Liebe Blogleser,

unter dem Aspekt, dass die letzten zwei Monate angebrochen sind und die Zeit nun einen Endspurt hinlegt, möchte ich gar nicht so viel Zeit in die Einleitung stecken, sondern gleich mit dem starten,was in den letzter Zeit so passiert ist.

Ostern
Ende April feierten auch wir gemeinsam mit der Gemeinde von St. Anthony Ostern.
Ja, Ostern feiern in einer Stadt, in welcher gerade mal zwei Prozent Christen leben hörte sich zu Beginn nicht vielversprechend an, doch die drei Tage von Gründonnerstag bis Karsamstag wusste die Gemeinde gewiss zu feiern.
Alle drei Gottesdienste wurden, zur großer Freude meinerseits, nämlich nach draußen verlegt. Dazu noch eine beeindruckende Altarkulisse gestaltet, welche die Botschaft auch mit Special Effects verbildlicht hat und auch an Besuchern hat es nicht gemangelt. Der gesamte Innenhof wurde nämlich bis zum letzten Plätzchen bestuhlt und so war es eine schöne Gemeinschaft zusammen mit vertrauten Leuten dieses familiäre Fest zu feiern. Nach der Osternachtsmesse hatten wir im Anschluss sogar noch eine kleine Feier zusammen mit unserer Communtiy und den Sisters aus dem Charles Konvent. Dabei gab es kleine Snacks und auch Lotti und ich versuchten unser Glück mit Schockfondue oder probierten, wahrscheinlich vergeblich, unserer Community denn Sinn von Ostereierfärben zu verklickern.
Alles in allem hat mir dieses Osterfest sehr gefallen, zwar hat mir das große Halleluja vom Kirchenchor Zuhause dann schon ein bisschen in den Ohren gefehlt, doch die Tatsche Ostern unter Sternenhimmel und Palmen zu verbringen war dann doch mehr als zufriedenstellend.

Auf einem Palmblatt wird das Essen zum Fastenbrechen serviert

Die Altarkulisse (stellt euch einfach die Licht- und Nebeleffekte vor ;))

English Camp
Da auch die Kinder in Tamil Nadu in der heißesten Zeit des Jahres für ein Monat Ferien hatten und damit die Schule wie auch die Evening Touition für uns ausfiel, bekamen wir zur Aufgabe von Ende April bis Ende Mai ein English Camp zu mit zu organisieren. Dieses sollte den circa 18 Kindern und Jugendlichen im kunterbunten Alter von 12 bis 21 die englische Sprache näher bringen und die ein oder andere Sprach Blockade aufheben.
Zusammen waren wir so ein sechsköpfiges Team, welches aus Brother Joseph, Brother Arun, Nirmel, Monica und uns zwei bestand und mit welchem wir jeden Tag das Programm vorbereiteten. Lotti und ich übernahmen dabei immer eine Stunde Vor- und Nachmittags in welchen wir viele, viele Lernspiele einbauten oder einfach Konversationsübungen in Form von kleinen Theaterstücken ein probten. Besonders Spaß machten aber die Tage an denen Schnitzeljagt oder Quiz auf dem Plan standen und dabei das gesamte Haus von den Kindern einmal auf den Kopf gedreht wurde.

Im „Klassenzimmer“

Bei der Schnitzeljagd

In der Endphase des Camps gab es dann verschiedene Examen, die das Gelernte wiederspiegeln sollte und im Anschluss daran folgte am letzten Tag ein kleines Programm. Inmitten von Tänzen, Action Songs oder Wavin´Flag, ein Lied welches ich mit einer Hand voll Kinder einstudierte, wurden dann das Zertifikate überreicht, welches am Ende jeder Teilnehmer als bestandenes English Camp erhielt.

Rückblickend waren es echt schöne vier Wochen, da ich doch am Anfang doch etwas Bammel hatte den ganzen Tag nur mit Englisch unterrichten bzw. vorbereiten beschäftigt zu sein. Doch mit den optimalen Action Songs von Br. Joseph oder den ausgiebigen Spracheübungen von Br. Arun, hatten wir jeden Tag etwas zu lachen, was sich im abschließenden Boost Tea Meeting am Ende jedes Tages nochmal in einer lustigen Runde mit dem Team wiederspiegelte. Und nicht zu vergessen ist unser Nachbarsfreund Arkash, welchen wir über das Camp kennenlernen durften und jetzt so manchen Abend am Küchenfenster stehen und ein Tratsch mit ihm halten oder einfach nur den Klängen seines Vaters lauschen dürfen wie „Arkash ehhhh“…

Das Boost-Tea-Meeting, welches ab und zu auch mal mit Albereien endete

Neue Community
Was der Mai neben dem English Camp noch mit sich brachte, war der Abschied von Father Anto, Brother Joseph und Brother Arun, welche nun in eine neues Projekt wechseln bzw. das Studium fort führen. Do jeder Abschied ist nicht leicht, da gerade Father Anto uns unglaublich viel übe die indische Kultur erklärte und Brother Joseph wie auch Brother Arun, welcher nur für ein Monat hier war, den Alltag mit den beschäftigten Fathers doch deutlich auflockerte.
Seit Anfang Juni dürfen wir jedoch wieder einen neuen Father und gleich drei neue Brothers begrüßen. Father Monsigh, Brother Guna – welcher noch studiert sowie Brother Ruben und Brother Ajay – welcher ab Mitte August nach Mexico für eine Mission eingesetzt wird. So heißt es auch hier bald wieder Abschied nehmen, was unserer Eigener immer realistischer werden lässt, angesichts der Tatsache, dass es jetzt nicht mal mehr zwei Monate sind.

Filme Abend als kleiner Abschluss (v.r. n.l. Nirmel, Father Anto, Lotti, Brother Arun, Ich und Brother Joseph)

Nordreise
Während sich in Vembu dann eben der ganze Wandel so einlebte haben Lotti und ich unseren Rucksack gepackt, sind in den Zug gestiegen und haben so rund 5000 Kilometer zurückgelegt um einmal die Luft in Nord Indien zu erschnuppern. Dabei gingen wir in die blaue Stadt fuhren dann weiter in die westlichste Stadt Indiens nahe der Grenze zu Pakistan, aus der Wüste heraus führten uns die Gleise zum Wasser, genauer gesagt zu der für Hindus heilige Stadt Haridwar, in welcher wir einen kurzen Plantschspaß im frischen Ganges genießen konnten (Für alle die sich hier voller Entrüstung an den Kopf schlagen, keine Sorge: der Ganges in Haridwar ist noch ganz „frisch“ aus dem Himalaya Gebiet und somit frei von jeglichen gefährlichen Bakterien etc. pp. Usw. ). Das Ende der Reise markierte dann die mega Hauptstadt Delhi, wobei wir uns es nicht nehmen ließen, die Sehenswürdigkeit Nummer 1 in Indien anzuschauen. Das Taj Mahal.
Doch bevor ich euch mit Einzelheiten überwerfe, sind hier einfach ein paar Bilder, die es wahrscheinlich besser beschreiben können, als Worte:

Los ging die Fahrt, um nach 2000 km in Rajasthan anzukommen

Die blaue Stadt Jodhpur

Eine kleines Gässle in Jaisalmer

In der Thar Wüste (bei dem Versuch zu surfen)

Der Ganges und im Hintergrund die Vorläufer des Himalayas

Bei den abendlichen Ritualen in Haridwar

Delhis Gassen

Taj Mahal

 

Vembu childrens Home
Zurück von unserer Reise waren wir nicht nur unglaublich auf die neue Community gespannt, die ja nun einige Zeit hatte um sich einzuleben, sondern auch auf das Hostel!
Kurz zur Aufklärung: eigentlich sollte zu meinem Projekt Vembu nicht nur die Soziale Schiene gehören wie Hausaufgabenbetreuung, Umwelt Clubs, Computer-, Schreibmaschinen- oder Nähklasse, sondern eben auch noch ein Hostel für Jungs, die einen familiär schwachen Hintergrund haben. Diese Hostel wurde jedoch leider letzten Jahres im Mai von der Regierung geschlossen, da diese ein neues Gesetz heraus brachte, welches mehr Platz für jede Person vorsieht, mehr Duschkabinen, und, und, und. Somit war das Hostel dann erstmal geschlossen und es war eine ganze Zeit auch wirklich ein Eiertanz, ob es wieder eröffnet werden kann oder nicht.
Mit viel Bürokratie, den nötigen Kontakten bei der Verwaltung und wahrscheinlich auch ein bisschen Glück, kam aber Ende April das lang ersehnte Zertifikat an, welches die Wiedereröffnung des Hostels im Juni bestätigte.
Überglücklich von dieser lang ersehnten Nachricht waren Lotti und ich auf jeden Fall, denn eigentlich gehört das Zusammenleben und Dasein mit den Jungs zu den Hauptaufgaben der Voluntäre hier, womit der gesamte Tagesablauf nicht auf das Englisch unterrichten fokussiert ist.

Zurück von unserer Reise durften wir dann also freudig 20 Jungs begrüßen, die sich im Alter von 11 bis 18 Jahren befinden und hier die Woche von Montag bis Freitag verbringen.
Zusammen hatten wir schon einige lustige Momente, vor allem wenn es um das Thema Fußball ging oder als wir eine Bonbon Meditation am Abend auf der Dachterrasse starteten.
Von morgens um 6.15 Uhr bis abends um 21.00 Uhrverbringen wir dann den Tag ausgelassen mit den Jungs(außer natürlich in der Schule) was im Alltag nochmal ordentlich viel Schwung mit rein bringt.

Die hungrige Horde beim Abendessen

Geburtstag
Mit den Jungs zusammen konnte ich dann am 13. Juni zusammen Geburtstag feiern. Diesen Tag verbrachte – typisch indisch – ich mit einer Bonbon Tüte in der Hand, welche ich aber nicht selber gegessen hab, obwohl die Versuchung groß war, sondern an alle Leute verteilte die mir so über den Weg liefen und ich ansatzweise kannte.
Ein Tag später fand dann noch ein kleines Programm von den Hostel Jungs für Lotti – welche auf der Reise Geburtstag hatte – und mich statt. Das war echt herzig wie sehr sie sich Mühe gaben ein Lied zu singen, wobei das leckere Essen mit Eis als Nachtisch für alle ein krönender Abschluss bildete.

Und genau das ist nun auch das Code Wort, dass auch mal dieser Blogeintrag ein Ende findet und damit viele Grüße zu euch nach Hause,

Annette

Die Mangosaison ist gerade in vollem Gange! Was kann es besseres geben?

Beim Mango Saft trinken mit Brother Guna