Anna und Lydia in Indien

Erfahrungen aus einem faszinierenden Land

Der erste Eindruck von Indien – Straßenverkehr, Toiletten und Vogelscheiße

Das Wichtigste vorab: wir sind heil und wohlbehalten in unserem Projekt in Vilathikulam angekommen!

Nach einer fast vierstündigen lustigen Zugfahrt nach Frankfurt, die uns alle den Abschiedsschmerz vergessen ließ, flogen wir voller Enthusiasmus und guter Laune mit unseren zwei zukünftigen „Nachbarn“ Felix und Stefan nach Mumbai. Überraschender Weise gab es bis dahin keine größeren Hindernisse. (Mal davon abgesehen, dass während des achtstündigen Flugs Annas Fernseher nicht funktionierte)

Um 1 Uhr Ortszeit landeten wir in Mumbai. Da unser Anschlussflug erst um 9 Uhr weiterging, mussten wir unsere erste Nacht in Indien am Flughafen verbringen.

Der Flughafen ist sehr westlich und modern gebaut. Überall finden sich prachtvolle indische Kunstwerke, weswegen wir uns nur schwer vorstellen konnten, dass sich nur ein paar Kilometer weiter die Slums mit extremer Armut befinden.

Typisch indische Squattoilette

 

Entgegen den Klischees über indische Hygiene und Toiletten (doch dazu ein anderes Mal mehr) fanden wir (immerhin am Flughafen) sehr schöne und saubere Toiletten vor. Zur unserer freudigen Überraschung mussten wir dieses Mal noch nicht auf Klopapier verzichten.

 

Unsere Schlafplatzsuche hingegen war nicht von Erfolg gekrönt. Wir verbrachten die Nacht abwechselnd über das Gepäck wachend in unbequemen Sitzen, die uns das Schlafen unmöglich machten (dafür nutzten wir die Zeit zum Jungle-Speed spielen 😉 )

Erst 30 Minuten vor Abflug fanden wir komfortable Liegen, die uns einen Power-Nap ermöglichten.

Wohlverdienter Power-Nap

Bis dahin hatten wir einen kleinen Schock erlitten, weil unser Flug nicht angeschrieben war und verschiedenste Sicherheitsbeamten unsere Aussprache von „Madurai“ (=unser Zielflughafen) nicht verstanden. Ehrlich gesagt, fiel es uns allen auch mehr als schwer, ihr Englisch zu verstehen.

Irgendwie haben wir es trotzdem in den Flieger geschafft und sind nach der Landung in Madurai (wenn auch nach einer „kleinen“ Wartezeit) von unserem Driver abgeholt worden, um in unsere Projekte gebracht zu werden.

Wir alle haben vor unserer Indienreise Erkundungen über das Land eingeholt und öfter ist da auch mal das Thema Straßenverkehr gefallen…

Doch um das zu verstehen, muss man selbst einmal mitten drin gewesen sein:
Eine Straßenverkehrsordnung scheint nicht zu existieren. Man folgt dem Prinzip „Der Größere gewinnt“. Jeder fährt einfach drauf los und überholt mal rechts mal links.
Die Hupen ersetzten jeden Blinker oder jede Vorfahrtsregel. Sie sagen einfach nur aus: „Platz da jetzt komm ich“. Alle Hupen, die ich jemals gehört habe, zusammenaddiert kommen niemals auf die Summe der Hupen, die unser Fahrer auf dieser zwei-Stündigen Autofahrt abgab. 😉

Auch viele Ziegen und Kühe haben wir auf oder neben der Straße gesehen.
Apropos Tiere: Auch der gute Felix hatte so seine ganz persönliche Bekanntschaft mit gewissen Tieren, kurz bevor wir abgeholt wurden. Eine Taube dachte sich, dass sie ihn mit einer kostenlosen Haarkur aus ihren Sekrementen verwöhnen will.
Kurz und Gut: Wir hatten beim Autofahren ordentlich Unterhaltung.

Platz da wir kommen!
         Huuup Huup!

Als wir die Jungs in Keela Eral abliefern wollten, wurden wir unglaublich gastfreundlich aber doch auch sehr überraschend von einer riesigen Menge jubelnder Schülerinnen und Schüler mit einem traditionellem Willkommensgruß empfangen, wie man ihn auf dem Bild sehen kann.

Bei den Festlichkeiten des „Teachers Days“ wurden wir traditionell empfangen und willkommen geheißen -> unser erster Inderpunkt und neuer Schal 🙂

Es ist mittlerweile schon lange nach Mitternacht und es wird wirklich Zeit, dass wir nach so vielen Eindrücken und Anstrengungen mal testen, wie man mit klapperndem Ventilator, improvisiertem Moskitonetz, sehr viel leckerem indischen Essen im Magen und einem leichten Jetlag schlafen kann.

Ihr merkt, uns geht es super!

Bis zum nächsten Mal 🙂

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2 Kommentare

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    Albert Stephinger

    Hallo Lydia, das Englische entwickelt sich auseinander..
    schon in Texas hatte ich Probleme mit dem britischen Schulenglish im Unterschied zum Südstaatensingsang, dann erst recht in Singapur/VietNam.
    Das gilt sicher auch für Indien und China….
    Was Hygiene /Toiletten betrifft, so wird sich vielleicht einiges geändert haben…früher gabe es auf Bahnhöfen z.B. keine.
    Im übrigen gibt es im indischen Subkontinet riesige Unterschiede in allen Bereichen von
    Dehli nach Kalkutta, von Rajastan bis zum Süden, erzählt Gabi.

    Herzlich Albert

  2. Avatar

    Johannes R.

    Liebe Lydia, schön dass das Abenteuer begonnen hat. Deine Erzählungen über Verkehr und Toiletten erinnern mich sehr an meine eigenen asiatischen Reiseerfahrungen zurück. Ich freu mich bald auch mehr Details über eure Schule zu lesen/zu hören. Viele liebe Grüße aus dem stinknormalen deutschen Alltag;) Johannes

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