024/01/20/srecan-bozic-i-srecan-nova-godina/ Sat, 20 Jan 2024 14:02:37 +0000 http://21678.124 (Frohe Weihnachten und ein frohes Neues Jahr (nachträglich an alle !!)) Hi an alle !! Endlich bekommt ihr hier auch mal wieder was von mir zu hören. Manche von euch haben vielleicht nicht mal mehr den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen und zählen schon wieder die Tage bis nächstes Jahr. Ich hoffe jedoch, dass ihr eine […]

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(Frohe Weihnachten und ein frohes Neues Jahr (nachträglich an alle !!))

Hi an alle !! Endlich bekommt ihr hier auch mal wieder was von mir zu hören. Manche von euch haben vielleicht nicht mal mehr den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen und zählen schon wieder die Tage bis nächstes Jahr. Ich hoffe jedoch, dass ihr eine schöne Weihnachtszeit und Feiertage hattet und würde euch gerne ein bisschen von meinen Erlebnissen seit Dezember erzählen.

Neben einer supersüßen Nikolaus-Aktion in der Kirche, bei der jedes Kind einen Karton voller Süßigkeiten vom Nikolaus bekommen hat (und wir auch), war nicht nur in der Stadt ein Weihnachtsmarkt, sondern auch der Don Bosko Centar hat wie jedes Jahr seinen eigenen kleinen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Lukas und ich haben somit eine Plätzchen-Massenproduktion veranstaltet, was sehr viel Spaß gemacht hat aber auch ziemlich anstrengend war. (Ich habe glaub ich noch nie so viele Plätzchen auf einmal gebacken xd) Unser Weihnachtsmarkt neben der Kirche war zwar sehr klein, aber dafür umso gemütlicher und es war sehr schön, am Abend dort einen Glühwein zu trinken und die weihnachtliche Stimmung zu genießen. Sonst gab es einiges zu dekorieren und putzen und ich habe versucht die Schwestern dabei tatkräftig zu unterstützen.

Mein Heiligabend selbst war natürlich sehr anders als ich es gewohnt war, jedoch trotzdem ein sehr schöner Tag. Neben dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der natürlich an Weihnachten nicht fehlen darf, hat Lukas ein super leckeres Weihnachtsessen gekocht, wir haben Weihnachtslieder gesungen und hatten unsere eigene kleine Bescherung. Um Mitternacht waren wir dann noch in der Christmette.

Wir konnten jedoch trotzdem nicht ausschlafen, da wir am nächsten Tag direkt in der Früh nach Ljubljana in Slowenien geflogen sind, um dort am 46. Europäischen Taizé Jugendtreffen teilzunehmen.

Wir sind, wie einige andere Freiwillige, ein paar Tage früher angereist, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Ich hatte mich für den Chor angemeldet und somit habe ich zusammen mit den anderen Chormitgliedern und Chorleitern für zwei Tage intensiv die Lieder geübt, die für dieses Taizé-Treffen zusammengestellt wurden.

Alle Teilnehmer des Treffens waren bei Gastfamilien vor Ort untergebracht. Ich hatte zusammen mit meiner Mitbewohnerin, die auch Deutsche war, ein kleines Zimmer in einer Pension eines älteren Paares, die uns sehr herzlich begrüßt und sich super um uns gekümmert haben. Wir haben jeden Morgen ein leckeres Frühstück bekommen und wurden, wann immer wir wollten, mit Tee und Gebäck oder Obst versorgt und haben einige interessante Gespräche mit unseren Gasteltern geführt.

Nach den Vorbereitungstagen ging’s dann erst richtig los. Jeden Tag war dreimal Gebet und zwischendurch Möglichkeiten mit anderen Personen ins Gespräch zu kommen oder auch freie Zeit um sich die Stadt anzuschauen, oder bei verschiedenen Workshops mitzumachen. Eins kann ich auf jeden Fall sagen: Ljubljana ist eine wunderschöne Stadt, die definitiv einen Besuch wert ist !

Diese freie Zeit habe ich oft mit meiner Mitbewohnerin verbracht, aber auch mit einigen Leuten aus dem Chor, mit denen ich mit super verstanden habe.

Es war eine wirklich tolle Erfahrung, für welche ich unglaublich dankbar bin und vor allem die Offenheit und Akzeptanz der Personen hat mich sehr begeistert und hat dazu geführt, dass ich mich von Anfang an wohlgefühlt habe.

Nach dem Neuen Jahr ging es dann wieder zurück nach Podgorica, wo wir die Möglichkeit hatten, mit der Gruppe aus Podgorica, die auch an dem Treffen teilgenommen haben, mit zurückzufahren. Diese Fahrt war ein toller Abschluss für die gesamte Reise, auf welche ich immer wieder gerne zurückblicken werde <3

Hier im Don Bosko Centar in Podgorica sind jetzt seid Anfang Januar Renovierungsarbeiten angesagt: Die kompletten Räume des Jugendzentrums werden neu gestrichen, gründlich gereinigt, Boden wird erneuert und eine Heiz- und Lüftungsanlage wird installiert. Neben Arbeiten im Jugendzentrum, helfe ich auch regelmäßig den Schwestern beim Putzen und Kochen. Da Schwester Leonarda im Moment nicht da ist, ist seid kurzer Zeit Schwester Anamarija aus dem Kosovo hier. Mit ihr habe ich in den letzten Tagen viel Deutsch geübt, da sie bald in die Schweiz gehen wird, um dort zu leben.

Außerdem sind auch die Vorbereitungen für das Don-Bosko-Fest am 31.01. bereits im Gange und wir proben einige Male in der Woche zusammen mit dem Chor für die musikalische Unterstützung in der Messe.

So, das war’s dann auch mal wieder von mir : )

Alles Liebe und bis bald !!

Eure Sarah <3

schaut auch gerne bei meinem insta vorbei : )

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