Damit habe ich nicht gerechnet

Erst mal möchte ich mich entschuldigen, dass ich schon wieder nicht meinen allsonntäglichen Bericht geliefert habe. Der Grund war, dass es bei mir plötzlich drunter und drüber ging. Deshalb darf ich euch heute nicht in etwa meinen neuen Freund, den Heizkörper, sondern meine neue Freundin, die Maylie, vorstellen.

Wie ich Maylie kennengelernt habe

Maylie das erste Mal im eigenen (improvisierten) Körbchen.

Es war ein kalter Dienstag, der 20. November. Jezuela und ich waren gerade dabei, Müll vom Schulkiosk zu den Müllcontainern zu bringen. Und da lag sie, eingerollt am Reifen eines Autos, und zitterte mit meinem Herz um die Wette. Ich konnte diesen Welpen doch nicht einfach dort liegen lassen. Aber was macht man mit einem kleinen, alleingelassenen Welpen? Jezuela ergriff kurzerhand die Initiative. Auf unserem Schulgelände steht eine kleine Häuserreihe. Sie ist ziemlich heruntergekommen und soll eines Tages mal durch eine Turnhalle ersetzt werden. (Bis dahin müssen wir aber erst mal das Geld für Spinde, Unterrichtsmaterialien und Jalousien finden.) Dort haben wir jedenfalls einen Unterschlupf für den Welpen gefunden. In einem abgeschlossenen Raum haben sich Überreste alter Spenden finden lassen, da haben wir einen Bananenkarton , ein Kissen, ein T-Shirt, ein Leintuch und ein paar kleine Kuscheltiere gefunden, womit wir ihr ein improvisiertes Körbchen hergerichtet haben.

Und ist das jetzt ein Mädel oder ein Junge, was wir hier vor uns haben? Mit Hilfe einer Freundin daheim, die selbst eine Hündin hat, haben wir herausgefunden, dass es ein Mädchen ist. Daraufhin habe ich die Kleine auf Idee meiner Freundin Maylie genannt.

Und was geschieht nun mit Maylie?

Maylie mit ihrer Mutter.

Ich habe natürlich Don Dominik gefragt, ob das vorübergehen tragbar ist, dass wir Maylie aufnehmen. Zum Glück ist es in Ordnung, aber wir müssen so schnell wie möglich ein neues Zuhause für sie finden. Viele Kinder und Jugendliche haben Angst vor Hunden, selbst wenn sie nur etwa katzengroß sind wie Maylie im Moment. Daher würde Don Dominik Probleme mit den Eltern bekommen, wenn wir Maylie nicht bald weg geben.

Leider können wir Maylie auch nicht sicher wegsperren. Das Häuschen ist frei zugänglich, jeder kann die Tür öffnen und eintreten. Des Öfteren ist sie daher draußen herumgerannt, ohne dass jemand auf sie aufgepasst hätte. Das mindert die Angst der Kinder natürlich keineswegs. Und ganz nebenbei bin ich auch keine erfahrene Hundehalterin und kann nur hoffen, dass die Ratschläge von Hundehalterin sowie mein guter Wille ausreichen, um Maylie so gut als möglich zu versorgen.

Das nächste Problem ist: Wer nimmt sie? Hier im Kosovo sind Hunde nämlich nicht gerade das Lieblingshaustier. Im Gegenteil, es gibt überall Straßenhunde, um die sich niemand kümmert. Sie sind nichts wert, nicht selten sieht man tote Hunde am Straßenrand liegen.

Aber natürlich gibt es durchaus tierliebe Menschen hier. Jezuela hat einen Hund, auch eine Schülerin hat mir von ihrem Hund erzählt. Allerdings ist Hundehaltung nicht allzu billig – daher ist die Aufnahme eines zweiten Hundes recht schwierig. Außerdem scheint Maylie ein größerer Hund zu werden, der nicht so einfach nur im Garten zu halten ist, sondern ordentliche Spaziergänge braucht. Und einfach nur niedlich und knuddelig wie sie im Moment noch ist, wird sie auch nicht immer bleiben.

Also bleibt nur noch eine Hilfsorganisation. Eine habe ich schon angeschrieben. Die hat allerdings keinen Platz mehr. Klar, die Straßenhunde sind unkastriert, jedes Jahr kommen jede Menge Hunde zur Welt, von denen etliche zu den wenigen vorhandenen Anlaufstellen gebracht werden. Im Moment bin ich dabei, weitere Hilfsorganisationen zu kontaktieren, in der Hoffnung, für Maylie einen anderen vorübergehenden Platz zu finden. Und gleichzeitig nehme ich die nächste Aufgabe in Angriff: Maylie braucht einen Platz in Deutschland. Hier im Kosovo jemanden für sie zu finden ist nahezu unmöglich.

Mit vielem habe ich gerechnet

Maylie ist müde geworden… Und hat es sich auf meinem Schoß gemütlich gemacht.

Aber damit habe ich nicht gerechnet. Nun sitze ich da, arbeite nicht nur für die Schüler und Schülerinnen an der Schule, sondern auch für einen kleinen Hund. Bitte helft mit Maylie einen Platz zu finden – wenn ihr von irgendjemandem hört, der sich einen Hund zulegen will oder gar selbst dieser Irgendjemand seid, bitte meldet euch unter maylie@digiwo.de bei mir!

Ich werde euch so schnell wie möglich updaten, sobald es was Neues über Maylie gibt.

Bis dahin!

Eure Bettina

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