Uncategorized Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/category/uncategorized/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Fri, 14 Jul 2017 15:53:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Uncategorized Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/category/uncategorized/ 32 32 44- Zurück in der Elfenbeinküste https://blogs.donboscovolunteers.de/franziinwestafrika/2016/04/01/44-zurueck-in-der-elfenbeinkueste/ Fri, 01 Apr 2016 13:51:42 +0000 http://20906.925 Liebe Grüße aus der Elfenbeinküste und noch Frohe Ostern Wer meinen Blog aus reinem Interesse an meinem Pflegepraktikum lesen möchte und nicht so viel Zeit hat, der kann gerne zu KRANKENHAUSGESCHICHTEN runterscrollen und den Rest einfach überspringen. Seit einem halben Jahr bin ich zurück in Deutschland. Das Nach-Hause-Kommen war anfangs viel leichter als erwartet. Alles […]

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Liebe Grüße aus der Elfenbeinküste und noch Frohe Ostern

Wer meinen Blog aus reinem Interesse an meinem Pflegepraktikum lesen möchte und nicht so viel Zeit hat, der kann gerne zu KRANKENHAUSGESCHICHTEN runterscrollen und den Rest einfach überspringen.
Seit einem halben Jahr bin ich zurück in Deutschland. Das Nach-Hause-Kommen war anfangs viel leichter als erwartet. Alles war, als wäre ich niemals weggewesen. Nur, dass mir mit der Zeit Deutschland, mein zu Hause, nicht mehr genug war, um zufrieden zu sein. Es hat immer etwas gefehlt. Ich war auf der Suche nach meinem Glück, und wusste doch, dass ich es nicht mehr komplett dort finden konnte.
Seit Oktober studiere ich in Freiburg Medizin.  Das Studium lenkt mich von meinem Fernweh ab. Denn seit meiner Rückkehr lässt mich das Jahr nicht mehr los, meine „Faszination“ für den Kontinent Afrika ist noch größer geworden. Ich vermisse die Menschen, die ich zurück gelassen habe, die Lebensart, Offenheit… Ich bin in Deutschland, aber mit meinem Kopf und Herzen oft weit weg. Oft rede ich deutsch, aber benutze den ivorisch-französischen Satzbau. Ich sage „Yako!“, wenn sich jemand wehtut oder ihm ein Missgeschick passiert und keiner versteht mich. Wenn ich meine linke Hand benutze, um in die Chipstüte zu greifen oder jemandem etwas zu geben, so gehen sofort die Alarmglocken in meinem Kopf an! Das gehört sich so aber nicht. Und schnell nehme ich die rechte Hand, so wie das in der Elfenbeinküste eine ungeschriebene Regel ist. Mein Französisch ist ziemlich ivorisch geworden. Meine französischen Freunde von der Uni finden das sehr süß, mir ist das eher peinlich, dass ich so schnell gutes Französisch verlernt habe. Oft habe ich das Bedürfnis, Lieder zu singen, die ich in der Elfenbeinküste gelernt haben. Mit mir studieren zwei kamerunische Mädchen und einige Lieder kennen sie auch. Dann singen wir ein bisschen und das Heimweh geht vorbei.
Seit November bin ich Mitglied in zwei Hochschulgruppen, die sich für Bildungs- und Entwicklungsarbeit einsetzen. Themen wie Critical Whiteness, Migration und Flucht, Soziale Gerechtigkeit, das Bild von Afrika als ein einziges Land voller Leid, Hunger und Krieg… beschäftigen mich. In den Semesterferien bin ich gerne bei den eritreischen Flüchtlingen, die in Mosbach ein neues zu Hause für den Übergang gefunden  haben. Wenn ich bei ihnen bin, fühle ich wieder ein Stück Heimat.
Das Jahr hat mich geprägt und meinen Blick auf viele Dinge geändert. Ich weiß, dass ich nicht die Welt retten kann und auch in meinem Jahr niemandem wirklich geholfen habe. Vielmehr wurde mir geholfen. Es ging viel mehr darum, Brücken zu bauen zwischen Kontinenten, Menschen verschiedener Kulturen, Lebensstilen.. Voneinander und miteinander lernen!
Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht zurück in die Elfenbeinküste wünsche. Das Heimweh packt mich. Auch wenn mein Freiwilligendienst beendet ist, so endet hier nicht die Geschichte. Aktuell sind 3 Volontäre in Duékoué und durch ihre Blogs und dank Skype und Facebook kann ich mit Duékoué in Verbindung bleiben. Außerdem bereiten sich zwei Abiturienten schon jetzt auf ihren Einsatz ab September in „meinem“ Projekt vor. Ich durfte ihnen von meinen Erfahrungen bei ihrem Vorbereitungsseminar erzählen. Sie sind so aufgeregt und haben so viele Fragen, wie ich vor 2 Jahren bei meiner Vorbereitung.

Seit Wochen warte ich also auf den 5.März. Dann werde ich für fast 6 Wochen zurück in die Elfenbeinküste fliegen. Dieses Mal fliege ich über Marocco dorthin. 10 Stunden und schon bin ich am Ziel.
„Ich komme Samstag Nacht um 1 in Abidjan an.“ Eine Freundin holt mich dann mit ihrer Mama ab. Samstag morgen bekomme ich die Nachricht: „Franzi, ich hab bis morgens um halb 4 am Flughafen auf dich gewartet. Was ist passiert? Wieso warst du nicht im Flugzeug?“ Mist. Für sie war Samstag Nacht die Nacht von Freitag auf Samstag. Mit einem schlechten Gewissen steige ich in München in den Flieger, denn nun schlafen sie 2 Nächte in Folge wegen mir  nicht und das Taxi zum Flughafen hat sie auch umsonst gezahlt.
Vom kalten München geht es über Casablanca  nach Abidjan. Weil es in Bayern noch so kalt war und ich keine Winterjacke mit nach Westafrika nehmen wollte, habe ich mich so dick eingepackt, wie ich nur konnte. Ein großer Fehler, spätestens als ich ivorischen Boden betrete und mitten in der Nacht nach höchstens 2 Minuten alle Kleider nassgeschwitzt sind. Diese Wärme bin ich einfach nicht mehr gewöhnt. Bis ich alle Visumssachen erledigt habe und es bei mir viel länger dauert als bei allen anderen (weil ich gefragt werde, ob ich verheiratet bin? Kinder habe? Einen Ivorer heiraten möchte? Ich Interesse habe?) ist es 3Uhr. Im Gegensatz zu Casablanca, wo mir leider fast nur unfreundliches und desinteressiertes Personal über den Weg gelaufen ist, werde ich in der Côte d’Ivoire herzlich willkommen geheißen von allen möglichen Beamten, Arbeitern und Fremden am Flughafen… und sofort kommt das Gefühl von Heimat wieder in mir auf! Mit dem Taxi geht’s vom Flughafen zu meiner Freundin Cybelle, die in Abidjan  im ersten Semester Medizin studiert. Wenn ich auf der Heimfahrt wieder in Abidjan bin, werde ich mir ihre Uni anschauen.
Wir müssen auf dem Weg zu ihr mit dem Taxi echt aufpassen, dass wir keine Menschen überfahren, weil viele Menschen wegen der Hitze draußen vor den Häusern und teilweise auch direkt auf den Straßen schlafen. Ich werde mit Stromausfall und um 4 Uhr morgens mit dem Nationalgericht Attieké mit Fisch empfangen. Das ist Gastfreundschaft!
Nach einem Tag in Abidjan geht die Reise am Montag weiter nach Zoukougbeu, einem etwas größeren Dorf in der Nähe von Duékoué. Dort werde ich einen Monat lang in einem Krankenhaus arbeiten, dass von kongolesischen Schwestern geleitet wird. Bei ihnen kann ich in der Zeit wohnen.

IMG_0023_2Das ist eine der Unikliniken in Abidjan. Dort haben wir noch Medikamente für das Krankenhaus in Zoukougbeu gekauft.

IMG_0064_2Auf dem Weg von Abidjan in das Landesinnere finden wir Obst und Gemüse an den Straßenrändern.

IMG_2217Die coolsten Schwestern, die ich jemals kennengelernt habe.

Ich lerne viele neue Menschen kennen, im Krankenhaus, auf der Straße, in öffentlichen Transportmitteln. Wenn ich erzähle, dass ich Deutsche bin, gibt es 2 verschiedene Reaktionen. „Ah Hitler!“ Dann versuche ich zu erklären, dass Deutschland viel mehr ist als nur die Geschichte von Hitler. Ich erzähle von den Flüchtlingen… Oder aber die Reaktion ist „Ah la chanchelière Merkel, elle est super!“ Wenn die Menschen selbst in kleinen Dörfern in der Elfenbeinküste ihren Namen kennen, und wissen, wie sie in der Flüchtlings“krise“ gehandelt hat, so scheint sie doch sehr vieles richtig gemacht zu haben.

Am 13. März gab es in Grand-Bassam (Strand in der Nähe von Abidjan) ein Attentat, zu dem sich nach meinem Wissen Al Qaida bekannt hat. Von den 3 Tagen Staatstrauer oder was sonst so  in und um Abidjan und Grand Bassam passiert, bekomme ich hier im Landesinneren nichts mit. Doch ich merke, dass es die Menschen auch hier vor Ort beschäftigt und sie mitnimmt. Es ängstigt sie und wirbelt Erinnerungen von Gewalt, Krieg und Krisen der letzten Jahre auf. Der Wunsch nach Frieden ist riesengroß, überall gibt es Sensibilisierungskampagnen.

Endlos weite weiße Strände, Palmen, Kokosnüsse, tobendes Meer, riesige Wellen, strahlende Sonne – ein Traum. Glückliche Menschen, Einheimische, Touristen, Fremde. Raus aus dem Großstadtrummel ins Urlaubsparadies! Sie spielen, plantschen, schwimmen, genießen die Stille. Suchen Erholung. Sie feiern das Leben!  Haben allen Grund dazu. Jedes Recht dazu!
Sonntag-freier Tag- Feiertag!
Viele Menschen – Bikinis, Badehosen, bunte Stoffe. Lebendigkeit! Freiheit! Fliehen aus dem hektischen, immer rasenden Großstadtleben. Auf der Suche nach nichts weiter als einem Flecken Glück und Frieden. Haben jedes Recht dazu! Genießen es. Tief durchatmen! Das salzige Meer und die Freiheit schmecken. Glücklich sein! Die Seele baumeln lassen. Sie haben jedes Recht dazu!
Wie kann es jemand wagen, dieses Glück zu zerstören? Hinter so viele Geschichten einen Punkt setzen. Menschen aus dem Leben reißen. Weiße und Schwarze. Wer gibt ihnen das Recht dazu?
Wie grausam können Menschen sein? Wie können Kinder so manipuliert werden, dass sie auf unschuldige, glückliche, zufällig am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen Menschen schießen können? Wie soll ein Mensch das ertragen? Kein Mensch hat das Recht dazu.
Die Strände bleiben weiß, das Meer tobt weiter. Die Palmen tragen ihre Kokosnüsse. Doch die Sonne, sie scheint nicht mehr zu scheinen.
Grand Bassam-13.03.2016
#Jesuisbassam

Meinen zweiten Geburtstag in Folge verbringe ich in der Elfenbeinküste: Ich werde von den Schwestern mit einem kongolesischen Geburtstagslied geweckt. Das bekommt man auch nicht alle Tage. Dann ist ein ganz normaler Arbeitstag und keiner weiß bescheid. Eigentlich hatte ich beschlossen, meinen Geburtstag einfach so vorbeigehen zu lassen, doch irgendwie hat mich dann die Lust gepackt, zu feiern. Ich weiß nämlich, wie gern die Ivorer feiern! 😉  Zwei Stunden vor Arbeitsschluss lade ich also etwas kurzfristig alle Arbeitskollegen vom Chefarzt bis zur Verwaltung ein und alle sind ganz aus dem Häuschen und freuen sich! Fast das gesamte  Krankenhauspersonal kommt nach der Arbeit wirklich zur spontanen Party in ein Maquis (Mischung aus Restaurant, Club und Bar). Ich hatte keine Geburtstagstorte, aber die brauchte ich auch nicht. Keiner meiner Gäste hatte ein Geschenk für mich und genau so wollte ich es. Nichts war organisiert, ich hatte kein bisschen Stress, alles zu planen. Wir haben zusammen 4 Hühner gegessen, viel ivorisches Bier getrunken, getanzt und gelacht! Und mehr braucht man nicht, als ein paar wundervolle Menschen, die vor 2 Wochen noch Fremde waren, um einen schönen Tag zu haben. Ich bin wunschlos glücklich und dankbar, dass ich diesen Tag in der Elfenbeinküste verbringen konnte. DANKE FÜR DIE VIELEN  LIEBEN NACHRICHTEN! SCHÖN, DASS IHR AN MICH DENKT, AUCH WENN ICH WEIT WEG BIN. <3
Der Abend sollte aber nicht ganz so schön enden. Ich wollte nach der Party noch mit einem Freund in eine andere Bar gehen. Wir bekommen beide besorgte Anrufe und uns kommt eine Art Polizist entgegen, der sagt, dass wir schnellstens nach Hause gehen sollen, denn es gibt im „Dorf“ bewaffnete Überfälle.  Seit Montag wird jede Nacht in einem anderen Haus eingebrochen. Gerade ist Regenzeit. Wenn es nachts so laut regnet, nutzen dass die Einbrecher aus, damit sie nicht gehört und ertappt werden. Die Menschen haben Angst. Die letzten Nächte waren eher schlaflos. Vor allem wenn es regnet, bekomme ich kein Auge mehr zu.

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An den Wochenenden habe ich frei. An meinem ersten freien Wochenende bin ich von Zoukougbeu nach Duékoué mit dem Massa (Kleintransporter, in den sich ca. 30 Personen quetschen) gefahren. Es sind etwa 50 km und ich brauche fast 2 Stunden, weil das Auto an jedem kleinen Ort anhält und dann wartet, dass es wieder voll besetzt ist, bevor es weiterfährt. Für den Transport zahle ich 1,50€. IMG_0031_2Mit so einem Wagen komme ich von A nach B.

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20160325_124347Massa von innen

Es war ein schönes Gefühl, endlich wieder hier an dem Ort zu sein, an dem ich ein ganzes Jahr lang gelebt habe. Die Mädels aus dem Foyer habe ich teilweise schon in der Stadt getroffen und einige habe ich sagen hören: „Die sieht aus wie Franziska.“ Als ich gesagt habe, dass ich es wirklich bin, werde ich fast umgerannt. Da an dem Tag wieder Putzaktion im Krankenhaus der Gemeinde war, habe ich dort fast alle Freunde und Bekannte auf einen Schlag wiedergesehen. So viele Umarmungen und Küsschen und Hände schütteln. Bei einigen Leuten wusste ich  gar nicht, woher ich sie kenne, aber sie haben meinen Namen gekannt und mit mir geredet, als wären wir alte Bekannte.
IMG_0096Bandji-Zelebration mit meinen Freunden – der Palmwein wird erst gefeiert (es werden viele Lieder gesungen) und dann wird das von der Sonne heiße, süßliche Getränk getrunken. Selbst kleine Kinder trinken das, als wäre es Wasser. Aber es macht ziemlich schnell betrunken.

Noch als ich in der Elfenbeinküste war, ist eine Freundin von mir schwanger geworden. Im Dezember ist dann die kleine Abigél Franziska geboren. Sehr süß!IMG_0448
Die kleine und die große Franziska. Das Mädchen ist mein „Homo“ und ich bin ihrer.

Auch Ostern habe ich in Duékoué verbracht. Die meiste Zeit haben wir wohl mit beten verbracht 😉  Karfreitag: 4 1/2Stunden Kreuzweg und Kreuzanbetung. Wir sind 2 ½ Stunden durch die Hitze gelaufen und haben uns bei allen 14 Stationen auf den heißen Boden gekniet. Sogar die Autobahn wurde für uns gesperrt, weil wir auch dort langgelaufen sind. Von der Trauer hat man nicht so viel gemerkt, weil trotzdem fröhlich gesungen und teilweise auch getanzt wurde.
Die Osternacht am Samtstag ging von um 22Uhr bis um 2 Uhr. In der ersten Stunde wurden nur in der dunklen Kirche Lesungen vorgelesen und von den bestimmt 2500 Menschen ist locker die Hälfte eingeschlafen. Danach waren aber alle hellwach, denn es gab viele Erwachsenentaufen und 2 Hochzeiten. Es wurde geschrien und getanzt – pures Glück. Da versteht man wirklich die Osterfreude. Das war echt der Wahnsinn. Die Menschen haben sich so mit den anderen gefreut. Bei der Hochzeit haben auch die Eltern meiner Freundin geheiratet. Sie sind schon älter, aber weil die Frau nicht getauft war, konnten sie erst jetzt kirchlich heiraten. Es war so schön zu sehen, wie beide ihr „OUI!“ in das Mikrofon geschrien haben, als hätten sie ihr ganzes Leben darauf gewartet.
Letztes Jahr war ich neben den weißen Schwestern und Brüder meistens  die einzige Weiße. Dieses Jahr gab es einen weißen Auflauf, denn über Ostern wurden die neuen Volontäre von ihren Familien/Freunden besucht. So viele Weiße auf einem Fleck, das kommt nicht so oft vor in Duékoué.

IMG_0512Osternacht- draußen wurden Festzelte aufgestellt, weil nicht alle Leute in die Kirche gepasst haben

IMG_0085Die Eltern meiner Freundin bei ihrer HochzeitsfeierIMG_0075Tänzer unterhalten die Hochzeitgäste. Bei so einem Hochzeitsfest ist es am wichtigsten, dass genug Essen und Trinken da ist. Denn jeder der vorbeikommt(egal ob eingeladen oder nicht), will essen. Von den kleinen Nachbarskindern, bis zu flüchtig Bekannten und Verwandten 20. Grades kommt jeder vorbei!  Auf vielen Stammessprachen bedeutet Feier übersetzt: „Essen und Trinken“
IMG_0051Der deutsche Haufen

Die Zeit dort war sehr schön, aber ich freue mich auch wieder sehr auf meine Arbeit in Zoukougbeu. Außerdem gibt es dort nicht so viele Moskitos 😉

KRANKENHAUSGESCHICHTEN
Ich möchte euch gerne einen Eindruck von meiner Arbeit im Centre St Michel geben. Der eigentliche Grund für meine Reise in die Elfenbeinküste ist ein Krankenpflegepraktikum, das ich im Rahmen des Medizinstudiums absolviere. Da ich mir später gut vorstellen kann, mit einer humanitären Organisation in der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten, ist es nicht schlecht, schon mal ein bisschen das afrikanische Krankenhausleben und das Arbeitsklima zu schnuppern.

IMG_1981  IMG_0333        IMG_0211  IMG_0007_6IMG_0180Kleine und große Patienten des Krankenhauses         IMG_0079_2
Zoukougbeu ist eine Unterpräfektur, aber sehr ländlich. Das Dorf liegt direkt an einer Autobahn. Es gibt einen Markt, paar nette Restaurants und Bars, eine Apotheke und auch Grund- und weiterführende Schulen. Im Dorf gibt es viele evangelische, freikirchliche Kirchen, eine große Moschee und eine katholische Kirche. Außerdem gibt es ein kleines staatliches Krankenhaus und das Gesundheitszentrum, in dem ich mein Praktikum mache.

IMG_0095_2Der Markt von ZoukougbeuIMG_0090_3

IMG_0036_5Mit Danielle erkunde ich das Dorf. Sie kommt aus Frankreich und hat dort einen Verein, der das Krankenhaus hier unterstützt. Jedes Jahr kommt sie für einen Monat in die Efenbeinküste, um die Kranken zu besuchen und die Entwicklung des Zentrums zu verfolgen.IMG_0077_3

IMG_0063_4 IMG_0055_3Schulkinder im Dorf

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IMG_0575Sanitäre Anlagen für die PatientenIMG_0564PatientenzimmerIMG_0563Überdachte und betonierte Wege zu allen wichtigen Häusern, damit sie auch bei starkem Regen benutzt  werden könnenIMG_0560Aufenthaltsraum für die Patienten. Hier spielen, essen und entspannen sie, um ein bisschen aus dem Bett rauszukommen. Außerdem gibt es dort auch einen Fernseher.Die Tage und der Aufenthalt für die Patienten sind lang.

Das Krankenhaus in Zoukougbeu, in dem ich für einen Monat mitarbeiten darf, ist auf eine Krankheit mit dem Namen „Ulcère de Buruli“ (UB) spezialisiert.
Es ist schwer, mit Worten zu beschreiben, wie es hier ist. Ich riskiere, alles viel  zu dramatisch darzustellen oder alles zu schön zu reden. Es sind meine ganz persönlichen Eindrücke und weil ich der Sache niemals gerecht werden kann, habe ich beschlossen, nicht eine einzige Geschichte zu erzählen, sondern viele kleine Geschichten, die sich vielleicht sogar widersprechen. Nur kleine Bruchstücke, damit ihr euch annähernd vorstellen könnt, was ich in Zoukougbeu erlebe. (-> Videotipp: Africa- a single story https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg )
Ja ich sehe hier viel Leid. Und nein, es geht den Menschen hier nicht schlecht. Würde ich mein Pflegepraktikum in einem deutschen Krankenhaus machen, so würde ich auch vielen Menschen begegnen mit tragischen „Schicksälen“, hoffnungslosen Geschichten…
Zuerst einmal zu der Krankheit: Wem das hier zu medizinisch wird, einfach den Abschnitt überspringen 😉 Ich bin (noch) kein Arzt, also ich übernehme keine Garantie für jegliche Angaben.
Buruli-Ulkus (hört sich auf deutsch irgendwie ulkig an), dessen Erreger das Mykobakterium ulcerans (verwandt mit den Erregern von Tuberkulose und Lepra) ist, ist eine infektiöse Krankheit, die vor allem in Sumpfgebieten der Tropen vorkommt und deren Übertragung bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Es wird angenommen, dass bestimmte Mücken die Überträger der Krankheit sind. Die Elfenbeinküste ist weltweit das am stärksten betroffene Land dieser Krankheit. Im Jahr 2014 gab es weltweit 2251 Neuerkrankungen, davon 827 in der Côte d’Ivoire. Die Mortalitätsrate ist sehr gering. Mehr als 70% der Betroffenen sind jünger als 15 Jahre alt. Die Krankheit wurde erstmals in Australien entdeckt und hat ihren  Namen „Buruli“  von einer gleichnamigen Region in Uganda bekommen, in der die Krankheit erstmals stark ausgebrochen ist.IMG_0014_5

Das Erscheinungsbild der Krankheit ist anfangs wie folgt: An irgendeiner Körperstelle (oft die Extremitäten) bildet sich ein kleiner Knoten, ein Ödem oder ein Plaque (eine Hautverhärtung). Anfangs spürt der Erkrankte keine Schmerzen. Das ist verhängnisvoll, da der Krankheit deshalb erst oft sehr spät Aufmerksamkeit geschenkt wird und ein Arzt erst dann aufgesucht wird, wenn die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist.  Die Bakterien setzen die Immunabwehr außer Kraft und greifen Haut, Gewebe, Weichteile und teilweise sogar die Knochen an. Es kommt zur (oftmals großflächigen) Geschwürbildung. UB kann daran erkannt werden, dass die Ränder der Geschwüre nicht klebend sondern lose sind. Durch einen Wundabstrich kann man feststellen, ob es sich um UB handelt oder nicht. Dazu färbt man die Probe wie folgt an: Fuchsin – Alkohol – Methylenblau. Anschließend kann man unter dem Mikroskop die Mykobakterien erkennen. Echt spannend, diese winzigen Erreger zu sehen, die diese massive Krankheit auslösen. Das Labor mit dem Pippetieren und Mikroskopieren hat mich sehr an das sehr spaßige Bio-Praktikum im ersten Semester erinnert. Ich habe doch schon was Sinnvolles gelernt! An dieser Stelle liebe Grüße an die vorletzte Reihe und Ersatzschatz 😉

IMG_0075_2IMG_0024_4Präparat mit Wundabstrich wird Fuchsin angefärbtIMG_0025_6IMG_0003_7

IMG_0026_5Auf der Suche nach dem Mykobakterium ulceransIMG_0014_7
Die Patienten sind in den meisten Fälle zwischen einem viertel und einem ganzen Jahr stationär zur Behandlung in einem speziellen Krankenhaus. Sie werden häufig gesellschaftlich ausgegrenzt und aus ihren Familien verbannt und finden nach ihrer Krankheit schwer Anschluss. Die Behandlung und Heilung sind sehr aufwendig. Zum einen werden die Bakterien aus einer Kombination von zwei Antibiotika bekämpft . Diese medikamentöse Behandlung dauert 56 Tage lang. Sie wurde so von der WHO festgelegt. Dadurch wird das Ausmaß bei großen Geschwüren verkleinert und bei kleineren Geschwüren kann somit sogar der Patient ganz geheilt werden.
Andererseits ist eine tägliche Wundversorgung wichtig. Bei großen und fortgeschrittenen Ulzerationen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, bei dem meistens die Haut vom Ober- oder Unterschenkel auf die erkrankte Stelle transplantiert wird.IMG_0235Kombi aus 2 Medikamenten

Ein typischer Arbeitstag
7:35 Klatsch und Tratsch unter Kollegen
7:45 Gebet mit dem ganzen Team
7:50 Staff: Das  Team versammelt sich im Besprechungszimmer. Die Nachtwache liest einen Bericht über alle Patienten in Beobachtung vor/ Blutbank (es wird gesagt wie viel Blut von welcher Gruppe vorhanden ist und wie lange es haltbar ist, damit keine Blutkonserve weggeschmissen werden muss )/ Fragen und Unklarheiten werden besprochen
8:10 Visite mit dem gesamten Personal
8:45 Putzen/Wundversorgung/Patientenaufnahme/ Infusionen,Transfusionen anhängen/Patientenakten schreiben/Statistiken erstellen/ am Empfang Patienten zu den richtigen Zimmern und Untersuchungen begleiten
12:00 Mittagessen
16:00 Feierabend (Ein Krankenpfleger und ein Gesundheitsagent bleiben für die Nachtwache)

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Während des Staffs erklärt der Arzt dem gesamten Personal medizinisches Fachwissen.IMG_0076_2
Visite

IMG_0016Nach der Visite wird erstmal geputzt. Sauberkeit und Hygienie werden hier groß geschrieben (vor allem, wenn man das Zentrum mit anderen Krankenhäusern in der Elfenbeinküste vergleicht)

Das Team besteht aus 3 Ärzten, 4 Krankenpflegern, 5 Pflegehelfern (Aide soignants) und 5 Gesundheitsagenten (agents de santé), 2 Physiotherapeuten,6 Praktikantinnen, 2 Sozialarbeitern für die Betreuung von Menschen mit HIV, 2 Köchinnen, 2 Putz-/Waschfrauen, 1 Apotheker, 2 Personen an der Pforte/Rezeption, 3 Laboranten, 1 Buchhalter und der Direktion. Das Krankenhaus ist in den Händen von katholischen Schwestern.

Wenn ein Patient im Centre ankommt, wird er zuerst am Empfang registriert mit seinem Name, Alter, Temperatur, Gewicht, ethnischer Gruppe, Herkunftsort und Beruf. Er bekommt ein Krankenheft ausgestellt, in dem Diagnose, Medikamentenverschreibungen… während seines gesamten Aufenthaltes dokumentiert werden. Anschließend geht er ins Sprechzimmer entweder zu einem der Ärzte oder zu einem Krankenpfleger. Krankenschwestern/-pfleger haben hier eine ähnliche Stellung wie ein Mediziner. Sie können auch eigene Praxen haben, nur das Operieren überlassen sie den Ärzten.IMG_0130
Am Empfang

Nach der Beratung kommt der Patient in die Observation, wenn er nicht nur ambulant behandelt werden kann. Dort gibt es 15 Betten für alle Patienten, die nur für kurze Zeit bleiben. Hier sieht man oft Malaria und Patienten mit (Sichelzellen-Anämie), die dann Transfusionen bekommen. Es kommen auch Tetanus und Schlangenbisse hin und wieder vor.  Auch viele Ulzerationen und Wunden jeder Art sind dort zu finden.IMG_0579Alle UB-Verdachtsfälle und alle anderen Kranken kommen in die ObservationIMG_0030_2Im Wartezimmer der Observation werden die Patienten behandelt, wenn es schnell gehen muss oder kein Bett frei ist.IMG_0019_5IMG_0036IMG_0165Kein UB, sondern Diabetes

IMG_0236Eine Wunde am Unterschenkel mit Maden – ehrlich gesagt kein schöner Anblick

Im Labor werden dann alle möglichen Tests gemacht. Es ist mit guten und sehr teuren Geräten ausgestattet und demnach auch sehr vertrauenswürdig. Menschen von weitweg kommen hier her, um Bluttests… machen zu lassen. Wenn der Patient UB hat, so wird er im Centre aufgenommen und in den UB-Bereich verlegt. Handelt es sich um eine andere Ulzeration, werden die Kranken in andere Krankenhäuser verlegt. Ein Patient mit UB bezahlt einmalig umgerechnet 75 Euro und bekommt dafür alle Medikamente, Behandlungskosten und Untersuchung, Operationen, Kost und Logis bis zum Tag seiner Entlassung. Das ist wirklich nicht viel, wenn man bedenkt, wie teuer die ganzen Produkte allein für die Wundversorgung sind. Ein Patient, der eine Ulzeration (nicht UB) am Bein und am Hoden hatte, zahlte mindestens 15.000Francs pro Tag. Nach 4 Tagen  sind das schon mehr als die 75 Euro, die ein UB-Patient für die gesamte, monatelange Behandlung zahlt.
Immer wieder muss ich hier erfahren, dass Gesundheit Reichtum ist. Nicht nur, dass Gesundheit sehr wertvoll, sondern auch, dass sie ein Privileg für die besser Betuchten ist. Gerade die ärmeren Familien kommen oft erst sehr spät ins Krankenhaus, weil sie einfach kein Geld für die Arztkosten und Medikamente haben. Ein Mann wurde nach vier Tagen Krankenhaus auf eigenen Wunsch entlassen mit einem offenen, dick angeschwollenen Bein vom Knöchel bis zur Leiste. Bei seiner Ulzeration handelt es sich nicht um UB, deshalb bekommt er keine finanzielle Unterstützung. Er ist viel zu spät gekommen und viel zu kurz geblieben. Seine Überlebenschancen stehen schlecht. Auch viele UB-Patienten probieren vor dem Weg ins Krankenhaus billigere Alternativen mit traditionellen Heilmethoden. Oft werden die Wunden stark erhitzt und durch die traditionellen Medikamente die Ulzeration oft nur noch vergrößert und verschlimmert.IMG_0021Die Köchinnen versorgen die Patienten dreimal täglich mit warmem Essen. Trotzdem kochen oft auch nochmal die Angehörigen für die Patienten mit.

Jeden Vormittag stehen Verbandswechsel der Ub-Patienten an.( Wer kein Blut und offene Wunden sehen kann/will, der sollte schnell wegschauen)

IMG_0551Hier werden die Verbandswechsel und Wundversorgungen gemacht
IMG_0134Patienten, die schon operiert wurden und bald wieder nach Hause dürfe

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IMG_2280IMG_2191   IMG_2138

IMG_0025_4 1Ulzeration an der linken Seite des BauchesIMG_0022_4IMG_2314IMG_2315  Ein typisches Symptom ist, dass die Extremitäten stark anschwellen. Seine Hand ist doppelt so groß wie gewöhnlichIMG_0031_4   IMG_0144 IMG_0140Schon bei einem ersten Eingriff wurde kaputtes Haut am Oberarm abgeschnitten. Dazu wurde die Schulter und der Oberarm über lange Zeit mit feuchten Kompressen behandelt, damit die Haut weich wird und leichter wegzuschneiden istIMG_0151IMG_0157Ohne jegliche Betäubung wird die „tote Haut“ abgeschnitten, damit eine saubere Wunde entstehen kann, auf die dann gesunde Haut transplantiert wir

Jeder Kranke wird von einem Angehörigen begleitet. Oft sind das die Mamas. Sie schlafen dort, waschen die Wäsche und die Verbände der Kranken und fungieren als Alarmknopf im Bett, denn das gibt es hier nicht. Wenn der Patient Schmerzen oder irgendwelche Wünsche hat, so ist es der Angehörige, der das Personal  informiert. Es gibt auch keine rollenden Betten, nur ein paar Rollstühle. Oft tragen die Mamas ihre 10 Jahre alten Kinder durch die Gegend, weil sie alleine nicht laufen können.

IMG_0550Küche und Aufenthaltsraum der AngehörigenIMG_0200Die Mamas holen Wasser vom Brunnen, um für sich zu kochen und die Wäsche und Verbände der Patienten zu waschen.

Nach meiner Arbeit bleibe ich oft nach im Aufenthaltsraum der Kranken und spiele mit den Kindern. Jeden Morgen fragen sie mich, ob ich heute wieder länger bleibe mit ihrem strahlenden Lächeln. Da kann man einfach nicht Nein sagen. Wir spielen Scrabble, Fußball mit einer Plastikflasche oder ein Spiel mit 7 Steinen. Man wirft einen der Steine nach oben  und während sich dieser in der Luft befindet, nimmt man einen Stein vom Boden in die Hand und fängt den ersten Stein mit der gleichen Hand wieder auf. Fängt man den geworfenen Stein nicht wieder auf, so ist der nächste an der Reihe. Wenn man das mit allen 6 Steinen, die am Boden liegen, geschafft hat, geht es im nächsten Schritt weiter, indem man 2 Steine auf einmal vom Boden nimmt und letztlich 3 auf einmal. Während die kleinen Jungs mit ihrer linken Hand schon bei 3 Steinen auf einmal sind, schaffe ich es nicht mal mit einem Stein 😉 IMG_0285In der Woche vor Ostern haben wir Eier gefärbt. Das war eine absolute Neuheit. Ostereier kennt man hier nicht. Alle Patienten und auch das Personal haben sich über die bunten Eier sehr gefreut. Und ich war sehr erstaunt, wie geduldig und ruhig die Kinder 10 Minuten warten konnten, bis die Eier die Farbe angenommen haben. Sie saßen einfach da und haben die Eier beobachtet. IMG_0281 IMG_0276 IMG_0270 IMG_0255

Manchmal fragen mich die Kinder, ob wir zur Grotte auf dem Gelände gehen können, um für alle kranken Kinder auf der Welt zu beten. In ihren Stammessprachen sprechen sie dann laut und frei ihre Gebete.IMG_0615

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Die Kinder verpassen viel Unterricht. Deshalb gibt es jeden Nachmittag für sie Alphabetisierungsunterricht. Sie haben große Träume. Ein Junge mit einer Ulzeration an den Beinen ist in der 9. Klasse. Im ersten Trimester war er noch der Klassenbeste und dann kam die Krankheit dazwischen. Im neuen Schuljahr muss er die Klasse wiederholen. Er wird hart arbeiten, weil er später Arzt werden will, damit niemand mehr an solch einer Krankheit leiden muss. Und er ist nicht der einzige, der das später zu seinem Beruf machen will. Der kleine Salomo hat mir gesagt, dass er der beste Arzt wird und alle Patienten so gut behandeln will, wie das die Pfleger und Ärzte hier im Zentrum machen. Ich glaube, dass das nicht nur leere Worte sind. Einer der Ärzte hatte selber als Kind die Krankheit und ist nun in einem UB-Zentrum Arzt geworden. Eine schöne Geschichte.

IMG_0025Morgens versorgt Aimée die Wunden der Patienten, nachmittags gibt sie den mobilen Kindern Alphabetisierungsunterricht.

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Wenn ich nach Hause gehe, mache ich noch oft eine Runde über das ganze Gelände,  um allen Patienten Tschüss zu sagen. An einem Tag habe ich von weit her Gesang gehört, und ich dachte, dass ein Chor gekommen ist um für die Patienten zu singen. Doch es waren die Kranken selbst, die voller Freude und Dankbarkeit gesungen haben. Die Atmosphäre ist sehr familiär. Es wird sich gegenseitig geholfen, gemeinsam gegessen. Es entstehen an diesem Ort Freundschaften, denn geteiltes Leid ist leichter zu ertragen. Da alle von der gleichen Krankheit betroffen sind und oft ähnlich aus ihren Dörfern verstoßen wurden, gibt das Zentrum viel Gemeinschaft und Zusammenhalt.

IMG_0320Freundschaften entstehen. Die Kranken und Angehörigen frisieren sich gegenseitig, verbringen ihre Zeit zusammen und ertragen die Krankheit gemeinsam.IMG_0012_2Unter dem Mangobaum lässt es sich gut schlafen

Während meines Praktikums habe ich die Möglichkeit, in fast alle Bereiche des Zentrums Einblicke zu bekommen – Vom Empfang, Konsultation, über die Wundversorgung, Observation, Labor bis zur Echographie und zu den Post-operierten Patienten.

Ich möchte euch von einem kleinen Mädchen erzählen, das wegen Tetanus zu uns gekommen ist. Das ist wirklich keine leichte Krankheit. Sie wurde isoliert in ein eigenes, abgedunkeltes Zimmer verlegt, denn Licht und Geräusche stimulieren sie und lösen starke, schmerzhafte Krampfanfälle aus. Bei der Visite haben wir sehr leise gesprochen, doch trotzdem hatte sie immer wieder diese Anfälle. Zwei Wochen lang lag sie im Bett, konnte sich nicht bewegen und nichts essen und trinken weil alle Muskeln kontrahiert waren und sie auch nicht den Mund öffnen konnte. Nach anderthalb Wochen sind die Eltern an ihr finanzielles Limit gekommen und wollten das kleine Mädchen mit nach Hause nehmen. Das Personal hat das nicht zugelassen, weil das ihr Todesurteil gewesen wäre. Also haben die Mitarbeiter zusammengelegt, damit die Behandlung fortgesetzt werden kann. Diese Geste hat mich wirklich bewegt. Man merkt, dass es nicht einfach x-beliebige Patienten sind, sondern Menschen, die ihnen am Herzen liegen.  Nach 16 Tagen konnte das Mädchen endlich das Krankenhaus verlassen und wir alle haben uns mit ihr gefreut, dass sie die Krankheit überstanden hat.IMG_0018_2Über 2 Wochen lang hängt das Mädchen am Tropf, bis ihre Kontraktionen nachlassen.

Einmal in der Woche kommt ein Arzt ins Krankenhaus, der sich auf Echographie spezialisiert hat. Ich durfte ihm über die Schultern schauen. Von Zysten bis Eileiterschwangerschaften und Zwillingen habe ich vieles gesehen. Eine Jugendliche kam mit ihrem Mann, der ein noch sehr kleines Baby im Arm hielt. Als sie erfährt, dass sie schon wieder schwanger ist, kann sie es kaum glauben und der Papa wird wütend und schreit nur: „Machen sie es weg!“ Pure Verzweiflung. Wie soll er auch noch ein zweites Kind ernähren?

Ein 10-jähriges Mädchen ist von UB an ihrem linken Bein betroffen und jedes Mal, wenn der Verbandwechsel ansteht (bei ihr alle 2 Tage), weint sie schon aus Angst vor den Schmerzen, bevor man sie überhaupt angefasst hat. Sie kommt aus einem kleinen Dorf, ist 7 Jahre alt und spricht kein Französisch. Als sie in den Saal für den Verbandswechsel kommt, winkt sie mich zu ihr, damit ich ihre Hand halte. Sie hat mich noch nie gesehen, aber ich darf nicht mehr von ihrer Seite weichen. Während die alten Kompressen von ihren Wunden entfernt werden schreit und weint sie „Merci! Merci!“ Anstatt „Pardon! Bitte, hör auf!“ zu sagen, bedankt sie sich die ganze Zeit. Das war wirklich sehr putzig, sie hat die Wörter Bitte und Danke verwechselt. Manchmal muss ich sie so fest anpacken, weil sie so strampelt und zappelt und dann versucht sie mich zu beißen, damit ich sie loslasse. Es ist schade, dass ich mich nicht mit mir unterhalten kann, aber ich bin mir sicher, dass sie trotzdem meine kleine Freundin ist. Oft sehe ich sie auf dem Gelände, wie sie mit ihrer Gehilfe  mühsam einen Schritt nach dem anderen macht. Für einen Meter braucht sie 1 Minute, aber sie lässt  sich nicht entmutigen, geht einfach weiter trotz Schmerzen. Diese Kinder sind alle so stark!IMG_0027_4 IMG_0163

Es gibt einen kleinen Jungen, der immer lacht und selbst beim schmerzenden Verbandwechsel keine Miene verzieht. Er ist sehr tapfer. Um so mehr hat es mir wehgetan, als ich ihn weinen sehen habe. Er war bei den Physiotherapeuten und hat eine Art Schiene bekommen, weil sich die Extremitäten oft verformen, wenn die Wunde über die Gelenke geht. Um dies zu vermeiden, wird die Hnad oder das Bein geschient. Das ist sehr schmerzhaft und teilweise reißen neue Wunden durch die Schienung auf, doch sehr wichtig, weil sonst oft Verkrüpplungen die Folge sind und die Extremitäten ihre Funktionsfähigkeiten verlieren. Ich wollte ihn trösten und ablenken, doch es hat gereicht ihn anzulächeln, schon waren die Schmerzen vergessen und er hat übers ganze Gesicht gestrahlt.IMG_0353Eines Tages wird mein kleiner Freund der beste Arzt sein.

IMG_2103Schienung bei der Physiotherapie

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Fitnessgeräte, damit die Patienten mobil bleiben

Ich könnte euch die Geschichte von jedem Kranken erzählen, weil sie alle ganz besonders und erzählenswert sind. Vom 2-jährigen Kind bis zum 80-jährigen Opa. Da ich aber schon 9 Seiten geschrieben habe, sollen die paar Geschichten stellvertretend für alle anderen stehen.

Das Thema Aids möchte ich nur kurz anschneiden. In der Elfenbeinküste sind  3,5% (2014) mit dem Virus infiziert. Mir ist aufgefallen, dass über dieses Thema nicht wirklich gesprochen wird. Es gibt Decknamen, die verwendet werden unter Kollegen, um auf einen betroffenen Patienten aufmerksam zu machen. „Handschuhe doppeln“ und schon ist klar, dass der Patient das Virus in sich trägt. Selbst, als ich allein mit dem Doktor die Statistiken fürs letzte Jahr gemacht habe, hat er nur auf HIV/Aids gezeigt, aber nicht laut gesagt, was da steht.

Das Zentrum St Michel de Zoukougbeu hat im Jahr 2014 den Preis für die beste medizinische Einrichtung der Elfenbeinküste vom Präsidenten verliehen bekommen. Das ist eine große Ehre und wie ich finde, ist dieser Preis gerechtfertigt. In dem Zentrum steckt so viel Herzblut drin.

Mit neuer Energie und viel Motivation freue ich mich auf den Sommer und das zweite Semester in Freiburg. Es fällt mir dieses Mal leichter, die Elfenbeinküste zu verlassen. Denn ich weiß, was mich in Freiburg erwartet und dass ich jederzeit zurück kommen kann. „Ici est chez moi!“
Eure Franzi

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P.S. Das Bild hier ist für Vera. Sie hat zu mir gesagt, dass ich auch Fotos machen soll, von Sachen, die für uns in Deutschland gewöhnlich sind, nichts „Exotisches“. Nicht nur das „arme, andere Afrika“ im Kontrast zu Europa zeigen. Vera, ein nagelneuer und top ausgestatteter Krankenwagen nur für dich! 😉
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43- Alles auf Anfang oder was bleibt https://blogs.donboscovolunteers.de/franziinwestafrika/2015/08/30/43-alles-auf-anfang-oder-was-bleibt/ Sun, 30 Aug 2015 18:59:32 +0000 http://20906.884 Liebe Freunde, Unterstützer, Leser, das hier wird wohl mein vorerst letzter Blogeintrag sein! Vielen Dank, dass Sie/du mich ein Jahr lang bei meinem Freiwilligendienst in Duékoué begleitet und unterstützt haben/hast – durch das Interesse an meinem Blog, die  finanzielle Unterstützung, einen lieben Gruß aus der Heimat,… Partir, c’est mourir un peu! Abschied nehmen ist ein […]

Der Beitrag 43- Alles auf Anfang oder was bleibt erschien zuerst auf Don Bosco Volunteers.

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Liebe Freunde, Unterstützer, Leser,
das hier wird wohl mein vorerst letzter Blogeintrag sein! Vielen Dank, dass Sie/du mich ein Jahr lang bei meinem Freiwilligendienst in Duékoué begleitet und unterstützt haben/hast – durch das Interesse an meinem Blog, die  finanzielle Unterstützung, einen lieben Gruß aus der Heimat,…

Partir, c’est mourir un peu! Abschied nehmen ist ein bisschen sterben!

Seit fast 2 Wochen bin ich zurück aus der Elfenbeinküste. Unfassbar, dass mehr als ein Jahr vergangen ist seit meinem ersten Blogeintrag, dem großen Ebolaausbruch und der damit verbundenen Ungewissheit, ob ich überhaupt meinen Freiwilligendienst antreten soll/kann/darf. Ich habe mich damals entschieden, zu fliegen, auch ohne Mitvolontärin, weil ich sonst vielleicht die beste Zeit meines Lebens verpasst hätte. Und weil ich schon davon träumte, Afrika kennen zu lernen und in einem sozialen Projekt zu arbeiten, als ich noch so klein war, dass meine Mama mich noch fast mit einem Tuch auf dem Rücken tragen hätte können.
Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.
Ein Leben, schlicht und einfach, aber unglaublich bereichernd und lebenswert.
Ein Jahr, dass sich manchmal anfühlt, als hätte ich es bloß geträumt.
Ein Herz voll von Dankbarkeit und Freude, das erlebt haben zu dürfen.

Kurz vor Sonnenuntergang irgendwo über den Dächern Afrikas

Kurz vor Sonnenuntergang irgendwo über den Dächern Afrikas

Von Westafrika über Deutschland bis nach Australien kann gute Freunde nichts trennen <3

Angekommen: Von Westafrika über Deutschland bis nach Australien kann gute Freunde nichts trennen <3

Als ich Mosbach wieder gesehen habe, kamen mir die Straßen so ausgestorben und farblos vor. Wo sind die spielenden Kinder, die Frauen mit ihren bunten Stoffen und den großen Schüsseln auf dem Kopf, die Ziegen und Rinder, die vielen grünen Taxis? Die Straßen sind leer. Bevor ich gegangen bin war das doch genauso, Mosbach hat sich (bis auf das neue Einkaufszentrum mit H&M und co.) kaum verändert. Doch im letzten Jahr habe ich so viel Neues, Schönes, Trauriges, Anderes sehen dürfen, dass ich jetzt vieles mit anderen Augen betrachte, oder vielleicht mit dem Herzen sehe (so wie Saint-Exupéry das mal gesagt hat).
In Deutschland ist es von den Temperaturen her zur Zeit sogar heißer als in der Elfenbeinküste. Doch ich friere trotzdem, denn mir fehlt diese Herzenswärme, die ich in Duékoué erleben durfte und das Lebensgefühl, Schwestern und Brüder zu sein. Oft haben mir das meine Freunde oder Menschen in den Straße gesagt: Bei euch ist es doch sehr kalt oder? Ihr lebt alle aneinander vorbei, habt kaum Zeit für die anderen. Jeder sucht nur sein persönliches Glück und Geld. – In vielerlei Hinsicht haben sie recht, doch auch in Europa gibt es sehr viele Menschen, bei denen es einem ganz warm wird *_*

Letzte Woche war ich mit meiner Familie im Italien-Urlaub. Dort habe ich unter anderem in Turin das Grab von Don Bosco gesehen. Für mich war das ein sehr bewegender Moment. Denn im letzten Jahr habe ich Don Bosco nicht nur besser kennen gelernt sondern mit jedem Tag mehr Bewunderung für sein Lebenswerk gewonnen: die absolute Hingabe für banachteiligte Kinder und Jugendliche, ohne sich jemals auch von dem unüberwindbarstem Hindernis entmutigen zu lassen. Er hat nicht nur das Leben von vielen Straßenkindern seiner Zeit verbessert, sondern berührt auch heute noch die Herzen von Jugendlichen und Kindern in aller Welt. Auch meines.
Wir waren auch am Mittelmeer, wo wir uns entspannen, während andere dort ihren Tod finden, weil sie keinen anderen Ausweg sehen als diese gefährliche Reise zu wagen.
Und wenn ich daran denke, wie viele Monate eine Familie mit dem Geld von einem Restaurantbesuch überleben würde oder bloß, vergeht mir fast der Appetit. Ich schätze dieses Leben in Luxus sehr. Natürlich hab ich mich gefreut, als ich wieder unter einer heißen Dusche stehen, in einem großen Bett und ohne Moskitonetz schlafen, grenzenlos im Internet surfen, ans Meer reisen konnte und und und… Aber unser bequemes Leben hat für mich einen bitteren Beigeschmack bekommen.

In Turin

In Turin

Don Bosco

Don Boscos letzte Ruhestätte in Turin

Don Bosco auf der EXPO in Mailand

Don Bosco auf der EXPO in Mailand

Der Don-Bosco-Pavillon von innen

Der Don-Bosco-Pavillon von innen

Im Pavillon der Elfenbeinküste - sie sind vertreten im Kakaosektor

Im Pavillon der Elfenbeinküste – sie sind vertreten im Kakaosektor

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Aber noch einmal zurück zu meinen letzten Eindrücken in Afrika: Und dann war alles so wie vor einem Jahr. Wieder werde ich in ein Flugzeug steigen und ein paar Tausend Kilometer überwinden und dort mein Leben weiterzuleben. Wieder gibt es Vorfreude und Abschiedsschmerz. Wieder habe ich ein bisschen Angst vor dem Ungewissen und zugleich kann ich es kaum abwarten, dass es endlich losgeht. Das letzte Mal habe ich auf die Elfenbeinküste, die Foyermädchen und das Leben in einer anderen Kultur gewartet. Dieses Mal warte ich auf das Medizinstudium, ein freies und eigenständiges Studentenleben, auf Freiburg und zuerst darauf, Familie und Freunde wieder zu sehen.
Am Flughafen in Frankfurt habe ich damals meine Familie und Freunde zurückgelassen, als ich durch die Sicherheitskontrollen gegangen bin und habe Krokodilstränen geweint. Und dieses mal habe ich meine ivorische Familie, meine Freunde, die wie Brüder und Schwestern waren, die Schwestern und Pater, die Kinder und Jugendlichen, mit denen ich ein Jahr verbracht habe, zurückgelassen. Und noch größere Krokodilstränen geweint. Denn beim letzten Mal war alles auf ein Jahr begrenzt, doch bei diesem Abschied ist das Rüchkflugticket noch nicht gebucht, die Zeit ungewiss.
Vieles habe ich zurückgelassen, aber eine Sache habe ich mitgenommen. Dieses unbeschreibliche Lebensgefühl von Freude und Leichtigkeit. Ich glaube ich habe mich nie glücklicher und dankbarer gefühlt, als an dem Tag, an dem ich Abschied genommen habe.

Ich möchte euch noch ein paar festgehaltene Eindrücke von meiner letzten Woche geben:

Abschiedsessen mit den Patern und Sr. Rosanna – es war viel zu lustig, um traurig zu sein:
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Bei den letzten Spaziergängen durch Duékoué hab ich noch neue Ecken entdeckt:

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Der Elefantenrücken-berg, der Duékoué seinen Namen verlieh

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Ein Traum von Mais

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Bosco-Ferien:

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Zum letzten Mal mit den Animateuren der Bosco-Ferien planen, diskutieren,…

und danach gemeinsam zum letzten mal das Nationalgericht Attieké essen

und danach gemeinsam das Nationalgericht Attieké genießen

 

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Die Kinder und Jugendlichen des Ferienprogramms, die es immer schaffen, ein Lächeln auf meine Lippen zu zaubern

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Beim Tanzwettbewerb sind ca. 2000 Jugendliche aus Duékoué geworden

Beim Tanzwettbewerb sind ca. 2000 Jugendliche aus Duékoué gekommen…

Sie zu bändigen und am Eingang zu kontrollieren ist uns etwas über den Kopf gewachsen und hat damit geendet, dass wir mit Steinen beworfen wurden und Menschemassen den Eingang gestürmt haben (wegen 15ct Eintritt)

…sie zu bändigen und am Eingang zu kontrollieren ist uns etwas über den Kopf gewachsen und hat damit geendet, dass wir mit Steinen beworfen wurden und Menschemassen den Eingang gestürmt haben (wegen 15ct Eintrittspreis)

 

Polaroidbilder als Erinnerungen für meine  Freunde

Polaroidbilder als Erinnerungen für meine Freunde

 

Es kommt mir mit meinen Freunden und meiner Familie so vor, als wäre ich nie weggewesen. Doch trotzdem hat sich vieles verändert und dieses Jahr wird nicht spurenlos vergehen.
Was bleibt…
… Dankbarkeit, für jeden Menschen, der einen Stück meines Weges während des Freiwilligendienstes mit mir gegangen ist
…pures Glück über die unzähligen Eindrücke, Momente in meinem Projekt mit den Mädels, den Kindern und Jugendlichen der Mission, den Begegnungen auf den Straßen
…eine neue Familie und Freundschaften, die hoffentlich auch trotz mangelndem Internetzugang über Weltmeere reichen
… 20.000 Fotos oder mehr
… Narben von unzähligen Moskito-stichen
… unendlich viele Erinnerungen, die vier Tagebücher gefüllt haben
… Spuren in den Herzen der Menschen dort und noch viel mehr Spuren und Menschen in meinem Herzen
…das Gefühl, dort Heimat gefunden zu haben und jeder Zeit wieder kommen zu können
…eine neue Kochstelle (mit Gaskochern für das Foyer), Schulbücher als Ausleihsystem für die Foyermädchen und Fensterabdichtungen für die kalten Monate. Nur dank eurer großzügigen Unterstützung und Spenden können all diese Projekte umgesetzt werden. Mich hat eure Anteilnahme wirklich überwältigt. Dafür an alle Spender ein herzliches Dankeschön!
Kurze Erklärungen zu den Projekten:
*Die Kochstelle war für 55 Mädchen viel zu klein und hat oft zu Konflikten geführt. Außerdem haben die Mädchen bis jetzt alle mit Kohle gekocht. Das dauert  viel länger und es hinterlässt viel Schmutz. Oft standen die Mädchen zwei bis dreimal am Tag jeweils bis zu zwei Stunden in der Küche. So erhoffen wir durch die Möglichkeit, mit Gaskochern zu kochen und durch die Vergrößerung der Küche, dass es zu weniger Streit kommt und die Mädchen mehr Zeit für Freizeit haben.
*Eine Anschaffung von Schulbüchern, um eine Bibliothek einzurichten, sehe ich als sehr sinnvoll, weil die meisten Mädchen keine Mittel haben, um die Schulbücher zu kaufen. In den Schulen gibt es kein Ausleihsystem. Deshalb sah es im letzten Schuljahr buchtechnisch eher schlecht aus. Durch neue Schulbücher für eine Bibliothek können die Mädchen gemeinsam profitieren, um Unterrichtsstoff im Foyer zu vertiefen und ihre Hausaufgaben erledigen zu können. Das war im letzten Schuljahr oft nicht möglich. Und weil es auch kein Internet für die Mädchen gibt, sind die Bücher der einzige Zugang zu Information und umso wichtiger!
*In einigen Schlafzimmern bestehen die Fenster aus Löchern in der Wand. Während des Harmattans wird es aber oft nachts sehr kalt. Im letzten Jahr waren Erkältungen und Husten während der Zeit Gang und Gebe. Das soll sich nun ändern!

Bilder zu der Küche vor und während des Umbaus (eigentlich sollte das schon alles im Juli fertig sein, aber das mit dem Zeitmanagement müssen wir wohl erst noch üben. Die Bauarbeiten haben erst nach meiner Abreise begonnen, aber Sr. Rosanna schickt mir immer neue Fotos und hält mich auf dem Laufenden, was mit euren Spenden passiert):

VORHER
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ZWISCHENDRIN

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NACHHER gibt’s noch nicht

Mein Jahr geht zu Ende… doch es ist nicht aus und vorbei! Ich bin mir sicher, die Geschichte geht noch weiter… Denn das Fernweh, oder eher das Heimweh, packt mich schon wieder!

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Danke für alles!

Eure Franzi

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42- Chauffeur, pardon! https://blogs.donboscovolunteers.de/franziinwestafrika/2015/08/08/42-chauffeur-pardon/ Sat, 08 Aug 2015 08:42:53 +0000 http://20906.837 Bonjour 🙂 Die letzte Zeit war ziemlich ereignisreich, intensiv und auch emotional, denn die ersten Abschiede habe ich schon hinter mir . In 9 Tagen hat Deutschland mich schon wieder! Was in den letzten Wochen passiert ist, möchte ich gerne mit euch teilen… Am vorletzten Dienstag machten sich 17 Duékouér glücklich auf den Weg nach […]

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Bonjour 🙂
Die letzte Zeit war ziemlich ereignisreich, intensiv und auch emotional, denn die ersten Abschiede habe ich schon hinter mir . In 9 Tagen hat Deutschland mich schon wieder! Was in den letzten Wochen passiert ist, möchte ich gerne mit euch teilen…

Am vorletzten Dienstag machten sich 17 Duékouér glücklich auf den Weg nach Abidjan, unserer Hauptstadt. Naja nicht alle waren ganz glücklich, denn am Vortag sind die Abiturergebnisse verkündet worden und von den 4 Abiturienten unter uns hat nur eine bestanden – hier ist es nicht Frage, wie gut oder schlecht man besteht, sondern ob man besteht (62 % (!!!) der Abiturienten sind in Duékoué durchgefallen!). Neben den viel zu großen Rucksäcken der Mädels und der viel zu kleinen Taschen der Jungs hatten alle noch einen Eimer und eine Strohmatte mit dabei.
In Abidjan angekommen haben wir 20 Jugendliche aus Korhogo (im Norden des Landes) und 60 Jugendliche aus Abidjan getroffen.
Am nächsten morgen war die Abfahrt nach Togo für 4 Uhr geplant, Wecken und Duschen um 3 und deswegen Nachtruhe um 22Uhr. Die Nachtruhe hat aber nie stattgefunden  und an Schlafen war wegen Moskitos, hartem Boden, Schreien und der feuchten Hitze Abidjans eh nicht zu denken. So wurde das Duschen auf 1 Uhr vorgezogen. Alle Jugendlichen waren schon um 2 startklar, doch unsere Verantwortlichen (Schwester, Pater und ein paar Novizinnen) hattens nicht so mit der Pünktlichkeit.
Mit zwei großen, alten Bussen machten wir uns auf den Weg nach Ghana. Insgesamt mussten wir an vier Grenzen Halt machen. Vor allem die Grenzkontrollen Ghanas sind wirklich hart und es kostete uns einige Stunden, bis wir sie überredet hatten, dass wir kein Geld für irgendetwas zahlen müssen (was wir auch wirklich nicht müssen). Um von der ivorisch-ghanaischen Grenzen zur ghanaisch-togolesischen Grenze zu fahren brauchten wir einen ganzen Tag.Und weil sie uns an der ersten Grenze so ewig aufgehalten haben, war die Grenze zu Togo schon zu, also mussten wir an der Grenze schlafen. Nur um durch Ghana durchzufahren habe ich mehr gezahlt (Transit: 75€) als für ein 3-Monats-Visum für Togo (ca. 40€). Die Busfahrt war sehr anstrengend und lang, aber auch ziemlich unterhaltsam, denn schon kurz nach der Abfahrt hat man einen Jugendlichen schreien hören : „Chauffeur, Pardon“ (Bitte, Fahrer!) Er soll so schnell wie möglich anhalten. Durchfall! (In Deutschland würde man wohl nie über so etwas reden, aber hier ist das alles ganz normal, also kann ich auch einfach darüber schreiben) Der halbe Bus wurde von Bauchproblemen gequält. Immer wieder hielten wir mitten in der Pampa an und mangels Toilette… Es wurden über die ganze Fahrt Durchfallwitze gebracht und Klopapier, Butterkekse und Bonbons dagegen beworben 🙂 Der Pater in unserem Bus war der beste Entertainer und hat super Kommerz gemacht. Ich habe es bevorzugt, während der Fahrt (3 Tage lang) einfach nicht aufs Klo gehen zu müssen 😀
Angekommen in Kara waren wir alle todmüde, aber das Programm des Mouvement salesien des jeunes (salesianische Jugendbewegung) startete sofort. Mit 450 Jugendlichen aus Burkina Faso, Benin, Togo und der Elfenbeinküste feierten wir 3 ½ Tage Don Boscos 200. Geburtstag.
Die Stimmung war überwältigend. Auf dem Programm stand vor allem der kulturelle Austausch, Workshops, Poetry Slams, Diskussionen zur Freude des Evangeliums (nach Papst Franziskus) . Ein Musical über das Leben Don Boscos wurde richtig professionell aufgeführt(eine Jugendtheatergruppe aus Abidjan hat das auf die Beine gestellt). Und wenn Afrikaner tanzen, dann verschlägst mir das oft die Sprache. Getanzt wurde sowieso in jeder freien Minute, Pause kennt hier keiner! Wir waren eine große Familie und die verschiedenen Länder haben sich gegenseitig sehr bereichert und super gut verstanden. Neben den vier westafrikanischen Ländern war auch Deutschland mit 4 Volontärinnen vertreten, was mir sehr geholfen hat, da ich seit dem Zwischenseminar keine Weißen in meinem Alter getroffen habe. Der Austausch über unsere Erfahrungen und vor allem über das Abschiednehmen (das in nächster Nähe ist) hat sehr gut getan.
Am letzten Abend hat jede Gruppe Tänze, Theater… aufgeführt und um Mitternacht wurde eine Geburtstagstorte in „200“-Form mit 200 Kerzen angeschnitten und zusammen mit Sekt an alle verteilt. Die Jugendlichen lieben Don Bosco und es war, als wär er dabei gewesen.
Die Heimfahrt war sehr ermüdigend und vor allem die Nacht unaushaltbar. Auf der Hinfahrt ist aus unserem alten Bus ein Fenster rausgefallen und alle anderen Fenster ließen sich auch nicht richtig schließen, sodass die meisten 3 Tage später mit Husten und Fieber in Abidjan angekommen sind. Für mich war es eine tolle Erfahrung, vor allem weil die Jugendgruppe aus Duékoué mir richtig ans Herz gewachsen war und es die Krönung für das letzte Jahr mit ihnen war.

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Tanzen in jeder freien Sekunde

Tanzen in jeder freien Sekunde

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Burkina Faso hat richtig Stimmung gemacht

Don Bosco-Musical

Don Bosco-Musical

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Nationalgetränk der Togoer

Nationalgetränk der Togoer

Delegation der Elfenbeinküste

Delegation der Elfenbeinküste

Duékoué <3

Duékoué <3

alle durcheinander

alle durcheinander

Wiedersehen mit Volontärsfreunden

Wiedersehen mit Volontärsfreunden

Happy Birthday, Don Bosco!

Happy Birthday, Don Bosco!

Von Samstag bis Dienstag war ich im Land der Gouros. Mit meiner besten Freundin, ihrem Papa (für den ich wie eine Tochter bin) und ihrem Bruder haben wir uns mit dem Bus auf den Weg gemacht. Ich habe die Nacht vor unserer Reise schon bei ihnen geschlafen, weil wir sehr früh morgens losgefahren sind. Als wir aufstehen und Wasser im Brunnen schöpfen wollen, ist das Band, mit dem man den Eimer herausfällt, in den Brunnen gefallen. Wie sollen wir uns denn jetzt waschen und Zähne putzen? Also schauen wir bei den Nachbarn vorbei,  um einen Eimer mit Band auszuleihen, doch alle schlafen noch. Nach langem Suchen haben wir dann endlich Wasser gefunden.  Weil wir durch die Brunnengeschichte ganz viel Zeit verloren haben, sind wir mit mindestens 80 zu 3. über die  holprigen Sandwege mit dem Moto gedüst und unser Fahrer hat dabei seinen Schuh verloren, wodurch wir noch mehr Zeit verloren haben. Der Busfahrer war aber so lieb und hat auf uns gewartet. Dass mal eine Weiße zu spät kommt war schon fast eine Sensation. Wir werden hier für unsere Überpünktlichkeit oft ins Lächerliche gezogen.
Unser Ziel war das Dorf Zorofla. Die Dorfnamen sind sehr simpel. Name des Gründers und fla (auf Gouro = Dorf) drangehängt, schon hat ein Ort seinen Namen. Wir sind mit einem großen Reisebus bis in die nächstgrößere Stadt gefahren und von dort aus ging es mit einem Massa (abgeramschter Transporter für 22 Gäste) weiter. Die Fahrt ging nur über eine sandige Huppelpiste und ein Mundschutz wäre sinnvoll gewesen. Am Ende hatten alle ungefähr meine Haarfarbe, denn der Sand und Staub hat sich wirklich überall festgesetzt und mein Teint ist auch viel dunkler geworden. Die Reise hat mich eher an einen Saunabesuch erinnert. Der Motor ist so heiß geworden und der Wagen besteht nur aus Metall, sodass ich mir meine Füße und Knie verbrannt habe. Alle 5 Minuten mussten die drei Beifahrer aussteigen, dann wurde der Beifahrersitz vorgelehnt und der Aufguss für den Motor erfolgte. Das Wasser konnte man richtig brodeln hören. Irgendwie war es zeitgleich auch noch ein Dampfbad, ich will gar nicht wissen, welche Abgase und Dämpfe ich da eingeatmet habe. Das Auto ließ sich auch nicht wirklich gut lenken und 2 Dörfer bevor der eigentlichen Endstation mussten wir dann schließlich Massa wechseln, weil es nicht mehr fahren wollte. Schon die Fahrt allein war ein Erlebnis für sich 😉
Im Dorf angekommen wurden wir von der Großfamilie herzlich begrüßt. Der Großvater (der Alte, wie man ihn liebevoll nennt) wohnt dort mit seinen 9 Kindern und ich weiß nicht wie vielen Enkelkindern. Ich wurde sofort als Familienmitglied aufgenommen und nicht wie eine Fremde behandelt.
Nach ein paar Stunden war ich dann wirklich abgeschnitten von der Welt. Handyakku leer. Strom gibt es nicht. Wir haben ohne Uhr gelebt und mangels ausreichender Taschenlampen ab ca. 19Uhr in der Dunkelheit gelebt mit dem Mond als einzige Lampe.
Im Dunkeln zu essen und dann auch noch mit der Hand ist nicht so einfach. Jungs und Mädchen essen aber getrennt, denn sonst würden die Mädels niemals satt werden, weil die Kerle schon alles aufgegessen hätten. Zwischendurch knabbert man Erdnüsse und gegrillten Mais. Ab und zu findet man eine Kakao, dessen Inhalt man suzzelt und dann die Kakaobohne ausspuckt – sehr lecker, schmeckt aber kein bisschen nach Schokolade. Wenn man ausversehen auf die Bohne beißt, dann  schmeckt man etwas sehr Bitteres.
Da es keinen Fernseher und sonstige Unterhaltungsmöglichkeiten gibt, haben wir unterm Sternenhimmel Karten gespielt, Geschichten erzählt… Und es war einfach wundervoll. Die Menschen haben hier so wenig und sind doch so glücklich!
Und wenn man dann in der Lehmhütte mit Stromdach auf einer Matratze auf den Boden ins „Bett“ fällt, dann ist alles perfekt.
Das einzige was mir gefehlt hat, um wunschlos glücklich zu sein: Eine Toilette! Die Dorfbewohner gehen einfach irgendwo in der Pampa aufs Klo. Darauf hab ich dann aber doch verzichtet 😉
Das Leben im Dorf ist noch einmal ganz anders als in der Stadt (wobei Duékoué auch sehr ländlich ist). Die Frauen kochen und machen die Wäsche den ganzen Tag über. Die Männer gehen zu den Kakao- und Kaffeefeldern. Die Kinder rennen halbnackt herum und ich als Weiße war die absolute Neuheit. Manchmal sind mit ganze Kinderscharen einfach überall hingefolgt. Mich stört das nicht, ganz im Gegenteil, als ich aber mit etwa 50 Kindern auf dem Hof des Großvaters angekommen bin, war es mir aber schon unangenehm, dass ich als Gast noch einen Haufen Kinder mitbringe.
Der Grund für unserem Besuch im Dorf war aber nicht, um ein bisschen Landluft zu schnuppern, sondern um ein einmonatiges Fußballturnier zu starten. Der Papa hat eine NGO gegründet, die sich für die Menschenrechte (besonders von Kindern und Frauen) und soziale Kohäsion einsetzt. Nun will er auch einen Sitz in seinem Heimatdorf öffnen. Das Fußballturnier dient als Sensibilisierung und FAIR PLAY wird dabei groß geschrieben.
Vormittags haben wir Stationspiele gemacht von Sackhüpfen bis zu einer abgeänderten Form von Topfschlagen. Anschließend fanden die ersten zwei Fußballspiele statt. Insgesamt haben sich 8 Teams gebildet mit Jungs zwischen 10 und 15 Jahren. In einem deutschen Dorf würde man vielleicht gerade so ein Team zusammen bekommen mangels Kinder und Jugendlicher. Kinder sind hier wirklich der Reichtum und die Schätze des Landes.
Als wir am Dienstag Morgen das Dorf mit einem Ziegenbock (der es auf der Fahrt witzig fand, mich in den Po zu beißen 😀 ) und einem Huhn verlassen haben, ist der Abschied wirklich schwer gefallen, denn alle haben uns so lieb willkommen geheißen und ich frage mich ob ich diese Menschen, die doch wie Familie waren, eines Tages wiedersehen kann. Es war eine wundervolle Erfahrung so richtig in einer ivorischen Familie zu leben. Ich bin zwar auch auf der Mission in der Elfenbeinküste, aber das ist nochmal ein ganz anderes Lebensgefühl, wenn man so richtig dazwischen und dabei ist 🙂 Bleibt nur zu sagen: IBOR, Zorofla!

Fußballturnier der NGO "Bonne action"

Fußballturnier der NGO „Bonne action“

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Mannschaften

Mannschaften

Eröffnung des Turniers durch den Dorfchef

Eröffnung des Turniers durch den Dorfchef

Meine kleine Verfolgerin

Meine kleine Verfolgerin

Glücksspiel im Dorf als Freizeitbeschäftigung - der Kreatvität sind keine Grenzen gesetzt

Glücksspiel im Dorf als Freizeitbeschäftigung – der Kreatvität sind keine Grenzen gesetzt

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Kinder scharen sich um mich

Kinder scharen sich um mich

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der "Alte" mit Enkelkindern

der „Alte“ mit Frau und Enkelkindern

Massa

Massa

Massa von innen

Massa von innen – hier quetschen sich 22 Passagiere zusammen

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Hühnerverkauf am Busbahnhof

Derzeit sind Bosco-Ferien. Das heißt, dass einen Monat lang vormittags Ferienunterricht angeboten wird, es nachmittags Spiele, Bastel- und Sportangebote und abends oftmals Tanzbattles auf dem Podium gibt. Mehr als 20 Jugendliche opfern einen Monat lang ihre freie Zeit, um 300 Kinder zu unterrichten, mit ihnen zu spielen und dabei zu sein. Ein super Engagement.

Basteln

Basteln – mit 60 Kindern auf einmal kann das schnell komliziert werden 😉

Ferienunterricht

Ferienunterricht

Und gestern durfte ich den Nationalfeiertag miterleben. Vormittags fand eine Parade mit Militär, ethnischen Gruppen, Fauenverbänden, Assoziationen, NGOs… statt. Aus 8 Uhr Beginn ist 10 Uhr geworden. Hat irgendwie keinen gestört, obwohl es genieselt hat. Immer wieder ertönt die Nationalhymne und der Nationalstolz ist zu spüren. Die Menschen tanzen, schreien und sind glücklich. Alle Probleme, die dieses Land hat, scheinen für einen Moment vergessen zu sein.
Mal im Schnelldurchlauf der Lebenslauf:
Geboren am 07. August 1960. (Unabhängigkeit)Sie ist krank geworden 1990, aber hat sich schnell wieder erholt. 1993 (Tod des ersten Staatspräsidenten) ist sie Waisenkind geworden, weil sie ihren Vater verloren hat und wurde von allen adoptiert. 1999 hat sie einen Schock erlebt, aber hat widerstanden. Im Jahr 2002 ist sie gestolpert, aber nicht gefallen. Gleichermaßen Ende 2010 und 2011(post-elektorale Krise). Heute ist sie stärker als je zuvor und ist 55 Jahre alt. Heilige Elfenbeinküste, sie wäre noch viel stärker wenn wir Frieden, Liebe, Freude, Brüderlichkeit in unsere Herzen lassen würden und vor allem wenn wir uns gegenseitig akzeptieren würden Hand in Hand als Brüder und Schwestern! Lebe der Frieden, lebe die Côte d’Ivoire!
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Ex-Kämpfer der französisches Armee

Ex-Kämpfer der französisches Armee

Friseure Duékoués

Friseure Duékoués

Schneider Duékoués

Schneiderzunft Duékoués

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Chaoten und Spaßköpfe ;)

Chaoten und Quatschköpfe 😉

ethnische Gruppen

ethnische Gruppen

Frauenassoziationen

Frauenassoziationen

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Also in diesem Sinne,
Eure Franzi

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41- Begegnungen https://blogs.donboscovolunteers.de/franziinwestafrika/2015/07/18/41-begegnungen/ Sat, 18 Jul 2015 18:46:41 +0000 http://20906.825 Wir begegnen jeden Tag Menschen. Freunden, alten Bekannten, Fremden, Unbekannten, die zu Bekannten werden… Manchmal nur klitzekleine Bruchteile einer Sekunde. Ein Lächeln, eine freundliche Begrüßung oder ein schönes Gespräch.  Ein entmutigender Anblick, tränenüberströmte Gesichter, offene Wunden, leere Augen…  Zusammen Glück teilen und gemeinsam Leid ertragen. Manche hinterlassen Spuren und andere Begegnungen vergessen wir einfach wieder. […]

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Wir begegnen jeden Tag Menschen. Freunden, alten Bekannten, Fremden, Unbekannten, die zu Bekannten werden… Manchmal nur klitzekleine Bruchteile einer Sekunde. Ein Lächeln, eine freundliche Begrüßung oder ein schönes Gespräch.  Ein entmutigender Anblick, tränenüberströmte Gesichter, offene Wunden, leere Augen…  Zusammen Glück teilen und gemeinsam Leid ertragen. Manche hinterlassen Spuren und andere Begegnungen vergessen wir einfach wieder. Ich möchte euch von einigen Begegnungen erzählen, die mich besonders bewegt haben.

Zum Glück bin ich ihnen begegnet - ein Teil meiner besten Freunde

Zum Glück bin ich ihnen begegnet – ein Teil meiner besten Freunde

Eigentlich sind sie nur meine Handykreditauflader - aber jetzt sind sie eben auch Freunde, die ich jeden Tag besuche, auch wenn mein Handykredit nicht leer ist

Eigentlich sind sie nur meine Handykreditauflader – aber jetzt sind sie eben auch Freunde, die ich jeden Tag besuche, selbt wenn mein Handykredit nicht leer ist

auf dem kleinen Markt neben der Mission

auf dem kleinen Markt neben der Mission

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Im Foyer habe ich öfter mal weinende Mädchen getröstet, wütende Mädchen beruhigt, mich  mit glücklichen Mädchen gefreut, verletzte Mädchen verarztet. Für mich waren die Mädchen kleine und große Schwestern.
Ein Mädchen hat niemals Schwäche gezeigt, immer ihre Gefühle versteckt, sie ist normalerweise die „Coole“. Eines Tages finde ich sie weinend auf der Treppe. Sie sitzt dort mit dem Telefon in ihrer Hand. Sie möchte dieses Jahr getauft werden und hat sich ihre Freundin aus dem Foyer und zugleich auch Klassenkameradin als Patin ausgesucht. Als sie das ihrer Mama am Telefon erzählt, rastet sie aus vor Wut. Was kann eine Schülerin ihr schon bieten? Kein Geld, keine Beziehungen, keine teuren Geschenke. Was ihrer Tochter denn einfalle, dass sie sich gefälligst eine bodenständige Frau als Patin suchen solle. Als die Mutter dann noch nach der Ethnischen Gruppe der Patin fragt und diese sagt, sie ist Moore (Burkina Faso) ist die Mutter noch wütender und lässt das an ihrer Tochter heraus.
Als mir das Mädchen das erzählt und ich merke, wie sehr sie in dem Moment angst vor ihrer Mama hat, tut das wirklich weh. Sie sagt: „Lieber soll sie mich schlagen, denn der Schmerz vergeht als mich zu beleidigen und mich anzuschreien denn die Wunden bleiben tiefer für immer!“ Das Worte sehr verletzen können weiß ich. Doch dass sich das Mädchen lieber Schläge und Gewalt wünscht, in einer Kultur, wo das bei (kleinen) Kindern nicht unüblich ist – in den Grundschulen schlagen die Lehrer noch und die meisten Eltern auch – berührt mich zutiefst.

Einmal kam mir ein Foyermädchen mit einem kleinen Mädchen im Arm angerannt. „Franziska, wir haben das Mädchen hier gefunden, sie ist ganz allein und verloren! Kannst du dich um sie kümmern?“ Ich kenne weder ihren Namen, noch ihre Eltern oder sonst irgend etwas von ihr. Ich laufe zu den verschiedensten Leuten auf der Missionsstation, aber keiner weiß, wo sie hingehört. Sie einfach behalten und mit ins Foyer nehmen geht nicht, das wäre ja Kindesentführung. Sollen wir sie zur Polizei bringen? Letztendlich sagt mir jemand, dass ich sie beim Nachtwächter absetzen soll. Da werden alle verlorenen Kinder aufgenommen und wenn niemand sie abholt geht’s zur Polizei. Das Mädchen hat ein Alter, in dem sie eigentlich schon reden können müsste, aber sie bleibt still. Manchmal merke ich nur ein kleines Kopfnicken oder – schütteln. Ihr Körper ist heiß.  Ich trage sie zur Wasserstelle der Mission. Normalerweise gibt’s dort Becher zum Trinken, doch natürlich war kein einziger Becher da. Ich zeige ihr, wie sie aus dem Wasserhahn trinken kann, mache ihr es vor, doch sie bleibt regungslos. Vielleicht hat sie doch keinen Durst? Doch ihr Körper ist so heiß und sie hat den ganzen Tag in der Hitze gelegen, dass sie unbedingt trinken muss. Ich mache meine Hände zu einer Schale. Und sie trinkt daraus und hört gar nicht mehr auf. Zurück beim Nachtwächter sagt dieser, dass das Mädchen jeden Tag allein zur Mission in die Vorschule kommt und auch allein nach Hause geht. Er weiß, in welchem Quartier sie wohnt, aber kennt weder ihre Eltern noch den Hof auf dem sie lebt. Aber er verspricht, sie nach der Arbeit nach Hause zu bringen, sich durchzufragen, bis er ihr zu Hause gefunden hat.
Ich kann das Mädchen kaum zurück lassen, wo sie doch so krank, stumm und allein ist. Als ich frage, ob sie Hunger hat, ist ihr Kopfnicken deutlich. Ich bringe ihr ein viel zu großes Baguette für  ein viel zu kleines Mädchen – doch sie hat es nur so heruntergeschlungen. Den ganzen Tag hatte sie noch nichts im Bauch, und als ich sie gefunden habe, war es schon dunkel.

Im Foyer haben wir ein Mädchen, dass nicht zur Schule geht wie die anderen. Sie ist etwa 25 Jahre alt.  Als Kind litt sie unter Polio und seitdem ist ihr rechter Arm unfähig, etwas zu tun. Ihr Arm hätte gerettet werden können, doch die Familie konnte/wollte kein Geld für ihre Genesung ausgeben. Sie hat im Ausbildungszentrum Schneiderei gelernt und hilft nun dort weiterhin aus. Seit diesem Schuljahr leidet sie auch an schlimmen Bauchschmerzen, weil sich in ihrem Uterus eine Zyste gebildet hat. Die letzten Wochen war sie schmerzfrei, doch eines Tages ist sie mit so starken Schmerzen aufgewacht, dass sie 4 Stunden ununterbrochen geschrien und geweint hat. Dass sie eine Operation braucht ist seit Monaten klar, doch mal wieder heißt es vom Vater, kein Geld. Sie wälzt sich quälend in meinem Schoß und presst hervor, dass ihr Papa ihr ein Medikament kaufen will, dass sie umbringt. Er hat kein Geld für sie und will sich nicht mehr um sie kümmern.
Das ist vor zwei Monaten passiert, inzwischen kümmert sich ihr großer Bruder liebevoll um sie und hat sie in ihr Ursprungsland Burkina Faso geschickt, wo sie nun behandelt und operiert werden soll.

Ein Fou (Verrückter, der auf der Straße lebt) hat mich diese Woche total herzlich gegrüßt. Also bin ich stehen geblieben, um ein bisschen mit ihm zu reden. Er trägt eine zerrissene Hose und sein Oberkörper ist von Wunden und Narben übersät. Er blutet. Sein Körper und seine Haare sind voll mit Sand und Dreck, er hat kein Wasser, keine Duschmöglichkeit. Man riecht ihn aus der Ferne. Die Menschen verspotten ihn, vertreiben ihn und drohen ihm mit Feuer (Kohle oder heißes Metall), wenn er ihnen oder ihren Waren zu nahe kommt. Er ist ein Dieb und schläft nachts auf fremden Höfen. Er hat mir gesagt, wenn jemand rauskommt und ihn fragt was er hier zu suchen hat, dann antwortet er, dass er gekommen ist, um die Frau des Hauses zu suchen 😀 Humor hat er auch. Alle sehen in ihm nur denn bösen Kerl, der in fremde Wohnungen geht, um zu klauen. Zu klauen, um zu überleben?! Ich rede mit ihm und er freut sich, jemanden zu haben, der ihn nicht vertreibt, sondern zuhört. Kurz darauf kommt ein Mann, der mich wegzieht. Er sagt, er sei Streetworker und ich soll weggehen. Der Kerl ist ein Dieb. Ich weiß das alles, dass er klaut, aber ich sehe den Menschen in ihm. Warum sieht das denn keiner, dass er genauso wertvoll ist wie jeder andere und dass seine Würde unantastbar ist? Sie behandeln ihn wie Dreck.
Ich bin wütend und traurig. Weiß, dass ich nicht viel an der Situation ändern kann, aber ich kann zumindest einen Moment für ihn dasein.

Eine Folle (Verrückte), die ich schon das ganze Jahr über immer wieder an irgendwelchen Kreuzungen in Duékoué sehe, kommt in Entengang angehumpelt. Sie ist von Fetzen bekleidet, die ihre Brüste und auch sonst nichts von ihr verstecken. Sie ist so verletzt und abgemagert, dass sie nicht mehr laufen kann. Sie hat wahnsinnig Hunger. Da ich gerade meiner besten Freundin Debora dabei helfe, fritierte Kochbananen (Alloko) und Süßkartoffeln (Patzte) an der Straße zu verkaufen, bringe ich ihr etwas. Sie isst ein bisschen von den frittierten Kartoffeln und rutscht dann weiter, zieht das Essen hinter sich her. Plötzlich bleibt sie „stehen“ und sagt mir, dass sie eine Zigarette braucht und sie sonst nichts mehr isst. Ich werde ihr keine Zigaretten kaufen, also  bewegt sie sich ganz langsam weiter und die frittierten Patates liegen im Dreck auf der Straße. Später treffe ich sie wieder wie sie allein mit sich rumschreit und diskutiert, verzweifelt, weil sie keine Zigaretten hat, keinen Alkohol und auch sonst nichts, was sie ihre Situation einen Moment vergessen lässt: Auf der Straße ums Überleben zu kämpfen…

Als ich diese Woche durch mein Lieblingsquartier gelaufen bin, um meine Freunde zu besuchen, kommen mir wie immer wenn ich dort bin mindestens 30 Kinder entgegen gesprungen und gerannt. Sie rufen mich Toubabou, la Blanche, Sarah, Kwi („die Weiße“ in verschiedenen  Sprachen), ma Soeur, ma camarade… Sie winken mir zu. Sie umarmen mich, klammern sich an meine Beine, nehmen meine Hand. Doch dieses Mal kann ich mich gar nicht auf die leuchtenden Kinderaugen und ihr fröhliches Lachen konzentrieren. Die Schreie einer kleines Jungen im Hintergrund ziehen all meine Aufmerksamkeit auf sich. Als ich ihn etwas versteckt in einem Hof entdecke, verschlägt es mir die Sprache. Natürlich weiß ich, dass Kinder schlagen hier zur Erziehung dazugehört, dass das hier „normal“ ist, weil das schon immer so gemacht wurde und weil das alle so machen. Doch als ich es mit meinen eigenen Augen sehen muss, ist es ein unerträglicher, unaushaltbarer Anblick. Der Junge ist splitternackt, entblößt, seinem Vater ausgeliefert. Der zuckt seinen Gürtel und peitscht wie wild auf ihn ein. Ich selbst kann nicht nachvollziehen, wie schmerzhaft und vor allem wie erniedrigend das für den Jungen ist, weil ich das glücklicherweise selbst nie gespürt habe, aber seine Schreie sind herzzerreißend. Die anderen Kinder, die mich  umkreisen, scheinen gar nicht wahrzunehmen, was da gerade passiert. Vielleicht, weil es für sie nichts besonderes ist.

Kinder in meinem Lieblingsviertel

Kinder in meinem Lieblingsviertel

Gestern war das Zuckerfest. Da bin ich in den Straßen  ganz vielen hübsch angezogenen Menschen begegnet, die mir ein „gutes Jahr“ gewünscht haben. Der letzte Monat war auf dem Markt wirklich Ausnahmezustand. Alles kostete das Dreifache und es gab von allem viel zu wenig, weil vor allem die Muslime den Markt hier beherrschen und beliefern. Ab um 16 Uhr war der Markt fast leergeräumt, weil alle muslimischen Marktfrauen nach Hause gegangen sind, um das Essen nach Sonnenuntergang vorzubereiten. So blieben nur ein paar vereinzelte Markttische der christlichen Verkäuferinnen übrig, wo man aber meistens nicht das gefunden hat, was man wollte. Vor allem Obst war absolute Mangelware und wenn man dann mal eine Ananas gefunden hat, war sie einfach unbezahlbar. Ich finde es immer noch beeindruckend, wie friedlich Christen und Muslime hier zusammenleben. Viele Nicht-Muslime haben gestern mitgefeiert.

Rausgeputzt fürs Zuckerfest

Rausgeputzt fürs Zuckerfest

Wem ich zurzeit jeden Abend begegne: Jupiter und Venus – sie kann man hier wunderschön beobachten *_*

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Und nächsten Dienstag mache ich mich dann mit 17 Jugendlichen auf eine große Reise auf. Wir fahren nach Togo, um dort 500 Jugendliche aus 8 verschiedenen Ländern zu begegnen. Mit im Gepäck dabei sind ein Eimer (um sich zu waschen) und eine Strohmatte (zum Schlafen). Eine Woche ohne Bett und Moskitonetz, ohne Dusche und sonstigen „Luxus“, den ich hier habe – mal schauen ob ich das überstehen werde 😉

Als ich hier angekommen bin, waren alle Fremde. Inzwischen kennt hier fast jeder die Weiße. Viele sind zu meinen Freunden und sogar ein Stück weit Familie geworden. Umso schwerer wird es, dieses wunderbare Fleckchen Erde ( ich nenne es Glück) im Westen der Elfenbeinküste bald verlassen zu müssen. Und umso schöner ist es, Heimat gefunden  zu haben und zu wissen, dass ich hier jederzeit willkommen bin.
Ich freue mich trotz des Abschiedsschmerzes, euch in 30 Tagen wieder zu sehen <3

Eure Franzi

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40- Toggolino-Kuh gesichtet https://blogs.donboscovolunteers.de/franziinwestafrika/2015/07/07/40-toggolino-kuh-gesichtet/ Tue, 07 Jul 2015 15:26:03 +0000 http://20906.806 Was die letzten 2 Wochen passiert ist, kommt im Schnelldurchlauf in der Wochenschau hier auf Elfen-TV. Letzte Woche gab es wegen mangelnder Stromversorgung und katastrophaler Internetverbindung leider Sendeprobleme. Wir bitten dies zu entschuldigen, das hätte uns nicht passieren dürfen. Ist hier aber der Normalfall :p # Deutschland # Toggolino-Kuh entlaufen Die allseits bekannte Toggo-toggo-lino Kuh […]

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Was die letzten 2 Wochen passiert ist, kommt im Schnelldurchlauf in der Wochenschau hier auf Elfen-TV. Letzte Woche gab es wegen mangelnder Stromversorgung und katastrophaler Internetverbindung leider Sendeprobleme. Wir bitten dies zu entschuldigen, das hätte uns nicht passieren dürfen. Ist hier aber der Normalfall :p

# Deutschland # Toggolino-Kuh entlaufen

Die allseits bekannte Toggo-toggo-lino Kuh ist entlaufen. Nach einer ausgedehnten Suchaktion kamen erste Hinweise aus Duékoué, dass sie dort auf der Mission gesichtet wurde.
Am letzten Dienstag haben dort die „Wozo Vacances“ stattgefunden, ungefähr vergleichbar mit „Das Supertalent Kids“! Es wird im ersten ivorischen Fernsehen ausgestrahlt und wird von allen kleinen und auch den großen Kindern geliebt. Für einen Eintrittspreis von 1000F (1,50€) wird einem ein Nachmittag Unterhaltung mit der Kuh geboten. Es gibt kleine Tanzbattles, Zungenbrecherwettbewerbe (cinq chiens chassent six chats [ 5 Hunde jagen 6 Katzen]), Spiele, bei denen man nicht JA und NEIN sagen darf. Alles ziemlich simpel aber die Menschen amüsieren sich wahnsinnig. Ein sechsjähriger Rapper tritt auf, die kleinsten Jungs und Mädels laufen Modenschau und immer gibt’s Geschenke. Selbst die Erwachsenen stürzen sich auf die T-Shirts mit Joghurt-Werbung drauf. Doch das alles ist nur das Rahmenprogramm, der eigentliche Wettbewerb sieht so aus: 5 Gruppen treten in den Kategorien Theater und Tanz gegeneinander an. Es handelt sich um den Vorentscheid. Die Gewinner dürfen nach Abidjan zum großen Finale fahren.
In der Vorbereitungsphase sind Manipulierungsversuche laut geworden. Eine Gruppe soll die andere während der Show sabotieren und nur Weihwasser kann die „Opfer“ davor bewahren. Das hat ein lokaler Seher (man munkelt ein Hexer) vorhergesehen. Deswegen wurde ein Pfarrer hinzugezogen, der den ganzen Hokuspokus aber nicht glaubte und es so kein Weihwassersprenkeln gab. Glücklicherweise ist die Show aber ohne Katastrophen und Manipulation verlaufen. Da hat sich der Seher wohl versehen 😉
Die Moderatorin könnte in keinem deutschen Sender auftreten, sie würde als übergewichtig abgestempelt werden. Doch hier finden sie alle wunderschön und so darf sie sich auch fühlen.
Im Prinzip ist es wie Deutschland sucht den Superstar, nur viel niveauvoller.
Stiftung Warentest hat die Jury (die anstatt zu beleidigen und dumme Kommentare zu bringen, die Kandidaten ermutigt hat) mit „qualitativ hochwertig“ ausgezeichnet.
Die Nachricht, die mit der Show vermittelt wird, zielt wieder auf Frieden und Versöhnung ab. Es bleiben  nicht mal mehr 4 Monate bis zu den Wahlen und überall findet Sensibilisierung statt. Es ist super, dass dabei die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen werden und dass die Sensibilisierung nicht aus ätzend langen Reden und Schulungen besteht, sondern aus Spiel, Theater und Tanz. Die Zukunft des Landes überlegt sich selbst, wie Frieden aussieht. Die Theaterstücke handeln von
*sprechenden Tieren, die sich in die Haare kriegen und am Ende ist die Lehre: Macht das nie wieder so!
*einer Hochzeit zwischen zwei verschiedenen Ethnien (Guéré und Malinké), die während der Krise Feinde waren- die Lehre: Wir sind Brüder und Schwestern, eine Familie, wir gehören zusammen und können uns sogar vermischen und lieben
* die Hochzeit der geliebten Côte d’Ivoire, die alle Ethnien vereint
*…

FOUND  Toggolino- Kuh auf der Mission eingefangen

FOUND
Toggolino- Kuh auf der Mission eingefangen

der kleinste Rapper

der kleinste Rapper

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die Hochzeit der Côte d'Ivoire

die Hochzeit der Côte d’Ivoire

die Braut in den Farben der Nation

die Braut in den Farben der Nation

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Tänze

Tänze

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# Lycée Moderne de Duékoué # Trotz Korruption am BEPC gescheitert

Am letzten Freitag wurden die Ergebnisse des BEPC bekanntgegeben. Das ist die Prüfung nach der 9. Klasse. Es war DAS Großereignis für die ganze Stadt. Im Schulhof eines der Gymnasien haben sich Lehrer, Schüler, Familien, Freunde, Freunde von Freunden von Freunden… aller 7 weiterführenden Schulen versammelt, um vier Stunden lang in praller Sonne rumzustehen und die Ergebnisse zu hören. Wer sich das nicht antun wollte (die Hitze und Sonne sind wirklich ermutigend) konnte das ganze im Radio live mitverfolgen. Es wurde von einer Schule nach der anderen jeweils der Name und die Tischnummer derjenigen vorgelesen, die das BEPC geschafft haben. 4 Stunden lang Namen und Nummern, von denen man die Hälfte nicht versteht.
Wer seinen Namen nicht gehört hat, ist leider durchgefallen. Und das waren eine ganze Menge. In manchen Schulen haben von 425 Schülern 180 nicht bestanden.
Das Interesse war wirklich riesengroß und in der ganzen Stadt hat man Freudenschreie und -tänze gehört und gesehen, aber auch Schüler, die in Tränen ausgebrochen sind. Mit wie vielen Punkten man (nicht) bestanden hat, wird nicht gesagt. Dazu müssen die Schüler nochmals extra in die Schule kommen, um ihre Resultate abzuholen.
In Deutschland hätte doch kein Mensch Zeit, sich den ganzen Nachmittag frei zu nehmen um irgendwelche Prüfungsergebnisse anzuhören. Hier nehmen sich die Menschen einfach die Zeit.
Von den Foyermädchen waren 4 BEPC-Kandidatinnen. Wir hatten eine Erfolgsquote von 50%, was mich nicht wundert, wenn man bedacht, wie unmotiviert sie sich vorbereitet haben. Das Mädchen, dass alle ihre Lehrer bezahlt hat, ist auch durchgefallen und fordert nun ihr Geld zurück 😉

# Misionsgelände # Neue Schwestern im Anmarsch und eine alte Schwester macht sich vom Acker

11 Novizinnen aus Abidjan sind am letzten Monatg nach Duékoué gereist, um sich auf ihre Profess vorzubereiten. Sie sind am Ende ihrer Ausbildung und werden bald zu Schwestern. Es war echt spannend, weil sie aus ganz vielen verschiedenen Ländern kommen von Westafrika (Guinea, Togo, Nigeria) über Zentralafrika (Kamerun,Kongo…) bis Madagaskar. Wieder wurde krass deutlich, dass Afrika nicht gleich Afrika ist. Es gibt viele Unterschiede von der Hautfarbe, den Haaren, Essen, Tänzen, Kultur, die Mentalität…
Besonders Madagaskar hört sich wunderbar an (wie ihre Nationalhymne) und sicherlich wird es von dortaus irgendwann eine Reportage geben.
Sr. Lucie hat nach 3 Jahren in Duékoué ihre Koffer gepackt, um in die Kommunität der Hauptstadt zu ziehen. Sie war die allerbeste Oma und gute Seele der Kommunität und zeitgleich die Adoptivmama der kleinen Katze Mimi, dessen Mama sie verstoßen hat. Nun ist die Katze zum zweiten Mal zum Waisenkind geworden und alle anderen Bewohner der Mission fühlen sich auch ziemlich verloren ohne Sr. Lucie 🙁

Novizinnen besteigen den höchsten Berg Duékoués :D

Novizinnen besteigen den höchsten Berg Duékoués 😀

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Zukünftige Schwestern

# Schwesternhaus # Alte Kriegsspuren ausgebessert

Die letze Krise hat deutliche Spuren auf der Mission hinterlassen. Das Schwesternhaus hat viele Schusslöcher. Das Dach ist so undicht, dass es an einigen Stellen die Decke aufgeweicht hat, deswegen wurde es höchste Zeit die Decke und das Dach auszubessern. Oft war es Beschäftigung, die Baustelle zu überwachen und das ganze Chaos aufzuräumen. Die Decke war voll von Vogelnestern, Spinnweben und Staub, die dann ins Haus gepurzelt sind und darauf gewartet haben, in einer tagelangen Großputzaktion weggewischt zu werden .

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# Podium # Fest der Musik

Alle Jahre wieder veranstaltet der Bürgermeister von Duékoué zusammen mit Orange ( größter Telefon-& Internetanbieter in der Elfenbeinküste) das Fest der Musik. Die Mission ist aus allen Nähten geplatzt, weil sehr bekannte ivorische Künstler die Bühne gerockt haben unter anderem „Garagistes“. Wegen zu großem Andrang und kleiner Größe unserer Außenreporterin, die einfach nichts gesehen hat, gibt es dazu leider keine Bilder. Außerdem war sie viel zu sehr damit beschäftigt, den Kerlen zu entkommen, die sie belästigt haben und sie hat so mindestens 15 Mal ihre Identität und Telefonnummer geändert 😀 Selbst ein 70-jähriger Opa hat sich mehr für das weiße Mädchen als für die Musik interessiert und ist ihr den ganzen Abend gefolgt. Beim nächsten Event wird sie sich ganz verschleiern, damit sie nicht mehr auffällt und sich so ganz auf die Reportage konzentrieren kann.

# Kara (Togo) # Vorbereitungen für das Jugendtreffen laufen

In 8 frankophonen Ländern in Afrika laufen die Vorbereitungen für die Reise nach Kara, wo vom 23.-27. Juli ein großes Jugendtreffen anlässlich des 200-jährigen Geburtstags von Don Bosco stattfindet. Auch 18 Jugendliche aus Duékoué werden sich auf den weiten Weg machen.
Da die meisten Jugendlichen noch nie ihr Heimatland verlassen haben, geht es jetzt darum, Personalausweise oder ähnliche Reisedokumente zu beschaffen. Viel schlimmer aber sind die Impfungen gegen Gelbfieber und Meningokokken, die für das Überschreiten der Grenzen unerlässlich ist. Auf dem Motorrad kommen zwei sympathische Ärzte, die wie am Laufband den Jugendlichen beidarmig den Impfstoff einjagen. Während es für die Weiße die 25. Impfung ist und der gelbe Impfpass schon zerflettert, besitzt keiner der einheimischen Jugendlichen einen Impfausweis und sie haben höllische Angst vor der Impfung, weil sie das zuvor noch nie gemacht haben 😉 Hier kostet eine Gelbfieberimpfung übrigens mit allem drum und dran 7,50€, während man sich in Deutschland dafür dumm und dämlich zahlt. Schon allein die Gebühren für den Arzt sind höher, ohne dabei erst über den Impfstoff zu reden.

# Elfenbeinküste / Deutschland # Die letzten 50 Tage laufen

Es folgt im Programm: Eine Reise nach Kara (Togo), Kofferpacken, Abschiednehmen, Fliegen, Heimkommen

Alles gut hier ;)

Alles gut hier 😉

Bis nächste Woche,
Franzi

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