Wow: dass mein nächster Blog erst jetzt online geht, hatte ich eigentlich nicht vor, aber die spontane Planänderung passt eigentlich zu Bolivien – hier passieren auch oft unvorhergesehene Dinge.
Wenn ihr wissen wollt, wie Weihnachten in Bolivien, im Hogar Don Bosco ablief, dürft ihr gerne auf dem Blog von „Sophisita en Bolivia“ vorbeischauen. Ich werde hier jetzt vor allem von meinem Januar berichten:

Nachdem wir alle gesund und munter ins Jahr 2025 gerutscht sind (mit sehr vielen Böllern – versteht sich), sind Lene, eine deutsche Mitvolontärin und ich nach Rurrenabaque in den Dschungel gefahren. Ich war bei der Abfahrt schon leicht angeschlagen aber dachte mir, mit dem ein oder anderen Hausmittel wird das schon wieder werden. (Am Ende wurde es dann aber halt doch Ibu – war vielleicht nicht ganz so schlau wie sich am Ende rausstellte). Die Fahrt mit dem Nachtbus nach La Paz (dauerte ca. 18 Stunden) war erstaunlich angenehm. Wir haben aber auch durchgehend geschlafen. Die Fahrt von dort nach Rurre war dann doch etwas kurvig und vor allem merkten wir hier auch echt, dass es durch die Höhe viel kälter wurde. Wir sind aber auch verwöhn, was die warmen Temperaturen in Santa Cruz angeht. Durch die kurvige Fahrt wurde mir nicht nur schlecht, sondern blöderweise habe ich mir meine Schuhe ausgezogen, um im Schlafsack schlafen zu können und wie es passieren musste, hat sich mein Schuh in den kurvigen Straßen verselbstständigt.
Vorerst war das gar nicht mal so schlimm, aber nachdem alle ausgestiegen sind, habe ich wie verrückt unter jedem Sitz nach meinem Schuh gesucht und ihn natürlich trotzdem nicht gefunden. Da nur einer gefehlt hat, hielt ich es für abwegig, dass jemand meinen Schuh gestohlen haben könnte. Peinlich war es dann nur, nachdem ich den Busfahrer gefragt hatte ob er wüsste, wo meine Schuh ist, und er nur unter einen Sitz greifen musste und ihn ruck zuck gefunden hat.
Im Rurre angekommen sind wir in das Büro von unserem Touranbieter und dann ziemlich direkt mit dem Boot ins Basecamp gefahren. Der Weg dorthin war echt schön und die Natur tat echt gut. Ein guter Kontrast zu Santa Cruz. Womit wir echt Glück hatten, war das Wetter. Obwohl wir im Moment in der Regenzeit sind, wurden wir nicht wirklich nass oder waren gerade dann in unserer Base. Durch den Dschungel haben wir Wanderungen gemacht und dabei Affen, Papageie und in der Nacht eine kleine grüne Schlange entdeckt. Was ich von unserem Guide auf jeden Fall mitnehme ist, dass gefühlt jede Pflanze in irgendeiner Form Medizin ist. Besonders gefreut habe ich mich, als wir zusammen Schokolade hergestellt haben. Oder zumindest Schokoladencream. Hier haben wir erst die Kakaobohnen geröstet und dann gemahlen. War dann eine etwas zähe Masse, die wir dann mit warmem Wasser angerührt haben. Und was natürlich auch nicht fehlen darf ist Zucker. Immer ein Esslöffel mehr, probieren und dann der entsetze Blick unseres Guides der nur meinte: „muy amargo“ (sehr bitter) und schwupps kam der nächste Esslöffel Zucker dazu. Am Ende war bestimmt ein Drittel Zucker in der Schokomasse, aber lecker wars natürlich trotzdem. Im Dschungel zu schlafen hatte ich mir tatsächlich fast „schlimmer“ vorgestellt, als es dann schlussendlich war. Durch den vielen Regen in der Nacht waren die Dschungelgeräusche aber auch nicht wirklich zu hören. Und um die ganzen Käfer und Spinnen nicht sehen zu müssen, die ganz bestimmt auch innerhalb unseres Moskitonetzes waren, haben wir einfach so selten wie möglich unsere Taschenlampe angemacht. 😊
Nach zwei Tagen Dschungel ging es dann in die Pampa. Hier ist vor allem die Wahrscheinlichkeit größer, Tiere zu sehen. Neben Alligatoren haben wir Piranhas, Capybara, Affen, Schildkröten, jegliche Art von Vögeln und pinke Delfine gesehen, mit denen wir dann auch geschwommen sind. Oder besser gesagt, wir haben im gleichen Wasser geplanscht. Nach einer angenehmen Heimfahrt, bis auf den Weg von Rurre nach La Paz (hier hat uns dieses Mal die Höhe doch etwas mehr zugesetzt), sind wir wieder gut in Santa Cruz angekommen.
Sodale das wars erstmal
Hasta luego