Benni in Indien

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was bisher geschah …

„Und was machst du so nach dem Abi?“

Diese Frage tauchte in meinen Gesprächen der letzten zwei Jahre immer häufiger auf. Zunächst konnte ich nur antworten: „ach… keine Ahnung, aber hat ja noch ein bisschen Zeit.“

Ich hatte jedoch immer schon im Hinterkopf, vor einem Studium noch ein Jahr etwas anderes zu machen, etwas Außergewöhnliches, um das Jahr, das mir das bayerische Kultusministerium gnädiger Weise geschenkt hatte, zu nutzen. Also Work & Travel? FSJ in der Heimat? Richtig Lust hatte ich jedoch eher, raus zu kommen, woanders hinzugehen, neue Kulturen zu entdecken und so bin ich nach Informationssuche und zahlreichen Google-Suchanfragen auf der Seite der Don Bosco Volunteers gelandet. Zugegeben waren mir die Don Bosco Volos nicht ganz unbekannt … nicht lange zuvor, hatte ich meine große Schwester Franzi in ihrem Projekt in Cotonou, Bénin besucht. Also aufpassen: DON BOSCO FÄRBT AB!!! Also wurde alles Nötige nach Benediktbeuern geschickt. Und so fuhr man die zu diesem Zeitpunkt noch unvertraute Strecke nach Bene voller Erwartungen, Hoffnungen und Fragen. Die anfängliche Anspannung löste sich jedoch bald bei den Gesprächen und thematischen Einheiten auf, als man die Gemeinschaft kennenlernte. Kurz nach diesem Seminar erhielt ich einen Brief, in dem fett gedruckt Indien stand. Freude, Erleichterung und schneller Austausch, wohin es denn die anderen verschlagen würde, waren die Reaktion. Es folgte eine Zeit, in denen man auf die oben gestellte Frage antworten konnte: „Ich gehe als Don Bosco Volonteer nach Indien!“

„Indien ist groß – wohin genau? Und was machst du dann dort?“

Zwei weitere Fragen, die ich nicht sofort beantworten konnte. Dennoch war es durchaus beruhigend, überhaupt schon etwas antworten zu können. So wie Ostern und somit das erste Vorbereitungsseminar näher rückte, wuchs auch die Aufregung, die Spannung, alle wiederzusehen, mehr zu erfahren: Wohin? Was? Mit Wem? Schon am ersten Abend wurden auch diese Fragen geklärt: ich lernte meinen Mit-Volontär Lukas und mein Projekt VEMBU kennen, wobei mir der Name des Ortes echt Schwierigkeiten bereitete: Vila… Vila…Vilathikulam … ich brauchte einige Zeit, um mir den Namen zu merken und ihn auszusprechen. Wie nach jedem Seminar voller Vorfreude auf das Jahr, konnte ich nun also auch die ausstehenden Fragen beantworten. In den Gesprächen, die ja nicht bei dieser Frage endeten, bekam ich durchweg positives Feedback und merkte, wie viele Bekannte sich dafür interessieren und auch selbst schon – auf welchem Weg auch immer – Erfahrungen oder Kontakt mit Indien hatten. Ich wurde wirklich von vielen Seiten in vielerlei Hinsicht unterstützt und in meinem Vorhaben bestärkt.

Der Rahmen war somit gezimmert, das Wohin, das Was, das Mit Wem geklärt. Fehlte noch das Wie… das heißt: mit welcher Einstellung komme ich dort an, gehe ich dort mit Verantwortlichen und Jugendlichen um? Wie komme ich dort am besten und schnellst möglichst zurecht?

Die Antworten darauf hielten zwei weitere Vorbereitungsseminare bereit: das Pfingstseminar, das zusammen mit der Bonner Volontär-Truppe stattfand, und schließlich das letzte Seminar, einschließlich offizieller Entsendungsfeier. Dort profitierten wir unheimlich von der Erfahrung der Organisation und auch der zur Seite stehenden Ehemaligen. Dazwischen (Anfang Juli) fand für mich noch die Generalprobe statt: das zwei-wöchige Praktikum. Dazu stieg ich in den FlixBus westwärts Richtung Würzburg, um dort im Berufsbildungswerk die Arbeit im Sinne Don Boscos in Deutschland kennenzulernen. Sowohl ich, als auch mein Praktikumskollege Leo, waren in den sogenannten Wohngruppen tätig. Das BBW ist prinzipiell eine Berufsschule für Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen (Lernbehinderung, Verhaltensauffälligkeiten, Autismus, …) und angrenzendem Internat, wobei es hier verschiedene Stufen bis zum eigenständigen Wohnen gibt. Hier durften wir also einen Einblick in die täglichen Abläufe der Jugendlichen erhalten. Was mich sehr gefreut hat und was mir auch Mut für Indien macht, ist, dass man dort sehr schnell als Neuankömmling akzeptiert wurde. Insgesamt bestanden diese zwei Wochen aus vielen neuen Erfahrungen, Begegnungen (auch mit der salesianischen Gemeinde vor Ort oder anderen ehemaligen Volos beim indisch Kochen), strahlenden Würzburg-Tagen, uvm.

was sonst noch geschah:

Vor einiger Zeit durften wir unsere sehr netten Vorgänger-Volos aus Vilathikulam, Anni und Charlie, kennenlernen. Per Skype haben wir sie nach Infos, Neuigkeiten und ihren Erlebnissen während dem Jahr ausgequetscht. Auch die ersten E-Mails nach und aus Vilathikulam wurden verschickt und ich freue mich schon sehr auf die Leute und das Projekt vor Ort.

Hier endet also die offizielle Vorbereitung und, ich finde, zurecht kann man sagen: „Ich bin jetzt vorbereitet!“, sofern man das denn jemals sein kann, denn vermutlich werde ich es erst im Flugzeug realisieren, dass es jetzt wirklich richtig los geht. Für mich sind jetzt die letzten drei Wochen angebrochen, drei Wochen der wachsenden Vorfreude, des Abschieds, des Packens.

Ich bin vielleicht – wie man sieht –  nicht ein Mann der großen, aber auf jeden Fall der vielen Worte! Mal sehen, ob sich dieser Trend ab September fortsetzt.

Danke für die Vorbereitung!!!

Bis bald!!!

 

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