Anna und Lydia in Indien

Erfahrungen aus einem faszinierenden Land

In Feierlaune…

… kommen wir hier oft, da sich gefühlt jede Woche ein besonderes Fest ereignet. Die wichtigsten Feierlichkeiten und lustigsten Erlebnisse teilen wir in diesem Blogeintrag mit euch:

Im Sari (einem 6 Meter langen Stoff, der auf spezielle, komplizierte Art um den Körper gewickelt wird) tanzten wir auf den Weihnachtsfeiern vor.

Im Sari (einem 6 Meter langen Stoff, der auf spezielle, komplizierte Art um den Körper gewickelt wird) tanzten wir auf den Weihnachtsfeiern vor.

Weihnachten

Fangen wir mit einem kurzen Nachtrag zum Weihnachtsfest an. Hier kommt ihr zu unserem Weihnachtsblogeintrag, wo das wichtigste über die Weihnachtszeit und -vorbereitung erzählt ist.
Das eigentliche Weihnachtsfest (nach den ganzen Weihnachtsfeiern mit den Kindern im Vorhinein) haben wir einfach, aber wunderschön mit der hiesigen Community und einigen unserer Freunde, die zur Weihnachtsmesse kamen, verbracht. An Weihnachten und an den Feiern im Vorhinein trugen wir auch des öfteren unseren Saree und tanzten auch das ein oder andere Mal vor (einen „german dance“ zu Waka Waka), was die Anwesenden stets erfreute.

Die "bescheidene" Krippe (hier noch ohne die vielen blinkenden Lichterketten, die noch dazu kamen)

Die „bescheidene“ Krippe (hier noch ohne die vielen blinkenden Lichterketten, die noch dazu kamen)

Am 24.12. war hier alles sehr festlich geschmückt und die Adventszeit über hat auch unser Brother (mit der Hilfe von den Jungs und von uns) eine riesige Krippe gebaut mit Wasser, frischer Erde, gepflanztem Gras und einem „Stall“, der eher wie ein Palast für unser Jesusbaby aussah, was den Kindern und anwesenden Messenbesucher aber sehr gefallen hat. Der Brother meinte am Anfang zu uns, dass es ein einfaches Haus werden soll, doch unsere Vorschläge aus Palmenblätter etwas zu bauen, stießen eher auf Abneigung. So wurde das auf dem Bild erkennbare Haus gebaut. Die einzigen, die im Endeffekt das „einfache Haus“ ungewöhnlich fanden, waren wir beide. Denn für uns ist es skurill, dass die Menschen, die teilweise wirklich unter diesen Bedingungen leben, sich so eine „einfache“ Krippe vorstellen 😉

Dekoration

In der festlich geschmückten Kirche bei einem Village-Feast

In der festlich geschmückten Kirche bei einem Village-Feast

Für unseren Geschmack ist die Deko teilweise etwas zu kitschig, aber das viele Glitzer und Gold soll eben zeigen, dass man die Feier und der Anlaß wertschätzt. (So war es eben auch mit der oben gezeigten Krippe)

Diwali

An Diwali - dem Lichterfest - wurde viel Zeit mit Wundekerzen und Feuerwerkskrachern verbracht

An Diwali – dem Lichterfest – wurde viel Zeit mit Wundekerzen und Feuerwerkskrachern verbracht

Diwali – ein groß gefeiertes Lichterfest – ist eins der wichtigsten hinduistischen Feste, das in ganz Indien aber aufgrund der hohen Popularität von allen Religionen gefeiert wird (es ist mit Weihnachten in Deutschland vergleichbar). Es fand Ende Oktober statt und man feiert den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit und das Böse. Einige Tage davor starten die Vorbereitungen, wobei man sich neue, schöne und saubere Klamotten kauft, das gesamte Haus putzt und anfängt ganztägig Feuerwerkskörper zu knallen 😉 Die Häuser werden mit vielen Lichtern geschmückt. Es werden mit der Familie religiöse Rituale vollzogen, von denen wir aber nichts berichten können. Wir haben den Tag innerhalb der Community mit leckerem Essen, einem Parkbesuch, bei dem wir das erste Mal dem Tempelelefanten begegnet sind, der uns für einen Rupie gesegnet hat, und mit Böllerknallen verbracht.

Der Tempelelefant läuft durch die Straßen und segnet die Leute für einen Rupie durch einen Rüsselschlag auf den Kopf

Der Tempelelefant läuft durch die Straßen und segnet die Leute für einen Rupie durch einen Rüsselschlag auf den Kopf

Pongal

Pongal - traditionell im Bananenblatt serviert

Pongal – traditionell im Bananenblatt serviert

Ähnliche Popularität wie Diwali hat in Tamil Nadu nur das Pongalfest – ein viertägiges Erntedankfest. Innerhalb dieser vier Tage waren wir auf 6 verschiedenen Pongalfeiern und haben viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen sammeln können. Pongal bedeutet übersetzt eigentlich „Überkochen“, bezeichnet aber eine Art Reis, der sowohl salzig als Hauptmahlzeit oder auch süß als Snack zubereitet werden kann. Die Tradition entstand in der Landwirtschaft, weil die Farmer für diesen Reis dankten.

Pongal bedeutet übersetzt "Überkochen"; man wartet auf das Überkochen des Wassers, um dann den Reis hinzuzugeben

Pongal bedeutet übersetzt „Überkochen“; man wartet auf das Überkochen des Wassers, um dann den Reis hinzuzugeben

Hier wird in einer Grundschule unserer Gemeinde das frisch gemachte süße Pongal verteilt

Hier wird in einer Grundschule unserer Gemeinde das frisch gemachte süße Pongal verteilt

Am ersten Tag wird das ganze Haus geputzt und vorbereitet. Am zweiten Tag findet das eigentliche Pongalkochen mit der Familie und einigen Ritualen statt. Es folgt ein Tierfestival am dritten Tag (dabei wird der Stall und die Tiere gewaschen; sie werden teilweise mit Blumen geschmückt und bekommen leckeres Futter, um sie besonders zu würdigen). Den letzen Tag verbringt man mit jung und alt (also vorallem Kindern und Großeltern).

Wir waren am vierten Tag zum Sonnenuntergang am ausgetrockneten Flussbett in Vilathikulam, wo sich tausende an Menschen versammelten, um Pongal ausklingen zu lassen.

Gemeinsam wird Pongal an der Feuerstelle zubereitet

Gemeinsam wird Pongal an der Feuerstelle zubereitet

Es wird aber nicht einfach in der Küche, sondern auf einer Feuerstelle (die sich meistens unter Zuckerrohrstangen befindet) zusammen mit allen Anwesenden gekocht. Dabei wird getanzt, gejubelt und sich zusammen gefreut, wenn das Pongalwasser endlich überkocht und der Reis in das Wasser getan werden kann. Außerdem ist der gesamte Kochprozess eine Festlichkeit, denn der Boden wird mit Kolam-Farben bemalt, die Kochstelle geschmückt und nebenbei wird noch einiges gespielt.

Die Kochstelle wird mit Kolam-Farben (ein bunter Sand) geschmückt

Die Kochstelle wird mit Kolam-Farben (ein bunter Sand) geschmückt

Wir waren für die Pongal-Festlichkeiten in verschiedenen Dörfern und hatten große Freude dabei, die Kinder und Familien trotz der Armut und Einfachheit, in der sie leben, so glücklich zu sehen.

Zuckerrohr wird geschnitten....

Zuckerrohr wird geschnitten….

Wir haben viel Zuckerrohr (man nimmt es in den Mund und quetscht den süßen Saft raus und spuckt die restlichen Fasern dann auf den Boden) und leckeres Pongal in diesen Tagen gegessen (schmeckte für uns wie leckerer, leicht würziger Milchreis) und auch viel Kolam gezeichnet, was vor allem mir große Freude machte (auch wenn ich die Technik des schnellen Streuens des Kolamfarbsandes noch nicht perfekt beherrsche).

... um dann gegessen zu werden!

… um dann gegessen zu werden! (Hier befinden wir uns mit einem Father auf der projekteigenen Farm)

Während der Pongal-Celebrations ist uns mehrfach aufgefallen, wie schade es ist, dass in Deutschland so wenig für sein Essen gedankt wird. Wer viel hat vergisst oft, die Kleinigkeiten wertzuschätzen. Hier werden das Essen und die Farmer so viel mehr gewürdigt und die ganzen Tage wurden auf traditionelle Art und Weise aufwendig zelebriert, was uns sehr gefallen hat.

Youth-Feast

Unser Innenhof bei der Vorbereitung auf das Youth-Feast

Unser Innenhof bei der Vorbereitung auf das Youth-Feast

Eine Woche vor dem oben beschriebenen Pongalfest gab es hier im Projekt einen Tag für die Jugendlichen aus Vilathikulam und Umgebung, auf dem Seminare, Spielen, Tanzaufführungen und ein Pongal-Kochwettbewerb angeboten wurden.

Spielen gehört zu den Festlichkeiten dazu.

Spielen gehört zu den Festlichkeiten dazu.

Provinicial Day Keela Eral

Es gab letzte Woche ein großes Fest in dem Nachbarprojekt Keela Eral, zu dem alle Communities aus der Provinz eingeladen waren und wir auch einige andere deutsche Volos treffen konnten.

Das Willkommensteam im traditionellen Sari und Dhoti (das Gewand der Jungs)

Das Willkommensteam im traditionellen Sari und Dhoti (das Gewand der Jungs)

Gemeinsam mit Felix und Stefan bildeten wir das Willkommensteam, das den Gästen rote bzw. orangene Punkte auf die Stirn malte und sie mit Weihwasser besprenkelte.

An diesem Tag gab es eine besonders lange Messe auf Tamil, ein Eröffnung des neuen Collegebaus ein großes kulturelles Tanzprogramm und ein großes Essen.

Annas Geburtstag

Das Birthdaybaby mit unsren großen Mädels in der Schule

Das Birthdaybaby mit unsren großen Mädels in der Schule

Kurz nach unserem Urlaub hatte Anna Anfang Januar noch Geburtstag. Es gab zwei Programms für das Birthdaybaby – auf dem Foto in ihrem schönen Saree zu sehen – , bei denen schön getanzt wurde. Außerdem werden hier die Geburtstagskinder immer mit dem viel zu süßen Kuchen gefüttert, was meistens in einer kleinen Kuchenschlacht endet, weil die Glasur oftmals auf der Backe landet.

Weitere Festlichkeiten

Hier noch ein schönes Foto, das wir schon im Oktober bei einem Festival für den Hindugott Ganesh gemacht haben. Auf den Autos befanden sich viele jubelde und laute Menschen und am Straßenrand standen viele weitere, die mitfeierten und -grölten. Sie fuhren ans nahgelegene Meer, um in einem großen Fest die Salzstatuen vom populären, helfenden Elefantengott Ganesh ins Meer zu versenken.

Beim einem Fest zu Ehren des Hindu-Gottes Ganesh gab es große Festlichkeiten und Autos voller Menschen

Beim einem Fest zu Ehren des Hindu-Gottes Ganesh gab es große Festlichkeiten und Autos voller Menschen

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1 Kommentar

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    Franz-Josef R.

    Eure Bilder und Berichte bringen mich regelmäßig in gute Stimmung und Feierlaune. Liebe Grüße FJ

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