Zuerst einmal ein paar Informationen zu der Region, in der ich jetzt lebe:

Das Internat befindet sich nahe dem Ort Nongpoh in dem Bundesstaat Meghalaya, der bekannt ist als eine der regenreichsten Regionen der Welt. Er liegt im Nordosten von Indien und wird von knapp drei Millionen Menschen besiedelt. Nongpoh ist eine Kleinstadt mit ca. 13.000 Einwohnern. Sie liegt zwischen den beiden größeren Städten Guwahati und Shillong, der Hauptstadt Meghalayas. Das Klima dort ist tropisch und dementsprechend feucht, aber auch grün. 😉 Mit einem Jahresniederschlag von 3200 mm regnet es dort knapp viermal so viel wie in meinem Heimatort Benediktbeuern. In Nongpoh herrscht ein Tageszeitenklima, d.h. dass die Temperaturschwankungen innerhalb von 24 Stunden höher sind als die Temperaturschwankung übers ganze Jahr verteilt. (Bei uns ist der Temperaturunterschied von Sommer und Winter größer als der an einem einzigen Tag. Deswegen herrscht in Deutschland ein Jahreszeitenklima.) Die Durchschnittstemperatur in Nongpoh beträgt ca. 22°C und ist damit ca. dreimal so hoch wie bei uns. Neben den Hauptsprachen Khasi und Garo dient Englisch als weitere Amtssprache. Wir sollen mit den Kindern und Jugendlichen ausschließlich auf Englisch kommunizieren, damit sie die englische Sprache besser bzw. überhaupt erlernen. Die meisten der Mädels und Jungs hier sprechen als Muttersprache Khasi, jedoch nicht alle. Das macht es sehr aufregend für uns.

Nun zum viel Wichtigeren: Dem Projekt

Zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Vroni lebe ich in einem Kinderheim mit momentan genau 52 Mädels im Nordosten Indiens und unterstütze die Don Bosco Schwestern vor Ort. Das Heim ist v.a. für Kinder aus ärmeren und/oder schwierigen Familienverhältnissen. Viele von ihnen sind Halb – oder Vollwaisen. Tagsüber unterrichten wir Montags – Freitags an der nebenanliegenden Schule. Dort lernen nicht nur die Mädchen vom Internat, sondern auch Jungen und Mädchen aus den umliegenden Dörfern. So kommt eine Summe von ca. 700 Schülern und Schülerinnen zustande. Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Kindern und Jugendlichen Englisch beizubringen. Außerdem unterrichten wir die Klassenstufen zwei, drei und vier mit rund 40 Schülern und Schülerinnen pro Klasse in Fächern wie „Drawing“, „Games“ und „Handwriting“. Des Weiteren dürfen wir dem Computerlehrer bei Computerklassen helfen. Von 18.00 – 19.30 Uhr beaufsichtigen wir täglich die „Study Time“ der Mädchen vom Internat und stehen ihnen bei Fragen und Problemen (v.a. im Fach Mathematik) zur Seite. Zusätzlich sind wir für die Freizeitgestaltung der 8 bis 20-jährigen Mädels zuständig, die wir mit unseren Projekten, Ideen und Aktionen bereichern können. Wir sind für die Mädchen Wegbegleiter und Ansprechpersonen, welche zusammengefasst die Rolle einer „großen Schwester“ einnehmen. Es freut mich sehr, ihnen so gut es geht helfen zu können. 😉